Fundstück: Der wütende weiße Mann war mal ein Schwarzer

Im letzten Monat kochte das Feindbild weißer Mann in all seinen Ausprägungen noch einmal so richtig hoch. Dabei sollte nicht vergessen werden, welche Wurzeln der „wütende weiße Mann“ hat. Genderama zitierte zur Sache bereits crumar aus einem Kommentar bei man-tau:

Hier finde ich das rassistische Plagiat des Labels „angry black man“ aus den 1960ern in den USA interessant und naheliegend. Im Label „angry“, nämlich der emotionalen Reaktion auf ihre eigene rassistische Diskriminierung, verschwindet der Anlass für ihren Zorn.
Womit „Zorn“ völlig voraussetzungslos scheint und der Eindruck vermittelt werden soll, wären sie weniger angry (ein „tone argument“ der „zivilisierten Weißen“), würde man sich inhaltlich mit ihm auseinandersetzen.
Aber so ist der schwarze Mann.
Immer nur hatespeech (die „aber auch in körperlicher Gewalt münden“ kann)! /sarcasm off

Die Bilder des angry white man / angry black man weisen also folgende Gemeinsamkeit auf: Die Wut scheint ohne Grund. Damit ist die so etikettierte Person irrational, mit ihr zu reden hat keinen Sinn. Sogar im Gegenteil, durch diese Wut ist die Person potentiell gefährlich. Sich auf sie in irgendeiner Form einzulassen, stellt ein inakzeptables Risiko dar. Ausgrenzung ist die einzige vernünftige Option! Tja, und um zu erkennen, dass sie grundlos wütend ist, muss sie eben selbst tätig werden und erkennen, dass sie falsch liegt.

Ich benutze im Deutschen übrigens bewusst „Wut“ als Übersetzung, denn die ist deutlich negativer konnotiert als Zorn. Man vergleiche „blinde Wut“ gegenüber „gerechter Zorn“.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Das Feindbild „weiß“ bekommt auch in der Popkultur einen Sprung, wenn man genau hinguckt…

The Whitest Boy Alive: Burning

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2 Kommentare zu „Fundstück: Der wütende weiße Mann war mal ein Schwarzer“

  1. Das, was man mit Schwarzen nicht (mehr) darf, darf man mit Weißen. Parallel dazu: Das M&M-Argument:Man stelle sich vor, unter einer Handvoll M&Ms befinden sich welche, die vergiftet sind (analog: unter Männern finden sich solche, die Vergewaltiger sind). Würdest Du davon welche essen? Per Analogie wurde dann geschlussfolgert, dass Ressentiments gegen Männer gerechtfertigt seien. Als Trump genau dasselbe Argument gegen Muslime verwendete (unter denen sich Terroristen befinden), war die Empörung unter den SJWs groß über diesen Rassismus. Auch hier zeigt sich, was man mit Männern darf, darf man noch lange nicht mit anderen Gruppen.

    1. Das M&M-Argument hatte ich noch auf der Liste der Blogideen. Gesehen habe ich es tatsächlich im Zusammenhang mit Männern und Flüchtlingen. Interessanterweise war es natürlich ok bezogen auf Männer, aber natürlich nicht ok bezogen auf Flüchtlinge.

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