„Menschenrecht“ auf Abtreibung

Das Europäische Parlament hat sich in einer Entschließung für ein „Menschenrecht“ auf Abtreibung ausgesprochen.

Für den sogenannten Tarabella-Bericht – benannt nach dem belgischen Sozialisten Marc Tarabella (Anthisnes bei Lüttich) – stimmten am 10. März 441 Abgeordnete; 205 votierten dagegen und 52 enthielten sich der Stimme. Darin fordert das Parlament unter anderem das Recht der Frauen auf sexuelle und reproduktive Gesundheit, einschließlich Abtreibung und Empfängnisverhütung.

Das berichten Prof. Dr. Günter Buchholz, idea und kath.net. Nun will ich weder Prof. Buchholz mit klerikal-konservativen Kreisen in einen Topf werfen, noch mich vom Standpunkt her mit irgendwelchen Lebensschützern gemein machen. Ich war schon immer für ein Recht auf Abtreibung, schon alleine, weil ein Verbot – wie auch bei Prostitution oder Drogenkonsum – noch nie etwas gebracht hat, sondern die Menschen (in dem Fall Frauen), die sich zu diesen Handlungen gezwungen sahen, immer nur in die Illegalität und damit üble Verhältnisse getrieben hat. Es scheint – wie auch bei Prostitution oder Drogenkonsum – ein derart vitales Interesse der Menschen zu geben, sich über moralische Setzungen oder gesetzliche Regelungen hinwegzusetzen, weil entweder der Gewinn zu verlockend oder aber der Verlust oder die Einschränkung durch gesetzeskonformes Handeln zu bedrohlich zu sein scheint.

Man mag das moralisch betrachten wie man will (niemand findet Abtreibungen wirklich schön), aber in die Zeit der Engelmacher, die unter miesen, unhygienischen Bedigungen illegale Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt haben, will wohl auch kaum jemand zurück, außer vielleicht ein paar weltfremden Klerikalen. Mir persönlich ist der Begriff Schwangerschaftsabbruch der liebste, weil er am neutralsten den Sachverhalt beschreibt. Der gerne benutzte Begriff Schwangerschaftsunterbrechung ist mir dann doch zu euphemistisch, schließlich drückt da niemand auf eine Pause-Taste. Als ob die Schwangerschaft später weitergeführt werden könnte…

Etikettenschwindel

Ich will aber auf etwas anderes hinaus. Ich kritisiere die Entschließung nicht als solche in ihrer grundsätzlichen Zielsetzung, sondern in ihrer Bezeichnung. Deshalb auch die Anführungszeichen in der Überschrift. Denn das oberste Prinzip jedes Menschenrechts ist die Universalität, d.h. dass Menschenrechte überall für alle Menschen gültig sind. Die Entschließung des EU-Parlaments gesteht, wie der Text der Entschließung laut obigem Zitat offensichtlich lautet, aber nicht allen Menschen ein Recht auf Schwangerschaftsabbruch zu, sondern nur Frauen. Das klingt auf den ersten Blick selbstverständlich und gleichzeitig merkwürdig, wenn ich dies kritisieren will, schließlich können ja auch nur Frauen schwanger werden. Dennoch: Männer bekommen dieses Recht nicht, speziell also nicht die potentiellen Vätern, heute auch gern abwertend „Erzeuger“ genannt. Dabei haben diese doch durchaus einen entscheidenden Anteil an der Schwangerschaft. Mitreden, ob das Kind nun ausgetragen wird oder nicht, dürfen sie zwar, entscheiden über Wohl und Wehe des Kindes darf aber alleine die Frau. So ist die Rechtlage. Insofern ist die Bezeichnung „Menschenrecht“ ein blühender Etikettenschwindel. Es ist ein Frauenrecht, kein Menschenrecht.

Sehen wir uns den Sachverhalt genauer an. Da wird ein Kind gezeugt. Von einem Mann und einer Frau, zumindest dürfte das auch heute noch der Regelfall sein, auch wenn die Reproduktionsmedizin rasende Fortschritte macht. Beide können sich nun überlegen, ob sie das Kind auch tatsächlich haben möchten. Relevant sind allerdings nur die Überlegungen der Frau. Sie entscheidet im Zweifelsfall alleine. Wenn sich die Interessen widerstreiten, schaut der Mann in die Röhre. Will er das Kind, sie aber nicht, kann er kaum etwas gegen den Abbruch unternehmen. Das Kind ist am Ende trotzdem tot. Für einige Männer war dies schon ein traumatisches Erlebnis. Im anderen Fall, wenn sie das Kind will, er aber nicht, ist er aber trotzdem zu Unterhalt verpflichtet, und wenn er Pech hat, bekommt er noch nicht mal ein Sorgerecht im Gegenzug. Frauen haben hierzulande das Recht, bis zu 12 Wochen nach der Geburt das werdende Kind einseitig abzulehnen, Männer haben dieses Recht nicht. Diese Situation ist für Männer alles andere als fair.

Nun kann keiner von Frauen verlangen, einen Abbruch gegen ihren Willen durchzuführen. Das wäre unmenschlich. Ich will auch nicht verleugnen, dass es immer wieder vorkommt, dass die werdenden Väter die schwangeren Frauen zum Abbruch drängen, z.B. indem sie drohen, die Frauen ansonsten verlassen zu wollen. Ich habe das selbst im Bekanntenkreis mehrmals erlebt. Allerdings gibt es für Männer angesichts der Aussicht von jahrzehntelangen Alimentenzahlungen kaum eine andere Möglichkeit, aus der Geschichte raus zu kommen, wenn sie das Kind nicht wollen. Und Frauen könnten ja durchaus auch in der Lage sein, sich zu wehren und das Kind trotzdem zu bekommen.

