36 Fragen an Männer – Teil 2

So, weiter gehts. Außer Adrian haben inzwischen auch Elmar und Lollipops for equality geantwortet. Und Christian hat auch schon einen Haufen Antwort-Videos gesammelt. Also stehe ich in Gefahr, hier zu wiederholen, was andere auch schon so ähnlich gesagt haben. Egal, jetzt zieh ich es durch… Ist diesmal noch länger geworden, also gibt es wohl noch mindestens zwei Teile.

Etwas grundsätzliches vorausgeschickt: Auf viele der kommenden Fragen gibt es eine Standard-Antwort:

  1. Nein, so verhalte ich mich nicht, und ich wüsste auch nicht, mich jemals so verhalten zu haben.
  2. Ich kenne auch kaum Typen, die sich so verhalten.
  3. Wo treibt Ihr die eigentlich immer auf? Trefft Ihr die nur in der Phantasie, weil ja Männer irgendwie scheiße sein müssen? Oder trefft Ihr solche Typen auch real?
  4. Kann das vielleicht an Euch liegen, dass Ihr solche Kerle geradezu anzieht?

Flirten und Daten

6) Warum glaubt Ihr, wir seien Euch verfallen, wenn wir Euch ranlassen?

Wie Adrian schon sagte: Weils oft ewig dauert, bis es soweit ist. D.h. wir gehen davon aus, dass wir bis dahin schon eine ganze Reihe von Euren Checks bestanden haben. „Verfallen“ ist eh ein viel zu großes Wort. Ich würde mal sagen, wir wissen dann, dass Ihr auf uns steht. Umgekehrt ist das ja eher weniger der Fall: Wir haben oft auch Sex mit Euch, obwohl wir gar nicht so auf Euch stehen. Das ist das, was Euch so kirre und unsicher macht. Ein Nachteil für uns (weniger Sex) wandelt sich da zum Vorteil (wenn, dann wissen wir, dass Ihr uns mögt oder zumindest halbwegs attraktiv findet).

Aber: Wir sind nicht blöd. Wir wissen auch, dass Ihr manchmal nur Sex zum Spaß haben wollt, oder weil ihr eben gerade geil seid. Und von dem Typen sonst nichts groß wollt. Aber uns stört das einfach weniger als Euch. Außer, wir sind richtig verknallt, dann tut es uns genauso weh wie Euch und wir fühlen uns genauso benutzt.

Und noch was: Wir haben mit manchen Frauen nur deswegen Sex, weil wir erst dann wirklich wissen, dass uns die Frau zu einem gewissen Grad attraktiv findet. Dann erst ziehen wir die Selbstbestätigung daraus. Ihr könnt die Selbstbestätigung schon weit vorher aus unserem Werben ziehen, deswegen habt ihr es auch weniger nötig, mit uns tatsächlich ins Bett zu gehen. Genauso wie Brad Pitt oder George Clooney, die genug von Frauen umschwärmt werden, so dass sie es sich leisten können, nur mit den tollsten was zu haben. Würden Frauen auch mehr um Männer buhlen, würden wir vielleicht weniger „wahllos“ in der Gegend rumvögeln.

6 a) In 9 von 10 Fällen möchte auch ich, dass Du (nach dem Sex) endlich gehst. Ich bin beschäftigt, ich hab Zeug zu erledigen.

Dann habt eben auch den Arsch in der Hose und sagt uns das! Glaubt mir, wir nehmen Euch das viel weniger krumm, als Ihr denkt. Meistens geht es ja ums Schlafen und Übernachten danach. Ihr habt morgen einen anstrengenden Tag und wollt Euch nicht noch darum kümmern müssen, den Kerl aus dem Bett zu werfen und ihm ein Frühstück zu kredenzen. Volles Verständnis, aber wo ist das Problem? Ein Frühstück krieg ich auch an der nächsten Tanke auf dem Weg nach Hause.

Aber warum nun sagt ihr das denn nicht? Ganz einfach: Weil Ihr trotz allem gerne ein „Ach Schatz, lass mich noch ein wenig bleiben!“ hören wollt, der Typ aber sagt: „Jupp. Kein Problem. Wir schreiben uns.“, aufsteht, sich anzieht und geht. Und das wurmt Euch dann doch.

