Warum ich Attraktivität nicht rassistisch finde

Elitemedium hat einen Artikel ausgegraben, der mit einem herrlich dämlichen Vorwurf daherkommt: Eine Vorliebe für asiatisch aussehende Frauen sei rassistisch.

An sich ist nichts dagegen zu sagen, einen bevorzugten Typ oder Vorlieben zu haben. Aber der Spaß hört für mich auf, wenn es nur um meine Hautfarbe geht. Nicht nur, dass es absolut oberflächlich ist – es ist schlicht rassistisch und beleidigend, Menschen nach ihrer Hautfarbe zu beurteilen und ihnen bestimmte Eigenschaften anzudichten.

Bei der Anklägerin handelt es sich um Thi Yenhan Truong, eine vietnamesischstämmige Deutsche. Auf ihren Artikel wird schon bei Elitemedium in den Kommentaren gut angesprungen; ich möchte hier noch einmal einige Dinge auseinanderdröseln, die hier meiner Meinung nach vermischt werden:

Marius Jung erwähnt in seinem Buch „Singen können die alle – Handbuch für Negerfreunde“, wie es in nervt, wenn ihm Leute ungefragt die „Haare durchwuscheln“ (erwähnt ab 08:50). Interesse und Faszination aufgrund körperlicher Eigenschaften zu wecken, ist – auch bei Männern – nicht uneingeschränkt positiv. Bis hierhin gehe ich also mit.

Aber ab dann trennen sich bereits unsere Weltsichten. Wie schon bei Elitemedium erwähnt, stünde die gegenteilige Reaktion – eine Abneigung gegenüber asiatisch aussehenden Frauen – doch erst recht unter Rassismusverdacht. Dabei würde niemand ernsthaft das Fass aufmachen, Frauen für ihre Vorliebe für große Männer „Größismus“ vorzuwerfen. Was man mag und nicht mag, läßt sich nicht verordnen.

Was nun die Zuschreibung bestimmter Eigenschaften oder Verhaltensweisen aufgrund von Hautfarbe (wahlweise auch Nationalität) angeht: Das ist auf das Individuum heruntergebrochen tatsächlich nicht in Ordnung. Aber das bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass solche Unterschiede nicht im Durchschnitt tatsächlich existieren können. Ganz ketzerisch gefragt: Was ist so schlimm daran, wenn Stereotype tatsächlich ein Körnchen Wahrheit enthalten, wenn sich bei einer fiktiven wissenschaftlichen Untersuchung etwa herausstellt, dass südländische Männer im Schnitt leidenschaftlicher sind oder mehr flirten? Über die einzelne Person sagt das nichts aus. Oder, wie es eine Überschrift bei Alles Evolution ausdrückt: „Häufungen wird es immer geben, dies darf aber keinen Konformitätszwang erzeugen„.

Und wenn wir mal mit offenen Augen durchs Leben gehen, dann begegnen wir solchen Verallgemeinerungen an allen Ecken und Enden:

  1. deutsche Frauen über Latin Lover
  2. deutsche Männer über osteuropäische Frauen
  3. schwarze Männer über Blondinen
  4. Brasilianerinnen über Blonde

Natürlich ist das nicht „gerecht“. Man kann sich als Nicht-Latino ewig darüber aufregen, dass bei Männern bestimmter Nationalitäten ein gewisses Macho-Gehabe nicht als „primitiv“ verurteilt wird, sondern als „authentisch“ oder „zur Kultur gehörig“ gewertet und gerne angenommen wird. Was soll’s? Stattdessen sollte man lieber hinschauen, wer dem eigenen Aussehen und der eigenen Nationalität positive Eigenschaften zuweist und das als Bonus beim Flirten verwenden.

Die erwähnte Autorin muss ihre höhere Attraktivität bei einigen Männern hingegen unbedingt zu einem Nachteil bzw. Rassismus umdeuten. Das passt eigentlich wunderbar zum intersektionalen Feminismus, in dem der „reinste“ und „beste“ Mensch derjenige ist, der das größte Opfer ist. Einen Vorteil durch etwas zu haben macht einen nach diesem Weltbild zu einem schlechteren Menschen – bekloppt, aber wahr!

Das ist natürlich eine astreine Anleitung zum Unglücklichsein, weil man sich über etwas Gutes, was einem „einfach so“ passieren kann, nicht freuen darf. Dass einen dann Flirten und Partnersuche frustriert, ist kein Wunder.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Ein Lied, in denen schwarze und weiße Männer besungen werden…

Hair: Black Boys / White Boys