Male Tears, Male Fears

Tag auch, ich bin der Neue hier! Eigentlich wollte ich etwas zum Thema ‚Antifeminismus‘ schreiben, allerdings ziehen sich die Recherchen dazu noch hin. Um dennoch nicht meinen Einstand zu verpassen, stelle ich stattdessen kurzfristig in paar spontane Gedanken zum Thema männlicher Wertewandel zur Diskussion.

Letzte Woche erregte ein Artikel in der Online-Ausgabe der ’20 Minuten‘ meine Aufmerksamkeit, in dem ein kleiner Teil der Resultate der ‚Shell Jugendstudie 2015‘ mit dem Fokus auf das Mindset junger Männer besprochen wurde. Was mir dabei ins Auge fiel, waren weniger die besprochenen Ergebnisse an sich, als viel mehr die Themengewichtung, die der Artikel vornimmt und die mir schon öfter in Zeitungspublikationen zum Thema Gender aufgefallen war.

‚Die Welt wird weiblicher‘ wird eine der Autorinnen der Studie zitiert in Hinblick auf die 78% der jungen Männer, welche sich bei Entscheidungen ‚auch nach Gefühlen‘ richten wollen (im Gegensatz/in Abwägung zu was, frage ich mich…). Der Artikel vermittelt durch die Auswahl seiner Zitate auch in weiteren Passagen den Eindruck, der ‚weiblicher‘ werdende Mann sei eine Erfolgsgeschichte der emanzipierter werdenden Gesellschaft, obwohl sich die Kategorien, innerhalb derer das angeblich ablesbar sein soll, ziemlich strikt an traditionellen Definitionen von ‚Mann‘ und ‚Frau‘ auszurichten scheinen.

Das ist der eine Aspekt, den ich immer mal wieder in solchen Artikeln wahrnehme; die traditionelle Definition der Geschlechter wird nicht grundsätzlich in Frage gestellt, sondern nur die Attribute neu auf Männer und Frauen verteilt und – sofern es denn einen (vermeintlichen) Shift von ‚männlich‘ zu ‚weiblich‘ gibt – positiv hervorgehoben. Die andere Regelmässigkeit scheint mir die zu enge Darstellung des Meinungsspektrums zu sein: Auf der einen Seite die – ihr könnt euch an dieser Stelle ein verstohlenes Kichern von mir dazu denken – Progressiven (…welche Männer nicht von Geschlechternormen befreien, sondern lediglich die Norm ersetzen wollen…) und auf der anderen der Seite der Teilzeit-Traditionalist (Michel Craman von ‚Mannschafft‘), den man zwischen den Zeilen als Emanzipationsverlierer bashen kann, was besonders schön im letzten Abschnitt zur Geltung kommt: ‚Auch Craman ist ein Anhänger der Gleichstellung. …‘, steht da zu lesen. Ja warum denn auch nicht? Welcher Grund bestünde denn, das Gegenteil anzunehmen? Zwar sagt mir die Organisation ‚Mannschafft‘ nichts, weshalb ich deren Weltbild nicht beurteilen kann, ich finde die unterschwellige Unterstellung aber dennoch unfair.

Natürlich ist das alles ein Stück weit Interpretationssache, aber man entwickelt mit der Zeit halt ein Gespür für gewisse Nuancen und Subtexte.

Zwar teile auch ich Craman’s bisweilen unnötig essentialistischen Aussagen nicht alle (insbesondere beim Wort ‚verweichlicht‘ hatte ich spontan so n‘ bisschen Kotze im Mund), kann aber seine Sorge nachvollziehen:

Michel Craman, Präsident des Männervereins Mannschafft, vermutet, dass die Jungs sich nur so verhielten, weil sie aus Angst vor Vorwürfen unter Druck stehen. «An den traditionellen Männern haftet schnell das Bild des Machos, der nur über Fussball redet und sich zuhause nach der Arbeit auf die faule Haut legt.»

Ich möchte den Grundgedanken des obigen Zitats gerne ein wenig vertiefen; mir ist klar, dass sich die Shell-Studie mit den generellen Lebensperspektiven von Jugendlichen befasst und nicht primär mit deren Bezug zu eigentlicher Emotionalität. Wenn wir aber über den Wertewandel bei Buben und jungen Männern sprechen, ist gerade dieser Aspekt ein zentraler, finde ich. Gefühle zuzulassen und sie offen zu zeigen ist ebenfalls eine, wenn nicht die Anforderung, die an den ’neuen Mann‘ gestellt wird und ich finde es grundsätzlich Klasse, Männer dazu zu ermutigen.

Allerdings – so nehme ich die Stimmung in der Gesellschaft zumindest persönlich wahr – meint ‚offener‘ Umgang mit Gefühlen im Subtext den ‚weiblichen‘ Umgang damit; auch hier scheinen die Handlungsoptionen, die Männern neuerdings als legitim zugestanden werden, nicht vielfältiger, sondern lediglich in ein neues Rollenkorsett überführt zu werden. Dass ‚weiblich‘ dabei offenbar klischeehaft-traditionell ausgelegt wird, wird dem emotionalen Spektrum von Frauen und seinen Ausdrucksformen übrigens genauso wenig gerecht.