Gesellschaftlicher Wandel

Die Horrorgeschichten von damals vor 100 Jahren, in einigen bäuerlichen Gegenden noch vor 50 Jahren, als unverheiratete Frauen mit Kind Aussätzige der Gesellschaft waren, die alleine mit ihrem Kind klar kommen mussten ohne jede Unterstützung des Vaters, sind zum Glück längst vorbei. Das Image hat sich allerdings komplett gedreht. Heute heißt das nicht mehr „gefallene Mädchen“, sondern „Alleinerziehende“, und diese sind die Heldinnen unserer Gesellschaft. Statt Verachtung schlägt ihnen Bedauern, Mitgefühl und Unterstützungsbereitschaft entgegen, und der Grund, warum sie ohne Mann ein Kind (oder mehrere) aufzieht, wird wie selbstverständlich im wahrscheinlich schäbigen (oder schlimmer noch: gewalttätigen) Verhalten dieses Mannes vermutet. Und selbstverständlich stehen ihnen Unterhaltszahlungen, und wenn diese ausfallen, Wohltaten des Sozialstaats zu. Ich will das gar nicht verurteilen, es ist ja gut und richtig, dass sich die Situation gebessert hat. Ich meine nur, das Narrativ von der in bitterste Armut fallenden Frau, wenn sie alleine ein Kind aufziehen muss, stimmt so nun schon längst nicht mehr.

Ganz im Gegenteil: Wenn man sich anschaut, wie leicht Unterhaltszahlungen durchzusetzen sind, welche vielfältigen staatlichen Hilfen für Alleinerziehende inzwischen vorhanden sind, wenn man immer wieder Geschichten hört, wie selbst Frauenärzte gebärwilligen Frauen mit eher reservierten Männern raten, doch mal die Pille zu „vergessen“, um dem gemeinsamen Kinderglück schneller nachzuhelfen, kann man nur den Schluss ziehen, dass es heute eher die Männer sind, die geschwängert werden.

Lösungsvorschlag

Wofür plädiere ich nun? Welche Regelung würde ich für gerecht halten? Zunächst plädiere ich für die sogenannte juristische Abtreibung. Männer sollten wie Frauen das Recht bekommen, auch nach der Empfängnis das Kind einseitig abzulehnen. D.h. Männern sollte das Recht eingeräumt werden, in einer gewissen Frist nach Feststellung der Schwangerschaft auf sämtliche Pflichten, aber auch Rechte auf das Kind zu verzichten. Einen Monat erachte ich als ausreichend, damit auch die Frau noch genügend Zeit hat, sich zu überlegen, ob sie das Kind unter diesen Umständen trotzdem haben möchte. Das würde natürlich auch eine Pflicht der Mutter beinhalten, den werdenden Vater rechtzeitig zu informieren, andernfalls müsste sie eben auf späteren Unterhalt verzichten.

Gleichzeitig sollten auch Frauen ein Recht haben, auf ein Kind komplett zu verzichten, wenn sie es nicht haben wollen, es aber trotzdem austragen zu können, wenn der Vater sich das Kind wünscht und bereit ist, es alleine groß zu ziehen. Und selbstverständlich sollten beide das Recht haben, sich später umentscheiden zu dürfen, wenn sie dann doch für das Kind da sein wollen. Dann allerdings wäre die Zustimmung des anderen Partners vonnöten, der das Kind bisher alleine aufgezogen hat. Auf diese Weise könnten vielleicht auch einige Abtreibungen verhindert werden.

Kompliziert wird die Situation, wenn es mehrere potenzielle Väter gibt bzw. das Kind ein Kuckuckskind sein könnte. Dann wäre die Mutter wohl verpflichtet, jeden der potenziellen Väter zu fragen. Die genauen Implikationen mag ich in diesem Artikel aber nicht mehr durchdenken, sonst wird er zu lang…

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44 Antworten zu „Menschenrecht“ auf Abtreibung

  1. ReVolte schreibt:

    Schön und gut.

    Der Tarabella-Bericht fordert neben einer besseren Beteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt und einem europaweit koordinierten Kampf gegen Gewalt gegen Frauen eine Kampagne gegen »Gender-Stereotypen« und das »Recht der Frauen, alleine über ihren Körper zu verfügen.«

    Einzig Frauen im Fokus IST »Gender-Stereotyp«.
    Kampf gegen Gewalt gegen Frauen – die NDR-Auslandredaktion reagierte(!) neulich auf ein Schreiben, welches den gender-stereotypen Terminus ”selbst Frauen geschlagen” zum kritischen Gegenstand hatte. Die Redaktion begründete diesen folgendermaßen:

    „Frauen, da das in der Zeit, vor 50 Jahren, eigentlich undenkbar war, mit einem Knüppel auf eine Frau einzuschlagen. Damals herrschte noch ein völlig anderes Geschlechterverständnis. Und genauso undenkbar war es eigentlich, auf Verletzte einzuschlagen.“

    Will der Tarabella-Bericht bzgl. Gewalt gegen Frauen zurück in die Zeit vor 50 Jahren?
    Sarkasmus beiseite. Welche Erfolgsaussichten für Männer bzgl. Gleichbehandlung bestehen, wurde hierzulande mit der kürzlich durchschlagend sabotierten Geschlechterquote eindrucksvoll demonstriert. Mann gebe sich also keinen Illusionen hin.
    Nach meinem Eindruck ist auf rationaler Ebene bzw. den universalen Menschenrechten mit Ziel gleiche Rechte – gleiche Pflichten mit keinerlei Einsicht oder gar Kooperation und Fortschritt zu rechnen – im Gegenteil. Wir stagnieren stumpf am Punkt ‚Frauenrechte sind Menschenrechte‘. Der Widerstand gegen den zügigen und gender-stereotypen Ausbau weiblicher Vorzugsrechte muss wohl anders organisiert werden, um Wirkung zu entfalten.

    https://familienschutz.wordpress.com/2015/03/15/kurzkorrespondenz-mit-der-weltspiegel-redaktion/

  2. Ich will auch nicht verleugnen, dass es immer wieder vorkommt, dass die werdenden Väter die schwangeren Frauen zum Abbruch drängen, z.B. indem sie drohen, die Frauen ansonsten verlassen zu wollen.

