Feminismus und die Unfähigkeit für Allianzen

Eine politische Bewegung, die etwas Gesellschaftsveränderndes erreichen möchte kann dies eigentlich nur auf zwei Wegen tun. Entweder sie träumt von einer Art Revolution, also einer gewaltsamen Machtübernahme, wie viele am ganz linken oder rechten Rand das tun mögen, oder aber sie muss Allianzen schmieden und Verbündete suchen.

Genau damit tut sich der Feminismus jedoch sehr schwer. Auch der Feminismus hat Unterstützer, die dort (etwas infantil) „Allies“ oder „Allys“  genannt werden. Allie ist in diesem System jeder, der nach feministischem Dogma nicht selbst „Betroffener“ oder besser „Betroffene“ sein kann. Also konkret gesagt profeministische Männer.

„Allies sind in erster Linie unterstützende Menschen, die nicht selbst von der Diskriminierung betroffen sind, gegen die sie sich stellen wollen. Was dabei als unterstützend empfunden wird, ist von Feministin zu Feministin unterschiedlich.“

Quelle: Faserpiratin

„Verbündete sind Leute, die eine Gruppe von Menschen unterstützen, die von Diskriminierungen, Vorurteilen etc. betroffen sind. Verbündete sind dabei selbst keine Mitglieder dieser Gruppe. Speziell feministische Verbündete sind Einzelpersonen, die keine Frauen sind und Frauenrechte unterstützen sowie Feminismus und dessen Anliegen fördern. „

Quelle: kleinerdrei

Ob man überhaupt Allie ist oder nicht, kann man auch gar nicht selber entscheiden:

„Ihr habt nicht zu entscheiden, ob ihr “Allies” seid. Das entscheiden die, die ihr supporten wollt. Anhand eurer Handlungen, Aussagen, eurer Motivation.“

Quelle: A++Ranting

Diese Allies sollen also nicht den Status des Mitglieds der (feministischen) Gruppe erhalten, sie sind damit keine Partner auf Augehöhe sein, um die feministische Basis in der Gesellschaft zu verankern, sie dienen statt dessen fast ausschließlich als interne Sündenböcke und werden als Adressat von Erziehungsmaßnahmen genutzt. Weil die männliche Normalbevölkerung sich relativ wenig um Verhaltensvorschriften und Lebensanweisungen aus dem feministischen Lager schert, müssen die Allies als Repräsentanten und Stellvertreter herhalten. Das muss so sein, denn der Allie muss ein Leben in Buße führen:

„Ein Ally fällt nicht einfach vom Himmel und deswegen ist es ganz normal, Dinge nicht zu wissen. Wichtig ist immer die Selbstreflektion des eigenen Handelns und der eigenen männlichen Privilegien. Sei dir also auch deines Nichtwissens bewusst und halte dich nicht für unanfechtbar. Nimm Kritik an deinem Verhalten ernst, aber nicht persönlich. Wir alle machen Fehler, wichtig ist, daraus zu lernen, das Handeln zu reflektieren und sich weiterzuentwickeln. Wenn Feministinnen dich kritisieren, wirf nicht das Vorwurfskarusell an und gehe nicht in Verteidigungsstellung, das hilft nicht und kostet allen Energie.“

Quelle: Faserpiratin

Da die feministische Dogmatik kein In-sich geschlossenes logisches System bildet, sondern in jedem Einzelfall von der Willkür den Gefühlen der wirklich Betroffenen Femininistinnen und deren Definitionsmacht abhängt, kann man als Allie scheinbar viel falsch machen. Man kann sich zum beispiel ZU SEHR engagieren und dadurch den echten Feministinnen „Raum wegnehmen“:

„Vergiss nicht, um wen es hier geht und mache Frauen sichtbar (das fängt z.B. bei Verlinkungen in Blogeinträgen an). Biete Frauen Freiräume, in denen sie sich entfalten können und respektiere. dass diese Freiräume auch mal nur für FLTI* reserviert sind. Achte online und offline auf dein Redeverhalten: Hast du in einem Gespräch viele Redeanteile, die besonders lang sind? Verhälst du dich dominant? Könnten Frauen aufgrund deiner Redensweise keine Lust mehr haben, sich am Gespräch zu beteiligen?“