Warum lässt mir der Gedanke keine Ruhe?

Kommunikation kennt – verbal wie nonverbal – so viele Ausdrucksformen, wie es Individuen gibt; wenn eine Junge seine Emotionen mit Tränen ausdrücken will, ist das o.k.; will er schweigen und lieber nachdenken, über etwas, das ihn bedrückt, ist das o.k.; will er etwas verarbeiten, in dem er in Gesellschaft eines guten Freundes belanglosen Smalltalk macht und nebenher n‘ bisschen auf seiner Playstation zockt, ist das o.k.. Will ein und derselbe Junge mal weinen und mal witzeln, wenn ihn etwas emotional mitnimmt, ist das o.k. … ihr merkt, worauf ich hinaus will. Ein Junge, der weint ist kein Weichei und einer, der es nicht tut, ist kein Macho oder unemanzipiert.

Eine Debatte über den männlichen Umgang mit Gefühlen, welche falsche Korrelationen als Bewertungskriterien implementiert, bereitet mir Unbehagen. Das ‚offene‘ Zeigen von Emotionen geriete dadurch in vielen Fällen zu einer Karikatur seiner selbst, einer sinnentleerten Performance, welche die Idealvorstellung all derer bedienen soll, die es schlicht nichts angeht. Schliesslich soll der individuelle Umgang mit Emotionen, denjenigen weiterbringen und reifen lassen, der sie empfindet und niemanden sonst.

Sollte sich so ein Verhalten durchsetzen, würden Buben und junge Männer in Zukunft wohl mehr reden – und dennoch weniger sagen. Und das ist etwas, was ich tatsächlich zum Heulen fände.

Wie eingangs erwähnt, lege ich hier nur ein paar spontane Gedanken dar, vielleicht sehe ich Einiges auch zu dramatisch. Was ist eure Einschätzung dazu?

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18 Kommentare zu „Male Tears, Male Fears“

  1. Alter Wein in neuen Schläuchen: Männer haben sich nach den Bedürfnissen von Frauen zu orientieren und nur das weibliche Empfinden ist das, was zählt.

  2. Deine Wahrnehmung ist korrekt. Das Urteil: „Die Welt wird weiblicher“ aus dem Merkmal „Gefühle“ zu schließen, zeigt, dass die Autorin Männlichkeit nicht versteht. Es zeigt eher eine gouvernantenhafte Anbiederung, die ein Gefühl des Klebrigen hinterlässt. Männer sind facettenreicher und flexibler als die Mitautorin vermutet und der zunehmende Ausdruck von Gefühlen kann ein Zeichen des Anpassungsprozesses sein, den Männer in der Geschichte schon immer mehr ausgesetzt waren, als Frauen. Es bleibt abzuwarten, ob die „Gefühle“ sich zukünftig in vermehrtem Schminken äußern ( = „Die Welt wird weiblicher“) oder ob junge Männer ihre Gefühle ganz anders einsetzen, als die Mitautorin erwartet, nämlich spezifisch männlich.

  3. Die Idee, dass Männer nicht in der Lage sein sollen, Gefühle zu zeigen, ist genauso als wie die Behauptung, uns würde beigebracht, dass Männer keine Gefühle zeigen sollen.

    Das wird aber bestenfalls von Frauen vermittelt, behaupte ich mal. Das sind nämlich die, die dann als erste „mimimi“ rufen.

    Die gesamte Literatur ist voll von Helden, die Gefühle zeigen und in großen Verlusten durchaus tränenreich reagieren. Von Gilgamesch über Odysseus, die Nibelungen, Parzival, Isoldes Tristan, Goethes Faust, Werther oder sonstige Protagonisten, ebenso sämtlichen anderen Helden der Klassiker von Shakespeare, Schiller oder sonstwem wird Rotz und Wasser geheult. Das sind keine erungenschaften der Neuzeit.

    Und auch heute beginnt Popkultur nicht erst seit dem Feminismus, emotionen zu zeigen – vielmehr wardas von Beginn an das mekrmal, das Popkultur ausgezeichnet und erfolgreich gemacht hat.

    Nein, wir brauchen Feminismus nicht, um Zugang zu emotionen zu finden.
    Vielmehr ist es vor allem Feminismus, der am lautesten „mimimi“ ruft, sobald Männer authentisch eigene Gefühle äußern. Vor allem wen es um Verluste geht – da heißt es immer nur, dass Männer da „Angst hätten, Privilegien zu verlieren. Selbst wenn es um elementarste menschliche Bedürfnisse geht, wird das bei Männern als “ verteidigen von Privilegien“ dargestellt.

  4. Die Welt wird weiblicher’ wird eine der Autorinnen der Studie zitiert in Hinblick auf die 78% der jungen Männer, welche sich bei Entscheidungen ‘auch nach Gefühlen’ richten wollen (im Gegensatz/in Abwägung zu was, frage ich mich…).