    Was ist eigentlich daran auszusetzen?

    • St. Elmo schreibt:

      Hab ich auch nie Verstanden, im Grunde zeigt Mann doch in diesem Fall nur was für einen Charakter er besitzt und wo seine Prioritäten liegt.

      Die Frau kann, wenn man es genau nimmt, so die Entscheidung für oder gegen den Abbruch in größerer Sicherheit treffen, da sie ganz genau Bescheid weiß wie ihr zukünftiger Ex-Partner dazu steht.

      • Ja, warum die Meinungsverschiedenheit um ein Kind kein Trennungsgrund sein? Die reine Ankündigung, sich trennen zu wollen, sollte legitim sein. Besser als falsches Spiel. „Drohung“ ist hier kein angemessener Begriff.

  3. Semikolon schreibt:

    „Allerdings gibt es für Männer angesichts der Aussicht von jahrzehntelangen Alimentenzahlungen kaum eine andere Möglichkeit, aus der Geschichte raus zu kommen, wenn sie das Kind nicht wollen.“

    Korrekter wäre die Endung auf: „wenn sie keine Leistungen für ihr Kind erbringen wollen“.
    Männer können sich – im Gegensatz zu Frauen – für die Möglichkeit der Reproduktion ohne nennenswerten Eigen-Beitrag entscheiden. Dein Vorschlag will diese biologisch-bedingte Ungerechtigkeit juristisch absichern bzw. auch vermögenden Männern (leichter) zugänglich machen.

    „Ich meine nur, das Narrativ von der in bitterste Armut fallenden Frau, wenn sie alleine ein Kind aufziehen muss, stimmt so nun schon längst nicht mehr.“

    Ca. 40 % der Alleinerziehendenhaushalte leben in (relativer) Armut.

    „Gleichtzeitig sollten auch Frauen ein Recht haben, auf ein Kind komplett zu verzichten, wenn sie es nicht haben wollen, es aber trotzdem austragen zu können, wenn der Vater sich das Kind wünscht und bereit ist, es alleine groß zu ziehen.“

    Das klingt ein bißchen nach (bei uns verbotener) Leihmutterschaft. Nur dass diese spezielle „Leih“-(gebär)mutter sich nicht von vorn herein bewusst und willentlich für diesen Dienst entschieden hätte, der ihr Deinen Vorstellungen gemäß vermutlich auch nichtmal entlohnt werden sollte, sondern im Gegenteil Schwangerschaft und Geburt für sich zuvor explizit abgelehnt hätte (jede Schwangere weiß ja auch um die Option Freigabe zur Adoption). Oder wo siehst Du die Unterschiede?

    Entscheidend aber scheint mir, dass Du bei Deinen Überlegungen völlig ausblendest wie eine ausgetragene Schwangerschaft sozial (aufs gesamte Umfeld, beruflich wie privat) wirkt.
    Abtreibung und Alleinerziehen sind gesellschaftlich mittlerweile halbwegs „anerkannte“ Not-Strategien (die paar Frauen, die sie als gesellschaftlichen Fortschritt feiern haben imho den Schuss nicht gehört).

    Eine Frau, die ihren Säugling weggibt hingegen, wird – außer in unpersönlichen Sonntagsreden – nicht dafür geachtet, dass sie sich gegen eine Abtreibung entschieden und dem Kind sein Leben geschenkt hat, sondern wird immer Abneigung, Unverständnis und bisweilen offene Verachtung spüren. Ihr Zustand, ihr Charakter und das ihr zuerkannte Potential _wird_ in Frage gestellt werden, sobald sie irgendwem der ihr zur Geburt (sichtbar durch den verschwundenen Babybauch) gratuliert mitteilt, dass sie keinerlei Kontakt zu ihrem Nachwuchs pflegen wolle.
    Selbst ich als phantasiebegabte Idealistin sehe hier keinen Ausweg.

    • Schoppe schreibt:

      „Das klingt ein bißchen nach (bei uns verbotener) Leihmutterschaft.“ – „Eine Frau, die ihren Säugling weggibt hingegen, wird (,,,) immer Abneigung, Unverständnis und bisweilen offene Verachtung spüren.“ Dass sie das RECHT hat, so zu agieren, würde ja nicht bedeuten, dass sie so agieren MUSS. Sie hätte eine Möglichkeit, sich vom Kind zu distanzieren – aber das Kind könnte, anders als bei einer Abtreibung, trotzdem leben und wäre vom anderen Elternteil versorgt. Ich würde nicht ausschließen, dass eine Frau das gegenüber eine Abtreibung bevorzugt, die Alternative hat ja offenkundige Vorteile.

      Dass ein Mensch für die Wahrnehmung eines Rechts wiederum bei manchen Menschen verachtet wird, ist überhaupt nichts Ungewöhnliches und nicht auf Elternschaft beschränkt. Das spricht allgemein nicht dafür, Menschen dieses Recht gar nicht erst zu geben. Dass schwarze Schüler in den USA z.B. auf „weiße“ Schulen gehen durften, hatte für sie oft den Hass ganzer Stadtviertel zur Konsequenz – daraus lassen sich Argumente gegen den Hass, aber nicht gegen die Rechte ableiten.

