Kurznachrichten vom 29.01.2016

1: Heute nur kurz der Hinweis auf drei Artikel, die miteinander in Zusammenhang stehen, und sich wieder um den Komplex Flüchtlinge, Köln und die Folgen sowie die dadurch ausgelösten Veränderungen in der Gesellschaft beschäftigen. Der Blogger Don Alphonso geht das bei der FAZ sehr ruhig und leise an, indem er über ein persönliches Erlebnis spricht, wie sich für ihn Deutschland durch die vielen Einwanderer und speziell junge Männer mit Macho-Gehabe verändert. Dann aber zieht er Fazit:

Das Deutschland, aus dem ich stamme, das Land, das die hauseigenen Rassisten der Linken so sehr hassen, war ein gutes Land, und bewohnt von Türaufhaltern, Rücksichtsnehmern – sofern sie nicht gerade im Auto sassen – Schlankmachern und Vortrittlassern. Es war ein Land, das so phantastisch funktionierte, weil sehr viele nicht das in Anspruch nahmen, was möglich war, sondern nur das, was sie wirklich brauchten. Nur deshalb konnte es sich eine generöse Wohlfahrt leisten. Es war ein Land von guten Umgangsformen, und obendrein auf allen staatlichen Ebenen dem Gemeinsinn verpflichtet, wie mein italienisches Ich immer wieder zähneknirschend beim Blick auf italienische Verhältnisse zugeben musste. Es war ein Land, dem man gut sein Dasein anvertrauen konnte, tolerant, weltoffen, hilfreich und idealistisch. Es war ein Land der Spendenschecks und der egalitären Biergartensitzer. Es war ein Land, dessen Banken jeder bedenkenlos in der Nacht besuchen konnte. Dieses Land verschwindet mit jeder Massenschlägerei, mit jedem sexuellen Übergriff und jeder helfenden Verharmlosung mit Hilfe der Familienministerin, jeder Jagd auf Journalisten, jedem Brandsatz an Unterkünften und Autos, bei jedem Schuss auf Plakatekleber und jedem Messerstich, und mit jeder Frau, die stehen bleibt und schnell in eine andere Richtung geht. Man sagt mir, diese Migrationskrise sei wie eine Kneipe, in der achtzig Menschen sind, und dann kommen halt noch ein, zwei Leute dazu. Leider ist diese Migrationskrise auch vier breitbeinige, laute, dreiste Herren im Eingang meiner Bank.

Selbst wenn ich auf dem Dorf wohne, und mir daher bisher sehr wenige neue Flüchtlinge über den Weg gelaufen sind, bemerke ich auch einige unschöne Veränderungen. In meinem Lieblingssupermarkt steht seit neuestem den ganzen Tag ein Security-Mann am Eingang. Mir kann keiner erzählen, das würden nicht alle Kunden über die Preise mitbezahlen. Früher konnte ich bei meinem Zuhause auch nachts einfach auf den Hof fahren oder ihn verlassen. Da geht jetzt nicht mehr. Meine Vermieterin hat wegen der einsamen Lage und vermehrter Einbrüche im Dorf ein neues Hoftor anbringen lassen, das man nachts aufschließen und nach dem Durchfahren wieder schließen muss. Mit den kleinen Dingen fängt es an, dass die Lebensqualität dahinschwindet.

2: Bei Roland Tichy und der Emma schießt Anabel Schunke gegen die Netzfeministinnen. Der Artikel beginnt so:

Anabel Schunke will sich nicht von Männern vor anderen Männern beschützen lassen. Sie will sich alleine und frei in Deutschland bewegen können. Das Model […] findet, die „jungen Feministinnen“ haben sich ad absurdum geführt.

Tag 26 nach den Geschehnissen der Silvesternacht. Tag 22 seitdem die großen Leitmedien erstmals darüber berichteten. Exakt seit diesem Zeitpunkt häufen sich die Meldungen über Asylbewerber, die sich offenbar auch ohne Alkohol und an anderen Tagen als Silvester nicht benehmen können. Dies lässt nur zwei mögliche Schlussfolgerungen zu: Entweder es gibt diese Vorfälle von sexueller Belästigung wirklich erst seit Silvester oder die hiesige Presselandschaft hat vorher schlicht und ergreifend nicht darüber berichtet.