    Reine Entscheidungen nach Zahlen/Faktenlage werden nicht grundlos kritisiert. Wie oft wurden zum Beispiel in der jüngeren Vergangenheit hunderte oder gar tausende Arbeitnehmer gekündigt um das Quartalsergebnis um wenige Prozentpunkte zu verbessern? Wie viele entsorgte Väter und Männer wollten das Beste für ihre Familie indem sie für ein hohes Einkommen sorgten, später aber bereuten, dass sie nie zuhause waren? Ich bin davon überzeugt, dass vielen Männern ein bisschen mehr Work-Life-Balance gut tun würde und vielleicht sogar die durchschnittliche Lebenserwartung steigern könnte. Wenn wir Männer die Definition von mehr Gefühl den Frauen überlassen kann dabei nur eine femizentrische Sicht herauskommen.

    ‘Auch Craman ist ein Anhänger der Gleichstellung. …’, steht da zu lesen. Ja warum denn auch nicht? Welcher Grund bestünde denn, das Gegenteil anzunehmen?

    Vielleicht einfach die Tatsache, dass Gleichstellung als ungerechtfertigter Umverteilungsmechanismus abzulehnen ist? Gleichstellung ist die Schaffung von Ergebnisgleichheit und widerspricht dem Gedanken der Gleichberechtigung und damit Chancengleichheit.

    Gefühle zuzulassen und sie offen zu zeigen ist ebenfalls eine, wenn nicht die Anforderung, die an den ‘neuen Mann’ gestellt wird und ich finde es grundsätzlich Klasse, Männer dazu zu ermutigen.

    Brauchen wir den „Neuen Mann“? Und wenn ja, wer sollte definieren was man darunter zu verstehen hat? Die Welt verändert sich. Und nur wer sich anpasst wird darin bestehen können. Aber aus welchem Grund sollte man die Definitionshoheit dem feministischen Wunschkonzert überlassen?

    Nach meinen Beobachtungen sind die gestellten Wünsche und Anforderungen durch die Bank femizentrisch ausgerichtet. Die Frage, was Männer eigentlich wollen wird gar nicht erst gestellt. In aller Regel haben die meisten Männer auch keine Antwort darauf. Viel zu sehr wird versucht der holden Weiblichkeit zu gefallen. Davon abgesehen benötigt es für den geforderten Typ Mann auch einen passenden Typ „Neue Frau“, den es bisher kaum gibt. Am Beispiel Humanmedizin kann man sehen, dass dieses angesehene und gut bezahlte Berufsfeld heute von Frauen dominiert wird. Dadurch ergibt sich auch zwangsläufig, dass eben diese Frauen über ein beachtliches Einkommen und hohen eigenen Status verfügen. Das sei ihnen von ganzem Herzen gegönnt. Bei der Partnerwahl verhalten sie diese Frauen aber überwiegend ganz traditionell. Der Wunschpartner soll zwingend über ein gleich hohes oder sogar höheres Einkommen verfügen. Nur wird hier die Luft allmählich dünn, da es mit steigendem eigenen Status immer weniger potentielle Partner gibt. Zusätzlich verschlechtert sich die Situation, da der Frauenanteil, politisch gewollt, weiterhin steigt.

    Ich gehe davon aus, dass der große Backlash noch bevor steht, Weiterhin gehe ich davon aus, dass der Auslöser nicht die Männerrechtsbewegung sein wird, sondern die Tatsache, dass feministische Forderungen den Bogen bereits jetzt deutlich überspannen. Auch wenn man den Eindruck gewinnen kann, dass die Welt nur noch aus Extrempositionen besteht dürfte die große Mehrheit der Menschen an einem wohlwollenden Miteinander interessiert sein. Dazu gehört zwingend ein funktionierender Interessensausgleich, der derzeit aber nicht vorgesehen ist.

  5. „die traditionelle Definition der Geschlechter wird nicht grundsätzlich in Frage gestellt, sondern nur die Attribute neu auf Männer und Frauen verteilt und – sofern es denn einen (vermeintlichen) Shift von ‘männlich’ zu ‘weiblich’ gibt – positiv hervorgehoben.“

    Das stimmt wohl: Weder Feminismus noch Maskulismus nehmen die Forderung des Neuentwurfs von Geschlechterstereotypen wirklich ernst – aber aus verschiedenen Gründen:

    Die Feministen wollen im Grunde keine post-gender-Gesellschaft, denn das würde sie überflüssig machen. Zweitens genügt nach genderfeministischer Theorie die Durchbrechung des heterosexuellen Begehrens, um die Reproduktion des Patriarchats zu verhindern.

    Maskulisten sind leider of Biologisten – während die in Wahrheit einfach nur Konservativ sind. Daher glauben sie, es wäre ein Fehler, sich von hergebracher Männlichkeit widernatürlich zu entfremden.

    Beide Richtungen haben keine Zukunft.