Quelle: Faserpiratin

Auf der anderen Seite kann Zurückhaltung eines Allies auch falsch sein, weil er damit den armen Feministinnen die ganze Arbeit überlässt, wie z.B. accalmie darlegt:

„Viel­leicht gibt es bei man­chen allies auch Be­den­ken, sich sonst “vor­zu­drän­gen“. Das Problem dabei ist jedoch, dass viele denken, dass zum Beispiel Antisexismus grundsätzlich die exklusive oder zumindest primäre Aufgabe von Frauen sei, und das rund um die Uhr. Dazu kommt noch, dass manche vielleicht meinen, Feminist_innen hätten täglich nichts Besseres zu tun, als auf akribische Sexismus-Spurensuche zu gehen, und man sie mit dem neuesten Beispiel überraschen und darin unterstützen könnte, endlich wieder etwas gefunden zu haben, anhand dessen man Sexismus aufzeigen kann.“

Quelle: mädchenmannschaft

Diese Forderung steht in einem gewissen Widerspruch zu dieser Aufforderung:

„Frage erst, ob und wie du helfen kannst, bevor du zur Hilfe eilst und dabei vielleicht übergriffig wirst. Das kann bei Tätigkeiten im Alltag oder auch bei Diskussionen im Netz der Fall sein. Wenn du Frauen das Gefühl gibst, du greifst ein, weil sie Frauen sind und ihre Probleme deshalb nicht alleine lösen können, bist du kein Ally.“

Quelle: Faserpiratin

Schon die Idee einer in der Politik notwendigen Kompromisfindung oder auch nur der Überzeugungsarbeit ist vielen Feministinnen jedenfalls scheinbar fremd:

„Für den Feminismus soll ich also den armen Dudes alles nochmal lieb und nett erklären.
Was bleibt von Feminismus noch übrig, wenn sein Anliegen ist, cisMänner zu überzeugen? Was bleibt von Feminismus noch übrig, wenn er sich bemüht, es cisMännern Recht zu machen? Ich will eine radikale Bewegung, die wirklichen Umbruch fordert_provoziert_bewirkt. Und nicht eine, die darum bettelt, dass Dudes ihr einen Knochen hinwerfen.“

„Ich bettele nicht um Support. Ich bettele nicht um Anerkennung. Ich bettele nicht jedes verdammte bisschen Respekt. Wenn “die Sache” also ist, Dudes bei der Stange zu halten, und der Sache nützt, ihnen die Füße zu küssen: ja, das ist mir herzlich egal.“

Quelle: A++ Ranting

Allies werden hier eher als eine Art notwendiges Übel, als Gegner zweiten Grades wahrgenommen.

Feminismus ist nicht für cisMänner da. Ich finde es gut, wenn sie sich beteiligen*. Aber ich brauche sie nicht. “Mein” Feminismus ist darauf abgerichtet, mich und andere zu empowern. Das ist “die Sache”, für die ich arbeite. Um das zu erreichen, muss ich keinem Dude Honig ums Maul schmieren

Quelle: A++ Ranting

Eine weitere wichtige Funktion des feministischen Allies ist eine Art Blitzableiter für feministische Wut zu sein, denn anders als der „Masku“ schläge der Allie natürlich nicht zurück:

„Ich habe keine Ressourcen, um mir eure male tears anzuhören. Ich erlebe jeden Tag Sexismus, und das schwächt. Ich werde von Maskus angegangen, und das schwächt. Ich habe keine Kraft, um mir Zeit zu nehmen für eure Weh-Wehchen. Ich will mich nicht mit rummaulenden “Allies” auseinandersetzen müssen, wenn der nächste Masku mir schon wieder Gewalt androht. Sexismus ist Gewalt und macht wütend. FUCKING DEAL WITH IT.“

Quelle: A++ Ranting

Wir sehen man(n) hat es nicht einfach als Diener, Untergebener Allie des Feminismus.  Ich glaube kaum, dass mit diesem Konzept der feministischen Idee zum Durchbruch verholfen werden kann.