Und wehe, ein Kerl äußert so ein Ansinnen an seine Gespielin gleich nach dem Sex. Was für ein übler Macker!

7) Warum kann ich nicht mit so vielen Leuten Sex haben, wie ich will, ohne dass dies von anderen gewertet wird?

Ähm, gleichzeitig oder nacheinander?

Und von welchen „anderen“ redest Du überhaupt? Es ist ja eins der bestgepflegtesten feministischen Mythen, Männer würden Frauen, die gerne und oft Sex haben und das auch noch mit häufig wechselnden Partnern, gerne abschätzig als Schlampen bezeichnen.

Die Wahrheit ist: Frauen werden weit mehr von anderen Frauen als Schlampe bezeichnet als von Männern. Und warum tun dies Frauen? Weil die „leichten“ Mädchen die Preise für Sex verderben. Je mehr Frauen es gibt, die Sex einfach nur gern haben, desto schwerer wird es für Frauen, die Sex als Tauschmittel einsetzen, um von Männern dafür etwas anderes zu bekommen.

Männer, zumindest in gebildeten Kreisen, trauen es sich schon lange nicht mehr, das Wort Schlampe in den Mund zu nehmen. Und wenn sie es doch tun, dann werden sie von ihren „ehrbaren“ Frauen dazu gezwungen, obwohl sie es vielleicht gar nicht so schlimm finden.

Denn es ist doch so: Männer mögen Frauen, die gerne und oft Sex haben wollen. Erstens müssen wir dann nicht so einen riesen Aufwand betreiben, um Euch rumzukriegen (zumindest glauben wir das, muss aber nicht unbedingt so sein), und zweitens stehen die Chancen gut, in der Beziehung nicht unter Sexmangel zu leiden. Den Sexmangel zu beheben ist ziemlich sicher einer der wichtigsten Gründe, überhaupt eine Beziehung einzugehen, jedenfalls für uns. Aber natürlich auch, weil wir eine von Euch so richtig, richtig, richtig mögen.

Also zusammenfassend: Wir haben damit wirklich viel weniger ein Problem als ihr glaubt. Wir begrüßen das sogar.

Ich darf mal daran erinnern: Die, die weitaus häufiger sexuelle Exklusivität einfordern, seid Ihr, nicht wir. Wenn wir aber selbst keine sexuelle Exklusivität gewähren wollen, können wir das fairerweise auch nicht von Euch einfordern. Also warum sollten wir dann ein Problem damit haben?

Allerdings gibt es natürlich eine Ausnahme: Dann, wenn wir uns wirklich verlieben, wenn es ernst wird und wir evtl. Kinder von Euch wollen. Dann wollen wir natürlich eine gewisse Sicherheit, dass die Kinder, die wir durchfüttern, auch tatsächlich von uns sind. Das wird gerne als Heilige-Hure-Komplex bezeichnet, aber im Grunde steckt da nur der durchaus rationale (nicht gleichbedeutend mit „bewusste“) Versuch der Optimierung des Verhältnisses von Fortpflanzungserfolg und dazu nötigem Ressourcenaufwand dahinter.

Und noch ein ganz wichtiger Punkt. Wir sind immer verantwortlich, Ihr nicht. Auch in Beziehungen. Das heißt, wenn die Umgebung Deiner festen Beziehung mitkriegt, dass er fremdgeht, bist Du das arme Opfer, das jedes Mitgefühl verdient hat, und er das miese Schwein. Wenn Du fremdgehst, heißt es, dass er Dich wohl vernachlässigt haben muss, sonst würdest Du es ja nicht machen. Und dass er wohl ein Weichei ist, wenn er sich die Hörner aufsetzen lässt, anstatt Dich hochkant rauszuschmeißen. Und dann wundert Ihr Euch, dass wir da ein bisschen ein Auge drauf haben?

7a) Wenn Männer das tun, werden sie beglückwünscht.

Warum sollte ich einen Mann dafür verdammen, Selbstbestätigung und Spaß zu suchen? Warum sollte ich einen Mann für etwas verdammen, was ich selbst gerne tue (oder zumindest gerne tun würde)? Es ist nun mal unser evolutionärer Auftrag, unseren Samen möglichst weit zu streuen.

