Kurznachrichten vom 19.01.2016

1: Heute hab ich nur einen, aber der hat es in sich. Phillip Mark McGough erklärt auf der Plattform Quillette: After Cologne, Feminism is Dead.

As a general point, it really is astonishing the extent to which the feminist left (in fact, the left in general) is prepared to veto entire chapters of its own otherwise Inquisitorially-enforced ideology in the interests of maintaining 100% solidarity with Islam — the most ruthlessly misogynistic force in the world today. The same people who see and hear rape culture literally everywhere (on University campuses, in wolf-whistles, on saucy t-shirts worn by rocket scientists, etc) somehow suddenly can’t see or hear it at all when it involves feral mobs of migrants assaulting women en masse in public in major European cities. Amid a miasma of double standards and self-contradictory froth, what’s clear is that the left is only opposed to evils like misogyny, homophobia, and racism inasmuch as they can be bundled into a knout and wielded without mercy to give white, western, man a damn good thrashing.

Ever since the rise of Islamism in place of Communism as the chief ideological antipode of western values, the left has sunk lower and lower into moral insolvency in its pathological urge to aid, abet, and excuse the actions of the enemies of tolerance. Until recently, the more recklessly optimistic among us thought there might be a turning point. Perhaps after Paris January 2015, or after Paris November 2015, or after Cologne, or after [insert any given Islamist transgression against basic decency here]… perhaps then we would witness some sort of renaissance of sanity, a resurrection of reason, when the left would rediscover its social justice-based roots and surprise us with outright condemnation of the horror, with no plea of mitigation.

We must now accept that this turning point will never come; indeed, that for the European liberal left in general, and for the feminist left in particular, a point of no return has been reached. Axiom: After Cologne, feminism is dead. Europe must now focus on the more important issue of women’s rights.

 

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20 Antworten zu Kurznachrichten vom 19.01.2016

  1. Pingback: Angemessenheit von Empörung – Der lange Weg zum ersten Mal

  2. lomi schreibt:

    Ich halte diesen Kommentar für ziemlich falsch. Meiner Meinung nach ist die Debatte längst noch nicht zum Kern vorgestoßen. Die Behauptung, dass der Feminismus widersprüchlich ist, ist nicht neu und nicht originell und erklärt nichts. Es ist auch zu sehr Agenda seiner Kritiker, dem Feminismus Bigotterie nachzuweisen. Man erkennt es daran, dass Feminismus und „links“ schnell gleichgesetzt werden. Das ist nicht immer eine echte Verbindung. Feminismus ist oft genug pseudopolitisch oder gar reaktionär.

    Es ist Tatsache, dass der Feminismus angesichts der Vorfälle von Köln versagt und hier versucht, vom Flüchtlingsthema abzulenken. Aber ich glaube nicht, dass man damit bereits alles gesagt hat. Der Kommentar greift zu kurz.

    Man kann der Sache nur Herr werden, wenn man alle Seiten betrachtet. Es ist nun einmal so, dass das Thema Köln einen zeitgeschichtlichen Kontext hat, der auch AfD und Pegida beinhaltet. Das Spannungsfeld zwischen Ablehnung und Befürwortung der Flüchtlingsaufnahme bildet den HIntergrund. Insofern kann das Verhalten einer politischen Interessengruppe nicht isoliert betrachtet werden. Es ist immer auch Reaktion auf etwas.

    Im gegenwärtigen Klima in Deutschland ist es schwer, so etwas wie Köln sachlich zu diskutieren. Die Silvesternacht wird von links wie rechts genutzt, um eigene politische Agenden nach vorne zu treiben. Zur politischen Strategie gehört es allzumal, den politischen Gegner möglichst zu diskreditieren und so die öffentliche Meinung auf die eigene Seite zu ziehen. Der Vorwurf der Lüge und der Heuchelei sind dabei Standardwerkzeuge. Schon immer haben sich Parteien aller Couleur gegenseitig Lüge, Egoismus, Korruption, ideologische Verblendung und Dummheit vorgeworfen. Diese Art Vorwürfe sind selber das Phänomen, das man reflektieren muss. Sie sind hier immer Teil des politischen Kampfes.

