Männerbashing geht immer. Der Idiotentest in der Zeit.

Ehrlich mal. Das ist so voller Scheiße, ich überlasse es Euch die besten Scheißeperlen zu finden. Aber klar, Frauen sind einfach toll. Sie sind studiert, sie sind vornehm, ihre Gründe zum Idiotentest zu müssen sind echt irgendwo entschuldbar, auch wenn sie natürlich keinesfalls nie, niemals ihre Strafe anzweifeln. Männer kommen direkt aus der Steinzeit, sind einfach nur doof und außerdem knallen sie grundsätzlich mit Überschallgeschwindigkeit über’n Kudamm.

Auf der Metaebene funktioniert der Artikel allerdings ganz gut. Wer so dermaßen damit beschäftigt ist, alle Männer aufs denkbar schlimmste zu zeichnen, der hat ein Problem. Hier kommt dämlich von Dame.

http://www.zeit.de/2015/47/idiotentest-fuehrerschein-flensburg-autofahren-verkehrssuender/komplettansicht

Und wenn eine vorgeblich seriöse führende Tageszeitung so etwas tatsächlich abdruckt und nicht etwa im Blog der Mädchenmannschaft erscheint, so sagt das genausoviel über die Zeit aus.

PS: Ich habe eine neue Kategorie eingeführt. Schien mir passend.

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43 Kommentare zu „Männerbashing geht immer. Der Idiotentest in der Zeit.“

    1. Schließe mich an. Das ist wohl kaum hilfreich, es sei denn, das Ziel ist, eine Verschiebung der Leserschaft des Blogs zu erreichen.

    2. Ich nehme Deinen und Hugors Mahnruf ernst zur Kenntnis. Allerdings ist das im Gegensatz zu zB „Penisliste“ immerhin keine pauschale Gruppendiffamierung. Ersetze im Zeitartikel „Männer“ durch „Juden“ und Du wanderst in den Knast. Zu Recht.

      1. Äpfel und Birnen. Ersetze „Männer“ durch „Frauen“ und du wanderst nicht in den Knast. Männer sind keine Gruppe, die systematisch vergast wurde, zu Millionen, weil sie Männer sind.

      2. „Äpfel und Birnen. Ersetze “Männer” durch “Frauen” und du wanderst nicht in den Knast. “

        Ja, stimmt. Was passiert sonst noch, außer das Du nicht in den Knast mußt? Schön, wie Du am Punkt vorbeiargumentierst.

        „Männer sind keine Gruppe, die systematisch vergast wurde, zu Millionen, weil sie Männer sind.“

        Sauber. Es gibt Feministinnen, die ungefähr das fordern. Kennst Du zufällig Feministen, die sich davon distanzieren?

      3. Der Nazivergleich ist unangebracht. Eigentlich nicht nur das. Er ist eine Frechheit. Das will ich damit ausdrücken.
        Und was passiert? Man hält dich vermutlich für einen Stammtischparolenreißer oder für Mario Barth. Oder du darfst Bücher schreiben und zu Millionen verkaufen, wie etwa Pirincci. Oder, wenn du es etwas ekelhafter ausdrückst, verkaufst du nicht ganz so viele Bücher (aber fast), hast aber dafür eine Heerschaar Internetjünger wie Roosh V.

        „Sauber. Es gibt Feministinnen, die ungefähr das fordern. Kennst Du zufällig Feministen, die sich davon distanzieren?“

        Welche? Diese komischen #killallmen-Spacken?
        Und wenn du es unbedingt willst: ich distanziere mich davon (man hält mich ja sowieso für eine Feministin). Ich will Männer nicht vergasen – alles andere als das.
        Müssen sich eigentlich Maskulisten auch von jedem Mist distanzieren, den irgendein krankes Exemplar ihrer Bewegung daherschwafelt?

      4. Müssen sich eigentlich Maskulisten auch von jedem Mist distanzieren, den irgendein krankes Exemplar ihrer Bewegung daherschwafelt?

        Jupp, kommt vor. Vorzugsweise gleich noch von rechtem Gedankengut, bescheuerten Pickup-Typen und religiösen Wahnideen. Hinzu kommen noch Behauptungen von Antimaskulisten. Nein, ich bin kein Frauenhasser. Nein, ich bin nicht gegen Gleichberechtigung. Nein, ich bin wirklich nicht gegen Gleichberechtung, auch wenn ich unter Gleichstellung etwas völlig anderes verstehe. Nein, ich bin kein Looser, der Keine abbekommt. Nein, mir ist das Leid von Frauen, die von Gewalt oder gar Vergewaltigung betroffen sind nicht egal.

      5. „Der Nazivergleich ist unangebracht. Eigentlich nicht nur das. Er ist eine Frechheit.“

        Finde ich nicht. Aber wenn Du gegen was anderes ersetzt, kommst Du jedenfalls nicht mit einem Artikel in die Zeit. Man macht den Gruppenhass sehr gut sichtbar.

        „Welche? Diese komischen #killallmen-Spacken?
        Und wenn du es unbedingt willst: ich distanziere mich davon (man hält mich ja sowieso für eine Feministin). Ich will Männer nicht vergasen – alles andere als das.“

        Klar, die. Oder Scum. Oder die, die meinte, 10% Männer wären genug. Oder die ganzen anderen, die Männerhaß mehr oder weniger pflegen. Wie die Zeittante. Anne Wizorek, Antje Schrupp und alle anderen lauten Stimmen tun dies nicht. Ganz im Gegenteil.

        „Müssen sich eigentlich Maskulisten auch von jedem Mist distanzieren, den irgendein krankes Exemplar ihrer Bewegung daherschwafelt?“

        Naja, frag Margret. Oder lies das, was HansG schrieb. Klar, bei zu krassen Sachen will ich mich gar nicht distanzieren. weil ich das nicht für notwendig erachte. Aber bei Homophobie oder Frauenhass sehr gerne und immer wieder.

      6. „Finde ich nicht. Aber wenn Du gegen was anderes ersetzt, kommst Du jedenfalls nicht mit einem Artikel in die Zeit. Man macht den Gruppenhass sehr gut sichtbar.“

        Tja, wir können jetzt ewig hin und her diskutieren. Solange Männer nicht zu Millionen gesucht, in KZs gesteckt und abgeschlachtet werden, weil sie Männer sind, ist der Vergleich eine Sauerei.
        Und nein, man kommt nicht in die Zeit, aber dafür in den GQ. Aber wahrscheinlich hältst du das wieder für gerechtfertigt, weil es schließlich die Wahrheit ist!11elf Und selbst wenn man nirgendwo in einer Zeitung veröffentlichen darf, ist der Vergleich eine Sauerei.
        Mag sein, dass Männer keine so große Lobby haben, wie Frauen, aber dennoch sind sie in der Politik und in den Führungsriegen (nein, ich will damit nicht implizieren, dass Frauen in unseren Breiten deswegen unterdrückt sind) wesentlich stärker vertreten, als Frauen. Sieht so eine unterdrückte, bedrohte, verhasste Gruppe wie die Juden im zweiten Weltkrieg aus?
        Man kann vom Männerbashen halten was man will, aber der Nazivergleich ist mehr als nur lächerlich.

        „Klar, die. Oder Scum. Oder die, die meinte, 10% Männer wären genug. Oder die ganzen anderen, die Männerhaß mehr oder weniger pflegen. Wie die Zeittante. Anne Wizorek, Antje Schrupp und alle anderen lauten Stimmen tun dies nicht. Ganz im Gegenteil.“

        Scum wurde von einer Verrückten geschrieben. Darum habe ich sie bewusst NICHT als Beispiel aufgeführt. Soll ich dir jetzt auch einen gestörten Mörder nennen, der sich als MRA-Sympathisant identifiziert und dann als Beweis, dass Männer alle Frauen vernichten wollen, aufbringen? Oder reicht auch schon der hier? https://www.reddit.com/r/GamerGhazi/comments/3cax7v/mra_peter_nolan_killing_women_is_the_only_path_to/
        Wie bitte? Du wirfst jetzt Witzorek, Schrupp etc. in denselben Topf wie Solanas oder die #killallmen-Kandidatinnen? Die wollen also auch alle Männer töten? Glaubst du MIR eigentlich, dass ich keine Männer töten will?

