Antifeministische Gewalt und feministische Double Standards

Ein Veranstaltungsbericht

Jasna Strick hielt am Samstag auf dem laDIYfest in Kiel einen Vortrag über „Netzfeminismus und antifeministische Gewalt“ und da dies in meiner Nähe lag, wollte ich mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen, die Referentin einmal live zu erleben. Und wenn ich schon mal da bin, dachte ich mir, ich mache mal den Danisch und protokolliere das ganze mit.

Den Veranstaltungsort, das Hansa48 in Kiel besuchte ich in dem Moment das erste Mal. Es ist auf den ersten Eindruck hin ein ziemlich typisches links-alternatives Kulturzentrum. Früher war ich in solchen Läden ja auch ständig und deshalb fühlte ich mich auch gar nicht unwohl, bis auf das merkwürdige Gefühl, da doch nicht mehr so richtig hin zu gehören und auch, aus dem Alter raus zu sein.

Ich kam ein wenig zu spät, und so war die Kneipe, durch die man zur Veranstaltung musste, ziemlich leer. Zwei Frauen, die dort bedienten, haben mich lächelnd begrüßt, was ich gar nicht so erwartet hatte. Ich hatte eher erwartet, misstrauisch beäugt zu werden. Schließlich bin ich ein WHM (= weißer heterosexueller Mann), also das personifizierte Böse, aber immerhin waren ja laut Einladung cis-Männer zugelassen. Außerdem war das eine queer-feministische Veranstaltung, und die wussten ja nicht, ob ich nicht vielleicht doch schwul oder Feminist bin. Vielleicht waren sie aber auch einfach nur freundlich oder erfreut, dass sich auch Männer für ihre Themen interessieren. Jedenfalls hat mich das positiv überrascht.

Das Publikum da: Vor allem jung, ca. 3/4 Frauen. Vielen konnte man die Gesinnung durchaus ansehen. Die Frauen größtenteils knallbunt gekleidet, mit assymetrischen Kurzhaarfrisuren, oft rot gefärbt, mit Piercings. Die wenigen Kerle oft mit Kapuzen-Sweatshirt und Hipster-Bärtchen. Aber es gab auch viele normal gekleidete. Bevor wir uns hier falsch verstehen: Von mir aus kann jeder rumlaufen, wie er will. Ich finde ein wenig Buntheit im Alltag durchaus begrüßenswert. Nur finde ich immer ziemlich lustig, wie Leute, die sich für nonkonform halten, sich doch ziemlich konform verhalten, zumindest innerhalb ihrer Peergroup.

Da der Vortrag in zwei Teile geteilt war und mich der erste Teil (Netzfeminismus) nicht so sehr interessierte, habe ich auch nicht wirklich was verpasst. Im ersten Teil referierte Strick im wesentlichen über die Möglichkeiten von FeministInnen, sich im Netz zu engagieren (Twitter, verschiedene Blog-Plattformen), stellte die #Aufschrei-Kampagne und einige aus ihrer Sicht erwähnens- und empfehlenswerte feministische Websites vor. Bemerkenswert war nur, dass ich kaum zwei Minuten da war, schon hatte ich zweimal das Kürzel WHM gehört. Damit war das Feindbild schon klar beschrieben. Na gut, vielleicht hat sie das Kürzel erklärt, bevor ich da war. Ich vermute aber, dem Publikum war es eh geläufig.

Antifeministische Gewalt

Im zweiten Teil (Antifeministische Gewalt) wurde es dann interessanter. Jasna Strick hat denselben Vortrag in ähnlicher Form schon einmal gehalten, und ein Mitschnitt davon ist auch auf YouTube nachzuhören. Wer sich also selbst ein Bild machen will, kann das hier machen:

Allerdings mag ich meine Leser nicht enttäuschen und erzähle den Vortrag in Kiel dann doch selbst nach. Der zweite Teil des Vortrags war im Gegensatz zum YouTube-Mitschnitt um die Hälfte kürzer, also nur eine halbe Stunde. Dummerweise ließ Strick das im Grunde wichtigste daran weg. Aber dazu später mehr…

Strick beginnt damit, die Männerrechtlerszene vorzustellen, wobei sie das Wort Männerrechtler gerne vermeidet und wenn sie es überhaupt verwendet, immer das Adjektiv „antifeministisch“ davor stellt. Lieber verwendet sie „Maskulisten“, „Maskulinisten“ (soweit ich weiß, bezeichnet sich niemand aus der Szene selbst so, insofern ist „Maskulinist“ ein feministisches Kampfwort) oder eben gleich „Antifeministen“. Es gebe dazu inzwischen auch einige hervorragende wissenschaftliche Studien, zum Beispiel von der Heinrich-Böll-Stiftung. Damit kann sie eigentlich nur das, nun ja, Werk von Hinrich Rosenbrock gemeint haben.

Dass sie mehr oder weniger aus der Rosenbrockschen „Studie“ zitiert, wird im Anschluss klar. Es gebe da zwei Strömungen: Da seien zum einen die, die rechtspopulistisch seien, nationalistisch, rassistisch, homophob und natürlich offen frauenfeindlich, nicht nur feminismusfeindlich. Und schwupps, kaum dass der zweite Teil drei Minuten angefangen hat, fällt schon der Name Anders Breivik, für den es in dieser Szene doch einige Fans gebe. Eigentlich war ich jetzt schon versucht, „Bingo“ zu rufen. Anders Breivik ist schließlich der absolute Joker im Anti-Männerrechtler-Bullshit-Bingo. Ich habe in den knapp zwei Jahren, in denen ich die Szene kenne, nicht ein einziges gutes Wort über Brevik gehört, von keinem Männerrechtler. Aber Strick und Rosenbrock haben da sicher geheime Informationen, an die man als normaler Männerrechtler nicht so ran kommt.

Die zweite Gruppe sei eher die aus der konservativ-liberalen Ecke, die den Staat verteufeln, die gegen Frauenquote hetzen, gegen Gender Mainstreaming und Gender Studies als Wissenschaft. Die Grenzen zu den Radikalen der ersten Gruppe seien fließend, es gebe einige, die tatsächlich für die Abschaffung des Frauenwahlrechts (von mir noch nie gehört) und für die Wiedereinführung des Mannes als Familienoberhaupts (von mir noch nie gehört) plädieren würden. Gemeinsam sei allen Strömungen, dass diese etwas gegen die im Grundgesetz verankerte Gleichberechtigung von Männern und Frauen haben. Woher sie diese Phantasie hat, würde ich gerne wissen. Wahrscheinlich setzt sie, wie Feministinnen das gerne tun, Gleichberechtigung mit Gleichstellung gleich. Und in der Tat, Männerrechtler haben etwas gegen Gleichstellung, weil sie eben das genaue Gegenteil von Gleichberechtigung ist. Dass es auch einen links-gemäßigten Flügel in der Männerrechtsbewegung gibt, der meinem Eindruck nach inzwischen sogar der aktivste der drei Flügel (neben dem rechtspopulistisch-radikalen und liberal-fundamentalistischen) ist, davon ist bei Strick kein Wort zu hören. Doch davon später mehr…

Wer sind nun diese Leute, die sich in der Szene tummeln? Das seien Männer, die Enttäuschungen durch Frauen erlebt hätten, oft Trennungsväter, die kein Sorgerecht bekommen hätten, Männer, die stark verunsichert seien, was ihre Gefühle angehe, die in ihrem Männlichkeitsempfinden gestört seien, die Angst hätten, dass ihnen von Frauen ihre Privilegien streitig gemacht würden. Aber insgesamt sei es schon schwierig, die Motivation für das Engagement in dieser Szene herauszufinden. Frauen gebe es in der Szene fast gar nicht, und wenn, dann seien sie meistens Fakes. Es habe aber im Laufe der Zeit eine Umkehr der Haltung gegeben. Während früher antifeministische Männer sich als den Frauen generell überlegen gefühlt hätten, habe sich dies gewandelt, und nun sei mehr das Empfinden vorhanden, dass der Feminismus und die Frauen die Macht hätten, und die Männer die eigentlich Unterdrückten seien. Männer fühlten sich jetzt mehr als die Opfer der feministischen Weltherrschaft. „Wär schön, wenns so wäre“ meint Strick dazu.

