Fundstück: Jaclyn Glenns Verriss von „Why Do Men Love Bitches?“

Ich weiß nicht, was die Dame sonst so macht, aber über dieses Video musste ich doch sehr schmunzeln. Kurzzusammenfassung: Jaclyn Glenn hat ein Buch von Sherry Argov namens „Why Do Men Love Bitches?“ gelesen. Auf Deutsch heißt das Werk „Warum die nettesten Männer die schrecklichsten Frauen haben…: …und die netten Frauen leer ausgehen“.

Beides erinnert mich sofort an die umgekehrte Situation: Die Frage, warum Frauen auf miese Typen stehen bzw. die tollsten Frauen mit den fiesesten Mackern zusammen sind und die netten Kerle leer ausgehen. Aus heutiger Sicht finde ich diese Fragen falsch gestellt und sehe es eher als sehr einfaches Weltbild, Männer so zu unterteilen, anstatt auf eine ganze Palette von Eigenschaften und Verhaltensweisen zu achten (etwa Ausstrahlung, Entschlossenheit, immer etwas zu tun haben…).

Auch finde ich nicht, dass Männer auf „Miststücke“ stehen, sondern im Gegenteil sogar oft sehr nachvollziehbare Kriterien bei der Wahl ihrer Partner haben. (Was ihnen umgekehrt dann gerne als oberflächlich vorgeworfen wird.)

Sollte die Rezension stimmen, dann ist das Buch schauerlich: Es enthält Anleitungen, wie die Frau den Mann um den Finger wickeln soll. Das erinnert wiederum umgekehrt an Kritik an Pickup (ob nun oberflächlich oder zutreffend, ist ein anderes Dauerthema).

Kurz gesagt: Die Frau soll sich dumm stellen und den Mann für jeden Mist über den grünen Klee loben. Der Mann selbst ist natürlich zu doof, um dieses Spiel zu durchschauen.

Hier bringt die Autorin das Kunststück fertig, sowohl Frauen als auch Männer gleichzeitig zu beleidigen: Frauen müssen manipulieren, Männer sind einfach dumm.

Es widerspricht meiner Erfahrung, dass alle Männer längere Zeit auf hilflos tuende Mädchen abfahren. Denn die sind wahnsinnig anstrengend, weil sie nichts alleine auf die Kette kriegen und man sich ständig Sorgen um sie Machen muss. Sie hängen deshalb auch wie eine Klette an einem und rauben einem Freiraum, den man lieber damit verbringen würde, etwas Neues zu machen. Mit ihrer Hilflosigkeit sind sie zudem peinlich und im Freundeskreis nicht vorzeigbar.

Interessanterweise glaubt die Autorin auch an den Mythos Gender Pay Gap und beklagt sich, Frauen verdienten weniger als Männer und müssten dabei soviel Geld für Mode und Schminke ausgeben. Ein Lamento, dem dann auch die Rezensentin (die nicht an besagten Mythos glaubt) herzlich wenig Verständnis entgegenbringen kann. Erstaunlicherweise wird davon ausgegangen, dass Frauen nicht selbst arbeiten gehen, sondern dem Mann dafür danken, das Geld nach Hause zu bringen. Ja, was denn nun?

Der wahre Kern an der Geschichte: Natürlich kann man mal an Menschen geraten, die einen ausnutzen oder mit denen man in einer Beziehung nicht glücklich wird. Aber das dann als die Normalität auszugeben, aus der man nur entkommt, indem man selbst fies wird, erscheint mir doch keine vielversprechende Lösung zu sein. Sich verstellen zu müssen und andere zu manipulieren, sehe ich im Gegenteil als sichere Anleitung zum Unglücklichsein.

Jaclyn Glenn: Why Do Men Love Bitches?

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Bei soviel Klischee fallen mir nur noch die Ärzte zur Rettung ein… „ein Mann“.

Die Ärzte: Ein Mann

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2 Kommentare zu „Fundstück: Jaclyn Glenns Verriss von „Why Do Men Love Bitches?““

  1. ich glaube nicht, dass die Autoren / Autorinnen solcher Bücher auf irgendwelche Realitäte abheben außer auf eine: es verkauft sich, weil es Leute gibt, die auf diese klischees abfahren und sie gerne bestätigt haben wollen. Siehe auch im comedy Bereich mario Barth. Der zweck (cash) heiligt die Mittel.

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