Nachtrag zum Thema:

„Ich bin selber eine von denen die am lautesten widersprechen, wenn jemand erklärt, Feminismus müsste netter werden. Niemand muss zu männlichen Allies nett sein, das habe ich weder gesagt noch gemeint. Aber diejenigen kollateral zu bashen, die gerade weder gefailt haben noch sonstwie aufgefallen sind, indem man über alle männlichen Allies ablästert, ist etwas anderes als nur nicht nett sein.“

Quelle: sanczny

„Wenn sich ein weißer, männlicher Ally so krass in seinem Selbstverständnis beleidigt fühlt, dass er jetzt aus Feminismus und/oder Antirassismus (TM, natürlich) herausspaziert, dann kann’s nicht weit gewesen sein mit all jenen Anti-*Ismen. Denn, surprise: es gibt auch feminist allies, die damit umgehen können, weil sie verstehen, dass es um Auseinandersetzungen und Argumentationsweisen geht, die strukturelle Machtgefälle aufdecken sollen, und die sich an individuellen fails abarbeiten, um Gesamtmechanismen zu illustrieren.“

Quelle:viruletta

Advertisements

49 Kommentare zu „Feminismus und die Unfähigkeit für Allianzen“

      1. „Warum eigentlich nicht? Ich finde die Idee, das label ‘Feminismus’ zu kapern, und daraus etwas Vernünfiges zu machen, eigentlich ganz gut.“
        „ich kaper gerade das label FDP.. das is arbeit genug ;)“

        Kann man doch verbinden – hiermit sei dann die Feministische Deutsche Partei gegründet.

    1. @tom174

      Man könnte das ganz traditionell machen:

      „Bündnisse mit dem Feminismus sind Maskulisten sehr wichtig. Ich meine damit aber natürlich den neuen Feminismus, nicht den alten Feminismus.“

  1. Mir kommt es so vor, als sei ein Allie ein Mann, der einer Frau assistiert, ohne selbst Wünschen oder Bedürfnissen folgend, eigene Initiativen zu entwickeln: Sein ganzes Streben soll auf das Wohlbefinden und die Erfüllung von Wünschen und Präferenzen gerichtet sein, die von Frau zu Feministin ganz unterschiedlich ausfallen können. Daß ein Allie eine eigene Person ist, scheint unerwünscht zu sein, er wartet besser auf Anweisungen oder Hinweise, welches Verhalten von seiner Seite aus gut ankommt.

    Wenn das stimmt – und sich mit diesem Artikel deckt – dann (und dieser Gedanke kommt mir gerade zu ersten Mal) – wird hier das bekannte und völlig tradierte Verhältnis von Mann und Frau in der Beziehung übersteigert nachgemacht: Der Mann umsorgt die Frau und indem er es tut, steigert er ihren Wert.

    Wenn das auch stimmt, dann komme ich zu dem etwas ungewohnten Ergebnis, daß eine Feministin das traditionelle Verständnis von Beziehung auf alle Allies erweitert hat. Was eine Frau vorher nur von einem Mann gegen Sexualität zum Tausch bekommen konnte, kann eine Feministin nun von allen Allies kostenlos bekommen – weil sie strukturell benachteiligt ist.

    Unanbhängig von dem Treiben der Allies hat eine Feministin natürlich Sex mit wem sie will.

    Der Allie, die feministisch gewünschte Form männlichen Daseins, entpuppt sich als polygame Lebensform ohne Sex, die eine Frau deshalb ohne eigene Verpflichtung zu haben berechtigt ist, weil es „irgendwie diskriminierende Strukturen“ gibt.

    1. Viele Feministinnen scheinen Allies indirekt auch zu verachten. Der Begriff der (unmännlichen) „male tears“ wird oft im Zusammenhang mit Allys verwendet.