    Die Feminismuskritiker übersehen, dass sie allzu schnell falsche Freunde gewinnen und somit sich vor den Karren einer ausländerfeindlichen Politik spannen lassen. Und genau das ist das Problem an Köln für „Gutmenschen“. Ich nehme das mal als Etikett für jene, die versuchen, eine hohe humanistische Moral zu verwirklichen. Dazu muss man kein Feminist sein, will sagen: nicht jeder „Gutmensch“ ist Feminist oder links. Die Schwierigkeit besteht nach Köln nun darin, das Thema Flüchtlinge so zu diskutieren, dass man weder einem positiven Rassismus anhängt („alle Fremden sind per se gut“), noch dass man beim Besprechen von Problemen ins Gegenteil verfällt („der Islam ist per se frauenfeindlich“).

    Die Abwehr von Ausländerfeindlichkeit sorgt oft dafür, dass man sehr grob argumentiert und dazu neigt, demonstrativ sich auf die Seite der Migranten zu stellen. Das mündet dann schnell auch in peinlicher Folklore, wie das eben bei Solidaritätsbekundungen oft der Fall ist. Schließlich ist da immer Pathos im Spiel und Pathos kippt schnell ins Lächerliche. Dahinter steckt auch die Angst, dass man ungewollt irgendwas „rassistisches“ äußert und damit Probleme anfacht. Aus dieser Angst heraus wird die Folklore dann zwanghaft. Damit reagiert man dann aggressiv auf alles, was aus der Folklore rausfällt und geißelt es als „rassistisch“. Alles in allem ist das aber der Versuch, es richtig zu machen angesichts ja auch realer Gefahren. Nazis sind keine Erfindung, sie existieren und nicht nur der NSU war gewalttätig.

    Es ist nun ungemein schwierig, in dieser Gemengelage den eigentlich wesentlichen Punkt stark zu machen: Menschenrechte und die Priorität des Individuellen. „Gutmenschlich“ gedacht ist der Mensch kein Söldner im Dienste unverrückbarer kultureller Prägungen, sondern jeweils ein Individuum. Menschen sollten deshalb nicht vor-verurteilt werden, sondern je nach ihrem individuellen Handeln. Und Flucht aus Krieg, Not und Elend gebührt menschenrechtlich gesehen eben nicht nur den moralisch Guten, sondern jedem Menschen. Die Pflicht zu helfen resultiert nicht daraus, dass die Hilfebedürftigen tolle, sympathische Menschen sind, sondern daraus, dass sie in großer Not sind. In diesem Sinne kann man sogar „Gutmensch“ sein, ohne je links gedacht zu haben: Die Bibel zum Beispiel nennt das „Nächstenliebe“.

    Es ist den „Gutmenschen“ aber nicht gelungen, daraus einen markanten Diskurs zu schmieden. Vereinfachungen a la #aufschrei, Multikulti, aber auch a la Pegida und AfD sind viel wirkmächtiger und schlagzeilenträchtiger. Menschenrechte und Individualität haben etwas medienunfreundlich intellektualistisches an sich. Aber letzten Endes geht es genau darum wie auch um die Tragik des Scheiterns solcher Positionen in einem aufgeheizten Kampf um die Deutungshoheit.

    • elmardiederichs schreibt:

      @lomi

      Ich muß zugeben, daß ich nicht völlig sicher bin, worauf dein Kommentar abzielt, aber vielleicht klärt sich das im Dialog.

      „Man erkennt es daran, dass Feminismus und “links” schnell gleichgesetzt werden. Das ist nicht immer eine echte Verbindung. Feminismus ist oft genug pseudopolitisch oder gar reaktionär.“

      Man kann nicht abstreiten, daß der Feminismus und die Linken bestimmte politische Werte wie soziale Gleichheit, Ausgleich zugunsten der Schwachen/Benachteiligten, Ablehnung von Hierarchien oder Selbstbestimmung teilen. Das macht Feminismus erst mal zu einem linken Standpunkt und zwei Generationen von Politikern haben das genauso gesehen wie ich. Zwar habe ich viel Sympathie dafür, daß Feminismus „irgendwie in Wirklichkeit“ reaktionär ist, aber bisher hat niemand (neines Wissens nach) eine schlüssige Analyse vorlegt, inwiefern das präzise der Fall ist – von einer adäquate Definition von „konservtiv“ mal ganz abgesehen.

      Die manosphäre sollte und kann sich daher im Moment aus solchen links-rechts-Fragen weitgehend raushalten.

      Darüber hinaus scheinst du genau das zu machen, was sich bereits in der Vergangenheit als besonders schädlich erwiesen hat: Du versuchst, Feminismuskritik zu einer allgemein-politischen Frage zu machen. Doch in meinen Augen sollte man das immer auseinanderhalten: Wir sind eine Lobbygruppe, die von einem engen Kreis von Themen motiviert wird und solange die Rechten ihre rechten Parolen für sich behalten und mit mir z.B. gegen Zwangsvaterschaft Politik machen, dann arbeite ich mit diesen Leuten auch zusammen. Es geht um Mehrheiten, nicht darum, Freunde zu finden.