Aber ich kann schon verstehen, dass Frauen keine Männer mögen, die mit zuvielen Frauen was hatten. Aber aus anderen Gründen wie wir vice versa. Ihr müsst ja auch nicht sicherstellen, dass Euer Kind auch wirklich Eures ist. Zu promiske Männer sind aus anderem Grund für Euch unattraktiv. Denn dann sieht es danach aus, dass er nicht besonders wählerisch ist. Frauen mögen Männer, die wählerisch sind, und zwar deshalb, weil nur dann es etwas besonderes ist, wenn er sie auswählt und um sie wirbt. Nur das erhöht dann auch ihren Wert. Allerdings interessieren sich Frauen auch nicht für Männer, für die sich keine andere interessiert. Dann gehen sie davon aus, dass mit dem irgendwas nicht stimmt. Denn sonst hätte er ja eine.

8) Warum hälst Du Frauen, die mit dir nach drei Tagen immer noch nicht im Bett waren, für eine Trockenpflaume, aber für eine Schlampe, wenn sie mit Dir sofort am ersten Tag ins Bett geht?

Eigentlich gilt hier die Standard-Antwort. Die Frage ist auch mehr auf die USA gemünzt, wo die Dating-Regeln wesentlich strenger sind. Nach dem dritten Date muss das noch nicht unbedingt sein, aber allzulange solltet Ihr uns auch nicht warten lassen. Denn je länger Ihr uns warten lasst, desto mehr gehen wir davon aus, dass:

  • Es längst passiert wäre, wenn Ihr Feuer und Flamme wärt. Macht ja auch keinen Sinn, dann länger zu warten. D.h. wir sind für Euch also eher Reservematerial, das sich eben mehr bemühen muss, Euch zu erobern. Keine schöne Vorstellung.
  • Ihr eh nicht auf uns steht, aber es trotzdem genießt, beflirtet oder gar ausgehalten zu werden. Also schätzen wir, dass der Aufwand vergebliche Liebesmüh ist.
  • Euch Sex nicht so wichtig ist. Oder noch schlimmer…
  • Ihr Sex kalkulierend und rationierend einsetzt

Auf all das haben wir verständlicherweise keinen Bock, weshalb wir das irgendwann abbrechen. D.h. wir melden uns einfach nicht mehr. Die einzige Alternative wäre, Euch vorzuwarnen, d.h. zu betteln oder Euch die Pistole auf die Brust setzen und zu sagen: „Wenns beim nächsten Date keinen Sex gibt, wars das wohl mit uns.“ Das wäre uncoolstes Wicht-Verhalten und eines Gentlemans nicht würdig. Deswegen sagen wir einfach gar nichts. Und verschwinden.

Und außerdem, was Ihr meistens überhaupt nicht einkalkuliert: Solange wir keinen Sex mit Euch haben, geben wir Euch auch kein Recht, von uns zu verlangen, dass wir keinen Sex mit einer anderen haben dürfen. Wer sagt denn, dass wir, solange wir um Euch werben, nicht fröhlich weiter Sex mit unserer eher unbedeutenden Dauer-Affäre haben, die wir erst dann beenden, wenn wir endlich Sex mit Euch haben? Wir werden Euch das natürlich nicht auf die Nase binden, denn wir sind der Meinung, dass Euch das auch gar nichts angeht, solange wir keinen Sex mit Euch haben. Wenn ihr also verhindern wollt, dass wir Sex mit einer anderen haben, habt Sex mit uns!

Und was ihr auch nicht einkalkuliert: Ungefähr dieselbe Zeit, die wir vor dem ersten Sex um Euch werben müssen, damit es überhaupt zum Sex kommt, die müsst Ihr nach dem ersten Sex um uns werben, damit das auch eine richtige Beziehung wird und nicht nur ein kleines Affärchen. Ihr müsst dann nämlich beweisen, dass Ihr in der Lage seid, uns zu verwöhnen. Mit dem üblichen: Sex und Kochen. Sollte aber auch kein Problem sein, wenn man wirklich verknallt ist, macht man das eh freiwillig und gerne.

Zum Thema: Am ersten Abend Sex = Schlampe. Ich sehe das nicht so. Ich finde das klasse. Zum einen komme ich schneller an das ran, was ich will, zum anderen zeigt mir die Frau, dass ihr Sex wichtig ist. Was will ich denn mehr? Das kann doch der Auftakt für eine tolle Beziehung oder wenigstens eine Liebschaft sein.

