Lauschet den Speakerinnen!

In einem meiner Blogposts hatte ich das Thema aufgriffen, dass sich Frauen als Vortragende für Veranstaltungen buchen lassen, wenn sonst keine Frau bei dieser Veranstaltung referiert.

Vor einiger Zeit fand ich zufällig eine Website, wo sich Frauen als „Speakerinnen“ in eine Liste eintragen können.
Angeblich (und nach meiner Erfahrung stimmt das auch) gibt es viele Veranstaltungen, bei denen keine einzige Frau eine Rede oder Vortrag hält. Deshalb wurde ein Portal gegründet, bei dem die Veranstalter nach einer Frau als Vortragende suchen können.
Wenn ich eine Veranstaltung besuche, dann möchte ich Vorträge von kompetenten und sachkundigen Personen hören (was in Einzelfällen durchaus zufällig auch mal eine Frau sein kann). Normalerweise beziehen sich alle Vorträge auf einen bestimmten Themenkomplex. Darüber möchte ich mich informiereren (sonst würde ich ja gar nicht erst hin gehen). Wenn jetzt über ein ganz anderes Thema referiert wird, weil es für die vorgesehenen Themen keine geeignete „Speakerin“ gibt, dann ist das sicherlich nicht im Sinne der Sache (ja, ja, ich weiß, bei der Hausmesse hat mein Thema auch nicht so recht gepasst, aber dafür war es auch nur ein freiwilliges Angebot, und niemand wurde gezwungen, es sich anzuhören, und die Motivation war vor allem eine ganz andere).
Ich kann es ganz und gar nicht nachvollziehen, dass sich Frauen in diese Liste eintragen lassen. Ist es denen denn egal, dass sie nur als Alibifrau genutzt werden? Ich selbst habe ja auch schon Vorträge gehalten, aber dabei ging es um ganz genau definierte Themen, in denen ich sehr gut bewandert war, und die auch zum roten Faden der ganzen Veranstaltung passten. Da wurde ich als Referentin aufgrund meines fachlichen Renommees eingeladen, und nicht, damit halt auch eine Frau irgendetwas sagt (auf die Gefahrt hin, dass dem völlig die Substanz fehlt).

Einer der Kommentare:

Kommt drauf an, wofür die „Frauenliste“ (wieso muss ich an „Aktenordner voller Frauen“ aus dem letzten US-Präsidentschaftswahlkampf denken?) gedacht ist: um einfach irgendeine Frau auf der Liste zu haben, damit keiner sagen kann „Frauen werden nicht eingeladen“? Dann wäre das blöd und kontraproduktiv auch für die Frauen.
Alternativ könnte es auch sein, dass jemand denkt „Mist, haben sich schon wieder nur Männer gemeldet, lass mal die Liste anschauen, ob’s nicht ne Frau gibt, die das evtl. nicht mitbekommen hat und die trotzdem was zum Thema sagen kann“. Das wäre dann positiv(er).

Meine Antwort darauf:

So wie ich das verstanden habe, geht es vor allem darum, überhaupt eine Frau bei den Referenten zu haben.
Wenn sie zufällig etwas in Richtung des speziellen Themas beitragen kann, dann umso besser, aber wenn nicht, dann wird das auch nicht als tragisch betrachtet.
Die zweite von dir genannte Alternative scheint mir etwas zu optimistisch zu sein, denn normalerweise weiß man als Insider (zumindest in eng begrenzten Fachbereichen) schon so ungefähr, wer für ein spezielles Thema überhaupt in Frage kommen könnte.
Und insbesondere in Fächern, in denen Frauen selten sind, bleiben sie gerade deshalb leichter im Gedächtnis.
Für Themen dagegen, bei denen Frauen eh schon häufig vertreten sind .. wozu braucht man da noch eine extra Liste?

Was haltet ihr von diesem Konzept der „Speakerinnen“?
Sind sie eine sinnvolle Ergänzung oder nur ein scheinheiliges Alibi?

Einige Anmerkungen:

  1. Die Bezeichnung Speaker bezeichnet im englischen Sprachraum den Vorsitzenden eines legislativen Gremiums, und zwar unabhängig vom Geschlecht.
  2. Damit „was in Einzelfällen durchaus zufällig auch mal eine Frau sein kann“ nicht wieder falsch aufgenommen wird: In den Bereichen, in denen ich arbeite, sind Frauen seltene Ausnahmen.
  3. Mein Computer hat einen Speaker innen auf dem Motherboard.
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Autor: breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.

