Kurznachrichten vom 07.06.2016

1: Der Star-Geiger David Garrett ist das nächste Opfer im Falschbeschuldigungs-Business. Anders kann ich die Umstände, wie sie in dem Interview beschreiben werden, gar nicht bewerten. 12 Millionen Dollar will seine Ex wegen eines blauen Flecks. Kann mich mal wer hauen, der Geld wie Heu hat, bitte?

2: Am Sonntag war schon Jacob Appelbaum dran, Internet-Aktivist und ehemaliger Sprecher des Tor-Projekts. Da wird mal wieder mit anonymen Vorwürfen über einen extra eingerichteten Internet-Pranger gearbeitet. Danisch berichtet, und Fefe hat da auch zwei Berichte dazu. Appelbaum hat die Vorwürfe bereits zurückgewiesen. Die Weltraumaffen haben das in ihrem wöchentlichen Podcast ausführlich besprochen:

3: Statista berichtet darüber, dass die Verhaftungszahlen wegen sog. „Online-Hetze“ in Großraum London im Jahr 2015 deutlich angestiegen ist:
Infografik: Verhaftet wegen Online-Hetze | Statista

Der Ton des Artikels ist zwar nicht offen freudig zustimmend, aber für meinen Geschmack dennoch deutlich auf politisch korrekter Linie, denn als Hetze zählen da wieder mal nur Angriffe gegen „Minderheiten, Politiker oder Asylbefürworter“.

Es wird auch auf die rechtliche Grundlage für diese Verhaftungen verlinkt, und die hat es in sich:

Improper use of public electronic communications network

(1) A person is guilty of an offence if he—
(a) sends by means of a public electronic communications network a message or other matter that is grossly offensive or of an indecent, obscene or menacing character; or
(b) causes any such message or matter to be so sent.

(2) A person is guilty of an offence if, for the purpose of causing annoyance, inconvenience or needless anxiety to another, he—
(a) sends by means of a public electronic communications network, a message that he knows to be false,
(b) causes such a message to be sent; or
(c) persistently makes use of a public electronic communications network.

Als Strafe ist bis zu sechs Monate Knast vorgesehen. Ich übersetze mal auszugsweise:
Missbrauch von elektronischen Nachrichtennetzen
Eine Person ist einer Straftat schuldig, die eine Nachricht sendet, die grob beleidigend oder unanständig, obszön oder bedrohlichen Charakter hat, die Ärger, Unannehmlichkeiten oder unnötige Angst bei einem anderen verursacht, oder die bewirkt, daß eine solche Nachricht gesendet wird.

D.h. ich muss die Nachricht nicht einmal selbst gesendet haben, es reicht, wenn ich jemand anders dazu animiert habe. Davon abgesehen ist der Straftatbestand derart schwammig formuliert, dass so ziemlich jede kontroverse Äußerung darunter fallen kann.

Fazit: Willkommen Safe Spaces, und tschüß, Meinungsfreiheit.

4: Dass ich das noch erleben darf, dass ich Antje Schrupp mal uneingeschränkt zustimmen kann. Sie ist nämlich für eine juristische Abtreibung für Väter (sie nennt es „Opt-Out-Recht“). Allerdings habe ich nicht alle Kommentare gelesen, von daher weiß ich nicht, ob sie da noch einen Haken versteckt hat.

 

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Kurznachrichten vom 01.06.2016

1: Die neue Generalsekretärin der SPD, Katarina Barley, hat am Montag einen rätselhaften Tweet geschrieben, was zu einigem Widerspruch in der Maskulisten-Szene auf Twitter geführt hat:

Nun ist wirklich fraglich, was „daran arbeiten“ denn bedeuten soll. Ich vermute, so weit geht es nicht, dass Barley hier ernsthaft daran denkt, das gesetzlich regeln zu wollen. Ich würde dafür aber auch nicht die Hand ins Feuer legen wollen angesichts der abstrusen Ideen, die in Sachen Geschlechterpolitik seit Jahren aus der SPD kommen. Vermutlich geht es mehr um sanftes Drängeln, indem verpflichtender Kinderurlaub auch für Männer eingeführt wird etc. Die Empörung ist dennoch berechtigt, denn in dem Punkt hat sich die Politik einfach aus innerfamiliären Angelegenheiten herauszuhalten. Hier beispielhaft eine sarkastische Erwiderung:

Und Don Alphonso kommentiert das beiläufig am Ende eines Beitrags über die europäischen und hier speziell die italienischen Populisten:

Solche strategischen Genies hat die AfD nicht. Aber sie braucht das auch nicht, wenn die Generalsekretärin der SPD so eine Unterstellung an die Adresse ihrer Kernwählerschaft ins Netz schreibt, eine Hamburger Grüne Moscheen in jedem Stadtteil fordert, und Merkels Menschenrechtspartner Erdogan Geburtenkontrolle als Betrug am türkischen Volk bezeichnet.

2: In den USA gibt es ein wenig Aufregung über eine Kampagne zugunsten von Hillary Clinton unter dem Hashtag #ManEnough4Hillary, die sich aber offenbar als Fake herausgestellt hat.

3: Weil ja Feministinnen gerne behaupten, Männerrechtler seien Ultrarechte, forderte das Blog Phaislum die Männerrechtler-Szene auf Twitter dazu auf, den Selbsttest zu machen, der auf der Plattform politicalcompass.org schon seit Jahren online und ein Quasi-Standard ist.

Das aktuelle Zwischenergebnis von gestern Nachmittag spricht eine deutliche Sprache:

https://twitter.com/phaislum/status/737639487837241348

Wie man sieht, tummeln sich alle in der unteren Hälfte, sind also eher liberal bis libertär eingestellt statt autoritär. Und der weitaus größte Teil davon sogar auf der linken Hälfte des Spektrums. Der Median liegt ungefähr zwischen der Einordnung der GRÜNEN und der LINKEN. Da fragt man sich doch, warum ausgerechnet diese Parteien die Interessen von Männern so sträflich vernachlässigen. Meine Werte liegen übrigens noch ein Stückchen weiter in der linken unteren Ecke als der Median, nur für den Fall, dass mir wegen des nächsten Punktes mal wieder AfD-Nähe attestiert wird.

4: Off-Topic des Tages: Media.de berichtet in der gehypten Causa Gauland vs. Boateng darüber, wie man die „Entlarvung eines Rassisten“ konstruiert, und wie dabei unter den Teppich fällt, dass die eherne Regel, dass aus Hintergrundgesprächen zwischen Politikern und Journalisten nichts veröffentlicht wird, außer der Politiker genehmigt dies ausdrücklich, für Politiker, die man in die Pfanne hauen will, natürlich nicht gilt. Und dass unter „Aufzeichnung“ eines Gesprächs nun auch eine handschriftliche Mitschrift zählen darf.

Beim Landesverband Berlin-Brandenburg des Deutschen Journalisten-Verbandes (!) kommentiert man den Vorgang durchaus deftig:

Die FAS sorgt gleich selbst in Twitter für die nötige Empörung, und ohne auch nur eine Bestätigung von Gauland zu haben und bar jeglicher Beweise für diese Aussage stürzt sich gleich das ganze Netz inkl. der Pseudoqualitätsmedien wie Spiegel, Zeit und unzählige weitere auf die Jagdbeute Gauland. Journalistische Grundsätze werden mittlerweile über Bord geworfen, falls es gegen die AfD geht. Gleichzeitig zeigen sich die gleichen Medien völlig überrascht, dass sie immer öfters als „Lügenpresse” beschimpft werden. […]

Seriöse Journalisten hätten Gauland das Zitat aus dem Hintergrundgespräch zur Autorisierung vorgelegt. Die beiden Journalisten waren aber wohl froh, dass sie etwas Neues für das AfD-Bashing gefunden hatten und es stand nicht ein seriöser Bericht, sondern nur der Jagderfolg im Vordergrund. […]

Ob es um 15 Minuten Ruhm ging oder ob eine politische Kampagne gegen die AfD gezündet werden sollte, ist jetzt völlig egal. Die FAS/FAZ hat sich ganz schön vergallopiert und der langfristige Schaden ist kaum abzuschätzen.