      Zwei Hinweise noch zu den politischen Punkten deines Kommentars:

      1, Wir haben keine Krise mit Flüchlinge, sondern es sind Einwanderer, die ihre eigene arabisch-islamische Sozialisation in einem fremden Land mit einer über 1200 Jahre völlig anders verlaufenen kulturellen Entwicklung nicht bereit sind, auf ihr Privatleben zu beschränken. Doch genau das ist bei Einwanderung der deal: „Du kannst hier leben, und dafür paßt du dich der existierenden öffentlichen Ordnung an.“. Wer das nicht glaubt, mag die Flüchtlingskonvention lesen. Diese politische Tatsache wird von Medien und Parteipolitik unterschlagen und auch in deinem Kommentar kann man davon nichts merken. Meiner Ansicht nach aber sollte man diese Tatsache von irgendwelchen Hilfappellen trennen: Man kann helfen und trotzdem auf der öffentlichen Ordnung, die ja auch ein Teil der Selbstbestimmung der hier Lebenden ist, bestehen. Die richtige Maßnahme wäre, eine offene Einwanderungspolitk zu betreiben und das alles auf eine rechtsstaatliche Grundlage zu stellen, anstatt alles über das Asylrecht abzuwickeln und – weil das im Grunde nicht geht – das Asylrecht fortlaufend zu brechen. Denn das sind keine Flüchtlinge, das sind EINWANDERER.

      2. Es geht für Feministen und Gutmenschen keineswegs darum, daß sie in einem moralischen Sinne alles richtig machen wollen. Meiner Ansicht nach wird vor allem getestet, was man in der Öffentlchkeit im Moment durch Manipulation erreichen kann – nach Folgendem Prinzip:

      Wie kann man jemanden dazu bringen, etwas zu tun, was er nicht will bzw. was unvernünftig oder sogar objektiv schädlich ist? Man versucht, ihm einzureden, daß all diese Nachteile in Kauf zu nehmen, den Vorteil hat, etwas moralisch Gutes zu tun. Das allein dazu taugliche Konzept der Moral darf dafür natürlich nicht nach universellen, handlungsleitenden Standards fragen, wie es deontologische oder konsequentialistische normative Ethiken tun, sondern sie darf allein nach der Auswahl der moralisch richtigen Reaktion auf eine konkrete Handlung oder ein konkretes Ereignis fragen, die dann kontextabhängig identifiziert werden muß. Und wer bestimmen kann, wie dieser Kontext zu deuten ist, hat den moralischen Knebel offensichtlich in der Hand. Dieses Gelegenheit nutzen Politikere, Feministen und sog. social justice warriors in gleicher Weise. Sie benutzen eine narrative Ethik zur moralischen Begründung ihrer Forderungen: Was moralisch richtig ist, wird danach ganz subjektiv nach aus Empathie und Mitgefühl erwachsenden Werten oder Werterfahrungen entschieden. Wer sich daher falsch entscheidet, kann nur ein schlechter Mensch sein.

      Das ist eines der wirksamsten Manipultionsstrategien der letzten Jahre und er hat einen Tugendfuror möglich gemacht, der zuverlässig jeden Verstand abschaltet. Wenn man daher schon Kompetenz zeigen will – und du willst ja, daß wir das tun – dann sollte sie in Richtung Medienkritik und Demokratiekritik gehen.

      Der Versuch die manosphäre zu politisieren, ist in jedem Fall falsch.

      • lomi schreibt:

        „Meiner Ansicht nach aber sollte man diese Tatsache von irgendwelchen Hilfappellen trennen: Man kann helfen und trotzdem auf der öffentlichen Ordnung, die ja auch ein Teil der Selbstbestimmung der hier Lebenden ist, bestehen.“

        Dem stimme ich voll zu. Die Unterschlagung dieses Themas ist auch hochproblematisch. Man muss anerkennen, dass es darum nun einmal einen Konflikt in der deutschen Gesellschaft gibt.

        „Es geht für Feministen und Gutmenschen keineswegs darum, daß sie in einem moralischen Sinne alles richtig machen wollen. Meiner Ansicht nach wird vor allem getestet, was man in der Öffentlchkeit im Moment durch Manipulation erreichen kann – “

        Ja, auch richtig. Ich habe hier allerdings „Gutmensch“ etwas weiter gefasst. Es ist richtig, dass Feministinnen und Gutmenschen ihre politische Agenda durchzusetzen versuchen und dabei als Moralunternehmer agieren.