Sehr wahrscheinlich trifft Letztgenanntes zu, sodass wir uns wohl oder übel an den Gedanken gewöhnen müssen, dass man uns bewusst Informationen vorenthalten hat und dass diese Dinge nicht erst seit Köln passieren, dass sie, wenn auch nicht in der Intensität wie jetzt, vielerorts schon seit Jahren vorkommen. Und dennoch ist man fast gewillt, der ganzen Sache etwas Positives abzugewinnen. „Endlich wird darüber berichtet!“ hört man sich in Gedanken sagen. Oder: „Jetzt ändert sich etwas.“

Und über die jungen Feministinnen:

Weil man unter den vermeintlichen Feministinnen eine Pauschalisierung in Richtung Flüchtlinge aus islamisch geprägten Regionen fürchtete, pauschalisierte man kurzerhand selbst und subsumierte alles direkt unter dem Begriff „Männergewalt“. Die #ausnahmslos-Kampagne – ein von Öffentlich-Rechtlichen, also vom gebührenfinanzierten Fernsehen – breit gestütztes Unterfangen, das sogleich dankbar von grünen und linken Spitzenpolitikerinnen übernommen wurde. Puh – da hat man den Crash der eigenen Weltansichten gerade noch einmal abwenden können. Aber was will man auch von einem Land erwarten, in dem die in Kleidersack und Kopftuch gehüllte Kübra Gümüsay als Feministin bezeichnet wird.

Und über die Verquertheit und die Folgen von Politischer Korrektheit:

Unmensch ist in Deutschland nämlich immer noch nicht der, der Frauen kollektiv sexuell belästigt und vergewaltigt, sondern wer ausspricht, dass diese Menschen ihr Gastrecht mit solchen Taten verwirken. Unmensch ist, wer von seinem Hausrecht Gebrauch macht und Personengruppen ausschließt, weil immer mehr Übergriffe seine Existenz gefährden, nicht der, der seine Landsleute und andere diesem Kollektivverdacht aussetzt. Unmensch ist letztlich der, der kulturelle Hintergründe solcher Taten benennt und nicht der, der aufgrund seiner Kultur Frauen als ehrloses Freiwild ansieht.

3: In der Printausgabe der Zeit erschien gestern ein (leider noch nicht online verfügbarer) komplett lesenswerter Artikel mit dem Titel „O Mann!“, in dem sich der Autor Adam Soboczynski die Frage stellt:

Warum haben sich die deutschen Männer in der Silvesternacht von Köln nicht für ihre Frauen geprügelt? Hat der Beschützertyp ausgedient?

und beantwortet diese Frage wie folgt:

Es gibt den Beschützer in Deutschland nicht mehr. Natürlich nicht. Der Beschützer ist aus weiblicher Sicht doch eine lächerliche Figur.

Und ein paar weitere Zitate:

Ob es etwa zum Sieg des Feminismus gehöre, dass die Frau für alles zuständig sei, auch für die Abwehr von Vergewaltigern? […]

Der Patriarch war aber, zumindest als Ideal, kein Tyrann, sondern der Beschützer seiner Frau und seiner Kinder. Er zog mit größter Selbstverständlichkeit in den Krieg, schlug dem geilen Nachbarn eine aufs Maul, wenn er sich an der Gattin vergriff (in besseren Kreisen wurde sich gut angezogen duelliert), und es war immer klar, dass er bei diesen Tätigkeiten sein Leben aufs Spiel setzte. Auch der Mann im Patriarchat hatte es nicht leicht! Die Todesbereitschaft war der Preis für seine privilegierte Stellung. […]

Der Junge, der auf dem Schulhof einen Rivalen verdrischt, ist eher ein Fall für die Psychologin und für eine gute Dosis Ritalin, als dass ihn Papi für seine Selbstbehauptung loben würde – was, ich muss es gestehen, in meiner Generation, Jahrgang 1975, noch ein absolut erwünschtes väterliches Verhalten war. […]

Man darf vom deutschen Mann nicht erwarten, dass er seine Frau beschützt. Das entspricht nicht seiner zeitgemäßen Rolle, und ein solcher Anspruch wäre letztlich auch ein Affront gegen die Gleichberechtigung. […] Frauen, die gerne beides hätten, den durchgegenderten Mann und den Beschützer, denen muss man leider sagen: Beides geht nicht!

