Kurznachrichten vom 13.02.2016

1: Die „36 Fragen an Männer“ köcheln immer noch vor sich hin. Zunächst hat sich auch der „Sexismusbeauftragte“ nochmal an alle Fragen an einem Stück gemacht. Wolle Jacobs vom Pelzblog findet das Beantworten dieser Fragen völlig überflüssig, und teilt dabei gleich mal eine Runde aus gegen die „Gemäßigten“ in der Männerrechtsszene. Der emmanzer behielt eine Zwischenposition. Er hält das Beantworten auch für sinnlos, will aber die antwortenden Blogger nicht verurteilen. Alles Evolution stellt sich dem entgegen und veröffentlicht im Gegenzug noch einen Artikel mit 21 Fragen an Feministinnen im ähnlichen Stil wie das Video.

2: Bei der Zeit erschien ein m.E. abgrundtief dämlicher und ingnoranter, im Schülerzeitungsstil geschriebener und im selben Bewusstseinslevel erdachter Beitrag mit dem Titel „Deutschland braucht mehr Feministen!„. Der „Schwulemiker“ ist einer der ersten, der das auseinander nimmt. Ein bestechender Gedanke darin:

Nein, Köln war deshalb so schockierend, weil Frauen in Deutschland üblicherweise eben nicht befürchten müssen, von Männerhorden überrumpelt, sexuell erniedrigt und abgezogen zu werden. Köln war der Einbruch unbekannter kultureller Muster in ein Land, das für seine Friedfertigkeit und seinen Humanismus bekannt ist.

3: Eckhard Fuhr von der WELT schlägt mit seinem neuen Artikel „Hört auf zu jammern, deutsche Männer! Seid tapfer!“ noch einmal in die dieselbe Kerbe, in die er schon vor ein paar Tagen gehauen hat. Ihm sei…

der zeitgenössische Mann in einer ebenso großmäuligen wie weinerlichen Orientierungslosigkeit begegnet, dass ich mir wahrlich Sorgen mache um unser Land.

Weil der „postkonventionelle“ Mann sich weigert, sich für Frauen verprügeln zu lassen, nur um hinterher wieder als der brutale Schläger da zu stehen. Allerdings hat er auch einen lichten Gedanken in der Klageschrift:

Damit wären wir an dem Punkt, an dem meine Frage ansetzte, ob wir im Hochgefühl des Gendermainstreaming „männlich“ konnotierte Tugenden wie Verteidigungsbereitschaft oder körperliche Durchsetzungsfähigkeit nicht allzu forsch entwertet haben.

Entwertet ist vielleicht noch zu zahm ausgedrückt. Als „toxisch“ diffamiert, würde wohl eher passen. Seit Jahrzehnten werden wir als das brutale Geschlecht hingestellt, und jetzt sollen wir genau die, die uns das vorwerfen, mit genau den Mitteln, die sie als verachtenswert betrachten, verteidigen? Sonst geht’s Euch noch gut? Warum wundert sich überhaupt irgendwer, dass wir dazu keine Lust haben? Und dann stehen wir noch in Gefahr, als Dank dafür vom Staat verurteilt zu werden. (Quelle: Danisch)

Bevor ich irgendeinen Finger krumm mache, mich für eine fremde Frau zu prügeln (bei einer bekannten würde das von der Situation abhängen), sollten erstmal die Frauen, die von Männern noch beschützt werden möchten, ein ernstes Wörtchen mit ihren feministischen Schwestern reden.

4: Selin Gören, die 24-jährige Sprecherin der Linksjugend, wurde nachts von zwei bis drei Männern arabischer oder kurdischer Herkunft vergewaltigt. Erst zeigt sie die Männer an – und danach entschuldigt sie sich bei ihnen. Und zwar dafür,

dass die sexistischen und grenzüberschreitenden Handlungen die mir angetan wurden nur dazu beitragen, dass [sie] zunehmendem und immer aggresiverem Rassismus ausgesetzt [sind].

Oliver Flesch, Hadmut Danisch und kommentieren. Danisch meint ziemlich sarkastisch:

Ja, wenn die sich so darüber freut und das so gut findet – man sollte das auf arabisch und englisch übersetzen und aushängen. Macht weiter, die finden das OK. Parks gibt’s viele, Frauen gibt’s viele, das Wetter wird jetzt auch wieder wärmer…

Ich frage mich nur, warum die bei den Gerichten Vergewaltiger (und der Vergewaltigung Beschuldigte) zu Haftstrafen verurteilen, statt sich im Namen des Staates bei ihnen zu entschuldigen und zu bedanken.

Wie war das nochmal mit der „rape culture“? Der Gesellschaft, die angeblich Vergewaltigungen verharmlost und unterstützt? Bei der Linksjugend könnt Ihr die finden.

5: In der Marschordnung der politisch korrekten scheint inzwischen einiges in Unordnung zu geraten. Die Oberen scheinen ihre Fußtruppen nicht mehr so ganz unter Kontrolle zu haben: Die kommunalen Frauenbeauftragten Niedersachsens melden leise Zweifel an gegen den geplanten Staatsvertrag mit den muslimischen Verbänden. Demnach sollen für Muslime Gebetsmöglichkeiten an öffentlichen Schulen geschaffen werden.

Die Frauenbeauftragten zweifeln an, ob die Religion in der „neutralen“ Schule wirklich jene herausgehobene Stellung haben sollte, die ihr der Vertrag zumisst. Tödter: „Viele Musliminnen haben sich von der Religion emanzipiert.“

Interessant, dass die HAZ noch den ehrlicheren Begriff „Frauenbeauftragte“ statt „Gleichstellungsbeauftragte“ verwendet. Und merkwürdig, dass ich mich auch mal auf deren Seite sehe. Weil ich finde, dass Religion an der Schule nichts verloren hat.

 

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