Typen, die Frauen für eine Schlampe halten, wenn sie am ersten Tag Sex haben, halte ich für Minderwertigkeitskomplex-beladene, frauenfeindliche Würstchen. Denn sie gehen ja davon aus, dass sie das mit jedem Mann so macht. Und damit gehen sie wiederum davon aus, dass sie selbst nur einer unter vielen und nichts besonderes sind. Ich dagegen glaube, dass es eine Frau nur ausnahmsweise deswegen so schnell mit mir macht, weil sie mich eben so scharf findet und mein Charisma sie quasi umgehauen hat. Und dass andere Kerle deswegen noch lange nicht die Chance auf dasselbe bei ihr haben.

In Wirklichkeit gibt es für Frauen keinen logischen Grund, auf Sex am ersten Abend zu verzichten, wenn sie denn Lust darauf haben. Wenn er wirklich nur auf einen ONS aus ist, wird er sich sowieso nach dem ersten Sex verpissen, ganz egal, ob das nach dem ersten oder nach dem fünften Date passiert. Du hast es dann nur einfach schneller raus. Wenn Du Angst hast, er hält Dich für eine Schlampe, und Du glaubst, wenn Du ihn länger warten lässt, würde er Dich mehr hochachten, dann muss ich Dich fragen: Willst Du wirklich so einen? Einen, der Dich nur achten kann, wenn Du Deine sexuellen Bedürfnisse unterdrückst? Wenn er Dich wirklich nach dem ersten Date (mit Sex) deswegen fallen lässt, dann sei doch froh, dass Du ihn los bist! Dann merkst Du früher, was das für ein Vogel ist, und hattest vielleicht wenigstens noch brauchbaren Sex.

9) In welcher Welt bedeutet ein “Nein” ein “Ja”?

In Eurer. Ihr sagt einfach viel zu selten Ja, wenn Ihr Ja meint. Aus Angst, Euch irgendwas zu vergeben und als leicht zu haben zu erscheinen. Das wollt Ihr auf gar keinen Fall. Deswegen wird ewig rumkokettiert, anstatt klar zu sagen, was Sache ist. Na gut, manchmal wisst Ihr nicht mal selber, was Ihr wollt.

Wir Männer meinen meistens, was wir sagen. Um mit Euch klar zu kommen, haben wir mühsam lernen müssen, dass das bei Euch noch lange nicht der Fall ist. Und jetzt wollt Ihr uns vorwerfen, dass wir uns daran angepasst haben, nur weil Ihr ab und zu auch mal wirklich das meint, was ihr sagt?

9 a) “Nein” heißt “nein”!

Meine Rede. Dann sagt es aber auch nur dann, wenn Ihr es wirklich so meint! Und beschwert Euch zukünftig nicht mehr, wenn wir dann sofort die Finger von Euch lassen, nur weil ihr mal kokett aus Spiel „Nein“ gesagt habt, obwohl Ihr es nicht wirklich so gemeint habt. Und wir erst dann wieder zärtlich zu Euch sind, wenn Ihr uns eindeutig dazu aufgefordert habt. Oder am besten noch Eure Zustimmung schriftlich dokumentiert habt. Darauf wird es nämlich hinauslaufen, sollten sich die Gesetze so ändern, wie sich Feministinnen das vorstellen.

Aber lassen wir das Reizspiel mal außen vor. Selbstverständlich bin ich der Ansicht, dass ein „Nein“ auch als „Nein“ zu gelten hat. Und es ist wirklich nicht so schwer, herauszufinden, ob die Frau nur kokettiert oder wirklich nicht will. Wenn das der Fall ist, gibt es überhaupt keine Frage, was zu tun bzw. vielmehr zu lassen ist. Die Frage ist nur, ob man das auch in Gesetzesform gießen sollte. Und da bin ich dagegen, denn dann gibt es keine klaren Straftatbestände mehr. Ein Täter muss schon irgendwie erkennen können, dass er sich gerade schuldig macht. Sie sagt vor Gericht, sie hätte nein gesagt, er sagt, das sei so nicht gewesen bzw. das habe er nicht gehört und ansonsten hat sie sich nicht gewehrt und stattdessen mitgemacht. Und nun? Verurteilung nur aufgrund der Aussage der einzigen Zeugin und Anklägerin? Ohne jegliche objektive Indizien? Das ist mir zu dünn und letztlich ein Aushebeln der Unschuldvermutung.