27 Kommentare zu „Lauschet den Speakerinnen!“

  1. Frauenquoten werden das Phänomen wiederholen, daß z.B. die schwarzen Ärzte in den US schon durch haben: In den 60igern war es für einen Schwarzen sehr schwer, den ganzen Weg bis zum Ende des Medizinstudiums zu durchlaufen, nur die besten schaffen das und manchmal urde sie auch aufgrund ihrer Leistungen von anderen – geschäftlich erfolgreichen – Schwarzen unterstützt, weil sie herausragende Leistungen vorzuweisen hatten. Die Folge war, daß schwarze Ärzte gut verdienten, denn jeder will einen guten Arzt, sie waren sehr gefragt.

    Heute will keiner mehr von einem schwarzen Arzt operiert werden, alle haben Angst vor den Folgen, denn sie wissen ja nicht, ob er nicht allein aufgrund seiner Hautfarbe so weit gekommen ist und de facto keine Ahnung hat. Genau das wird Frauen auch passieren.

    Abstrakt: Aus feministischer Sicht wird eine Frauenquote das gewünschte Machtgleichgewicht der Geschlechter ökonomisch in einer markwirtschaftlich organisierten Gesellschaft prima facie realisieren. Faktisch wird sie sehr schnell dafür sorgen, daß die Menschen das Angebot der Arbeit von Frauen für Kunden oder Unternehmen meiden wie der Teufel das Weihwasser und damit genau das einführen, was es bisher nicht gab: eine wirtschaftliche Geschlechterapartheid aus Fuecht vor einem zukünftigen Mißerfolg, den man den aus der individuellen vita der jeweiligen Frau nicht kommen sehen kann.

    Offfensichtlich sind die Vertreter feministischer Ideologie nicht klug genug, die Untauglichkeit ihres Mitteln im Sinne ihrer propagierten Ideologie vorauszusehen – vom Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz und dem zu erwartenden bürokratischen und sozialen Widerstand der Männer mal ganz abgesehen.

    Es wäre interessant, sich zu überlegen, warum die Selbstreinigungskräfte des Feminismus an dieser Stelle nicht funktionieren. Denn immerhin sollte er sich nicht die Erreichung seiner eigenen Ziele verbauen.

    1. Dieses Phänomen ist ja jetzt schon spürbar.
      Dadurch, dass die Präsenz von Frauen mit brute force überall hineingezwungen wird, werden Frauen immer weniger ernst genommen, weil ihnen einfach unterstellt wird, dass sie auch nur aufgrund einer Fördermaßnahme da sind wo sind. Und nicht aus eigener Kraft.
      Gerade der Feminismus traut Frauen in dieser Hinsicht offenbar gar nichts zu.

      Wie bei deinem Beispiel mit den schwarzen Ärzten – vor zehn oder fünfzehn Jahren herrschte noch das Denken vor: „Wenn eine Frau so weit gekommen ist, muss sie gut sein.“
      Inzwischen geht es eher in die Richtung: „Schon wieder ’ne Quotentussi.“

      1. @breakpt

        Ich hatte des befürchtet: Genauso soll es nach maskulistischer Version ja gerade nicht sein.

        Ich sehe daher auch unter praktischen Gesichtspunkten keine Alternative zu dem Standpunkt, daß jeder vernünftige Maskulismus antifeministisch sein muß.

  2. @ elmar

    „Es wäre interessant, sich zu überlegen, warum die Selbstreinigungskräfte des Feminismus an dieser Stelle nicht funktionieren. Denn immerhin sollte er sich nicht die Erreichung seiner eigenen Ziele verbauen.“

    Was sind denn die Ziele des Feminismus? Glaubst Du wirklich es gibt diese Ziele? Ich habe da so meine Zweifel.

    Speakerinnen? Vortrag? Kann man dann ja als Pinkelpause nutzen, eine rauchen gehen oder einen Kaffee trinken … 🙂

    1. @ddbz

      „Glaubst Du wirklich es gibt diese Ziele?“

      Ja, sicher und die meisten Maskulisten verstehen diese nicht, wie man an der Quotendiskussion schön sehen kann: Männerrechtler meckern immer rum, daß Auszählungsungleichheiten durch persönliche Entscheidungen von Frauen herbeigeführt werden.

      Die Feministen antworten daraufhin immer mit einem Propagandaschachzug indeme sie sagen: „Das liegt am Patriarchat“ und beömmeln sich dann immer, wenn wir uns mit Verrve auf die Negierung dieser Existenzbehauptung werfen – wie die Vollidioten.

