Movember – wie war es?

Es ist schon einen Monat her, da ging der Movember 2014 los. Laut dem offiziellen Internetauftritt werden nach wie vor Spenden eingesammelt – und, viel wichtiger, es finden sich dort zahlreiche Fakten zur Männergesundheit.

Dieses Jahr wurde zusätzlich ein neues Tabu angesprochen: Die geistige Gesundheit, die ich für ein wichtiges Thema halte – so wichtig, dass ich auch einmal alle Mitglieder des Gesundheitsausschusses anschreiben lasse. (Die Reaktionen dazu muss ich noch dokumentieren. Es kam inzwischen einiges zusammen.)

Auf meinen Aufruf zur Teilnahme am Movember hier in der Blogblase folgte nur ein sehr verhaltenes Echo. Es gab keine weiteren Artikel beim Geschlechterallerlei zu dem Thema – zugegeben, es gab auch ein paar andere Säue, die in dieser Zeit durchs Dorf getrieben wurden und die spektakulärer waren. Immerhin, Neuer Peter wollte mitmachen, und Matze wies in einem Kommentar noch auf ein Spiegel-Interview mit Christoph Waltz hin.

Aber natürlich sollte ich mich zuerst an die eigene Nase fassen und fragen: Was habe ich denn gemacht?

Da ich pseudonym blogge, habe ich mich nicht offiziell registriert, um Spenden einzusammeln, und auch ansonsten den Ball eher flach gehalten. Mir geht Aktivismus auf die Nerven, der nur anderen Leuten ein schlechtes Gewissen macht und wenig mit Wissen und Argumenten unterfüttert wird. Ich wollte nicht hektisch und schrill als der Megaauskenner auftreten, der ich einfach nicht bin, denn es war mein erster Movember. Also habe ich mir bescheidenere Ziele gesetzt, die ich dann auch wirklich vertreten konnte.

Ganz trivial wollte ich zunächst einmal sehen, ob ich das überhaupt einen Monat durchhalte mit dem Schnurrbart oder ob nicht irgendwann ein Punkt kommt, in dem ich mich wieder komplett rasieren muss. Und vor allem: Wie würde das Umfeld reagieren?

Die gute Nachricht lautet: Es war überhaupt kein Problem. Ich lebe in einer so toleranten Gesellschaft, dass sich einen Schnurrbart wachsen lassen keine Sache ist, die irgendwie groß kommentiert, diskutiert, bemängelt wird. (Böse interpretiert: „Ich bin anderen Leuten so etwas von egal!“ oder „Die schauen mich so wenig an; die merken ja noch nicht einmal, wenn ich mir einen Bart wachsen lasse!“)

Die schlechte Nachricht lautet: Das bedeutet natürlich auch, dass solche symbolischen Gesten alleine wenig Anlass für Gespräche bringen. Es muss also schon noch ein wenig mehr passieren – zumindest in meinem Umfeld – um für ein Thema Aufmerksamkeit zu erregen.

Immerhin ergaben sich einige sehr gute Gespräche, die vielleicht, gerade weil sie zwanglos entstanden, sehr locker und entspannt waren und in denen ich einige wesentliche Punkte ansprechen konnte. Natürlich wird man damit am Anfang vor allem Leute erreichen, die ohnehin interessiert an neuen Dingen sind und aufgeschlossen gegenüber Argumenten. Aber wenn man diejenigen mit offenem Geist für ein Thema gewinnt, hat man schon einen wichtigen Teil der Bevölkerung angesprochen. Sich am Anfang einfache Ziele zu setzen, ist ja nicht die schlechteste Idee für Aktivisten.

Das Geschlechterallerlei im Advent

Hier im Blog war es zwischenzeitlich ruhig geworden und nach zwei besseren Monaten im September und Oktober hat sich das im November wieder eingestellt. Selbstverständlich läßt sich darüber streiten, ob mehr unbedingt besser ist. Andererseits (so meine Lesart der Statistiken) bringen neue Artikel deutlich mehr Aufrufe als dasselbe Thema über mehr als einige Tage stehen zu lassen, selbst wenn es ein gutes/beliebtes/vieldiskutiertes ist. Ein guter Artikel, der einen Hinweis bei Genderama wert ist, sorgt für hohe Zugriffszahlen. 2/3 der Aufrufe kommen dann durch die Erwähnung bei Arne Hoffmann.

Trotzdem möchte ich im Dezember noch einmal etwas ausprobieren, auch wenn ich mich nicht vorbereitet habe: Wie wäre es mit einer Art Adventskalender? Versuchen wir doch, ab heute bis zum 24. jeden Tag einen Artikel zu haben, und sei es nur ein Fundstück. Wenn jemand anderes etwas schreibt, umso besser. Wenn ich sehe, dass für den nächsten Tag kein Artikel zur Veröffentlichung geschrieben und eingeplant ist, nehme ich mir die Freiheit, im Verlauf des Tages etwas zu bloggen. Ich habe keine Ahnung, ob der Stoff reicht, aber ich denke da an verschiedene kleinere Fundstücke. Außerdem geht jetzt die Seuche mit den Jahresrückblicken los, das wäre doch einmal ein Anlass, um das positiv zu nutzen und über Themen zu schreiben, die einen besonders geprägt haben in diesem Jahr. (Das wäre sogar eine schöne Blogparade, aber ich will die Erwartungen nicht zu hoch setzen…)

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Diesmal mit einem ganz bekannten Schnurrbart der Popgeschichte. Freddie Mercury ist bärtig in Erinnerung geblieben, auch wenn der Bart gar nicht so lange blieb. Hier ein Song vom Album „Hot Space“, auf dessen Cover er erstmals prominent in Erscheinung tritt.

Queen: Under Pressure

Advertisements

3 Kommentare zu „Movember – wie war es?“

  1. „Wie wäre es mit einer Art Adventskalender? Versuchen wir doch, ab heute bis zum 24. jeden Tag einen Artikel zu haben, und sei es nur ein Fundstück. Wenn jemand anderes etwas schreibt, umso besser. Wenn ich sehe, dass für den nächsten Tag kein Artikel zur Veröffentlichung geschrieben und eingeplant ist, nehme ich mir die Freiheit, im Verlauf des Tages etwas zu bloggen“

    sehr schöne idee!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s