GFK, TA, alles klar?

In letzter Zeit kam ich mehr und mehr ins Grübeln, warum es für mich so absolut unmöglich ist, mich mit dem Feminismus zu identifizieren, obwohl ich eine Befürworterin von Gleichberechtigung und einem achtsamen menschlichen Miteinander bin. Beides hat sich der Feminismus auf die Banner geschrieben, zumindest, wenn es um Frauen geht. Auch wenn vielleicht der eine oder andere von euch jetzt kopfschüttelnd vorm Monitor sitzt: das lasse ich einfach mal so stehen.

Es sind viele Dinge, zum Teil diese Erbschuld-weil-Penis-Einstellung, die viele Feministinnen vertreten. Viele, nicht alle. Schließlich möchte ich auch nicht, dass ein x-beliebiger Mann mich für seine Probleme verantwortlich macht, nur weil ich eine Vagina habe.
Es ist auch die Männerfeindlichkeit, die von Radfems zelebriert wird, und von der sich zu distanzieren die eher gemäßigten Feministinnen keine Notwendigkeit sehen. Ist schließlich alles nur ironisch und so und überhaupt: Nicht-mein-Feminismus. Für wen das okay ist: bittesehr, für mich wäre es das nicht. Beim Maskulismus fällt es mir deutlich schwerer, mich zu distanzieren. Ich will mich an einer kurzen Erklärung versuchen. Natürlich halte ich nichts von Frauenhassern. Gerüchteweise habe ich gehört, dass sie innerhalb der Männerrechtsbewegung nur einen kleinen Anteil stellen.

Also warum habe ich mit Feminismus ein Problem und mit Maskulismus nicht? Ich schätze, es liegt an meinem eigenen Geschlecht und an meiner Einstellung dazu. Ich halte mich nicht für eine Frauenhasserin. Wäre auch irgendwie seltsam. Doch ich weigere mich, irgendjemandem gleich welchen Geschlechts zu erlauben, auf mein Leben und mein Wohlbefinden einen solch großen Einfluss auszuüben, dass ich mich deshalb diskriminiert/belästigt oder in sonst einer Form schlecht fühle. Vielleicht eine Art Selbstschutz. Sehe ich jedoch beim anderen Geschlecht eine Benachteiligung, kann ich sie viel leichter als solche erkennen und deshalb kritisieren.

An dieser Stelle möchte ich euch etwas erzählen und gleichzeitig etwas vorweg nehmen: Ich weiß um einige, wie sag ich das, problematische Verhaltensmuster, welche ich mir [wie vermutlich jeder von euch es mehr oder weniger tun musste] im Laufe meines Lebens angeeignet habe, um in dieser Gesellschaft zu überleben. Das Bewusstsein um das Vorhandensein dieser Verhaltensmuster brachte mich dazu, zu tun was ich damals tat. Nicht weil glaubte, allein am Verlauf der Ereignisse schuld zu sein.

Vor einiger Zeit sah ich mich gezwungen, meine Kommunikation mit meinem Partner anders als bisher zu gestalten, da es genau genommen nicht wirklich ein Kommunizieren war was wir taten, sondern eher ein nicht sonderlich konstruktives „nebeneinander-her-Leben“. Ein Klassiker also: gewollt und nicht gekonnt.

Kurz: Wir steckten in einer massiven Beziehungskrise. Die einen gehen dann zur Eheberatung oder Paartherapie, was auch nicht verkehrt ist, doch so weit kam es nicht: mir fielen einige Bücher in die Hände. Zuerst das hier:Ich bin so wütend! Nutzen Sie die positive Kraft Ihrer Wut! Von Anita Timpe und etwas später dann Ich höre was, das du nicht sagst: Gewaltfreie Kommunikation in Beziehungen von Susann Pàsztor und Klaus-Dieter Gens.

Da ich zu dieser Zeit noch mit der Frage haderte, welche Art der Erziehung ich meinen Kindern würde angedeihen lassen wollen, hatte ich mich dazu entschieden, dieses Buch ebenfalls zu lesen:Ich will anders als du willst, Mama: Kinder dürfen ihren Willen haben – Eltern auch! Erfahrungen mit der Anwendung von GFK in der Familie von Britta Hahn

Die beiden zuletzt genannten Bücher befassen sich mit der Anwendung der von Marshall B. Rosenberg entwickelten Gewaltfreien Kommunikation [GFK]. Nun mag es für den einen oder anderen Leser seltsam klingen, dass man sich als erwachsener Mensch extra Bücher kauft um dadurch das Kommunizieren zu lernen, dazu auch noch „gewaltfrei“.

Tatsächlich hatte ich nie gelernt, konstruktiv zu kommunizieren. Meine Bedürfnisse wahrzunehmen, geschweige denn sie in Worte verpackt meinem Gegenüber begreiflich zu machen. Ich konnte es einfach nicht. Eine bittere Erkenntnis. Wie andere Menschen es schafften, heikle Situationen unter Zuhilfenahme von lediglich ihrer Rhetorik zu entschärfen, war mir vollkommen schleierhaft. Und nun schickte sich mein Partner an, unsere Beziehung auf den Prüfstand zu stellen. Ich wollte ihn nicht vollends vergraulen.

Die Lektüre der Bücher ging mit dem Beginn einer tiefenpsychologischen Behandlung einher, um Erlebtes und Verdrängtes zurück ins Bewusstsein zu holen und ggf. neu zu betrachten. Nach einigen Sitzungen brach der Therapeut aus gesundheitlichen Gründen seinerseits die Behandlung ab und bis dato gab es keinen zweiten Anlauf.

