Das eigentliche Problem mit den Ampelweibchen

Ich habe es gerade als Kommentar beim Schwulemiker abgeladen. Adrians Punkt ist allerdings Homophobie, meiner ist Genderirrsinn. Was mich wirklich stört, sind nicht irgendwelche albernen Ampelbildchen (warum nicht gleich: Bart heißt Stop und Currywurst heißt Gehen?), sondern die geballte Macht, Einflußnahme und staatliche Gelder, die einen solchen Schwachsinn erst ermöglichen. Und dabei mal wieder wirkliche Geschlechtergerechtigkeit verhindern.

Hier mein Kommentar also nochmal:

 

Die FPÖ ist homophob? Sie ist eine rechtspopulistische Partei und eine wirklich neue Erkenntnis wäre, würde sie sich nicht homophob positionieren. Dieses Schülerzeitungsniveau hätte ich jetzt nicht von Dir erwartet. Zumal Dein Zitat von Mahdalik einfach nur zutreffend ist. Lohnt es sich wirklich, sich argumentativ mit denen auseinanderzusetzen? Niemand nimmt die wirklich ernst. Macht in Österreich haben offensichtlich die anderen, die die schönen Schwulenpärchen auf den Ampeln wirklich durchdrücken konnten. Wenden wir uns lieber denen zu.

Die Wertung “albern und überflüssig” und der Verweis auf die schönen Steuergelder greift hier zu kurz. Wegen ein paar Fußgängerampeln wird kein Schwimmbad geschlossen, da reichen ein paar zusätzliche Falschparkerstrafzettel. Dieser Vorwurf ist ziemlich lächerlich. Der Vorgang ist viel mehr ganz großer Irrsinn und zeigt wie unglaublich strunzdumm und bösartig diese Genderpriester sind. Denn es ging erstmal um nichts anderes als Lichtzeichen für Fußgänger. Daran muß man sich in dieser Sache erinnern.

Jetzt kommen die beknackten Überlegungen, die erstmal alles männlich erscheinende tilgen wollen, dann merken, daß eine klar erkennbare Frau auf von denen nicht gewünschte Stereotypen fußen muß (denn auch Frauen haben kurze Haare oder tragen Hosen), merken, daß die 4998 anderen Geschlechter nicht mitgemeint sind, sind jetzt irgendwie in einer intellektuellen Sackgasse und lösen das mit Schwul-lesbisch-hetero-Partnerschaften. Neben den A-, Bi und polysexuellen werden jetzt aber auch die RollstuhlfahrerInnen, Einbeinigen und Fatacceptanceleute bittere Plenumsdiskussionen führen. Das alles wegen verfickten Symbolen für Fußgänger.

Der Skandal hier ist also nicht der frivole Umgang mit Steuergeldern, es ist der staatlich bestens finanzierte und einflußreiche Klüngel in Medien und Politik, der erstmal vorhanden sein muß um solche Vorgänge überhaupt erstmal zu ermöglichen.

Was im Schatten solcher Leute und solcher Diskussionen dann keinen Platz mehr hat, ist unter anderem ein konstruktiver Umgang mit allen Beteiligten über zB Homophobie. Und das ist erschreckend, denn hier sterben und starben Menschen.

Bonusfrage: In D ist das Fußgängerzeichen (Nr. 239, http://www.sicherestrassen.de/VKZBilder/alte/239.gif) eine Frau mit Kind. Hat irgendeine von den Gendertröten mal die Idee gehabt, hier Vielfalt einfließen zu lassen, zB mit einem geschlechtsneutralen Bild vom Erwachsenen, oder –oh graus– gar einem Mann? Nein? Braucht es noch einen weiteren Beweis für deren verlogene Einseitigkeit?

 

 

 

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10 Antworten zu Das eigentliche Problem mit den Ampelweibchen

  1. kardamom schreibt:

    Zur Sonderfrage: „mit einem Bild vom –oh graus– gar einem Mann“ ?

    Ja, das gabs schon mal: http://www.wunderundzeichen.de/typothemen/sonderwege.php

  2. Mich persönlich regt genau das auf, der frivole Umgang mit Steuergeld. Der Hinweis auf ein paar mehr Falschparkerstrafzettel kann nicht ernst gemeint sein? Diese Geldverschwendung ist nämlich nicht nur dumm und einer Machtbesoffenheit geschuldet, sondern auch äusserst unsozial, denn die unteren Einkommensgruppen leiden überproporzional unter den Folgen.