    „Dass ‘weiblich’ dabei offenbar klischeehaft-traditionell ausgelegt wird, wird dem emotionalen Spektrum von Frauen und seinen Ausdrucksformen übrigens genauso wenig gerecht.“

    Wie sieht dieses Spektrum deiner Meinung nach denn aus?

    „Kommunikation kennt – verbal wie nonverbal – so viele Ausdrucksformen, wie es Individuen gibt;“

    Nein – überhaupt nicht: Die Tatsache, daß du dich mit ganz vielen und wildfremden Menschen sofort unterhalten kannst, ohne einander vor den Kopf zu stoßen oder zu irritieren, beweist. daß es nur wenige Kommunikationsformen gibt. Denn Erfolg in der Kommunikation kann es nur dann geben, wenn eine Kommunikationsform gemeinsam geteilt wird. Wäre alles individuell, müßte man sich erst mal über die Kommunikationsform einigen, um was verstehen zu können, bzw. man müßte erst mal kommunizieren, um die jeweils vorliegende Kmmunikationsform zu identifizieren, die man braucht, um eine eigene adäquate kommunikative Reaktion finden zu können.

    Daraus folgt, daß es ohne gemeinsam geteilte – und damit möglichst wenigie – Kommunikationsformen nicht geht und Individualität irgendwo anders sitzt als in der Kommunikation.

    1. „Weder Feminismus noch Maskulismus nehmen die Forderung des Neuentwurfs von Geschlechterstereotypen wirklich ernst “

      Das sehe ich auch so. Die Angreifbarkeit dieser Forderung besteht nach meiner Einschätzung darin, dass neue Stereotype gefordert werden, während die öffentliche Meinung per Lippenbekenntnis sich zur Überwindung von Stereotypen bekennt – in Wirklichkeit aber die Förderung weiblicher Stereotype meint. Damit wird implizit die komplementäre Entwicklung von PUA befördert, was ein Tummelplatz für Biologisten ist.
      Auch gibt es viele MGTOWS, denen beim Gedanken an neue stereotype Rollen für Männer übel wird, weil sie darin nur die Verpflichtung sehen. Trotzdem: Männer müssen ihre Interessen positiv formulieren und sobald sie das tun, werden ihre Forderungen zwangsläufig stereotyp. Was meinst du?

      1. @quellwerk

        „dass neue Stereotype gefordert werden, während die öffentliche Meinung per Lippenbekenntnis sich zur Überwindung von Stereotypen bekennt – in Wirklichkeit aber die Förderung weiblicher Stereotype meint.“

        Ja, das beobachte ich auch. Und diese Entwicklung ist nicht verwunderlich: Feminismus gilt als moralischer Fortschritt, als Chance, sich sexuell und zivilisatorisch über das Pleistozän zu erheben und die Verkommenheit und das Bestialische, was das Männliche im Menschen ausmacht, zu überwinden. Diese moralische Überlegenheit koppelt in der Regel an einen in der Vulgär-PolCorrectness gepflegten moralischen Universalismus und ist das Hauptmotiv von Männern, Feministen zu werden.

        „Damit wird implizit die komplementäre Entwicklung von PUA befördert, was ein Tummelplatz für Biologisten ist.“

        Diese Diagose halte ich für richtig, denn sie erklärt, warum Biologismus als antifeministischer Ausgangspunkt in der öffentlichen Debatte nur noch stärker polarisiert, anstatt irgendetwas zu verbessern: Denn der mit der Verstärkung traditioneller Weiblichkeit verstärkte Erfolg von PU – egal, wie man PU nun motiviert – wird von PUAs als Indiz dafür gesehen, daß PU und damit Biologismus recht haben. Doch Feministen lehnen PU ab, weil sie PU als unmoralische und autonomiebeschränkende Einmischung in die Entstehung von Entscheidungen und damit für einen moralischen Rückschritt ansehen. Folglich reformuliert und verschärft der Konservatismus am Biologismus nur den durch Feminismus protegierte Kulturevolution, anstatt Feminismus als Ideologie zu widerlegen. Die Folge ist, daß Biologismus als antifeministische Position immer wie eine Entscheidung dafür aussieht, primitiv zu bleiben – was natürlich allein dem Feminismus nützt, nicht aber dem Antifeminismus.

        „Männer müssen ihre Interessen positiv formulieren und sobald sie das tun, werden ihre Forderungen zwangsläufig stereotyp. Was meinst du?“

        In diesem Punkt bin ich nicht absolut sicher, ob das geauso laufen muß: Natürlich läuft es in einem trivialen Sinne immer auch ein Stereoyp hinaus, wenn Männlichkeit stabil durch Merkmale stabilisiert wird. Doch was würde passieren, wenn man Männlichkeit durch einen Freiheitsbegriff definieren würde, der sich gegen den zerebrale Einflüsse auf den Geist immunisieren läßt? Dabei geht es nicht nur um negative Freiheit, um Freiheit von etwas, sondern vor allem positive Freiheit, Freiheit zu etwas, zu einem Lebensentwurf innerhalb eines selbstgewählten Narrativs.

