Feminismus und die Unfähigkeit für Allianzen

Eine politische Bewegung, die etwas Gesellschaftsveränderndes erreichen möchte kann dies eigentlich nur auf zwei Wegen tun. Entweder sie träumt von einer Art Revolution, also einer gewaltsamen Machtübernahme, wie viele am ganz linken oder rechten Rand das tun mögen, oder aber sie muss Allianzen schmieden und Verbündete suchen.

Genau damit tut sich der Feminismus jedoch sehr schwer. Auch der Feminismus hat Unterstützer, die dort (etwas infantil) „Allies“ oder „Allys“  genannt werden. Allie ist in diesem System jeder, der nach feministischem Dogma nicht selbst „Betroffener“ oder besser „Betroffene“ sein kann. Also konkret gesagt profeministische Männer.

„Allies sind in erster Linie unterstützende Menschen, die nicht selbst von der Diskriminierung betroffen sind, gegen die sie sich stellen wollen. Was dabei als unterstützend empfunden wird, ist von Feministin zu Feministin unterschiedlich.“

Quelle: Faserpiratin

„Verbündete sind Leute, die eine Gruppe von Menschen unterstützen, die von Diskriminierungen, Vorurteilen etc. betroffen sind. Verbündete sind dabei selbst keine Mitglieder dieser Gruppe. Speziell feministische Verbündete sind Einzelpersonen, die keine Frauen sind und Frauenrechte unterstützen sowie Feminismus und dessen Anliegen fördern. „

Quelle: kleinerdrei

Ob man überhaupt Allie ist oder nicht, kann man auch gar nicht selber entscheiden:

„Ihr habt nicht zu entscheiden, ob ihr “Allies” seid. Das entscheiden die, die ihr supporten wollt. Anhand eurer Handlungen, Aussagen, eurer Motivation.“

Quelle: A++Ranting

Diese Allies sollen also nicht den Status des Mitglieds der (feministischen) Gruppe erhalten, sie sind damit keine Partner auf Augehöhe sein, um die feministische Basis in der Gesellschaft zu verankern, sie dienen statt dessen fast ausschließlich als interne Sündenböcke und werden als Adressat von Erziehungsmaßnahmen genutzt. Weil die männliche Normalbevölkerung sich relativ wenig um Verhaltensvorschriften und Lebensanweisungen aus dem feministischen Lager schert, müssen die Allies als Repräsentanten und Stellvertreter herhalten. Das muss so sein, denn der Allie muss ein Leben in Buße führen:

„Ein Ally fällt nicht einfach vom Himmel und deswegen ist es ganz normal, Dinge nicht zu wissen. Wichtig ist immer die Selbstreflektion des eigenen Handelns und der eigenen männlichen Privilegien. Sei dir also auch deines Nichtwissens bewusst und halte dich nicht für unanfechtbar. Nimm Kritik an deinem Verhalten ernst, aber nicht persönlich. Wir alle machen Fehler, wichtig ist, daraus zu lernen, das Handeln zu reflektieren und sich weiterzuentwickeln. Wenn Feministinnen dich kritisieren, wirf nicht das Vorwurfskarusell an und gehe nicht in Verteidigungsstellung, das hilft nicht und kostet allen Energie.“

Quelle: Faserpiratin

Da die feministische Dogmatik kein In-sich geschlossenes logisches System bildet, sondern in jedem Einzelfall von der Willkür den Gefühlen der wirklich Betroffenen Femininistinnen und deren Definitionsmacht abhängt, kann man als Allie scheinbar viel falsch machen. Man kann sich zum beispiel ZU SEHR engagieren und dadurch den echten Feministinnen „Raum wegnehmen“:

„Vergiss nicht, um wen es hier geht und mache Frauen sichtbar (das fängt z.B. bei Verlinkungen in Blogeinträgen an). Biete Frauen Freiräume, in denen sie sich entfalten können und respektiere. dass diese Freiräume auch mal nur für FLTI* reserviert sind. Achte online und offline auf dein Redeverhalten: Hast du in einem Gespräch viele Redeanteile, die besonders lang sind? Verhälst du dich dominant? Könnten Frauen aufgrund deiner Redensweise keine Lust mehr haben, sich am Gespräch zu beteiligen?“

Quelle: Faserpiratin

Auf der anderen Seite kann Zurückhaltung eines Allies auch falsch sein, weil er damit den armen Feministinnen die ganze Arbeit überlässt, wie z.B. accalmie darlegt:

„Viel­leicht gibt es bei man­chen allies auch Be­den­ken, sich sonst “vor­zu­drän­gen“. Das Problem dabei ist jedoch, dass viele denken, dass zum Beispiel Antisexismus grundsätzlich die exklusive oder zumindest primäre Aufgabe von Frauen sei, und das rund um die Uhr. Dazu kommt noch, dass manche vielleicht meinen, Feminist_innen hätten täglich nichts Besseres zu tun, als auf akribische Sexismus-Spurensuche zu gehen, und man sie mit dem neuesten Beispiel überraschen und darin unterstützen könnte, endlich wieder etwas gefunden zu haben, anhand dessen man Sexismus aufzeigen kann.“

Quelle: mädchenmannschaft

Diese Forderung steht in einem gewissen Widerspruch zu dieser Aufforderung:

„Frage erst, ob und wie du helfen kannst, bevor du zur Hilfe eilst und dabei vielleicht übergriffig wirst. Das kann bei Tätigkeiten im Alltag oder auch bei Diskussionen im Netz der Fall sein. Wenn du Frauen das Gefühl gibst, du greifst ein, weil sie Frauen sind und ihre Probleme deshalb nicht alleine lösen können, bist du kein Ally.“

Quelle: Faserpiratin

Schon die Idee einer in der Politik notwendigen Kompromisfindung oder auch nur der Überzeugungsarbeit ist vielen Feministinnen jedenfalls scheinbar fremd:

„Für den Feminismus soll ich also den armen Dudes alles nochmal lieb und nett erklären.
Was bleibt von Feminismus noch übrig, wenn sein Anliegen ist, cisMänner zu überzeugen? Was bleibt von Feminismus noch übrig, wenn er sich bemüht, es cisMännern Recht zu machen? Ich will eine radikale Bewegung, die wirklichen Umbruch fordert_provoziert_bewirkt. Und nicht eine, die darum bettelt, dass Dudes ihr einen Knochen hinwerfen.“

„Ich bettele nicht um Support. Ich bettele nicht um Anerkennung. Ich bettele nicht jedes verdammte bisschen Respekt. Wenn “die Sache” also ist, Dudes bei der Stange zu halten, und der Sache nützt, ihnen die Füße zu küssen: ja, das ist mir herzlich egal.“

Quelle: A++ Ranting

Allies werden hier eher als eine Art notwendiges Übel, als Gegner zweiten Grades wahrgenommen.

