36 Fragen an Männer – Teil 1

Adrian hat vorhin eine teilweise Antwort auf ein Video „36 Fragen an Männer“, d.h. erst mal 15 Antworten, gepostet, und weil ich grade Lust dazu habe, mache ich das jetzt auch. Ich bin allerdings erst bis Frage 5 gekommen, weil es bei mir ausführlicher wurde als bei ihm. Und mit Verlaub, Adrian, das sollte nicht nur ein Schwuler beantworten, bei gewissen Dingen hast Du nicht so den Zugang… Also erst mal das Video:

Und los geht’s mit Frage 0 aus der Einleitung, die Adrian noch nicht beantwortet hat:

0) Wie fühlt es sich an, dasselbe Geschlecht wie Donald Trump zu haben?

Ähm, gar nicht. Irgendwie macht diese Frage für Männer keinen richtigen Sinn. Was hab ich mit Donald Trump zu tun (außer dass ich naturgemäß eh weiter weg bin, weil ich kein Ami bin, und er, nun ja, in absehbarer Zeit evtl. „Führer der freien Welt“ werden könnte)? Schäme ich mich für ihn? Nein! Also teile ich seine Ansichten? Auch nein. Verwirrt Euch das?

Mit ein wenig Nachdenken, was die Frage soll, bin ich dahinter gekommen. Wir haben einfach weniger Gruppendruck, einer Meinung sein zu müssen. Wir können das mit dem agree to disagree einfach besser als Ihr. Bei Euch ist das oft so: Entweder seid Ihr Euch total einig, oder die Tussi, die aus der Reihe tanzt, ist VOLL PEINLICH, und eine Schande fürs eigene Geschlecht. So ein Konzept ist uns völlig fremd.

Ein Kumpel von mir sagte mal: Dieses „Ich kann den nicht leiden, also darfst Du den auch nicht leiden können!“ ist mehr so ein Mädels-Ding. Ich denke, das ist die Antwort.

Da fällt mir nebenbei auf: Das ist auch eins der Mosaiksteinchen dafür, warum Feminismus so erfolgreich ist. Da wird viel Gruppendruck innerhalb der Frauen aufgebaut, derselben Meinung sein zu müssen, unabhängig davon, ob das wirklich valide Gründe hat.

Medien und Unterhaltung

1) Warum hasst Ihr romantische Komödien? Oder habt Ihr lediglich das Gefühl sie hassen zu müssen?

Vorab: Wir müssen gar nichts. Es gehört nicht zu einem wie auch immer gearteten Männlichkeitsbild, romantische Komödien hassen zu müssen. Das einzig korrekte Männlichkeitsbild™ ist: Ein Mann tut, was er will, nicht was andere wollen. D.h.: Ein richtiger Mann steht zu seinen Vorlieben, und wenn das romantische Komödien oder rosa Plüschhäschen sind, dann ist das eben so. Punkt.

Vier Gründe, warum wir (in der Mehrzahl) romantische Komödien nicht mögen:

1. Eigentlich ganz einfach: Ihr steht auf Kitsch, wir nicht! Naja, oder, ähm, auf anderen Kitsch, also sowas wie Lord Of Rings oder Star Wars, eben da, wo wir uns mit Helden identifizieren können. Typen, die Frauen Blumen bringen und Liebesschwüre stammeln? Geht gar nicht. Helden sind nun mal cooooool. Sie dürfen auch mal gebrochen sein und ironisiert, aber never ever schwülstig. Pathetisch geht dagegen wieder, in gewissem Rahmen, das ist was ganz anderes. Also so wie Arnie, Sly oder Bruce, die sind oft pathetisch, aber nie schwülstig. Verstanden?

Nebenbei, der schlimmste Kitsch, den ich in der letzten Zeit im Kino gesehen habe, war „Fifty Shades of Grey“. Gut, war keine Komödie, aber trotzdem.

2. Wie Adrian schon sagte: In romantischen Komödien steht die Frau im Mittelpunkt. Ihre Gefühle sind das wichtigste, die vom Kerl weniger. Steht er auf sie? Steht er nicht auf sie? Kriegt er den Arsch noch hoch, endlich doch noch um sie zu werben und ihr seine Liebe zu zeigen? Boah, wie langweilig! Wir wissen doch eh, wie’s ausgeht.

3. Warum sollen wir einem Kerl bei nerviger Arbeit zusehen? Versteht das bitte: Romantik ist in den meisten Fällen für uns schlicht Arbeit, deswegen mögen wir sie auch nicht. Seht das mal so: Wir müssen im Allgemeinen um Euch werben, nicht umgekehrt. Das bedeutet für uns, wir müssen Euch eine Show bieten, einen Riesenaufwand betreiben, uns zum Hampelmann und zum Affen machen, wir müssen uns teilweise verstellen, um unsere beste Seite rauszukehren, und dann am End‘ auch noch Gefühle zeigen. Ihr sitzt da, braucht Euch das nur anzusehen und irgendwann wie Julius Caesar im Gladiatorenzirkus den Daumen zu heben oder zu senken. Und wenn ihr letzteres tut und wir schon viel Gefühle reingesteckt haben, sind wir am Boden zerstört. Und dann wundert Ihr Euch, dass das nicht ewig weiter geht, sondern wir meistens nach dem ersten Sex damit deutlich runter fahren? Wir dagegen sind gottfroh, diesen Affentanz endlich auf Normalmaß senken zu können. Also warum zum Henker sollten wir uns das auch noch im Kino ansehen wollen? Geht ihr vielleicht in Horrorfilme, obwohl ihr kein Blut und keine Gewalt sehen mögt? Na also.