        „Naja, frag Margret. Oder lies das, was HansG schrieb. Klar, bei zu krassen Sachen will ich mich gar nicht distanzieren. weil ich das nicht für notwendig erachte. Aber bei Homophobie oder Frauenhass sehr gerne und immer wieder.“

        Das heißt, du legst bei Feministen andere Standards an, als bei dir selbst. Denn sie müssen sich von den „krassen Sachen“ distanzieren (obwohl die Durchschnittsfeministin gewiss keine Männer töten will), aber du nicht. Warum?

      7. @Shark – „Solange Männer nicht zu Millionen gesucht, in KZs gesteckt und abgeschlachtet werden, weil sie Männer sind, ist der Vergleich eine Sauerei.“

        Welcher Vergleich? Gerhard hat keineswegs die Situation der Männer mit derjenigen der Juden im Dritten Reich verglichen, sondern darauf hingewiesen, dass die in dem Text enthaltene Diffamierung bbesonders deutlich wird, wenn man sich vor Augen hält, wie der Text aufgefasst werden würde, wenn er sich gegen Juden richtete.

        Willst du behaupten, Diffamierungen von Männern sind in Ordnung, weil es Männern nicht so schlecht geht wie den Juden damals?

      8. sharkathotep,

        ist Moral Outrage eigentlich Dein Lieblings- oder Dein einziger Modus?

        Solange Männer nicht zu Millionen gesucht, in KZs gesteckt und abgeschlachtet werden, weil sie Männer sind, ist der Vergleich eine Sauerei.

        1. Es handelt sich nicht um einen Vergleich, sondern um eine Ersetzung. Die jüngere deutsche Geschichte hat damit nur insofern zu tun, als sie den Anlaß gibt, im Bezug auf bestimmte Personengruppen besonders empfindlich zu sein.

        2. Du bist schon darauf hingewiesen worden, daß es am Punkt des Arguments vorbeigeht, wenn Du auf „wenn man das über Juden schriebe, käme man vor Gericht“ mit „aber wenn man es über Frauen schriebe, nicht“ antwortest.

        In dem Moment, wo wir uns darüber einig sind, daß eine (äquivalente) Äußerung über Juden zumindest in den Verdacht einer Volkverhetzung geraten würde, haben wir bereits festgestellt, daß diese Äußerung von ihrer Struktur her gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit darstellt. Daß es Gruppen gibt, deren rechtlich wie sozial angenommene Schutzwürdigkeit zwischen den beiden Extremen der Juden auf der einen und der weißen, heterosexuellen Cismänner auf der anderen Seite liegt, ändert daran ja nichts.

        Denn man kann auch in Deutschland ja durchaus Juden kritisieren, ohne daß das ein Fall für die Justiz würde.

        Um am kritisierten Zeit-Artikel zu bleiben, wenn ein Autor über eine Gruppe von jüdischen, wegen Betrugs verurteilten Geschäftsleuten schreiben würde, diese legten in eigennütziger Weise ihre Religion falsch aus, um ihr Fehlverhalten zu rechtfertigen, würde das wohl keinen Staatsanwalt interessieren.
        Schriebe er stattdessen aber, deren Vergehen seien die Folge davon, daß sie ihre „Judengene“ nicht unter Kontrolle hätten, mit der Implikation, Betrug sei in Juden grundsätzlich angelegt, wäre das durchaus rechtlich bedenklich.

        Du magst das anders sehen, aber ich weiß, welches der Beispiele ich als näher an einem Text empfinde, der etwas von „verletzter Testosteronehre“ erzählt.

        3. Hast Du Dich eigentlich in gleicher Weise aufgeregt, als Alice Schwarzer in ihrer Rede anläßlich der Entgegennahme des Börnepreises diesen Vergleich tatsächlich zog, indem sie Frauen und Juden als gleichermaßen nach gesellschaftlicher Teilhabe strebende, marginalisierte Gruppen darstellte und sagte: „Wenn Börne von seinem großen Judenschmerz spricht, weiß ich, was er meint.“

        (Und, aber das nur nebenbei, Millionen Männer sind in Kriege geschickt und dort abgeschlachtet worden, und diejenigen, die sich weigerten, wurden verfolgt und hingerichtet. Weil sie Männer waren. Eine Sauerei, deren erste Hälfte noch heute von der deutschen Verfassung gedeckt ist. Und nein, das ist kein Vergleich mit dem Schicksal der Juden, nur eine Verwandlung Deiner Vorlage.)

        Und nein, man kommt nicht in die Zeit, aber dafür in den GQ.

        Beziehst Du Dich auf etwas Konkretes?

        Die Beschwerde auf gleichheitunddifferenz über einen GQ-Artikel von Arne Hoffmann fand ich jedenfalls recht amüsant: Da war es tatsächlich frauenfeindlich, daß Arne feststellte, Frauen seien in der Liebe rationaler als Männer. Ist es sonst nicht immer frauenfeindlich, wenn gesagt wird, Männer seien rationaler als Frauen?

        dennoch sind [Männer] in der Politik und in den Führungsriegen […] wesentlich stärker vertreten, als Frauen. Sieht so eine unterdrückte, bedrohte, verhasste Gruppe wie die Juden im zweiten Weltkrieg aus?

        Erstens begehst Du hier eine Apex Fallacy und zweitens bist Du diejenige, die Jahrhunderte von europäischem Antisemitismus auf seine Kulmination in einer zwölfjährigen Periode von 1933 bis 1945 in Deutschland reduziert.

        Oder würdest Du auch behaupten, die Existenz reicher jüdischer Bankiersfamilien wie der Rothschilds und anderer schließe Haß, Diskriminierung und teils gewaltsame Verfolgung von Juden im Mittelalter und der Neuzeit aus?

        (Tatsächlich war deren Existenz ja Ursache wie Folge von Judendiskriminierung: Weil Juden im Mittelalter keine Zunftberufe ausüben durften, andererseits aber dem christlichen Zinsverbot nicht unterfielen, arbeiteten viele als Geldverleiher. Einige kamen dabei zu Vermögen, was Neid schürte, andererseits waren sie deshalb bald als Halsabschneider und Wucherer verschrieben, was zu Judenhaß führte, der sich an allen Juden entlud, tatsächlich gerade an denen, die weniger wohlhabend und deshalb schutzlos waren.)

        Man kann vom Männerbashen halten was man will, aber der Nazivergleich ist mehr als nur lächerlich.

        Wie gesagt, Du warst diejenige, die von Nazis anfing…

        Scum wurde von einer Verrückten geschrieben. Darum habe ich sie bewusst NICHT als Beispiel aufgeführt.

        Von einer Verrückten, die nur aus Zufall nicht drei Männer ermordet hat. Niemand wüßte heute noch vom SCUM-Manifest, wenn es nicht immer wieder Feministinnen gegeben hätte, die es als grandiose Satire bezeichnen, öffentlich die Meinung vertreten, es sollte wie eine Bibel in jedem Hotelzimmer liegen, oder es gar mit staatlicher Unterstützung als Schauspiel* selbst für Schüler adaptieren.

        Genauso sind Dworkin oder Daly doch nur deshalb relevant, weil sie eben feministischerseits rezipiert wurden. Dagegen wirst Du wohl keinen Maskulisten (außerhalb irgendwelcher extremen Randgruppen, möglicherweise) finden, der sich positiv auf Marc Lepine, Elliot Rodger, Anders Breivik oder dessen Manifest bezieht, auch wenn selbst in öffentlich-rechtlichen Medien solche Verbindungen absurderweise zu konstruieren versucht werden.
        Und wer in aller Welt ist Peter Nolan? Welche Verbindung zum MRM hat er außerhalb der hyperaktiven Phantasie des notorischen antimaskulistischen Dreckschmierers Futrelle?