Wo treten nun diese Antifeministen auf? Zum einen gebe es da Vereine wie MANNdat und Agens, sie hätten natürlich ihre eigenen Blogs und seien auf Twitter unterwegs. Ausführlich erwähnt sie dann das Forum „Wieviel Gleichberechtigung verträgt das Land“ und das Wiki WikiMANNia (die m.E. eher dem rechten Spektrum zuzurechnen sind). Aber auch in den Printmedien halte sich jede große Zeitung ihren Antifeministen, die sich dort unter dem Denkmantel der Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt austoben dürften. Bei der FAZ sei dies Don Alphonso, eine Kunstfigur, bei der unklar ist, wer sich dahinter verbirgt, bei der Zeit Harald Martenstein, beim Spiegel Jan Fleischhauer und Matthias Matussek (ehemals Spiegel, jetzt bei der WELT). Alles alte weiße Männer, laut Strick. Was sie nicht sagt, ist, dass es sie offensichtlich in ihren Augen von vorneherein disqualifiziert, eine akzeptable Meinung in Geschlechterfragen abzugeben. Genau das ist aber deutlich zu spüren.

Kommen wir nun endlich zu der Gewalt, die von diesen Antifeministen ausgeht. Da ist zunächst die Rede von „Hate Speech“, andere Worte dafür sind „Cyber-Mobbing“ oder „Online Harassment“. Antifeministen beleidigen im Netz gerne Feministinnen, es gehe bis hin zu Vergewaltigungs- und auch Morddrohungen. An dieser Stelle hätte ich jetzt erwartet, dass sie einige Beispiele aus Twitter oder anderen Foren per Beamer auf die Leinwand hinter ihr wirft, aber da kam nichts.

Antifeministen hätten meistens keine Ahnung von Feminismus, es ginge ihnen aber auch gar nicht darum, Menschen zu überzeugen, sondern darum, eine Bedrohungslage zu erzeugen und Feministinnen zum Schweigen zu bringen. Es würden hämische Bemerkungen über das Aussehen der Opfer gemacht, anderen spekulierten über Geisteszustand und psychische Verfassung der Aktivistinnen. Auch hier wieder keine Beispiele.

Eine andere Taktik sei, zu versuchen, Feministinnen durch ständiges Fragen in nutzlose Diskussionen zu ziehen, um ihnen damit die Zeit zu stehlen. Manche gingen auch soweit, in Veranstaltungen wie diese zu kommen, sich in die Ecke zu setzen und mitzuschreiben. Ich fühlte mich ertappt, weil ich dem Moment ja genau das tat. Hinterher habe ich mich gefragt, ob ich in dem Moment nicht vielleicht mal freundlich winken sollte. Allerdings wollte ich die Veranstaltung noch zuende anhören und deshalb möglichst wenig auffallen, um dem „Awareness Team“ keine Gelegenheit zu geben, mich rauszuwerfen. Abgesehen davon war dies ja eine öffentliche Veranstaltung, cis-Männer waren erlaubt, also warum sollte ich da nicht auch journalistisch tätig werden. Im YouTube-Mitschnitt hat sie diesen Satz ja auch schon gebracht, als ob es etwas verwerfliches sei. Offensichtlich macht sie das also öfter in ihren Vorträgen, um das Publikum auf jeweils mitschreibende Männer aufmerksam zu machen. Ich habe mich gefragt, wer da eigentlich ein Bedrohungsszenario aufbaut. Ich habe mich in dem Moment unwohl gefühlt, schließlich war ich alleine in der Höhle des Löwen. Und das war wohl auch die Absicht von Strick.

Sie macht dann auch weiter mit dem, was Antifeministen alles schlimmes anstellen. Es gebe Anrufe und Emails bei Arbeitgebern, die Feministinnen als solche outen. Kein Beleg, der Schirm bleibt leer. Es habe sogar Bombendrohungen gegen Anita Sarkeesian gegeben, die (neutral ausgedrückt) im Rahmen der #gamergate bzw. Anti-#gamergate-Kampagne gegen stereotype Frauenbilder in Videospielen kritisiert hat. Kein Beleg, der Schirm bleibt leer. Antifeministen tobten sich natürlich auch mit maskulistischen Positionen auf Blogs von Feministinnen aus, so dass diese gezwungen seien, ständig Kommentare zu löschen bzw. die Kommentare zu filtern, wenn sie derartige Kommentare nicht auf ihren Blogs haben wollen. Tja, so ist eben das Internet. Wenn man missliebige Meinungen nicht auf dem eigenen Blog haben will, muss man eben filtern und löschen.

Ebenfalls ein Beispiel für eine antifeministische Aktion sei ein gezielter Aufruf gewesen, das aktuelle Buch von Anne Wiezorek auf Amazon schlecht zu bewerten. Mehrere Maskulisten hätten sich da „zusammengerottet“ und abgesprochen, die Bewertung des Buches zu beeinflussen. Merke: Feministen vernetzen sich, Maskulisten rotten sich zusammen. Speziell die Rezension von Arne Hoffmann sei ein Rundumschlag maskulistischer Propaganda. Über die Qualität der jeweiligen Rezensionen, positiv wie negativ, mag sich jeder selbst ein Urteil bilden. Jedenfalls gebe es ständige Bedrohungen im Internet über emails und in den sozialen Netzwerken, sie selbst bekomme täglich mehrere. Kein Beleg, der Schirm bleibt leer.

Diskussion

Die anschließende Diskussion war dann noch ein wenig spannender. Gleich eine der ersten Teilnehmerinnen fragte nach, warum Strick denn keine Beispiele für Hate Speech gezeigt habe. Strick meinte, zum einen mache sie sich dadurch eventuell rechtlich angreifbar, zum anderen würden eventuell TeilnehmerInnen durch solche Präsentationen getriggert. Aaaaah ja. Zum einen wüsste ich nicht, wie man sich rechtlich angreifbar macht, indem man öffentliche Tweets öffentlich macht. Allenfalls, indem man etwas als Vergewaltigungsdrohung hinstellt, was in Wirklichkeit gar keine ist. Und zum anderen könnte man Triggerwarnungen auch direkt kurz vor der entsprechenden Präsentation geben, damit die Zuhörer Gelegenheit bekommen, den Raum zu verlassen.

Strick meint dann noch, wenn man sich wirklich Hate Speech anschauen wolle, könne man ja mal die Seite hatr.org besuchen, wo solche Sachen gesammelt werden. Wenn man sich die Seite allerdings anschaut, ist dort seit über drei Monaten nichts mehr los. Also haben die „Maskus“ im Netz entweder das „Haten“ in der Zwischenzeit eingestellt, oder die Feministen sind etwas lasch geworden, was das Sammeln von Hate Speech angeht. Das meiste, was da zu finden ist, ist sowieso eher harmlos. Aber gerade deshalb lohnt es sich, die Seite zu besuchen, denn dadurch wird klar, was Feministinnen alles als Hate Speech betrachten. Es reicht da schon ein Hinweis darauf, dass Männer durch die Wehrpflicht benachteiligt werden oder eine geringere Lebenserwartung haben.

Alles in allem ist die Beleglage für sogenannten Hate Speech als mehr als mager. Behaupten kann man ja viel, wenn der Tag lang ist. Aber wer etwas behauptet, muss es auch belegen. Bei Strick ist es aber so, dass man das einfach glauben muss. Die anwesende feministische Gemeinde scheint allerdings sehr bereitwillig zu sein zu glauben.

Eine weitere Frau fragt, ob sie Erfahrungen damit gemacht habe, dass Hater-Drohungen wahrgemacht werden. Strick larviert herum, verweist auf „die Bedrohung ist auf jeden Fall da“, macht Überlegungspausen, kann aber nichts benennen – außer dass sie wieder auf Breivik rekurriert, der ja zunächst Manifeste veröffentlichte und dann Taten folgen ließ.

Bei dieser Gelegenheit sollte ich doch mal kurz klarstellen, dass ich es durchaus für möglich und wahrscheinlich halte, dass es entsprechende Drohungen gibt. Und dass Drohungen auch und gerade im politischen Diskurs absolut inakzeptabel sind und auch verfolgt werden sollten. Alleine diese Selbstverständlichkeit erwähnen zu müssen, ist eigentlich ein Unding. Ebenso halte ich abschätzige Kommentare über das Aussehen von Feministinnen für inakzeptabel, mindestens jedoch ganz miesen Stil. Und das gilt auch für sogenannte „psychologische Ferngutachen“ über den geistigen Gesundheitszustand von politischen Gegnern. Wenn man sich allerdings wie Strick zurecht darüber beschwert, dann sollte man nicht in dieselbe Kiste greifen und erst kurz vorher darüber schwadronieren, Männerrechtler seien abgehängte Loser, die stark verunsichert und in ihrem Männlichkeitsempfinden gestört seien.