      Ich finde die Argumentation Aranxos sehr schlüssig. Wenn Abtreibung ein Menschen-, nicht allein ein Frauenrecht ist – wo ist dann das äquivalente Recht der Männer? Dass Männer nicht das Recht haben, eine Frau gegen ihren Willen zur Abtreibung zu zwingen, ist (zum Glück) allgemeiner Konsens – auch wenn die Frau ihrerseits sehr wohl das Recht hat, dass gemeinsame Kind gegen den Willen des Mannes abzutreiben. Es sind sich wohl weitgehend alle einig, dass das Abtreibungsrecht nicht völlig äquivalent gestaltet werden kann, also nicht mit vollkommen identischen Rechten für Männer und Frauen.

      Dass bedeutet aber nicht, dass die heutige Lösung, in der die Männer faktisch überhaupt keine Rechte nach der Zeugung haben, notwendig ist. Daher finde ich den Gedanken einer „juristischen Abtreibung“ konsequent – ein Mann hat das Recht, sich von allen Rechten und Pflichten seines Vaterseins zu distanzieren.

      Dann aber ist es auch konsequent, Frauen wiederum ein vergleichbares Recht zuzugestehen – sich von der eigenen Elternschaft distanzieren zu können, ohne dass das Kind (bzw. das werdende Kind) dafür getötet wird. Es sind in meinen Augen konsequente Überlegungen auf der Basis der Feststellung, dass Abtreibung ein MENSCHENrecht sei.

      Ich verstehe übrigens, wenn jemandem bei dem Gedanken unwohl wird, dass Männer sich einfach so von ihrer Vaterschaft distanzieren könnten. Als Arrangement zwischen Erwachsenen mag das angehen – aber was bedeutet das für das Kind? Ich selbst finde den Gedanken jedenfalls schrecklich, und dem Kind gegenüber grausam.

      Nur: Wenn Männern dieses Recht verweigert wird, wird es schwer zu begründen, warum das Recht von Frauen auf Abtreibung so selbstverständlich Bestand hat. Wer Abtreibung als Menschenrecht, nicht allein als Frauenrecht definiert, muss sich früher oder später mit solchen Fragen nun einmal beschäftigen. Das ist in meinen Augen ohnehin eine längst überfällige Diskussion.

      • Graublau schreibt:

        „Dass ein Mensch für die Wahrnehmung eines Rechts wiederum bei manchen Menschen verachtet wird, ist überhaupt nichts Ungewöhnliches und nicht auf Elternschaft beschränkt.“

        Das kommt sogar sehr häufig vor! Zwei Extrembeispiele:
        – Ein mutmaßlicher Schwerverbrecher, der sich einen Anwalt nimmt und schließlich nach dem Prinzip „im Zweifelsfalle für den Angeklagten“ freigesprochen wird
        – Ein Sexualstraftäter, der seine Haftstrafe verbüßt hat und nun ein neues Leben beginnen will

        Gäbe es keine Rechte, für deren Wahrnehmung man verachtet wird, dann bräuchte es keine Gesetze. Umgekehrt hilft mir auch kein Recht, wenn ich „aber dann mögen mich die anderen nicht mehr“ als entscheidenden Hindernisgrund ansehe.

        „Ich verstehe übrigens, wenn jemandem bei dem Gedanken unwohl wird, dass Männer sich einfach so von ihrer Vaterschaft distanzieren könnten. Als Arrangement zwischen Erwachsenen mag das angehen – aber was bedeutet das für das Kind? Ich selbst finde den Gedanken jedenfalls schrecklich, und dem Kind gegenüber grausam.“

        Siehe Spenderkinder, die verzweifelt versuchen, ihren biologischen Vater zu finden.

      • Semikolon schreibt:

        „Dann aber ist es auch konsequent, Frauen wiederum ein vergleichbares Recht zuzugestehen – sich von der eigenen Elternschaft distanzieren zu können, ohne dass das Kind (bzw. das werdende Kind) dafür getötet wird.“

        Was konkret würdet ihr denn hier umgestalten wollen?
        Warum könnte es E.M.n. – de jure – nicht jetzt bereits zu derartigen Einigungen kommen?

    • aranxo schreibt:

      „Männer können sich – im Gegensatz zu Frauen – für die Möglichkeit der Reproduktion ohne nennenswerten Eigen-Beitrag entscheiden. Dein Vorschlag will diese biologisch-bedingte Ungerechtigkeit juristisch absichern…“

      Was ist daran denn bitte biologisch bedingt? Frauen können das Kind ja zur Adoption freigeben. Ok, wenn Du natürlich allein die Schwangerschaft als nennenswerten Beitrag betrachtest, dann hast Du sicher recht. Das würde ich ja auch so sehen. Wenn Du allerdings darauf hinaus willst, dass von Frauen gesellschaftlich erwartet wird, dass sie das Kind großziehen, dann hat das nicht viel mit Biologie zu tun, und das klingt auch irgendwie nach typisch feministischer Dialektik. Sprich nach Umdichten eines eigentlichen Vorteils zu einem Nachteil. Da wird die gesellschaftliche Vorstellung, dass das Kind zur Mutter gehört, aufgrund der Frauen grundsätzlich eher das Recht bekommen, ihr Kind zu erziehen, auf einmal zur Bürde. Tausende von Trennungsväter können sicher ein Lied davon singen, welch schwere Bürde das ist. Die hätten diese Bürde liebend gerne. Aber da kann Dir Schoppe mehr dazu sagen.

      Du hast auch recht, dass (noch) auf Frauen herabgesehen wird, die ihr Kind nach der Geburt zur Adoption freigegeben haben. Allerdings sollte klar sein, und das sollte gesellschaftlich auch propagiert werden, dass dies für das Kind immer noch eine bessere Lösung als eine Abtreibung ist. Das Problem ist nur, dass durch die Abtreibung besser versteckt werden kann, dass überhaupt eine Schwangerschaft bestand. Also kommt die Umgebung gar nicht dazu, Dir Rabenmutterschaft vorzuwerfen, weil sie nichts davon ahnt. Ich versteh schon Deinen Punkt. Ich hab dazu auch keine Lösung, außer dass es gesellschaftlich akzeptabler werden muss, wenn der Vater das Kind alleine aufzieht.