      Der Ally hofft nicht auf Sex, er hofft auf Absolution von der „Erbsünde“ ein Privilegierter des Patriarchats zu sein. Diese Absolution wird ihm aber verwehrt.

      1. >Viele Feministinnen scheinen Allies indirekt auch zu verachten.

        Das ist normal: Viele Frauen verachten die Männer, mit denen sie eine Beziehung führen.

        Daß Liebe zu Hass werden kann, ist vorstellbar, daß Liebe zu Verachtung werden kann weniger. Plausibler ist da die These, daß da niemals Liebe vorhanden war.

        Über die Motive des Ally zu spekutieren, ist interessant aber auch gefährlich: Denn ein Leben unter Menschen zu führen, die den Ally nicht als Person ansehen und nicht als Person behandeln, sondern mehr als Gehhilfe, ist nicht besonders angenehm – selbst wenn man das aus theoretischen Gründen gutheißt.

        Welche Motive dafür ausreichen, kann ich im Moment nicht sagen.

      2. Bei dem beschriebenen, von den „Allies“ erwarteten Verhalten, wundert mich die Verachtung nicht.
        Wer sich so unterwürfig und demütig verhält, sein ganzes Handeln und wohl auch Denken allein auf das Wohl der jeweils anwesenden/den Ton angebenden Femanze ausrichtet, der verdient sich halt keinen Respekt.

        Wobei die ganze Geschichte da dann auch noch einiges komplexer sein dürfte. Die Femanzen dürften es streckenweise genießen, ihre Launen und Komplexe an den „Allies“ auszulassen, was sie aber ja eigentlich gar nicht so dürften. Sie sind ja die Guten. Das führt dann wieder zu Schuldgefühlen, für die wird dann wieder der Allie verantwortlich gemacht usw. usf.

        Eine selten gestörte Szene jedenfalls.

      3. „Der Ally hofft nicht auf Sex, er hofft auf Absolution von der “Erbsünde” ein Privilegierter des Patriarchats zu sein. Diese Absolution wird ihm aber verwehrt.“

        Es geht dabei – immer – um Sex.
        Daß die Rechnung eher nicht aufgeht ist eine ganz andere Sache und Zugeben geht auf gar keinen Fall.
        Folglich dürften Ally´s eher Typen sein, die vor Frauen Angst haben und deshalb die Taktik der Unterwürfigkeit anwenden um zum Zuge zu kommen.

  2. „Feminismus ist nicht für cisMänner da.“

    Heeyy, ich dachte Feminismus ist für alle da.

    Ja, aber ich weiß… das sind alles keine richtigen Feministinnen oder die haben nur noch nicht die richtigen Bücher gelesen oder man soll den Feminismus nicht anhand des Verhaltens von 1 bis n Feministinnen bewerten.

    1. @Matze

      Es scheint Deine Spezialität zu sein, bissig zu argumentieren. Bitte weiter so, löst großes Schmunzeln bei mir aus! Nichts ist peinlicher als Leute mit dem Wiederholen ihrer eigenen Argumente zu entlarven.

  3. Cool, kennt ihr das Märchen vom Fischer und seiner Fru. .
    Die Ilsebills haben sich an die Zeit angepasst und bloggen jetzt uralten Wein durch neue Schläuche..

  4. Oh man,
    diese „Allys“ sind keine Männer, das sind Schoßhündchen oder sie wollen sich die Kohle für einen Besuch bei ner echten Domina sparen….tststs

    1. Ich glaube, das ist eher wie ei einer Sekte: Viele dieser Allies fallen zunächst auf Versprechungen herein („Feminismus ist für alle da“; „Feminismus will eine gerechte Welt für alle“). Gleichzeitig wird ihnen massiv ein schlechtes Gewissen eingeredet („Du bist privilegiert“; „Du profitierst vom Patriarchat, ob Du willst oder nicht“). Und zuletzt erhalten Sie durch das Konzept der Definitionsmacht ständig widersprüchliche Signale und können sich daher niemals sicher sein, etwas „richtig“ zu machen.