Auftritt: Der böse Masku

Als nächstes ist ein Mann dran, der mir schon vorher aufgefallen war, weil er optisch nicht so ganz in die Szene gepasst hat. Seine Frage hätte ich auch gerne gestellt und sie lautete in etwa: „Wie beurteilst du gemäßigte Männerrechtler wie Arne Hoffmann, der das Buch geschrieben hat ‚Plädoyer für eine linke Männerpolitik‘, oder Blogs wie Alles Evolution mit feministischen Stammkommentatoren, wo auch gefragt wird: Was ist gut am Feminismus? Wo Equity-Feminismus anerkannt wird, z.B. auch Christina Hoff Sommers.
Du hast gesagt, es gibt nur zwei Hauptströmungen und hast beide in eine rechte Ecke geschoben. Das ist nicht mein Eindruck, wenn ich mir diese Blogs anschaue. Ich seh auch nirgendwo, dass Amokläufer wie Breivik verherrlicht werden.“

Darauf hätte ich auch gerne eine Antwort gehabt, allerdings schiebt er gleich eine zweite Frage nach: „Es gibt auch auf feministischer Seite Hate Speech bzw. deftige Kommentare, wie siehst du das? Als Beispiel: Michael Seemann (Journalist und Blogger, d.A.) hat in einem Tweet Männerrechtler als „Menschlicher Abschaum“ bezeichnet. Oder auch deine Twitter-Bio, auf der du mal geschrieben hast: „Not ALL men MUST DIE“ Muss man nicht auch das kritisieren?“

Obwohl er diese Fragen absolut ruhig und freundlich vorbrachte, ging da bei Strick der Vorhang runter. Ziemlich schmallippig entgegnete sie nur, sie wüsste schon, aus welcher Ecke das kommt, und darüber wolle sie nicht diskutieren. Dagegen sprang ihr daraufhin ein männlicher „Ally“ bei, der beteuerte, im Feminismus gehe es ja nicht nur um Frauen bzw. deren Benachteiligung und Opferstatus, sondern nur um Gleichberechtigung. Und im Feminismus ginge es gar nicht um Männerhass, sondern im Gegenteil setze dieser sich auch für Männer ein. Wer sich Maskulinist nennt (wie gesagt, tut auch keiner), wenn er Gleichberechtigung will, habe da was nicht verstanden. Ich weiß nicht genau, worauf er hinaus wollte, aber er meinte wohl, Maskulismus zum Erreichen von Gleichberechtigung sei ja wohl überflüssig, weil das der Feminismus gleich mit erledige. Ich wusste nicht so ganz, ob ich lachen oder weinen sollte. Am liebsten hätte ich ihn gefragt, ob er denn ein Beispiel dafür nennen könnte, wo sich Feminismus mal für die Interessen von Männern eingesetzt habe, und nicht die Interessen von Frauen als oberstes Primat vorne an gestellt habe. Und was denn bitte falsch daran sei, wenn Männer ihre eigenen Interessen selbst definieren, ohne erst die feministischen Hohepriesterinnen fragen zu müssen, ob sie diese auch genehmigen.

Am Ende fragt dann noch eine Frau: „Ich kenn auch Feministinnen, die heftige Kommentare äußern, die sagen z.B. ’schwanzgesteuert‘ (entschuldigt sich beim Publikum für das Wort). Man sollte sich in den eigenen Reihen damit auseinandersetzen: Bin ich selber nicht auch sexistisch?“ Und dann an Strick gerichtet: „Wie gehst du mit deiner inneren Wut um?“ Diese antwortet: „Ich glaube, dass derbe oder ruppige Sprache erlaubt sein sollte.“ Aus der Wut heraus passiere sowas schon mal und so würde sie auch die erwähnte Aussage von Michael Seemann einordnen. Damit war dann auch die zweite Frage des vorhin abgebügelten Maskus beantwortet. Danke fürs Gespräch, Euer Ehren!

Es hängt also von der richtigen Gesinnung ab, ob eine etwas derbere Sprache als Hate Speech verdammt wird oder doch irgendwie ok geht. Mehr wollte ich eigentlich gar nicht wissen. Ein klassischer Fall von feministischem Double Standard. Strick bestätigte mir nur eine These, die schon länger in mir gärt, nämlich dass diese ganze Privilegien- und Intersektionalitätstheorie, nach der die Gesellschaft in per se privilegierte und marginalisierte Gruppen aufgeteilt sei, zu nichts anderem dient, als die grundlegenste ethische Regel überhaupt auszuhebeln. Ich meine die Goldene Regel, oder auch „Was du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem andern zu“, auch verfeinert als Kantscher kategorischer Imperativ. Es geht darum, sich selbst Verhaltensweisen zuzugestehen, die man bei anderen nicht durchgehen lässt, einfach aus dem Grunde, weil man sich als unterdrückt und marginalisiert fühlt, sich damit im „Widerstand“ befindet, was einen zu fragwürdigem Verhalten legitimiert. Damit versucht man eine Art „Gegen-Privileg“ aufzubauen, das nur den „marginalisierten“ zusteht. Nominell Privilegierte dürfen sich dann natürlich nicht diskriminiert fühlen, wenn man sie auf gewisse Eigenschaften wie „alt“, „weiß“, „heterosexuell“ und „Mann“ reduziert, und ihnen aufgrunddessen Rechte entzieht, wie z.B. gleichberechtigt am Arbeitsmarkt teilzunehmen. M.E. führt das letzten Endes in die Legitimation von Selbstjustiz.

Eigentlich wollte ich noch die Frage stellen, wo Strick denn die Grenze ziehe zwischen Hate Speech und einer vernünftigen Diskussionskultur, oder anders gefragt, ob es für sie überhaupt maskulistische Positionen gebe, die diskussionswürdig seien, oder ob das Vertreten solcher Positionen für sie per se schon Hate Speech sei. Aber dann hatte ich doch keine Lust mehr dazu. Ich konnte mir die Antwort eh schon denken.

Epilog

Die Veranstaltung war zuende und im Auflösen begriffen. Ich verließ den Raum und wollte mich eigentlich noch ein wenig umschauen, mal den Büchertisch begutachten oder noch einen Kaffee trinken, vielleicht auch, mich mit dem einen oder der anderen unterhalten. Da wurde ich Zeuge davon, wie das „Awareness Team“, bestehend aus fünf Frauen, den freundlichen „Hater“ von vorhin mit den Worten „Hau ab!“ hinaus komplimentierte. Da ich nicht wusste, ob sie mich auch schon auf dem Kieker hatten, habe ich mich lieber auch gleich verdünnisiert. Und außerdem wollte ich den Mann zwecks „Zusammenrottung“ noch einholen. Er erzählte mir, dass man ihm bescheinigte, er sei da unerwünscht, und man wolle ihn da „nie mehr“ sehen. Auf die Frage, mit welcher Begründung man ihn denn rauswerfe, hätten sie geantwortet, das müssten sie nicht begründen. Auf die Entgegnung, er wolle ja sowieso grade gehen, aber da sei doch nichts dabei, wenigstens eine Begründung zu nennen, wäre keine Antwort mehr außer dem ruppigen „Hau ab!“ gekommen. So kann es einem gehen, wenn man auf einer queer-feministischen Veranstaltung für Toleranz die falsche Frage stellt.

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63 Kommentare zu „Antifeministische Gewalt und feministische Double Standards“

  1. Besonders witzig finde ich, wenn käseweiße Frauen wie die Jasna oder Nadine Lantzsch gegen die Weißen vom Leder ziehen. Als wären sie qua Feministin gewissermaßen Schwarze ehrenhalber.

  2. Danke für diesen hochinteressanten Bericht.

    „Ich fühlte mich ertappt, weil ich dem Moment ja genau das tat.“

    Wie haben denn da die Nachbarn gekuckt? Hat keiner eilig die Saalaufsicht herbeizitiert?

    „… „Hate Speech“, andere Worte dafür sind „Cyber-Mobbing“ oder „Online Harassment“.

