Fundstück: Terror-Bingo

Tom174 hat unter dem Titel „Sicherheit und so“ ein paar gute Gedanken zum Amoklauf/Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin geschrieben. Besonders einen Kommentar von ihm möchte ich dabei hervorheben:

Vom Terror ganz ab, viele, gerade auch ein Adrian, treibt die angst, dass wir viele unserer Freiheiten verlieren werden. Mich übrigens auch, nicht, weil ich Angst habe, dass wir hier irgendwann die Scharia einführen, sondern weil ich Angst habe, dass die Gegenbewegung einen Backlash erzeugt, der uns einen extrem autoritären Staat beschert.

Das gibt meine eigene Position recht gut wieder. Ich habe mehr Sorge vor einem überbordenden Staat. „Im Namen einer guten Sache bzw. gegen die Bösen“ wurden in den letzten Jahren immer wieder Zensurmaßnahmen eingefordert.

Rufe nach Zensur sowie die Forderung nach einem Aufheben rechtsstaatlicher Prinzipien, wie sie immer nach Amokläufen und Terroranschlägen kommen, sind zwei Dinge, die in dieser Blogblase auch aus anderem Kontext bekannt sind – und in keinem Zusammenhang berechtigt sind. Jemand ist eines Verbrechens verdächtigt, aber noch nicht rechtskräftig verurteilt worden? Dann gilt die Unschuldsvermutung! Egal, wer es ist und egal, um was es geht. So ist das mit dem Rechtsstaat gedacht.

Insofern stehe ich einer Berichterstattung, die jeden kleinsten Schnippsel veröffentlicht, weil er „brandaktuell“ ist, und nicht, weil er überprüft und für wahr befunden wurde, skeptisch gegenüber. Das ist doch „postfaktisch“ und „Fake News“ in Reinform!

Wie sich Erzählungen von vor einem Jahr wiederholen lassen! Damals führten Fefe und Frank Rieger in ihrem Fnord-Jahresrückblick 2015 ein Spiel namens „Terror-Bingo“ (aktuelle Karte) ein – im folgenden Video zu sehen zwischen 56:41 und 1:12:00.

Fnord NEWS Show 2015 [32c3]

Fefe hat das bezogen auf den aktuellen Fall ganz locker wiederholen können. Ungereimtheiten in der offiziellen Version brachten die Nachdenkseiten in einem heutigen Fundstück auf den Punkt: An alles gedacht?

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Angesichts der Verrücktheit der Welt optimistisch zu bleiben, auch wenn es ein langer Weg ist, das verbinde ich immer mit folgendem Lied:

Reinhard Mey: Vertreterbesuch

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