Gleichzeitig befasste ich mich noch [auf Anraten meiner sozialpädagogischen Familienhelferin] mit der Transaktionsanalyse. Die TA soll helfen, verschiedenste zwischenmenschliche Situationen sowie deren Abläufe und Dynamiken auf einer Metaebene zu analysieren. Hierzu las ich dieses Buch:Ich bin o.k. – Du bist o.k.: Wie wir uns selbst besser verstehen und unsere Einstellung zu anderen verändern können. Eine Einführung in die TransaktionsanalysevonThomas A. Harris.

Was mir an der TA positiv auffiel war folgendes:

Wenn Menschen mit Hilfe der Grundgedanken der Transaktionsanalyse auf soziale Interaktionen oder einzelne Persönlichkeiten schauen, dann gelten hierfür diese Annahmen:

  • Jeder Mensch hat die Fähigkeit, zu denken und Probleme zu lösen.
  • Jeder Mensch ist in all seinen Schattierungen und in seiner Ganzheit in Ordnung.
  • Jeder Mensch ist in der Lage, Verantwortung für sein Leben und dessen Gestaltung zu übernehmen. Er verfügt dazu über die Fähigkeit der bewussten Wahrnehmung und Steuerung seiner mentalen, emotionalen und sensorischen Vorgänge und der sich daraus ergebenden Handlungen bzw. sozialen Interaktionen.
  • Jeder Mensch wird als fähig angesehen, sein Lebenskonzept (oder Lebensgestaltungsmuster) schöpferisch, zuträglich und konstruktiv zu gestalten.

Was haben diese beiden Ansätze nun miteinander zu tun? Die GFK geht davon aus, dass jeder Mensch mit seinem Handeln versucht, die Situation zu verbessern und schlicht nicht weiß, wie er oder sie es anstellen soll. Die TA hilft, die unterschwelligen [ggf. Gewalt implizierenden] Abläufe aufzudecken und Verhaltensmuster zu verändern.

Die GFK funktioniert über die Art der Sprache. Sie nennt zwei Arten der Sprache: Erstens die sogenannte „Wolfssprache“. Es geht hier um die allgemein übliche Art, miteinander zu sprechen, sich gegenseitig Vorwürfe [Suche nach der Schuld] zu machen und einander für das eigene Unwohlsein verantwortlich zu machen [Weil du…., geht es mir schlecht] und zweitens gibt es die [gewaltfreie] „Giraffensprache“ [Ich fühle mich… und habe das Bedürfnis nach…].

Wem die GFK fremd ist, dem wird die umständliche und teils holprige „Giraffensprache“ sehr, sehr seltsam vorkommen. Zumindest ging es mir so. Vereinfacht geht es darum, auf eine Vorwurfshaltung [welche Gewalt implizieren würde] zu verzichten und statt dessen [positive] Ich-Botschaften zu senden. In der Familie und im Freundeskreis stellte ich nach bewusster Veränderung meiner Art der Kommunikation [mehr Wertschätzung, weniger bzw. möglichst keine Vorwürfe] fest, auch wenn es nicht einfach war vertraute Verhaltensmuster zu verändern, dass sich tatsächlich die Art des Feedbacks meiner Mitmenschen veränderte. Es lag also nicht an mir als Person, sondern hauptsächlich an meinem teilweise hochproblematischen Verhalten, speziell wenn es um Konflikte ging. Mit hochproblematisch meine ich die Neigung zum Polarisieren, emotionalen Rückzug und, wie man sich durch den Titel des ersten Buches vielleicht schon denken kann, teils heftige Wutausbrüche.

Die Transaktionsanalyse geht 1) davon aus, dass der Mensch drei Ich-Zustände hat. Eltern-Ich [direkt von den Eltern übernommene Verhaltensmuster, beispielsweise überfürsorglich, überkritisch, lieblos, gewalttätig], Erwachsenen-Ich [Verhaltensmuster, die weder dem Eltern-Ich noch dem Kindheits-Ich zugeordnet werden] und Kindheits-Ich [aus der eigenen Kindheit übernommene Verhaltensmuster, zB Trotz].

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Verschiedene Situationen führen zu einem der drei Ich-Zustände, aus deren Handlungsrahmen sich dann die Reaktionen ergeben. 2) Ferner besteht die Annahme, dass in jeder Konfliktsituation ein sogenanntes „Dramadreieck“ existiert. Bedeutet, in jeder Situation agieren drei Persönlichkeiten [„Rollen“]: Täter bzw. Verfolger, Opfer und Retter.

2.1)Die “Spiele”.
Die “Spiele der Erwachsenen” (Buchtitel von Eric Berne) beschreiben alltägliche und meist destruktive manipulative Spiele, um uns gegenseitig und uns selbst zu sabotieren.
Sie haben sehr viel mit den Sichtweisen und Wahrnehmungen von Situationen zu tun.
Die TA beschreibt, wie diese Spiele verhindern, die Situation zu verändern, und dafür sorgen, dass sich alles im Kreis dreht.*

Die feministischen Argumentationen sind Musterbeispiele dafür.
Sie geben dabei, absolut klassisch für diese Spiele, zwar vor, die dahinterliegenden Probleme angehen zu wollen, tun aber stattdessen alles dafür, um den Status Quo zu erhalten und auf gar keinen Fall z.B. etwas an einem Opfer-Status zu verändern.
Kann man insofern nur jedem empfehlen, der sich mit Feminismus befasst.*

Und was hat all das jetzt mit meiner persönlichen Abneigung gegen Feminismus zu tun? Erstens, ganz klar die „Schuldfrage“. Ich glaube nicht, dass jemand daran „schuld“ ist, dass mein Leben so ist, wie es ist. Ich habe in meinem Leben Entscheidungen getroffen, und diese Entscheidungen brachten Konsequenzen mit sich. Zweitens, was ich auch schon an anderer Stelle angeführt habe, jemanden aufgrund des Geschlechts zu bevorzugen bzw. zu benachteiligen oder gleich ganz abzuwerten oder dessen Bedürfnisse zu bagatellisieren. Drittens: problematisch finde ich die in feministischen Kreisen sehr verbreitete konsequente Weigerung, Kritik zuzulassen, egal in welcher Form. Nicht einmal ein Hinterfragen ist erlaubt. Nein, natürlich schuldet keine Feministin dieser Welt irgendjemandem eine Erklärung. Aber ein Gespräch kann hilfreich sein. Und last but not least: Schwierig finde ich dieses absolute Beharren darauf, die einzig richtige Wahrheit zu kennen und die Gesellschaft danach formen zu wollen.