    Erinnert mich irgendwie an Pseudoanglizismen wie Beamer, Handy, Streetworker usw., die sich irgendwie wichtig und schlau anhören, die aber anfangs (bevor sie als eigene rein deutsche, allerdings englisch auszusprechende Worte etabliert sind) keiner so ganz versteht und mit denen sich der Sprecher nur wichtig machen will. Diese sprachlichen Nebelkerzen sind aber Teil des Systems „Doublespeak“: die Leute sollen nichts verstehen, sie sollen einfach an vorgesetzte Phrasen glauben und dumm bleiben, nicht nachdenken, nichts hinterfragen, bei Frage Rauswurf. Das ganze ist in höchstem Maße anti-intellektuell. Diese Veranstaltung diente alleine der Verdummung. Man kann solche Veranstaltungen am ehesten mit einer Sonntagsmesse vergleichen, wo alle wieder einmal mental richtig eingenordet werden und ihre bösen abweichenden Gedanken bereuen und die Scheuklappen wieder enger gestellt werden.

    1. Nachtrag: ich frage mich oft, für wie relevant ich diese Kreise halten soll und ob sich die Zeit überhaupt lohnt, sich damit zu beschäftigen. An einer Uni mit 10.000+ Studenten laufen vermutlich nur wenige Dutzend derart fanatisierte Frauen + männliche Begleiter herum, sie bilden also eine Minderheit im Promillebereich. Die restlichen 99% fassen sich nach meinem Eindruck zwar nur an den Kopf und lehnen die Fanatiker im privaten Gespräch mehr oder weniger deutlich ab, sind aber politisch derart apathisch, daß diese hochaktive Minderheit im ASTA oder ähnlichen studentischen Vertretungen leicht auf eine Mehrheit kommt. Damit dominiert sie optisch die Meinungsbildung und kann tatsächlich Macht ausüben und Normen setzen.

      1. Da hast Du vollkommen Recht, genau das passiert ja zur Zeit an der Humboldt-Universität, wo diese unsägliche Lann Hornscheidt das Regiment führt.

        Aber solange dem durch die Uni-Leitung oder einer höheren Instanz kein Riegel vorgeschoben wird, wird dieser möchtegern-linke Mob (meines Erachtens nach benehmen die sich eher wie Rechtsradikale ohne es selbst zu merken) weitermachen und die Lufthoheit über die Uni innehaben.

    2. Tja, mitm, wo du recht hast, hast du recht:

      “Hate Speech”, andere Worte dafür sind “Cyber-Mobbing” oder “Online Harassment”

      Erinnert mich irgendwie an Pseudoanglizismen [..] die sich irgendwie wichtig und schlau anhören, die aber anfangs (bevor sie als eigene rein deutsche, allerdings englisch auszusprechende Worte etabliert sind)

      Fehlt noch „Rape Culture“ und diese ganzen Akronyme wie „WHM“ und „CIS“ etc.pp. Eine pseudointelektuelle Ausdrucksweise hinter der sich diese Mädchen gerne verstecken, weil es ja so ‚richtig wichtig‘ klingt und das so schön nach Opfer klingt.

      Gleiches findet man ja auch im Gender Mainstreaming, wo es vor „Gaps“ (Lücken) ebenfalls nur so strotzt …

      Im Grunde lächerlich, erinnerte es nicht so an Scientology die nur mit „supressive persons“ (unterdrückerische Personen) nur so um sich schmeißen.

      Fairerweise muss man aber auch sagen, dass es im Umfeld der PUAs (mit Aufreißer schlecht übersetzt) ebenfalls so ist.

      1. Nur mal kurz, fällt mir gerade erst auf: „cis“ ist kein Akronym, sondern das Gegenteil von „trans“. Beides aus dem lateinischen, „trans“ = jenseits, „cis“ = diesseits. Angeblich wurde es von dem Sexualwissenschaftler Volkmar Siegusch erfunden, das im Bereich Sexualität zu verwenden für Leute, die sich auch mit dem Geschlecht identifizieren, in dessen Körper sie stecken, also die „normalen“. Behauptet er jedenfalls in einem Interview mit ihm im aktuellen SZ Magazin.

    1. Darauf gibt es eine wissenschaftliche Antwort, die das durchaus unterstützt:
      Gender Differences in Automatic In-Group Bias: http://psycnet.apa.org/journals/psp/87/4/494/
      Männer mussten lange für beide Geschlechter entscheiden, Frauen nicht. Die müssen das offensichtlich erst noch lernen oder wir Männer müssen uns einseitig für unsere Anliegen einsetzen. Was am Ende genau jenes patriarchale Verhalten erzeugt, dass die Feministinnen angeblich bekämpfen wollen.

      1. Ich muss dem – leider – zustimmen. Wie oft habe ich schon von Frauen gehört „ich habe Merkel gewählt, weil die eine Frau dort haben“.
        Keine politische Auseinandersetzung sondern ein Kreuzchen wegen dem Geschlecht.
        Ein Euro für jede dieser Aussagen und ich wäre reich!

      2. „Frauen müssen das offensichtlich erst noch lernen“ – offensichtlich? 🙂 Anscheinend gibt es doch mehr Menschen als gedacht die gegen Frauenwahlrecht sind, ich bin überrascht. Plausibler finde ich da schon das Argument welches ich mal gehört habe, da Frauen nicht in den Krieg müssen sollten sie auch nicht entscheiden dürfen wer in den Krieg muss. Für heutige Zeiten aber auch nicht mehr so relevant.

        Man kann ja nun auch nicht behaupten daß Männer immer vernünftig wählen.

  3. Die sitzen agrumentativ auf einer Seifenblase und das scheinen die auch zu wissen. Ich hab keine Vorstellung davon wieviel mentale Gymnastik notwendig ist um die ganzen Behauptung ohne Nachweise einfach als Fakten darzustellen können, obwohl man mit ein bißchen Recherche auch das Gegenteil herausfinden kann und so die ganze Blase zum Platzen bringen könnte.

  4. Diese Böll-Studien … die sind doch alle bloß vom WHM gemacht worden, um die Feministinnen einzuschüchtern.

    Hätte man nicht darauf hinweisen müssen, dass Rosenbrock ein Frauenschläger ist?

    1. Ich habe mir das überlegt, aber da für mich die Unschuldsvermutung (auch so eine böse patriarchale Erfindung) gilt und Rosenbrock m.W. noch nicht mal angezeigt wurde, wollte ich das in dem Artikel nicht erwähnen, da es m.E. nichts zum Thema beiträgt.

      Allerdings wäre das natürlich auch eine hübsche Frage in der Veranstaltung gewesen, also ungefähr so:

      Du zitierst aus einer Studie von Hinrich Rosenbrock, der aber in der Zwischenzeit von einem feministischen Frauenkollektiv in Marburg der häuslichen Gewalt an seiner Freundin bezichtigt wurde. Wie stehst Du zu dem Vorfall? Kann Rosenbrock da noch als Verbündeter von Frauen gelten oder gilt für ihn die Unschuldsvermutung, die ja der Definitionsmacht entgegensteht?

      1. Ich hatte zu den Anwürfen einen Artikel geschrieben (fiel nicht leicht), in dem ich darauf hinwies, dass auch für einen Rosenbrock die Vermutung der Unschuld zu gelten hat.

        https://emannzer.wordpress.com/2014/12/05/der-schlager-rosenbrock/

        Weit über 90 Prozent der Kommentare waren zustimmender Art.

        Soviel also zum Hass der Männer, vergleicht man dies mit den Behauptungen die eine Strick da aufgestellt hat. Ein Wunder, dass sie das Thema nicht auch noch erwähnte und von Männer-Netzwerken bzw. -Solidarisierungen fabuliert hat.

        Ist aber vieleicht auch eine Art feministischer ‚Welpenschutz‘

  5. „und für die Wiedereinführung des Mannes als Familienoberhaupts (von mir noch nie gehört) plädieren würden.“

    Nur damit Du das auch mal gehört hast…
    http://www.trennungsfaq.com/forum/showthread.php?tid=4247&highlight=familienoberhaupt

    Die IGAF Deutschland (IGAFD) fand so einen Schwachsinn mal total SUUUUUUPER!
    Aber ausser ein paar Spinnern (die auch im Gelben sind) sind da keine ernst zu nehmenden Personen involviert. Auch auf TrennungsFAQ geht es manchmal hoch her (hier sind aber auch stark betroffene Väter, manchmal ohne Kontakt zu den Kindern). Sonst ist es eher normal bei TrennungsFAQ, nur manchmal muss der Frust raus… Doch selbst da fand man die Idee soooo Super, das man sie gleich verworfen hat…
    Somit bekommen diese Schwachmaten selbst aus den stark betroffenen Ecken der eigenen Reihen Feuer unterm Hintern…

    Als Vergleich dazu dann, wenn Frauen über Väterrechte schruppen, obwohl sie selbst keine Kinder (und noch weniger Ahnung) haben:
    http://antjeschrupp.com/2011/08/03/vater-recht-abschaffen-kindererziehung-steuerfinanzieren/
    Interessant auch die Kommentare von vielen der Userinnen…

    Zu
    „ob er denn ein Beispiel dafür nennen könnte, wo sich Feminismus mal für die Interessen von Männern eingesetzt habe, und nicht die Interessen von Frauen als oberstes Primat vorne an gestellt habe.“
    Wie wäre es z. B. mit Vaterschaftsurlaub, hätten wir ohne Feministinnen nie selbst hinbekommen. Wir würden heute noch morgens aus dem Haus gehen und abends wiederkommen und währen froh darüber…

    Ansonsten waren die Reaktionen auf die Fragen erwartbar, interessanter ist hier die SPD Veranstaltung. Wegen Parteifinanzierung ist es da etwas schwerer mit einem Team das alle mit anderen Meinungen rauswirft… Frührer hiessen diese Saalordner auch mal SA glaube ich?

