Warum ich Norah Vincent sympathisch finde

Die Frage #Was wäre wenn („ich das andere Geschlecht hätte“) zog vor einem Monat ziemlich weite Kreise. Ich habe im ursprünglichen Artikel die Liste auf andere Beiträge ergänzt und es sind wirklich angenehm viele!

Eine lesbische Frau wollte es mal genauer wissen und ist dafür mehr als nur einen Schritt weiter gegangen: Norah Vincent hatte sich 18 Monate lang als Mann ausgegeben und sich dabei nicht nur gut verkleidet, sondern auch Stimme, Gestik und Mimik denen der Männer angepasst. Als Ergebnis veröffentlichte sie 2006 das Buch „Self-made Man„. Ein Schmankerl war etwa, wie überrascht sie von den hohen Erwartungen von Frauen an Männer war.

Vor einigen Tagen stieß ich auf diese Dokumentation. Sicherlich kann die nicht das Buch ersetzen, aber sie bietet doch einige nette Einblicke.

2006 Self Made Man: Norah Vincent chooses Female Privilege over Male Privilege

Insbesondere spannend, dass sie nach diesem Rollentausch viel wohler in ihrer Rolle als Frau fühlt. (So einseitig fällt ihr Bericht allerdings nicht aus. Es lohnt sich schon, auf die Details zu achten.) Soviel Empathie gegenüber Männern habe ich selten erlebt.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Diesmal ist mir spontan das Lied „Smalltown Boy“ eingefallen. Vielleicht liegt es daran, dass es so melancholisch ist.

Bronski Beat: Smalltown Boy

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2 Kommentare zu „Warum ich Norah Vincent sympathisch finde“

  1. Sind nicht die Erwartungen von Männer an Frauen – und von Frauen an sich selbst – nicht genau so hoch? (hier mal zur Diskussion gestellt) Gängige Klischees wären da die routinierte haushaltsführende teilzeitberufstätige Mutter, die immer wie aus dem Ei gepellt gepflegt daherkommt und des Nachts die anschmiegsame willige Liebhaberin mimt…

  2. Das Wort „Erwartungen“ finde ich irreführend.
    Sicher haben Männer und Frauen gegenseitig und auch auf sich selbst „erwartungen“, die man mal hinterfragen kann.
    Das , wovon Norah Vincent aber spricht, ist ein moralisches Überlegenheitsgefühl, das Frauen gegenüber Männern zum Ausdruck bringen, und von dem sie auch erwarten, dass dieser höhere moralische Status per se von Männern anerkannt wird.
    Das, finde ich, ist schon eine besondere Qualität von „Erwartung“, die sie da anspricht.
    Im Kern geht es da um die selbstverständliche Annahme, dass Frauen bessere Menschen sind und Männer das anerkennen müssen. Nicht mehr und nicht weniger.

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