Kurznachrichten vom 13.06.2016

1: Der Fall Gina Lisa Lohfink war einer der Aufreger der letzten Tage. Sie hat einen Strafbefehl über 24.000 Euro wegen falscher Verdächtigung erhalten, weil sie zwei Männer der Vergewaltigung bezichtigt hatte, und kämpft nun vor Gericht dagegen. Feministinnen spangen sofort bei und sangen beim Hashtag #TeamGinaLisa das Hohelied der Definitionsmacht. Und wiederholten wie immer den Nonsens, dass ein Nein nicht ausreiche, um wegen Vergewaltigung zu verurteilen. Ich kann nicht beurteilen, ob da wirklich eine Vergewaltigung stattgefunden hat, denn ich habe nicht mal das öffentlich zugängliche Video gesehen, geschweige denn die längere Form, die nur den Prozessbeteiligten bekannt ist.

Gut finde ich an dem Fall, dass das Thema Falschbeschuldigung und die Möglichkeit, dass eine solche auch ernsthafte Folgen haben kann, endlich einmal breit diskutiert wird. Blöd nur, dass das evtl. tatsächlich der falsche Fall dafür ist. So wie ich die bisherigen Infos bewerte, ist das beileibe nicht so komplett einvernehmlich abgelaufen. Die andere Frage ist natürlich, ob man das auch beweisen kann. Den Vogel abgeschossen hat für mich da aber Lohfinks Anwalt Burkhard Benecken mit der Aussage:

„Dass Gina mit ihrer Beschwerde vom Opfer zur Täterin gemacht wird, ist ein katastrophales Signal an jedes Mädchen, das eine Straftat anzeigen möchte“, sagt er. „Wenn du nicht einmal sagen darfst, wie du selbst eine Tat erlebt hast, wenn du deine eigene Wahrnehmung nicht schildern darfst, ohne zu riskieren, dafür angezeigt zu werden, dann werden künftig noch weniger Frauen zur Polizei gehen.“

Ähm, nein. Man kann nicht einfach rumlaufen und jedem, der es nicht hören will, verklickern, dass man von dem oder jenem vergewaltigt wurde, ohne dass man es beweisen kann. Wenn man jemand einer schweren Straftat bezichtigt und das nicht beweist, dann ist das Verleumdung und Rufschädigung. Da beißt die Maus keinen Faden ab und das sollte ein Anwalt auch wissen.

Wenn wir Männer bei einer solchen Angelegenheit etliche Jahre Knast riskieren, ist es nur recht und billig, wenn die Frauen da immerhin ein paar Tagessätze riskieren, die bei Frau Lohfink wohl auch ziemlich üppig ausgefallen sein dürften, was den doch ziemlich teuren Strafbefehl erklären würde.

In einem Punkt muss ich allerdings den Feministinnen beipflichten: Das bisherige Vorleben von Frau Lohfink mit Pornodrehs, Parties, diversen Liebhabern und sonstigem Lotterleben kann in keinem Punkt ein Argument dafür sein, ihr von vorneherein nicht zu glauben. Auch ein Halbwelt-Girl und Pornosternchen hat ein Recht darauf, eine Vergewaltigung anzuzeigen, wenn es denn eine war. Das sollte eigentlich selbstverständlich sein.

2: Seit einigen Tagen gibt es in München Ärger um ein überdimensioniertes Werbeplakat für Bademoden am Marienplatz. Für die SZ ist das natürlich Sexismus. Da das Plakat direkt gegenüber vom Rathaus steht, von dem aus man den freien Blick darauf hat, ist die Gleichstellungsbeauftragte besondern pikiert. Offensichtlich würde sie lieber die beschaulichen Bau-Container betrachten, die von dem Plakat verdeckt werden, weil dort gerade Hugendubel seine Filiale umbaut.

3: Allzu verhüllt will man es in Bayern dann doch nicht haben. Ärger gibt es nämlich auch um ein Burkini-Verbot im Schwimmbad Neutraubling. Und schon wird dem Bürgermeister Rassismus vorgeworfen. Bei der Welt setzt Hermann Weiß die beiden Ärgernisse in Zusammenhang und kommentiert, wie heldenhaft die Grüne Jugend das Recht von Frauen verteidigt, sich selbst unsichtbar zu machen.