      1. Das mit der Sekte ist interessant. Doch jede Sekte hat ein eschatologisches Element, sie versprechen am Ende Erfüllung, Erlösung oder sonst was.

        Was verspricht der Feminismus?

        Hast du auch Klagen gelesen, Allys seien viel patriarchalischer als andere dudes?

      2. Eine der Hauptpunkte ist natürlich, dass „Allies“ innerhalb der Bewegung nie etwas erreichen dürfen, was die Leistung der „echten“ Feministen überschatten könnte. Allies müssen nur unterstützen, weil sie ein Leben lang davon profitiert haben, dass sie aufgrund ihres Geschlechts bevorzugt wurden. Dass sich der Hass der Feministinnen immer wieder deutlich in Richtung Allies entlädt ist dabei überhaupt kein Zufall, denn viele können und wollen nicht mit Männern zusammen arbeiten und brauchen Leute, an denen sie sich abreagieren können. In der Regel sind die Attacken gegen Allies heftiger als gegen ihre eigentlichen Gegner, weil sie in diesem Fall keine Angst haben müssen, dass sich jemand wehrt. Passiert es doch, ist das Geschrei natürlich riesig. Vielleicht ist es aber auch gerade das Ausbleiben einer männlichen Gegenreaktion seitens der „Allies“, was die Feministinnen so stark stört, weil sie selbst tradierte Muster so stark internalisiert haben, dass sie deren Ausbleiben kaum ertragen können.

        Aus der Entstehung des Allybegriffes kann man auch herauslesen, wie Feministinnen (und zu einem grosser Teil auch Frauen) wirklich zu Männern stehen; „Allies“ sind eine absolute Eigenkreation, die entlarvender nicht sein könnte; eine definitive, physikalische Ausformung der Bringschuld aller Männer. Denn Allies als Verfügungsmasse und emotionaler Blitzableiter zu haben entspricht ganz genau den tatsächlichen Wünschen, die diese Personen an eine Partnerschaft haben. Dafür muss man ihnen schon danken, denn nie waren die Grenzen klarer.

      3. @elmar „Das mit der Sekte ist interessant. Doch jede Sekte hat ein eschatologisches Element, sie versprechen am Ende Erfüllung, Erlösung oder sonst was.

        Was verspricht der Feminismus?“

        Er verspricht die Überwindung des Patriarchats. In der post-patriarchalischen Gesellschaft wird es ja keine Diskriminierung mehr geben, also hat auch der Ally dann die Chance, nicht mehr Unterdrücker zu sein, sondern als Gleichwertiger anerkannt zu werden. Vielleicht ähnlich wie bei radikalkommunistischen Gruppierungen: Der Kommunismus als Ende aller Klassenunterschiede, und damit auch der Erlösung von der Erbsünde, in der Unterdrückerkaste geboren zu sein.

      4. „Er verspricht die Überwindung des Patriarchats.“

        Und genau das wird niemals passieren, jedenfalls nicht in deren Augen. Man postuliert ein unerreichbares Ziel und macht die eigene Bewegung und die eigenen Institutionen für immer „notwendig“. Genauso verhält es sich z.B. mit dem Kommunismus, der immer in seiner Vorstufe Sozialismus hängen geblieben ist. Und wieder andere warten seit 2000 Jahren auf die Rückkehr ihres Heilands. Das Reich Gottes wird auch nie kommen, aber das Warten darauf ist in der Zwischenzeit ein Bombengeschäft für die Kirchen.

        Für die Gläubigen ist es derweil wie Warten auf Godot.

      5. @aranxo schon klar, aber es ging ja darum, was denn den Gläubigen (= Allys) geboten wird, die Reinwaschung von der Erbschuld, die sie tragen, weil sie als Privilegierter, als Unterdrücker, als Mann geboren sind. Dass es nicht darauf ankommt, dass dies nie der Fall sein wird, oder ob die Prämisse überhaupt stimmt, um Gläubige anzuziehen, sieht man ja wirklich bei diversen Sekten und Religionen. Auch das schüren von schlechtem Gewissen und einem Gefühl nicht zu genügen und von Unreinheit ( gerade auch im Bezug auf Sexualität) findet sich dort wieder. Und es auch dort erstaunlich, wie sich sonst intelligente Menschen das Gehirn waschen lassen.

