Quotenbesoffen und verlogen

Da hat die Schweswig mal eine gute Idee. Eigentlich eine längst überfällige. Sie will Alleinerziehende finanziell unterstützen. Der ganze Spiegelartikel spricht fast durchgehend von Müttern und Vätern, aber er bleibt doch immer etwas frauenzentriert. Nun ja, Frau Schweswig ist immer besonders daran interessiert, Frauen etwas gutes zu tun und bei den Alleinerziehenden sind Frauen natürlich in der Mehrheit. Daher ist es dann auch kein Wunder, daß diejenigen, die die Alleinerziehenden finanzieren dürfen, keine Beachtung bekommen. Wären ja auch in der Hauptsache Männer.

Stutzig macht auch, daß der Artikel verrät, daß Mütter zu einem Viertel von Hartz-IV-Leistungen leben müssen. Und die Väter? Mit etwas Suche findet man (verlinkt vom Ministerium für alle außer Männer) die eigentliche Arbeit, auf die sich der Spiegel stützt. Hier kommt dieser Satz auch vor, die dahinterliegende Graphik verrät aber auch, daß es bei den alleinerziehenden Vätern besser aussieht. 17% beziehen Hartz IV. Wäre es die Mädchenmannschaft, könnte man daraus einen Beweis für die patriarchale Unterdrückung aller Frauen basteln, im Spiegel verschweigt man aber besser einfach, daß die Väter irgendwie besser wegkommen.

Das wichtigste Faktoid steckt aber mittendrin und ganz sichtbar im Text. 90% aller Alleinerziehenden sind Frauen, nur 10% Männer. Es gibt sicherlich eine ganze Menge von Gründen, warum es mehr Frauen als Männer sind, aber keinesfalls kann man dieses Verhältnis erklären, ohne anzuerkennen, daß Trennungsväter ganz massiv benachteiligt werden. Quoten sind nun eigentlich immer eine ganz schlechte Idee, wie man gerade wieder zur Genüge feststellen kann, aber Schweswig und ihre Quotenschwestern finden sie ja ganz großartig. Nun frage ich mich, warum gibt es keine Quote für Alleinerziehende? Ganz einfach, weil es sich hier um verlogenes Feministinnenpack handelt. Quoten sind immer dann gut, wenn es um Frauenbevorzugung geht. Die Beseitigung von Ungerechtigkeiten wird immer gern als Grund für die Einführung von Quoten genannt, aber daß das nicht mehr als eine Lüge ist, zeigt sich gerade hier. Eine Quote wäre natürlich Schwachsinn, aber es gibt nicht mal die Überlegung, diese Ungerechtigkeit auch nur anzupacken.

Ich fasse zusammen. Die Probleme der Unterhaltszahler, der auf Zahlväter reduzierten Väter sind mal wieder nicht wichtig. Daß Väter weniger von Hartz IV abhängig sind auch nicht. Und daß geschiedene Vätern nur Eltern zweiter Klasse sind, schon mal gar nicht. Danke, Frau Schweswig!