Fundstück: Weibliche Traummaße sind pädokriminelle Männerphantasie

Das eBook „Fettlogik überwinden“ von Nadja Hermann (alias Erzählmirnix) ist sowieso empfehlenswert, aber für die Debatte hier ist mir eine Stelle besonders aufgefallen:

Derzeit fällt mir eine starke Tendenz auf in Richtung „Männer müssen füllige/dicke/übergewichtige Frauen begehren“, kombiniert mit der Abwertung schlanker Frauen oder von Männern, die zugeben, schlanke Frauen attraktiv zu finden. Da wird dann entweder die Heterosexualität in Frage gestellt (…) oder angedeutet, er stehe vielleicht gar nicht auf erwachsene Frauen, sondern auf Kinder.

Sie erwähnt daraufhin die Arbeitsgruppe „Dicke Weiber“ aus Österreich, die sich selbst als „Feministische Initiative dicker Frauen“ bezeichnet, und ein Flugblatt herausgegeben hat (PDF). Dort findet sich folgende Passage:

Betrachten wir die Norm, die wir alle anstreben sollen, einmal genauer: das Traummaß 90-60-90.
90 cm Brustweite entspricht Größe 38
60 cm Taille entspricht Kindergröße 134 durchschnittlich für ein 8-9jähriges Kind
90 cm Hüfte entspricht Größe 34 oder Kindergröße 164/170 durchschnittlich für eine 14jährige
Die Traumvorstellung ist also ein Mädchenkörper mit Busen. Diese Traumvorstellung ist eine pädokriminelle Männerphantasie.

Das ist ein bemerkenswertes Beispiel für die Dämonisierung männlicher Sexualität. Was heterosexuelle Männer tendenziell begehren, ist pädophil und kriminell. Einzelne Männer könnten dabei noch ok sein (die Traumvorstellung kann sich schließlich aus ganz unterschiedlichen Einzelwerten zusammensetzen), aber was ein Großteil der Männer mag, ist verabscheuenswert. Im eBook weist Nadja Hermann zurecht darauf hin, dass der Vorwurf der Pädophilie einer der schlimmsten überhaupt ist.

Zusammengefasst: Eine Organisation, die das Wort „feministisch“ im Untertitel trägt, brandmarkt die allgemeine Vorliebe heterosexueller Männer als „pädophil“.

Soviel dazu. Und demnächst die spannende Frage: Warum verbinden Leute den Begriff Feminismus mit Männerhass?

Stellen wir uns alternativ vor, im Rahmen der öffentlichen Debatte in einer westlichen Industrienation würde derzeit jemand Sexualität oder Begehren von Frauen grundsätzlich und in dieser Form angreifen und abwerten. Wo würde man einen solchen Menschen politisch einordnen? Was wären die Folgen für diese Person? Falls sie schlimmer wären als „nichts passiert“ (das Flugblatt der ArGe Dicke Weiber scheint keine Konsequenzen nach sich gezogen zu haben), haben wir einen Hinweis für die Bevorzugung eines Geschlechtes in der öffentlichen Diskussion.

P.S.: Ich bin wieder da nach einer Pause von über einem Monat, habe aber noch nicht die Artikel gelesen, die inzwischen aufgelaufen sind. Das kann noch etwas dauern!

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Das Lied ist relativ egal und es gibt zig Videos davon, aber die Miami Dolphins Cheerleaders führen einem hier ganz gut vor Augen, wie schnell man nach obiger Logik als „pädophil“ gilt: Wenn man auch nur eine der Damen in irgendeiner Form schön oder attraktiv findet.

Miami Dolphins Cheerleaders / Carly Rae Jepsen: „Call Me Maybe“