4: Wir bleiben auch gleich beim Thema, aber um einige intellektuelle Level darüber: Einen überaus lesenwerten Essay von Magnus Klaue darüber, wie sich islamische und „antisexistische“ Prüderie derzeit die Hand geben, habe ich bei der Redaktion Bahamas gefunden. Ein Auszug:

Alle politischen Initiativen, die seither als Reaktion auf die Vorfälle von Köln angekündigt oder schon durchgesetzt wurden, dienen dieser Versöhnung: die Schaffung juristischer Grundlagen zwecks schnellerer Abschiebung „krimineller Asylanten“, was am allerletzten die Angehörigen des Kölner Mobs treffen wird, denen sich in den seltensten Fällen individuell Straftaten werden nachweisen lassen, sondern Gelegenheitsdiebe und andere Kleinkriminelle, die durch ihr gesellschaftlich völlig bedeutungsloses Fehlverhalten den Anspruch auf Hilfe durch die Volksgemeinschaft verspielt haben; die Verschärfung des Sexualstrafrechts, mit der sich gegen die Etablierung der Taharrush gamea auf europäischen Großstadtplätzen nichts ausrichten lässt, die aber jedem Migranten, der aus Unsicherheit oder Unwissen im Café oder in der Diskothek die falsche Frau zu früh an falscher Stelle berührt, die erhoffte bessere Zukunft zerstören kann; das geplante Verbot „sexistischer Werbung“, von dem sich schon gar nicht mehr sagen lässt, ob es eher antisexistischen oder islamischen Sittenwächtern gefallen will und das die letzten Spuren jener Liberalität aus dem öffentlichen Raum zu tilgen hilft, die nicht wenige Migranten überhaupt erst zur Einwanderung motiviert hat.

5: Arne Hoffmann durfe ja mal wieder im Fernsehen auftreten. Immerhin durfte er seine Positionen halbwegs unverfälscht darlegen. Aber wie auch bei dem berüchtigten SZ-Artikel hat man natürlich wieder ein abschreckendes Beispiel, eine schlechte Karikatur eines angeblichen Männerrechtlers namens „Manfred“ dagegenstellen müssen. Und selbstverständlich darf man einen Männerrechtler nicht einfach so reden lassen, ohne dass irgendwer die feministische Gegenposition vertritt und das alles für Unfug erklärt. Wie die Machtverhältnisse sind, erkennt man alleine schon daran. Dass man im deutschen Fernsehen immer dann, wenn eine Feministin ihre Positionen darlegt, gleich einen Maskulisten nach der Gegenposition befragt, ist schlicht unvorstellbar. Immerhin hat auch die Gleichstellungstante dem Klischee einer Feministin total entsprochen.

6: Reason TV nimmt die Vorstellung aufs Korn, dass alleine die Tatsache, dass Hillary Clinton eine Frau ist, schon ein Argument dafür sei, sie zu wählen.

7: Vorsicht, Parodie: Social Justice Warriors in a nutshell, erklärt in neun Sekunden:

8: Weitgehend OT: Angesichts des Massakers von Orlando macht sich Spiegel Online mal so richtig zum Horst. Erst steht da noch:

Der Kongressabgeordnete Adam Schiff – ein Demokrat, der im Geheimdienstausschuss sitzt und normalerweise nicht zu politischer Panikmache neigt – sagt auf CNN später, er habe gehört, der mutmaßliche Täter habe der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) einen Treueschwur geleistet. „Dies sieht aus wie radikaler Islam“, sagt auch sein republikanischer Kongresskollege Devin Nunes, der gut informierte Vorsitzende des Geheimdienstausschusses.

Nur um zwei Absätze später folgenden Satz rauszuhauen:

Warum der Täter – im Juni, dem „Gay Pride Month“ – einen Nachtklub für Schwule und Lesben wählte, bleibt unklar.