      6. @krams
        Du hast das schon ganz gut herausgearbeitet.

        Was die Männer angeht, sind die Parallelen zum Christentum absolut unübersehbar. Zuerst redet man den Anhängern permanent ein schlechtes Gewissen ein, das Gefühl, ein unwürdiger Sünder zu sein, der, auch wenn er selbst sich gar nichts hat zuschulden kommen lassen, trotzdem schuldig ist, denn die Sünden der Vorfahren (Erbsünde = Patriarchat) lasten schwer auf seinen Schultern. Selbst befreien kann er sich davon nicht, er muss Absolution erbitten, und die kann er nur von den geweihten Personen bekommen, also den Klerikern oder den Hohepriesterinnen des Feminismus. Diese Absolution erhält er aber auch immer nur häppchenweise und nur wenn er absolutes Wohlverhalten nach den von den Priestern aufgestellten Regeln zeigt. Die wohlbemerkt selbst bei größtem Bemühen kaum einzuhalten sind, was natürlich Absicht ist, denn schließlich soll das schlechte Gewissen ja bestehen bleiben.

        Das Geschäftsmodell ist an Genialität und Perfidie nicht zu überbieten. Durch Manipulation und Schüren von Ängsten werden Menschen gefügig gemacht, man schafft eine Nachfrage, für deren Befriedigung man auch gleich das entsprechende Angebot, sprich Erlösung und Seelenheil (= heiße Luft) anbietet, mit einer Marge von quasi 100%, im Einkauf extrem günstig, im Verkauf dennoch hochpreisig. D.h. der Gläubige muss zahlen für seine Erlösung. Davon werden dann wieder die vielen Priester und Bischöfe (= Gleichstellungsbeauftragtinnen und Gender-Lehrstuhlinhaberinnen) bezahlt, die nichts anderes tun, als weitere Nachfrage durch Verdammung der Anhänger zu schaffen.

        Damit ist ein praktisches Perpetuum Mobile geschaffen und die Profiteure sitzen an den Schaltzentralen, haben ein schlaues, gutbezahltes Leben und behaupten auch noch, sie täten das nur, um den Gläubigen zu helfen.

  5. In eine ähnliche Richtung habe ich auch schon öfter gedacht. es beginnt ja schon damit, dass sich die Feministinnen in ihren Filter-Bubbles verkriechen und jeden ignorieren oder blockieren, der nicht zumindest den grundlegenden Dogmen zustimmt. Beteiligen dürfen halt nur Allies, und auch nur, solange sie ganz brav und devot sind. Abweichende Meinungen tauchen so garnicht mehr auf. So ist eine gesamtgesellschaftlich tragfähige Veränderung halt nicht zu machen.

    Ich bin zum Schluss gekommen, dass die meisten im Netz aktiven Feministinnen innerlich irgendwo auf der Stufe eines bockigen Kindes festhängen, das mit dem Kopf durch die Wand will und nie gelernt hat, dass man in der echten Welt nunmal nicht alles kriegt, was man will.

    Was mir Angst macht, ist die andere angesprochene Variante, die gewaltsame Revolution. Die könnte sogar erfolgreich sein, schließlich stecken die meisten Männer ja in ihren patriachalen Rollenbildern fest und haben verinnerlicht: Mädchen schlägt man nicht.

  6. Es hilft anscheinend schon sehr, masochistisch zu sein, wenn man ein Ally sein will. Was die Mädels hier verlangen, ist nichts weiter als komplette Unterwerfung. Sorry, nix für mich.