        Bombe 20

        * Aktuell in Deutschland, aber zum Glück nicht für Schüler, sondern nur für Studenten, zum Beispiel hier:

        Es gibt kaum einen radikaleren, feministischen Text als Valerie Solanas‘ „S.C.U.M. Manifesto. Society for Cutting up Men“ – „Manifest der Gesellschaft zur Vernichtung der Männer“.

        Männer seien biologische Missgeburten, unfähig zu Mitgefühl, Liebe, Solidarität und anderen vernünftigen Sachen. Darum müssen sie weg.

        Natürlich kann man diese Forderung belächeln, doch entbehrt sie nicht einer gewissen Logik. Männer verüben mit Abstand die meisten Verbrechen, Männer führen Kriege, Männer morden und vergewaltigen. Männer haben in der Geschichte eine Blutspur hinterlassen, die kein Amazonenstamm je toppen könnte. Und Männer werden wahrscheinlich diesen Planeten zerstören.

        Daher bleibt uns im Grunde nichts anderes übrig als ihren Worten zu folgen:

        „Das Leben in dieser Gesellschaft ist ein einziger Stumpfsinn, kein Aspekt der Gesellschaft vermag die Frau zu interessieren, daher bleibt den aufgeklärten, verantwortungsbewussten und sensationsgierigen Frauen nichts anderes übrig, als die Regierung zu stürzen, das Geldsystem abzuschaffen, die umfassende Automation einzuführen und das männliche Geschlecht zu vernichten.“ (Valerie Solanas)

        Doch vielleicht gibt es eine weniger männermordende Lösung, vielleicht reicht es, dass männliche Prinzip statt der Männer auszurotten. Das ueTheater geht in „SCUM – Manifest der Gesellschaft zur Vernichtung der Männer“ dieser Hoffnung nach.

        Aufführungsdaten:

        21. bis 23. Januar 2016

        Ich sehe schon, dieser vierzig Jahre alte Text einer geisteskranken verhinderten Mörderin hat wirklich keinerlei Relevanz mehr für irgendeinen aktuellen Feminismus. Entsprechend darf man natürlich keine heutige Feministin fragen, wie sie zu ihm steht. Eine absolut grundlose, geradezu ehrabschneidende Unterstellung, SCUM und irgendein Feminismus könnten heute noch irgendetwas miteinander zu tun haben…

        (Im umgekehrten Fall sähe ich schon wieder diverse Aufrufe zum Verhindern, Blockieren und Stören einer solchen Veranstaltung.)

        PS, Gerhard: Ceterum censeo et ego, diese neue Kategorie muß schnellstens wieder weg oder jedenfalls umbenannt werden.

      9. Oh man, die führen SCUM jetzt auch schon in Deutschland auf? Dachte nur die Schweden sind dafür schon genug gehirngewaschen, aber anscheinend ist man sich auch in Deutschland in der Beziehung für nichts zu schade.

      10. Soso, die „Verrückte“ Solanas schreibt ein Buch, welches eigentlich als Volksverhetzung angesehen werden müsste und das ist ein feministischer Dauerbestseller, dem die verschiedensten namhaften Feministen Anerkennung als tolle „Satire“ zollten.

      11. „ist Moral Outrage eigentlich Dein Lieblings- oder Dein einziger Modus?“

        Nein. Nur wenn ständig irgendjemand einen Goodwin auspackt. Aber das müsstest du eigentlich wissen. Du pflegst öfter mal meine Beiträge des Langen und Breiten zu kommentieren. Oder verwechsle ich dich?

        „3. Hast Du Dich eigentlich in gleicher Weise aufgeregt, als Alice Schwarzer in ihrer Rede anläßlich der Entgegennahme des Börnepreises diesen Vergleich tatsächlich zog, indem sie Frauen und Juden als gleichermaßen nach gesellschaftlicher Teilhabe strebende, marginalisierte Gruppen darstellte und sagte: “Wenn Börne von seinem großen Judenschmerz spricht, weiß ich, was er meint.”“

        Nein, denn ich beschäftige mich nicht mit Alice Schwarzer. Ich beschäftige mich überhaupt nicht mit Geschlechterthemen außerhalb einiger Blogs. Demnach wusste ich nichts über diese Bemerkung. Woher auch.
        Aber jetzt, wo ich es lese, finde ich Schwarzers Bemerkung genauso daneben.

        „(Und, aber das nur nebenbei, Millionen Männer sind in Kriege geschickt und dort abgeschlachtet worden, und diejenigen, die sich weigerten, wurden verfolgt und hingerichtet. Weil sie Männer waren. Eine Sauerei, deren erste Hälfte noch heute von der deutschen Verfassung gedeckt ist. Und nein, das ist kein Vergleich mit dem Schicksal der Juden, nur eine Verwandlung Deiner Vorlage.)“

        Ich wusste, dass irgendjemand diesen hinkenden Vergleich bringen würde. Natürlich. Diese Männer wurden zur Schlachtbank geführt. Sie wurden mit zig anderen Männern eingepfercht, bekamen nichts zu essen und starben schließlich in einer Gaskammer ohne auch nur die geringste Chance auf Befreiung, ohne Waffe in der Hand.
        Ich bin gegen die Wehrpflicht, oder zumindest gegen die einseitige Wehrpflicht für Männer. Ich habe in meinem Land dagegen gestimmt. Dummerweise gibt es dort zu viele alte Scheißer und -Schachteln, die entweder meinen, dass die Jugend gefälligst genau dieselbe Scheiße erleben soll, wie sie, bzw. die sich in ihrer Prinzessinnenrolle wohlfühlen (wobei es etwas weniger Möchtegern-Prinzessinnen (55%) gab als Nichtsgönner (70%), die darauf bestehen, dass junge Männer genauso sinnlos leiden, wie sie selber). Und trotzdem ist es nicht vergleichbar.

        „Beziehst Du Dich auf etwas Konkretes?

        Die Beschwerde auf gleichheitunddifferenz über einen GQ-Artikel von Arne Hoffmann fand ich jedenfalls recht amüsant: Da war es tatsächlich frauenfeindlich, daß Arne feststellte, Frauen seien in der Liebe rationaler als Männer. Ist es sonst nicht immer frauenfeindlich, wenn gesagt wird, Männer seien rationaler als Frauen?“

        Ich beziehe mich auf ebendiesen Kommentar. Natürlich war Arne Hoffmann weniger aggressiv in diesem GQ-Artikel, als die Frau, die obigen Artikel verfasst hat. Natürlich war er eloquenter. Dennoch war es Bashing. Du kannst nicht verstehen, dass man es als Bashing empfindet, wenn einem unterstellt wird, dass man quasi nicht fähig ist, zu lieben, sondern stattdessen den anderen nur ausnützt?
        Im Übrigen finde ich es in der Tat witzig, dass Frauen überall irrationales Verhalten unterstellt wird, aber ausgerechnet in der Liebe sind sie dann kalt und berechnend. Interessant. Wie kommt das eigentlich? Wirken dann plötzlich die weiblichen Hormone nicht mehr?

        „Erstens begehst Du hier eine Apex Fallacy und zweitens bist Du diejenige, die Jahrhunderte von europäischem Antisemitismus auf seine Kulmination in einer zwölfjährigen Periode von 1933 bis 1945 in Deutschland reduziert.“

        Apex Fallacy. Das heißt, es ist purer Zufall oder, noch besser, Glück, dass Männer hauptsächlich in den Führungsriegen sitzen?
        Und sind die Juden denn jemals in irgendwelchen Führungsriegen gesessen, oder haben sie eher Arbeiten aufgebrummt bekommen, die sonst niemand ausführen wollte, weil sie als unrein galten? Und bitte führe jetzt nicht die Kanalarbeiter an. Die Berufswahl ist Gott sei Dank heutzutage frei (ich bin übrigens gegen eine Quote, ich sage es nur dazu, ehe du mir irgendetwas unterstellst).