    Aber interessanter Bericht…

    1. „hätten wir ohne Feministinnen nie selbst hinbekommen“

      Und dass Feministinnen ausgerechnet mit der Entstehung des Sozialstaates und im Zuge der technischen Revolution auf den Plan treten, ist sicher nur ein Zufall.

      1. Wann treten für Dich Feministinnen den auf den Plan? Die Frauenrechtsbewegung, wir erinnern uns an Wahlrecht auch für Frauen, gab es schon, da wusste noch keiner was ein Sozialstaat ist… Die dritte Welle des Feminismus, die sich bis heute hält, und immer absurdere Forderungen stellt, ist mit den 68ern hochgeschwappt…

        Hat aber nichts damit zu tun, dass auch Rollen von Vätern hinterfragt wurden…

      2. Renten-, Kranken- und Unfallversicherung in den 1880iger Jahren von Otto von Bismarck eingeführt. Die Suffragetten (von englisch/französisch suffrage ‚Wahlrecht‘) kamen Anfang des 20. Jahrhunderts.

      3. Lieber Spartaner, wenn das einen Sozialstaat ausmacht, dann brauchen wir keine Sozialhilfe und kein Bafög etc. etc. etc. Die erste Frauenrechtlerin ist übrigens Olympe de Gouges, die die Erklärung der Frauen und Bürgerinnenrechte 1791 veröffentlichte…

        Der heutige Feminismus kam mit den 68ern, der RAF und dem Kampf gegen den schweinischen Unterdrückerstaat hoch. Da stellt sich eine M Deshalb sind ja auch so Dinge wie Awareness Teams dort sehr beliebt, die alle anderen Meinungen hinausgeleiten… Selbst Femen gab es damals schon:
        http://www.medienarchiv68.de/dl/220497/5687.jpg.pdf
        Der Richter reagierte nur sehr gelassen, weshalb die Aktion verpuffte. Auch sonst weht noch der Geist der 68er:
        „Wir sagen natürlich, die Bullen sind Schweine. Wir sagen, der Typ in Uniform ist ein Schwein, kein Mensch. Und so haben wir uns mit ihnen auseinanderzusetzen. Das heißt, wir haben nicht mit ihm zu reden, und es ist falsch, überhaupt mit diesen Leuten zu reden. Und natürlich kann geschossen werden. Denn wir haben nicht das Problem, daß das Menschen sind, insofern es ihre Funktion ist beziehungsweise ihre Arbeit ist, die Verbrechen des Systems zu schützen, die Kriminalität des Systems zu verteidigen und zu repräsentieren.“

        Bullen kann hier gerne durch OWM ersetzt werden, dann hat man ungef. die Denkweise heutiger Feministinnen…

      4. Ja lieber Kai, zumal Olympe de Gouges jene massive Väterentrechtung, die mit dem Feminismus der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts Einzug hielt, so gar nicht auf dem Zettel hatte und wir mit Rücksicht darauf wohl auch definitiv sagen können, dass ihre Erklärung NICHT den Kern des Feminismus ausmacht. Dieser tritt eben erst mit dem Ausbau des Sozialstaates voll und ganz zutage, um sich seiner hemmungslos soll heißen mit den Mitteln der Ungleichbehandlung qua Vorzugsrechten zu bedienen.

    2. „Als Vergleich dazu dann, wenn Frauen über Väterrechte schruppen, obwohl sie selbst keine Kinder (und noch weniger Ahnung) haben:“

      Der Text war tatsächlich hochinteressant, vor allem von der rhetorischen Struktur.

      Schrupp will ja im Effekt gleich beide Elternteile entsorgen und die Kinder der vollumfänglichen staatlichen Betreuung zuführen.
      Alles unter dem Vorwand, den „Väterrechten“ das Wasser abzugraben, wobei sie die Unwilligkeit zu Alimente/Kindergeld-Pflichten „versteht“.

  6. Wenn es auf den Schulhof während der Pause mal regnete, sind wir manchmal zur Versammelung des SCS(Schüler Christlicher Verein) gegangen, es wurde manchmal sehr eng auf den letzten trockenen Flecken auf den Schulhof. Es fanden im Verein „Pseudo Diskussionen“ statt, man durfte spekulieren ob Juden oder andere Religionen auch in den Himmel dürfen, aber man durfte nicht die Tabus ansprechen, gibt es Gott, Himmel, Hölle, Tabus brechen waren immer das Werk des Teufels, darum tat es keiner, ausser wir, die nur zufällig mal dabei waren.

    Die Ähnlichkeit zu Treffen unter sozialistischen Regierungen waren offensichtlich, auch die Psychoanalyse funktioniert so, statt auf begründete Zweifel der Doktrine ein zu gehen werden sie mit einer Einheitsantwort abgewischt, das Motiv des Fragestellers wird einfach angegriffen, der Kritiker des Arbeiterparadieses ist offensichtlch von der Borgeoisie beinflusst, glaubt Jemand nicht das es ein Kastationskomplex gibt, so ist das ein Beweis das er so etwas hat und nicht wahr haben will, bezweifelt Jemand den CO2 Weltuntergang, wird er von Ölkonzernen bezahlt und nun das beste Argument je, „wir haben es nicht nötig uns auf deinen Niveau zu erniedrigen, Dir zu antworten“. Man könnte sagen, die wären so weit abgehoben, von hier unten können wir nur noch Arschlöcher sehen.

    Was am Feminismus wirklich tragisch ist, das es so viele Menschen gibt die so etwas ernst nehmen. Man meint nicht einmal Frauen wären so blöd in der heutigen Zeit immer noch auf sowas rein zu fallen.

    1. „Man könnte sagen, die wären so weit abgehoben, von hier unten können wir nur noch Arschlöcher sehen.“
      You made my Day. ^^

      „Man meint nicht einmal Frauen wären so blöd in der heutigen Zeit immer noch auf sowas rein zu fallen.“
      Nanana! Das ist jetzt aber ziemlich grenzwertig. Das lasse ich nur durchgehen, weil ich das „nicht einmal“ darauf beziehe, dass Feminismus ja behauptet, sich für Frauen einzusetzen, und Frauen dementsprechend anfälliger sind. Tut er ja auch, allerdings nur für die Frauen, die sich ideologiekonkorm verhalten.

      1. Eigentlich hatte ich gehofft das sich Jemand über mein bitter böses Kommentar aufregt, manchmal habe ich so eine Laune. Positive Kritik gefällt eigentlich besser, Danke!

  7. Interessanter Bericht, gut geschrieben!

    „Manche gingen auch soweit, in Veranstaltungen wie diese zu kommen, sich in die Ecke zu setzen und mitzuschreiben. Ich fühlte mich ertappt, weil ich dem Moment ja genau das tat.“
    „Ich habe mich in dem Moment unwohl gefühlt, schließlich war ich alleine in der Höhle des Löwen.“

    Ja, das Gefühl einer gewissen Beklemmung ist gut nachzuvollziehen. Da frage ich mich:
    Ob es wohl Sinn macht, sich als Beobachter dieser Veranstaltungen zu tarnen (vor allem als Mann)? Mir würden da einfallen: rosa T-Shirt, Norwegerpulli, dezentes Leder-Handtäschchen (natürlich nicht alles auf einmal!)….
    Bei der Diskussion könnte man ja auch subversiv Vorlagen für weitergehende selbst-entlarvende Antworten vorlegen, statt sich als „der Feind“ zu präsentieren. Vorsicht sei dabei angeraten, jede offensichtliche Ironie sollte tunlichst vermieden werden.

