Warum ich Tanzen lernen empfehle

Hans schrieb bei Alles Evolution einen sehr praktischen Hinweis (Rechtschreibung leicht angepasst von mir), den er zwar an eine konkrete Person richtete, der aber für viele Männer taugen kann:

Ohne dich zu kennen, gebe ich dir den Tipp, tanzen zu lernen (in einer Tanzschule: klassisch / latein oder halt Tango, Salsa). Und zwar ergebnisoffen: Also gerade nicht mit dem Ziel, jemanden abzuschleppen.

Da gibt es noch festgeschriebene Protokolle und alleine das positive Erleben und die Kooperation miteinander ist mit Sicherheit ein Faktor, der

a) dein Weltbild positiv verändern könnte
b) dir ein besseres Gefühl vermitteln könnte

Zudem gibt es einem eine starke Sicherheit durch die strikten Protokolle und klaren Grenzen. Und wenn du dabei bleibst „Social Proof“, usw. usf.

Und als letztes ist „Führen lernen“ auch generell praktisch, um zum „Patriarchat“ dazuzugehoöen😉.

Denn wenn es das Patriarchat schon unbedingt geben „muss“, dann kann man(n) es ja wenigstens positiv ausleben.🙂

In diesem Kommentar steckt soviel drin – positiv sein, für sich selbst etwas ausprobieren, die Welt nicht ständig so ernst nehmen. Den Tipp kann ich empfehlen, auch wenn ich selbst nie besonders gut bei Paartänzen war.

Ich habe das so erlebt, seit ich ein junger Mann war: Genügend Frauen sind völlig hingerissen von guten Tänzern, sehen glücklich mit ihnen aus und schwärmen auch vor anderen darüber. Das gilt sogar dann, wenn die Männer ansonsten nicht besonders attraktiv sind, was Aussehen oder Redegewandheit angeht. „Mit drei Dingen kann man bezaubern: Musizieren, Kochen, Tanzen.“, wie ein lebenserfahrener Bekannter von mir einmal sagte.

Wie ich schon beim Thema „Freundlichkeit“ schrieb:

Eine gewisse Eleganz ist natürlich altmodisch – also nichts von wegen „alte Rollen aufbrechen“, sondern im Gegenteil althergebrachtes galantes Verhalten wiederentdecken ist angesagt.

Das Ziel soll aber gerade nicht sein, andere zu beeindrucken. Für einen selbst sind es die Körperbeherrschung und die Freude an der Bewegung, die ein Hochgefühl erzeugen können. Man ist in einem positiven Kontext unter Menschen und simuliert nicht, ein soziales Wesen zu sein, man ist. Das halte ich für viel wichtiger, um glücklich zu werden.

Die Motivation zur Serie

Angenommen, ich schreibe für einen eigentlich ganz okayen, aber irgendwie unzufriedenen jungen Mann. Welche niedrigschwelligen Tipps würde ich ihm geben, gerade nicht mit dem Ziel „ich reiße 1000 Frauen auf“, sondern „ich möchte glücklicher in meinem Leben werden“?

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Lieder übers Tanzen gibt es viele, aber dieses fiel mir zuerst ein.

David Bowie: Let’s Dance

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4 Antworten zu Warum ich Tanzen lernen empfehle