Feminismus ist nicht für cisMänner da. Ich finde es gut, wenn sie sich beteiligen*. Aber ich brauche sie nicht. “Mein” Feminismus ist darauf abgerichtet, mich und andere zu empowern. Das ist “die Sache”, für die ich arbeite. Um das zu erreichen, muss ich keinem Dude Honig ums Maul schmieren

Quelle: A++ Ranting

Eine weitere wichtige Funktion des feministischen Allies ist eine Art Blitzableiter für feministische Wut zu sein, denn anders als der „Masku“ schläge der Allie natürlich nicht zurück:

„Ich habe keine Ressourcen, um mir eure male tears anzuhören. Ich erlebe jeden Tag Sexismus, und das schwächt. Ich werde von Maskus angegangen, und das schwächt. Ich habe keine Kraft, um mir Zeit zu nehmen für eure Weh-Wehchen. Ich will mich nicht mit rummaulenden “Allies” auseinandersetzen müssen, wenn der nächste Masku mir schon wieder Gewalt androht. Sexismus ist Gewalt und macht wütend. FUCKING DEAL WITH IT.“

Quelle: A++ Ranting

Wir sehen man(n) hat es nicht einfach als Diener, Untergebener Allie des Feminismus.  Ich glaube kaum, dass mit diesem Konzept der feministischen Idee zum Durchbruch verholfen werden kann.

Nachtrag zum Thema:

„Ich bin selber eine von denen die am lautesten widersprechen, wenn jemand erklärt, Feminismus müsste netter werden. Niemand muss zu männlichen Allies nett sein, das habe ich weder gesagt noch gemeint. Aber diejenigen kollateral zu bashen, die gerade weder gefailt haben noch sonstwie aufgefallen sind, indem man über alle männlichen Allies ablästert, ist etwas anderes als nur nicht nett sein.“

Quelle: sanczny

„Wenn sich ein weißer, männlicher Ally so krass in seinem Selbstverständnis beleidigt fühlt, dass er jetzt aus Feminismus und/oder Antirassismus (TM, natürlich) herausspaziert, dann kann’s nicht weit gewesen sein mit all jenen Anti-*Ismen. Denn, surprise: es gibt auch feminist allies, die damit umgehen können, weil sie verstehen, dass es um Auseinandersetzungen und Argumentationsweisen geht, die strukturelle Machtgefälle aufdecken sollen, und die sich an individuellen fails abarbeiten, um Gesamtmechanismen zu illustrieren.“

Quelle:viruletta

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Warum ich Depressionen für ein wichtiges Männerthema halte

Robin Williams – gut für Aufmerksamkeit

Der Selbstmord von Robin Williams ist einen Monat her. Bisher habe ich (in meiner Filterblase, natürlich) keinen längeren Artikel gelesen, der sich damit befasst und die Zusammenhänge aufzeigt zwischen diesem einzelnen Schicksal, spezifischen Problemen von Männern und den Zielen der Männerrechtsbewegung.

(Das letzte Wort ließe sich ersetzen durch „humanistischen Bewegung“, „Leute, die sich für Gleichberechtigung einsetzen“ oder „Menschen, die sich für alle gleichermaßen engagieren wollen“. Da diese drei Gruppen und ihre Bezeichnungen jedoch kaum auf Widerspruch stoßen dürften, „Männerrechtsbewegung“ hingegen nach wie vor neutral bis negativ konnotiert ist, lohnt es sich am ehesten gerade mit diesem Begriff umzugehen und aufzuzeigen, was die Leute dahinter zur Debatte beizutragen haben.)

Kurz darauf eingegangen ist Wolfgang Wenger ist (gefunden via Genderama). Allerdings weist der Inhalt des Artikels zwei problematische Elemente auf:

Zum einen bekommt ein berühmter Schauspieler die Ehre erwiesen, nachdem er sich umgebracht hat. Zum anderen läßt sich nur erahnen, wie viele namenlose Männer, als Scheidungsopfer oder Trennungsväter, fertig mit der Welt sind, aber auch am Leben – und keine Aufmerksamkeit bekommen, denn es interessiert anscheinend keinen.

Hier kann der verhängnisvolle Werther-Effekt zum Tragen kommen. Die Botschaft lautet dann: Erst mit dem Tod hast Du wieder einen Wert und eine unbedingte Würde, bekommst Mitleid und Anteilnahme zugestanden.

Nichts auf der Welt kann Robin Williams wieder lebendig machen. Wir sollten uns den Lebenden widmen, nicht den Toten.

Das Schicksal Robin Williams‘ kann also nur als Aufhänger dienen, um auf bestimmte Themen hinzuweisen. Da ich mich für Männerrechte interessiere, möchte ich diese Steilvorlage nicht ungenutzt verstreichen lassen, um zu zeigen, dass ich etwas zu sagen habe.

Zum anderen bleibt ein reiner Nachruf zu sehr auf der beschreibenden Ebene. Es reicht doch nicht, zu fragen: Was ist passiert? Die Frage muss lauten: Was ließe sich denn konkret ändern, damit das in anderen Fällen nicht passiert? Es gibt doch genügend andere Menschen, die noch zu retten sind. In diesem Zusammenhang fällt mir immer wieder ein, was Arne Hoffmann im Interview mit MANNdat gesagt hat:

„So erfreulich die in den letzten Jahren entstandene maskulistische Bloggerszene ist, so bedauerlich ist es zugleich, wie sehr sich die meisten von uns noch darauf beschränken, innerhalb der eigenen Filterbubble zu lamentieren, zu analysieren, zu kommentieren und zu diskutieren. Zahllose Blogposts und endlos lange Kommentarspalten helfen uns aber nur begrenzt. Allmählich wären Beiträge dringend geboten, die Aktionen initiieren, um die Positionen und Argumente der Männerbewegung so vielen Leuten wie möglich bekannt machen.“

Selbstmord und Depressionen

Doch zunächst noch ein Schwenk zurück. Vorgestern, am 10. September, war der Welttag der Suizidprävention. Auch darüber habe ich leider hier in der Blogblase nichts gelesen – erst mit meinen Recherchen für passende Verweise zu diesem Artikel bin ich darauf gestoßen.

Gleichmaß e.V. , erst kürzlich mit dem Sonderberaterstatus von der UN versehen, hat sich jedoch rund um dieses Thema außerordentlich verdient gemacht. Der Verein hat unter anderem die Fachbeirätin Prof. Dr. rer. soc. Anne-Marie Möller-Leimkühler, die sich in einem Interview mit dem BR über männliche Depression kurz zusammengefasst so äußerte:

„Unter anderem spricht sie auch das sogenannte Genderparadox an, demzufolge Männern zwar nur halb so oft wie Frauen eine Depression diagnostiziert wird, diese demgegenüber aber eine 3-4 mal so hohe Suzidrate aufweisen. Den durchgeführten Suizid(versuch)en wiederum ging in 90% der Fälle eine nicht diagnostizierte Depression voraus.“ (Anmerkung: Je nachdem, wo man nachschlägt, variieren diese Zahlen etwas. Drastisch sind sie oder oder so.)