Kurz: Feminismus ( in der Form, wie er mir heute jedenfalls übrall begegnet) verstößt praktisch durchgängig gegen sämtliche der Konzepte der GFK und der TA.
Bzw.: Die Form der Kommunikation, die dort betrieben wird, die Haltungen, die vertreten werden,die Forderungen, die aufgestellt werden, sind allesamt als kontraproduktive Beispiele dafür geeignet, wie man echte Kommunikation verhindert, Beziehung zerstört, Vertrauen vernichtet, wie man aneinander vorbeiredet, etc.*

Wer ständig damit beschäftigt ist, jemanden für irgend etwas verantwortlich zu machen bzw. einen Schuldigen zu suchen, der vergeudet meines Erachtens Energie, die er sinnvoller konstruktiv einsetzen könnte. An dieser Stelle ein Zitat, welches mir sehr gefällt, und nach dem ich zu leben versuche, auch wenn ich mich selbst häufiger als mir lieb ist dabei erwische, wie ich die „Wolfssprache“ gebrauche und in kontraproduktive Verhaltensmuster zurückfalle.

„Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.“ Sagte schon Mahatma Gandhi, und im Rahmen meiner Möglichkeiten tue ich das.
Achtung: Ich beanspruche nicht für mich, die einzig wahre Wahrheit zu kennen. Es gibt kein Allheilmittel gegen Weltschmerz oder wie auch immer ihr es nennen möchtet. Ich habe mit GFK, TA & Co. für mich selbst einen Weg gefunden, nicht an mir selbst zu verzweifeln, und das Erlebte zu verarbeiten. Damit wollte ich nur eines erreichen: Lernen, ein zufriedenes, im Idealfall glückliches Leben zu führen. Nicht mehr und nicht weniger.

Wer sich jetzt fragt, warum ich das hier veröffentliche und nicht auf meinem privaten Blog, auch wenn es dort vielleicht eher hingehört: Weil ich im Internet ebenso wie „draußen“, nicht nur aber auch im Geschlechterkontext erlebe, dass verbale und körperliche Gewalt und Machtmissbrauch selbstverständlich und alltägliches Gebrauchsmittel sind. Geschlecht egal. Aber daran ist ja wieder nur das Patriarchat™ schuld, nicht wahr?

* Mein Dank an Maddes8cht für die Ergänzung zur TA. 🙂

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Autor: evilmichi

Seit ich denken kann wollte ich nur eines: wie die Anderen sein. Und weißt du was? Irgendwann habe ich doch kapituliert. Ich war immer schon ich. Nur mittlerweile bin ich es gern. Meistens zumindest.

28 Kommentare zu „GFK, TA, alles klar?“

  1. Ich glaube ein großes Problem ist auch, dass es Mut verlangt kritische Dinge bzw. Dinge mit denen man Unzufrieden ist in einer Beziehung (aber nicht nur dort) anzusprechen, gerade weil die Angst besteht, dass man den Anderen verletzt oder das es zum Streit oder schlimmerem kommt.

    Es ist vielleicht der Treppenwitz unserer Zeit das überall Kommuniziert wird aber die Menschen scheinbar verlernt haben miteinander zu reden.

  2. Schöner Beitrag, böse Michi 😉

    Der Feminismus konterkariert ja gerade die Grundhaltung „ich bin ok, du bist ok“, nach der viele Menschen miteinander wunderbar leben könnten, wenn sie es denn verinnerlichen würden.

    Im Gegenteil, er polarisiert mit der Grundaussage „Ich bin toll und du bist scheixxe“ oder, fast noch schlimmer: „ich Opfer, du Täter“.

    Anne Wizorek zieht z.B. im Moment so ein Ding durch und fordert, Männer (also alle, unterstellt rechte Hater-Täter mit „Hass“ zu „überschütten“). Gleichzeitig fordert sie aber auch ihre Schutzzone ein und eine massive Zensur, da Menschenrechtler noch „schlimmer als die NSA“ seien. Mehr dazu hier.

    Da du dich aktuell mit dem Thema auseinander setzt, hier noch ein Punkt: „Die 4 Seiten einer Nachricht“, http://www.germanistik-kommprojekt.uni-oldenburg.de/sites/1/1_06.html

    1. Danke für den Link! Sehr aufschlussreich, dieses Nachrichtenquadrat. Ich sehe gerade, dort wird auch auf die TA eingegangen. Werde mir das definitiv näher ansehen.

  3. @evilmichi

    Bitte mehr 🙂

    Ich weiß nicht, ob sich manche Frauen im Klaren drüber sind was sie im Zuge von feministischer Beeinflussung z.B. im Hinblick auf die Empathie gegenüber kleinen Buben bereits angerichtet haben. Buben lernen nun früh, dass sie minderwertig sind und das ihnen auch sonst recht viel Bosheit entgegenschlägt.

    Vielleicht verarbeiten einige diese potenziell persönlichkeitsstörende Identitätsentfremdung dann in Form von Aggression, auch später als Mann, was die allgemeine Haltung bzw. den Eindruck dann weiter verstärkt. Die meisten Menschen sind ja mainstreammässig sehr beeinflussbar. Leider.