  3. maddes8cht schreibt:

    „Wegen ein paar Fußgängerampeln wird kein Schwimmbad geschlossen, da reichen ein paar zusätzliche Falschparkerstrafzettel.“

    Greift meiner Meinung nach ebenfalls zu kurz. Zum Einzelfall kann man das immer argumentieren.
    Aber Kleinvieh macht auch Mist.
    Da kommt was zusammen:
    Hier ein paar 10.000.- € für die Umstellung von Ampelanlagen, da ein paar 10.000.-€ für gesondertes Ausweisen von Frauenparkplätzen, obwohl ohnehin Männer stärker von Gewalt in der Öffentlichkeit betroffen sind als Frauen, und wo Du schon die Schwimmbäder ansprichst: da noch ein bisschen Zuschuss für „Frauentage“ in Schwimmbad und co., da ein paar 100.000.- € für die Umbenennung von Studentenwerk in Studierendenwerk, da ein paar 100.000.-€ für eine Werbeaktion „keine Gewalt gegen Frauen“ zur dämonisierung von Männern, ein paar 100.000.-€ für das vollständige Umschreiben erst mal der StVO in „Gendergerechte Sprache“, etc. etc. etc. etc. (noch ein paar Unvollständige Stichworte: Frauenhäuser, Professorinnenprogramm, Gender Studies, „Gleich-„stellungsbeauftragte, Frauenreferate …)

    Bei jedem einzelnen dieser Posten kann man natürlich argumentieren, dass das gar nicht „so“ viel sei, und wer würde denn was egen „Gleich-“ (hüstel) berechtigung haben können?
    So macht man Kritiker Mundtot und etabliert einen schönen selbstbedienungsladen, bei dem sich unbegrenzt immer neue Forderungen in kleinen Einzelportionen abstauben lassen.

    • Gerhard schreibt:

      Auch an ddbz, das reine Austauschen von Ampelfiguren halte ich weiterhin für Peanuts und den Ruf „Steuergeldverschwendung“ unpassend. Auf dem Niveau könnte man auch argumentieren, daß das beseitigen eines Schlaglochs warten kann bis die Kinder in Afrika satt sind.

      Der Skandal ist für mich –neben der Männerhassenden Argumentation die zum absurden Austausch führt– der ganze Apparat der dahintersteckt und solche Dinge erst ermöglicht. Diese Kosten (wie Du sie aufzählst) sind in der öffentlichen Diskussion aber leider nicht sichtbar. Das ist traurig und das sollten wir weiterhin thematisieren.

    • maddes8cht schreibt:

      „Auf dem Niveau könnte man auch argumentieren, daß das beseitigen eines Schlaglochs warten kann bis die Kinder in Afrika satt sind.“

      Der Untersched zwischen einem echten Schlagloch und dem „Problem“ nicht „gendergerechter“ Ampeln liegt darn, dass das Schlagloch ein reales Problem ist, die nicht-gendergerechte Ampel hingegen eine reine Kopfgeburt. Der Vergleich ist absolut unpassend.
      Ein Schlagloch kann weitere Schäden verursachen, wenn es nicht geflickt wird.

      Dazu muss man sich schon auf eine sehr konsruktivistische Weltsicht begeben, um zu sagen, dass auch ein Schlagloch „nur “ ein Konstrukt sei. Auf der Basis natürlich wird der „Vergleich“ für Feminista und SJWH (Social Justice Witch Hunters) ffenbar legitim, und dann sind auf einmal sozial konstruierte Schlaglöcher auch nicht wichtiger als nicht gendergerechte Ampeln.

  4. Wundervoller Artikel.
    Zur Ergänzung: die Fußgängerschilder in D waren und sind tatsächlich ein Designthema.
    Während die heutige Debatte eher harmlos anmutet (Hut / Zöpfe = altmodisch, muss weg)
    http://www.badische-zeitung.de/freiburg/zebrastreifen-mann-nimmt-den-hut–29585982.html
    gab es 1970 eine Änderung, die ich tatsächlich für indiskutabel sexistisch halte wegen ihrer Begründung:
    http://wunderundzeichen.de/typothemen/sonderwege.php

    • Gerhard schreibt:

      Dir und Kardamom herzlichen Dank für die Info. Es wird wirklich Zeit für ein Nachschlagewerk.

      Mit dem Hintergrund ist es noch unverständlicher warum sich sog. Gleichstellungsbeauftragte nicht um dieses Schild kümmern aber Kapazitäten frei haben um Ampelmännchen zu ändern. Wien ist ja nicht die einzige Stadt.

