Voices of dissent

In den vergangenen Tagen sind v.a. auf Youtube gleich mehrere der surrealsten Ereignissse dokumentiert worden, wie SJWH (Social Justice Witch Hunters) grundlegende Ideen der freiheitlichen Demokratien pervertieren.

Das eine sind die „Proteste“ von Yale Studenten gegen ein Professorenehepaar, Erika und Nicholas Christakis, das in einer E-Mail das freie Recht von Studenten verteidigt hatte, sich zu Halloween auch politisch unkorrekt zu verkleiden.

Im Video, das am 6.11 veröffentlicht wurde, wird der Mann von einer Studentin schrill angeschrien, er solle zurücktreten, weil er eine andere Meinung als sie hat.
Und dann sagt sie den besten aller Sprüche, die eine Studentin überhaupt zu einem Professor sagen kann:
„It is not about creating an intellectual space. It is not. Do you understand that? It is about creating a home here.“

In Missouri wird der Präsident der Universität zum Rücktritt gezwungen, weil er in den Augen der SJWH zu wenig gegen die grassierenden Epidemien auf dem Campus unternimmt, in diesem Fall nicht Sexismus und Vergewaltigung, sondern Rassismus. Die Labels scheinen mittlerweile beliebig geworden zu sein. Der Vorgang ist für sich genommen schwerwiegend genug, um darüber zu berichten.

Was offenbar auch der Fernsehsender ESPN gedacht zu haben scheint, er schickt Studenten als freelancer dort hin, um die Reaktionen der Studenten auf den Rücktritt des Präsidenten zu dokumentieren.

Dass die Studenten sich weinend in den Armen liegen und dann gemeinsam „we shall overcome“ singen, mutet eher wie Hohn an gegenüber den Protesten der schwarzen Bürgerrechtsbewegung der 1950/60er Jahre: Bilden diese Studenten sich tatsächlich ein, ihre Anliegen seien annähernd vergleichbar mit damals? Sind sie tatsächlich der Meinung, es sei eine großartige Bürgerrechtliche Leistung, einen Mann aus dem Amt zu mobben – nicht weil dieser irgendwie durch Rassismus aufgefallen wäre, sondern lediglich, weil er aus ihrer Sicht nicht genügend dagegen unternommen habe?

Sie sind heute selbst diejenigen, die Druck ausüben und Angst verbreiten.

Doch der Versuch der Dokumentation wird selbst zum Medieneklat. Die Studenten wollen die Ausübung der Pressefreiheit behindern, um ihren „safe space“ zu schützen. Gegen was? Das bleibt unklar. Gegen jede möglicherweise unerwünschte Berichterstattung? Die Richtung der Berichterstattung war ja überhaupt nicht klar. Sie wenden sich, so der Eindruck, wirklich eher allgemein gegen Freiheit der Berichterstatter, auf einem öffentlichen Platz, den sie da gerade als ihren „safe space“ okkupiert haben, öffentlich zu berichten.

Doch das Maß scheint voll zu sein:

Für nahezu keines der genannten Ereignisse scheint die öffentliche Meinung, also selbst die Presse, irgendwelches Verständnis aufbringen zu wollen und zu können:
Die Überschrift zum Vorgang in Yale mit dem Titel „Unreal Video Shows What Leftist Bullying On College Campuses Looks Like“ klingt dabei noch harmlos gegenüber dem vernichtenden Urteil in der Überschrift: „It’s Time for the Grown-Ups To Take College Back from Their Shrill, Terrified Children“ – es ist Zeit, dass die Erwachsenen wieder die Colleges zurücknehmen von ihren schrillen und verängstigten Kindern.

Der Atlantic titelt:
The New Intolerance of Student Activism
sowie
Campus Activists Weaponize ‘Safe Space’“
und New York Magazine fragt: „Can We Start Taking Political Correctness Seriously Now?

Dass es Angst auf dem Campus gibt, und zwar nicht die Angst vor Vergewaltigung oder Belästigung, sondern vor der Existenzvernichtung durch SJW, spricht sich immer offensichtlicher herum:
Several of us are afraid to disagree with other students

Doch am Hoffnungsvollsten von allem ist für mich dieser Artikel:
Ein Editorial des Cleramont Independant, gemäß eigener Aussage ein „independent journal of campus affairs and political thought serving the colleges of the Claremont Consortium“.
Unter der Überschrift „we dissent“ schreiben drei Studenten, wie sehr sie die Schnauze voll haben von den SJW, der politischen Korrektheit und der Angst, die die Gedankenpolizei auf dem Campus verbreitet. Ihr wichtiger Schlussatz lautet daher auch: „We are no longer afraid to be voices of dissent“. Womit sie einerseits aussagen, dass sie bislang tatsächlich Angst hatten. Dass es ein Klima der Angst gibt, etwas falsches zu sagen. Aber dass sie das nicht mehr mitzumachen gedenken.

Ich glaube, es ist jetzt ein Punkt erreicht, in dem der Bogen so weit überspannt ist, dass Leute wirklich aufwachen und sich wehren.
Der Washington Examiner beschreibt mehrere solcher reaktionen, einschließlich des erwähnten Editorials:
Students starting to push back against campus lunacy

Auch andere Zeitungen berichten.

Es ist auch höchste Zeit.
Nach den beiden Videos aus Yale und Missouri scheint es ansonsten nicht mehr weit, dass so ein SJW-Mob auch einmal in eine Dynamik eines echten Gewaltausbruchs mündet und so ein Professor oder Student nicht einfach nur angeschrien, gerempelt und gestoßen wird, sondern auch einmal ernsthaft verletzt, wenn nicht schlimmeres.

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