Das fasst den Zusammenhang zwischen Selbstmord und Depressionen kurz und knapp zusammen: Nicht jede Depression führt zum Selbstmord (etwa jede sechste), aber Selbstmord hat meistens mit Depressionen zu tun. Und natürlich macht die höhere Selbstmordrate damit Depressionen zu einem Männerthema. Es ist eine Frage von Leben und Tod. Mehr Unterschied kann es nicht machen.

Depressionen bei Männern – ein ignoriertes Thema

Zugegeben, ich habe den WHO-Bericht zur Suizidprävention (PDF, Englisch; gefunden via Flussfänger) nur überflogen. Interessant ist (siehe ab Seite 20), dass Selbstmord bei Männern im Vergleich zu Frauen global fast doppelt so häufig vorkommt, in Europa jedoch sogar viermal so oft. Wenngleich sich Männer überall häufiger selbst töten als Frauen, gibt es also starke regionale Unterschiede – ein Grund mehr, sich dem Phänomen lokal zu widmen!

Die Forschung vermutet, dass bei Männern Depressionen seltener diagnostiziert werden als bei Frauen – was die erwähnte höhere Lebensgefahr bedeutet. Als Erklärungen dienen:

  • Männer ignorieren ihre Gesundheit, gehen später zum Arzt
  • falsches gesellschaftliches Signal: Hilfe in Anspruch nehmen gilt als Schwäche
  • bei gleichem Verhalten gegenüber dem Arzt wird bei Frauen eher auf Depressionen getippt
  • Männer weisen andere Symptome auf, die nicht klassischerweise mit Depressionen in Zusammenhang gebracht werden (Aggressivität, Alkoholmissbrauch)

Aus ganz verschiedenen Gründen – die außerdem zusammen auftreten können – haben Männer also schlechtere Karten, wenn es darum geht, eine Depression zu bewältigen. Denn von alleine kommt man da praktisch nicht mehr heraus; wer das ernsthaft glaubt, hat das Problem nicht verstanden.

Nun mag hinzukommen, dass Männer generell weniger Mitleid (oder Empathie) entgegengebracht wird (so dass das Anzeigen eigener Hilflosigkeit, das bei Depressionen nun wirklich angemessen und auch sehr angebracht wäre, weniger nützt) und/oder dass Männer weniger stark als Opfer wahrgenommen werden (bzw. die Hilfsbereitschaft ihnen gegenüber geringer ist). Ich meine, im Zusammenhang mit dem Konzept des entbehrlichen Mannes („the disposable male“), das mit ein wenig Nachdenken mit der gesamten Menschheitsgeschichte – heutzutage eingeschlossen! – in Einklang gebracht werden kann, so etwas gelesen zu haben, finde aber den Blogartikel und/oder die wissenschaftliche Quelle nicht mehr wieder.

Das wäre aber ohnehin nur das Sahnehäubchen in der Argumentation. Die Angst vor sozialer Isolation, wenn es mal ein Problem gibt, ist wohlbegründet:

„Selbst moderne, emanzipierte Frauen reagieren manchmal verschreckt, wenn ihr Mann wirklich einmal Schwäche zeigt. Therapeuten berichten, dass Frauen erst von ihrem Mann einfordern, Gefühle zu zeigen – und ihn genau dann verlassen, wenn er negative Gefühle, beispielsweise Depressionen, eingesteht. So haben diese Frauen sich das mit der Partnerschaft auf Augenhöhe dann nämlich doch nicht vorgestellt.“

(Das bedeutet allerdings eben nicht, dass man bei psychischen Problem sich niemandem anvertrauen sollte. Im Gegenteil, beim Kampf gegen Depressionen muss im Zweifelsfall alles andere hintenanstehen. Bei der Wahl zwischen einer offiziell intakten Beziehung und dem eigenen Leben sollte die Präferenz klar sein.)

Diesen Tatsachen trägt etwa der Männergesundheitsbericht 2013 Rechnung. Die Stiftung Männergesundheit schreibt dazu:

„Der Bericht zeigt, dass seelische Leiden bei Männern ein Tabu darstellen, woraus sich Defizite in der Diagnostik und Versorgung psychischer Erkrankungen bei Männern ergeben.“

(Die Befürchtung sozialer Stigmatisierung ist der Grund, warum ich pseudonym blogge.)

Hier gibt es im Namen der Gleichberechtigung gleich zwei Felder zu beackern. Offensichtlich ist es erstens für das Überleben vieler Männer wichtig, speziell zu Depressionen und besserer Diagnostik forschen. So etwas wie der Männergesundheitsbericht 2013 scheint genau das richtige zu sein. Warum ist der nicht kostenlos verfügbar? Den Frauengesundheitsbericht (PDF) bekommt man doch schließlich ebenfalls „einfach so“.

Zweitens mag eine vollständige Gleichbehandlung von Mann und Frau zwar Utopie sein, weil sich manche Ansichten und Bewertungen so tief eingebrannt haben, dass man sie nicht mehr wahrnimmt (vgl. „the disposable male“, siehe oben) und sie entsprechend schwer ändern kann. Dies darf aber nicht bedeuten, dass man nicht gesellschaftliche Konventionen aufbricht, die sich im Krisenfall als entscheidende Blockade erweisen. („Reiß Dich zusammen“ – Beschämung, „Wenn ein Mann Probleme hat, soll er selbst sehen, wie er klar kommt.“ – Nichterkennen, dass hier eingegriffen werden muss.) Eine würdige Aufgabe, die auch modernen Männern und Frauen wie schon erwähnt noch viel abverlangt.

Doch selbst wenn einem Männer an sich egal sind oder man annimmt, dass diese im Fall von Depressionen selbst für sich verantwortlich sind (es gehört zu einer psychischen Erkrankung wie einer Depression, dass man diese Verantwortung eben nicht mehr vollständig alleine wahrnehmen kann), gäbe es noch Gründe, sich um Depressionen bei Männer zu sorgen. Zum einen sind Männer volkswirtschaftlich und gesellschaftlich gesehen nützliche Packesel, die viel arbeiten und Geld heranschaffen. Depressionen verhindern genau das. Zum anderen sind von jedem Selbstmord geschätzt sechs weitere Menschen betroffen. Es gehört zur Natur von menschlichen Gemeinschaften, dass die Schicksale ihrer Mitglieder miteinander verwoben sind. (Inwieweit es vor diesem Hintergrund sinnvoll sein kann, ein Geschlecht zu verteufeln oder mit seinen Anliegen komplett zu ignorieren, muss jemand anderes erläutern – ich kann es nicht.)

Depressionen und Selbstmord – kein Schicksal

Es ist schon bedrückend, dass ein Filmthema für einen Hauptdarsteller Realität wurde: Selbstmord taucht mehrfach in Robin Williams‘ Filmen auf – mir wollen alleine spontan drei einfallen. Als erfolgreicher Hollywood-Schauspieler mag er wenig mit unserer Lebensrealität zu tun gehabt haben, doch sein Fall berührt.

Robin Williams‘ Leben endete mit Selbstmord. Er litt an Depressionen, hatte mehrere Scheidungen hinter sich, dadurch Geldsorgen und war daher in seiner Lebensführung stark eingeschränkt. Da der berufliche Erfolg zuletzt ausgeblieben war, hätte er – der großen Karriere zum Trotz – Aufträge annehmen müssen, die ihm nicht gefielen.