  5. maddes8cht schreibt:

    Ein weiterer Punkt, der mir dabei gerade auffällt, ist der Umstand, dass jedes menschliche Zusammensein dem genderideologischen Denken untergeordnet wird, und durch diese Symbolpolitik jedes andere Denken in anderen Kategorien sabotiert und immer schwerer zu denken gemacht wird. Und ja, Symbolpolitik ist hier das besonders treffende Wort, es ist Politik, die ausschließlich um Symbole, Symbolik und symbolische Darstellungen kreist.

    Eine einzelne Person auf einer Ampel kann eben für eine beliebige Person stehen. Die Paarkonstellationen sind aber erkennbar als Paarkonstellationen gedacht.
    Schließlich reden wir und auch alle anderen (Zeitungen, Blogs) allesamt von Hetero- und Homo-Paaren auf diesen Ampeln.

    Zwei Leute, die zusammen vor einer Ampel stehen, werden dabei immer als „Paar“ im Sinne einer sexuellen Beziehung gedacht. Etwas anderes ist da nicht vorgesehen.
    Ein Mann und eine Frau sind ein Hetero-Paar, zwei Männer sind ein schwules Paar, und zwei Frauen, die zusammen einkaufen waren, sind ein Lesbenpaar.

    Vor lauter political correctness, auch wirklich keine sexuelle Orientierung zu übergehen, schießt man meilenweit an der Lebenswirklichkeit vor den Ampeln vorbei, an denen hauptsächlich beiläufige Bekanntschaften zusammen unterwegs sind. Kollegen, Bekannte, Freunde.

    Das ganze ist durchaus geeignet, etwas von der Beklemmung zu entfalten, die Achdomina in diesem Artikel https://achdomina.wordpress.com/2014/10/24/social-justice-warriors/ beschreibt über ein Schild „Kein Raum für Übergriffe“ in einer Bilbliothek.

    Was jetzt kommt sind nun zwar genau die Art von Überlegungen, die Feminista gerne machen, um alltags-„diskriminierungen“ zu erfinden, aber ich finde doch, dass es sich lohnt, darauf hin zu weisen, dass sie mit solchen Aktionen genau solche neuen „diskriminierungen“ andauernd neu schaffen, und sie immer weiter vermehren, anstatt sie in irgend einer Weise zu verringern.

    Ich stelle mir also durchaus vor, dass da irgend welche zwei Menschen gemeinsam unterwegs sind, und sich dann zusammen vor einer solchen Ampel wieder finden.
    Eben genau KEIN Paar.

    Ganz egal, ob das nun Frau und Mann, Mann und Mann der Frau und Frau sind.

    Und ganz schnurz, wie viel der anderen Ampeln dieser Art (von den anderen Paarungen) sie mittlerweile schon gesehen haben, in dem Moment stehen sie nun vor einer Ampel, die IHRE gegenwärtige zufällige Paarung zeigt. Und mit einem kleinen Klick kommt auf einmal die Erkenntnis, dass sie dabei als Paar „gelesen“ werden.
    Das kann man dann kurz wegschieben und als albern befinden, aber dann fällt auf, dass es zu dieser „Lesart“ keine Alternative mehr gibt.
    Je mehr solche Formen der „Geschlechtergerechten“ Beschilderung und Ikonografie betrieben wird, um so deutlicher einseitig wird jedes Zusammenfinden zweier Menschen als „Paarkonstellation“ interpretiert.

    Das ist eine Vorstellung, die sehr unangenehm sein kann.

    • Janda schreibt:

      Ich bezweifle doch sehr stark, dass die Ampelpärchen dazu gedacht seien, dass sich die vorbeigehenden Passanten damit identifizieren.

  6. maddes8cht schreibt:

    Ich sagte ja:
    „Was jetzt kommt sind nun zwar genau die Art von Überlegungen, die Feminista gerne machen, um alltags-“diskriminierungen” zu erfinden“

    Basiert die ganze feministische Propaganda zur Begründung von solchem popanz nicht genau darauf? Dass sich Frauen mit einem „Ampelmännchen“ nicht identifizieren könnnten und sich nicht „mitgemeint“ fühlen könnten?

    Gotcha.

    Die ganze Argumentation ist lächerlich.

    Von vorn bis hinten.
    Aber nicht erst an der Stelle, an der ich sie benutze.

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