Man findet sicher wieder haufenweise Mäuse, die den Porzellanladen zerdeppern, wenn man den Elefanten einfach nicht sehen will.

9: Noch schnell ein Nachtrag: Eine Niederländerin bringt in Katar eine Vergewaltigung zur Anzeige. Stattdessen wird sie wegen wegen außerehelichen Geschlechtsverkehrs festgenommen. Noch keine Reaktion von feministischer Seite zu hören. Vermutlich will man der falschen Seite nicht in die Hände spielen.

Werbeanzeigen

23 Kommentare zu „Kurznachrichten vom 13.06.2016“

  1. @aranxo:

    Da beißt die Maus keinen Faden ab und das sollte ein Anwalt auch wissen.

    Da können wir alle Gift drauf nehmen, dass der Anwalt das weiß. Aber der Job eines Strafverteidigers ist es nun mal, im Sinne des Beschuldigten parteilich zu sein. Und solange eine gute Chance besteht, dass die Rhetorik vom Angriff auf alle Vergewaltigungsopfer öffentliche Resonanz findet, dürfen wir damit rechnen, dass sie auch angewandt wird.

    1. Mir lag das Wort „Mietmaul“ schon auf der Zunge. Allerdings darf man das Anwälten nicht vorwerfen. Es ist eben ihr Job, für ihre Mandanten das bestmögliche herauszuholen. Auch mit manchmal unlauteter Argumentation.

  2. Nach islamischem recht braucht es vier Zeugen, um eine Vergewaltigung anzuzeigen. Wenn eine Frau das tut, ohne vier Zeugen voweisen zu können, gilt es praktisch als Eingeständnis von außerhelichem Sex. In sofern ist die Verurteilung konsequent.

    1. Großartig, irgendwas mal aufgeschnappt und weitergetratscht. Was kommt raus? Stille Post. Man braucht vier Zeugen wenn man jemand der Unzucht (keine Vergewaltigung) beschuldigt. Vier Menschen müssen den eigentlichen Geschlechtsakt gesehen haben.
      Schweigen (besonders bei Halbwissen) ist leider kein Gold mehr in Deutschland, sondern eher Rost. Jeder muss unbedingt seinen Senf dazugeben. Ob es am Ende stimmt ist eigentlich egal, besonders beim „bösen“ Islam.

      1. „Vier Menschen müssen den eigentlichen Geschlechtsakt gesehen haben.“

        Und Steinigen, ist das „böse“?

      2. Das widerspricht sich doch nicht. Wenn die Frau die Unzucht selbst zugibt (indem sie eine Verwaltigung anzeigt), braucht es doch gar keine vier Zeugen mehr.

      3. Mit anderen Worten, @aranxo, auf Vergewaltigung gibt´s die Todesstrafe, aber zuallererst für das Opfer!

        Ausserdem wage ich mal zu bezweifeln, dass die Zeugen den Geschlechtsakt gesehen haben müssen. Bitte mal die Sharia zitieren diesbezüglich, @saxhida.

        Und wie steht ihr zur Steinung als Bestrafungsform? Die Leute wollen sowas wissen ….

  3. @ aranxo

    „Wir bleiben auch gleich beim Thema, aber um einige intellektuelle Level darüber: Einen überaus lesenwerten Essay von Magnus Klaue darüber, wie sich islamische und „antisexistische“ Prüderie derzeit die Hand geben, habe ich bei der Redaktion Bahamas gefunden.“

    Einen Artikel aus der Bahamas, der lesenswerte Passagen enthält, hatte ich kürzlich auch bei „Alles Evolution“ verlinkt und z.T. kommentiert, nämlich diesen hier zur Kritik an der neo-rassistischen, politisch korrekten Critical Whiteness-Ideologie:

    http://www.redaktion-bahamas.org/auswahl/web67-1.html

    Und in der aktuellen Ausgabe der Bahamas finden sich offenbar noch zwei Artikel, die im Hinblick auf eine Kritik der vorherrschenden Form linker Political Correctness vielleicht interessant sein könnten, aber nicht im Netz verfügbar sind. Auf ihrer Homepage steht:

    – Alles Rassisten außer Mutti. Was ein Freiburger Diskriminierungsskandal über den deutschen Pseudouniversalismus namens Antidiskriminierung verrät. Von Jörg Huber

    und

    – Der sogenannte Netzfeminismus ist Avantgarde und Abklatsch zugleich. Knut Egbers und Martin Stobbe würdigen diesen virtuellen Infantilismus und seinen regressiven Charakter.

    http://www.redaktion-bahamas.org/index.html

    Ich werde mir diese Bahamas-Ausgabe bei Gelegenheit mal besorgen, mal schauen wie die Artikel sind.