4. Romantische Komödien stellen es so dar, wie ein Kennenlernen aus Sicht der Frauen sein sollte, mit viel Herzschmerz, Verwirrungen, wirds was oder wirds nichts, Spannung, Unsicherheit, Überraschungen usw. Mit dem Idealablauf des Kennenlernens aus Männersicht könnte man keinen Kinofilm füllen. Ein Werbespot würde vollkommen reichen. 😀

Gut, es gibt auch tatsächlich wirklich witzige romantische Komödien. Ich mochte z.B. „Harry und Sally“, der Klassiker der durchaus brauchbaren romantischen Komödien. Danach hat sich Meg Ryan aber nur noch selber kopiert und lustig war da gar nichts mehr. Aber wenn schon, dann muss eine romantische Komödie so aussehen:

 

2) Jeder mag Beyoncé. Das ist ein Fakt.

Ähm, nein. Gut, ich würde lügen, würde ich behaupten, ich würde sie von der Bettkante stoßen. Aber ihre Musik spricht mich null an. Und das Diva-Getue törnt mich auch ab. Das mit der Bettkante überleg ich mir doch nochmal. Und überhaupt ist das ja die hier:

beyonce-feminist

Da ist sowieso Vorsicht geboten. Wow, was für ein mutiges Statement. Ungefähr so mutig wie die Aussage, Tiere zu mögen.

3) Warum lasst Ihr Frauen in Filmen über Männer reden, wenn Ihr Euch stundenlang über Titten unterhalten könnt?

Ich lasse schon mal gar nichts, ich bin weder Regisseur noch Drehbuchautor. Außerdem, warum sollte man die Realität nicht zeigen? Wenn ich mir so meinen Freundeskreis anhöre, reden Frauen viel mehr über Männer als umgekehrt Männer über Frauen. Und über Titten schon mal gar nicht, erst recht nicht stundenlang. Hab ich noch nie erlebt.

4) Warum geht ihr automatisch davon aus, dass Ihr Serien oder Filme nicht mögen werdet, wenn es dort einen weiblichen Protagonisten gibt?

Ganz einfach. Weil die meisten Film- oder Serienheldinnen heutzutage aus politischen Korrektheitsgründen coole, taffe Powerfrauen sein müssen, die immer perfekt und moralisch einwandfrei daherkommen. Paradebeispiel: „Lola rennt“. Spätestens damit hat es angefangen. Vor allen Dingen müssen sie ihren männlichen Mitspielern immer deutlich überlegen sein, zumindest was moralisches Verhalten angeht. Selbst wenn den Frauenfiguren manchmal kleine Fehler angedichtet werden („Sex and the City“), sind sie immer noch dem Männern überlegen. Deswegen nervt es uns erstens, weil da ein absurdes Weltbild gezeichnet wird, und zweitens ist das auch einfach unglaublich öde.

Oder es wird eine rosarote bunte Traumwelt gezeichnet, die vor allem Zuschauerinnen ansprechen soll. Genauso öde für uns.

Wenn man den Protagonistinnen allerdings erlaubt, unperfekt zu sein und immer mal wieder Mist zu bauen (Gilmore Girls) oder ihre eigenen Brüche zu Markt zu tragen (Crossing Jordan), dann kann ich solche Figuren auch mögen. Wobei Alexis Bledel als Rory einfach zuckersüß war *schmacht* …

5) Warum findet ihr es überraschend, wenn eine Frau lustig ist?

Weil es so ist. Weil Frauen nunmal viel seltener lustig sind. Wobei ich nichts dagegen habe, wenn eine Frau lustig ist, das gefällt mir sehr. Aber zurück zum Thema: Das liegt an der Evolution. Männer haben verschiedene Strategien entwickelt, um Frauen zu beeindrucken. Die einen machen das mit Aussehen, Athletik, Muskelaufbau etc. Die anderen sind Geistesgrößen und imponieren durch ihre Intelligenz. Und die dritten, die bei den beiden ersten Kriterien nicht so ganz mithalten können, versuchen es eben über den Humor, Frauen für sich zu gewinnen. D.h. Männer haben Humor kultiviert, Frauen konsumieren ihn meistens nur. Kein Wunder, dass die darin nicht so gut sind. Frauen müssen im Schnitt Männer weniger beeindrucken, die haben das einfach nicht nötig. Und wenn, dann reicht passable Optik und Nicht-allzu-doof-Sein meistens völlig aus.

Das merkt man ganz besonders bei Comedy und Kabarett. Die meisten Frauen, die da mitmischen, sind allenfalls Mittelmaß. Es gibt nur wenige herausragende Frauen da, z.B. Monika Gruber:

oder Martina Schwarzmann:

Ist das jetzt Zufall, dass das beide Bayerinnen sind? Erstens komme ich da her und kenne die deshalb auch eher, und zweitens kommen die besten Kabarettisten nunmal aus Bayern. Liegt einfach daran, dass die spezifisch bayerische Melange aus katholischem Mief und CSU-Heuchelei (oder wahlweise CSU-Mief und katholischer Heuchelei) den besten Nährboden für Kabarettisten ergeben. Da muss man sich einfach drüber lustig machen, sonst erträgt man das nicht.

Nein, Carolin Kebekus ist eher nicht lustig.

 

5 a) Ich bin vermutlich lustiger als Du.

Mag sein, aber wenn, dann unfreiwillig. #scnr

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