      Dabei geht es dem Feminismus nur um ein Gleichgewicht ökonomischer Macht von Frauen gegenüber Männern – unabhängig von den Leistungen und Entscheidung der Frauen, denn Feminismus ist nun mal eine soziologische Konfliktheorie, die von einem sozialdarwinistischen Verhältnis der Geschlechter ausgeht. Die Durchsetzung dieser Ideologie hat Vorrang. Um mehr geht es nicht.

      1. Die Feministen antworten daraufhin immer mit einem Propagandaschachzug indeme sie sagen: “Das liegt am Patriarchat” und beömmeln sich dann immer, wenn wir uns mit Verrve auf die Negierung dieser Existenzbehauptung werfen – wie die Vollidioten.

        Feministinnen erkennen diese Taktik als derailing. 😉

        Und warum negieren? Das Patriarchat ist das Schlimmste seit dem Rauswurf aus dem Paradies! Das Patriarchat verhindert seit tausenden von Jahren, dass Frauen für ihr Tun und Handeln Verantwortung übernehmen können. Dagegen muss man unbedingt was machen.

        Ausgemachtem und ständig wiederholtem Blödsinn kann man meiner Ansicht nach nur mit Sarkasmus begegnen. Außerdem wissen Feministinnen doch selbst am besten, dass es nicht meine Aufgabe ist für ihre Bildung zu sorgen. Ihnen stehen die gleichen Mittel wie mir vorgeblich privilegiertem WHM zur Verfügung, die tausendfach wiederholten Widerlegungen selbst zu lesen und zu verstehen.

        Davon abgesehen halte ich es für völlig ausgeschlossen eine überzeugte Feministin von ihrem ideologischen Wahn abzubringen. Ein Grundsatz jeder guten Debatte ist es das Publikum zu überzeugen und die eigene Position zu stärken. Ein Diskurs wird praktisch so gut wie nie angestrebt.

      2. @HansG

        „Davon abgesehen halte ich es für völlig ausgeschlossen eine überzeugte Feministin von ihrem ideologischen Wahn abzubringen. Ein Grundsatz jeder guten Debatte ist es das Publikum zu überzeugen und die eigene Position zu stärken.“

        Eine fundamentale und imho völlig richtige Einsicht. Nur leider beschäftigt sich kein Maskulist damit, wie man das clever machen kann.

  3. „Ich kann es ganz und gar nicht nachvollziehen, dass sich Frauen in diese Liste eintragen lassen. Ist es denen denn egal, dass sie nur als Alibifrau genutzt werden?“

    Nu ja, ich denk mal, dass diese Vortragstätigkeit nicht unentgeltlich ist, oda?
    Ist doch ein interessantes Geschäftsmodell.

    Ich frage mich natürlich, ob wirklich so viel Bedarf an Genda-Expertinnen, Medien-Expertinnen, Rassismus-, Empowerment- und Friedensthemen für Vorträge in der Wirtschaft angefragt werden.
    Darin zeigt sich natürlich dann wieder die Frauenfeindlichkeit und Ignoranz der produzierenden Wirtschaft, dass sie diese Themen zu wenig beachtet (hust).

    Einen Bedarf an Frauen gibt es wohl schon, weil man sonst keine findet, und das inzwischen eben so was von peinlich ist, dass man unbedingt was dagegen unternehmen muss, will man keine schlechte Presse riskieren.

    Daher könnte ich mir vorstellen, Anne, wenn Du dich da eintragen würdest mit einem schönen Profil an Fachthemen, über die Du referieren kannst, dass da entsprechend lukrative Anfragen kommen könnten?

    Was leider wieder hintertrieben wird dadurch, dass man solche Profile auf dieser Seite ansonsten nicht findet und daher auch niemand dort danach sucht, wenn er einmal nicht gefunden hat.

    1. „diese Vortragstätigkeit nicht unentgeltlich ist“
      Kommt darauf an. Normalerweise gibt es wenigstens eine Aufwandsentschädigung. Reich wird man davon i.A. nicht
      Wer ausschließlich von Vortragstätigkeit leben will, muss schon etwas besonders, einzigartiges bieten können.

      „Daher könnte ich mir vorstellen, Anne, wenn Du dich da eintragen würdest mit einem schönen Profil an Fachthemen, über die Du referieren kannst, dass da entsprechend lukrative Anfragen kommen könnten?“
      Zwar könnte ich mich theoretisch eintragen, aber ich habe daran kein Interesse.
      Falls es mir darum gehen würde, möglichst viele Vorträge zu halten, würde ich den Weg gehen, bei Calls for Papers Vorschläge einzusenden, und dann ggf. zu referieren.