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Kurznachrichten abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

9 Antworten zu Kurznachrichten vom 29.01.2016

  1. Matze schreibt:

    Irgendwie schwierig einen Standpunkt zur der Emma-Position einzunehmen. Heute schreiben sie:

    „Weil man unter den vermeintlichen Feministinnen eine Pauschalisierung in Richtung Flüchtlinge aus islamisch geprägten Regionen fürchtete, pauschalisierte man kurzerhand selbst und subsumierte alles direkt unter dem Begriff „Männergewalt“.“

    Und früher schrieben sie:

    „Schule & Gewalt: Gewalt hat ein Geschlecht

    Wollen wir Männergewalt wirklich bekämpfen, müssen wir ihre Ursachen benennen.“

    http://www.emma.de/artikel/schule-gewalt-gewalt-hat-ein-geschlecht-263945

    Einseits schreiben sie selbst das Gewalt ein Geschlecht hat, aber da es nun um Flüchtlinge geht, ist diese Pausalisierung unangebracht?

    „Man darf vom deutschen Mann nicht erwarten, dass er seine Frau beschützt. Das entspricht nicht seiner zeitgemäßen Rolle, und ein solcher Anspruch wäre letztlich auch ein Affront gegen die Gleichberechtigung. […] Frauen, die gerne beides hätten, den durchgegenderten Mann und den Beschützer, denen muss man leider sagen: Beides geht nicht!“

    Ja, wer hätte das bloß ahnen können. Es gibt eben einen Unterschied zwischen dem was Frauen und dem was Feministinnen wollen.

  2. mitm schreibt:

    Ich behaupte seit langem, daß der real existierende Feminismus keine sozialen Probleme (der Frauen) löst, sondern sie konstruiert, und zwar vor allem über die Erzeugung einer Gruppenidentität (Identity politics). Dieser Text von Anabel Schunke liefert gleich reihenweise Belege für diese These:

    „…. Damit hat der Erziehungsjournalismus eine neue Dimension angenommen. Im Bestreben, die Menschen bloß nicht gegen Flüchtlinge aufzubringen, wird der Tanz ums goldene Kalb veranstaltet. Was man dabei vergisst, sind die erheblichen Konsequenzen für die Frauen. [[welche Frauen? die 500km entfernt wohnen?]]

    … Was macht es mit Frauen, wenn sie Opfer solcher Taten werden und was macht es mit jenen, die jetzt fast tagtäglich von diesen Übergriffen lesen müssen? Wenn wir darüber nicht reden, wenn die Gefühle der Opfer [[welcher Opfer? der Leserinnen??]] außen vor gelassen werden, werden wir riesige Rückschritte im Leben insbesondere junger Frauen hierzulande erleben.

    … solcher Taten nicht nur aus der Sicht zunehmender Fremdenfeindlichkeit zu betrachten. Sie sind auch und vor allem vor dem Hintergrund, was solche Übergriffe mit der weiblichen Seele machen, wahrzunehmen.“

    • Lomi schreibt:

      Meinst Du damit, dass Frau Schunke selber diese Gruppenidentität aufbaut?

      Vermutlich meinst Du das, denn sie spricht über „Die Frauen“ und von „der weiblichen Seele“.

      Sich eine Zielgruppe zu erschaffen dürfte eine typische Strategie von politischen Interessengruppen sein. Jeder Wahlkampf funktioniert so. Jede Partei versucht, aus der ungeformten Masse von einzelnen Personen eine Gruppe mit gemeinsamen Anliegen zu machen.

      • mitm schreibt:

        „Meinst Du damit, dass Frau Schunke selber diese Gruppenidentität aufbaut?“

        Sie hat die Denkweisen, die die feministische identity politics bei den Frauen erzeugen soll, tief verinnerlicht, deshalb kommen diese Denkmuster im Text immer wieder hoch, und es scheint ihr auch nicht mehr aufzufallen. Insofern ist sie Opfer (zumal sie relativ jung ist und ihr Leben lang der Propaganda ausgesetzt war).
        Indem Sie das Erlernte reproduziert, wird sie natürlich auch zum Täter insofern, als dieser Text auch bei anderen Frauen Gruppenidentität aufbauen kann und soll.