Das sind bereits mehrere Antworten auf einmal auf die Frage: Was bringt Männer aus der Spur?

(Klassische Männerthemen wären: Zahlvater, entsorgter Vater, Kuckucksvater, Scheidungsopfer / ansonsten: häusliche Gewalt, sexueller Missbrauch, PTBS zum Beispiel bei Soldaten / von Linksliberalen werden ferner thematisiert: Zwangsheirat, sexuelle Orientierung, Fremdenfeindlichkeit / dazu der „gläserne Boden“: Männer fallen leichter durch alle sozialen Raster, ferner die Vermutung, dass es gerade bei schweren Situationen es weniger Empathie für Männer gibt)

Andererseits muss auch gesagt werden: Nicht jede Krise oder schlechte Situation führt zu Depressionen. Umgekehrt können auch erfolgreiche Menschen Depressionen haben (siehe Robert Enke). Es wäre also falsch, hier eine Art „unentrinnbares Schicksal“ hineinzuinterpretieren. Man darf sich nicht alleine an den negativen Fällen aufhalten. Dazu folgendes Video (gefunden via Iphelgold), von 58:00 bis 1:00:10:

Manfred Lütz: Irre! Das Problem sind die Normalen!

Hier wird noch einmal der Fall Robert Enke angesprochen, aber auch eine sehr wichtige Tatsache: Die meisten Depressionen sind heilbar.

Wenn Depressionen unausweichlich und vorprogrammiert zu Selbstmord führen würden, dann wäre es egal, ob man etwas tut oder nicht. Aber weil dem nicht so ist, kommt es darauf an, zu handeln.

Was tun?

Womit wir wieder bei Arne Hoffmann wären. Als Gleichmaß e.V. Unterstützung für ein Männerhaus von der Politik erhielt, kommentierte er das wie folgt:

„Sobald man seine politischen Aktivitäten nicht darauf beschränkt, in Blogs und Foren miteinander zu plaudern, sind auch Erfolge für Männer möglich.“

Das hatte bei mir gesessen! Der Stachel saß tief.

Was wäre bei diesem Thema eine vernünftige Forderung? Grob beschreibt das etwa
MANNdat:

„Depressionen müssen bei Männern stärker erforscht und besser behandelt werden. Diese Krankheit wird bei Männern häufig nicht als solche erkannt oder sie wird ignoriert, obwohl beispielsweise knapp dreimal so viele Männer wie Frauen Suizid begehen (bei Jugendlichen sind es sogar geschätzt neunmal so viel).“

Vor einigen Monaten hat Lucas Schoppe (wie schon andernorts vorgeschlagen) Politiker angeschrieben. Politischer werden – oder zumindest ein Thema an Politiker herantragen – zeigt, dass einem eine Sache wichtig ist. Wenn das genügend viele machen, kann es irgendwann nicht mehr ignoriert werden. „Das bewegt die Wähler“ ist ein Argument. Vielleicht schade, dass es so laufen muss, aber hey, so weiß man wenigstens, in welche Richtung man arbeiten muss, also nicht über die Art der Lösung klagen.

Was wäre eine Forderung, um sich an Abgeordnete zu wenden? Ganz konkret ein kostenloser Männergesundheitsbericht (vor dem Hintergrund psychischer Erkrankungen wie Depressionen und der erhöhten Selbstmordrate), etwas weiter gefasst die bessere Forschung – und die Frage nach Maßnahmen, die dafür unternommen werden. Aber vielleicht lohnt sich auch die allgemeine Frage, wofür sich der Abgeordnete angesichts der bedrückenden Statistik (und anlässlich des Welttags der Suizidprävention) einzusetzen gedenkt.

Frage in die Runde: Macht jemand mit?

Oh, und wenn wir schon über Männergesundheit und Aufmerksamkeit erregen sprechen: Wollen wir gemeinsam etwas zum Movember machen? (Noch steht auf dem Internetauftritt nichts, aber woanders gibt es etwa ein lustiges Foto von Thomas Hitzsperger mit Erklärung, worum es geht.) Es ist zwar noch über eineinhalb Monate hin, aber nicht, dass wir das schon wieder verpassen!

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Diesmal ein Lied, das sehr gut zum Thema passt.

R.E.M.: Everybody Hurts

An die Autoren bei Geschlechterallerlei

„Alter Knabe“ hat gerade erklärt, dass er aussteigen will, was auch vollkommen okay ist, es ist ja durchaus ein Blog, der einen Einstieg in die Blogwelt bieten soll und Leuten erlauben soll, auch mal was in dieser Richtung auszuprobieren oder einfach bestimmte Gedanken in Artikelform darzulegen.

Allerdings schreibt Aranxo auch zurecht:

Und leider dünnt sich dieser Blog nach einem halben Jahr auch schon wieder ziemlich aus. Ich geb zu, ich war die letzte Zeit auch nicht allzu pflichtbewusst und habe meinen Datumsplatz ein wenig verwaisen lassen, dafür aber zwischendrin mal was geschrieben.

In der Tat fehlen einige Beiträge, wenn man sich die Monate so anschaut:

Bei momentan 15 eingetragenen Autoren mit festen Tagen sollten wir eigentlich auch zumindest 15 Artikel pro Monat haben. Es mag sein, dass da für einige die Urlaubszeit dazwischen gekommen ist, wobei ich da noch einmal darauf verweise, dass es sehr einfach ist, Artikel vorzuschreiben und für einen bestimmten Tag einzustellen. Ein Blog lebt von regelmäßigen Artikeln. Nur wenn immer wieder interessantes neues eingestellt wird, dann bildet sich auch eine entsprechende Leserschaft, die dann auch wieder die Freude am bloggen erhöht.

Immerhin stimmt es mich froh, dass der September bisher gut gestartet ist.

Ich bitte alle Autoren sich mal kurz zu melden, damit wir auch die Liste aktualisieren können.

Verbesserungsvorschläge für den Blog sind natürlich auch gerne willkommen.

Auch eine gute Gelegenheit für neue Autoren, um einzusteigen. dazu bitte in den Kommentaren melden

 

Auf Wiedersehen

Beim  Schreiben habe ich mir angewöhnt einfach frei nach Schnautze zu schreiben und dann zu korrigieren, besonders mit der Satzstruktur habe ich noch schlechte Angewohnheiten, leider lass ich immer mehr Leichen im Text, nächsten Monat wierden mir graue Stars aus den Augen entfernt, vielleicht geht es dann besser. Trotzdem will ich euch verlassen, ich komm mir hier immer mehr vor wie ein Braumeister bei den annonymen Alkoholikern. Nicht nur der Zeitgeist ist mir entgangen, auch mit den linken Feminismus kann ich mich nicht anfreunden.

Heute hab ich noch mal das Podium, und darum werde ich nochmal sagen warum ich hier war und was ich wollte.

