Feminismus und Vernunft

☨auschfrei

Kann es einen rationalen bzw. „vernünftigen“ Feminismus geben?

Es fällt mir schwer, mir das vorzustellen, und es kommt sicherlich darauf an, wie genau man „vernünftig“ in diesem Kontext definieren will.

Um von mir als „vernünftig“ akzeptiert zu werden, müsste er zumindest die folgende, notwendige (nicht jedoch hinreichende) Bedingung erfüllen:

Er dürfte nicht darauf ausgerichtet sein, Männer und Frauen gegeneinander aufzuhetzen, sondern müsste stattdessen auf ein harmonisches Miteinander fokusiert sein.

Aber könnte man solch ein Konstrukt überhaupt noch als „Feminismus“ bezeichnen, wenn auch die Belange von Männern in vergleichbarem Maße berücksichtigt würden?

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Autor: breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.

14 Kommentare zu „Feminismus und Vernunft“

      1. Was macht deinen Artikel denn besser?
        Dieser gibt ja ein deutliches Ziel an, nämlich das hinarbeiten auf ein harmonisches miteinander. Das ist , gerade wenn sich die vorherrschenden Strömungen im Feminismus anschaut, durchaus ein wichtiger impuls. Ich wünschte der Feminismus würde ihn aufnehmen, es wäre dringend notwendig.

      2. Der Impuls ist sicherlich nicht neu, aber immer noch aktuell. Und das liegt nicht an der Qualität des Beitrags, sondern an der konsequenten Verweigerung des Feminismus auf solche Impulse einzugehen, wie Robin gerade freundlicherweise demonstriert.

  1. „Kann es einen rationalen bzw. “vernünftigen” Feminismus geben?“

    Warum nicht?

    „Er dürfte nicht darauf ausgerichtet sein, Männer und Frauen gegeneinander aufzuhetzen, sondern müsste stattdessen auf ein harmonisches Miteinander fokusiert sein.

    Aber könnte man solch ein Konstrukt überhaupt noch als “Feminismus” bezeichnen, wenn auch die Belange von Männern in vergleichbarem Maße berücksichtigt würden?“

    Das erste muss nicht notwendigerweise mit dem anderen verknüpft sein. Es ist doch sogar normal, dass dass es bestimmte Interessengruppen gibt. Das alleine ist nicht schlimm.

    Ich kann mich voll und ganz für eine bestimmte Gruppe der Bevölkerung einsetzen und gleichzeitig Interesse an einem harmonischen Miteinander haben. Voraussetzung dafür sind Kompromissbereitschaft und Verständigungswille. Wenn die vorhanden sind, dann ist auch das Etikett, das sich jemand selbst aufklebt, (fast) egal.

    1. Selbstverständlich ist es in Ordnung, eventuelle Konflikte in erster Linie aus der eigenen Perspektive zu sehen und zu bewerten.

      Aber es sollte eben auch ein Verständnis für die Bedürfnisse der anderen Gruppe vorhanden sein, und nicht nur starrsinnig und uneinsichtig auf die eigenen Interessen drängen, insbesondere wenn sie unvereinbar mit denen der anderen Gruppe scheinen.

      1. „Aber es sollte eben auch ein Verständnis für die Bedürfnisse der anderen Gruppe vorhanden sein, und nicht nur starrsinnig und uneinsichtig auf die eigenen Interessen drängen, insbesondere wenn sie unvereinbar mit denen der anderen Gruppe scheinen.“

        Ich stelle mir so etwas gerne mit einem anderen Kontext vor: Etwa das Verhandeln von Löhnen und Arbeitsbedingungen zwischen Arbeitgeber und Gewerkschaften. Sie vertreten verschiedene Seiten und sicherlich kann es sein, dass es über die Jahre zu persönlichen Feindschaften zwischen einzelnen Leuten aus den jeweiligen Lagern kommt. Davon abgesehen gibt es jedoch zwei verschiedene Arten von Zielen: Kurzfristig gibt es einen Interessenkonflikt, den man zur Not auch eskalieren läßt. Langfristig ist man jedoch an Zusammenarbeit interessiert und hat daher ein Interesse, zu einer vernünftigen Lösung zu kommen.

        Würde ich hier beim kurzfristigen Tarifstreit von einer Seite verlangen, sie möge doch bitte auch Verständnis für die anderen aufbringen, wäre das am Thema vorbei. Man stelle sich vor, auf die Gewerkschaften würde Druck ausgeübt mit der Forderung, sie mögen doch bitte die Interessen der anderen berücksichtigen und nicht so egoistisch sein. (Wirtschaftlich links stehende Leute vertreten mitunter die Auffassung, genau das passiere sogar in Deutschland, etwa in Medien und Politik.)

        Eine Einschränkung der Freiheit eines der Beteiligten wäre kontraproduktiv bzw. würde der anderen Seite einen – aus meiner Sicht ungerechten – Vorteil verschaffen. Es erinnert mich sogar ein Stück weit an den „freien Marktplatz der Ideen“, der gerne bemüht wird, wenn es um die Einschränkung von Meinungsfreiheit geht.

        Zur Vernunft kann ich niemanden zwingen, so wie mich umgekehrt ja auch niemand dazu zwingen darf. Das ist eine notwendige Bedingung dafür, dass Konflikte tatsächlich ausgehandelt werden. Die meisten Menschen haben aus gutem Grund ein Interesse daran, langfristig friedlich mit den anderen zusammenzuleben.

      2. Langfristig ist man jedoch an Zusammenarbeit interessiert und hat daher ein Interesse, zu einer vernünftigen Lösung zu kommen.

        Genau das ist der Punkt. Eigentlich sollte man versuchen, langfristig zu einem akzeptablen Ausgleich der Interessen zu kommen.
        Bei Extremen wie SCUM oder #killallmen sehe ich allerdings exakt das Gegenteil, aber auch bei gemäßigteren Formen des Feminismus scheint dieses langfristige Ziel – soweit ich es überblicke – nirgends vorhanden zu sein.

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