      „Ca. 40 % der Alleinerziehendenhaushalte leben in (relativer) Armut.“
      Ich hab auch nicht behauptet, das wär ein Zuckerschlecken. Aber diese sogenannte relative Armut (50% des Medianeinkommens) bedeutet heute nicht mehr die gesellschaftliche Schande wie vor 100 Jahren. Es bedeutet hierzulande ein Dach überm Kopf, dass man sich ernähren kann und ansonsten aber keine großen Sprünge machen. Ganz sicher nicht schön, ich kenne einige, die so leben, aber auch nicht permanente Existenznot.

      Wo ich den Unterschied zur Leihmutterschaft sehe? Ist der nicht offensichtlich? Leihmutterschaft ist eine gewollte Schwangerschaft als Dienstleistung für ein anderes Paar. Selbstverständlich muss sie für ihre Mühen entlohnt werden, denn sonst würde sie es ja gar nicht machen. Und Schwangerschaft ist nun mal Mühe, keine Frage. Im dem Fall, über den wir reden, geht es aber um ungewollte Schwangerschaft, sprich, es wurde irgendwie die Verhütung versemmelt. Ich finde nicht, dass man dafür auch noch belohnt werden sollte. Insbesondere sollten nicht alle Rechte alleine bei der Frau liegen, während der werdende Vater auf Gedeih und Verderb den Entscheidungen der Mutter ausgeliefert ist.

      Es ist ein Unding, dass Männern wie selbstverständlich zugemutet wird, mit allen Konsequenzen bis hin zur jahrzehntelanger Unterhaltszahlung – oder entsprechender Erziehungstätigkeit, sofern die Beziehung bestehen bleibt – leben zu müssen, sobald der Schuss ein Treffer war. Auch wenn er sich darauf verlassen hat, dass sie angeblich die Pille nimmt. „Mitgehangen, mitgefangen“ ist da das Prinzip und „Hätteste mal nen Präser übergezogen“ kommt dann als einziger hämischer Kommentar. Bei Frauen dagegen macht man sich furchtbar viel Gedanken, ob man ihr das auch wirklich zumuten darf. Deswegen darf sie sich das ja auch noch drei Monate überlegen, ob sie wirklich will. Und im Zweifelsfall gegen den Willen des Vaters einseitig entscheiden. Das ist definitiv unfair.

    • aranxo schreibt:

      Um es nochmal zu verdeutlichen: Wenn ein Mann das Kind nicht haben will, nennt man das nach feministischer Lesart „sich aus der Verantwortung stehlen wollen“. Wenn die Frau das Kind nicht haben will, nennt man das „ihre reproduktiven Rechte wahrnehmen“.

      • Semikolon schreibt:

        Richtig, „aus der Verantwortung stehlen“ können Frauen sich ja auch nicht. Sie büßen auf jeden Fall für den (meist) Verhütungsfehler, den beide gemacht haben.

      • Semikolon schreibt:

        Wobei… ich weiß gar nicht, obs wirklich mehr echte Fehler oder doch mehr Pannen und unerklärliche Wunder sind. Das möchte ich also bitte zurücknehmen.

      • aranxo schreibt:

        Ach? Und Abtreibung ist also kein „sich aus der Verantwortung stehlen“? Frau wägt natürlich immer sorgfältigst sämtliche ethischen Implikationen ab und ringt quasi wochenlang mit sich selbst. Während Männer ja einfach mal eben nonchalant aus einer Laune heraus „keinen Bock“ sagen.

        Dazu passt eine kleine Geschichte. Eine Freundin von mir bekam von einer Bekannten erzählt, dass sie jetzt die sechste Abtreibung hinter sich hat. Auf die Frage meiner Freundin, ob sie denn nicht die Pille nehme, antwortete diese: „Aber das hat doch die Kirche verboten.“ Ist wirklich, wirklich wahr, ich schwör. Da bleibt einem einfach nur der Mund offen stehen. Soviel zum Verantwortungsbewusstsein von abtreibenden Frauen.

      • Semikolon schreibt:

        „Und Abtreibung ist also kein “sich aus der Verantwortung stehlen”?“

        Nein, denn wer eine Abtreibung begehrt, verlangt eine Körperverletzung, die häufig (neben den psychischen Auswirkungen) schmerzhaft ist, mit Pech Komplikationen nach sich ziehen kann und aus der auch (zum Glück kaum noch) lebenslange Unfruchtbarkeit resultieren könnte.

        „Frau wägt natürlich immer sorgfältigst sämtliche ethischen Implikationen ab und ringt quasi wochenlang mit sich selbst.“

        Öfter als nicht, würd ich sagen.

        „Während Männer ja einfach mal eben nonchalant aus einer Laune heraus “keinen Bock” sagen.“

        Bei Umsetzung Deines Vorschlags könnten sie das und wären dann auch sofort aus der Sache raus, ohne nur auch noch einen Gedanken dran verschwenden zu müssen.

        „Eine Freundin von mir bekam von einer Bekannten erzählt, dass sie jetzt die sechste Abtreibung hinter sich hat.“

        Und wieviele Kinder hat sie?
        Und würdest Du auch eine Spiraleträgerin verurteilen dafür, dass ihr Körper eventuell in ähnlichem Umfange Föten abgetrieben hat, oder wäre diese Frau für Dich dadurch entschuldigt, dass sie kein bewusstes Wissen darüber haben dürfte?