Bekanntlich ist die halbe Wahrheit eine ganze Lüge und es war schon lange ein Punkt der mir gestunken hat, das  in Sachen Vergangenheit, die feministische Berichterstattung sehr selektiv ist und geziehlt den falschen Eindruck gibt. Wissen tue ich das weil ich die ganz schlimme Zeit des Patriachat teils noch selber miterlebt habe und ich aus eigener teils bitteren Erinnerung weiß das kleine Jungs sich nicht abgesprochen hatten, ihre Mütter, Schwestern und Lehrerinnen zu unterdrücken, sondern das Gesetz war so das es beiden Geschlechtern Privilegen zugestand und Verpflichtungen abverlangte, obwohl, wie wir seitdem gelernt haben, die Privilegen der Männer schon ziemlich reduziert gewesen waren.

Ganz empört wird uns berichtet das eine Frau keine Kreditkarte haben durfte, keine Rechnung im Kleidungsgeschäft eröffnen durfte, nein nicht einmal ein Bankkonto eröffnen durfte, es sei denn ihr Ehegatte gab seine Erlaubnis dazu, empörent ist das, oder?

Als ich zum ersten mal ein Auto abstottern wollte, habe ich mich am Ende an meinen Vater gewendet, für mich zu bürgen, denn Kein Finanzinstitut wollte mir einen Kredit geben. Jetzt stell ich mir vor ich würde jetzt herumtönen,“mit 22 hatte ich immer noch mein Vaters Erlaubnis nötig ein Auto zu kaufen!“ Aber ist das nicht das gleiche? Hat sich je Jemand darüber empört das die Ehefrau ihren Mann juristisch nicht von der Pflicht entbinden konnte, für ihre Schulden zu bürgen? Ist es empörend das der Gatte vielleicht wissen wollte wofür er alles bürgen sollte?

Nach der Schule unterzeichnete ich einen Ausbildungsvertrag mit der Post, sie würden meine Studiengebühren zahlen und dazu auch noch, sagen wir mal ein Taschengeld zahlen, im Gegenzug hatte ich mich verpflichtet 3 Jahre für ein etwas großzügigeres Taschengeld für sie zu arbeiten. Viele Kollegen, auch ich, wollten schon während den 3 Jahren zu einer anderen Firma wechseln auch wenn das bedeutete der Post den Rest zurück zu zahlen, wir hatten aber schnell gelernt das es sehr schwer war eine andere Stelle zu finden während der Vertrag noch nicht zu Ende war, viele Arbeitgeber hatten erlebt wie schnell ihr Kandidat einen Rückzieher macht wenn er mit der Rechnung für den gebrochenen Vertrag präsentiert wurde.

Der Vertrag den ein Ehepaar abgeschlossen hatte, ging in der Hauptsache darüber das sie zusammen Kinder bekommen wollten, wobei die Frau während den größeren Aufwand der ihr dafür bevorstand, durch den Verdienst des Gatten abgesichert war. Weder der Gatte noch eventuelle Gläubiger der Frau konnten Zugriff auf den Verdienst der Frau bekommen, der Ehemann bürgte immer und ihr Verdienst blieb ihrs. Ist es empörend das der Arbeitgeber der Frau sich vergewissern wollte das die andere Partei des Vertrags einverstanden war, das sie sich anderen Aktiviräten widmente wie das was im Ehevertrag vorgesehen war?

Feminstische Gesellschaft

Laut Wikipedia haben im USA 4,6% der Haushälte ein Einkommen von 200.000 Dollar oder mehr. Auch laut Wikipedia haben diese Haushälte im Durchschnitt 3 Mitglieder.(bekanntlich sind Ehen unter Wohlhabenden viel stabiler). Wollen wir noch einen drauf legen und annehmen Robin Williams seine erste Ex bekam noch ein Auszahlung die für ein schönes Haus, Condo oder Eigentumswohnung gereicht hatte, dann spart sie, was für die meisten die größte monatliche Ausgabe ist und kann sich ein Lebensstil erlauben wovon die meisten Menschen nur träumen können, gibt es irgend ein rationalen Grund warum die Frau nicht 200.000 Dollar im Jahr, sondern im Monat bekommen soll?

Gibt es weiterhin eine Rechtfertigung warum Robin Williams zweite Ex, ausser 80.000 für die Kinder auch 400.000 im Monat für sich bekommen soll? Wie können solche Beträge je rechtfertigt werden? Macht sich die feministische Weltanschauung nicht wie ein Krebsgeschür auf Steroids in unsere Gesellschaft breit?

Jährlich werden in Deutschland durch die Gerichte mehr als eine Millionen Halbweisen geschaffen, was denken die Väter darüber? Egal nur die Mütter sind wichtig. Wie fühlen die Kinder sich darüber, egal sollen sie doch heulen wenn es ihnen nicht passt, nur die Frau ist wichtig, alle anderen können zur Hölle gehen.

Vom Kindergarten an, werden Kinder zu seelischen Krüppel erzogen, weil die Feministen die Kindergärten kontrollieren es gerne so hätten.

Auf der Schule werden Jungs um eine faire Changse im Bildungssystem betrogen, nach der Schule werden die priviligierten Mädchen dann mit Frauenförderung beglückt.

In unseren Gerichten wird auf ein ordentliche Verfahren verzichtet weil man sonst riskiert das Angeklagte im Vergewaltigungsfall noch freigesprochen wird, hat nicht unsere Nationalgiftspritze, Alice Schwarzer klar gemacht das jeder Sexakt eine Vergewaltigung ist?

Das I-Tüpfelchen ist die Tatsache das sich junge Männer bei der Musterung, bei der Intimuntersuchung Zuschauer gefallen lassen müssen, man will doch die Gefühle der Schreiberin nicht weh tun. Und was fühlt der Untersuchte dabei? Richtig, ist egal, nur die Frau zählt.

Der Feminismus vernichtet alles was unserer Gesellschaft ermöglicht hat ein Lebenswertes Leben zu bieten. Es gibt für mich nur eine rationale Lösung, werde den Feminismus los. Die Lösung der linken Maskulisten irgendwann auch für Männer irgendein Privilig durch zu setzen, und auf irgendeiner wischi waschi nicht ganz klarer Weise wird dann alles wieder ok, dieser Philosophy kann ich nichts ab gewinnen.

Es ist tatsächlich ein Problem das manche Anti-Feministen sich eher auf Frauenbasching begrenzen, statt das wirkliche Übel, das Ideal an zu greifen, aber das gibt es unter den linken auch.

 

Den Zeitgeist habe ich verpasst, den Linken Maskulismus kann ich nichts abgewinnen und sehen tue ich auch nicht mehr so klar, ich glaube, ich bin hier fehl am Platz.

 

Lebet wohl, euer alter Knacker!

 

Frauen in der Bundeswehr, ein Rätselspiel

In der NDR info-Sendung Streitkräfte und Strategien vom Samstagabend beschäftigte sich ein Beitrag (Beginn bei Minute 14:08) mit der Integration von Frauen in der Bundeswehr.