10) Warum behauptet Ihr, dass Frauen zu emotional sind, um Führungsverantwortung zu übernehmen, um dann “Catcalling” mit der Begründung zu rechtfertigen, dass Männer sich nun mal nicht beherrschen könnten?

Siehe Standard-Antwort.

11) Warum glaubst Du, dass nur weil Du nett zu mir bist, ich Dir meinen Körper schulde?

Siehe Standard-Antwort.

12) Wie kommst Du auf die Idee, ein ungefordertes Penis-Bild zuzusenden?

Siehe Standard-Antwort. Ansonsten: Stimmt, das haben wir noch nicht gelernt. Nur weil Ihr uns mit Fotos ganz schlecht verhüllter Titten und sonstiger nackter Haut ködert, glauben wir ernsthaft, das würde bei Euch ähnlich funktionieren. Dabei findet Ihr doch eine Ablichtung unseres aktuellen Kontoauszugs viel anregender, vorausgesetzt, die Summe darauf ist mindestens sechsstellig.

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16 Kommentare zu „36 Fragen an Männer – Teil 2“

  1. Die Antwort zu 9) ist klasse!

    „9 a) “Nein” heißt “nein”!“
    Dieser Satz ist eine Behauptung. Er impliziert, dass Männer das „nein“ ignorieren. Denn sonst müsste man das nicht noch einmal so betonen und als Forderung aufstellen. Der Satz ist die Behauptung, dass Männer trotz der Ablehnung von Frauen weiter auf sie eindringen.

    Schon alleine diese Behauptung ist eine Zumutung. Schließlich müsste man doch erst einmal klären, ob man – bei allen Vorkommnissen, die es gibt – für alle Männer sagen kann, dass sie sich so verhalten. Nur dann macht dieser Punkt im Fragenkatalog Sinn, nur dann kann man „die Männer“ damit konfrontieren. Anderenfalls könnte ich einfach sagen: Ja. Aber was hat das mit mir zu tun?

    Perfide ist 9a), weil es einen Rechtfertigungszwang erzeugt. Im Grunde ist der Satz eine Anklage, gerichtet an alle Männer. Wer darauf antworten will, fängt schnell an, sich zu rechtfertigen oder die unterstellte Schuld von sich zu weisen. Damit ist man bereits in der Defensive.

    Und schließlich verallgemeinert die Fragestellerin ihren eigenen privaten Maßstab. Koketterie lebt von Zwiespältigkeit, so dass ein „nein“ durchaus nicht immer eine strikte Ablehnung bedeuten muss. Es gibt Frauen, die das offen bekunden, dass sie mit einem „nein“ Männer testen. Aber die Fragestellerin möchte, dass nur noch ihr persönlicher Maßstab gilt.

  2. Manometer ….. aranxo … was du zum Teil für traditionelle Männlichkeitsvorstellung auffährst … puh …

    „Verwöhnen durch Sex und Kochen“ …. auweia ….

    … also das seh ich alles völlig anders. Echt, das ist alles überhaupt nichts für mich …. hm ….

    Ok, diese Bemerkung wahr OT, aber … irgendwie müssen wir ein Vokabular finden, in dem wir sowas diskutieren können. Da liegt ja irrsinnig viel Arbeit vor uns, um da eine gemeinsame Linie zu finden, die noch irgendwas aussagt.

    Ich weiß gar nicht, wie ich das angehen soll ….. euch den Biologismus auszutreiben, wird da noch das kleinere Problem sein …..

    ….. scheisse …..

    1. “Verwöhnen durch Sex und Kochen” …. auweia ….