    Die Bahamas ist eine Zeitschrift der antideutschen Linken.
    Ich bin in politischer Hinsicht wesentlich libertärer Sozialist und lehne die Antideutschen eigentlich genauso ab wie ihre Gegenspieler, die Antiimps (Antiimperialisten), aber dort wo es Teilwahrheiten bei ihnen gibt, versuche ich diese zu berücksichtigen, so wie ich dies bei zahlreichen anderen politischen Strömungen natürlich auch tue.

    Und eine Sache, die man den Antideutschen trotz manchem Stuss, den sie ansonsten zum Teil erzählen, m.E. als Errungenschaft zugute halten muss, ist, dass sie bisher die einzige linke Strömung sind, die als ganze Strömung eine systematische Kritik der innerhalb der zeitgenössischen Linken vorherrschenden Form (vulgär-)poststrukturalistisch/postmodern fundierter Political Correctness entwickelt haben.

    Kritiker der postmodernen Political Correctness oder von Teilaspekten davon oder von einzelnen Ideologien wie Gender-Feminismus, Critical Whiteness oder Kulturrelativismus/Multikulturalismus, die mit der postmodernen PC zusammenhängen gibt es zwar in vielen linken Strömungen, aber meist handelt es sich dabei um wenige Personen. Bei den Antideutschen hingegen ist Kritik an der postmodernen PC typisch für die gesamte Strömung, diese Kritik ist Teil ihrer allgemeinen Theoriebildung und allgemeinen Positionen. Die Antideutschen sind Kritiker des Poststrukturalismus und lehnen Gender-Feminismus, Critical Whiteness und Kulturrelativismus/Multikulturalismus ab. Der Ablehnung von Gender-Feminismus, Critical Whiteness und Kulturrelativismus/Multikulturalismus stimme ich natürlich zu.

    Die PC-Kritik der Antideutschen erfolgt zwar manchmal auch ausgehend von weltanschaulichen Positionen, die ich ebenfalls ablehne, aber manchmal erfolgt sie durchaus auch aus einer rationalen und universalistischen Argumentationsperspektive – und wenn Letzteres der Fall ist, sind ihre Argumentationen diesbezüglich meist lesenswert und enthalten m.E.einiges Zutreffende und Rezeptionswürdige.

    Für die Entwicklung einer fundierten und systematischen linken Kritik an der innerhalb der zeitgenössischen Linken zur Zeit vorherrschenden Form postmoderner Political Correctness wird man um eine kritische Rezeption der Vorarbeit, die die Antideutschen hier geleistet haben, m.E. nicht herumkommen, auch wenn man deren eigene spezifische ideologische Positionen ansonsten ablehnt, denn die Antideutschen haben schon systematische Kritiken an den theoretischen Grundlagen von Poststrukturalismus und postmoderner PC entwickelt bevor linke Männerrechtler dies getan haben und dort wo die Antideutschen diesbezüglich gut begründete Kritiken aus rationaler und universalistischer Perspektive erarbeitet haben, die auch aus links-maskulistischer Perspektive als zutreffend bewertet werden können, wäre es ja unsinnig zu versuchen das Rad neu zu erfinden.

    1. @Leszek:

      … wird man um eine kritische Rezeption der Vorarbeit, die die Antideutschen hier geleistet haben, m.E. nicht herumkommen …

      Was mich an diesem linken Meinungszoo so irritiert ist, dass er für so viele Beteiligte offenbar identitätsstiftend ist. Von den Standpunkten, die ich vertrete, sind manche eher links und manche eher liberal, und wenn ich nach meiner Selbstverortung gefragt werde, sage ich halt »linksliberal«, weil ich glaube, dass das am besten passt.