    Diese Spirale dreht schon eine ganze Weile. Ich nehme das mittlerweile als mittelbaren Kindesmissbrauch wahr. Ja sogar der westliche Zulauf zur Isis scheint mir damit zusammenzuhängen. Vielleicht sogar noch mehr. Übertrieben?

    Ich wundere mich immer mehr darüber, dass viele Frauen, die ggf. später auch Mütter werden oder gar schon welche sind, dafür so gar kein Gefühl entwickeln können. So auf sich fixiert sind. Und Schuld immer bei den Männern sehen. Letztes aktuelle Beispiel dazu wäre das vulgärfeministische Buch Wizoreks.

    Da ist irgendetwas in den 90ern und frühen 0ern passiert.

    Und es ist etwas was mich innerlich und auch menschlich tief erschreckt. Seitdem schaue ich auf Frauen mit anderen Augen. Neben dem, dass ich mich betrogen fühle, denn meiner Generation hat man ja Gleichberechtigung im Sinne von Chancengleichheit beider Geschlechter nahegelegt. Mit entsprechenden verratenen Aussichten, die ich unterstützt habe. Und solche Heuchelkarotten werden ja weiter verteilt. HeforShe spricht Bände.

    Aber ich weiß auch, dass nicht alle so sind, und halte mich bewusst an zu differenzieren.

    Allerdings nur recht wenige Frauen haben das bisher explizit gecheckt. Aber es gibt sie. Und sie engagieren sich auch. Z.B. eine Nadine O’Connor von Father4Justice, eine Erin Pizzey, eine Karin Jäckel, die HoneyBadgers, … und mittlerweile viele mutige mehr.

    1. „Ja sogar der westliche Zulauf zur Isis scheint mir damit zusammenzuhängen.“
      Du wirst lachen, als ich kürzlich einen Artikel darüber las, hatte ich den selben Gedanken.
      Ich habe ein paar Ansätze, die aber noch sehr unausgegoren sind, bezüglich der gesellschaftlichen Entwicklung und welchen Einfluss die Art der Erziehung auf den späteren Erwachsenen hat. Momentan habe ich einfach viel zu wenig Zeit, bzw. müsste dringend mal mein Zeitmanagement überarbeiten, wenn ich mich in diese Thematik ausführlich würde einlesen wollen.
      Zum Thema Kindererziehung ganz kurz:
      Ich erlebe heutzutage zwei Extreme: entweder das antiautoritäre Konzept, hier dürfen und bekommen die Kinder alles [im materiellen Sinne], sich mit ihnen beschäftigen oder ihnen zuhören tut keiner. Oder der autoritäre Erziehungsansatz, sie werden an der kurzen Leine gehalten und ihnen hört trotzdem keiner zu.
      Was das mit den Kindern macht, was aus ihnen in zehn, fünfzehn, zwanzig Jahren für Erwachsene werden, kann man nicht absehen. Und woher sollen sie denn Kommunikation lernen, wenn ihnen schon in der Kindheit kein Mensch [richtig] zuhört? Ja, das hat irgendwann in der Vergangenheit eine Eigendynamik entwickelt, gegen die bis heute vielleicht ansatzweise gegengesteuert wird.
      Wir versuchen uns am sogenannten autoritativen Erziehungsstil, aber mE müsste der noch viel weiter verbreitet sein.

      1. @evilmichi

        „Du wirst lachen, als ich kürzlich einen Artikel darüber las, hatte ich den selben Gedanken.
        Ich habe ein paar Ansätze, die aber noch sehr unausgegoren sind, bezüglich der gesellschaftlichen Entwicklung und welchen Einfluss die Art der Erziehung auf den späteren Erwachsenen hat. Momentan habe ich einfach viel zu wenig Zeit, bzw. müsste dringend mal mein Zeitmanagement überarbeiten, wenn ich mich in diese Thematik ausführlich würde einlesen wollen.“

        Ich denke hier verbirgt sich ein ganz großes und wichtiges Thema.

        Es ist durch den Feminismus mit hervorgerufen und auch missbraucht worden. Und das wird es auch weiterhin.

        Viele unserer sog. führenden öffentlichen Personen wie z.B. die aus der Politik haben das noch nicht mal annähernd auf dem Radarschirm. Es wird aber durch das auffällige und naive Rätseln darüber, warum die Isis solch einen Zulauf aus allen westlichen Ländern hat recht deutlich. Eine Facette an der es auftaucht.

        „Ja, das hat irgendwann in der Vergangenheit eine Eigendynamik entwickelt, gegen die bis heute vielleicht ansatzweise gegengesteuert wird.“

        Ich glaube noch nicht einmal ansatzweise. Was wir hier und in unseren kleinen einzigartigen Bubbles diskutieren ist nicht weithin bekannt. Dennoch die Stimmen mehren sich.

        Vielleicht dazu passend ein Video von Laurie A. Couture, einer Familienberaterin und Expertin in diesem Bereich. Sie hat den Mut das anzusprechen.

        Feminist Media Censorship Puts Public Safety at Risk

      2. Kurze Anmerkung dazu. Das von ihr erwähnte „Good Men Project“ ist so etwas ähnliches wie das bei uns feministisch kontrollierte „Bundesforum Männer“.

      3. Insbesondere ab 25:45

        „I am presenting this Information to the public in hopes that there will be increased pubic scrutinising of feminist media resources, human Service fields and Feminist ideology in general. We need a very serious critic because the shaming of boys and men has reached a level that is toxic and it shloud not be tolerated anymore. The public health and safety is at risk. Boys are at risk.