        „Oder würdest Du auch behaupten, die Existenz reicher jüdischer Bankiersfamilien wie der Rothschilds und anderer schließe Haß, Diskriminierung und teils gewaltsame Verfolgung von Juden im Mittelalter und der Neuzeit aus?“

        Der nächste hinkende Vergleich. Die Rothschilds sind und waren Ausnahmen (oder glaubst du die Verschwörungstheorie vom Weltjudentum?). Männer in Führungsriegen und in der Politik sind die Regel.

        „Wie gesagt, Du warst diejenige, die von Nazis anfing…“

        Jaja. Schon kapiert. Gerhard hat die Juden wegen der Diaspora erwähnt, nicht weil sie zufälligerweise auch im Nazireich verfolgt wurden.

        „Von einer Verrückten, die nur aus Zufall nicht drei Männer ermordet hat. Niemand wüßte heute noch vom SCUM-Manifest, wenn es nicht immer wieder Feministinnen gegeben hätte, die es als grandiose Satire bezeichnen, öffentlich die Meinung vertreten, es sollte wie eine Bibel in jedem Hotelzimmer liegen, oder es gar mit staatlicher Unterstützung als Schauspiel* selbst für Schüler adaptieren.“

        Meinst du, sie war klar im Kopf? Der Grund, weswegen sie auf diese drei Männer losgegangen ist, klingt nicht nach jemandem, der alle Tassen im Schrank hat. Meinst du, der Antifeminist Breivik war klar im Kopf? Aber schon gut.

        „* Aktuell in Deutschland, aber zum Glück nicht für Schüler, sondern nur für Studenten, zum Beispiel hier:“

        Ich muss zugeben, das ist ekelhaft. Wenn es nach mir ginge, würde dieses Werk auf dem Index landen, ebenso wie Aufführungen dazu. Erst recht mit einem solchen Werbetext.
        Glaubst du, dass es großen Einfluss auf die Gesellschaft hat? Ich vermute, eher weniger. Wer guckt so einen Stumpfsinn? Und wie viele?
        Eine radikale Randgruppe, die solches Zeug liest und guckt, von der kein Schwein etwas mitbekommt (ich beschäftige mich zwar wesentlich weniger mit Feminismus als die meisten hier, aber mehr als der Durchschnittsmensch und wusste NICHTS davon) hat keine Macht über den Mainstream.
        Warum, glaubst du, ärgert es Feministinnen, sich ständig von Scum distanzieren zu müssen? Vielleicht gar deswegen, weil es so weit von ihnen entfernt ist, wie die radikalsten MRAs von den gemäßigten?

      12. Edit:
        (zur „Apex Fallacy“) Ich habe nicht behauptet, dass Frauen unterdrückt sind, weil Männer eher an der Spitze und in der Politik landen. Hast du das überlesen? Ich halte nur die Männer ebenso wenig für unterdrückt.

      13. Shark, „Ich habe nicht behauptet, dass Frauen unterdrückt sind, weil Männer eher an der Spitze und in der Politik landen. Hast du das überlesen? Ich halte nur die Männer ebenso wenig für unterdrückt.“

        Doch, irgendwie habe ich das genau so gelesen.

        Ansonsten: Schade, einen Wortwechsel vorher fand ich, wir hätten uns schon ganz gut angenähert. Andererseits, den wieder aufgeflammten Wortwechsel finde ich ziemlich anregend. Eine tolle Diskussion. Hoffentlich nimmt es keiner persönlich.

      14. „Du kannst nicht verstehen, dass man es als Bashing empfindet, wenn einem unterstellt wird, dass man quasi nicht fähig ist, zu lieben, sondern stattdessen den anderen nur ausnützt?“

        Wieso sollte man DAS als Mann nicht nachtvollziehen können?

      15. „Eine radikale Randgruppe, die solches Zeug liest und guckt, von der kein Schwein etwas mitbekommt (ich beschäftige mich zwar wesentlich weniger mit Feminismus als die meisten hier, aber mehr als der Durchschnittsmensch und wusste NICHTS davon) hat keine Macht über den Mainstream.“

        Ja, ich lese die TAZ auch nicht mehr…

        (keine Ahnung was das ist. da kann man aber von den Kommentaren darauf schließen das die TAZ sich nicht gerade kritisch damit auseinandersetzte)

        http://www.taz.de/!5172858/

        „Und so tot ist sie auf einmal gar nicht mehr und ihr Scheitern nicht mehr so endgültig: denn in Schweden findet Valerie Solanas‘ Manifest reißenden Absatz. Und Sara Stridsberg hat ihr Ziel erreicht.“

        http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=ku&dig=2008/11/13/a0180&cHash=314db4de6e

      16. Ähm, der Artikel ist von 2008 und mittlerweile verschwunden, bis auf einen Dreizeiler. Sollte das nicht eher sagen, dass es zu einem Umdenken gekommen ist und die TAZ eben NICHT mehr über sowas berichten würde?

      17. Ach, und von wegen niemand distanziert sich davon: http://fortyshadesofgrey.blogspot.co.at/2011/11/in-defence-of-scum-having-fun.html (Vorsicht, Gehate gegen MRAs)
        Wie gesagt, wegen mir können solche Stücke auf den Index kommen (so en vogue dürfte Solanas dann auch nicht mehr in Schweden sein – man findet jedenfalls kaum etwas darüber im Internet). Ich würde mir so etwas Ekliges nicht angucken. Aber so geht es ziemlich vielen Feministen. Auch die haben Ehemänner/Lebenspartner, Väter, Brüder, Söhne, Cousins, Neffen, Onkel, Großväter und männliche Freunde, die sie lieben.

      18. Auch ganz wichtig (aus meinem Link herauskopiert):

        What you are looking at is a trailer, designed to drum up publicity. I guess that part worked, right? If it weren’t for people who are seemingly unaware of what promotional material is, how many people do you think would have seen this trailer which, lest we forget, is an advert for a student play at a Swedish University ?

        Hört sich ganz so an, als würde die schwedische Öffentlichkeit in Solanas‘ Werken schwelgen [/Ironie]

      19. Ich will damit auch niur zeigen, dass man nicht erst in irgendwelche Nischenblogs sehen muss, um darüber etwas zu erfahren. Ich hoffe mal, dass da, wie von dir vermutet, die verspätete Einsicht gekommen ist, was die damit für einen kranken Scheiß bewerben.

      20. Sorry für den Dreifachpost. Der Link, den ich bereitgestellt habe, ist wirklich sehr empfehlenswert. Auch die Kommentare (vor allem die der Bloggerin selbst) darunter. Ich bitte euch, es zu lesen.

      21. @Matze
        Äh, hallo? Du meinst, ich bin erst jetzt zur spääääten Einsicht gekommen, dass Solanas daneben war, oder wie soll ich das verstehen? O.o

      22. Dennoch war es Bashing. Du kannst nicht verstehen, dass man es als Bashing empfindet, wenn einem unterstellt wird, dass man quasi nicht fähig ist, zu lieben, sondern stattdessen den anderen nur ausnützt?

        Die gefeierte Feministin Laurie Penny stellt fest, dass Männer nur deshalb für Frau und Kinder sorgen würden, die Übel der Arbeit auf sich nehmen würden, nicht, weil sie lieben, sondern weil sie Macht ausüben wollen. Warum ist sie mit ihrem Dreck so erfolgreich?

        http://der-juengling.blogspot.de/2015/07/laurie-penny-diagnose-bosartig.html

      23. Warum ist Arne mit seiner Überzeugung, dass Frauen ihren Partner nach Einkommen auswählen, statt aus Liebe, und dass Männer Frauen viel mehr lieben als umgekehrt, so erfolgreich?