      Aber es ist mir noch nie in meinem Leben in den Sinn gekommen, dass »Links sein« (oder »liberal sein«) etwas mit meiner Identität zu tun haben könnte. Ich habe eigentlich immer bloß versucht, gute Argumente von schlechten Argumenten zu unterscheiden, und falls ich jemals der Meinung sein sollte, dass ein »rechtes« Argument ein gutes Argument ist, würde ich es ebenfalls verteidigen.

      Und ebensowenig käme es mir in den Sinn, ein Argument allein darum abzulehnen, weil es (beispielsweise) von »Antideutschen« stammt. Mich interessiert in erster Linie, mit wem man reden und diskutieren kann und mit wem nicht. Das schließt sogar Feministinnen ein – nur dass man mit denen darum so schlecht diskutieren kann, weil sie echte Diskussionen nicht nötig haben, solange sie Teil der herrschenden Diskurse sind.

    2. Da habe ich doch glatt die Verlinkung des Artikels vergessen. Soeben nachgetragen.

      Das Inhaltsverzeichnis habe ich auch gesehen, aber trotzdem Danke für den Hinweis, auch für die anderen Leser. Die beiden anderen Artikel, die Du erwähnst und die leider nicht online sind, würden mich natürlich auch brennend interessieren.

      Ich halte es schon seit langem so, dass ich alles lese, egal aus welcher politischen Richtung, von Compact bis Konkret und Jungle World, ich höre allen zu, von AfD bis zu den Linken. Wenn ein guter Gedanke dabei ist, dann sollte man in der Lage sein, den festzuhalten und den ideologischen Müll drumherum wegzuräumen.

      Ich betrachte mich immer noch als links-libertär, wahlweise auch als links-konservativ, wie das Peter Sloterdijk neulich so schön ausgedrückt hat. Es ist ja heute inzwischen konservativ, wenn man die ehemals linken Errungenschaften von Universalismus und Egalitarismus gegen die intersektionale Privilegientheorie verteidigen muss, die nichts anderes fordert als Sonderrechte – sprich Privilegien – für nominell marginalisierte. Oder die Werte von Aufklärung und Menschenrechten verteidigen muss gegen den zunehmenden Einfluss des Islam auf die westliche Welt. Oder die hart erkämpfte sexuelle Freizügigkeit gegen die neue Prüderie.

  4. @Geschlechterallerei

    Du schreibst: „Blöd nur, dass das evtl. tatsächlich der falsche Fall dafür ist. So wie ich die bisherigen Infos bewerte, ist das beileibe nicht so komplett einvernehmlich abgelaufen.“

    Also, ich finde, es gibt ja doch sehr starke Indizien dafür, dass eine Falschbeschuldigung abgelaufen ist.

    1. Gina Lisa sagt, dass ihr vermutlich KO-Tropfen verabreicht worden sind; ihr sei bereits 2x im Leben KO-Tropfen verabreicht worden und es habe sich ähnlich angefühlt.
    Ein 11-seitiges Gutachten kommt zum Schluss, dass dem nicht so ist.
    2. Gina Lisa schreibt nach dem Vorfall einem Teilnehmer folgendes per SMS: „„Geht’s dir gut? Vermisse dich.“

    3. Die Staatsanwaltschaft kommt aufgrund der Videos zur Einschätzung, dass sie Gina Lisa orientiert und aktiv verhalten habe.

    4. Das „Hör auf“ von Gina Lisa bezieht sich nach der Staatsanwaltschaft auf die Handy-Videoaufnahmen, mit denen sie offenbar nicht einverstanden war. Nun, was eine einzelne Sinneinheit hier „hör auf“ wirklich bedeutet, erschliesst sich vielfach erst, wenn man den gesamten Kontext einbezieht.