      Okay, ich fänd‘s auch scharf, wenn mir die Holde ein schönes neues Auto kauft…

      euch den Biologismus auszutreiben

      Warum? 😀

      1. „Okay, ich fänd‘s auch scharf, wenn mir die Holde ein schönes neues Auto kauft…“

        😀

        „Warum?“

        Meine Skizze der Probleme ist im Moment so:

        Es gibt vier Hauptkampflinien:

        1. Der in der manosphäre vertretene Biologismus hat die falsche Basis: Er führt Gene und evolutionäre Optimierung zur Eerklärung an. Die richtige Basis ist die Funktionsweise des Gehirns, das seinerseits ein komplexes, physikalisches System mit nicht-linearer Dynamik und emergenten, physiologischen Phänomenen ist und daher der linearen Analyse der Biologisten nicht zugänglich ist

        2. Biologismus bedeutet nicht, überhaupt neurophysiologische Tatsachen zur Erklärung mentaler Phänomene zu benutzen, sondern er bedeutet, daß die sozialen Phänomene darauf reduzieren. Das ist schlicht das falsche target. Biologismus beruht außerdem auf einem falschen Verständnis von Wissenschaftstheorie und Empirismus. Damit macht sich echt überall lächerlich.

        3. Die soziale Welt einem biologischen Reduktionismus zu unterwerfen, hilft Männern nicht. Sie müßten sie verstehen und Kompetenz erwwerben, aber der Biologismus erklärt ihnen, sie könnten alles Soziale ignorieren. Das ists übrigens ein Grund, warum Biologismus für viele Berufsvollpfosten so attraktiv ist. Maskulisten sollten sich darum kümmern, daß Männer erfolgreicher sind und weniger Probleme haben. Aber – unbeabsichtigt – geschieht hier das Gegenteil.

        4. Biologismus beruht auf einer völlig überzogenen Vorstellung kausaler Wirksamkeit physikalischer Tatsachen. Sie generieren auf diese Weise eine Vorstellung von Determinismus, die einerseits viele Männer dazu bringt, sich mit einem eigentlich kritikwürdigen und auch veränderbaren Frauenverhalten zu begnügen, daß ihnen viele Seiten des sozialen Welt vorenthält. Damit untergräbt der Biologismus unbeabsichtigt die Autonomie und Selbstbestimmung der Männer.

        Das Bild wird sich in nächster Zeit sicher noch verfeinern.

    2. “Verwöhnen durch Sex und Kochen” …. auweia ….

      Das ist nur plakativ. In der Realität läuft es in Wirklichkeit ja meistens eh nicht so. Ich wollte nur klarstellen, dass auch die Frauen uns zeigen müssen, dass es schön sein wird und sich lohnt, mit ihnen längerfristig zusammen zu sein.

      Das mit dem Kochen ist nur ein Beispiel, weil es der Klassiker ist. Es geht mehr darum, dass sie auch zeigt, dass sie sich um mich sorgt und bemüht, und nicht nur ich um sie. Da reicht es genauso auch aus, wenn sie mir ne TK-Pizza in den Ofen schiebt. Oder mir das Hemd bügelt, wenn ich morgen nen wichtigen Termin habe. Oder mir dafür das Öl an meiner Karre wechselt. Nur um klarzustellen, dass es mir nicht um traditionelle Aufgabenverteilungen geht.

      Aber mit Sex verwöhnt werden, da sagst Du doch sicher auch nicht nein, oder? Was ist denn dann was für Dich?

      Dass auch geistig die Funken sprühen sollten zwischen ihr und mir, das hab ich einfach mal vorausgesetzt, das muss man nicht weiter erwähnen. Aber das hat man normalerweise längst schon vor dem ersten Sex herausgefunden.

      1. “ dass auch die Frauen uns zeigen müssen, dass es schön sein wird und sich lohnt, mit ihnen längerfristig zusammen zu sein.“

        Ach so, verstehe.

        „Aber mit Sex verwöhnt werden, da sagst Du doch sicher auch nicht nein, oder?“

        Meine Ansichten über Sexualität als Körpersprache der Intitmität sind äußerst unpopulär, denn dabei ist das Vergnügen nicht das Ziel, sondern ein Maß für den Erfolg der Herstellung von Intitmität.

        Für Biologisten, die meinen, wir würden beim Poppen nur unserem evolutionären Programm folgen, unsere Gene zu verbreiten, ist das kaum vorstellbar.

        Aber auch Frauen sind mit dieser Idee in der Regel überfordert.

  3. “Verwöhnen durch Sex und Kochen” …. auweia ….

    Das ist doch kein Biologismus. Das mag eine althergebrachte Vorliebe sein. Die dem zugrundeliegenden Rollenmodelle sind aber nicht zwangsläufig aus der Biologie abgeleitet.

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