    Da passt grade ein Satz vom Amazing Atheist:
    „Feminismus ist die Idee, Gleichheit zwischen den beiden Geschlechtern herzustellen, indem man sich nur für die Bedürfnisse des einen interessiert“

    1. Gutes Video. Das Feministinnen nicht akzeptieren können, das auch Männer diskriminiert werden, ließ mich gleich an diese Passage aus dem Interview mit Arne denken:

      „Die Psyche versucht immer, ihr eigenes Weltbild zu schützen. Es wurde in den USA mittels Computertomographie nachgewiesen, dass Argumente von politischen Gegnern beinahe als körperliche Schmerzen empfunden werden (Lacht). Dasselbe Problem herrscht in der Geschlechterdebatte: Für radikale Feministinnen stellt selbst die sachlichste Kritik einen chauvinistischen Angriff dar, umgekehrt sind für fundamentalistische Männerrechtler sogar die vernünftigen feministischen Positionen unzugänglich.“

      http://www.stadtgefluester-muenster.de/interview/arne-hoffmann/

      Keine Ahnung ob das so stimmt, aber das Feministinnen nicht gerade zum ausdiskutieren neigen, zeigt ja dieser Artikel und auch die Kommentare von profeministisch eingestellten Personen unter feminismuskritischen Artikeln in den Medien. Da wird es dann sehr schnell subjektiv und jeder der die feministischen Mythen in Frage stellt, kann ja nur ein Idiot sein.

  7. Die öffentlich auftretenden profeministischen Männer von denen ich gehört habe, sind meiner Meinung nach oft ausgesprochene Machos. Ich denke da z. B. an den Kriminologen Pfeiffer, den Soziologen Dieter Otten, auch Michael Kimmel.
    Es kann sein ,daß viele Femnistinnen tatsächlich ein Problem mit Ihren Bechützern , äh Allies, haben, weiß aber nicht ob dieses feminismusinterne Problem für eine Männerbewegung von Interesse ist .

  8. Ich halte dieses Zitieren für eine ausgezeichnete Methode, Widersprüche und Unsinn aufzuzeigen. Natürlich könnte jede einzelne Autorin ankommen mit „Der Feminismus der anderen ist nicht mein Feminismus!“ Aber die Botschaft wäre klar: Forderungen nach „Allies“ sind nicht erfüllbar, wenn jeder andere Kriterien aufstellt.

    Einen „Ally“ würde ich selbst kurz so definieren: Er soll einer Feministin alles liefern, was sie will, dabei aber im Hintergrund bleiben und keine eigenen Ansprüche stellen.

    Ein solches Verhältnis kann ein Mann wohl nur eingehen, wenn er bis oben hin voll mit Schuldgefühlen ist. Oder die aufgestellten Regeln werden hin und wieder gebrochen. Keine normale Beziehung hält es aus, wenn immer nur einer gibt und der andere nimmt.

    In dem Artikel „Fucking While Feminist“ kommt Jaclyn Friedman noch auf einen Punkt zu sprechen: Allys sind unattraktiv. Wenn die Feministinnen mit ihren seltsamen Männern wenigstens noch zufrieden wären, aber so kann es ja nicht funktionieren. Feministinnen fordern von ihren Allys, bitte genau so und so zu sein, und finden sie, wenn diese es so machen, gleichzeitig dafür unmännlich (im wahrsten Sinne des Wortes).

    Eine gute Pseudoerklärung hat die Dame wenigstens parat: Solche Männer haben eben ihren Feminismus noch nicht wirklich verinnerlicht, sie lassen ihn zu sehr heraushängen, sind also zu oberflächlich.

    Ja und überhaupt, was für eine Unverschämtheit von Männern, die helfen wollen und versuchen, unklare Maßstäbe zu erfüllen, dass sie ab und zu gerne hören würden, dass sie etwas richtig machen! Und nächste Woche: Warum kämpfen Feministinnen alleine gegen die große Welt? Warum haben sie es nur so schwer, Gleichgesinnte unter den Männern zu finden?

