Fundstück: Malte Welding gegen Vergewaltigungsverwässerung

Für einige Leute gibt es nur Rape Culture und Consent Culture. Alles, was zwischen zwei Menschen abläuft und nicht klar auf Zustimmung beruht, unterstützt die „Vergewaltigungskultur“. Dabei kommen dann durchaus schwachsinnige Vergleiche mit Tee oder Alltagssituationen. Für einige Leute (ich hoffe immer noch, dass es sich um eine Satire handelt) gilt sogar: Gedanken sind Vergewaltigung. Das klingt nach einem Wolkenkuckucksheim, wenn nicht in der Realität eine Kampagne laufen würde, um den Vergewaltigungsparagraphen zu verschärfen. Wenn solche – letzten Endes nie eindeutig erfüllbaren – Konzepte wie das der „Zustimmungskultur“ dort einfließen, dann gute Nacht.

Aber es gibt noch Hoffnung, und zwar dadurch, dass sich bereits Leute an dieser Idee stören, die gerade nicht als Engagierte gegen Radikalfeminismus aufgefallen sind. Laut Lucas Schoppe hat Malte Welding ihm in seinem Buch „Seid fruchtbar und beschwert euch!“ eine Aussage untergeschoben, die er so nicht getätigt hat. Und als „Propagandist im Geschlechterkrieg“ bezeichnet zu werden, ist auch nicht gerade eine schöne Etikettierung. Bis hierhin klingt es noch so, als seien für Malte Welding die Fronten klar verteilt.

Allerdings hat er sich im April dann gefragt: Bin ich vergewaltigt worden? Er schildert zwei Situationen aus seinem Leben, die nach der geforderten strengen Beurteilung Vergewaltigungen gewesen wären. Das wäre dann doch falsch. Interessanterweise ist Malte Welding durchaus Befürworter des „enthusiastischen Jas“. Trotzdem sieht er die Gefahr, dass plötzlich alles eine Vergewaltigung sein kann:

Ich bin absolut dafür, dass vom anderen ein enthusiastisches Ja kommen muss, damit man Sex hat.
Das Strafrecht ist bei aller Ausgefeiltheit ein zu grobes Instrument, als dass man mit ihm alle Abirrungen des Lebens geraderücken könnte. (…)
Die sexuelle Selbstbestimmung ist ein hohes Gut. Ich bezweifele, dass sie besser geschützt wird, wenn man den Begriff der Vergewaltigung verwässert.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Das Lied stammt etwa aus der Zeit von Malte Weldings erstem ungewollten Sex: Ein Mann hat von seiner Freundin eigentlich die Schnauze voll, aber sie wickelt ihn doch immer wieder um den Finger. Mit vertauschten Geschlechtern wäre der Text eine ganz klassische Geschichte.

The Offspring: Self Esteem

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1 Kommentar zu „Fundstück: Malte Welding gegen Vergewaltigungsverwässerung“

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