        Ich meinte mit „Gutmensch“ freilich die Leute, die das nicht wollen, sondern tatsächlich einer gewissen moralischen Aufrichtigkeit frönen wollen. Diese Leute gibt es nämlich auch noch. Sie sind in der Falle, dass sie vor den Karren von Feministinnen usw. gespannt werden. Das liegt meines Erachtens daran, dass es eben noch keine Sprache gibt, die prägnant eine gewisse allgemein-humanistische Moral propagieren kann.

        Mein Monitum ist also, dass der „Gutmenschen“-Diskurs, (gemeint: der ehrlich moralische) unausgereift ist. Feministinnen und SJW bedienen sich dieser Moral und dieses Diskurses und daran sieht man, dass man ihn manipulieren kann. Leute, die sich da weder rechts noch links einordnen wollen, verfügen gewissermaßen über kein eigenes Diskursinstrumentarium. Und dabei tappt man dann in die Falle, z.B. der des positiven Rassismus. Weil man kein eigenes Szenario entwickelt hat für den Fall, dass Zuwanderer, Asylanten oder wer auch immer auch problematisch sein kann, hat man auf konkrete Ereignisse dieser Art auch keine schlagkräftige Antwort. Allenfalls der Rechtsstaatsdiskurs liefert eine Grundlage, Menschen auch individuell zu beurteilen.

      • elmardiederichs schreibt:

        @lomi

        Freut mich, daß du einen zentralen Punkt meines Kommentar, die korrekte Klassifizierung der „Flüchtlinge“ als Einwanderer mit Stillschweigen übergehst. Das ist einer der Gründe, warum ich kein Linker mehr sein kann.

        Ansonsten: Vermutlich verstehe ich es immer noch nich.

        „Ich meinte mit “Gutmensch” freilich die Leute, die das nicht wollen, sondern tatsächlich einer gewissen moralischen Aufrichtigkeit frönen wollen.“

        Aber diese Leute brauchen eine Art Schulung in Sachen Moral, denn die oben von mir geschilderte, narrative Ethik ist ja gerade nicht akzeptabel, weil sie es z.B. nicht zuläßt, in der Abwägung über moralisch richtiges Verhalten die Tatsache zu berücksichtigen, daß wir eine moralische Verantwortung haben gegenüber zukünftigen Generationen. Wenn du also die manosphäre dazu aufffordern willst, moralische Kompetenz zu demonstrieren und z.B. ein begründete Votum für eine deontologische narrative Ethik abzugeben, dann habe ich nichts dagegen.

        Ansonsten kann ich nur sagen, daß auch Menschen in bester Absicht selbst dafür die Verantwortung tragen, was sie im Kopf haben und sie vor irgendwelche Karren spannen lassen.

        „Das liegt meines Erachtens daran, dass es eben noch keine Sprache gibt, die prägnant eine gewisse allgemein-humanistische Moral propagieren kann.“

        Definitiv NEIN. Ließ dir mal den post auf meinem blog durch, der am Freitag kommt. Da wirst du eine Alternative finden.

        „verfügen gewissermaßen über kein eigenes Diskursinstrumentarium.“

        Läßt mich komplett ratlos zurück: Ich BIN weder links noch rechts und ich kann offenbar sehr präzise argumentieren….. ???

      • lomi schreibt:

        „bestimmte politische Werte wie soziale Gleichheit, Ausgleich zugunsten der Schwachen/Benachteiligten, Ablehnung von Hierarchien oder Selbstbestimmung“

        Auf einer Metaebene könnte man analysieren, wie der Diskurs um diese Werte aufgebaut ist und warum er im Fall von Köln unfähig ist, diese Werte letztlich auch zu realisieren. Bei Köln haben wir gesehen, dass der Versuch, antirassistisch zu sein, zum Ausblenden der Vorfälle geführt hat. Das ist letztlich ein Verstoß gegen die obigen Werte, denn die Opfer von Köln dürften nicht anders behandelt werden als die von Rassismus etc. Der Diskurs aber hat wohl derzeit eine argumentative Konstruktion, die diesen Verstoß erzeugt hat. Was vermutlich an dem politischen Missbrauch der genannten Werte liegt. Aber es ist auch ein Konstruktionsproblem an sich. Schlaue Spin-Doktoren jedenfalls würden überlegen, wie man aus dieser Falle herauskommen kann mit einer geschickten Rhetorik. Die Feministen stattdessen sind ins offene Messer gerannt.