        „… eine typische Strategie von politischen Interessengruppen…“

        Exakt. Wir selber sind davon auch nicht ausgenommen. Außenstehende sehen das viel besser. Insofern halte ich z.B. Diskussionen mit Feministinnen wie Margret, Onyx o.ä. für wichtig, das ist das beste Mittel gegen die sonst aufkommende Betriebsblindheit.

  3. Lomi schreibt:

    Ich bin langsam ziemlich genervt von dieser Debatte um die Relativierer.

    Manchmal gewinne ich den Eindruck, Deutschland wird nicht von Angela Merkel, sondern von Claudia Roth regiert. Für alles, was schiefläuft, ist diese Frau und ihre Partei verantwortlich, die Gruppe der Feministinnen eingeschlossen.

    Das ist aber wohl nicht wirklich der Fall. Der Fall ist, dass dieses Land zumeist konservativ regiert wird und wurde. Die Grünen haben ganze sieben Jahre Regierungsverantwortung getragen, das war es. Dieses Land ist nicht der Besitz einer grünen Mafia. Es wird in der Regel von Union und SPD verwaltet und gestaltet. Wenn es also in irgendeiner Weise Probleme gibt, hat man sich auch an diese Parteien zu werden. Die Grünen sind eine gegenwärtig bedeutungslose Oppositionspartei.

    Ja, die politische Korrektheit nervt!! Keine Frage.

    Aber ist sie Gesetz? Nur in Teilen, nämlich in irgendwelchen Gender-Vorschriften im öffentlichen Bereich (z.B. Behörden und Unis). Aber wenn Frau Roth oder andere Grüne gegenüber Funk und Fernsehen irgendwas äußern, ist das halt deren politische Meinung. Und es ist nur eine Meinung. Mehr nicht. Es gehört zu einer Demokratie dazu, unterschiedlichste Meinungen auszuhalten. Ich muss ja ebenso die Existenz und das Meinungsbild der CSU aushalten, die aus meiner Sicht ziemlich viel Schrott propagiert. Man kann es nervig finden, dass Grüne mit der Nazikeule hantieren. Keulen haben die anderen auch. Ich kann nicht sehen, wo die CSU sich durch besondere Toleranz gegenüber anderen Lebensvorstellungen auszeichnet. Partiell ist diese Partei sogar erzreaktionär.

    Kann man also bitte mal zurückkehren zu den echten Problemen? Nicht die Grünen haben die Silvesternacht in Köln vergeigt. Es war der SPD-Innenminister und die dortige Polizeiführung. Das Gekrähe von Frau Roth ist nebensächlich.

    Ferner frage ich mich, wie Don Alphonso auf dieses idyllische Heimatgemälde kommt? Als Berliner kann ich mich da nur heftig wundern. Wo hat dieser Mann bis dato gelebt?

    Ich muss ganz ehrlich sagen: Wenn der Maskulismus hier über Umwege nur noch Vehikel eines Rachefeldzuges der Konservativen gegen die 68er und ihre kulturellen Erben ist, dann wird er ein Nischenphänomen bleiben. Denn so etwas ist absolut unattraktiv.

    • aranxo schreibt:

      Ich hab die Artikel jetzt nochmal überflogen, aber wo zum Henker geht es in ihnen um die Grünen oder Claudia Roth? Auch ich selbst habe die Grünen nicht erwähnt. Irgendwie ist das ein wenig Deine eigene Projektion. Ich schreibe „politische Korrektheit“ und Du siehst darin Grünen-Bashing.

      Ich kann Dir versichern, dass die CSU mit Sicherheit nicht meine favorisierte Partei ist. Ich bin zufällig in Franken aufgewachsen und habe noch die Zeiten des seligen Franz Josef Strauß miterlebt. Und den entsprechenden Mief und die moralisierende erzkatholische CSU-Heuchelei, und die Hetze von Strauß gegen jeden Andersdenkenden. Und wie Leute wegen eines „Stoppt Strauß“-Buttons von der Schule geflogen sind. Ich bin ziemlich immun gegen die.

