Kurznachrichten vom 26.08.2016

1: Weiteres zum Fall Gina-Lisa Lohfink, nachdem ich heute Nacht bereits eine Replik zu Anne Wizoreks neuestem Elaborat gebloggt habe:

In der neuen Kolumne von Don Alphonso beschäftigt sich dieser ebenfalls mit Gina-Lisa Lohfink und Anne Wizorek, sowie den Verbindungen zum Familienministerium, das die sogenannte NGO „No Hate Speech DE“ mit 170.000 Euro finanziert, in dessen nationalem Komitee nach Eigenauskunft auch Wizorek zugange ist. NGO sollte man in dem Fall eher mit „near governmental organization“ übersetzen.

Einen merkwürdig verschwurbelten Beitrag, der nie wirklich zum Punkt kommt, liefert Gesine Palmer in der Welt. Auch sie versucht zu suggerieren, dass das Urteil gegen Lohfink nur aufgrund ihres Vorlebens und ihrer daraus angeblich folgenden Vorverurteilung zustande kam. Am Schluss kommt dann doch noch einmal etwas konkretes:

Darum benennen Alice Schwarzer und Lohfinks Anwalt die eigentliche Lektion dieses Urteils ganz eindeutig richtig: Es ist eine Warnung an Frauen, sich bei Sexualdelikten lieber nicht an die Gerichte zu wenden.

Leider knapp daneben. Es ist eine Warnung an Frauen, sich lieber nicht an die Gerichte zu wenden, wenn das Sexualdelikt von ihnen frei erfunden ist. Und das ist auch gut so!

So merkwürdig es klingt, aber dieses Urteil trägt möglichweise mehr zu einer Erhöhung der Verurteilungsquote bei, als es von der jüngsten Gesetzesverschärfung erhofft wurde. Es könnte sein, dass die bisher nur um die 10 Prozent tatsächlich verurteilten Fälle, also die Fälle mit echter Substanz, weiter genauso angezeigt und verurteilt werden, die faulen Eier an Falschverdächtigungen, die sich unter den restlichen 90 Prozent der Anzeigen verbergen, dagegen deutlich abnehmen, weil sie eben nicht mehr angezeigt werden.

2: Eine Frau ruft den Polizeinotruf, weil ihr Freund höchst verwerfliches getan hat. Er hat – horribile dictu – die Socken im Bett angelassen.

3: Die Website von Leslie Jones wurde gehackt. Die Hacker haben Nacktfotos von ihr und weitere persönliche Details dort preisgegeben. Jones ist eine der vier Darstellerinnen in dem neuen Ghostbusters-Film und diejenige, die dafür gesogt hat, dass der feminismuskritische Breitbart-Kolumnist Milo Yiannopoulos lebenslang von Twitter gesperrt wurde.

4: Noch eine erogene Zone der Frau wurde gefunden, um die man sich als Mann demnächst unbedingt kümmern muss: Die Zervix vulgo der Gebärmutterhals. Das nennt man jetzt „körperorientierter Feminismus“.

ZEITmagazin ONLINE: Welche Rolle spielt eigentlich der Partner bei dem Programm?

Bryant: Wenn eine Frau die Verantwortung für ihre eigene Lust übernimmt, muss ein Partner nicht mehr raten, was er tun soll, sondern kann sich völlig entspannen. Männer können ihren Penis aber auch für das De-Armouring nutzen, so wie die Frau es vorher mit dem Dildo oder dem Finger getan hat.

Was das jetzt wieder ist, müsst ihr selbst nachlesen.

5: Und schon wieder kann ich Euch meinen Lieblingscomic vorsetzen. Jesus and Mo bringen die in vielen Ländern geführte Debatte um das Burkaverbot auf den Punkt:

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3 Kommentare zu „Kurznachrichten vom 26.08.2016“

  1. „: Es ist eine Warnung an Frauen, sich bei Sexualdelikten lieber nicht an die Gerichte zu wenden.

    Leider knapp daneben. Es ist eine Warnung an Frauen, sich lieber nicht an die Gerichte zu wenden, wenn das Sexualdelikt von ihnen frei erfunden ist. “

    Wenn man sich die Diskussionen und Reaktionen anschaut, gibt es nicht zu knapp Frauen, die das nicht auseinanderhalten können. Liegt vielleicht auch daran, dass das Wort keine klare Bedeutung mehr hat.

    1. Naja, es liegt wohl vor allem daran, dass man im #TeamGinaLisa auch jetzt noch nicht von der Überzeugung ablassen will, es hätte da tatsächlich ein Sexualdelikt vorgelegen. Denn das hat ja die „Betroffene“ so gesagt, und dann muss es ja auch stimmen.

  2. „körperorientierter Feminismus“ – Das ist wirklich Spitze.

    „Noch eine erogene Zone der Frau wurde gefunden, um die man sich als Mann demnächst unbedingt kümmern muss“

    Wie war das noch mal mit der Überforderung?

    Bryant spricht von „Verantwortung“, die „für ihre eigene Lust“, so dass man sich „völlig entspannen“ könnte…
    Das ist völlig realitätsfern und auch lustfeindlich – „Verantwortung“. Aber die verkauft nur Dildozeuchs mit Gouverantensprüchen. Und dann wird das auch noch körperorientierter Feminismus genannt. Wirklich lustig.

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