      24. „Ich hoffe mal, dass da, wie von dir vermutet, die verspätete Einsicht gekommen ist, was die damit für einen kranken Scheiß bewerben.“

        Äh, was hast du da denn gelesen? Ist es nicht eindeutig, dass sich das „die“ auf die TAZ bezieht?

      25. @Shark – ist der Artikel von Arne Hoffmann, auf den du dich beziehts, irgendwo verlinkt? Falls nein, könntest du (oder auch gern jemand anders) ihn bitte verlinken? Mich würde interessieren, was genau er dort schreibt.

      26. sharkathotep,

        Nur wenn ständig irgendjemand einen Goodwin auspackt.

        Godwin’s Law bezieht sich auf (unpassende) Nazivergleiche, nicht auf Judenvergleiche.

        Oder verwechsle ich dich?

        Vermutlich, es sei denn, gleichheitunddifferenz ist Dein Zweitaccount. Die Suchfunktion meines RSS-Readers sagt, daß ich insgesamt dreimal auf Kommentare vor Dir Bezug genommen habe, diesen Thread hier eingeschlossen. Die anderen beiden waren in einer Diskussion bei EMN, wo ich eben auch das Gefühl hatte, daß Deine moralische Empörung einer inhaltlichen Kenntnisnahme meiner Argumente im Wege stand.

        „[…] Und nein, das ist kein Vergleich mit dem Schicksal der Juden […]“
        Ich wusste, dass irgendjemand diesen hinkenden Vergleich bringen würde.

        Ach, bitte…

        Du kannst nicht verstehen, dass man es als Bashing empfindet, wenn einem unterstellt wird, dass man quasi nicht fähig ist, zu lieben, sondern stattdessen den anderen nur ausnützt?

        Kann ich. Aber wo passiert das in diesem Artikel?

        Der Artikel will das Vorurteil entkräften, Männer seien quasi nicht fähig zu lieben, und Männern zeigen, wie sie ihre Liebe so ausdrücken können, daß dies auch verstanden wird. Dazu bezieht er sich im ersten Teil unter anderem auf Studien, die ergeben haben, daß Frauen länger brauchen als Männer, eine Beziehung als fest zu betrachten.

        Da Partnerwahl evolutionär bedeutet, denjenigen auszuwählen, mit dem man seine Kinder aufziehen will, und Frauen eine deutlich höhere Investition in den Nachwuchs tätigen müssen (mindestens Schwangerschaft und Stillen), ist es nur plausibel, daß ihre Auswahlentscheidung länger dauert. Zumal die Kriterien des Mannes (gute Gene und Gesundheit) leichter visuell einzuschätzen sind als die der Frau (zusätzlich noch Ressourcen und Zuverlässigkeit).

        Die (moralische) Bewertung geschieht aber offensichtlich im Kopf des Lesers. Wo Du ein „Frauen sind zur Liebe gar nicht fähig und nutzen Männer nur aus“ liest, verstehe ich „Seht Ihr, Männer sind gar nicht so unromantisch und nur auf Sex aus, wie man allgemein behauptet!“.

        Apex Fallacy. Das heißt, es ist purer Zufall oder, noch besser, Glück, dass Männer hauptsächlich in den Führungsriegen sitzen?

        Nein, es heißt, daß die Tatsache, daß in den Führungsriegen hauptsächlich Männer sitzen, eben nicht bedeutet, a. daß Männer hauptsächlich in den Führungsriegen sitzen und b. daß es nicht auch einer großen Menge Männern dreckig gehen kann und diese Männer nicht auch diskriminiert werden können.

        Und sind die Juden denn jemals in irgendwelchen Führungsriegen gesessen, oder haben sie eher Arbeiten aufgebrummt bekommen, die sonst niemand ausführen wollte, weil sie als unrein galten?

        Ich habe die Situation von Männern nicht mit der Situation von Juden im Mittelalter und der frühen Neuzeit verglichen, das wäre in der Tat unangemessen. Ich habe lediglich anhand deren gerade naheliegenden Beispiels gezeigt, daß die Logik „Mitglieder der Gruppe X finden sich in einflußreichen oder sonstwie privilegierten Positionen, das bedeutet, daß es keine Abneigung und Diskriminierung gegen die Gruppe X geben kann“ falsch ist.

        Natürlich war es Diskriminierung, daß Juden keine Zunftberufe ergreifen durften. Aber es gab noch andere freie Gewerbe als den Geldverleih, also nichts mit „aufgebrummt“, und unehrliche („unreine“) Berufe waren noch mal etwas ganz anderes.
        Nachdem das Zinsverbot gelockert worden war, sind ja auch Christen freiwillig Geldverleiher geworden.

        Der nächste hinkende Vergleich.

        Und wieder: Das war kein Vergleich.

        Jaja. Schon kapiert. Gerhard hat die Juden wegen der Diaspora erwähnt, nicht weil sie zufälligerweise auch im Nazireich verfolgt wurden.

        Nein. Gerhard hat die Juden erwähnt, weil man in Deutschland aufgrund der Judenverfolgung im dritten Reich zurecht besonders empfindlich ist, was Antisemitismus angeht. Das heißt, wie bereits erläutert, daß das Einsetzen von „Juden“ für andere Gruppen einen besonders empfindlichen Sensor für gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit liefert. In Amerika wäre das der dortigen Geschichte entsprechend eher „Blacks“.

        Es bedeutet aber selbstverständlich nicht, daß man damit unterstellt, die ursprünglich genannte Gruppe sei genauso verfolgt wie Juden in der Vergangenheit.

        Meinst du, sie war klar im Kopf?

        Dann hätte ich sie wohl kaum eine Verrückte genannt.

        Meine Bekräftigung bezog sich darauf, daß trotz ihrer drei versuchten Morde und obwohl sie bei ihrer Verhaftung zur Erklärung ihrer Taten explizit auf ihr Manifest verwiesen hat, es immer noch Menschen gibt, die dieses als Satire auffassen.

        Meinst du, der Antifeminist Breivik war klar im Kopf?

        Keine Ahnung. Sachverständige haben ihn offenbar für schuldfähig erklärt. Aber das ist vermutlich eine getrennte Frage von der, ob man überhaupt einen Massenmord planen und begehen und dabei klar im Kopf sein kann.

        Rein intuitiv gefühlsmäßig geht es mir jedenfalls besser damit, daß er im Gefängnis sitzt, als wenn man ihn in eine Psychiatrie gesteckt hätte.

        Ich habe jetzt mal geraten, daß es Dir um seinen Anschlag ging und nicht darum, daß er Antifeminist ist. Antifeminist kann man grundsätzlich IMHO sehr gut mit klarem Kopf sein, auch wenn mir persönlich das egalitäre Wertesystem deutlich näher liegt als das traditionalistische. (Traditionalistischer Antifeminismus und egalitärer/maskulistischer Antifeminismus haben aus meiner Sicht praktisch keine ideologischen Berührungspunkte.)

        Und, nochmal: Es funktioniert nicht, eine Äquivalenz von Solanas und Breivik zu konstruieren, weil es meines Wissens keinerlei positive Rezeption von Breivik im Maskulismus gab. Ich kenne ein Video von Girlwriteswhat, in dem sie seinen Lebensweg beschreibt und die Frage stellt, inwieweit dieser ihn zu dem Menschen gemacht hat, der er leider geworden ist. Aber das ist meilenweit davon entfernt, seine Tat gutzuheißen oder sein Manifest für irgendwie lesenswert zu erklären.

        Wenn es nach mir ginge, würde dieses Werk auf dem Index landen, ebenso wie Aufführungen dazu. Erst recht mit einem solchen Werbetext.

        Für mich fällt das unter Meinungsfreiheit. Solange nicht ernsthaft (direkt oder indirekt) zu Gewalt oder Diskriminierung aufgerufen wird, finde ich es gut, wenn Leute, die Männer hassen, sagen können, daß sie Männer hassen. Erstens weiß man dann wenigstens gleich, woran man bei ihnen ist, und zweitens wäre sonst die Aussage „Ich hasse Männer nicht“ wert-, weil alternativlos.