        As a mental health counselor I am seeing more and more Boys that just hate themselves and they are shamed about their sexuality, they re shamed about their male body, they are shamed about being boys, they are shamed about any sort of maleness,…“

  4. „Und was hat all das jetzt mit meiner Abneigung gegen Feminismus zu tun?“
    Ich hab spontan aufgelacht, als ich diese Frage gelesen habe.
    Weil ich fest mit einer Feststellung gerechnet habe, die mir in dem Moment jedenfalls unvermeidbar erschien. (Vor allem mit Transaktionsanalyse habe ich mich selbst ausführlich befasst.)
    Da diese Feststellung so aber dann doch nicht kam, liefere ich sie hier nach:

    Was hat das also alles mit der Abneigung gegen Feminismus zu tun?
    Feminismus ( in der Form, wie er mir heute jedenfalls übrall begegnet) verstößt praktisch durchgängig gegen sämtliche der Konzepte der GFK und der TA.
    Bzw.: Die Form der Kommunikation, die dort betrieben wird, die Haltungen, die vertreten werden,die Forderungen, die aufgestellt werden, sind allesamt als kontraproduktive Bespiele dafür geeignet, wie man echte Kommunikation verhindert, Beziehung zerstört, Vertrauen vernichtet, wie man aneinander vorbeiredet, etc.

    Dabei hast du einen von mir besonders geliebten Teil der TA noch gar nicht angesprochen (der kommt aber meines Wissens im „ich bin OK, Du bist OK“ auch nicht vor):
    Die „Spiele“.
    Die „Spiele der Erwachsenen“ (Buchtitel von Eric Berne) beschreiben alltägliche und meist destruktive manipulative Spiele, um uns gegenseitig und uns selbst zu sabotieren.

    Sie haben sehr viel mit den Sichtweisen und Wahrnehmungen von Situationen zu tun.
    Die TA beschreibt, wie diese Spiele verhindern, die Situation zu verändern, und dafür sorgen, dass sich alles im Kreis dreht.

    Die feministischen Argumentationen sind Musterbeispiele dafür.
    Sie geben dabei, absolut klassisch für diese Spiele, zwar vor, die dahinterliegenden Probleme angehen zu wollen, tun aber stattdessen alles dafür, um den Status Quo zu erhalten und auf gar keinen Fall z.B. etwas an einem Opfer-Status zu verändern.
    Kann man insofern nur jedem empfehlen, der sich mit Feminismus befasst.

  5. Oh, das ist eigentlich noch gar kein Blog – das soll vielleicht mal einer werden.

    Und ja, ich hab ADHS.
    Spätdiagnostiziert, seit zwei Jahren.
    Von meinen Kindern hat es auch mein Sohn geerbt, die Tochter offenbar nicht.

    hier
    https://geschlechterallerlei.wordpress.com/wie-kann-man-mitmachen/
    hab ich übrigens schon mal angekündigt, mal einen Artikel zum Thema zu schreiben.
    Deinen hab ich gelesen.

    Dabei sehe ich, dass Dein Sohn betroffen ist, von Dir selbst schreibst Du dazu nix – aber, hm, irgendwo kommt es ja meistens her, also vom Papa oder der Mama, oft auch von beiden, man findet sich ja oft untereinander. Und so ein paar Aspekte in Deinen Beiträgen sind zumindest mal geeignet, daran zu denken – siehe z.B. an die Feststellung weiter oben, du müsstest wieder mal an deinem Zeitmanagement arbeiten. Ist das (etwa) ein Dauerproblem ? 😉
    Öhm, ja, Du brauchst auf so eine Frage natürlich nicht öffentlich zu antworten.

    Ich habe mich die letzten drei Jahre intensiv damit befasst und über Selbsthilfe auch sehr sehr viele
    Mitbetroffene persönlich kennen gelernt.
    Mich nervt, wie auch in der MRA-Szene das Thema so behandelt wird, als wäre das alles nur ein Problem damit, dass wir nicht genug an die „Gesellschaft“ angepasst wären, mithin also ein Problem der Normen, bzw. dass das ganze einfach eine „erfindung“ sei..
    Wo das Thema ADHS dann ganz schnell missbraucht wird, die Normanforderungen an die Jungen zu kritisieren und auf den Feminismus zu schieben.

    Als ADHSler fühle ich mich von dieser Sichtweise ver@+$(#t und instrumentalisiert.
    Das eine hat mit dem anderen nur sehr bedingt was zu tun.

    Sicher sind die gesellschaftlichen Umstände nicht grade auf ADHSler optimiert – sie sind eben auf die ca. 95 % nicht-AHDS Betroffenen zugeschnitten,
    Aber die erheblich höhere Trennungsrate unter ADHSler besteht auch angesichts des Umstandes noch, dass ADHSler ausgesprochen häufig (intuitiv) an ebenfalls ADHS betroffene Partner geraten. Auch unter unseresgeichen unter uns bleibt zusammenleben also problematisch.
    Und eine deutlich erhöhte Unfallgefahr in so ziemlich allen Zusammenhängen, wo es Unfälle gibt, lässt sich nun mal beim besten Willen nicht als gesellschaftliches Akzeptanzproblem darstellen.
    Unfälle sind dabei nicht nur häufiger, sondern auch insgesamt im Verlauf schwewiegender.

    Für Geschlechterallerlei interessant ist dann natürlich noch die markant unterschiedliche Ausprägung von ADHS bei Männern und Frauen: Männer eher die hyperaktiven, Frauen eher die träumerle. Natürlich wieder mal nur im Mittel, individuell gibts auch die mehr verträumten Männer und echt hyperaktive Frauen.
    Aber im Fall von ADHS sorgt es dafür, dass männliches ADHS der Außenwelt mehr störend auffällt, und daher bemerkt wird, das weibliche aber eben nicht stört und daher leichter übersehen wird. Was für die Betroffenen eben trotzdem fatale Folgen hat, denn für das eigene Leben treten die Probleme eben trotzdem auf.