    5. Wenn man weiss, wie selten falsch Verdächtigungen angeklagt werden, dann muss sich die Staatsanwaltschaft immerhin so sicher gewesen sein, dass die Wahrscheinlichkeit, dass sie verurteilt wird, höher ist als keine Verurteilung.

    Also sooo zweifelhaft scheint mir nun eine Falschbeschuldigung auch wieder nicht zu sein.

    1. Zu Punkt 1 ist zu sagen, dass dieses Gutachten nichts wert ist, denn es wurde m.W. erst Wochen nach dem Vorfall gemacht. Dass man da keinen Nachweis mehr führen kann, braucht keinen zu verwundern.

      Aber ich gebe Dir im Prinzip recht. Alleine die Tatsache, dass der Prozess geführt wird, deutet angesichts des gesellschaftlichen Klimas, das von feministischen Shit-Storms geprägt ist, darauf hin, dass etwas dran ist am Vorwurf der Falschbeschuldigung. Man könnte also das beliebte feministische Argument auch mal rumdrehen und sagen: Alleine daran, wie groß der Aufruhr und die einseitige Parteinahme für Lohfink durch das feministische Establishment ist, erkennt man, wie wichtig eine Verurteilung wegen Falschbeschuldigung ist. 😉

      Pikant an der Sache ist ja auch, dass sowohl Richterin als auch Staatsanwältin weiblich sind. Wahrscheinlich geht das auch nur so. Ein Mann könnte sich eine Verurteilung wg. Falschbeschuldigung derzeit gar nicht erlauben, ohne als Agent, Büttel und Vollstrecker des Patriarchats gebrandmarkt zu werden.

      1. @aranxo

        Das Gutachten war ja keine Urin-, Blut-, oder Haaranalyse, sondern der Gutachter erstellte das Gutachten anhand der Video-Schnipsel und er war offenbar eine Koryphäe, was KO-Tropfen anbelangt. Lohnfink hätte ja das Gutachten anfechten lassen können, wie sie auch die Einstellung des Verfahrens hätte anfechten lassen können – wurde aber offenbar nicht gemacht.

    2. Auf Cuncti wurde von nem Rechtsanwalt der Fall von nem Professor beschrieben der 2009 seine Kollegin begrapscht haben soll und dafür jetzt in erster Instanz zu 1,5 auf Bewährung verurteilt wurde… ich gehe mal davon aus das das in der Berufung kassiert wird.

      Aber wenn ich mir da jetzt obigen Fall im Vergleich durchlese…. und dann die Anzahl der Anklagen wegen Falsch Beschuldigung nach Vergewaltigungsvorwürfen… entweder hatten Richterin und Staatsanwältin nen ordentlichen Hass auf Frau Fink oder es war wirklich so deutlich eine falsch Beschuldigung das die einfach nicht anders konnten.

  5. Was die Vergewaltigung in Katar betrifft, so ist das Opfer mit einer geringen Geldstrafe davon gekommen.
    Das man den Vorfall durchaus als Vergewaltigung angesehen hat, kann man an der Strafe für den Täter ablesen – der bekommt nämlich 140 Peitschenhiebe!

    http://shortnews.de/id/1203825/katar-touristin-wurde-vergewaltigt-vergewaltiger-erhaelt-140-peitschenhiebe

    Eine derart hohe Anzahl ist lebensgefährlich und kann zum Tod des Vergewaltigers führen.

    Aber nur die Strafe der Niederländerin wird hervorgehoben, die des mutmaßlichen Täters (er hat die Tat bestritten) wird – wenn überhaupt – meist nur am Schluss mit einem Halbsatz erwähnt.

  6. Ich kapiere das mit dem Plakat in München nicht, das ist ne stink normale Werbeanzeige für nen stink normalen 08/15 Bikini. Und ist München nicht die Stadt mit dem FKK_Bereich im Englischen Garten?, Und dem Oktoberfest bei dem etlichen Frauen fast die Oberweite aus dem Dirndel springt?
    Und die Regen sich wegen einem Werbeplakat für den Bikini auf?
    Ernsthaft?

