Kurznachrichten vom 17.05.2016

1: Die TAZ sorgt sich um Männer, die durch Sexualstraftatsbeschuldigungen voreilig verurteilt werden könnten. Allerdings nur um nicht-weiße Männer, bei weißen hat sie kein Problem damit. Schrägerweise trägt der Kommentar auch noch den Titel „Selbstbestimmung ja, Rassismus nein“.

2: Volker Beck is back und deckt schon wieder haarsträubende Skandale über homophobe Behördenformulare auf. Migrantengewalt gegen Schwule interessiert ihn dagegen nicht so sehr, wie der ebenfalls schwule Publizist Dr. David Berger meint.

3: Schauspielerin Emma Watson („Harry Potter“) und Botschafterin der UN-Kampagne #HeForShe, taucht in den Panama Papers mit einer eigenen Briefkastenfirma auf. Selbstverständlich hat sie das nach eigener Aussage, wie alle anderen auch, die dort Briefkastenfirmen haben, niemals zur Steuerhinterziehung benutzt.

4: Sexspezialistin Erika Berger ist tot. Die älteren unter uns werden sich noch an ihre Sexratgebersendung auf RTL in den 80ern in den Anfangszeiten des Privatfernsehens erinnern.

5: Gunnar Kunz fasst auf seinem Blog „Das Alternativlos-Aquarium“ die alltägliche Verzerrung von Nachrichten zusammen, mit der männliches Leid, aber auch männliche Erfolge kleingeredet und das weibliche Leiden an der Welt überhöht wird.

6: Gestern gab es ziemlichen Zoff innerhalb der Antifa. Da fühlt sich eine Genoss_in von einem Genoss_en irgendwie dumm angemacht und gemobbt (was genau der Herr sich hat zu Schulden kommen lassen, bleibt im Unklaren) und outet ihn in einem Wutanfall mit Klarnamen und Wohnbezirk. Woraufhin sie von anderen Genoss_en zusammengefaltet wird, denn Veröffentlichung von Klarnamen und Adresse eines Mitkämpfers geht nun mal gar nicht, die könnten ja persönlichen Gefahren ausgesetzt sein. Sowas macht man schließlich nur mit Besuchern von AfD-Parteitagen, also dem politischen Gegner. Die Genoss_in muss sich schließlich entschuldigen, nicht ohne noch einen Seitenhieb auf die „Macker-Fa“ loszulassen.

Dass eine Macker-Antifa gezielt mit Masku-Taktiken Marginalisierte angreift hat sich allerdings in diesem Fall zu ganz neuen Sphären hochgeschaukelt. […] My Antifa will be feminist or it will be Bullshit. Ihr seid also auch nicht meine Genossen und hiermit von allen Mariokart-Abenden in meiner Wohnung ausgeschlossen, ätsch.

Ein wirklich bezaubernder Einblick in eine fremde Welt. Meine Fresse, was bin ich froh, dass ich nicht in so einer selbstzerfleischenden Szene bin, wo jeder falsche Satz zum Ausschluss führen kann. Ähm, wait… Na gut, so schlimm wie die sind wir nicht.

7: OT-Thema des Tages: Die SPD hat offensichtlich die nächsten Bundestagswahlen schon verloren gegeben. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Parteichef Gabriel schlägt „generös“ vor, den Kanzlerkandidaten per Mitgliederentscheid wählen lassen, obwohl er selbst ja den ersten Zugriff darauf hätte. Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz hat da aber keine Lust drauf und schubst ihn nach vorne in die erste Reihe. Da hat wohl keiner Lust, der Loser zu sein, der das historische Tief von irgendwas um die 20% einfahren will. Wobei fraglich ist, wozu man angesichts dieser Aussichten überhaupt einen Kanzlerkandidaten braucht, denn offensichtlich würde es nicht mal mehr für Rot-Rot-Grün reichen, selbst wenn man sich auf die Linken einlassen wollte. Auf der anderen Seite wäre es erst recht ein Eingeständnis von vorheriger Aufgabe, keinen Kanzlerkandidaten zu küren bzw. ihn verschämt Spitzenkandidaten zu nennen. Aber wenn schon der Parteichef zum Jagen getragen werden muss, verdeutlicht das mehr als klar das Elend der Partei.

8: Mal wieder ein hübscher Comic zum Schluss:

manspreading

 

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