    1. Um sich mit dem „palästinensischen Freiheitskampf“ gegen Israel zu solidarisieren?
      Judith Butler lässt grüssen (nach ihr sind ja Hisbollah & Hamas als Teil der „Linken“ aufzufassen).

    2. Wusstest Du nicht, dass der Islam an vorderster Front für die Frauenbefreiung steht? So ein Schleier befreit die Frauen von Lookismus und schützt sie vor Vergewaltigung durch Blicke von schwanzgesteuerten Männern. Deswegen kämpft die dritte Welle des Feminismus ja auch so gegen „Islamophobie“.

      1. Es ist natürlich sehr auffällig, wie der Feminismus den Islam absolut toll zu finden scheint. Warum aber? Es muss doch ein besonderes Ziel vorhanden sein, da der ideologische Spagat, den Feministen dafür hinlegen, geradezu halsbrecherisch ist.

        Ist es die Sehnsucht nach einer Religion? Warum wählt der Feminismus denn nicht die neuheidnischen Glaubensinhalte oder die fernöstlichen Religionen oder besser noch das Urmatriarchat, die in dem feministischen New Age-Unterbau ohnehin schon vorhanden sind? Der Islam hingegen hat hier praktisch keine Bedeutung. Ein religiöses Motiv kommt also nicht in Frage…
        (Kleine Frage am Rande: hat sich wer schon gewundert, warum viele Feministinnen rote Haare tragen? Das dürfte am Bezug auf den neuheidnischen Kult um die Kelten liegen.)

        Bringt die Unterstellung von „Islamophobie“ in Bezug auf den Kampf gegen das westliche „Patriarchat“ etwas? Wohl kaum, denn selbst die katholischen Päpste halten den für ok, die meisten westlichen Politiker auch.

        Also warum sollte „die dritte Welle des Feminismus ja auch so gegen “Islamophobie”“ ankämpfen wollen, wenn es nicht um den “palästinensischen Freiheitskampf” gegen Israel geht? Zumal der ja von einer der maßgeblichen genderfeministischen Autoritäten angeführt wird.

        Eine alternative Erklärung müsste her.

      2. „Kleine Frage am Rande: hat sich wer schon gewundert, warum viele Feministinnen rote Haare tragen? Das dürfte am Bezug auf den neuheidnischen Kult um die Kelten liegen.“

        Ich glaube, es ist viel banaler: Pippi Langstrumpf hat rote Haare. All diese Frauen haben in ihrer Kindheit diese Serie gesehen und sich mit Pippi identifiziert. Seitdem gelten rote Haare bei Frauen als Inbegriff der Aufmüpfigkeit. Da kann sich dann jede Frau ein wenig wie Pippi fühlen, wenn sie sich die Haare rot färbt.

        „Eine alternative Erklärung (zur Islamfreundlichkeit der dritte Welle des Feminismus) müsste her.“

        Ich glaube, auch hier gibt es ein paar einfache Erklärungsansätze. Feminismus an sich und Genderismus speziell haben einige quasi-religiöse Eigenschaften. Unhinterfragbare Dogmen, heilige Schriften (Simone de Beauvoir, Judith Butler etc.), eine Kaste von Priesterinnen, die alleine dafür bezahlt werden, die „Wahrheit“ zu verkünden, das Bedürfnis, den Staat zu vereinnahmen, um darüber Macht und Geld zu bekommen etc.

        Auch wenn sich Religionen untereinander oft spinnefeind sind, bei einem halten sie zusammen wie Pech und Schwefel: Wenn es gegen Skeptiker und Ungläubige geht, die sich von keiner Religion vereinnahmen lassen und unabhängige Geister bleiben wollen.

        Womit ich zum zweiten wichtigen Punkt komme: Gläubige haben ein Problem damit, Kritik an einer Ansicht, Idee, Ideologie von Kritik an der Person zu unterscheiden, weil sie sich so sehr mit der Ideologie identifizieren, dass sie einen Angriff auf ihre Ideologie auch immer als persönlichen Angriff empfinden. Auch bekannt als das Konzept der „religiösen Gefühle“. Deswegen ist für sie Kritik am Feminismus meistens gleichbedeutend mit Frauenfeindlichkeit, und Islamkritik auch immer gleich Feindschaft gegenüber Muslimen. Dass man den Islam als eine menschenfeindliche, unterdrückerische Ideologie ansieht, aber mit dem freundlichen muslimischen Nachbarn wunderbar auskommt und mit ihm gemeinsame Hoffeste feiert, können die sich gar nicht vorstellen. Da Muslime ja fast alle Migrationshintergrund haben, ist für diese Leute Islamkritik auch immer gleich Fremdenfeindlichkeit und damit Rassismus. Deswegen kriegen die Islamkritik aus einem aufklärerischen Impetus heraus, wie sie etwa von Leuten wie Hamed Abdel-Samad, Michael Schmidt-Salomon oder von mir aus auch Henryk M. Broder formuliert wird, gar nicht auf die Reihe. Wobei es auf der rechten Seite natürlich tatsächlich auch Islamfeindlichkeit aus rassistischen Motiven heraus gibt, keine Frage.

        Das Christentum fällt da aber raus, denn das ist ja die Religion der herrschenden Klasse und der alten weißen Männer. Da können sie durchaus die inhärente Frauenfeindlichkeit erkennen und benennen, während man bei der mindestens so großen Frauenfeindlichkeit des Islam die Scheuklappen auf hat, weil der Islam hierzulande ja eine Religion der Unterprivilegierten und Marginalisierten und damit schützenswert ist.

      3. Hoffe das ist hier jetzt nicht komplett falsch eingerückt…
        Das hier dürfte falsch sein:
        „“Kleine Frage am Rande: hat sich wer schon gewundert, warum viele Feministinnen rote Haare tragen? Das dürfte am Bezug auf den neuheidnischen Kult um die Kelten liegen.”

        Ich glaube, es ist viel banaler: Pippi Langstrumpf hat rote Haare. All diese Frauen haben in ihrer Kindheit diese Serie gesehen und sich mit Pippi identifiziert. Seitdem gelten rote Haare bei Frauen als Inbegriff der Aufmüpfigkeit. Da kann sich dann jede Frau ein wenig wie Pippi fühlen, wenn sie sich die Haare rot färbt.“

        Ich halte beide Deutungen für falsch. Die Pippi-Deutung würde m.E. nur dann zutreffen, wenn : „Pippi Longstockings“ international überall einen ähnlichen Bekanntheitsgrad hätte oder die Verteilung rothaariger Feminanzen in einem Land mit dem Bekanntheitsgrad Pippis im selben Land korrelierern würde.

        m.E. hat sich rot da einfach als klassische „Warnfarbe“ rausgebildet, um „Gefährlichkeit “ zu suggerieren. Das würde zu meiner Einschätzung vieler der angesprochenen Figuren als arg selbstwertdefizitär und unsicher passen, wie auch deren meist extrem aggressive Art und Dünnhäutigkeit gegenüber Kritik. Man stellt sich halt nach aussen als wildes,gefährliches Wesen dar, in der unterbewußten Hoffnung abschreckend zu wirken.

        Mit zunehmender Zahl verbreitet sich sowas dann halt und auch andere übernehmen den Stil, aus den üblichen Gründen wie bei anderen „Stilen“ und Gruppen halt auch.

      4. Naja, das konservative Geschlechterrollenmodell haben Feminismus und Islam doch gemeinsam. Man denke nur an das Verbot, Frauen in der Öffentlichkeit bildlich darzustellen, womöglich in „sexualisierter Pose“.

      5. @aranxo&Martin
        „warum viele Feministinnen rote Haare tragen?
        Das dürfte am Bezug auf den neuheidnischen Kult um die Kelten liegen.”
        Ich glaube, es ist viel banaler: Pippi Langstrumpf“
        „m.E. hat sich rot da einfach als klassische “Warnfarbe” rausgebildet“

        Einfach mal zB nach der Wortkombination „feminism celtic red hair“ suchen. Dann sollte klar werden, daß dies eine sehr aufschlussreiche Kombination, äh geradezu eine Intersektionalität ;), ist.

