Kurznachrichten vom 18.06.2016

1: In Frankfurt will die SPD Schwimmzeiten nur für Frauen erheblich ausweiten aufgrund des wachsenden Bedürfnisses von Musliminnen, ohne das Beisein von Männern schwimmen gehen zu können. Ein Glück, dass jetzt niemand mehr ausgegrenzt wird.

2: Hadmut hat da zwei hübsche Beispiele über feministische Indoktrinierung im Unterricht gesammelt.

3: Ebenfalls bei Danisch habe ich den Hinweis auf diesen höchst amüsanten Artikel mit dem Titel „Wie sage ich es meinem Kind, dass die Biologie eine Scheibe ist?“ über die Genderista auf der Achse des Guten gefunden.

4: Die Bundesregierung hat den neuen Bildungsbericht 2016 herausgegeben. In ihrer Pressemitteilung wird herausgehoben, dass Kinder aus Migrationshintergrund deutlich schlechter abschneiden, und selbstverständlich auch Kinder aus ärmeren, bildungsfernen Schichten. Das wird eher unkritisch auch von den sog. Qualitätsmedien wiedergekäut, als Beispiel nur FAZ und SPIEGEL.

Tatsächlich ist natürlich die Benachteiligung von Kindern aus Migranten- und ärmeren Schichten zu beklagen. Kein einziges Wort dagegen verlieren die Verfasser des Berichts sowohl in der in der Pressemitteilung als auch in der Kurzzusammenfassung des Berichts über das Verhältnis von Jungen und Mädchen bei den Bildungschancen. In der Kurzzusammenfassung werden sage und schreibe 40 Punkte genannt, die als Zusammenfassung der „wesentlichen Ergebnisse“ aufgeführt werden. Kein einziger dieser Punkte befasst sich mich den Unterschieden zwischen den Geschlechtern. Die Langfassung, immerhin 366 Seiten stark, habe ich noch nicht gelesen, aber auch da weist kein einziger Punkt des Inhaltsverzeichnisses darauf hin, dass er sich auch mit dem Geschlechterverhältnis beschäftigen könnte.

Nachdem wir alle wissen, dass schon seit Jahren die Jungen zu den Bildungverlierern gehören, und nachdem dies in den Jahren zuvor, solange Mädchen noch zurück lagen, ständiges Hauptthema war, ist es schon frappierend, dass dies die regierungsamtlichen Bildungsforscher offensichtlich so gar nicht zu interessieren scheint. Ist man in dem Bereich mit der Situation völlig zufrieden und hält sie deswegen nicht für erwähnenswert? Will man vielleicht gar nicht auf bestehende Schieflagen hinweisen, weil das nicht ins offizielle Bild passt?

Es spricht Bände, dass dieser Aspekt von Bildungspolitik völlig kommentarlos unter den Tisch fällt, nachdem er jahrzehntelang ein Hauptaspekt war. Und dass das Journalisten in den Mainstream-Medien anscheinend nicht einmal auffällt und zur Nachfrage anregt, ist ebenfalls mehr als bezeichnend.

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3 Kommentare zu „Kurznachrichten vom 18.06.2016“

  1. ad (2) – schulische Indoktrinierung: bei meinem Sohn (derzeit 8. Klasse Gymnasium) lässt die Sozialkundelehrerein die Argumente für Diskussionen vom Blatt einstudieren. Die Schüler werden dann in Pro- und Contra-Parteien eingeteilt und sollen »debattieren«. Wie ein Theaterstück. Für die Harry-Potter-Kenner unter uns: mir kommt das vor wie Dolores Umbridges theoretischer »Defence against the Dark Arts«-Unterricht ohne jede praktische Übung.

    Kürzlich kam die Frauenquote dran: Grundlage war ein Zeitungsartikel pro Quote. Als Gegenargument war zwar »Dadurch werden Männer diskriminiert« vorgesehen, ohne aber irgend eine inhaltliche Argumentationssubstanz dafür anzubieten. Und für die Entwicklung eigener Argumente bekam die Klasse genau eine Minute Zeit. Meiner Einschätzung nach noch nicht ganz Indoktrination, aber schon etwas in Richtung »betreutes Denken«.

    Bei den von Danisch genannten Beispielen wäre allerdings interessant zu wissen, ob die Eltern sich das bieten lassen. Würde mein Kind vor die Tür gestellt, weil es *argumentiert*, stünde ich bei der nächsten Gelegenheit beim Rektor auf der Matte. Und auch bei dem Theaterstück würde ich wohl wenigstens ein klärendes Gespräch mit der Lehrkraft führen wollen. Vielleicht ist die »Suche nach dem Vater« ja positiv und »empowernd« gemeint.

  2. Nachtrag: der Bildungsplan Baden-Württembergs für Biologie ist ja wohl entschärft worden. Der Rektor unserer Schule hat bei einer passendeN Gelegenheit durchblicken lassen, dass er froh über die Proteste dagegen war, weil sonst (sinngemäß wiedergegeben, er hat es sehr diplomatisch formuliert) die wissenschaftliche Qualität des Unterrichts erheblich gelitten hätte. Insofern möchte ich positiv vermerken, dass nicht überall bloß Opportunisten unterwegs sind.

  3. Zwei Anmerkungen:
    1. Bei uns im NICHTgymnasialen Sek 1 / Sek 2 Bereich gibt es mittlerweile eine (unausgesprochene, aber bei Bewerbungen gehandhabte) Männerquote, weil tatsächlich, wie beschrieben, Frauen als Lehrkräfte überwiegen. Zum Nachteil der Jungs, die männliche Vorbilder brauchen.
    2. Klar sind die beschriebenen Beispiele von Indoktrinierung in Ethik & Co ein absolutes No Go, aber tatsächlich ist es für jeden Lehrer unmöglich, „meinungsneutral“ zu unterrichten. Hier ein Artikel dazu:
    https://schulesocialmedia.com/2014/08/31/schulen-und-linke-ideologie/
    Selbst wenn ich mich um Neutralität bemühe (was ich tue), bekommen die Schüler ab einem bestimmten Alter durchaus mit, wo die Lehrermeinungen liegen, und das nicht nur im gesellschaftswissenschaftlichen Unterrricht – ja, sie fragen sogar danach. Der Trost (denn ich will ja nicht indoktrinieren, sondern Mündigkeit erzeugen) ist, dass ich nicht der einzige Mensch mit Standpunkten bin, dem die Schüler ausgesetzt sind. Beim Kollegen lernen sie wieder eine völlig andere Meinung kennen.
    Dass die Schnepfe von Ethiklehrerin stringente Argumentation ihrer fast volljährigen Schüler nicht ertragen kann und als persönlichen Affront sieht, ist hoffentlich die Ausnahme ^^ In der Regel sollte sich jeder Lehrer über so etwas freuen. Pro- und Contra Zusammenstellungen sind ein absolutes MUSS, und natürlich sollte jeder immer SEINE Meinung vertreten dürfen. Bei mir gibt es jedenfalls in „Meinungsfragen“ volle Punktzahl für eine Ansicht, die zwar meiner widerspricht, aber gut durchargumentiert ist.

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