Warum mir Frieden wichtiger ist als das Geschlecht von Politikern

Auf die US-Präsidentschaftswahl folgte eine Menge Panik in den Massenmedien, die ansonsten gerne berichten, das Volk habe zuviel Angst. Von einer Blödheit sondergleichen war jedoch die geäußerte Befürchtung, Donald Trump könne sich gut mit Wladimir Putin verstehen. Der Weltuntergang droht für einige Journalisten allen Ernstes wie folgt: Die USA könnten sich mit Russland verständigen!

Ja, habt Ihr denn gar nichts aus der Geschichte gelernt? Dass sich in den USA und der Sowjetunion immer wieder kluge Menschen gefunden haben, die zu Verständigung und Gesprächen bereit waren, dass am Ende sogar der Kalte Krieg auf friedliche Weise beendet werden konnte, das ist eine der größten zivilisatorischen Leistungen des 20. Jahrhunderts.

Und dass sich so etwas in ähnlicher Form wiederholen könnte, das soll heute eine unserer größten Ängste sein? Wo lebt Ihr denn, Leute?

Es ist kaum zu fassen: Verständigungswille ist böse!

Das fügt sich natürlich nahtlos ein in die andere große geschichtsvergessene Propagandashow, die uns die Massenmedien seit einigen Jahren präsentieren, nämlich Angst schüren vor Russland. „Der böse Russe“ ist dabei eine Uraltklamotte, die bereits in den 1980er Jahren völlig aus der Zeit gefallen wirkte.

Was ist nur aus dem großen Gedanken vom Frieden geworden? Stattdessen beteiligt sich Deutschland wieder an Angriffskriegen:

„Das Ziel ist der Krieg gegen den Terror“ – Chronologie eines deutschen Kriegseintritts

Dabei sind die Folgen klar, wenn man einmal hinguckt und nachfragt: So berichtet der Deutschlandfunk (gefunden via Nachdenkseiten) folgende Zahlen für deutsche Soldaten, die „wegen einsatzbedingter psychiatrischer Störungen in ärztlicher Behandlung“ in den letzten Jahren in Behandlung waren:

2015: 694
2014: 645
2013: 1085

Wer es wirklich wissen will, der kann es auch in Erfahrung bringen! Da die Bundeswehr nach wie vor zum überwiegenden Teil aus Männern besteht, brauchen wir uns keine Illusionen darüber zu machen, wie hier die Verteilung der Geschlechter ausfällt. Es ist ein weiterer Grund dafür, warum psychische Probleme ein wichtiges Männerthema sind.

In einem Punkt kann man also froh sein, dass Hillary Clinton, die ja bekanntlich ganz spezielle Vorstellungen davon hatte, wer die Hauptopfer des Krieges seien, die Wahl verloren hat: Sie hatte deutlich martialischere Töne anklingen lassen und offenbar keine Probleme damit, eine auf Interventionen (sprich: Angriffskriege) ausgerichtete Politik fortzusetzen, inklusive einer stärkeren Verpflichtung der anderen NATO-Mitgliedsstaaten (sprich: auch deutsche Soldaten in den Krieg).

Allerdings wäre es intellektuell zu kurz gesprungen, eine kriegstreiberische Politik bei Frauen in entscheidenden Ämtern deshalb besonders anzukreiden, weil es sich beim überwiegenden Großteil der Soldaten um Männer handelt. Auch ein männlicher Bundeskanzler, US-Präsident oder Verteidigungsminister werden ja nicht in Verlegenheit kommen, mit der Waffe jemals selbst ins Gefecht zu ziehen!

Viel wichtiger als das Geschlecht der Amtsinhaber scheint folgende Maßnahme: Diejenigen, die über Krieg und Frieden entscheiden, sollen regelmäßig auf Beerdigungen von Soldaten gehen und verkrüppelte Veteranen besuchen. Wer kein völliger Psychopath ist, überlegt sich den nächsten Einsatz dann vielleicht etwas länger. Fefe zitiert diesbezüglich die New York Times: Der US-Verteidungsminister ertrug es nicht mehr, Beerdigungen und Veteranen zu besuchen und trat laut eigenen Angaben deshalb zurück. Drohnenkönig Barack Obama wird inzwischen vorgeworfen (!), Truppen nicht mehr so gerne im Ausland einzusetzen.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Wer es nicht erkannt hat: In dem oben erwähnten Video wird Musik aus dem ersten „Star Trek“-Film verwendet. Das klingonische Thema wurde noch einige Male für die Klingonen eingesetzt. Ehrlich gesagt ist das der beste Platz für Krieg – die Fiktion!

Jerry Goldsmith: Klingon Battle

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