Kurznachrichten vom 20.02.2016

1: Das britische Magazin Metro berichtet von einer feministischen Kampagne, die Sexroboter verbieten lassen will:

But feminist campaigners are claiming that the machines encourage users to think of women as ‘objects’ and prostitutes.

Research director of the Campaign Against Sex Robots Lydia Kaye says, ‘the very business idea of sex robots is modelled on the already existing businesses of the sex trade and the porn industry.

Kaye draws attention to advanced, artificially intelligent models which can be programmed to be submissive – and which could say, ‘Owww’ when spanked.

Was es alles so gibt…

Jakob Zurawinski von der Facebook-Gruppe „Gender mich nicht voll!“ kommentiert m.E. durchaus richtig:

Wovor haben die Feministinnen eigentlich Angst? Ist es nicht im Grunde die Lösung all der Erste-Welt-Probleme, wenn sich diese ach-so-schwanzgesteuerten Männer an Robotern vergehen anstatt Frauen reihenweise zu vergewaltigen (=Sex ohne schriftliche Genehmigung)?

Der Rest seines Posts ist allerdings zu rustikal, um hier zitiert zu werden. Mit dem Thema hat sich im September schon Janet Bloomfield in einem längeren Artikel auseinander gesetzt.

2: Lucas Schoppe stellt auf seinem Blog man tau einmal die beiden hier und hier schon vorgestellten Texte über männliche Feministen von Vincent-Immanuel Herr und Martin Speer einerseits und Nadia Shehadeh andererseits gegenüber. Sehr amüsant zu lesen.

3: Von innerfeministischen Inkonsistenzen zu einem Streit innerhalb einer anderen obskuren Ideologie: Ich habe mich heute beim Surfen auf Veganer-Seiten verlaufen. Innerhalb dieser Szene gibt es auch Sexismus-Vorwürfe:

Am Ende des Interviews erfahren wir, wie es um den „Schaden“ für die Figur der stillenden Frau bestellt ist. Um diesen müsse man sich keine Sorgen machen, denn Mütter die „mit Hingabe und Überzeugung“ stillen, seien davon nicht betroffen. Nicht genug, dass Dahlke hier esoterisches Geschwurbel mit der Fortschreibung des sexistischen und gleichsam lookistischen Frauenbildes, vom niemals alternden Frauenkörper kombiniert. Im letzten Teil dieses Absatzes  legt er nach und erzählt die Geschichte von einer leiblichen Mutter von 6 Kindern und „ihrer fabelhaften Figur die Männer in Seminaren regelmäßig nervös macht“.

Das ist jetzt also schon Sexismus, wenn man darauf hinweist, dass Stillen nicht unbedingt dazu führen muss, dass der Körper außer Form gerät. Oops, jetzt war ich wohl selber sexistisch. „Außer Form geraten“, darf man so etwas überhaupt über Frauenkörper sagen, wo doch jeder weiß, dass alle Frauen genauso schön sind? Und es darauf auch überhaupt nicht ankommen darf?

Schon alleine beim Logo der Seite indyvegan.org musste ich schon ziemlich schmunzeln. Für mich klingt das nach einem Konflikt zwischen linksradikal-feministischen Spinnern und rechts-esoterischen Spinnern. Wers mag, es hat einiges an Amüsement- aber auch Facepalm-Potential.

4: Und weiter zu den nächsten Obskurantisten: Der Papst hält Verhütung inzwischen für moralisch vertretbar. Allerdings nur, wenn es der Bekämpfung der Zika-Seuche dient. Wenn das mal kein Fortschritt ist…

5: OT-Thema des Tages: Christian Klar, Ex-RAF-Terrorist und Kopf der zweiten RAF-Generation, arbeitet inzwischen im Bundestagsbüro des LINKE-Politikers Dieter Dehm und betreut da angeblich dessen Webauftritt. Bekannt wurde das erst, als Dehm für Klar einen Bundestags-Hausausweis beantragte, dies aber wegen Sicherheitsbedenken abgelehnt wurde. Die WELT, der Tagesspiegel und die Junge Freiheit berichten.

Ich bin ein wenig zwiegespalten. Einerseits finde ich Resozialisierung eine prinzipiell gute Sache. Andererseits kann ich mir lebhaft vorstellen, was auf der linken Seite des politischen Spektrums los wäre, wenn in ca. 15-20 Jahren Beate Zschäpe Tippse in einem Bundestagsbüro eines AfD-Abgeordneten wird. Aber die LINKEN können uns sicher erklären, warum das alles ETWAS GANZ ANDERES ist.

Advertisements

3 Kommentare zu „Kurznachrichten vom 20.02.2016“

  1. „Ich bin ein wenig zwiegespalten. Einerseits finde ich Resozialisierung eine prinzipiell gute Sache.“

    Ich finde die Sache mit den Sicherheitsbedenken ziemlich unmöglich: Wenn die Strafe verbüßt ist, ist die Sache erledigt und es sollte ein normales Leben möglich sein. Und was Klar ansonsten denkt, ist sein Problem – solange er sich an die Gesetze hält, Denn nur die Bedenken in dieser Hinsicht sind sicherheitsrelevant.

    Richtig ist aber auch, daß Zschäpe diesen Job wohl niemals bei den Grüen bekommen hätte.

    1. Es geht in der Sache nicht wirklich um Sicherheitsbedenken, die braucht man nicht zu haben.
      Es geht um die Symbolik, und dieser dürfte sich Dehm mehr als nur bewusst sein. Einen Bundestags-Ausweis für einen Ex-Terroristen und Mörder zu beantragen und Zugang ins Parlament zu ermöglichen, der bis heute seine menschenverachtenden Taten nicht bereut, ist wohl eine Provokation, wie sie offensichtlicher nicht sein könnte. Übrigens auch an die eigene Partei, wo man die fehlende Distanz zur RAF sicher auch nicht toll finden dürfte.

      Wenn es bloß um die gute Sache, also die Resozialisierung Strafgefangener ginge, hätte Dehm auch Zigtausend Andere, reuige Täter zur Auswahl gehabt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s