      • elmardiederichs schreibt:

        @lomi

        Tut mir wirklich leid, dich mit meiner Begriffsstutzigkeit zu nerven, aber … ich seh das alles nicht:

        „Bei Köln haben wir gesehen, dass der Versuch, antirassistisch zu sein, zum Ausblenden der Vorfälle geführt hat.“

        Nein. Hier wurde einfach nur nicht verstanden, was „rassistisch“ bedeutet. Mit irgendeiner Unfähigkeit zur Wertrealisation hat das nichts zu tun, die Männer in Köln kann man ZU RECHT kritisieren. Und weil es ZU RECHT ist, ist es auch nicht rassistisch, islamophob oder sonst irgendwas. Und es ist unausweichlich Zeit, zu verstehen, daß es zivilsatorisch toxisch ist, wenn bestimmte Islamauslegungen auf bestimmte Kulturen treffen.

        Warum diese Konsequenz vermieden wird, liegt auf der Hand: Würde man das zugeben, dann würde folgen, daß man Kulturen vergleichen kann und einige Kulturen primitiver und unmenschlicher sind als andere. Und dann käme der nächst-größere Hammer, dann würden die SJW uns erklären, daß wir uns wie die Kolonialherren benehmen und glückliche Neger demütigen würden – was aber natürlich mit der Wahrheit nichts zu tun hat.

        „Aber es ist auch ein Konstruktionsproblem an sich.“

        Bitte dieses Konstruktionsprinzip noch einmal explizit hinschreiben.

      • lomi schreibt:

        „Freut mich, daß du einen zentralen Punkt meines Kommentar, die korrekte Klassifizierung der “Flüchtlinge” als Einwanderer mit Stillschweigen übergehst. Das ist einer der Gründe, warum ich kein Linker mehr sein kann.“

        Diese Klassifizierung fand ich erst einmal nicht so wichtig. Siehe meine zweite Antwort. Ich suche anderenorts nach einer Erklärung, die logisch VOR der Klassifizierung liegt. Ich meine damit: Der linke Diskurs um diese Werte muss erst einmal in die Lage gebracht werden, solche Klassifizierungen unaufgeregt zu diskutieren. Er agiert aber eher reflexhaft. Und ist damit kein echter Diskurs.

        Und nun ist es so:
        Es gibt Leute, die sich dieser Werte bedienen. Aber es gibt auch Leute, die guten Glaubens diesen Werten anhängen. Letztere sind aber in einem Diskurs sozialisiert, der ihnen gewisse Differenzierungen unmöglich gemacht hat.

        Dass jeder dieser Leute selbst verantwortlich ist, steht außer Frage.

      • elmardiederichs schreibt:

        @lomi

        „Der linke Diskurs um diese Werte muss erst einmal in die Lage gebracht werden, solche Klassifizierungen unaufgeregt zu diskutieren. “

        Ich habe ja bereits einen Vorschlag gemacht, wie das gehen könnte: Man schickt die Linken in die Schule und erklärt ihnen, was moralische Inkompetenz ist und daß man mit moralischer Inkompetenz aus moralischen Gründen keine Politk machen darf.

        Aber davon scheinst du nichts zu halten.

        „Letztere sind aber in einem Diskurs sozialisiert, der ihnen gewisse Differenzierungen unmöglich gemacht hat.“

        Nee, echt nicht. Damit kann sich keiner rausreden!!

      • lomi schreibt:

        „Bitte dieses Konstruktionsprinzip noch einmal explizit hinschreiben.“

        So genau kann ich das nicht. Ich kann es nur versuchen.
        Oben hatte ich es schon gesagt. Man will vermeiden, rassistisch zu agieren oder rassistische Leute zu unterstützen oder deren Agieren zu legitimieren. Man erlegt sich selbst Sprachvorschriften auf. Außerdem greift man zu symbolischen Handlungen: kurdisches Volksfest mit Trachten und Brauchtum beim Stadtteilfest z.B. Man DEMONSTRIERT Solidarität, indem man sich den Leuten zuwendet, sich als ihr Freund und Unterstützer darstellt, ihnen den Beistand versichert. Das rutscht schnell ab in unkritische Distanzlosigkeit. Denn kritische Distanz und Abwägen unterhöhlt die Geste der Solidarität. Davor hat man Angst, weil man damit partiell Rassisten oder sonstigen Ausländerfeinden recht geben könnte. Oder sich eingestehen müsste, dass man im Verborgenen selber Probleme mit gewissen Kulturen hat.