    1. Danke für deine ausführliche Antwort!
      Ich sehe kein Problem, hier öffentlich zu antworten. Seit ich mich durch meinen Sohn intensiv mit dem Thema auseinandersetze, finde ich mehr und mehr Anzeichen, die ganz klar dafür sprechen, dass ich selbst ebenfalls AD[H]S habe. Der Vater meiner Kinder vermutet es ebenfalls bei sich, bei seinem Bruder wurde es in seiner Kindheit tatsächlich diagnostiziert. Ich selbst habe es schlicht noch nicht geschafft [möglicherweise aufgrund meines tatsächlich suboptimalen Zeitmanagements 😉 ] einen Spezialisten aufzusuchen. Bei meiner Tochter bestehen ebenfalls Anzeichen, die jedoch nicht so stark bzw. anders ausgeprägt sind als bei meinem Sohn.
      Mich stört ebenfalls, dass ADHS-betroffene Jungs vom einen oder anderen Männerrechter instrumentalisiert werden, aber ich habe keinen Einfluss darauf, welche Entwicklungen als Argument für eine „feministische Verschwörung“ missbraucht werden.

    2. Was diese Männerrechtler nicht bedenken, wenn sie ADHS-betroffene Jungs als Anzeichen für eine feministische Verschwörung missbrauchen: In welch großem Ausmaß sie ihnen schaden, indem sie die Behandlung mit Methylphenidat aus fadenscheinigen Gründen als „nicht notwendig“, „überflüssig“ oder gar „schädlich“ einstufen.

      1. Hm – AD(H)S halte ich größtenteils für erfunden, bzw. durch Verschiebung der gesellschaftlichen Wahrnehmung erzeugt. Man™ möchte halt keine aktiven, lauten Kinder mit gesundem Bewegungsdrang und will die lieber mit Medikamenten ruhigstellen. Das, was in meiner Jugend (60er/70er Jahre) als typisches Jungenverhalten galt und völlig normal war, gibt es heute fast nicht mehr.

        Ich will die Existenz von AD(H)S jetzt nicht völlig in Abrede stellen, aber ich kenne zu viele Fälle, in denen man in Bezug auf typisches Jungenverhalten im Vergleich zur Vergangenheit, niemals so eine Diagnose geben würde. Ich kenne aber auch einige wenige Fälle, in denen mit den Kids ohne Medikamente fast keine Kommunikation möglich ist.

        Meiner Meinung nach erfinden die Psychologen zu viele alberne Diagnosen, die zum ganz normalen, menschlichen Spektrum gehören. Wer sich mal den DSM-IV Katalog durchgeblättert hat, der kann an manchen Stellen nur mit dem Kopf schütteln. Dazu möchte ich mal diesen Artikel empfehlen:
        http://pflasterritzenflora.ppsk.de/lexikon/diagnostik/validitaet-psychiatrie-diagnostik/

      2. Danke für den Link, werde ihn mir zu Gemüte führen sobald ich wieder einigermaßen aufnahmefähig bin.
        Ich kenne nicht den DSM-IV Katalog, und ich habe von psychischen Erkrankungen genau null Ahnung.
        Da ich selbst einen Sohn habe, den Sätze die mehr als fünf Wörter beinhalten im Normalfall überfordern, bin ich was das Thema ADHS angeht möglicherweise nicht objektiv, bzw. reagiere über die Maßen emotional.
        Da noch nicht zweifelsfrei geklärt werden konnte, wodurch ADHS nun eigentlich entsteht, verleitet es natürlich dazu, Ärzten [und Eltern/Pädagogen] Bequemlichkeit zu unterstellen.
        Es ist ja nicht so, dass es verhaltensauffällige Kinder erst seit Kurzem gibt. Es gab sie schon immer, die „schwer erziehbaren“, die „schwierigen“ und die „Problemkinder“.
        Nur weil man erst seit relativ kurzer Zeit eine Idee hat, dass diese Kinder nicht „schlechter“ sind als ihre weniger anstrengenden Gleichaltrigen, sondern einfach „besonders“, heißt es nicht zwingend, dass ADHS deshalb ein Konstrukt der Pharmalobby ist, oder wie auch immer man es nennen möchte.
        Ich weiß, dass es diese Kinder gibt, in meinem direkten Umfeld sind zwei, von denen ich es aus erster Hand weiß, eines davon ist mein eigener Sohn, der andere ist zufällig der Nachbarssohn. Meine Tochter hat ebenfalls Tendenzen, die in Richtung ADS gehen [verträumt, leicht zwanghaft], doch bei ihr ist es im moderaten Bereich und sie braucht auch keine Medikamente.
        Wer definiert eigentlich, was genau zum „menschlichen Spektrum“ gehört und was nicht?

      3. @ lawgunsandfreedom

        Ich kann der antipsychiatriebewegung in genau einem und nur einem Punkt zustimmen: Nämlich bezüglich Zwangseinweisungen und Zwangsbehandlungen.
        Ansonsten ist meine persönliche Meinung, die ich auch begründen kann: die erzählen einen Haufen wissenschaftlich widerlegbaren Mist.
        Ich werde das aber jetzt hier nicht begründen, sondern mich auf das ADHS-Thema begrenzen, denn das ist nun mal meines.

        Und da ich dazu in den Kommentaren bereits eine menge geschrieben habe, was du lesen kannst, hier speziell zu deinem Link, und dort Sektion

        „2. Theorie
        Warum akzeptieren Menschen psychiatrische Diagnosen?“

        Was dort als Argumente aufgeführt wird, spricht den Menschen, die eine Diagnose akzeptieren, weitgehend jedes eigene oder (selbst)kritische Denken ab, sowie jede selbständige fähigkeit zu objektiven Beobachtungen.