    1. Laura Dornheim und Yasmina Banaszczuk als (selbsternannte) Experten zum Thema „Wirtrschaft“ ??!?! – vermutlich geht es um die „wissenschaftlich erwiesenen wirtschaftlichen Vorteile von mehr Frauen in Vorständen“

      Ich rätsele übrigens über den * am Ende von Speakerinnen*.
      Wenn Frauen* für „Frauen und Frauinnen“ steht, dann müßte Speakerinnen* für „Speakerinnen und Speakerinneninnen“ stehen. Ist „-innen“ eine invertierende Funktion in Postfix-Notation? Dann wären Speakerinneninnen wieder (männliche) Speaker. Aber die können hier nicht gemeint sein. Unklar bleibt auch, ob eine Frau, die man äußerlich nicht von einem Mann unterscheiden kann, so fürchterlich viel hinsichtlich gesellschaftlicher Transformation einbringt, dann doch lieber gleich ein Original.

      1. Theoretisch kann sich eine Frau dort ja mit beliebigen Themen eintragen, auch wenn sie keinerlei Ahnung von diesen angegebenen Themen hat.

        „* Mit Frauen* meinen wir alle, die sich selbst als Frau verstehen.“ (oh je – welche Frau versteht sich schon selbst?)
        Das war die Fußnote. Von „Frauinnen“ habe ich nichts gefunden, und wenn würde ich es eher als Rekursion deuten.
        Es stellt sich natürlich auch die Frage, was „Speakeraußen“ wären.

      2. “* Mit Frauen* meinen wir alle, die sich selbst als Frau verstehen.”

        Ach richtig, über denSatz hab ich mich auch kaputtgelacht.
        Aber – hm –
        also – ich könnte mich demzufolge auch da eintragen, indem ich in Anspruch nehme, mich selbst als Frau zu verstehen. Das soll mir auch bitteschön niemand absprechen, das empfände ich als ausgesprochen sexistisch, jawoll.

        Und meine feminine Seite würde sich davon sehr verletzt sehen.

  4. @ elmar
    Ich glaube nicht, dass die feministische Ideologie diese esoterische Tiefe hat, die du vielleicht in ihr vermutest. Andere Ideologien sind da deutlich tiefgründiger. Wirkliche Ziele sind im Feminismus nicht auszumachen. Die Vertreterinnen dieser Ideologie sind durch auffallende psychische Störungen und einen eklatanten Mangel an Intelligenz ge(kenn)zeichnet. Bei den radikalen Feministinnen kommt noch Boshaftigkeit und Selbsthass dazu. Da ist nicht viel Raum für irgend ein gemeinsames, übergeordnetes Ziel. Jede von denen ist im Grunde voll und ganz mit ihrem eigenen kranken Selbstbild beschäftigt, leider jedoch unfähig dieses auf sich selbst zu projizieren.

    Hast du den Gender-Film von Harald Eia gesehen? Ich hatte nicht den Eindruck, dass die Gender-Vertreterinnen auch nur die Spur der von ihnen angebeteten Heilslehre verstanden haben. Ziele? Fehlanzeige. Michael Klein hat auf „sciencefiles“, eigentlich oft und deutlich genug, zum Ausdruck gebracht, worin das eigentliche Anliegen dieser Pseudo-Ideologie liegen könnte:
    Nutznießen ohne substanziellen Gegenwert. Die Urheber dieser Sekte vermute ich in einem ganz anderen Umfeld, als dem Feministischen. Deren Absicht dürfte den meisten Feministinnen absolut unbekannt sein, oder aber sie werden von den Radikal-Feministinnen ausdrücklich begrüßt.

    1. @Karsten

      Ich würde dir in bestimmten Hinsichten zustimmen: die meisten Menschen, die sich zum Feminismus berufen fühlen, haben keine Ahnung von feministischer Theorie und sie sehen dafür auch keine Notwendigkeit. Die Skurrilitäten feminsitischer Ideologie ziehen auch sicher eine Menge Leute an, die nicht mehr alle Latten am Zaun haben, aber das genügt nicht, um den Feminismus zu charakterisieren. Eia’s Doku kenne ich und der Mangel an Lernwilligkeit und Reflexion bei Feministen ist unübersehbar. Aber das bedeutet alles nicht, was der Inhalt aus den Köpfen der Protagonisten ausschöpfen würde, was Feminismus besagt und als Theorie intendiert.

      Was den Ursprung der 2. Welle des Feminismus angeht, so gibt es die ökonomische Theorie, daß man im Rockefeller Center versucht hat, die Arbeitnehmer gefügiger zu machen, die Konkurrenz zu erhöhen und die Familien zu zerstören, dem Staat die Erziehung zu überlassen, damit die Menschcen noch straffer in ökonomische Zwänge eingebunden sind. Meinst du das?

