Nostalgie-Fundstück: Die Erste Allgemeine Verunsicherung über Männer, die sich für Frauen ändern

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Diesmal geht es um nichts anderes – und wieder um die Erste Allgemeine Verunsicherung (EAV).

EAV: Oh Bio Mio

EAV: An der Copacapana

Die beiden Lieder „Oh Bio Mio“ und „An der Copacabana“ erzählen dabei eine ähnliche Geschichte: Ein Mann verliebt sich in eine Frau, doch die will angeblich einen Partner mit einem ganz bestimmten Lebenswandel. Der Mann krempelt daraufhin sein gesamtes Leben um, nur um festzustellen, dass die Frau inzwischen mit einem anderen zusammen ist – der dem ursprünglichen Typen des lyrischen Ichs entspricht.

Und die Moral von der Geschicht‘ – sich ändern lohnt sich nicht? Zumindest nicht so radikal. Denn was die Protagonisten da besingen, grenzt nicht mehr an Selbstverleugnung, es ist bereits diese. Anstatt zu akzeptieren, dass die jeweilige Frau offenbar nicht auf sie steht und eine entsprechende Ausrede bringt, glauben sie tatsächlich, Anziehung deterministisch herbeiführen zu können.

Der Mann in „Oh Bio Mio“ hätte weiterhin sein Leben mit Auto, Schnitzel, Kneipenbesuch usw. genießen und das, was ihm Freude bereitet, verwenden können, um über die vergeblich Angebetete hinwegzukommen. Und der Mann im Stück „An der Copacabana“ wiederum hatte offensichtlich keinen Spaß am Körperkult – dann hätte er sich den Aufwand sparen können.

Einen wahren Kern haben die Lieder: Wenn Du an einer Frau interessiert bist und sie Dir erzählt, es müsse ein ganz besonderer Typ bei ihr sein, dem Du nicht entsprichst, dann versuche nicht auf biegen und brechen, dieser Typ zu werden. Ich würde ergänzen, dass es mindestens zwei Alternativen gibt:
a) such eine andere Frau zum Flirten.
b) flirte trotzdem mit der Frau, vielleicht wird es eine „eigentlich stehe ich gar nicht auf solche Typen, aber“-Situation.

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