        Einer „Ab 18“- (oder jedenfalls „Ab 16“-) Einstufung würde ich allerdings zustimmen, weil so ein Text und noch mehr so ein Theaterstück sicher verheerende Auswirkungen auf das Männerbild einiger Mädchen und das Selbstbild einiger Jungen haben kann. Und ich habe den Verdacht, genau das könnte die Absicht sein, wenn man das Stück in Schweden Schulklassen vorspielt, noch dazu unter den Umständen, von denen ich gelesen habe. (Jungen sitzen auf Holzbänken, Mädchen sitzen in Plüschsesseln und bekommen Snacks gereicht.)

        Aber vor allem würde ich gern in einer Gesellschaft leben, in der so eine Veranstaltungsankündigung genauso auf breite Ablehnung stieße wie eine ähnlich über Frauen formulierte. (Allerdings ohne Gewaltdrohungen, blockierte Eingänge, Störungen der laufenden Veranstaltung und persönliche Angriffe auf die Veranstalter.)

        Glaubst du, dass es großen Einfluss auf die Gesellschaft hat?

        Direkt, in Form dieser Aufführung im universitären Umfeld? Nein. Darum ging es mir dabei aber auch nicht.

        (Andererseits erweitert jede geäußerte extreme Position den Raum des Sagbaren. Damit so etwas Einfluß auf das reale Leben von Menschen hat, müssen nicht Otto und Emma Normalverbraucher in eine SCUM-Aufführung gehen. Es reicht, wenn jemand, der SCUM für eine hervorragende Satire nicht völlig ohne Realitätsbezug hält, in einer Initiative gegen Gewalt an Frauen mitarbeitet, die wiederum die örtliche Polizei in Fragen des Umgangs mit häuslicher Gewalt berät.)

        Warum, glaubst du, ärgert es Feministinnen, sich ständig von Scum distanzieren zu müssen?

        Ich kann gut verstehen, daß das nervt. Mehr noch, ich verstehe, daß es verletzend sein kann, wenn einem die Nähe zu solchem Gedankengut überhaupt unterstellt wird.

        Aber es gibt eben Teile des Feminismus, in denen solche Gedanken durchaus en vogue sind. Und das sind nicht nur irgendwelche dunklen Ecken des Netzes wie Radfemhub, wo Erzieherinnen darüber schreiben, daß sie kleine Jungen gern aus dem Fenster werfen würden, und wo Pläne geschmiedet werden, durch Verseuchung von McDonalds-Produkten mit gezielt entwickelten Biowaffen alle Männer auszurotten, oder pubertäre #killallmen-Albereien, sondern offenbar ein ausreichend großes Publikum, daß sich immer wieder Verlage finden, die eine SCUM-Neuauflage als lohnend betrachten, und eben auch Theatergruppen, die ganz offen entsprechende Stücke in ihr Programm aufnehmen und wie zitiert bewerben.

        Und weil es die gibt, ist es eben nicht völlig absurd, sachfremd und schikanös, jemanden, der sich selbst als Feministin bezeichnet, nach seiner Positionierung zu solchen Ansichten zu fragen. Unterstellungen der Marke „Wenn Du Feministin bist, findest Du doch bestimmt auch SCUM gut“ halte ich allerdings für wenig gesprächsfördernd.

        Vielleicht gar deswegen, weil es so weit von ihnen entfernt ist, wie die radikalsten MRAs von den gemäßigten?

        Die Sache ist nur die, gemäßigte Maskulisten werden regelmäßig nicht nur von Schw*tzern wie David Futrelle, sondern aus steuerfinanzierten Parteienstiftungen und Gender-Studies-Lehrstühlen heraus und im gebührenfinanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht nur mit radikalen Maskulisten und imaginierten „Maskulinisten“, sondern eben sogar mit Gewalttätern und Massenmördern, die mit dem Maskulismus nicht das geringste zu tun haben, in Verbindung gebracht.

        Aber letztlich, ärgerlich oder nicht, nervig oder nicht, verletzend oder nicht, ein „Damit habe ich nichts zu tun und will ich nichts zu tun haben. Ich lehne Gewalt in jeder Form ab.“ ist in jedem Fall klarer und energiesparender als ein langes Lamento, warum es total unfair ist, so eine Distanzierung überhaupt erst zu verlangen. Auf beiden Seiten.
        Und wem das Energiesparen nicht so wichtig ist, kann das Lamento der Klarstellung ja trotzdem noch folgen lassen.

        (Ich habe ja vor längerem bereits ein zentrales Distanzierungskataster vorgeschlagen, damit man sich nicht dauernd wiederholen muß. Allerdings hatte ich auch die bürokratischen Mißbrauchsmöglichkeiten aufgezeigt. Irgendwas ist ja immer…)

        Da mir aufgefallen ist, daß in ausufernden Diskussionen oft die zentralen Punkte untergehen, folgendes TL;DR:
        1. Die Ersetzung von „Männer“ durch „Juden“ in Texten zielt nicht auf einen Vergleich der Schicksale ab, sondern auf eine Erhöhung der Sensibilität für gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.
        2. Es gibt genug Männerhaß und -vernichtungsphantasien in ausreichend großen Teilen des Feminismus, daß es legitim ist, selbstbezeichnete Feministinnen nach ihrer Position dazu zu fragen.

        So, und jetzt allseits ein frohes Fest,
        Bombe 20

      27. Bombe20, vielen Dank für den Link. Habe mir Arnes Artikel jetzt ansehen können – und erwartungsgemäß festgestellt, dass hier mal wieder Aussagen unterstellt und angegriffen wurden, die dem Text überhaupt nicht zu entnehmen sind. Es ist wirklich beeindruckend, mit welcher Regelmäßigkeit (nicht nur) Feministen Strohmänner errichten und diese dann voller Empörung abfackeln.

      28. @sharkathotep
        „Und sind die Juden denn jemals in irgendwelchen Führungsriegen gesessen, oder haben sie eher Arbeiten aufgebrummt bekommen, die sonst niemand ausführen wollte, weil sie als unrein galten? “

        Ähm –
        Juden wurden ins Finanzgeschäft gedrängt, weil sie vom „ehrlichen Handwerk“ ausgeschlossen wurden. Sie wurden dadurch geradezu zwangsweise die verhassten „Zins-und Wucher“-Treiber.
        Als solche wurden sie TATSÄCHLICH zur Führungsriege der Bankenwelt und damit enorm einflussreich.
        War dann irgendwann nicht mehr so, dass das Finanzwesen eine Arbeit war, die „niemand sonst ausführen wollte“, sondern eben lukrativ und einflussreich.
        Und wie mans macht ist’s verkehrt, so wie bei den Männern:
        Genau daraus wurde der Vorwurf der Verschwörung des „Weltjudentums“ gebastelt.
        Obwohl natürlich durchaus nicht alle oder nicht mal die mehrheit der Juden im Finanzsektor reich und mächtig geworden war, wurden alle dafür in Sippenhaft genommen.
        Der Vergleich zum Patriarchat ist auffällig gleichartig, bis ins Detail.

  1. Die Ansammlung von Flensburger Strafpunkten, die den deutschen Staat dazu bewog, mir für ein halbes Jahr den Führerschein zu entziehen, beruhte nicht auf Fahren unter Alkoholeinfluss. Ich habe meine Pünktchen stocknüchtern erworben.

    Also eine gewohnheitsmäßige Verkehrssau.

    Das Wertvollste aber, was ich dabei lernte, das war, mich in einer ebenso versauten wie aggressiven Männerhorde durchzusetzen.

    Ja? Mal sehen. 😀

    Der Verkehrspsychologe, ein älterer Herr mit leiser Stimme, kommt herein, grüßt die Runde und zeigt sich erfreut über die heitere Stimmung seiner neuen Klienten. Dass elf davon mit weit gespreizten Beinen da sitzen, die Hand ostentativ im Hosenschritt,

    Das ist normal! Die linke Hand im Schritt, die rechte an der Maus und mit den Füssen tippe ich.