        Typisch:
        „Aine, (pronounced AW-neh), was originally worshipped as a Sun Goddess. Like so many goddesses and gods, Aine has assumed many other roles over the years, being seen as a Moon Goddess, a Goddess of Love, a Fertility Goddess, a Healing Goddess, and a Sovereignty Goddess. Aine is also known as a Faery Queen. She is often called Aine, Goddess of Love, Light, and Fertility. Her name means “brightness, glow, joy, radiance; splendor, glory, fame” and she is associated with the abundance of summer.“ …. blahblahblah ….
        http://feminismandreligion.com/2013/07/31/aine-summer-goddess-of-love-light-and-fertility-by-judith-shaw/

        Der häufig zu bemerkende Bezug auf die Sonne ist mE auch nicht zufällig. In der ganzen „neuheidnischen Religion“/neopaganism (das mit den Kelten ist ja schliesslich eigentlich eine Erfindung der Neuzeit) steht die Sonne immer als Symbol für den Neo-Faschismus (wie ja auch schon das Original durch ein Sonnensymbol dargesellt wurde).

        Zur Erklärung, warum der Feminismus den Islam so toll findet:
        @aranxo „… weil der Islam hierzulande ja eine Religion der Unterprivilegierten und Marginalisierten und damit schützenswert ist.“

        Das haut ja erstmal hin. Aber so gesehen sollte sich das Judentum doch als viel bessere Alternative anbieten, zumal man dieses mit der feministischen Manie für victimhood doch wesentlich besser instrumentalisieren sollte können? Dieses geschieht aber absolut gar nicht, sogar im Gegenteil (s. J. Butler).
        Deine Erklärung läuft also auf diesen erheblichen Widerspruch hinaus.

    3. Das Christentum fällt da aber raus, denn das ist ja die Religion der herrschenden Klasse und der alten weißen Männer. Da können sie durchaus die inhärente Frauenfeindlichkeit erkennen und benennen, während man bei der mindestens so großen Frauenfeindlichkeit des Islam die Scheuklappen auf hat, weil der Islam hierzulande ja eine Religion der Unterprivilegierten und Marginalisierten und damit schützenswert ist.

      @ Aranxo

      Das ist exakt der Punkt. Haben sich die Hohepriesterinnen der Genderologykirche erst mal geeinigt, dass Muslime eine marginalisierte und unterprivilegierte Gruppe ist, dann ist jede Kritik islamophob, xenophob und phibaphabophobophob, oder, zusammenfassend, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Es geht schliesslich vor allem und zuerst um den Kampf gegen die dunkle Seite der Macht, verkörpert durch den WHM – die Jagd nach dem grossen weissen Wal.

  8. Ein schönes Zitat von Jasna Lisha Strick:
    „Ich brauche Feminismus, weil ich das Patriarchat zerschlagen will. Das Problem von sexualisierter Gewalt und Sexismus lösen wir nur, wenn wir die Rape Culture zu einer Konsenskultur umwandeln und allen Menschen die Selbstbestimmung über ihre Körper zurückgeben.“
    http://werbrauchtfeminismus.de/category/stimmen/page/2/

    Mannmann, die Parolen aber schön auswendig gelernt…..

  9. Schöner Bericht, danke.

    Einige Fragen habe ich noch: Wenn ich dich richtig verstanden habe, dann lehnst du den folgenden Strickschen Standpunkt

    „Ich glaube, dass derbe oder ruppige Sprache erlaubt sein sollte.” Aus der Wut heraus passiere sowas schon mal.“

    ab. Meine Fragen sind:

    Warum glaubst du, ist es besser, sich an die üblichen Standards zu halten, wenn die Gegenseite das nicht tut? Kann es nicht wichtiger sein, durch eine nicht ganz Knigge-konforme Bemerkung das Auditorium auf seine Seite zu ziehen – so wie Gysi das früher sehr gut gemacht hat – anstatt untadlig, aber kreuzlangweilig und uninformativ Korrektheiten abzusondern?

    1. Nein, das lehne ich nicht ab. Zwischen wirklicher Hasssprache und einem eher langweilig sachlich-korrekten Diskussionsstil gibt es ja auch noch diverse Zwischenstufen. Als da wären Polemik und ein freundliches oder auch weniger freundliches auf die Schippe nehmen. Letzteres ist ja meistens das, was Maskus mit Femis auf Twitter machen, was diese aber als Hate Speech beurteilen. Verarscht zu werden, können sie eben überhaupt nicht leiden in ihrem heiligen Furor.

      Ich denke, Polemik darf erlaubt sein und auch mal deutlich machen, dass man den anderen nicht so ganz für voll nimmt. Wirklich abwertendes wie „Menschlicher Abschaum“ oder „Die ist fett / häßlich“ oder der Klassiker „Die muss nur mal wieder richtig durchgevögelt werden“ (Obacht, das ist KEINE Vergewaltigungsandrohung, liebe Femis!) gehen einfach gar nicht, ganz egal, wie sich die Gegenseite benimmt.

  10. Eine kleine Bemerkung nur:
    Die goldene Regel und der kategorische Imperativ sind nicht das Gleiche. Bei der goldenen Regel beschränk man sich darauf schlechte Taten zu unterlassen (und zwar alle – auch gerechtfertigte Sanktionen, weil man die ja auch nicht unbedingt möchte). Der kategorische Imperativ ermöglicht neben Sanktionen auch „gute Werke“: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ (eine der möglichen Formulierungen) 🙂

  11. Da scheinst Du einen Volltreffer gelandet zu haben. Der Artikel ist derzeit der wohl meistgeklickte seit Bestehen des Blogs. Ein paar Anmerkungen zu diesem wirklich lesenswerten Bericht:

    „Außerdem war das eine queer-feministische Veranstaltung, und die wussten ja nicht, ob ich nicht vielleicht doch schwul oder Feminist bin.“

    Du hättest Dich ja auch als Frau empfinden können. Wer würde Dir das verdenken? Und dann anzunehmen, Du seist ein Mann, wäre bereits unverschämt.

    „Jedenfalls hat mich das positiv überrascht.“

    Sich noch positiv überraschen lassen zu können, ist eine sehr wichtige Eigenschaft! Wenn irgendwo hingeht mit der Einstellung „Die sind eh alle blöd“, kann das nichts bringen.

    „Bevor wir uns hier falsch verstehen: Von mir aus kann jeder rumlaufen, wie er will. Ich finde ein wenig Buntheit im Alltag durchaus begrüßenswert. Nur finde ich immer ziemlich lustig, wie Leute, die sich für nonkonform halten, sich doch ziemlich konform verhalten, zumindest innerhalb ihrer Peergroup.“

    Ja natürlich, das ist der Grundkonflikt jedes Rebellentums: Wenn alle sich gegen die Konventionen auflehnen und dabei neue Konventionen aufbauen. Interessant wäre es ja einmal, in Bürokluft mit Hemd und Krawatte oder zumindest elegant gekleidet dort aufzutauchen (dabei aber stets freundlich bleiben und lächeln!). Da kann man dann gut messen, wie weit die Toleranz geht.

    „Die zweite Gruppe sei eher die aus der konservativ-liberalen Ecke, die den Staat verteufeln“

    Das ist unsinnig, weil gerade Konservative doch gerne obrigkeitshörig sind und sich mit Vater Staat gut anfreunden können.

    „Wer sind nun diese Leute, die sich in der Szene tummeln? Das seien Männer, die Enttäuschungen durch Frauen erlebt hätten, oft Trennungsväter, die kein Sorgerecht bekommen hätten, Männer, die stark verunsichert seien“

    Wobei ich ja gerade enttäuschten Trennungsvätern als allererstes zugestehe, in einer verzweifelten Lage zu sein und auch entsprechend verbittert zu werden. Und seit wann wird Verunsicherung gegeißelt? Schließlich sollen die herrschenden Verhältnisse umgekrempelt werden, da wäre eine felsenfeste Überzeugung eher fehl am Platze.

    „Eine andere Taktik sei, zu versuchen, Feministinnen durch ständiges Fragen in nutzlose Diskussionen zu ziehen, um ihnen damit die Zeit zu stehlen. Manche gingen auch soweit, in Veranstaltungen wie diese zu kommen, sich in die Ecke zu setzen und mitzuschreiben.“

    Großartig, wie aus einer Filmkomödie! Mit 2 Sekunden Nachdenken allerdings: Was für Zeit stehlen denn einem Kritiker, wenn sie zur Veranstaltung kommen, zuhören und mitschreiben? Das ist doch absolut zu begrüßen!

    „Offensichtlich macht sie das also öfter in ihren Vorträgen, um das Publikum auf jeweils mitschreibende Männer aufmerksam zu machen. „

    Also, wenn das inzwischen häufiger wird, ist das ein gutes Zeichen! Anhören, notieren und berichten ist grundsätzlich etwas Gutes (wir reden von öffentlichen Veranstaltungen, nicht privater Kommunikation).