Es wurde eine Studie vorgestellt, nach der die Akzeptanz von Frauen bei männlichen Soldaten in der Truppe „paradoxerweise“ sogar abnimmt, obwohl doch so viel für die Integration getan wird, mit Frauenparkplätzen, 12 Gleichstellungsbeauftragten und sogar einer eigenen Pressestelle für das Thema.

Der Anteil der Soldaten, die z.B. meinen, Frauen seien den körperlichen Anforderungen bei der Bundeswehr nicht gewachsen, hat sich innerhalb von 6 Jahren von 44% auf 52% erhöht.

Nun fragt man sich, wie sich das erklären lässt. Das hängt natürlich davon ab, wen man fragt, und wen man zu Wort kommen lässt. In dem Beitrag kommt nun aber kein einziger männlicher Soldat zu Wort, der die Situation kritisch sieht und aus männlicher Sicht erklären könnte, warum Männer Kameradinnen kritisch betrachten. Zu Wort kommen ausschließlich Sozialwissenschaftler, Soldatinnen und der Wehrbeauftragte.

Dementsprechend fallen also die Erklärungen aus:

  • Alte Macho-Muster
  • Frauen werden zur Konkurrenz
  • Männliche Organisationskultur, die Frauen als fremd wahrnimmt
  • Andere familiäre Situation der Frauen, Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Sehr bezeichnend finde ich das Zitat: „Auch heute denken die Männer in Teilen noch, dass sie eigentlich das diskriminierte Geschlecht sind“ Was natürlich auf gar keinen Fall der Realität entsprechen kann, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Frauen werden zwar bei gleicher Leistung und Eignung bevorzugt auf Dienststellen gesetzt, aber das hat natürlich überhaupt nichts mit Diskriminierung von Männern zu tun.

Interessant ist auch, dass die Befragung schon 2011 stattfand, die Studie aber erst Anfang diesen Jahres veröffentlicht wurde. Auf eine Anfrage einer Grünen Abgeordneten kam heraus, dass der Studienersteller angehalten wurde, seine Fragen zur sexuellen Belästigung zu kürzen. Ein Skandal! Da hat wohl wer „Angst vor der unbequemen Wahrheit“. Oder will einfach nicht, dass das in wirklich jeder Studie als Vehikel benutzt und aufgebauscht wird, um die Benachteiligung von Frauen in der Vordergrund zu stellen, um damit dann wieder die entsprechenden Frauenbevorzugungsprogramme begründen zu können.

Es bleibt also ein Rätsel, warum die Vorbehalte von Männern gegen über Frauen in der Bundeswehr zunehmen statt abnehmen. An den Frauen kann es natürlich auf keinen Fall liegen. Und auch nicht an deren ständigen Bevorzugung. Der Wehrbeauftragte ist wenigstens so generös, die Probleme nicht nur im Verhalten der männlichen Kameraden zu sehen. Sondern – auch – in den Strukturen, die dieses Verhalten hervorrufen. Aha. Männer sind also in jedem Fall Schuld, in einigen Fällen kann das aber entschuldigt werden, aufgrund der „Strukturen“.

Was sagt die Militärsoziologin dazu: Dem Thema wird noch zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Ja klar, die Bundeswehr hat ja auch nichts wichtigeres zu tun, als immer mehr Frauen zu integrieren. Eine bessere Integration könne nur gelingen, wenn die Rahmenbedingungen für Frauen verbessert werden. Sagt der Wehrbeauftragte. Natürlich, was sonst, da wäre uns auch nichts besseres eingefallen.

Fazit: Ein typischer NDR-Beitrag, der vor Political Correctness nur so strotzt. Dass die Animositäten der männlichen Soldaten vielleicht gerade daher kommen, weil Frauen in der Bundeswehr bevorteilt und gepusht werden, die hübschen Bürojobs bekommen, während die Männer an diese nicht mehr in dem Maße wie früher rankommen, wenn’s aber in den Kampfeinsatz geht, die Frauen geschont werden, auf die Idee kommt natürlich keiner aus der Soziologen- und Wehrbeauftragtenriege. Stattdessen empfiehlt man ein „weiter so“ und „noch mehr davon“.

Der einzige vernünftige Beitrag kommt dann doch noch zum Schluss, der die ganze Sendung quasi karikiert. Eine Soldatin meint: „Bitte keine Extrawurst, Bevorzugungen würden das ganze nur noch schlimmer machen.“ Ach was…

Der beste Weg zur Frauenquote

Die Welt wird durch immer neue und unkontrollierbarere Kriege erschüttert, Arbeitslosigkeit und finanzielle Katastrophen offenbaren sich immer mehr als Problem des wirtschaftlichen Systems an sich und die SPÖ-Frauen drohen mit politischem Totalstreik. Weil die Frauenquote nicht erreicht wurde. Ich habe das einigermaßen intensiv und bisher durchgehen negativ kommentiert. Aber diesmal versuche ich einmal, die Frage positiv zu beantworten: Wie kommen wir dazu, dass die Frauen in der Bevölkerung durch ein Mindestmaß an Frauen im Parlament vertreten werden?

SPÖ-Frauen wollen klare Verhältnisse und fordern eine garantierte Frauenquote im Parlament

Die SPÖ hat ja eine Frauenquote auf allen ihren Listen. Im Fall Sonja Ablinger hat das bei der Nationalratswahl auch gut funktioniert. Frau Ablinger hat zwar kein Mandat bekommen. Aber das nicht etwa deswegen, weil sie keine Frau ist. Sondern deswegen, weil eine andere Frau vor ihr gereiht war. Auf der Oberösterreichischen Liste gab es nämlich einen sogenannten Reißverschluß: Auf Mann folgt Frau und umgekehrt. Frauen sind auf der Oberösterreichischen Liste sogar bevorzugt, weil auch der erste Platz von einer Frau besetzt war. Und diese Frau wurde dann sogar Präsidentin des Nationalrats.

die ehemalige Nationalratspräsidentin Barbara Prammer

Bei der Wahl hat Quote also für die Frauen sehr gut funktioniert, nur beim Nachrücken gab es einen Konflikt. Und zwar mit der Nationalratswahlordnung. Als die Nationalratspräsidentin an Krebs starb, musste ihr Mandat nachbesetzt werden und nach dem Reißverschlußprinzip folgte ihr natürlich ein Mann. Womit die Frauenquote wieder sinkt. Die SPÖ-Frauen wollten jetzt den Mann zum Verzicht zwingen, aber der hat kühl abgelehnt. Auch der Gang zum Parteivorstand hat wenig genützt, weil die Nationalratswahlordnung (noch) über dem Parteistatut steht. Wenn Gesetz und Parteistatut in Konflikt geraten, ändert man normalerweise das Parteistatut. Die SPÖ-Frauen wollen stattdessen das Gesetz ändern. Es wird nach einer Möglichkeit gesucht, eine Mindesquote von Frauen im Parlament gesetzlich zu erzwingen. So etwas wie eine Männerpartei soll also gesetzlich untersagt werden. Wie gesagt, ich versuche diesen Wunsch einmal positiv zu beantworten. Wie kann man eine gewisse Frauenquote über die Wahlordnung erzwingen?