      Aber vielleicht genau deswegen fällt geht mir der Meinungsterror der politischen Korrektheit so auf den Sack, weil ich das plötzlich wiedererkenne: Derselbe Mief wie im Bayern der 70er Jahre, nur in Grün. 😉

      Ich habe Jahrzehnte die Grünen gewählt, in den 80ern und 90ern, selbst als andere längst sagten, die könne man nicht mehr wählen, weil sie ihre Ideale verraten hätten. Ich habe sie gewählt, weil sie für einen Aufbruch in der Gesellschaft standen, für eine Akzeptanz alternativer Lebensmodelle, schlicht für mehr Freiheit und ein wenig mehr Moral in der Politik. Das, wofür auch die 68er standen. Deren Fan ich immer war. Die Sympathie ging so weit, dass ich die RAF fast wie eine Art Robin-Hood-Truppe empfand.

      Aber das hat sich inzwischen gedreht, jetzt sitzt man selber in den ganzen Institutionen. Nicht unbedingt in der Bundesregierung oder in NRW, aber z.B. in Baden-Württemberg, und – noch viel wichtiger – in den Redaktionen, an den Unis, in den Behörden und Stiftungen, und drückt längst anderen die eigenen Moralvorstellungen auf.

      Ja, Du hast recht, nicht die Grünen haben die Silvesternacht in Köln vergeigt. Es war der SPD-Innenminister und die dortige Polizeiführung. Aber das greift ein wenig zu kurz. Ermöglicht hat es auch ein Klima des Verschweigens, wenn es Ausländerkriminalität geht. Früher war die Stärke der Linken immer „Sagen, was ist!“, man hat gesellschaftliche Probleme klar benannt und nicht herumgeschwurbelt wie die Konservativen. Das scheint sich gewandelt zu haben, inzwischen ist das Motto eher „Unter den Teppich kehren, was ist, wenn es nicht in die Ideologie passt!“.

      Ich habe mich immer als Linken betrachtet und deswegen verzweifle ich auch so an den derzeitigen politischen Linken, es geht nicht mehr um Freiheit oder Toleranz, sondern nur noch um Toleranz bzw. letztlich Durchsetzen der eigenen Lebensmodelle, nicht der der anderen. Ich habe langsam das Gefühl, das „alternative Lebensmodell“, für dessen Akzeptanz man heute kämpfen muss, ist die früher ganz normale Familie mit christlichen Wertvorstellungen. Obwohl das weißgott nicht mein Ding ist.

  4. Johnathan Irenicus schreibt:

    “ Unmensch ist, wer von seinem Hausrecht Gebrauch macht und Personengruppen ausschließt, weil immer mehr Übergriffe seine Existenz gefährden, nicht der, der seine Landsleute und andere diesem Kollektivverdacht aussetzt.“

    JA! Wer Individuen als Personengruppen und nicht individuell beurteilt ist unmenschlich!

    Hier im blog wird gleichzeitig gefordert, dass Männer nicht pauschal als Vergewaltiger verurteilt werden, man findet es aber völlig okay alle Flüchtlinge entsprechend abzustempeln… Beides ist Scheiße.

    • aranxo schreibt:

      „Wer Individuen als Personengruppen und nicht individuell beurteilt ist unmenschlich!“ Da gebe ich Dir prinzipiell recht, allerdings ist das manchmal auch ein wenig zu idealistisch gedacht. Wenn bestimmte negative Verhaltensweisen in bestimmten Personengruppen signifikant gehäuft auftreten, ist es nur allzu verständlich, wenn man Menschen aus dieser Gruppe etwas vorsichtiger gegenübertritt. Das heißt aber noch lange nicht, dass man alle gleich in einen Topf werfen darf, schon gar nicht, wenn das nur einzelne aus dieser Gruppe sind und die Mehrheit sich vernünfig verhält. Jeder hat ein Recht auf einen gewissen Vertrauensvorschuss.