        Z.B. Multikulturalimus: Gerne wird gesagt, Zuwanderer bereichern unsere Kultur. Aber was, wenn dem nicht so ist und sie Probleme importieren? Dieses Szenario wird meist abgewehrt, was dazu führt, dass man darauf keine Antwort findet, die zu den oben genannten Werten dennoch passen kann. Weil man keine Antwort hat, hat man umso mehr Angst, sein Unbehagen zuzugeben, weil man dann befürchtet, selber zum Ausländerfeind zu werden.

      • elmardiederichs schreibt:

        @lomi

        Ok, ich ahne langsam, daß du eine psychologische Erklärung des Wie-kam-es-dazu möchtest. Bisher dachte ich, du willst eine Debatte korrigieren, weil es BESSER sein könnte.

        Wenn ich jetzt mal auf den psychologischen Aspek antworte, dann würde ich sagen, daß der Fehler darin besteht, daß soziale Klassen Adressanten persönlichen Verhaltens sind.

        Denn nur der Staat darf durch staatliches Handeln soziale Klassen adressieren, Menschen übernehmen als Einzelne generell keine Verantwortung für Strukturen – obwohl uns der Feminismus seit 65 Jahren das Gegenteil einzuhämmern versucht.

        Einzelne wechselwirken nämlich nur mit Einzelnen und übernehmen auch nur dafür Verantwortung. Wenn sie mit mit einer Gruppe von Menschen wechselwirken – wie es z.B. ein CEO eines transnationale Konzerns tut – dann muß die Verantwortung dafür in moralisch kontrollierten Unternehmensregeln liegen, denn sonst geht die Selbstbestimmung im Kollektiv zum Teufel.

        So funktioniert das.

      • lomi schreibt:

        „Nein. Hier wurde einfach nur nicht verstanden, was “rassistisch” bedeutet. Mit irgendeiner Unfähigkeit zur Wertrealisation hat das nichts zu tun, die Männer in Köln kann man ZU RECHT kritisieren. Und weil es ZU RECHT ist, ist es auch nicht rassistisch, islamophob oder sonst irgendwas. Und es ist unausweichlich Zeit, zu verstehen, daß es zivilsatorisch toxisch ist, wenn bestimmte Islamauslegungen auf bestimmte Kulturen treffen.“

        Das ist korrekt. Und eben einer der Konstruktionsfehler des Gutmenschen-Diskurses. Das Problem liegt hier im mangelnden Begriffsverständnis.

        Ungeachtet aller Verantwortung usw. interessiert mich als Soziologen vor allem, wie solche Dinge tatsächlich stattfinden. Dafür ist es wurscht, ob das eine Ausrede ist oder ob die Leute bequem waren. Faktisch ist es so, dass Leute sich in Milieus zusammenfinden und sich dort ihre Rhetoriken sich aneignen und damit ein Reservoir an Themen, Begriffen und Argumenten (auch wenn die nix taugen). Da man in einer Filterblase sich gegenseitig bestätigt, fällt die kritische Reflektion dieser Rhetorik meist aus. Diese Rhetorik ist aber sowohl Moralunternehmern als auch den Ehrlichen zu eigen.

      • elmardiederichs schreibt:

        @lomi

        „Faktisch ist es so, dass Leute sich in Milieus zusammenfinden und sich dort ihre Rhetoriken sich aneignen und damit ein Reservoir an Themen, Begriffen und Argumenten“

        Ganz ehrlich – das scheint mir eher ein therapeutisches Problem zu sein nichts mit der Einschätzung in der Sache zu tun zu haben.

      • lomi schreibt:

        „Ok, ich ahne langsam, daß du eine psychologische Erklärung des Wie-kam-es-dazu möchtest.“

        Nein, psychologische Erklärungen interessieren mich nicht so sehr. Mich interessieren Strukturen.

      • elmardiederichs schreibt:

        @lomi

        Ich würde mich freuen, darüber in deinem blog zu lesen.