        Gründe, eine Diagnose zu akzeptieren, können aber zum Beispiel auch sein:
        Man hat ein Leben lang immer gleichartige (persönliche – ja, genau, durchaus) Schwierigkeiten im Leben hatte, zu denen man immer vermittelt bekam: Das kann aber jeder, du musst dich eben nur etwas mehr zusammenreißen, du willst einfach nicht genug, denn wenn du willst, dann kannst du, etc…
        Nachdem man also ein ganzes Leben lang solche Schwierigkeiten hatte, und angesichts der eigenen Unfähigkeit diese zu beseitigen mit entsprechenden Selbstzweifeln mit einer ausgewachsenen Depression in einer psychosomatik landet, die dortige diagnose auch durchaus sinn macht, die depression auch erfolgreich behandelt wird, kommt man wieder zurück ins normale Leben und denkt, nun hoffentlich die eigenen Schwierigkeiten besser im Griff zu haben, man ist ja schließlichb erfolgreich behandelt.
        Aber obwohl die depression weg ist, tauchen die selben Schwierigkeiten wieder auf.
        Es liegt also doch AN MIR.
        Im nächsten unausweichlichen Klinikaufenthalt taucht dann die Beschäftigung mit dem Thema ADHS auf. Und auf einmal ist der Eindruck: Das bin ja ich. DIe nähere Beschäftigung zeigt immer mehr: Das beschreibt mein ganes Leben. Vor dem Hintergrund dieser Erklärungen erscheinen alle Schwierigkeiten auf einmal in ganz neuem Licht. Und die sind sehr viel weitreichender als alles, was die depressionsdiasgnose erklären konnte. Auch wenn die (als komorbidität) ja durchaus richtig war. Eben ausgelöst durch unbehandeltes ADHS.

        Und man lernt über die Selbsthilfe dutzende von ebenfalls betroffenen kennen, die alle auf ganz spezifische Art die selben absurden Schwierigkeiten haben, von denn man immer glaubte, man sei in diesem Ausmaß (das man immer zu übertünchen versuchte) allein damit.

        Und man lernt und bemerkt, dass es eine Menge an praktischem Wissen dazu gibt, wie diesen Schwiergikeiten sinnvoller zu begegnen ist, als das was man bisher gemacht hat, (weil das bisherige eben für „neurotypische“ gedacht ist, aber nicht zu einem selbst passt), und das bessere Ergebnisse bringt.

        Das finde ich, das sind Gründe, an eine solche Diagnose zu glauben: Sich darin wieder zu finden, zu erkennen und anerkennen zu können, dass es das ist, was man selbst erlebt.

        Mit einer Borderline Diagnose kann ich mich nicht identifizieren. Bipolar auch nicht. Depression – ja, hab ich sicher gehabt, bin ich weiter anfällig, dass es wieder kommt.
        Angststörungen – nein, nicht wirklich, nicht über ein „normales“ Maß hinaus.
        ADHS – die Beschäftigungdamit war es, die bei mir eingeschlagen hat wie eine Bombe.

        Das bin ich.

        Und endlich erkannt zu haben, was das für ein Ding ist – also, vieles erkannt zu haben, vieles sehr viel besser zu verstehen – das st etwas, das ich mir nicht mehr aberkennen lassen möchte.
        Daher ist es so, dass ich eine solche Behauptung wie die Deine, das sei ja „nur erfunden“, nicht einfach nur als andere Meinung sehe, sondern mich sehr wütend macht.
        Ich empfinde diese Behauptung als persönlichen Angriff auf mich und alle, die sich intensiv mit dieser Diagnose befassen und sich darin wieder finden. So als wären wir selbst zu doof dazu, das beurteilen zu können, aber ein neunmalkluger nichtbetroffener will daher kommen und mir sagen, was Sache ist.
        Obwohl er seine völlige Unknntnis der Materie schon wieder mal damit beweist, dass er behauptet, man könne Leute mit Stimulanzmitteln „ruhig stellen“.

  6. Nun ja – sie „bedenken“ das nicht einfach nicht, sondern gehen eben davon aus, dass hier einfach nur „männliche“ Eigenschaften von Jungen „wegtherapiert“ werden sollen.
    Was Unfug ist.
    ADHS ist keine besonders „männliche “ Ausprägung von Jungen.
    Allein der hyperaktive Aspekt geht ein bisschen in diese Richtung.
    Aber: Z.B. ADHSler und Mannschaftssport?
    Ziemlich oft eine Katastrophe. Das geht nicht gut.
    Und endet häufig damit, dass der ADHSler vom Rest der Mannschaft gemobbt wird.

    Wohlgemerkt, mit diesem Beispiel bewegen wir uns in einem wenigen Jungendomnierten Bereiche überhaupt, den Jungen heute in ihrer Kindheit überhaupt erleben können.

    Dass bei der Berichterstattung über den Männerkongress in Düsseldorf jetzt wieder mehrfach das Märchen kolportiert wurde, dass man in der ADHS-Therapie Kinder mit einem STIMULAZMITTEL „ruhigstellt“ oder gefügig macht, ist einfach nur ärgerlich.

    Liebe MRA, das ist ein genauso dämliches und wiederlegbares Märchen wie der Gender Pay GAP oder all die anderen diversen feministischen Lügenmärchen.

    Bitte etwas besser informieren, bevor man sich zu einem Thema äußert !

    1. @maddes8cht

      Du magst da richtig liegen. Und m.E. tust du das wohl auch.

      Trotzdem würd ich nun MRAs nicht in einen Topf mit Feministinnen packen. Es ist ja nun gerad der Feminismus, der die hier solche „Sachen“ maßgeblich missbraucht hat. Auch ADHS.

      Und nun deshalb auch endlich eine notwendige Antwort und Widerstand erfährt. Und wohl dann bei so manchem auch leicht den hinterfragenden Maßstab verlustig geht. Das ist dann sicherlich auch nicht so ganz falsch. Allerdings nicht mit dem vorgespannten absichtlich missbräuchlichen Vorsatz des Feminismus. Hier würde ich einen Unterschied machen.