      Ich wüsste nicht, wo Du das rauslesen kannst, dass hier irgendwer alle Flüchtlinge abstempelt. Ich könnte Dir sicher ein paar Gegenbeispiele nennen, wo ich zumindest deutlich gemacht habe, dass ich Generalverdachte gar nicht gut finde. Es ist eben immer eine Gratwanderung. Nehmen wir Don Alphonsos Beispiel. Du kommst nachts um elf in die Bank und willst, sagen wir mal, 300 Euro abheben. Und da stehen auf einmal vier so zwielichtige Gestalten rum. Hebst Du das Geld ab? Wenn Du es tust, tust Du es vielleicht doch mit einem mulmigen Gefühl? Ich würde zwar erstmal davon ausgehen, dass die mir nichts tun wollen und werden, hätte aber trotzdem ein merkwürdiges Gefühl dabei.

      Die Diskussion über Rassismus an der Disco-Tür hatten wir schon vor dreißig Jahren, als die Betreiber ein bestimmtes „südländisches“ Klientel nicht reinlassen wollten. Natürlich kannst Du nicht alle über einen Kamm scheren. Aber es braucht nur zwei, drei Vorfälle, wo einer mal ein wenig zu arg zudringlich wird, dann spricht sich das unter den Gästen rum, die Mädels bleiben weg und suchen sich nen anderen Club, dann bleiben die Jungs natürlich auch weg und dann kann der Laden dicht machen. Ist eben so. Wenn der Betreiber nicht rechtzeitig gegensteuert.

      Ich habe eben beides erlebt unter den Zuwanderern. Es gibt da wunderbare Menschen, die sehr zuvorkommend sind und sich eingliedern wollen, mit denen man tolle Feste feiern kann, die goldige Kinder haben und und und. Und es gibt eben auch einen gewissen Schlag junger Männer, die eine üble Macho-Kultur pflegen, und zwar in einer ganz anderen Ausprägung als die paar Westentaschen-Machos, die es unter den Einheimischen auch noch gibt. Für die sind Frauen einfach nur Dreck, Ficklöcher, Putztiere, ums ganz hart zu sagen. Diese Typen sind extrem schwer zu integrieren, bisweilen gar nicht und deshalb will ich die am liebsten gar nicht hier haben, weil die das ganze Klima verderben.

      Die Welt ist nicht immer so einfach. Jeder kann sich irgendwelche Ideale ausdenken und glauben, wenn alle danach handeln würden, gäbe es keine Probleme auf der Welt. Das dumme dabei ist: Das könnten auch Islamisten und Nazis unterschreiben. Andere Leute haben eben andere Ideale.

      • Irenicus schreibt:

        „Wenn bestimmte negative Verhaltensweisen in bestimmten Personengruppen signifikant gehäuft auftreten, ist es nur allzu verständlich, wenn man Menschen aus dieser Gruppe etwas vorsichtiger gegenübertritt. “

        So wie Gewalt im öffentlichen Raum signifikant häufiger von Männern ausgeübt wird? Die Frage ist, wie häufig sie innerhalb der Gruppe auftritt. Wenn 90 Prozent einer Gruppe etwas tun, dann kann man vielleicht über die komplette Gruppe reden, aber eigentlich muss man trotzdem jeden einzeln beurteilen. Wenn aber nur 1Prozent der Gruppe sich daneben benimmt, dann kann cih die anderen 99 Prozent auf gar keinen Fall mit vorverturteilen. was nicht heißt, dass ich glücklich strahlend auf die zugehe.

        “ Ich würde zwar erstmal davon ausgehen, dass die mir nichts tun wollen und werden, hätte aber trotzdem ein merkwürdiges Gefühl dabei.“
        Na und? dann hast du halt ein mulmiges Gefühl! Pech gehabt. Deswegen kann ich doch flüchtlingen nicht das recht auf Asyl nehmen.
        Meine Freundin hat Angst nachts alleine durch die Stadt zu laufen. Ist halt so – Pech gehabt. Ich werde deswegen bestimmt nicht verbieten, dass Männer nachts rumlaufen.

        „Diese Typen sind extrem schwer zu integrieren, bisweilen gar nicht und deshalb will ich die am liebsten gar nicht hier haben, weil die das ganze Klima verderben.“
        Und wie wilslt du die aussortieren? Das kannst du nur, wenn sie herkommen und du sie dabei erwischst. Mal abgesehen davon, dass diese „Meinung“ bzw. „Weltanschauung“ noch kein Verbrechen ist, solange derjenige sie nicht mit Gewalt durchsetzen will, auch wenn es doof ist 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s