        Damit hätte man der vom Feminismus scheinbar geforderten Kulturevolution sofort den Wind aus den Segeln genommen, da es keinen biologischen Determinismus mehr geben würde. Man hätte sogar die im Biologismus wurzelnden Konservativen im Handumrehen zu Speerspitzen der Kulturevolution gemacht, weil sie nun nicht mehr ins Pleistozän zurückwollen, sondern nur noch selbstgewählt eine Lebensform praktizieren, die zufällig den biologistischen Gemeinplätzen korrepondiert – und das Hauptmotiv der Männer für Feminismus wäre erledigt.

        Ok?

        Darauf kommt alles an: Man braucht ein Freiheitsverständnis, mit dem sich Kulturevolution praktizieren läßt. Wer das als Erster vorlegen kann, gewinnt das Spiel und kann dann Männlichkeit definieren, wie er will, weil kein innerhalb des Freiheitsbegriffs definiertes Stereotyp nun mehr psychologisch deterministisch und daher auch nicht meher problematisch ist.

        Antifeminismus funktioniert in meinen Augen nur so: Man muß die normative Herausforderung, die der Feminismus durch seine Vorstellung einer Evolution der Kultur als moralische Erhebung von den Niederungen der Männlichkeit formuliert, ernst nehmen und schlagen. Dann ist der Weg für jede Männlichkeit oder Weiblichkeit frei, die man haben will.

        Doch die Linken haben ihr Kompetenz in Sachen Freiheit leider schon lange verloren. Wir werden das alles selbst machen müssen.

  6. Wenn ich gerade mal „authentisch eigene Gefühle äußern“darf: Ich bin stinksauer auf „den Feminismus“, weil er mich durch das Quotengesetz zu einem Menschen 2. Klasse macht.
    Bin ich jetzt ein „Neuer Mann“?

    Zum „Neuentwurf von Geschlechterstereotypen“: ich dachte immer, Stereotype würden durch eigene Beobachtung und Klassifizierung entstehen, sozusagen bottom-up, und können nicht top-down verordnet werden.

    1. @mitm

      Nein, das ist ein Irrtum, Stereotype kommen im Feminismus immer von außen: Entweder durch die sozialen Erwartungen und ihre Sanktionen, wenn diese enttäuscht werden (2. Welle). Denn die Theorie von Nancy Chodorow („The Reproduction of Mothering“)), die meinte, das psychologische Verhältnis der Kinder zur Mutter sie die Quelle der Reproduktion der Geschlechterstereotype oder auch die Theorie von Carol Gilligan („In a different Voice“), nach der die Kohlbergsche Moralentwicklung der Frauen nach anderen Werten verlaufe, haben sich nicht durchsetzen können, weil sie auf das traditionelle Element der Machtanalyse verzichten. Genau das aber haben MacKinnon oder Benhabib aber tief übelgenommen und deshalb beweist genau diese Dynamik der feministischen Entwicklung, daß Macht und Machtgefälle im Feminismus immer eine zentrale Rolle gespielt haben und nach wie vor spielen.

      Der Geist von Gilligans Theorie wird gegenwärtig übrigens von Martha Nussbaum weitergeführt, die geltend macht, daß die für Frauen bei Entscheidungen so wesentlichen Gefühle selbst soziale Konstruktion seien. Das entsprechende Buch gibt es sogar auf Deutsch „Gerechtigkeit oder das Gute Leben“. Soweit ich sehen kann, sind die Arbeiten von Nussbaum aber viel zu sophisticated, um im Feminismus wirklich eine Wirkung zu erzielen.

      Oder die Installation von Stereotypen kommt durch eine tendentiöse Benutzung von Sprache. Diesen Sprachidealismus gibt es nur in der 3. Welle des Feminismus.

      Im Feminismus sind Stereotype und ihre Befolgung daher letztlich eine Folge einer Unterlegenheit – entweder psychologisch oder durch Ausübung einer Definitionsmacht. Kein „MeinFeminismus“-Gequatsche kann das rückgängig machen, DAS ist für Feminismus immer konstitutiv.

      1. @ Elmar „Im Feminismus sind Stereotype…“

        …. ein Kampfbegriff, weil das ein allgemein bekannter Begriff ist, dem eine sehr spezielle, i.a. unzulässige Bedeutung untergeschoben wird. Daß der Begriff Stereotyp in feministischen Argumentationen wie von Dir beschrieben benutzt wird, ist auch mir oft aufgefallen. Dabei kamen mit immer zwei Aspekte absurd vor: die unterstellte fast schon hypnotische Wirkung von Stereotypen, als ob es keinen freien Willen gäbe, und der Glaube, Stereotype seien generell falsch und von bösen Mächten erfunden. Die Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Stereotyp) listet einige Quellen zu folgendem: „….dabei hat sich gezeigt, dass die Stereotypengenauigkeit (stereotype accuracy), das heißt die Übereinstimmung von Stereotyp und Wirklichkeit, sehr hoch ist. …. Die Stereotypengenauigkeit ist größer als die der Einschätzungen von Individuen über ethnische Gruppen bzw. die Geschlechter oder als die Vorhersagekraft von sozialpsychologischen Theorien“.

