Fundstück: Spaß mit Männerhass – Folge 9

MANNdat e.V. hat seinerzeit mit der Champions League des Sexismus eine Aktion ins Leben gerufen, die ganz dem Sinne dieser Serie entspricht: Den Missstand nennen und das Ganze trotzdem spielerisch verpacken.

Einer der größten Klopper, der auch immer wieder gerne zitiert wird, findet sich im sogenannten Hamburger Programm, dem Grundsatzprogramm der SPD (PDF-Version) auf Seite 41 (Seite 42 im PDF). Der Satz geht auf Erhard Eppler (2007) zurück, der ihn sehr ähnlich so gesagt hat. Im fertigen Programm liest sich das so:

Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden.

Und das lädt natürlich dazu ein, sich zu fragen, welche Partei etwa so einen Satz in ihr Grundsatzprogramm schreiben würde:

Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die jüdische überwinden.

Na, da zuckt man doch zusammen – und zwar aus gutem Grund! Allein Unbelehrbare, Geschichtsvergessene oder Verschwörungstheoretiker würden das verteidigen wollen.

Zur Erinnerung: die Spielregeln

Nur ein kleiner Test:

Was kommt dabei heraus, wenn ich in einem Text „Männer“ wahlweise durch „Ausländer“, „Schwarze“ oder „Juden“ ersetze?

Fundstücke mit Quellangabe einfach in die Kommentare schreiben!

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? „Und Schuld daran war nur die SPD“ – diesmal stimmt das Liedzitat sogar! Passend zum Ende des Sommers ein melancholischer Klassiker.

Rudi Carrell: Wann wird’s mal wieder richtig Sommer

Advertisements

7 Kommentare zu „Fundstück: Spaß mit Männerhass – Folge 9“

  1. „Der Satz geht auf Erhard Eppler (2007) zurück, der ihn sehr ähnlich so gesagt hat.“

    Wie ist Eppler denn darauf gekommen und was hat er sich dabei gedacht?

    Hat die SPD es nicht nötig darüber aufzuklären? Wer so einen ambitionierten Wahlspruch bringt, die Gesellschaft von Grund auf verändern zu wollen, der sollte das begünden. Aber die Ursprünge liegen im Dunklen?

    „Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden.“

    Weil die „männliche“ die unmenschliche sein muss, wie der Slogan sagt. Für einen „Friedensmann“, der Israel offenbar hasst und die USA obendrein und überdies in Kirche und „humanistischen Freidenkern“ aktiv war, überaus bemerkenswert.
    Denn der Werbeslogan der SPD ist völlig menschenverachtend. Die Männer werden in typischer Weise grundsätzlich abgewertet. Das ist offene Menschenfeindlichkeit.

    Wer die menschliche Gesellschaft will, der muss solche menschenfeindlichen Ideologien wie Männer- oder Judenhass überwinden. Und die eingebildete Opferkulisse, die die Entfaltung dieser neuen Ideologien flankiert und sichert.

    Diese Leute von damals wie Eppler und allzuviele andere, die vorgeblich für Frieden und alles Gute eintraten, entpuppen sich regelmässig als die allergrössten Enttäuschungen.

  2. Spaß mit Männerhass
    Mal eine Variation, die mir aussichtsreich erscheint:
    Wie wäre es, mal einige „Saftige“ Aussagen möglichst bekannter Leut*innen zu sammeln, dabei aber nicht Männer/Patriarchat usw. nur zu ersetzen, sondern sie tatsächlich zu sammeln. Wichtig: Unbedingt mit Quelle.
    Und dann macht man daraus so etwas wie die Phrasendreschmaschine. Wer das nicht kennt: Hier ist eine online, die Dinge gibt es aber auch aus Pappe usw.
    Und die „Variable“ ist dann eben Männer/Frauen/Neger/Juden/Roma, was weiß ich.
    Ich glaube, so wird es auch für Außenstehende am beeindruckendsten erkennbar, was momentan läuft. Als Bonus kann man ja raten lassen, von wem die Aussage stammt. Oder bei falsch eingestellter Variable kommt die richtige Quellenangabe.
    Sowas habe ich mal mit JavaScript gesehen, aber da fehlen mir leider die Kenntnisse. Ich könnte das nur als richtiges PRogramm.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s