Lügen, verblödete Lügen und die FAZ

Es gibt so Artikel die sind so doof, da fragt man sich, wie die damit durchkommen. Hier in der FAZ. Schaut es Euch an.

Die Statistiklüge

Die Antwortmöglichkeiten sind „Gleich“, „Männer werden bevorzugt“ oder „unentschieden“. Da fragt man sich, wofür man „unentschieden“ braucht. Vielleicht gibt es Leute, die nicht so genau wissen ob es Frauen und Männer gleich schwer haben oder ob es Männer besser haben? Warum zieht man die mit keiner Angabe nicht einfach ab von den 1400 Befragten? Mein Tip ist, daß alle die meinen, daß Frauen bevorzugt werden, eben nur die Antwortmöglichkeit „keine Angabe“ haben. Warum man so denken könnte, wird praktischerweise gleich nebenan geschrieben: „Frauenquote und spezieller Förderung“.

Diese Antwort wollten die MacherInnen der Umfrage aber wohl nicht hören und deshalb praktischerweise nicht ermöglicht. Trotzdem glauben nur 40% der Männer und immerhin 65% der Frauen daran, daß Männer bevorzugt werden. Kunststück, das wird den Frauen ja die ganze Zeit eingeredet. Trotz der 40% schreibt die TAZ, äh FAZ in der Subüberschrift daß die Mehrheit der Männer glaubt, daß Männer bevorzugt werden. Äh, was?

Naja, da war wohl die Praktikantin am Werk. An der Seite steht dann, daß eine Mehrheit der Bevölkerung dies glaubt. Glauben ist ja bekanntlich nicht wissen, aber ich weiß daß es schon eine gehörige Portion Frechheit bedeutet, aus 52% „die Mehrheit“ zu machen.

„Lediglich jeder fünfte Deutsche hat den Eindruck, dass Frauen die gleichen Chancen haben.“

Nehmen wir mal spasseshalber die Kategorie „Keine Antwort“ dazu. Mir scheint eher, daß die Mehrheit der Männer den Eindruck haben, daß Frauen die gleichen oder besseren Chancen haben. Der Anteil der Frauen, die dies glauben beträgt bis zu einem Drittel.

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5 Kommentare zu „Lügen, verblödete Lügen und die FAZ“

  1. Dass die Antwort: „Frauen werden bevorzugt“ gar nicht erst zur Verfügung steht, ist ein klarer Hinweis darauf, dass alleine die Fragestellung schon tendenziell ist und die Umfrage somit keinen Wert hat.

    Am frappierendsten finde ich aber, wie man bei der Antwort „Beide haben gleiche Chancen“ mit dem Wert von 22% bei Frauen und 29% bei Männern auf einen Durchschnittswert von 21% kommt. Der müsste eigentlich irgendwo bei 25-26% liegen. Oder hat man da noch Kinder oder Transmenschen befragt, die weder unter Frauen noch Männer gezählt werden, die mit ihrem Ergebnis von 15% oder was auch immer den Durchschnittswert gedrückt haben? Dann müsste man das aber auch vermerken. Lustig auch, dass der Balken der 21% bei „insgesamt“ länger ist als der Balken der 22% bei „Frauen“. Da scheint ja nicht nur in der Fragestellung, sondern auch in der Auswertung oder Darstellung getürkt worden zu sein. Aber natürlich kann der unbekannte Autor messerscharf schließen, dass „Lediglich jeder fünfte Deutsche hat den Eindruck, dass Frauen die gleichen Chancen haben.“

    Alles in allem ein hübsches Propagandastück aus dem Kapitel „Lügen mit Statistik“.

  2. >>Männer werden im Beruf bevorzugt – davon ist auch eine Mehrheit der Männer überzeugt.<<

    Und in Nordkorea sind 100% der Befragten überzeugt, im besten aller Länder zu leben (in den USA sind es nur 90%).

  3. Unterschätzt nicht die hirnfähigkei der lesenden mit Geschlecht.
    Gerade in der FAZ dürften noch einige dabei sein, die derartige Propaganda dann doch schnell durschauen, zumal die FAZ sonst ja annehmbar von der Qualität ist.

    Spannend ist eher, ob und wie man das den Redakteuren der FAZ aufs Brot schmieren könnte.

    1. Das war ja auch nur so eine Nebenbei-Klickstrecke. Wenn ich mir nur die letzten von mir geschriebenen Artikel ansehe, steht in der Zeit der größte Blödsinn und die FAZ ist ansonsten recht unauffällig bis positiv. Positiv aufgefallen ist mir auch die Wirtschaftswoche, eine Überraschung für mich.

      Ein offenes Ohr ist ggf hier:

      1. Ich hab den Artikel hier in der FAZ vom Sonntag in Papier in den Händen gehabt .

        Eigentlich liebäugelte ich schon länger mir ein FAZ abo zuzulegen, aber sowas hindert dann hält..

        So auf der meta ebene:
        Die FAZ ist gut, solange es nicht über den Katholizismus geht.

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