Fundstück: Flix und die schönen Töchter

Der Comiczeichner Flix hat schon einige interessante Werke geschaffen, unter anderem die „Held“-Trilogie oder die Serie „Da war mal was“ über die DDR. Unter dem Titel „Schöne Töchter“ erzählt er kurze Geschichten über Liebe (und oft genug über den damit verbundenen Frust und Herzschmerz).

Eine Diskussionsgrundlage fürs Geschlechterallerlei würden einige Folgen bieten. Aufgefallen ist mir zuletzt Folge 63.

Bemerkenswert finde ich dabei, dass es die Frau ist, die hier in der Beziehung gewalttätig wird. Eine Täterin beim Thema häusliche Gewalt – so etwas kann erzählt werden und erscheint im Tagesspiegel. Ich halte das für einen Fortschritt.

Die Geschichten von Flix sind stark ans reale Leben angelehnt. Die Charaktere sind dabei keine „Helden“, sondern Alltagsfiguren oder zumindest mit Schattenseiten ausgestattet. Menschen haben Schwächen und machen schreckliche Fehler – das ist aber kein Grund, sie deswegen in alle Ewigkeit zu hassen. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass die Frau ein gutes Ende erlebt und man mit ihr mitfühlen kann.

Dies ist dann auch der einzige Unterschied zwischen den Geschlechtern, den ich hier feststelle: Ich kann es mir bei meiner Wahrnehmung der öffentlichen Diskussion nur schwer vorstellen, dass man in einem neu produzierten Beitrag mit einer männlichen Figur, die in einer Beziehung – aus welchen Gründen auch immer – gewalttätig wird und dennoch sympathisch geschildert wird, ohne weiteres durchkommt. Ich halte das im Gegenteil für ein aktuelles Tabu (lasse mich aber gerne eines besseren belehren, ich bekomme schließlich nicht alles mit).

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? „People, they come together / people, they fall apart“ – das fasst für mich die Flix-Serie um die schönen Töchter sehr gut zusammen. Die Zeilen stammen aus einem Moby-Lied – schön melancholisch dazu.

Moby: We Are All Made Of Stars

P.S.: Ich habe es immer noch nicht geschafft, all die Blogs ab August nachzulesen. Ich bin nach wie vor zu sehr im restlichen Leben eingespannt (was ja eine gute Sache ist – es wäre ja schlimm, hätte ich nichts anderes zu tun).

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