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SPÖ-Liste Oberösterreich für die Nationalratswahl 2013

Wenn man das mit demokratischen Grundsätzen begründen will, müsste man das „Repräsentative“ bei der „repräsentativen Demokratie“ besonders ernst nehmen. Demnach sollen alle Personengruppen gemäß ihrem Anteil in der Bevölkerung im Parlament repräsentiert sein. Bei den Volksvertretern sollte es dann einen gleich großen Anteil von Frauen und Männern geben wie im Wahlvolk. Aber logisch gedacht dann auch einen gleich großen Anteil von Jungen und Alten, Selbständigen, Angestellten und Arbeitslosen. Ein Regelwerk für fixe Quoten gibt es sogar bereits in der Wahlordnung. Aber es bezieht sich nur auf die regionale Bevölkerungsverteilung.

Repräsentative Demokratie

Im Österreichischen Parlament entspricht die Verteilung der Mandatare aus den Bundesländern genau der relativen Anzahl an Wahlberechtigten. Ironischerweise hat genau diese konsequente Bundesländerquote die SPÖ-Frauenquote verhindert: Das Oberösterreichische Mandat konnte eben nur aus Oberösterreich nachbesetzt werden. Der Föderalismus ist ein Prinzip der Österreichischen Bundesrepublik, die Geschlechterquote dagegen nicht. Das müßte man also ändern.

Wahlkreise Nationalratswahl Österreich

Die Republik Österreich hat wie alle entwickelten Demokratien ein Zweikammernsystem und der Bundesrat ist als zweite Kammer ganz explizit als regionales Gegenstück zum überregionalen Nationalrat gedacht. Ein erster Ansatz wäre: Weg mit dem Föderalismus, her mit der Geschlechterdemokratie. Statt Nationalrat und Bundesrat gäbe es dann Männerrat und Frauenrat. Wenn wir ganz konsequent sein wollen, dann können wir auch das aktive Wahlrecht entsprechend einschränken: Frauen können dann nur von Frauen gewählt werden, Männer nur von Männern. Jedenfalls gäbe es im Männerrat nur männliche Abgeordnete, im Frauenrat nur weibliche Abgeordnete.

Bundesrat wird über Landtage bestellt

Ein Gesetz kann dann nur beschlossen werden, wenn sowohl Männerrat als auch Frauenrat zustimmen. Damit beide Geschlechter wirklich gleiche Rechte bekommen, hätte dann jede der beiden Geschlechterkammern sowohl Initiativrecht als auch Vetorecht. Und ein Mißtrauensantrag gegen ein Regierungsmitglied wäre erfolgreich, wenn er nur in einer der beiden Kammern eine Mehrheit findet. Jede Regierung bräuchte also sowohl eine Männermehrheit als auch eine Frauenmehrheit. Das wäre wohl die Geschlechterdemokratie in reiner Form.

Räte
Variante 1: Geschlechterkammern statt Länderkammer und Nationalkammer

Allerdings mit zwei Nachteilen. Erstens wären Männer und Frauen so gründlich voneinander getrennt, dass ein Dialog der Geschlechter weitgehend verunmöglicht wäre. Männer würden eben nur mit Männern debattieren und Frauen nur mit Frauen. Das wird wohl kaum jemand wirklich wollen. Und zweitens wäre der Föderalismus vollständig aus dem Parlament entfernt. Das ist aber eigentlich gar nicht notwendig.

Schließlich ist die gleichmässige Vertretung der Bundesländer derzeit ja sogar doppelt abgesichert. Man könnte zum Beispiel beim Nationalrat die Länderquoten beibehalten und im Bundesrat stattdessen Geschlechterquoten umsetzen. Damit wären die beiden Kammern aber vollkommen irreführend benannt. Der umgekehrte Weg wäre konsistenter und würde sogar die Möglichkeit einer Angleichung von politischer Wahrnehmung und Wahlrecht ermöglichen. Das wäre ein aufgewerteter Bundesrat mit konsequenten Geschlechterquoten und ein im Gegenzug von jeglichen Regionalquoten befreiter Nationalrat.

Der Nationalrat ist in dieser Variante eine reine Themenvertretung, im Ausgleich dazu der Bundesrat ein genaues Abbild der Bevölkerungsgruppen. Damit gibt es im Bundesrat feste Quoten für Männer und Frauen, Vertreter der Bundesländer, Angestellte, Selbständige und Arbeitslose, Junge, Mittelalte und Alte. Bei der Wahl des Bundesrates gibt es dann immer 4 Wahlzettel: Ein 40-jähriger Wiener selbständiger Mann bekommt zum Beispiel einen Stimmzettel für die Liste der Mittelalten, einen für die Wiener Liste, einen für die Selbständigenliste und einen für die Männerliste.

Quoten
Variante 2: Quotenkammer statt Länderkammer

Die politischen Parteien reichen für eine Wahl dann 9 (Bundesländer) x 2 (Geschlechter) x 3 (Altergruppen) x 3 (Berufsgruppen) = 162 Listen ein. Das klingt viel, aber auch jetzt gibt es bei Landtagswahlen insgesamt ähnlich viele Wahlkreise. Jedenfalls würde ein solches Wahlrecht einen Fall Sonja Ablinger ausschließen. Wenn eine Frau ausscheidet, rückt immer eine Frau nach. Sogar mehr als das: Wenn eine Oberösterreichische unselbständige mittelalterliche Frau auf einer SPÖ-Liste ausscheidet, rückt immer eine Oberösterreichische unselbständige mittelalterliche Frau von einer SPÖ-Liste nach. Sonja Ablinger hätte ja dann aufgrund ihrer Gruppenzugehörigkeiten auf mehreren Listen gleichzeitig kandidiert und ein entsprechend ausgestaltetes Wahlrecht würde sicherstellen, dass die Gruppen immer in der gleichen Stärke vertreten sind.

Die Gruppenzugehörigkeit ist in Österreich immer schon sehr wichtig gewesen. Als sich SPÖ und ÖVP nach dem 2. Weltkrieg auf eine neue Verfassung geeinigt haben, konnte die ÖVP eine gesetzlich gesicherte Rolle der Stände (Berufsgruppen)  durchsetzen. Die ständische Abbildung nach Berufsgruppen gibt es in Österreich in den sogenannten Kammern, auch diese Quoten werden durch die beschriebene Wahlrechtsreform übernommen. Der Bundesrat sollte dann natürlich konsequenterweise in Ständerat umbenannt werden. Und Österreich wäre dann auch keine Bundesrepublik mehr, sondern eine viel umfassendere Quotenrepublik, beziehungsweise in Anlehnung an historische Vorbilder eine Ständerepublik.