  1. Geisterkarle schreibt:

    Hihi 🙂
    Also so als langjähriger Tänzer kann ich das nur auch empfehlen 😉

    So noch ein paar Tipps, falls man denn tatsächlich anfängt:
    Erstmal ist die Wahl der Tanzart „wichtig“; abhängig, was man denn will 😉 der „klassische Gesellschaftstanz“ ist eigentlich was für Pärchen. Denn hier ist es sehr unüblich mit „fremden“ Leuten zu tanzen. Es ist also eine tolle Paarbeschäftigung und man kann auch nen Abend schick verbringen. Aber wenn man so ein wenig Leute(des anderen Geschlechts) kennenlernen will (warum auch immer; das „ergebnisoffen“ ist gar nicht doof!), sollte man eher zu einem „Szenetanz“ gehen, wo also den ganzen Abend „ein“ Stil gespielt wird.
    Wenn man „nur“ die erwähnten nimmt: Tango hat ein eher „älteres“ Publikum! Es gibt natürlich auch jüngere Tänzer, aber man(n und auch frau) sollte kein Problem damit haben, mit jemanden zu tanzen, wo möglicherweise ein größerer Altersunterschied da ist; vor allem, da Tango sehr eng, in der „Umarmung“ getanzt wird. Offenheit und auch Sauberkeit/guter Körpergeruch/möglichst nicht Rauchverstunkenen Kleider sind also durchaus ein Muss! Auch in Kauf nehmen muss man, das mmn Tango möglicherweise die höchste „Einstiegskurve“ hat; ist nicht ganz einfach zu führen und auch nicht zu folgen! Sollte also deutlich mehr als 5x1h wöchentlich einplanen, damit es funktioniert! Naturtalente mal unbeachtet 😉
    „Plazhirsch“ ist aber natürlich Salsa. Gibt es soooooo viel, man kann eigentlich immer irgendwo hin zum tanzen gehen. Meist auch viele Frauen 😉 Der Grundschritt ist auch halbwegs schnell drin und kann dann auch leicht zu den „Untertänzen“ des Salsas (Bachata, Kizomba, Merenge) „wechseln“ oder viel rumprobieren. Im Salsa ist auch bisle „sehen und gesehen werden“. Also durchaus so, dass nicht alle Anwesenden zum tanzen da sind. Entsprechend fällt man möglicherweise selber nicht auf, wenn man nur mal guckt 😉
    In anderen Szenetänzen, wie Discofox oder LindyHop/Swing kenne ich mich leider nicht so aus.
    Letztlich allgemein:
    Als Anfänger mutig sein und Leute zum tanzen auffordern (es darf auch eine Frau den Mann auffordern!). Halt vielleicht mit Hinweis, auf die Startbedingungen 😉 aber meistens kommt es gut an, wenn man such traut!
    Beim Tanzen sind die Füße meistens immernoch am Körper, also guck nicht runter! 😛 Lieber den Tanzpartner angucken (sofern möglich; Tanzartabhängig :P) und lächele dabei!
    Nach einem netten Tanz kann man gerne mal nach nem Namen fragen; alles weitere (Telefonnummern, „Sex?“,…) vielleicht erstmal zurückstellen. Ausnahmen bestätigen die Regel 😉
    Wenn man(n) ganz elegant ist, begleitet man nach dem Tanz die Dame zurück zum Platz, wo man sie „her“ hat, oder zumindest von der Tanzfläche. In manchen Szenen wichtiger, als anderen, aber kommt meist gut an!

    Viel Glück und man sieht sich auf der Tanzfläche!

  2. Lotosritter schreibt:

    Stimme als Tänzer zu. Zum einen fördert Tanzen die Körperhaltung, die Manieren und die Gewandtheit, auch die Kleidung wird ansehnlicher. Also aus einem Krauterer wird durchs Tanzen ein fesches Mannsbild, und bei den Weibersleut ist es nicht anders, ein Trampel verwandelt sich auf dem Tanzboden zu einem feschen Dean.

    Und das mit dem Führen liegt daran, dass die Frauen viel mehr Figuren tanzen dürfen, während die Männer sich eher zurückhalten müssen. Das macht auch Sinn, denn der Mann präsentiert die Frau, gibt ihr Gelegenheit sich darzustellen, während er sich mit ihr schmücken darf. Das sind uralte Rituale der Höflichkeit. – Anmut und Ritterlichkeit werden so gelebt. Das ist nicht altmodisch, sondern sehr lebendig und reizvoll. Es kommt halt auf die Kreise an, in denen man sich bewegt.

    Leider gibt es nicht mehr so viele Tanzböden außerhalb der Tanzschule. Das liegt auch daran, dass man heutzutage unter Tanzen überwiegend Soloschütteln versteht, bzw. die Tänzer meist nur Wasser oder Apfelschorle trinken und deshalb der Disko weichen mussten.

    Das mit dem Musizieren und Kochen unterschreibe ich ebenfalls.

  3. Pingback: Fundstück: Feministen tanzen den Tango | Geschlechterallerlei

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