    • djadmoros schreibt:

      @lomi:

      Dass dieser Kommentar »ziemlich falsch« sein soll, kann ich jetzt auch nicht ganz nachvollziehen. Ich fand bereits die folgende These von asemann zum #ausnahmslos-Hashtag sehr treffend:

      »Die Angriffe von Köln haben die Glaubwürdigkeit eines Kernbestandteils des intersektionalen Feminismus, die Privilegientheorie (die besagt, dass weniger privilegierte Menschen privilegierte Menschen per definitionem nicht diskriminieren können) vollkommen zerstört. (…) #ausnahmslos ist, ich wiederhole mich, nichts anderes als der verzweifelte Versuch, das tatsächliche bisherige absolute Versagen des Feminismus1 bei der Bekämpfung sexueller Gewalt zu verschleiern, und durch die „Besetzung“ der Themen Antirassismus / Kampf gegen sexuelle Gewalt die Diskurshoheit und den „moral high ground“ wieder zu erlangen.«

      Natürlich ist die Beobachtung einer inneren Widersprüchlichkeit des Feminismus nicht neu, aber hier wird es an einem neuralgischen Punkt der öffentlichen Debatte auch für ein breiteres Publikum außerhalb unserer eigenen Filterblase unübersehbar. Daher halte ich diesen Fall für einen historischen Einschnitt.

      Das Problem der »falschen Freunde« von rechts sehe ich dabei auch, aber warum ist es »den “Gutmenschen” … nicht gelungen, daraus einen markanten Diskurs zu schmieden«? Ich denke, aus mehreren Gründen:

      Erstens, weil sich die Frage »wieviel Zuwanderung kann unsere Gesellschaft objektiv verkraften« kaum kurzfristig beantworten lässt und weil sich in meinen Augen auch unter der Prämisse der Werte von Menschenrechten und Individualität die »handwerkliche Ausführung« des staatlichen Umgangs mit den Flüchtlingen beanstanden lässt.

      Zweitens, weil man zwar nicht den Kern der rechten Agitatoren, wohl aber deren »Resonanzgruppe« da abholen muss, wo sie stehen. Da finde ich zwei Telepolis-Artikel von Alexander Augustin höchst relevant, nämlich: Ich bin Pack und Ostdeutschland erwache. Die Leute, die sich so äußern wie dort geschildert, sind meiner Ansicht nach in folgender Situation: in unserem neoliberal »reformierten« Wohlfahrtsstaat (dazu gibt’s hier morgen von mir einen längeren Blogpost) sind Anwartschaften auf Sozialleistungen ein notorisch knappes und sozial hochgradig stigmatisiertes Gut (Sozialschmarotzervorwurf). Die Leute in den ostdeutschen Ghettos, deren Aussagen Augustin schildert, stehen in der Kette der Anwartschaften ganz hinten, und gesellschaftlich wird ihnen bedeutet: ihr seid Ausschuss und Versager. Nun kommen hunderttausende von Flüchtlingen ins Land, und diese Leute müssen beobachten: sei in Deutschland Flüchtling, und man kümmert sich nicht nur sofort um Dich, man weist Dir auch einen positiv besetzten Status zu: den eines Opfers. Die Flüchtlinge drängeln sich in dieser Wahrnehmung sozusagen beim Schlangestehen um Anwartschaften (und symbolische Anerkennung!) rücksichtslos nach vorne.

      Dass diese Leute nun hohl drehen, scheint mir zwangsläufig zu sein, zumal die Politik den »sprachpragmatischen« Hintergrund (man prügelt den Sack »Flüchtlinge«, meint aber den Esel »Staat«) solcher Äußerungen völlig ignoriert und denen antwortet: »Ach übrigens – ihr seid nicht nur Versager, ihr seid auch Verbrecher!« Woraufhin dessen Überlaufen zu Pegida und NPD eigentlich alternativlos wird. Denn wohin können sie sich denn sonst noch wenden?

      Mein Verdacht ist daher: wir befinden uns beim Flüchtlingsthema längst in einer überdeterminierten Situation, bei der uns unsere eigenen Sünden gleich reihenweise auf die Füße fallen: die Unfähigkeit, eine sozial gerechte Reform des Sozialstaats durchzuführen, die Unfähigkeit, in internationalen Krisen sachgerecht und ohne Vergiftung durch eigene Ideologien und Interessen zu intervenieren (das betrifft sebstverständlich nicht nur Deutschland), die Unfähigkeit, eine effektive Integrationspolitik zu betreiben (Sünden der Vergangenheit: »Deutschland ist kein Einwanderungsland!«), und die Unfähigkeit, zu einem fairen internationalen Wirtschaftsregime beizutragen (wir sind im Gegenteil gerade im Begriff, sogar die EU wieder rückabzuwickeln).