  7. „Wir bleiben auch gleich beim Thema, aber um einige intellektuelle Level darüber: Einen überaus lesenwerten Essay von Magnus Klaue…“

    Hier ist noch ein m.E. lesenswerter Artikel von ihm. Es geht um eine Kritik an dem gender/queer-feministischen Critical Hetness/Knutschverbot-Schwachsinn:

    Magnus Klaue – Das gelebte Nichts
    I
    http://www.konkret-magazin.de/aktuelles/aus-aktuellem-anlass/aus-aktuellem-anlass-beitrag/items/das-gelebte-nichts.html

    Ein paar Passagen aus dem Artikel:

    „Wer noch Zweifel daran hegt, daß der auf ungeteilte Freiheit zielende Anspruch der Frauen- und Homosexuellenbewegung unter den Vorzeichen von Gender und Queerness zugunsten einer identitären Cliquen- und Blockwartpolitik preisgegeben wird, die im Namen von »Definitionsmacht« und »Heteronormativitätskritik« den an sich und der Welt verrückt gewordenen Restsubjekten erlaubt, ihren Voluntarismus mit dem guten Gewissen moralisch Größenwahnsinniger auszuleben, der sollte ein paar Stundenmit der Lektüre des Blogs »Mädchenmannschaft« (maedchenmannschaft.net) verbringen.

    (…)

    Und »Katze« plaudert sogar offen aus, daß der zerqueerte Feminismus unter dem Alibi von Respekt und Sensibilität die häßlichsten Wünsche autoritärer Pädagoginnen von anno dazumal erfüllt: »Eine Lehrerin hatte zu uns damals in der siebten Klasse mal gesagt, wir sollen doch bitte nicht auf dem Schulhof rumknutschen, das koennte Menschen verletzen, die gerade Liebeskummer o.ae. haben. Damals haben wir ueber sie gelacht, heute kann ich es sehr gut nachvollziehen. Auch wenn man vielleicht nicht direkt weiss, wie man es konkret in die Tat umsetzen soll, so finde ich, allein schon der Schritt des Reflektierens, Hinterfragens und darueber Nachdenkens ein sehr wichtiger. Privilegien sollten immer hinterfragt werden!«
    Daß in der vernunftverhafteten Normsprache ein Privileg einen illegitimen Vorteil bezeichnet, der einer dadurch über eine Mehrheit sich erhebenden Minderheit zukommt, und daß es bei dem wichtigtuerisch so genannten »Hinterfragen von Privilegien«, das die Queer-Community betreibt, im Gegenteil darum geht, von einer Mehrheit gepflegte Verhaltensweisen im Namen von Sonderrechten zu sanktionieren, also für das eigene, zum lebensnotwendigen Identitätsmerkmal hypostasierte Minderheitendasein Privilegien zu schaffen, um der »heteronormativen« Mehrheit im Namen minoritärer Empfindlichkeiten allerlei Verhaltensmaßregeln aufzwingen zu dürfen– das sind fast schon Petitessen angesichts der Mischung aus Idiotie und Dreistigkeit, mit der sich geschlechterpolitisch progressiv dünkende Menschen ihr neuerwachtes Verständnis für die Sexualfeindlichkeit der Großelterngeneration bekunden.

    (…)

    Während die kleinbürgerliche Prüderie das transzendierende Moment des Sexus in der Mahnung, ihn nicht allzu deutlich zur Schau zu stellen, zumindest negativ festhält, zielt die nachbürgerliche Prüderie darauf, alle noch vorhandene Restlust in die Affirmation der totalisierten Lustlosigkeit zu verwandeln, die ohnehin Status quo ist. Deshalb können Queere, obwohl sie Homosexuelle als Minorität politisch mitzuschleppen suchen, auch mit schwulem und lesbischem Begehren letztlich nichts anfangen, einfach, weil es überhaupt noch ein spezifisches, an spezifische Objekte sich heftendes Begehren ist.

    (…)

    Gemäß der als »Definitionsmacht« kodifizierten Regel, daß jeder Wahn respektiert werden muß, solange die von ihm Befallenen an ihn glauben, ist man der Definition von »Aven« zufolge asexuell, »wenn man sich selbst so sieht«.“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.