      • aranxo schreibt:

        „Nein, denn wer eine Abtreibung begehrt, verlangt eine Körperverletzung, die häufig (neben den psychischen Auswirkungen) schmerzhaft ist, mit Pech Komplikationen nach sich ziehen kann und aus der auch (zum Glück kaum noch) lebenslange Unfruchtbarkeit resultieren könnte.“

        … und mit dem klitzekleinen, kaum zu erwähnenden Nebeneffekt, dass ein potentiell lebensfähiges Kind tot ist. Vielleicht hätte ich doch dazuschreiben sollen, „aus der Verantwortung für das Kind stehlen“.

        Wenn es aber nur um die Abtreibung selbst gehen sollte, die bei Frauen alleine schon ein „nicht aus der Verantwortung stehlen“ bedeutet, dann wäre das Äquivalent des Mannes, dass es vollkommen ausreichen würde, ihr als Ausgleich für die körperlichen Risiken die Abtreibung zu bezahlen, um sich nicht aus der Verantwortung zu stehlen. Mehr könnte man allerdings auch nicht von ihm verlangen, wenn man von ihr nicht verlangen kann, das Kind auszutragen.

        „Bei Umsetzung Deines Vorschlags könnten sie das und wären dann auch sofort aus der Sache raus, ohne nur auch noch einen Gedanken dran verschwenden zu müssen.“

        Nicht unbedingt, wenn man, wie ich gerade geschrieben habe, festlegen würde, dass die Abtreibung auf seine Kosten ginge. Allerdings müsste er dann auch ein Recht auf einen Vaterschaftstest am gerade abgetrieben Fötus bekommen. Schließlich müssten die Kosten ggf. ja einem ganz anderen Herrn aufgebürdet werden.

        „Und wieviele Kinder hat sie?“

        Weiß ich nicht, aber wäre dieses Verhalten abhängig von der Kinderzahl denn weniger abgrundtief dämlich und verantwortungslos?

        „Spiraleträgerin…“

        Wie kann man das denn überhaupt vergleichen? Spirale tragen ist eine verantwortungsvolle Verhütungsmethode, Abtreiben sicher nicht. Oder willst Du ernsthaft eine gerade befruchtete Eizelle mit einem 12 Wochen alten Fötus vergleichen, der schon haufenweise Nervenzellen gebildet hat und damit Schmerzen empfinden kann? Du machst Dir da die Sichtweise von Hardcore-Christen zueigen, nach der bereits eine befruchtete Eizelle ein kompletter Mensch mit allen Rechten ist. Würde ich so denken, wäre ich für ein tatsächliches Verbot von Abtreibung. Bin ich aber nicht, weil ich da differenziere.

      • Semikolon schreibt:

        „wäre das Äquivalent des Mannes, dass es vollkommen ausreichen würde, ihr als Ausgleich für die körperlichen Risiken die Abtreibung zu bezahlen, um sich nicht aus der Verantwortung zu stehlen.“

        Nein, die Abtreibung als solche muss kostenfrei werden. Über Schmerzensgeld ließe sich aber verhandeln.

        „Weiß ich nicht, aber wäre dieses Verhalten abhängig von der Kinderzahl denn weniger abgrundtief dämlich und verantwortungslos?“

        Wenn sie schon mehr als 2, 3 Kinder hätte wäre es nach landläufiger Meinung vermutlich sogar sehr verantwortungsvoll die Zahl des Nachwuches nicht in den zweistelligen Bereich ansteigen zu lassen.

        „Wie kann man das denn überhaupt vergleichen? Spirale tragen ist eine verantwortungsvolle Verhütungsmethode, Abtreiben sicher nicht. Oder willst Du ernsthaft eine gerade befruchtete Eizelle mit einem 12 Wochen alten Fötus vergleichen, der schon haufenweise Nervenzellen gebildet hat und damit Schmerzen empfinden kann?“

        Fun-Fact: es gibt auch Geburten, bei denen die Spirale mitrauskommt.
        Daher wär ich mir nicht so sicher, dass der Abort immer ausschließlich frühzeitig erfolgt.
        Falls Du diese Ansicht irgendwie untermauern kannst, dann tu das doch bitte.

      • david schreibt:

        Sie büßen auf jeden Fall für den (meist) Verhütungsfehler, den beide gemacht haben.

        Ich sehe den Verhütungsfehler eher auf Seiten der Frau. Sie hat wesentlich mehr und bessere Verhütungsoptionen, der Mann hat in der Regel nur das Kondom, mit einem relativ schlechten Pearl-Index. Vor allem hat die Frau exklusiv das Wissen darüber, ob die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung bei ca. Null liegt oder tausendfach erhöht ist (bis zu ca. 15% Risiko ist einschätzbar durch die Frau).

        Übrigens: wenn du den Leuten Bigotterie hinsichtlich der Bewertung der Spirale vorwerfen möchtest, solltest du zum Einen schauen, dass du es mit Abtreibungsgegnern zu tun hast, zum anderen müsstest DU erstmal darstellen, dass dies wirklich vergleichbar ist. Ich (und wohl auch die anderen hier) hab nämlich noch nie etwas davon gehört dass da ein mehrere Wochen alter Embryo bestehen kann. Wenn du einem da schon a priori eine Doppelmoral konstruierst, zeigt das nur deine eigene.

        Ich finde es ansonsten ziemlich perfide, dass du eine Abtreibung einer Lebendgeburt schon dann vorziehst, nur weil die soziale Akzeptanz der Mutter dabei möglicherweise größer ist.
        Du vergisst auch, dass Väter ebenfalls „geächtet“ werden, wenn sie sich ihrer Verantwortung entziehen.