      In einem sehr kürzlichen Kommentar von Karen Straughan zu dem von mir oben geposteten Video von Laurie A. Couture sagt sie z.B. folgendes

      „…
      … Given that society is (and has always been, IMO) very focussed on protecting women and girls from harm, the spectre of „misogyny“ and „harassment/victimization of women“ has been a very useful tool for feminists in gaining access to high places. They have done nothing but exploit this to achieve their ends (whatever they are–smashing patriarchy?). They have used it as a political bludgeon in their long, slow march through the institutions, and it’s served them very well. They have the political left by the short and curlies, and they have managed to mainstream most of their false assertions. It is hard to say, for me at least, whether this is a concerted campaign of hucksters who know they’re hucksters, or whether it is a movement of personality disordered individuals highly skilled at manipulation projecting their dysfunction onto the world. Either way, it needs to stop.“

      Solch ein Problem wie ADHS ist ein medizinisches und sollte von jeglicher Politik frei sein.

      1. Hi Petpanther
        „Du magst da richtig liegen. Und m.E. tust du das wohl auch.

        Trotzdem würd ich nun MRAs nicht in einen Topf mit Feministinnen packen. Es ist ja nun gerad der Feminismus, der die hier solche “Sachen” maßgeblich missbraucht hat. Auch ADHS.“

        Keine Sorge, ich werfe MRA sicher nicht in einen Topf mit demFeminismus.
        Für MRA habe ich sehr sehr viel Sympathie übrig. Für Feminismus nicht (mehr).

        Ich sehe auch, dass Feminismus alles mögliche missbraucht. Bei ADHS wäre mir das aber noch wenig aufgefallen.
        Es ist eben dieser konkrete Punkt, der mich ja auch ersönlich betrifft.
        Und da ist es ärgerlich, wenn man da immer dem selben Unfug begegnet. Diese Ansichten begegnen mir ja nicht nur von MRA.

        Nun beklagen ja grad die MRA (zurecht) dass man die selben Richtigstellungen noch so oft erklären kann, wenn immer wieder jemand kommt und den selben alten Unfug erzählt.

        Mal sehen. Die MRA-Blogosphäre ist ja recht überschaubar, und ich beteilige mich erst seit kurzem immer mal wieder mit Kommentaren.
        Ich werd also in nächster Zeit wirklich den Gastbeitrag zu ADHS schreiben.
        Es wird sich also zeigen, ob die MRA Szene in der Hinsicht lernfähig ist. Ich bin da einigermaßen zuversichtlich.

        Ansonsten:
        Könnt ich ja jetzt noch anfügen, dass dieser Männerkongress in DDorf von der MRA Szene auch deftig kritisiert wurde. War wohl mehr eine Veranstaltung im Sinne des Bundesforum, wo man sich mit dem zünden von Nebelkerzen ja auszukennen scheint.
        Mangels Sachkenntnis (was man grundsätzlich niemandem vorwerfen kann) scheint der Eindruck entstanden zu sein, dass zumindest die Beiträge zum Thema ADHS auf diesem Kongress durchaus sinnvoll gewesen sein mögen.
        Zumindest also das, was ich über diesen Psychoanalytiker-Vortrag gehört habe, klingt für mich nicht danach.
        Allein bei der Vorstellung Psychoanalyse bei ADHS rollen sich mir die Zehennägel hoch.

        Was da passiert ist folgendes:
        Der Analytiker sucht einen tiefenpsychologischen „Grund“ für das „unpassende“ Verhaltensspektrum des Kindes. Und irgendwas lässt sich immer finden.
        Dieses Thema wird dann behandelt, möglicherweise mit einem gewissen Erfolg und mit einem guten Gefühl auch für das Kind.
        Man vermittelt dabei, dass es dieses „unpassende“ Verhalten nun nicht mehr braucht, weil es ja alternativen kennen lernt, bzw. es den „Hintergrund“ verstanden hat. Und das klappt zunächst vielleicht auch.

        Möglicherweise endet an der Stelle auch die Therapie, wenn man meint, einen sichtbaren Erfolg wahrzunehmen.
        Da die tiefenpsychologischen „Gründe“ aber eben NICHT die URSACHE des ADHS-Verhaltens waren, sondern seine grundsätzlich geringere Fähigkeit zur Selbststeuerung, kommen diese Verhaltensweisen wieder zurück.

        Das Kind macht an der Stelle (wieder mal) die Erfahrung, dass es wohl „nicht genug will“, sich zu wenig bemüht hat, etc., und das trotz „erfolgreicher“ Therapie nun das Versagen bei ihm liegt.
        Das Kind macht eine „Schuld“-Erfahrung. Das Kind ist „nicht gut“.
        Genau das ist aber die ständig wiederkehrende Erfahrung im Leben mit ADHS, die zunehmend das Selbstbewusstsein zerstört und traumatisierend wirkt.
        Und das, was man Jungen sowieso schon ständig eintrichtert. Mit ADHS eben noch ein bisschen dicker.

        Tiefenpsychologische Ansätze können auch mit ADHS sinnvoll sein, um Begleitstörungen und Traumatisierungen zu behandeln. Aber niemand sollte die Illusion wecken, damit die ADHS-spezifischen Schwierigkeiten beseitigen zu können.
        Damit richtet man nur noch größeren Schaden an.
        Fehltherapierte spätdiagnostizierte können ein Lied davon singen.

        Sorry, Michi, jetzt hab ich Deinen Beitrag mit dem ADHS-Thema gekapert…..
        Ist das nu wieder mal typisch? Mal wieder Themen-hopping betrieben und nicht „bei der Sache“ geblieben ?
        😉

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