    Ich ahne, was kommt. Die elf Idioten ahnen es auch. Der Psychologe lächelt in meine Richtung. „Bei Frauen gibt es das eigentlich nie, also das sind wirklich die Ausnahmen der Ausnahmen.“

    Da muss stehen: Die anderen elf Idioten auch.

    Die Tage zwischen den Sitzungen verbringe ich damit, mir schlagfertige Repliken auszudenken, deren Versautheit alles toppt, was die Horde auf Lager hat. Jeden der elf lasse ich in der Fantasie unter meiner Brutalrhetorik erblassen.

    Ich liebe Frauen, die das können. Sind nur leider selten…

    Erstens bringe ich, wenn es darauf ankommt, keine der Obszönitäten über die Lippen. Zweitens entstellt ihre geistige Dauerproduktion auf bedenkliche Weise meine Realitätswahrnehmung.

    War klar! Große Klappe, nix dahinter. Dafür aber natürlich herrlich naiv und unschuldig. War wohl doch nix mit durchsetzen.

    Als ich kurz davor bin, den ganzen Kurs abzubrechen und diese Niederlage als Wink des Schicksals zu deuten, das mich vor weiteren Debakeln meines Fahrstils bewahren will, dreht sich in der Gruppe unversehens der Wind. Und zwar zu meinen Gunsten. Der Umschwung ergibt sich aus dem Curriculum des Kurses selbst.

    Nachdem die gruppendynamische Sozialkompetenz eher mau ausfiel jetzt der Teil für Berufslügner. Jetzt mal ehrlich. 6 Monate Führerscheinentzug nur für nachts ignorierte rote Ampeln? Entweder die Gute verheimlicht ihre größten Hits oder ist so merkbefreit, dass man ihr den Führerschein auf keinen Fall zurück geben hätte sollen.

    Sie halten das für Psychogequatsche. Für etwas aus der Weicheierwelt. Sie haben noch nicht kapiert, was mit dem Psychogequatsche für sie auf dem Spiel steht.

    Klar ist es Psychogequatsche. Aber natürlich sind die ganzen Silberrücken da dämlich. Die melden sich zum Seminar an und wissen nicht warum. Sind halt keine Akademiker, ne?

    Er kennt unsere Akten und Lebensläufe. Nicht ganz zu Unrecht schließt er aus meinem, dass ich noch am ehesten in der Lage bin, jene kommunikative Handlung zu meistern, die sich in der Fachsprache Feedback nennt.

    Akademikerinnen bekommen natürlich auch Zugriff auf Akten und Lebensläufe und können daher solche Beurteilungen treffen. Selbst wenn es so war handelt es sich bei der Aussage bestenfalls um Wunschdenken und Selbstbeweihräucherung.

    Die Souveränität einer wirkungsvollen Herrscherin, so denke ich, erweist sich ja wohl in gelegentlicher Empfänglichkeit für die Nöte ihrer Untertanen.

    Okay, sie hatte doch Recht. Ihre Realitätswahrnehmung scheint merklich entstellt. Wir erinnern uns? Unsere Idiotin sitzt da nicht als externe Beobachterin sondern weil sie sich zur Wahl der „Verkehrssau des Jahres“ qualifiziert hat.

    Mittlerweile ist dem Letzten in der Horde klar, dass sich sexistisches Mobbing sehr leicht hochrechnen lässt zu asozialem Verhalten im Straßenverkehr.

    Ich bin schwer begeistert, was so ein Kurs alles leisten kann. Aber vermutlich sind das noch die Auswirkungen der entstellten Realitätswahrnehmung.

    „Wie meinen Sie das?“, fragt der Psychologe. Er komme mir, antworte ich träge, wie ein schwer zu fassender Mensch vor. Das könne an seiner inneren Zerrissenheit liegen. Und vielleicht, gebe ich fürsorglich zu bedenken, wäre es in seinem Fall ganz hilfreich, den Kurs noch einmal zu wiederholen.

    Sie hätte erwähnen sollen, dass sie Psychologie studiert und der Kollege ihren fachlichen Rat eingeholt hat. Nur warum schreibt die dann so einen Stuss in der ZEIT?

    Wir haben nicht miteinander gesprochen, als wir uns ein Jahr später zufällig trafen, ausgerechnet in einer Sauna. Er kam mir zwischen Ruheraum und Whirlpool entgegen, und ich erkannte sofort, dass er mir ausweichen wollte. Ich schlitterte schnell auf ihn zu und strahlte ihn an, den Blick kerzengerade auf seine Augen gerichtet. Ich trug einen Bademantel, er nicht.

    Schöne Anekdote! Genau das richtige Ätsch zum Abschluss. Okay, wer von euch glaubt das?

    Seit ich in einem Kurs für Verkehrssünder saß, weiß ich, wie ich Machos das Fürchten lehre.

    Im Bademantel in die Sauna gehen?

    1. „wer von euch glaubt das?“

      Ich habe nicht nur zu dieser Abschlussanekdote, sondern generell bezüglich des gesamten Berichts erhebliche Zweifel. Mag sein, dass die Dame in einem solchen Kurs war und es mit elf ihr unsympathischen Männern zu tun hatte. Alles weitere liest sich allerdings eher wie Wunschdenken.

    2. “ Jetzt mal ehrlich. 6 Monate Führerscheinentzug nur für nachts ignorierte rote Ampeln? “

      Guter Punkt. Wenn die Kreuzung wirklich so einsam gewesen wäre, wer hat sie denn dabei beobachtet? Eine Kamera wird jedenfalls nur an Unfallschwerpunkten aufgestellt.

      „Ich trug einen Bademantel, er nicht.“

      „Schöne Anekdote! Genau das richtige Ätsch zum Abschluss. Okay, wer von euch glaubt das?“

      Das ist sowas von Kindergarten. Haha, ich hab seinen Schniedel gesehen, aber er meine Tatas nicht. Wahrscheinlich hat er einen riesigen Pimmel gehabt, sonst hätte sie es garantiert auch erwähnt.

  2. Leute wie ich, also Spitzenreiter im Punktesammeln, haben ein mentales Problem, das sie trotz vielfacher Verwarnungen und gehäufter Bußgeldzahlungen nicht begreifen wollen.
    Bis hier hin richtig.

    Sie müssen deshalb einen speziellen Kursus durchlaufen, bevor sie sich überhaupt zur medizinisch-psychologischen Untersuchung anmelden dürfen, auch „Idiotentest“ genannt, nach deren Absolvierung sie ihren Führerschein eventuell wiederbekommen.
    Falsch, Sie können nach einer Sperrfrist eine neue Fahrerlaubnis beantragen. Dann werden sie aufgefordert, eine medizinisch-psychologische Untersuchung zu machen. Wie sie sich darauf vorbereiten ist deren Sache. Niemand ist verpflichtet sich mit solchen Typen auf die MPU vorzubereiten.

    Sie haben noch nicht kapiert, was mit dem Psychogequatsche für sie auf dem Spiel steht. Nichts anderes als die Entscheidung des Psychologen, sie zur MPU zuzulassen – oder eben nicht.
    Unsinn. Dieser Psychologe entscheidet nichts. Er hilft ihr dabei, sich auf die MPU vorzubereiten. Dort dann wird ein anderer Psychologe eine Frage wie „Wird sich Frau März in Zukunft an verkehrsrechtliche Vorschriften halten?“ beantworten.

    Ob er den Kurs tatsächlich wiederholen musste, weiß ich nicht.
    Ich aber. Nicht er und auch sonst niemand musste den Kurs wiederholen.