      • Semikolon schreibt:

        „Ich (und wohl auch die anderen hier) hab nämlich noch nie etwas davon gehört dass da ein mehrere Wochen alter Embryo bestehen kann.“

        Auch das ist nicht mein Fehler, es gibt diese Fälle natürlich, erst-beste-Beispiele:

        http://www.netmoms.de/fragen/detail/bin-trotz-kupferspirale-in-der-6-ss-hat-jemand-damit-erfahrung-6275000

        http://www.eltern.de/foren/fehlgeburt/1097246-ungewollt-schwanger-jetzt-fehlgeburt-16-5-ssw.html

        (Normalerweise sollte die Spirale gezogen werden, nachdem eine Schwangerschaft festgestellt wurde – trotz des erhöhten Abtreibungsrisikos. Unterschied zwischen Theorie und Praxis halt, wenns nicht klappt. In der Theorie hat das Kondom ja auch einen Spitzen-pearl-index von 0,6…)

      • david schreibt:

        Auch das ist nicht mein Fehler, es gibt diese Fälle natürlich, erst-beste-Beispiele:

        Schön, dann wissen wir jetzt dass es Spiralenschwangerschaften gibt. Und worauf wolltest du jetzt damit hinaus?

        In der Theorie hat das Kondom ja auch einen Spitzen-pearl-index von 0,6

        0,6 wäre auch nur Mittelfeld. Angegeben sind aber 2 – 12.

      • Semikolon schreibt:

        Dass im einen Fall der im vorhinein getroffene Entschluss von Frauen, sich eines Mittels zu bedienen, das regelmäßig zur Abtreibung der Leibesfrucht führen wird, als verantwortungsvolle Verhütungsmethode gesehen wird. Und im anderen Fall, bei jeder Einzelentscheidung eine Schwangerschaft nicht fortzuführen, dann aber immernoch ein Riesen-Faß aufgemacht wird. Und dass das logisch nicht ganz einfach nachzuvollziehen ist, für mich jedenfalls.

      • david schreibt:

        Der Fall ist erstens wohl sehr sehr selten, zweitens den meisten wohl völlig unbekannt, und drittens auch überhaupt nicht vergleichbar.
        So wie ich es verstehe MUSS die Spirale ja gezogen werden, es besteht also gar keine Wahl.
        Dann kannst du auch genauso sagen, Abtreibungen seien nicht schlimm, da es ja auch ganz natürliche Aborte gibt, sogar häufig.
        Und Mord ist nicht schlimm, da Menschen ja auch reihenweise ganz natürlich sterben.

      • Semikolon schreibt:

        Du hast die Beispielthreads nicht gelesen, Spacko.
        Wahnsinn wie Dich das Thema interessiert!!!

      • david schreibt:

        Die Spirale ist auch nicht besonders verbreitet. Vielleicht ja grade deshalb?
        Bzw. würden vielleicht viele sie durchaus nicht ganz unkritisch sehen, wenn sie von dieser Möglichkeit wüssten?

      • david schreibt:

        Du hast die Beispielthreads nicht gelesen, Spacko.

        Brennen dir schon wieder die Sicherungen durch?

        Nein, mich interessiert das Spiralenthema wenig, da es nur mal wieder eines deiner hilflosen Pseudoargumente ist.
        Du unterstellst schon Doppelmoral, ohne überhaupt die Meinung anderer zu diesem ganz unbekannten Aspekt zu kennen. Kein Wunder, dass sich dir vieles halt „logisch nicht erschließt“.

      • Semikolon schreibt:

        „Nein, “

        Jetzt aber doch hoffentlich (ich hab Dir extra Zeit gelassen!)

        „mich interessiert das Spiralenthema wenig“

        Du warst Anhänger der sympto-thermalen Methode, wenn ich das richtig in Erinnerung habe? Da würde mich ja mal interessieren wie sehr ein Männerthemenbewegter Mann da Anteil dran nimmt/nehmen sollte/müsste D.M.n.

        Hauptargument gegen die Spirale sind m.M.n. übrigens die Schmerzen (vorallem beim Einsetzen). Ich zumindest hab sie auch immer irgendwie als metallnen Fremdkörper gespürt/wahrgenommen, das ließ sich nicht abstellen, plus der „Faden“ am Muttermund, auch nicht schön.

        „Brennen dir schon wieder die Sicherungen durch?“

        Ich bin ganz ruhig und viel zu freundlich zu Dir.

      • david schreibt:

        Du warst Anhänger der sympto-thermalen Methode, wenn ich das richtig in Erinnerung habe?

        Woher willst du das denn wissen? Ich bin vor allem Anhänger der Verhütungsmethode „don’t stick your dick in crazy“ 😉

        Jetzt aber doch hoffentlich

        Ich hab keine Zeit für deine Nebenschauplätze, was willst du denn damit noch? Du würdest doch die Diskussion ohnehin verlieren (war das einmal anders?)

      • Semikolon schreibt:

  4. El_Mocho schreibt:

    Also wenn Abtreibung ein Menschenrecht ist (=ein Recht, das jedem Menschen qua Mensch zukommt), müsste dann der Fötus nicht auch dieses Recht gegenüber der Mutter haben?
    Man müsste zumindest mal genauer definieren, was man unter Mensch versteht.

  5. St. Elmo schreibt:

    Auch ein Punkt der wenn hier Abtreibung angesprochen wird,

    Vor kurzem hab ich auf einem der ÖR-Sender einen Beitrag gesehen in dem es um Genuntersuchung von Föten auf Trisomie ging und die daraus folgenden ethischen Konsequenzen, wenn man diesen Test durchführt und sich dann für eine Abtreibung entscheidet.

    Also die ganzen Argumente von lebensunwertes Leben, Druck auf andere Mütter ihr behindertes Kind abzutreiben, Nachteile für bereits lebende Behinderte etc. pp.

    Im Grunde konnte man aus dem Beitrag heraushören das es zwar rechtlich gestattet ist ein behindertes Kind abzutreiben aber moralisch falsch ist.

    Es wird sich also darüber empört wenn ein werdende Mutter, entscheidet ein behindertes Kind abzutreiben, weil es aufgrund der Behinderung nicht in ihre Lebensplanung passt.
    Aber die gleichen Personen empören sich nie, wenn eine werdende Mutter ein gesundes Kind abtreibt, weil es nicht in die Lebensplanung passt.