Die ständische Organisationsform ist immer wieder beliebt

Negativ betrachtet wäre die Stärkung ständestaatlicher Elemente ein Weg in Richtung Faschismus. Schließlich war der Ständestaat ja nichts anderes als die Österreichische Variante der bündischen (faschistischen) Organisation des Staates. Wenn die Menschen nicht mehr selbst entscheiden können, durch wen sie vertreten werden wollen, ist das eben weniger Demokratie und mehr Faschismus. Wenn die Verfassung die Menschen in Gruppen einteilt und Gruppenrechte wichtiger sind als Individualrechte, ist das eben weniger Demokratie und mehr Faschismus. Aber ich wollte diesmal ja eine positive Darstellung gesetzlich verbindlicher Frauenquoten liefern und etwas mehr Faschismus ist offenbar der beste Weg zur verbindlichen Frauenquote.

Feminism Against Women

In den letzten 40 Jahren haben Frauen in der Berufswelt große Fortschritte gemacht. Die Zahl der Frauen in Führungspositionen ist stark gestiegen und Deutschland, Dänemark, Norwegen, Argentinien, Brasilien, Südkorea und einige andere Länder werden zur Zeit von Frauen regiert. Doch obwohl Frauen mehr kommerziellen Erfolg und mehr Macht haben als je zuvor ist das subjektive Wohlbefinden von Frauen in der westlichen Welt während diesem Zeitraum beständig gesunken, sowohl absolut als auch relativ zu Männern.

Woran liegt das? Ich möchte hier die These vertreten, dass die Hauptschuld hierfür beim Feminismus liegt. In anderen Worten, der Feminismus schadet Frauen erheblich, vielleicht sogar mehr als Männern.

Zunächst ist zu sagen, dass die Annahme, mehr Spitzenpositionen würden zu mehr Glück und Zufriedenheit führen, zu kurz gedacht ist. Was dabei vernachlässigt wird, ist dass man diese Positionen nicht geschenkt bekommt. Um Bundeskanzlerin oder Geschäftsführerin eines Großunternehmens zu werden, muss man viele Jahre harter Arbeit investieren. Für Familie, Hobbys oder Entspannung bleibt da nicht viel Zeit übrig. Solche Positionen erreicht man nur unter Erbringung erheblicher Opfer. Wenn also mehr Frauen diese Entbehrungen auf sich nehmen um außergewöhnliche berufliche Erfolge zu erzielen, dann gibt es a priori keinen guten Grund deswegen von einem gestiegenen weiblichen Wohlbefinden auszugehen. Gleiches gilt mit Abstrichen auch für normale berufliche Karrieren.

Von Seiten des Feminismus werden diese Schattenseiten vom Streben nach beruflichem Erfolg aber häufig unterschlagen. Es wird einfach davon ausgegangen dass es Männer besser haben und dass deswegen mehr Frauen das tun sollten was früher Männern vorbehalten war. Also weg vom Dasein als Hausfrau oder teilzeitarbeitende Zweitverdienerin und hin zur Karrierefrau. Das Problem dabei war nur: die meisten Frauen wollten nicht. Die meisten Frauen wollten sich lieber um Haushalt und Kinder kümmern anstatt sich auf Erwerbsarbeit zu fokussieren.

Blöde Frauen! Natürlich konnten die Feministen das nicht einfach akzeptieren. All diese rückschrittlichen Hausfrauen hatten natürlich nur patriarchalische Rollenbilder verinnerlicht und wussten daher nicht was gut für sie war. Oder sie wurden von ihren Ehemännern unterdrückt. Oder der Arbeitsmarkt diskriminierte sie. Wie dem auch sei, es musste etwas daran geändert werden. Und so bekamen wir Förderprogramme für Frauen, Frauenbeauftragte, staatlich finanzierte Kitas, Antidiskriminierungsgesetze, Quotenregelungen und ähnliches.

Alles mit dem Ziel, mehr Frauen dazu zu bewegen ihre Karriere in den Vordergrund zu stellen. Gleichzeitig wurde dadurch das Hausfrauendasein immer weiter abgewertet. Frauen wurde eingeredet, sie könnten alles haben: Karriere, Liebe, Kinder, Hobbys, alles unter einen Hut. Und wem dazu die Stunden im Tag zu kurz waren, der machte offensichtlich etwas falsch.

Bei all dem wurden die eigentlichen Präferenzen von Frauen ignoriert. Feministen nahmen sich einfach die Freiheit heraus, für alle Frauen zu sprechen und so zu tun als ob ihre Vorlieben mit denen von Frauen identisch wären. Sie nahmen einfach an es besser zu wissen als all die ungebildeten Frauen die keine Kurse in Gender Studies besucht hatten. Und vor allem wollten sie nicht wahrhaben, dass es erhebliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt. Wenn Frauen mehr Wert auf Familie und weniger auf Karriere legten als Männer, dann konnte das natürlich nur das Resultat von Unterdrückung und patriarchalischen Rollenbildern sein.

Tatsächlich bestehen diese Unterschiede aber weiter, allen Förderungs- und Umerziehungsmaßnahmen zum Trotz. Frauen legen deutlich weniger Wert auf beruflichen Erfolg als Männer. Wenn man also Frauen dazu drängt, von ihren eigentlichen Präferenzen abzuweichen, dann sollte man sich nicht wundern dass dies das Wohlbefinden von Frauen reduziert.

Der Feminismus lebt von echten oder eingebildeten Ungerechtigkeiten gegen Frauen und versucht daher immer neue Argumente dafür zu finden, dass Frauen benachteiligt werden. Daher redet er Frauen ein, es gebe eine Epidemie von häuslicher Gewalt und Vergewaltigung (natürlich immer nur gegen Frauen), weitverbreitete Lohndiskriminierung, eine gläserne Decke die beruflichen Aufstieg blockiert, sie würden von Männern zu Sexualobjekten degradiert, es gäbe eine Vergewaltigungskultur und ähnlichen Nonsens. Frauen die daran glauben werden sich deswegen höchstwahrscheinlich schlechter fühlen als Frauen denen so etwas nicht eingeredet wurde.

Auch führt derartiger Glaube zu einem schlechten Verhältnis zu Männern. Anstelle des mehr oder weniger harmonischen und symbiotischen Verhältnis der Geschlechter welches in der Vergangenheit vorherrschte, gibt es nun ein antagonistisches Verhältnis zwischen Männern und Frauen. Oft wird auch ein „Krieg der Geschlechter“ beschworen in dem sich die Männer als Ganzes den Frauen als Ganzes feindselig gegenüberstehen. Natürlich gibt es und gab es nie einen solchen Krieg. Die bloße Vorstellung ist absurd in einer Welt, in der die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung heterosexuell ist und im Schnitt die Hälfte der Verwandten die eine Person hat vom anderen Geschlecht sind. Doch absurd oder nicht, wer sich als Teil eines Kriegs gegen Männer sieht wird kaum ein gutes Verhältnis zu männlichen Mitmenschen entwickeln können oder wollen.

Frauen wird eingeredet, sie seien die ewigen Opfer die in einer Gesellschaft leben die ihnen feindlich gesinnt ist und sie könnten sich nicht aus eigener Kraft aus dieser Opferrolle befreien. So rechtfertigt der Feminismus seine Existenz und schadet damit gerade den Menschen denen er vorgibt zu helfen.