        MMn sind viele Stereotype speziell über Männer und Frauen schlicht Erfahrungswissen, das alle Menschen automatisch durch Beobachtung der Realität und Klassifizierung bzw. Erkennen von Regeln gewinnen. Andere Stereotype entstehen gesellschaftlich, z.B. durch verzerrte Berichterstattung in dem Medien. Man kann daher Stereotype nicht generell verteufeln, sondern muß jedes einzeln hinsichtlich seiner Korrektheit überprüfen.

      2. @mitm

        „die unterstellte fast schon hypnotische Wirkung von Stereotypen, als ob es keinen freien Willen gäbe“

        Diese Diagnose halte ich völlig richtig: Feminismus als Klassenkampftheorie der Geschlechter verwendet immer irgendeine Variante des Determinismus: im Radikalfeminismus ist es ein psychologischer Determinismus, um Differenzfeminismus ist es ein biologischer Determinismus und im Genderfeminismus einer der Begrenzung der Entscheidungsfindung durch Sprache, eine Art kognitiver Determinismus.

        Neben dem Machtgefälle der Geschlechter gehört Determinismus zu den unverzichtbaren Elementen jedes Feminismus und bildet konsequenterweise auch eine seiner Achillesferse. Bei LoMi hab ich das vor einem Jahr schon mal geschrieben – ist vermutlich untergegangen.

        Wenn man aber mal von der femnistischen Verwendung von „Stereotyp“ absieht, so können die Stereotype, die wir normalerweise verwenden nicht nur ein Extrakt des Erfahrungswissens sein. Zu ihnen gehören auch normative Regeln, wie die Daten der Erfahrung zu verstehen sind, wofür sie sprechen, denn andernfalls könnte Frauengewalt gegenüber Männern nicht lustig und Männergewalt gegenüber Frauen nicht unmoralisch sein – um nur ein Beispiel zu nennen.

      3. @mitm

        Vergessen: Die Rolle des Determinismus im Feminismus liegt natürlich auf der Hand. Denn nur der Determinismus erklärt, wie die Eigenschaft, die für die Klassenzugehörigkeit verantwortlich ist, in die psychologische Konfiguration des Klassenmitgliedes einkoppelt. In der zweiten Welle des Determinismus war das noch nicht so schwer, da Geschlecht noch kein soziales Konstrukt war. Um das auch unter der Annahme von Sex vs. Gender zu schaffen, mußte man schon etwas Begriffsgymnastik machen. 😉

      4. @mitm und Elmar

        Was mir zunächst aufgefallen ist, früher gab es drei Begriffe für diesen Umstand „sozialer Erwartungen“ und Generalisierungen, heute nur noch einen. Aus:

        – Klischee
        – Stereotyp
        – Vorurteil

        Wurde durch die Reduktion auf „Stereotyp“ alles zu einem „Stereotyp“ und dieses Stereotyp ist beliebig mit einer Bedeutung zu besetzen.
        Es steht (Sascha Lobo hat diesen Begriff erfunden) für jede „Dummdeutung“, also eine beliebige Redefinition und Umdeutung, zur Verfügung.
        D.h., wenn Elmar schreibt: „Installation von Stereotypen kommt durch eine tendentiöse Benutzung von Sprache“, dann würde ich sagen, es ist diese Reduktion auf „Stereotyp“ bereits die Tendenz selbst, die dort zum Ausdruck kommt.

        Beispiel: Wenn man früher äußerte, jemand habe durch eine Äußerung gezeigt, er habe ein *Vorurteil gegenüber einer bestimmten Menschengruppe*, dann war anzunehmen, es resultierte aus dem *pejorativen Charakter der Äußerung* gegenüber dieser Menschengruppe und das inhaltlich Gesagte fiel auf den Sprecher zurück.
        Als ein mit Vorurteilen behafteter Mensch.

        „Geschlechter-Stereotype“ im neuen Jargon sind jedoch gleichermaßen bspw. „Frauen sind unbegabter in Mathe“ und „Frauen sind das Multi-Tasking-Geschlecht“.
        Während das erste klar abwertend in einer mitgedachten Relation (nämlich *als* Männer) gemeint ist, meint das zweite im Gegenteil (nämlich, dass Männer diese Fähigkeit *nicht* haben) eine Aufwertung. Damit wird im Grunde „Multi-Tasking“ zu einer essentiell weiblichen Eigenschaft und „essentiell“ ist nichts anderes als „biologisch“ auf verdruckst.

        Beide sind jedoch Stereotype und im Einzelnen wäre nachzufragen, ob deren (gesellschaftliche) Verwendung der Wirklichkeit entspricht oder nicht.
        1. Ob sie demnach dem Wesen nach *wahr* oder *falsch* sind.
        2. Oder ob der Umstand zwar *im Einzelnen* in der Realität zutrifft, es sich jedoch um eine *falsche Generalisierung* handelt.

