Fundstücke: Gewalt am Frühstückstisch

Manchmal wirken zwei Videos noch einmal ganz anders, wenn man sie direkt nebeneinander stellt:

Gewalt gegen Frauen: TV-Spot für das Hilfetelefon (gefunden via Lucas Schoppe)

Müller® Joghurt mit der Schlemmer Ecke® (gefunden via emannzer, Video unter ursprünglicher Adresse nicht mehr ohne weiteres erhältlich)

Wie ich seinerzeit in einem Kommentar unter anderem schrieb:

  • Der Mann bleibt während der gesamten Aktion passiv; er reagiert auch eher unangenehm berührt darauf, hier von der Mutter wie Verfügungsmasse eingespannt zu werden. Er hat auch anscheinend gar nichts zu sagen in der Familie, was sich ja allein schon aus der Provokation der Tochter ergibt, die sich an die Mutter richtet.
  • Die ganze Szene – Gewalt in der Familie ist lustig, die freche Tochter kann schon mit einem Wortspiel als “so ein Früchtchen” bezeichnet werden, der man “eine schmiert” müsste eigentlich als gewaltverharmlosend verdammt werden.

Bonusfrage: Was wohl den anderen Personen am Tisch passiert, wenn sie mal etwas machen, das der Mutter nicht gefällt?

Bei zweiten Spot gab es (zu Recht) Proteste. Später erschien eine neue offizielle Version:

Wie schon Nivea zu Weihnachten 2014 zeigt sich, dass es problemlos möglich war, eine akzeptable Werbung zu produzieren – auch wenn sich in diesem Fall kein richtiger Schockeffekt ergeben will, der ja offensichtlich beabsichtigt war. Proteste gegen Werbung haben ihre Berechtigung, auch wenn man umgekehrt aufpassen muss, nicht völlig durchgeknallte Maßstäbe anzuwenden.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Diesmal mit einem Lied aus den 1990ern, das nach einem Film benannt ist, der das Frühstück im Namen trägt.

Deep Blue Something: Breakfast at Tiffany’s

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