Warum ich abnehmen empfehle

Den heutigen Artikel wollte ich schon lange schreiben. Wie ich schon früher feststellte:

Ich finde es immer wieder erstaunlich, wieviele Rädchen es gibt, an denen man drehen kann, und wie wenige das tatsächlich tun. Etwa abnehmen, um sich selbst wieder wohl in seiner Haut zu fühlen.

Normalgewicht ist gut für einen selbst. Und gut für die Wirkung auf andere, womit die positive Wirkung auf einen selbst noch einmal verstärkt wird.

Fettlogik für Hetero-Männer: „Frauen achten bei Männern nicht so stark aufs Aussehen!“

Das ist die große Wahrheit, die überall herumgetragen wird und die man offiziell aussprechen kann, ohne anzuecken. Leider hilft das für die persönliche Entwicklung überhaupt nicht weiter.

Daher ein Denkanstoß: Selbst wenn „nicht so stark“ stimmt, ist das nur relativ, und im Vergleich zu „ist eines der wichtigsten Attraktivitäsmerkmale“ kann das immer noch „ist wichtig“ bedeuten.

Je nach Kontext kann diese Fettlogik, etwa wenn sie von einer Frau gegenüber einem befreundeten Mann geäußert wird, auf „soziale Erwünschtheit“ zurückzuführen sein: Die Frau glaubt, dass es allgemein als oberflächlich gilt, auf gutes Aussehen zu stehen. Es kann auch eine Aussage sein, „um einen nicht zu verletzen“ – insbesondere, wenn man glaubt, dass man wenig an seinem Gewicht ändern kann.

Wäre Frauen Aussehen egal, gäbe es für die Schönlinge unter den Schauspielern, Musikern und Sportlern keinen Markt. (Hier als Alternativerklärung eine Verschwörungstheorie über „die Verschwulung der Welt“ einfügen.)

Eine Studie bei OK Cupid ergab zudem eine interessante Erklärung: Frauen stuften 80% der Männer als „unterdurchschnittlich“ bezüglich ihres Aussehens ein. Wenn das allgemein stimmt, dann bedeutet eine Aussage, Frauen achteten nicht so sehr aufs Aussehen, vor diesem Hintergrund nur, dass man nicht zu den bestaussehendsten 20% zählen muss. Und damit ist die Realität wieder hergestellt.

Oder wie es in der Gegenüberstellung „Die üblichen gesellschaftlich anerkannten Flirttipps vs. Game“ recht deutlich wird: Natürlich spielt das Aussehen eine Rolle! Man sollte sich von Sprüchen à la „Sei Du selbst“ nicht davon abbringen lassen, zu erkunden, was man denn noch alles werden kann.

60% Übergewichtige in Deutschland

Soweit sind wir inzwischen gekommen. Das bedeutet aber auch: Man gehört schon zu den schlanksten 40%, wenn man Normalgewicht erreicht. Mit einer einzigen Aktion so viel zu erreichen – das ist doch mal eine effektive Investition in sich selbst.

Nun ist Gewicht nicht gleich Aussehen. Was mir aber auf den zahlreichen Vorher/Nachher-Fotos im „Fettlogik überwinden“-Blog aufgefallen ist: Man sieht insbesondere die Gesichtskonturen viel deutlicher, wenn die Leute schlank sind. Ich finde, dass gerade ein freundliches Lächeln viel ausdrucksstärker wirkt, wenn das Gesicht scharfe Kanten hat.

Gerade bei einem Mann kann ein schlanker Körper auch ausstrahlen: Ich habe mich selbst im Griff. Ich stelle an mich selbst Anforderungen – und erfülle sie. Ich warte nicht ab, was mir so passiert, sondern nehme mein Leben selbst in die Hand. Ich übernehme Verantwortung für meine Gesundheit.

Auf sich selbst hören

Nadja Hermann alias erzählmirnix macht es vor: Sie merkt geringe Schwankungen, achtet auf ihr Körpergefühl. Letzteres sollten Männer ebenfalls tun, auch wenn sie gelernt haben, Signale zu ignorieren. Wie sie außerdem in den Kommentaren sehr treffend schreibt:

„Für mich persönlich war am Ende der Sprung zwischen hohem Normalgewicht/leichtes Übergewicht und dem Gewicht jetzt nochmal mit der größte, vom Körpergefühl her.“

Das sollte ein Ansporn sein, auch abzunehmen, wenn es „nur ein paar Kilos“ weniger sein sollten. Auszustrahlen, dass man sich wohl in seiner Haut fühlt, trägt natürlich auch zur Attraktivität bei. Mal abgesehen davon, dass einem enge, körperbetonte Klamotten stehen. Man sollte nicht unterschätzen, wieviele Frauen da gerne hingucken – und all das wieder eine positive Rückkopplung gibt. Oder wie es „ein Mann mit Idealkörper“ berichtet:

[A]uf Besuche im Freibad, Sauna oder Strand freue ich mich mehr. Oder einfach nur in Figur-betonter Kleidung durch die Fußgängerzone oder zum Einkaufen zu gehen, macht schon Spaß.
(…)
Klar, Selbstvertrauen und Selbstwert darf und kann gar nicht nur über die Optik kommen; aber sich selbst als attraktiv zu empfinden, hilft, ein gesundes Selbstwert-Grundgerüst weiter auszubauen.

Fremde nehmen mich anders wahr:

  1. gucken mir hinterher (passiert einem als Mann recht selten)
  2. bekomme regelmäßig Komplimente, auch von Frauen (passiert noch seltener)
  3. Die meisten Menschen wundern sich, wenn sie erfahren, dass ich Software Entwickler bin. Passt mal so gar nicht ins Klischee.

Mal abgesehen davon, dass man rein optisch dynamischer wirkt: Vielen erfolgreichen Abnehmern fällt erst im Nachhinein auf, wieviele Aktivitäten sie mit Übergewicht gar nicht, nur ungern oder mit weniger Freude unternommen haben. Mehr Optionen zu haben und diese mehr zu genießen ergibt natürlich auch mehr Möglichkeiten, andere Menschen kennenzulernen.

Wenn es um den Partnermarkt geht, finde ich folgende Einsicht auch sehr hilfreich: Man kann verlangen, was man selbst zu geben bereit ist.

Erfolgsgeschichten von Männern:

  1. Long Way Down
  2. Jochen bekommt sein Fett weg
  3. Der Fettlogik-Knick
  4. … als mein Mann mit Volldampf Richtung Normalgewicht davonrauschte …
  5. Feeling oder Fakten? Das ist die Frage…
  6. Wie lebt man(n) mit Idealkörper?
  7. Entscheidungen, die doch meine sind
  8. „Das hätte ich auch gerne!“
  9. Den letzten Kilometer ruhig auslaufen

Die Motivation zur Serie

Angenommen, ich schreibe für einen eigentlich ganz okayen, aber irgendwie unzufriedenen jungen Mann. Welche niedrigschwelligen Tipps würde ich ihm geben, gerade nicht mit dem Ziel „ich reiße 1000 Frauen auf“, sondern „ich möchte glücklicher in meinem Leben werden“?

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Irgendwie kommt mir bei diesem Thema immer das Bild von Thomas D. beim Fitness-Training hängengeblieben, bei dem er eine Arbeitsversion des folgenden Liedes hört:

Thomas D.: Fighter

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