        So agieren Feministinnen jedoch nicht – das eine Stereotyp wird kritisiert, das andere medial propagiert.

        Schönen Gruß, crumar

      5. @all
        Der Feminismus kann gar nicht anders als Geschlechts-Sterotype zu erzeugen. Er denkt streng essentialistisch und deterministisch und versucht die Geschlechterrollen in jeder Hinsicht festzulegen (auch die Rollen anderer Kollektive, wie menschlicher „Rassen“).

        Etwas ganz Vergleichbares geschieht im „Antifeminismus“, der mit biologistischen Vorstellungen und Modellen arbeitet (ua evolutionäre Pychologie) und Geschlechts-Sterotypen nur anders aufladen will.

        Die ganze Konstruktion, egal in welchem Kontext, von Geschlechts-Sterotypen ist zu bezweifeln und abzulehnen. Sie dient nur dem Schüren von politischem Ressentiment. Dagegen vorzugegen nennen manche wohl etwas spröde „integralen Antisexismus“.

        Diese Geschlechter-Sterotypien bringen uns nur „in Teufels Küche“, sie müssen als das entlarvt werden, was sie sind, irrationale Aufstachelung.

      6. @Elmar

        Bitte verstehe das nicht als Kritik, sondern mir geht es um eine (tja) Sensibilisierung für das, was Christian „frame“ nennt, also den Bezugsrahmen, in den wir „hineingeboren“ worden sind und den wir nicht selbst gesetzt haben.
        D.h. wir sollten anerkennen, dass uns in der Realität zahlreiche „Dummdeutungen“ begegnen werden, die das Interesse an der (bürgerlichen und feministischen) Definitionsmacht über Begriffe widerspiegeln.

        Ich möchte aber das Thema „Stereotyp“ noch ein wenig ausweiten:

        Als *Erklärung* für das Stereotyp „Frauen können schlechter einparken“ könnte die geringere Fahrpraxis von vielen Frauen herangezogen werden, ablesbar in der geringeren Durchschnittskilometerleistung pro Jahr nach Geschlecht.
        Das ist die empirische Realität.
        Es wäre durchaus nachweisbar, dass Frauen mit identischer Fahrpraxis ebenso gut einparken können wie Männer. Eine solche Erklärung wäre im *Einklang* mit der gesellschaftlichen Erfahrung von Frauen, die schlecht einparken können.
        Würde für die *Ursache* jedoch die *Praxis* und nicht das *Geschlecht* heranziehen.

        So agieren Feministinnen jedoch nicht – dass Frauen etwas „schlechter“ können, kann nicht real sein, sondern nur Produkt eines Vorurteils=Stereotyps, der patriarchalen Repression etc. Sie sind also chronisch gezwungen, gesellschaftliche *Erfahrungen*, die in solchen Stereotypen zum Ausdruck kommen zu bestreiten und deren Bezüge auf die empirische Realität zu negieren.
        Der Feminismus geht *stattdessen* höchst selektiv vor: Ersteres (Mathe-Begabung aus dem obigen Beispiel und Parkvermögen) wird vehement als Stereotyp gegenüber Frauen bekämpft, letzteres (Multi-Tasking) nicht.

        Letzteres wird – ganz im Gegenteil – medial immer wieder wiederholt, was das Kennzeichen von Marketing und Propaganda ist.
        Und in meinen Augen bildet sich so das medial produzierte *Klischee* „Frauen sind das Multi-Tasking-Geschlecht“ heraus, als Teil eines feministischen „empowerments“, Frauen mit vorteilhaften, ihr *Geschlecht aufwertenden* Eigenschaften und Fähigkeiten zu versehen.
        Das Problem der Verbreitung *aufwertender* Klischees und Stereotype über Frauen ist, dass diese irgendwann in ein feministisch-weibliches *Selbstkonzept* münden.
        D.h. Frauen fangen an zu glauben, sie wären tatsächlich per se „Multi-Tasking“ fähig oder empathischer, begabter, friedfertiger als Männer usw. usf. ihre *natürliche* Überlegenheit wäre nur deshalb – ungerechtfertigt – nicht zum Ausdruck gekommen und spiegelte sich nicht in ihrer gesellschaftlichen Position wieder, weil das Patriarchat sie durch vielfältige, verdeckte Unterdrückungsmaßnahmen daran gehindert hat.

        Nur so erklärt sich m.E. die *gleichzeitig* geradezu inflationäre Verwendung und Verbreitung von „Frauen-können-es-besser“ Stereotypen und den immer subtileren Unterdrückungstechniken des Patriarchats (manspreading, micro aggression usw. usf.), die „entdeckt“ werden.
        Während „Frau“ einerseits zu einer religiösen Heilslehre aufgeblasen wird, ersinnt das Patriarchat immer perfidere Mechanismen, die erklären, warum „Frau“ noch nicht im weiblichen Paradies angekommen ist.

