Fundstück: Spaß mit Männerhass – die neue Serie!

Es ist eine etwas abwegige Art von Humor, aber in den letzten Monaten habe ich immer wieder herzhaft darüber lachen müssen. Ein kleiner Test fördert das mannigfaltige Potential zur Provokation zutage, welches in Alltagstexten verborgen steckt:

Was kommt dabei heraus, wenn ich in einem Text „Männer“ wahlweise durch „Ausländer“, „Schwarze“ oder „Juden“ ersetze?

Schon der ursprüngliche Ideengeber – ein Kommentar unter einem taz-Artikel (Stichwort „Ausländerschritte“) – hatte es in sich. Ab heute möchte ich immer wieder solche Fundstücke veröffentlichen und lade natürlich herzlich dazu ein, in den Kommentaren weitere zu veröffentlichen!

Denn eines ist klar: Würde man das, was zum Teil als veröffentlichte Meinung über Männer gesagt und geschrieben wird, auf erwähnte drei Gruppen ummünzen, kämen dabei offen fremdenfeindliche, rassistische oder antisemitische Aussagen heraus. Die Vorstellung, dass eine als seriös geltende Zeitung oder eine sich progressiv wähnende Gruppe wie selbstverständlich solche Ungeheuerlichkeiten von sich gibt, entlockt mir stets aufs Neue ein Lachen aus Fassungslosigkeit. “Was, das sagen die über Ausländer / Schwarze / Juden?“

Humor ist natürlich auch eine Art Bewältigungsstrategie. Doch möchte ich einen Augenblick ernst werden. Sicher kann man als einigermaßen gefestigter Erwachsener da drüberstehen. Für einen Jungen oder jungen Mann wird es so jedoch schwieriger, ein positives Selbstbild zu entwickeln. Es war meiner Erinnerung nach Lucas Schoppe, der sehr treffend feststellte: Man möchte nicht, dass der eigene Sohn in einer Gesellschaft aufwächst, in der er jeden Tag die These präsentiert bekommt, er sei „dumm“ oder „böse“, also irgendwie minderwertig.

Lucas Schoppe formulierte übrigens selbst vor einigen Moanten einen Text auf ähnliche Weise um, lieferte also die 0. Folge, mit dem Ergebnis: Wie über Männer gesprochen wird, ist oft genug Volksverhetzung.

Das schöne an diesem Test ist, dass er ebenfalls geeignet ist, um Sexismus gegen Frauen aufzudecken. Es geht ja gerade, wie gerks alias Gerhard Kasper vor wenigen Tagen noch treffend feststellte, nicht um Männerrechte, sondern um Menschenrechte. Und die sollen, wie ich finde, doch bitte für aller gleichermaßen gelten und nicht als in Konkurrenz stehend zwischen verschiedenen Gruppen dargestellt werden.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Hier ein Beispiel, wie man es (zumindest dem Titel nach) richtig machen kann: Gegen einen Ausländer, Schwarzen oder Juden nach Mitternacht ist ja nichts einzuwenden.

Abba: Gimme! Gimme! Gimme! (A Man After Midnight)

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1 Kommentar zu „Fundstück: Spaß mit Männerhass – die neue Serie!“

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