    „Wenn man sich allerdings wie Strick zurecht darüber beschwert, dann sollte man nicht in dieselbe Kiste greifen und erst kurz vorher darüber schwadronieren, Männerrechtler seien abgehängte Loser, die stark verunsichert und in ihrem Männlichkeitsempfinden gestört seien.“

    Ein Doppelstandard, wie es ihn natürlich an vielen Orten gibt – ich denke da alleine an politische Diskussionen…

    „Da wurde ich Zeuge davon, wie das “Awareness Team”, bestehend aus fünf Frauen, den freundlichen “Hater” von vorhin mit den Worten “Hau ab!” hinaus komplimentierte. (…) Er erzählte mir, dass man ihm bescheinigte, er sei da unerwünscht, und man wolle ihn da “nie mehr” sehen. Auf die Frage, mit welcher Begründung man ihn denn rauswerfe, hätten sie geantwortet, das müssten sie nicht begründen. Auf die Entgegnung, er wolle ja sowieso grade gehen, aber da sei doch nichts dabei, wenigstens eine Begründung zu nennen, wäre keine Antwort mehr außer dem ruppigen “Hau ab!” gekommen. So kann es einem gehen, wenn man auf einer queer-feministischen Veranstaltung für Toleranz die falsche Frage stellt.“

    Das ist ja ein echter Hammer. Zumal ich mir die Frage nach dem „Plädoyer“-Buch, das ein „links“ im Titel trägt, ebenfalls gestatten würde.

  12. Ich verstehe nicht warum ihr auch immer alleine zu solchen Veranstaltungen geht. Habt ihr keine Freunde? xD
    Wenn man zu zweit ist, kommt man sich doch nicht so verloren vor und es fällt vielleicht auch leichter sich mal wirklich mit Leuten nach der Veranstaltung zu unterhalten. Gerade mit der Frau, die sich kritisch zu feministischen Hater-Kommentaren geäußert hat, hättest du vielleicht mal reden können, das wäre evtl. eine lohnente Unterhaltung geworden.
    Naja, ich bin immer wieder erstaunt, in welcher Welt diese Menschen eigentlich leben. Diskussionen über Hate-Speech bringen nichts, weil sie ihr eigenes Gelabber nicht als solches wahrnehmen. Äußerungen über Männerfeindlichkeit wird abgeschmettert, weil sowas ja gar nicht vom Feminismus kommen kann, der ist ja gut. Glauben das die Leute eigentlich wirklich selbst?

  13. Danke für den ausführlichen Bericht!
    Es gäbe eigentlich viel mehr anzumerken, ich möchte mich aber auf zwei Punkte beschränken:

    Die unvermeidliche Erwähnung von Gamergate und die vollkommene Verdrehung der Tatsachen diesbezüglich: War zu erwarten, dass diese Lügengeschichte, pardon, dieses Narrativ immer noch von feministischer Seite gebraucht wird. Allerdings sprechen die Fakten eine deutliche Sprache!
    Zu GG allgemein seien diese beiden Links empfohlen http://gamergate.me/ und http://www.reddit.com/r/KotakuInAction
    Speziell zu den (Bomben-)Drohungen gegen Frau Sarkeesian:
    https://archive.is/zuPZS
    http://imgur.com/p6eaary
    http://www.usu.edu/ust/index.cfm?article=54179

    Lachen musste ich bei „Don Alphonso, eine Kunstfigur, bei der unklar ist, wer sich dahinter verbirgt“.
    Es ist ja nicht so, dass Herr Meyer – der seit über einer Dekade ins Netz schreibt – einen Hehl aus seinem Privatleben macht. Und wenn es auch ein wenig verwunderlich ist, dass die Speerspitze des „Netzfeminismus“ noch nichts von Dotcomtod, dem Rebellenmarkt oder der Blogbar gehört hat, so würde man(n) doch erwarten, dass sie zumindest auf die Idee kämen, Google zu befragen…(der Klarname hinter der Kunstfigur findet sich bereits mehrmals auf der ersten Trefferseite) 🙂

    1. „Gamergate und die vollkommene Verdrehung der Tatsachen … immer noch von feministischer Seite gebraucht wird“

      Viel interessanter noch ist der Umstand, dass die feministische Seite erst durch die Massenmedien überhaupt Wirksamkeit erreichen konnte und letztere sich als reine Propagandasprachrohre verhielten. Und das obwohl die Haltlosigkeit der Sarkeesians so lächerlich offen da lag (oder gab es kritische Stimmen? Ich habe keine bemerkt). Bedenklich, wie gut diese Leute solche Aktionen durchziehen können. Immerhin gut, daß in Deutschland dagegen noch eine rechte Laientruppe unterwegs zu sein scheint.

  14. Ich glaube, solche Figuren wie Strick sind nicht ernstzunehmen. Das, was sie da abliefert ist theoretisch und argumentativ ziemlich banal, egal wie man nun zum Feminismus steht. Sollte ich tatsächlich mal das Bedürfnis haben, etwas über den Feminismus zu erfahren, lese ich entsprechende Literatur.

  15. Es ist immer wieder unfassbar, wie unglaublich sexistisch und arrogant solche Hassfeministinnen sein können. Ich greife jetzt doch mal in die schleimige Kiste der Ferndiagnosen: Zufälligerweise weiß ich, dass Narzissten das von dir erwähnte „Was du nicht willst dass man dir tu, ….“ oftmals nicht einfach nur ablehnen oder aushebeln wollen, sondern den Spruch gar nicht verstehen; er ergibt für sie einfach keinen Sinn. Das Schlimmste und psychisch Belastendste ist es für Narzissten, wenn man sie öffentlich widerlegt und in Frage stellt.

    Nun will ich natürlich keineswegs behaupten, das seien Narzissten. Es würde aber halt schon die Schmallippigkeit und den Einsatz des SWAT-Teams erklären.

  16. Meine Theorie ist ja, dass männliche Feministen sehr wahrscheinlich Persona vom Typus Vergewaltiger sind, die sich so in die Nähe von Frauen schleimen und letztlich in dere Hösschen wollen, denen gesunde Verhaltensweisen im Beziehungen zu Frauen aufzubauen gänzlich fehlen.

    Sorry ‚Jungs‘, aber diesen Typ ‚Mann‘ löst in Frauen eigentlich nichts als Verachtung aus, stösst intuitiv ab. Waschlappen, sexuell frustrierte, Versager und sexuell sowie emotional Schwerstgestörte. Frauen sollten sich imho tunlichst von solchen fernhalten.
    Feministinnen nehmen deren lächerliche Unterwürfigkeit und Autoagressivität natürlich mit Freuden aus, was ihnen gewissermassen nur zu recht geschieht, können aber andererseits auch deren Nichtdurschauen der Gefahr die von diesem seelisch gestörten Typus ‚Mann‘ ausgeht nicht sehen und verstehen ( was wiederum Feministinnen gewissermassen ebenfalls nur zu recht geschieht ).

    Mehr als Kopfschütteln, Abscheu und Angst lösen ‚männliche‘ Feministinnen in mir nicht aus. Die sind halt seelisch absolut kaputt, da hilft nichts mehr. Ausser vielleicht : Sollte man sicherheitshalber kastrieren.

    1. Annemarie F.H.,

      Sollte man sicherheitshalber kastrieren.

      netter Satz, ausgerechnet unter diesem Artikel. Wie ist es eigentlich mit weiblichen Feministinnen, sollte man die nicht auch sicherheitshalber hysterektomieren?

      Oder bleibt Gewalt auch weiterhin nur lustig, solange sie sich gegen Männer richtet?

      B20

      1. Ich hatte gestern schon einen ähnlichen Kommentar abgetippt, aber dann nicht abgeschickt. Männer die nicht als Sexpartner in Frage kommen, sollen sich am besten selbst aus dem Genpol entfernen. Bin da mal vor einiger Zeit auf was gestoßen:

        oder

      2. Matze,

        der Punkt, an den uns solche Kommentare immer wieder erinnern sollten, ist der, daß ein Antifeminist nicht automatisch männerfreundlich ist.

        Traditionalisten sind letztlich noch gefährlicher für das Leben von Männern als Feministinnen. Beide regen sich nicht über Gewalt an sich auf, sondern nur über „Gewalt gegen Frauen“.

        Und wenn beide merken, daß sie eigentlich mehr gemeinsam haben, als sie trennt, dann gnade uns, wer immer diesen Scheiß hier zusammengezimmert hat. (Man denke nur an die weiße Feder…)

        B20

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