        Ein praktisches Resultat dieses Selbstkonzepts ist, wenn weibliche Individuen oder Gruppen im Vollbesitz von „essentiell weiblichen Kompetenzen“ (/sarcasm off) meinen, auch ein „entitlement“ zu besitzen über diejenigen zu richten, die diese Kompetenzen *nicht* aufweisen.
        Und das sind – natürlich – Männer.
        Wobei übersehen wird, a. „richten“ setzt ein hierarchisches Verhältnis voraus, welches b. durch Frauen *aufwertende* und Männer *abwertende* Stereotypen erst geschaffen worden ist.
        Unser gemeinsamer Eindruck, es geht dem Feminismus überhaupt nicht um die Abschaffung von Geschlechterstereotypen, sondern bestenfalls um ein reverses Verhältnis, bei Beibehaltung oder Schaffung neuer Geschlechterstereotypen ist völlig richtig. Ich würde hier jedoch meinen, in diesem Fall sprechen sie wirklich für „Frauen“.

        Die notwendige Brüchigkeit dieses weiblichen Selbstkonzepts ergibt sich m.E. aus dem vorgeblichen *Ziel*, die Welt „weiblicher“ zu machen (am Bsp. des Zitats, welches Gerhard weiter oben verwendet):
        „Die Welt wird weiblicher’ wird eine der Autorinnen der Studie zitiert in Hinblick auf die 78% der jungen Männer, welche sich bei Entscheidungen ‘auch nach Gefühlen’ richten wollen.“

        Wenn im Zuge der fortschreitenden Emanzipation *100% der jungen Männer* sowohl ihre Rationalität, als auch ihre Emotionalität in ihre Entscheidungen einfließen lassen, dann bedeutete dies die faktische Ununterscheidbarkeit von männlich und weiblich – nach diesen Kriterien. Emotionalität“ hätte keine einseitig (positiv!) weiblich konnotierte Bedeutung, sie löste sich auf in die *menschliche Fähigkeit*, die sie gewesen war, bevor es (moderne, westliche) Geschlechterstereotype gab.

        Was passiert dann aber mit der *Dichotomie*, auf die die Aussage der Autorin BASIERT, wonach *Emotionalität = weiblich* und *Rationalität = männlich* ist?
        Die würde sich ebenfalls auflösen – aber nur nach einer Seite hin.
        Denn die Dichotomie ist *Resultat* ihres auf einem Geschlechterstereotyp beruhenden Selbstkonzepts, wonach Emotionalität eine einseitig (positive) Fähigkeit von Frauen ist, die sich *als* weibliche Eigenschaft ausbreiten müsse.

        Wenn ihr Selbstkonzept nicht von dieser Dichotomie geprägt – also *irrational* – wäre, würde ihr auffallen, dass *wäre* Emotionalität eine genuin weibliche Fähigkeit, diese sich nicht über die Gruppe der Frauen hin ausbreiten könnte.
        D.h., was sie als „weiblicher werdende Welt“ empfindet, stellt im Grunde ihr Selbstkonzept in Frage, auf der die Aussage und ihre Empfindung basiert, die „Welt werde weiblicher“.

        Sie verwendet diese Dichotomie und die *weibliche Hierarchisierung der Welt* also zur Bestätigung ihres Selbstkonzepts, zur Selbstvergewisserung ihrer Weiblichkeit (und dies in Abgrenzung zur Männlichkeit).
        Ich finde es zutiefst ironisch, dass Frauen nicht auffällt, ALLE Elemente des Sexismus, der Männer vorgeworfen wird gegen Frauen verwendet zu werden, beinhaltet ihre EIGENE Theorie:

        – Dichotome Sichtweise auf Merkmale und Fähigkeiten der Geschlechter,
        – daraus resultierende, biologische Zuweisung und Segregation der „Kompetenzen“,
        – implizite Hierarchie der Geschlechter in den so geschaffenen Kompetenzfeldern,
        – die sich in Geschlechterstereotypen niederschlagen, welche wiederum die dichotome Sichtweise auf Merkmale und Fähigkeiten der Geschlechter absichern.

        Und auch der gegen Männer erhobene Vorwurf, Männlichkeit entstehe nur durch Abgrenzung und Abwehr von von Weiblichkeit erweist sich als pure Projektion.
        Denn die Frage ist naheliegend, wie viel „positive Weiblichkeit“ aus diesem Selbstverständnis heraus übrig bleibt, wenn das weibliche Selbstkonzept sich im Zuge der Emanzipation auflöst.

        Eventuell erklärt das auch die Wut, mit der Seitens weiblich-feministischer Seite agiert wird (jenseits der politischen und ökonomischen Fragen).

        Schönen Gruß, crumar

  7. Hallo Leute,

    vielen Dank für’s Kommentieren! Ich bin leider momentan unterwegs, auf Besuch bei Verwandten und hatte daher keine Zeit, um zu antworten oderzu diskutieren.

    Ich werde ein Zukunft aber über ähnliche Themen schreiben, ich bin sicher, wir können dann an das eine oder andere anknüpfen, was sich in den Kommentaren an Fragen ergeben hat.

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