  5. Ich würde gerne mehr über dieses Thema hören. Aber nur von einer blonden Frau mit Körbchengröße C bitte. *facepalm*
    Nein nein, mir geht es da wie dir: wenn ich etwas über ein Thema hören will, geht es mir um die SACHE und es ist mir herzlich egal, ob den Vortrag Mann / Frau / weiß / schwarz / durchtrainiert / mit handicap… hält – ES SEI DENN es geht um ein Thema, wo ein persönlicher Bezug hilfreich ist (wenn z.B. ein Rollifahrer über behindertengerechtes Wohnen referiert).

    1. Ja genau, es geht um die Sache, und nicht darum, dass von möglichst jeder Minderheit ein Repräsentant dabei ist.

      Bei deinem Beispiel mit dem Rollstuhlfahrer kann es natürlich sinnvoll sein, wenn ein Betroffener zu Wort kommt.
      Dagegen ist es nicht zwingend erforderlich, dass eine Frau unbedingt ihren Senf dazu gibt, wenn es beispielsweise um Mammografieverfahren oder die Herstellung von Damenbinden geht.

      1. bei den Damenbinden bin ich mir da nicht so sicher 🙂 Ich glaube, die hat noch nie ein Mann wirklich ausprobiert… Aber danke für das Beispiel – ich habe mir gestern wirklich den Kopf zermartert, aber kein Beispiel gefunden für ein Thema, bei dem eine Frau per se qualifizierter wäre

      2. Naja, die Existenz von Flügelbinden belegt ja, dass Frauen dabei nur unzureichend an der Entwicklung und an Tests unter Realbedingungen beteiligt waren.

        Das bedeutet jedoch keinesfalls, dass Frauen per se besser qualifiziert wären, was den Herstellprozess betrifft.

  6. Das ist ein schönes Thema, Anne. Hatten wir nicht letztens erst den entrüsteten Aufkreisch, als die CDU meinte, dass die Frauenquote eine Belastung für die Wirtschaft sei? Wie konnte man es nur wagen, Frauen als Belastung anzusehen? Naja, wäre sie keine, hätte es keine Frauenquote gebraucht, die bloße Existenz der Quote weist ja nach, dass es eine Belastung ist.

    Auch (aus dem Kopf) Stefanowitsch hat sich glaube ich bei der Krautreporterdiskussion ausgelassen, daß man einfach nicht lang gesucht hat, wenn man keine (fähige?) Frau findet.

    Deutlicher als hier findet sich der feministische Bullshit nirgends. Frauen sind einerseits total gleich und deshalb wäre eine 50%-Informatikerquote auch gar kein Problem wenn das böse Patriarchat nicht wäre. Andererseits sind Frauen tollere Menschen als Männer und deren bloße Anwesenheit macht direkt alles besser, so halt auch im Management.

    Und deshalb ist so eine Speakerinnenliste auch nur eine Spinnerinnenliste. Ein Schlag ins Gesicht für jeden, der sich für Forschung bei den biologischen Grundlagen der Geschlechter interessiert und falsifizierbare Aussagen sucht. Männer die nicht zum Zuge kommen weil sie das falsche Geschlecht haben. Frauen, denen man nicht zutraut, eigenständige Entscheidungen zu treffen und denen man helfen muß. Die dann unter dem Generalverdacht der Quotentussi steht. Menschen, die sich außerhalb ihrer Privatsphaere nicht um das Geschlecht ihres Gegenübers kümmern und Kompetenz nicht dem Geschlecht unterordnen. Kurzum, purer Sexismus.

    1. @Gerhard
      „daß man einfach nicht lang gesucht hat, wenn man keine (fähige?) Frau findet.“
      Tja, bei manchen Stellen muss man schon ewig suchen, um überhaupt jemanden zu finden, der den Anforderungen entspricht.
      Wenn es dann noch unbedingt eine Frau sein muss, kann man gleich auf den St.-Nimmerleinstag warten.

      „wäre eine 50%-Informatikerquote auch gar kein Problem“
      Solch hohe Quoten – auch schon 30 Prozent – erreicht man nur mit massiven Abstrichen an der Qualität, und wenn man es in Kauf nimmt, Männer zu benachteiligen.
      Dabei sind AFAIK gerade in Informatik (im Vergleich mit anderen MINT-Fächern) sogar noch relativ viele Frauen verfügbar.

      „Frauen, denen man nicht zutraut, eigenständige Entscheidungen zu treffen und denen man helfen muß. Die dann unter dem Generalverdacht der Quotentussi steht.“
      Genau darauf läuft es hinaus.

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