Kurznachrichten vom 23.02.2016

1: Monika Ebeling, ehemalige Gleichstellungsbeauftrage von Goslar, startet eine Kampagne „Ein Herz für Männer“.

2: Transfrau Caitlyn Jenner hat es sich angeblich anders überlegt und will nun wieder Bruce sein, berichtet zumindest die Plattform mobilelikez.com. Aber da ich diese Plattform nicht kenne und ich keine Bestätigung finden konnte, könnte das auch Satire oder sonstiger Nonsens sein.

3: Bei Novo Argumente setzt sich Monika Frommel mit Hillary Clinton und deren strategischen Ausrichtung auf Feminismus auseinander und erklärt, warum das nicht so ganz funktioniert.

4: Als Gegensatz zu dem Browser-AddOn “Binnen-I be gone” , das sogenannte gensersensible Sprache aus Webseiten entfernt, gibt es auch ein JavaScript-Tool namens Alex, das schon beim Schreiben unsensible und taktlose Sprache beim Schreiben anmeckert.

Whether your own or someone else’s writing, alex helps you find gender favouring, polarising, race related, religion inconsiderate, or other unequal phrasing.

  1. boogeyman may be insensitive, use boogey instead
  2. slaves / master may be insensitive, use replica / primary instead
  3. he may be insensitive, use they, it instead
  4. cripple may be insensitive, use person with a limp instead
  5. Don’t use “nigger”, it’s profane
  6. policeman may be insensitive, use officer, police officer instead

Die beiden letzten Bespiele habe ich selbst ausprobiert. Immerhin werden nur Vorschläge gemacht und man darf immer noch schreiben, was man will.

5: Hadmut Danisch nimmt eine Studie auseinander, nach der bei GitHub Programmiererinnen diskriminiert würden, weil ihre Änderungen öfters von Projektleitern abgelehnt würden. Golem, die BBC und der Standard hatten eher unkritisch berichtet. Die Emma machte daraus sogar die steile These, dass Frauen die besseren Programmierer seien.

Das heißt, sie zählen einfach aus, wieviele Requests akzeptiert wurden, scheren sich aber überhaupt nicht darum, was Inhalt und Qualität der Änderungen war und warum sie abgelehnt wurden.

Es ist halt wie immer: Eine Korrelation ist noch keine Kausalität. Sowas muss man genauer untersuchten. Genauso gut (oder falsch) könnte man sagen, dass damit der Beweis erbracht wäre, dass Frauen schlechter programmieren können, denn ihre Bugfixes taugten ja nichts. […]

Da hätte man eben mal ihre Bugfixes anschauen müssen. Vielleicht waren die ja allesamt Murks. [Rachel Nabors] oder jemand gleichen Namens unterhält bei Github mehrere Repositories, aber nach Programmierkunst sehen die alle nicht aus. Scheint sich mehr auf Comic-Zeichnen zu verstehen und das Ziel zu verfolgen, Benutzerschnittstellen durch Comic-Animationen zu verschönern. Ich bekomme da so eine entfernte Ahnung, was die vielleicht unter Bugfix so versteht.

Unklar ist dabei auch, wieso sie eigentlich Github Pull Requests mit Programmieren gleichsetzen. Denn viele – vor allem feministisch motivierte – Frauen kümmern sich nicht um den Code, sondern um irgendwelche Texte, Übersetzungen, oder vielleicht Änderungen an User Interfaces, die aber eben auch nicht immer jedem gefallen. Funktionale Sachen sind da eher selten.

Gerade das sind aber typisch feministische Angriffspunkte, die wenig Sachkunde und Programmierfähigkeiten erfordern, einfach die Texte und Manuals auf political correctness zu trimmen und durchzugendern. Hat mit Programmieren nichts zu tun und wird natürlich oft abgelehnt.

6: In einem jahrelangen Dauerstreit zwischen der Sängerin Kesha und dem Pop-Produzenten Lukasz „Dr. Luke“ Gottwald, bei der sie ihm jahrelangen sexuellen Missbrauch vorwirft und er dies vehement bestreitet, hat Kesha eine Niederlage vor Gericht hinnehmen müssen. Dr. Luke wirft ihr im Gegenzug vor, dass sie den Vorwurf nur erhebe, um aus ihrem aktuellen Plattenvertrag mit seiner Firma heraus zu kommen, wonach sie verpflichtet wäre, sechs weitere Alben mit Dr. Lukes Label aufzunehmen. Die FAZ und der Rolling Stone berichten ebenfalls.

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7 Kommentare zu „Kurznachrichten vom 23.02.2016“

      1. Was die Rezeption angeht, bin ich skeptisch.
        Wenn ich die Aktion ernst nehme, wird das vielen anderen Leuten auch so gehen.
        Die ganze Kampagne wirkt auf mich wie gut gemeint, aber schlecht umgesetzt, und lässt im Endeffekt Männer nur lächerlich erscheinen.

    1. 1: Oder an „Ein Herz für Kinder“. Ich kann mich damit auch nicht wirklich anfreunden. Diese Verniedlichung auf BILD-Niveau mag ich gar nicht. Aber nur weil ich was hier was berichte, heißt das nicht, dass ich es auch immer gut finde.
      5: Der Smiley ist ein wenig uneindeutig. Was meinst Du damit?

      1. 5. Der Smiley rollt die Augen, weil manche Personen glauben, besser mit Beschwerden und Lamentieren über angebliche Diskriminierungen voranzukommen, als durch eigene Leistung und Können zu überzeugen.

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