    Schützenswert ist anscheinend in den Augen dieser Menschen nur das behinderte Kind.

    • david schreibt:

      Es wird sich also darüber empört wenn ein werdende Mutter, entscheidet ein behindertes Kind abzutreiben, weil es aufgrund der Behinderung nicht in ihre Lebensplanung passt.
      Aber die gleichen Personen empören sich nie, wenn eine werdende Mutter ein gesundes Kind abtreibt, weil es nicht in die Lebensplanung passt.

      Ja, diesen Widerspruch habe ich auch schon mehrmals bei Frauen aufgedeckt. Ihnen fiel dann jeweils kein Wort mehr dazu ein.
      So viel zur höher entwickelten Moral.

  6. Semikolon schreibt:

    Wenn ich nochmal kurz ranten darf:
    es ärgert mich wirklich maßlos, dass so viele erwachsene Männer* wenn es um Abtreibung geht auf dem Stand einer Durchschnitts-14-jährigen sind. Wie kann das?
    *Ausnahmen hätt ich noch nicht gesprochen.

  7. wiemanindenwald schreibt:

    Was im Artikel als Lösung vorgeschlagen wird, gibt es in Frankreich weitgehend bereits. Die rechtliche Anerkennung eines biologischen Kindes ist dort grundsätzlich freiwillig. Wenn ein biologischer Vater in Frankreich sein Kind nicht anerkennt, hat er weder Rechte noch Pflichten gegenüber seinem biologischen Kind oder der Mutter dieses Kindes. Die rechtliche Vaterschaft kann nur dann gerichtlich erzwungen werden, wenn aus den Lebensumständen der biologischen Eltern eine beiderseitige Absicht zum Zeugen eines gemeinsamen Kindes abgeleitet werden kann, also zum Beispiel bei verheirateten Paaren oder bei einer langjährigen Lebensgemeinschaft. Dieses Französische Modell funktioniert sehr gut, weil der biologische Vater mit der Anerkennung auch die weitgehende rechtliche Gleichstellung gegenüber der Mutter bekommt, also ein garantiertes Mitspracherecht unabhängig von der Betreuungssituation und auch bei getrennt lebenden Eltern den Anspruch auf Doppelresidenz und gemeinsame Betreuung des Kindes. Väter bekommen also für ihre Kindesanerkennung Rechte und erkennen die Kinder daher fast immer problemlos an. Die in Frankreich im Vergleich zu Deutschland oder Österreich doppelt so hohe Geburtenrate zeigt, dass die Freiwilligkeit im Verbund mit rechtliches Gleichstellung und Absicherung der Väter auch eine positive Auswirkung auf die Lust zum Kinderkriegen bei beiden Geschlechtern hat.

    • Semikolon schreibt:

      Beleg das doch mal.

      • wiemanindenwald schreibt:

        Welche der angeführten Tatsachen wünschen Herr oder Dame belegt zu bekommen?

      • Semikolon schreibt:

        Irgendwas oder wenn Du kannst gerne auch alles.
        In mehr als 7 Jahren hätte ich noch nirgendwo gelesen wie jemand versucht hätte dies zu belegen (und als ich mir mal zumindest die Gesetzestexte anschaute, war mein Eindruck eher hier zu lange an ein Phantom geglaubt zu haben…)

      • Kann er offensichtlich nicht. Scheint mir auch ein Internetmärchen zu sein.

        „Während in Frankreich die Vaterschaftstest oft von den Müttern angewandt werden, um Unterhalt und Erbe ihren Kindern zu sichern, werden sie in Deutschland von Vätern verlangt, um den Beweis zu erheben, dass sie für das falsche Kind bezahlen. Auch dies ist Weltverkehrt.“

        http://www.vaeter-aktuell.de/vaterschaftstest/Vaterschftsets_Frankreich_20090210.htm

        „Rachida Dati zwingt Millionär zu Vaterschaftstest

        Jahrelang wurde in Frankreich gerätselt, von wem die frühere Ministerin Dati ihr Kind hat. Nun könnten die Spekulationen bald vorbei sein. Die Politikerin zwingt einen Multimillionär zum Gentest.“

        „Wenn Dominique Desseigne die Vaterschaft der kleinen Zohra anerkennen muss, dürfte diese für immer ausgesorgt haben. Der Name des Unternehmers findet sich auf der Liste der reichsten Menschen Frankreichs.“

        http://www.welt.de/politik/ausland/article111812676/Rachida-Dati-zwingt-Millionaer-zu-Vaterschaftstest.html

        Hätte mich auch gewundert. Frankreich gehört zum Westen und da zählen Männer nunmal nicht allzuviel.

  8. emannzer schreibt:

    @aranxo

    Zwei, ggf. drei andere Blogger sind momentan dran, einen Gemeinschaftsartikel zu schreiben, was ich für ein Novum in der Szene halte.

    Nachdem du da einen ziemlich guten Beitrag geschrieben hast, würden wir uns freuen, wenn du Lust hättest auch mitzumachen. Angedacht ist, dieses mehr als komplexe Thema in mehrere Metaebenen zu betrachten, wobei sich jeder seines heraussucht und einen Teilbeitrag dazu schreibt (Arbeitsteilung). Einen Bereich für eine Telko habe ich auch schon eingerichtet, sodass man sich telefonisch abstimmen kann.

    Bei Interesse schick mir doch bitte eine Mail an die in diesem Kommentar hinterlegte eMail-Adresse (Graublau kennt sie aber auch).

    Deine Anonymität wird ganz sicher gewahrt, dass kann ich dir schon aus Eigeninteresse versprechen.

    Besten Gruß
    Emannzer

    PS: Falls auch andere Blogger Interesse haben, nur zu.

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