    …als wir uns ein Jahr später zufällig trafen…
    So lange liegt das schon zurück. Mindestens ein Jahr. Und immer wieder hat sie ihren Freundinnen in der Zeit davon erzählt und jedes Mal ist die Geschichte etwas schrecklicher geworden. Bis irgendwann einmal eine zu ihr gesagt hat: „Du Uschi, das darfst du nicht für dich behalten. Schreib doch mal einen Artikel darüber…“

  3. Da trifft sich also – gezwungenermaßen – eine Gruppe von Menschen, die allesamt wiederholt durch extrem aggressives Autofahren aufgefallen sind.
    Und die Autorin, die selbst nicht besser ist, wundert sich, dass sich einzelne daneben benehmen, und kommentiert das mit:

    Die elf Idioten ahnen es auch.

    elf, in ihrer Testosteronehre zutiefst gekränkte Typen

    Zum Schluss ist sie noch stolz darauf, den Spieß umzudrehen, und erkennt vermutlich nicht einmal die Ironie in ihrer eigenen Aussage

    dass sich sexistisches Mobbing sehr leicht hochrechnen lässt zu asozialem Verhalten im Straßenverkehr

    Wenn die Angelegenheit nicht so traurig wäre, wäre es ein wunderschönes Beispiel für die (nicht nur) latente Männerfeindlichkeit in unserer Gesellschaft.

    1. „Da trifft sich also – gezwungenermaßen – eine Gruppe von Menschen, die allesamt wiederholt durch extrem aggressives Autofahren aufgefallen sind.
      Und die Autorin, die selbst nicht besser ist, wundert sich, dass sich einzelne daneben benehmen“

      ^^ da musste ich gleich an diesen Vortrag denken:

      Und das hat er gemacht. Er hat Nazis interviewt, und sich deren noch weit dümmere als nur einfach dumme und fiesen Kritzeleien und Comiczeichnungen besorgt. Und eine lange Abfolge dieser Bilder gezeigt und sich darüber echauffiert, lustig gemacht, in einer Endlosschleife immer wieder darin gebohrt, was für ein Abschaum das sei. Immer dasselbe Thema, immer dasselbe Narrativ. Im Prinzip bestand der Vortrag nur aus x Variationen von ein oder zwei Folien. Jede Menge Hakenkreuze. Jede Menge Selbstdarstellungen von Nazis, die sich als absurd betonartig geformte Muskelberge mit kantigem Kinn und kantigem Schädel darstellen, während andere dann in den typischen Juden- und Negerdarstellungen des Dritten Reiches mit großer krummer Nase, rundlichem Gesicht, dicken Lippen, fiesem Gesichtsausdruck dargestellt werden. Seht her, das Weltbild der Nazis, so sind diese Leute. So widerlich. So abstoßen. So unerträglich. Und wenn’s das Nazi-Hakenkreuz-Selbstverständnis mal nicht tut, mussten in dem Narrativ ersatzweise die Wikinger herhalten.

      Gut, kann man machen, wenn man meint, dass das sinnvoll wäre. Bis dahin würde ich sogar noch mitgehen. Nazis jagen und anprangern ist honorig und gut, die brauchen das, Nazi-Bashing haben die sich voll verdient. Aber nur, wenn es auch als das verkauft wird, was es ist – Nazis abklatschen.

      Der Vortrag hieß aber nicht „Die dümmsten Nazis der Welt”. Er hieß auch nicht „Auch heute gibt es Extrem-Nazis”. Auch nicht „Nazis sind der letzte Müll”.

      Der Vortrag hieß „Angry White Men – American Masculinity at the End of an Era”.

      [..]

      Ich hatte heute den Eindruck, ich höre da einem Besessenen, einem Wahnsinnigen, einem Irren zu, der sich völlig in das Feindbild des weißen Mannes hineinsteigert, das mit Nazis identifiziert, und sich für umzingelt hält. Einen, für den es nur vier Sorten Menschen gibt: Frauen, Schwarze, Feminismus-Begeisterte und Extrem-Nazis. Was nicht zu den ersten dreien gehört, muss weiß, Mann und Extrem-Nazi sein. Es kam zu einer völligen Vermischung, zu einer Identifizierung von Extrem-Nazi und weißem Mann. Das Bild vom bösen, dummen, privilegiendefinierten Nazi lieferte den Hass-Brennstoff, und der weiß Mann, der nicht feminismusbegeistert ist, dass Feindbild, auf das dieser Hass produziert wird. Wer weiß und nicht Feminist ist, ist Nazi, damit man ihn richtig gut hassen kann.

      Aufbau des extremen Feindbildes weißer Mann.

      http://www.danisch.de/blog/2014/06/25/ein-boesartiger-vortrag-eines-boesartigen-professors/

      Michael Kimmel interviewt Nazis und schließt dann daraus das ALLE weißen Männer so sind…

      Kein Wunder das Feministinnen diesen „Männerforscher“ gut finden…

  4. Ok, der neueste Erguss aus dem „Zentralorgan für Männerhass“ also.

    Aber jetzt mal zu etwas anderem…

    Statt solcher „Idiotentest“ wäre es viel zielführender, wenn man mal den Bussgeldkatalog ändert und an jeden Betrag zB eine Null dranhängt. Bei schwerern Vergehen natürlich einkommensäbhängige Strafen, damit für niemanden das aus der Portokasse zu bezahlen ist.

    Wetten, die Leute rasen dann nicht mehr wie die Deppen?

    In den letzten Jahren wurde ich wiederholt fast in Unfälle wegen völlig rücksichtslosen Fahrens verwickelt, meist Überholmanöver bei nicht einsichtiger Strecke. Ich fahre eigentlich immer schon sehr defensiv, jetzt noch aufmerksamer, aber es nervt total. Und dann kommt diese sexistische Zeit-Tussi dann auch noch so selbstgerecht daher…. *würg*

    Nicht nachzuvollziehen ist es auch, dass Kameras im Auto nicht erlaubt sind. Dann könnte man diese rücksichtslosen Fahrer nämlich anzeigen. Jetzt sind sie ja gewissermassen davor geschützt. Man bräuchte die freilich nicht, wenn 20 km/h zu schnell sagen wir mal 500.- (Standardtarif für Normalverdiener) kosten würden.

    Sorry, aber das mit dem unzivilisierten Fahren alles ärgert mich zu sehr.

    1. „Wetten, die Leute rasen dann nicht mehr wie die Deppen?“

      Das ist ein ziemlich breites Thema mit starken Stammtischqualitäten, deshalb versuche ich mal an obigem Thema zu bleiben. Wer langsamer fährt als ich, ist ein Verkehrshindernis, wer schneller ist als ich, ein verantwortungsloser Raser. So ist das doch zumeist.

      Aber Du beklagst „Überholmanöver bei nicht einsichtiger Strecke“ und forderst eine Verzehnfachung der Strafe für Geschwindigkeitsübertretungen. Das paßt nicht zusammen.

      Wenn Du ein 100-Schild auf eine Strecke stellst, die bis zum Tag davor frei war, ist dann 120 plötzlich rücksichtslose Raserei? Am ehesten noch dann, wenn die Begrenzung zur Lärmreduktion eingesetzt wurde. Dann nämlich gegenüber den Anwohnern. Und Du bist dann Rücksichtslos in Deinem Kleinwagen, während die LKWs und Harleys mit 80 rumröhren. Nun ja. Mir wäre eine mehr Überwachung deutlich lieber als höhere Strafen. Das wäre auch psychologisch angemessener. Grundsätzlich stimme ich mit Dir überein, Rücksichtslosigkeit ist ein massives Problem im Straßenverkehr, das viel zu wenig geahndet wird.

      Ach ja, das Thema. Ich kauf der Autorin durchaus ab, daß sie den Verkehr nicht gefährdet hat. Ich weiß nämlich ganz gut, wie sich das Fahren nachts um drei anfühlt. Besonders schön, wenn Du jede Nacht drei Minuten an derselben roten Ampel wartest, weil sie Dein Motorrad nicht registriert und wirklich jede Nacht in den drei Minuten kein anderer Verkehrsteilnehmer die gut einsichtige Kreuzung befährt.

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