      Davon abgesehen stellt sich das Problem für mich zudem aus einer ganz praktischen Perspektive: ich muss Antworten finden, wenn mein Sohn (Klassenstufe 8) über Flüchtlinge schimpft, weil eine halbe Straßenbahn voll davon gerade von irgendwoher nach irgendwohin gefahren ist und die halt – aus welchen Gründen auch immer – gerade nicht ganz frisch gerochen haben. Oder wenn er lieber eine Straßenbahnhaltestelle weiter zu Fuß geht, weil da, wo er eigentlich einsteigen wollte, außer fünf jungen männlichen Schwarzafrikanern niemand an der Haltestelle ist (ist neu in dem Viertel, wo wir wohnen). Das sind spontane, zum Teil angstbesetzte Fremdheitserfahrungen, denen ich nicht mehr einfach mit väterlicher Autorität eine Deutung überstülpen kann, die dann »geschluckt« wird. Auch hier muss ich versuchen, ihn irgendwie bei den »Empfindungsqualitäten« abzuholen, und das ist ein echter Eiertanz.

      Hinsichtlich der Frage, woher dieser (für mich abstrakt wünschenswerte) »markante Diskurs der Gutmenschen« denn kommen soll, bin ich daher im Augenblick völlig ratlos.

      • lomi schreibt:

        @djadmoros
        „Natürlich ist die Beobachtung einer inneren Widersprüchlichkeit des Feminismus nicht neu, aber hier wird es an einem neuralgischen Punkt der öffentlichen Debatte auch für ein breiteres Publikum außerhalb unserer eigenen Filterblase unübersehbar. Daher halte ich diesen Fall für einen historischen Einschnitt.“

        Damit hast Du vermutlich recht.

        Aber es greift eben zu kurz. Ganz einfach deswegen, weil z.B. der Feminismus nur ein Teil des Problems ist. Ich stimme Deinem Kommentar nahezu ausnahmslos zu. Du hast da ja schon den Rahmen aufgespannt, in dem sich das Ganze bewegt: „Gerechte Gesellschaft“ und die von Dir genannten weiteren Baustellen. Da ist der Feminismus nur ein Bausteinchen, sogar ein sehr unwichtiges. Der Feminismus ist hier bloß Symptom für die Ideenlosigkeit, die mangelnde Sachlichkeit und die unbearbeiteten sozialen Probleme im Lande. In diesem Falle steht er symptomatisch für die Defizite der Linken bzw. Liberalen, das Thema sinnvoll zu bearbeiten (Liberale im Sinne der US-Liberals: das sich eher progressive akademische Bürgertum der Großstädte). Es ist ein Defizit des politischen Denkens, das auf eher links-liberale Werte von Individualität, Freiheit, Gerechtigkeit usw. abzielt. Zumindest der eher in diesem Spektrum populäre Diskurs ist angesichts Köln nicht mehr sprachfähig. Und das eint Feministinnen und einen Teil seiner Gegner, wenn ich hier jetzt mal von mir auf andere schließen darf 😉

        Apropos Telepolis: Der Artikel zum Thema von Ruth Berger hat mir da am besten gefallen ==> http://www.heise.de/tp/artikel/46/46372/1.html

        Und ja: Bei aller Abneigung gegen Pegida und Co. finde ich „Pack“ als Ansprache komplett falsch. Vor allem ist es falsch, den sich hier ausdrückenden Konflikt zu ignorieren. Ob man das mag oder nicht, hier zeigen sich tiefe gesellschaftliche Spannungen, die man bearbeiten muss. Mit „Wir schaffen das“ überzeugt man da keinen.

      • lomi schreibt:

        „Das sind spontane, zum Teil angstbesetzte Fremdheitserfahrungen, denen ich nicht mehr einfach mit väterlicher Autorität eine Deutung überstülpen kann, die dann »geschluckt« wird. Auch hier muss ich versuchen, ihn irgendwie bei den »Empfindungsqualitäten« abzuholen, und das ist ein echter Eiertanz.“

        Ja, das ist absolut ein Problem, insbesondere dann, wenn man vermitteln möchte, dass Differenzierung wichtig ist. Gleichzeitig will man dem Kind nicht sagen: Du darfst so nicht empfinden! Das wäre auch vollkommen kontraproduktiv. Ich finde das auch schwierig.

  3. elmardiederichs schreibt:

    Freut mich, daß die Kurznachrichten immer mehr zu einer Alternative zu genderama werden. 🙂

  4. Pingback: Gastartikel: LoMi zur Debatte angesichts der Übergriffe in Köln | Geschlechterallerlei

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