    1. „Solche Männer haben eben ihren Feminismus noch nicht wirklich verinnerlicht, sie lassen ihn zu sehr heraushängen, sind also zu oberflächlich.“

      Das ist auch voll genial. Die Lösung heißt somit immer wieder: Noch mehr Feminismus! Und wenn dann diese Allies irgendwann auf der Stufe eine geschlagenen Hundes sind, der trotzdem immer wieder zum Frauchen zurückkommt, heißt die Lösung.. na?…na?… Genau: Noch mehr Feminismus!

      Ich glaube weltweit wollen Frauen Männer die authentisch sind und wissen was sie wollen. Von einem Ally wird verlangt sich in Gegenwart von Frauen zu verstellen, sich klein zu machen und es wird verlangt das er seine Bedrüfnisse denen von Frauen unterordnet, weil Penis. Die Femis wissen selber nicht was sie wollen. Wie heißt es nochmal? Achte nicht auf das was Frauen sagen, sondern auf das was sie tun.

      1. „Ich glaube weltweit wollen Frauen Männer die authentisch sind und wissen was sie wollen.“

        Ja, das sehe ich auch als gute erste Regel. Solche Menschen sind ja auch außerhalb eines Flirtkontextes sympathische Zeitgenossen. Und wenn jemand mit dem, was er macht, und dem, was er ist, eben kein Interesse erweckt, dann hat es auch wirklich nicht sollen sein.

        „Von einem Ally wird verlangt sich in Gegenwart von Frauen zu verstellen, sich klein zu machen“

        Quasi ein Anti-Mensch – und das genaue Gegenteil von einem guten Flirter nebenbei. Und das Gegenteil eines guten Freundes, denn der wird einen schon mal darauf hinweisen, wenn man danebenliegt, wenn man sich verrennt, wenn er selbst eine andere Meinung hat. Vielleicht sollte dieser Punkt in Diskussionen deutlich gemacht werden.

      2. Ihr soltet nicht vernachlässigen, dass viele der Netzfeministinnen sexuell gar nicht auf Männer orientiert sind und Allies daher von vornherin nicht als Partnermaterial betrachten.

      3. „Ihr soltet nicht vernachlässigen, dass viele der Netzfeministinnen sexuell gar nicht auf Männer orientiert sind und Allies daher von vornherin nicht als Partnermaterial betrachten.“

        Jaclyn Friedman, über die ich auf das Thema kam, ist ja offensichtlich an Männern interessiert. Bei anders veranlagten zählt aber das Freunde-Argument: Echte Freunde geigen einem schon mal die Meinung, wenn man dabei ist, Mist zu bauen.

        Noch eine andere Idee: Man sollte die Parallelen zwischen dem Verhältnis Feministin-Ally und Reaktionärer-Ehefrau aufzeigen: In der idealen Welt eines Ewiggestrigen mag es so sein, dass ihn seine Ehefrau unterstützt, ansonsten aber bitte die Klappe hält, sich nicht in den Vordergrund drängelt und ihm nicht widerspricht. Klingt bei den Feministinnen genauso nur mit umgekehrter Verteilung der Geschlechter.

  9. Eine schöne Zusammenfassung, mit der man auch Argumentieren kann, dass der Feminismus eine Religion geworden ist. Die Priesterinnen entscheiden, welcher reuige Büßer in die Gemeinschaft aufgenommen wird. Dabei wird natürlich alles beliebig neu interpretiert, je nachdem wie es gerade passt. Und das Dogma ist natürlich unfehlbar. Und die Erbsünde „Mann-sein“ ist im „Ally“ ja auch drin.

    Daher ist Politik im Zusammenhang mit Feminismus denke ich die falsche Beschreibung. Feministische Ideen werden doch mittlerweile durch alle Reihen vertreten, und ist damit wenig ein parteipolitischer Ansatz. Und daher sogar eigentlich noch viel gefährlicher/undurchsichtiger.

  10. Schöne Zusammenstellung der einzelnen Zitate aus den unterschiedlichen und feministischen Quellen. Ich finde die Strategie gut, diese mal Sorte Mensch sich gegenseitig widersprechen zu lassen, getreu dem Motto: Widersprich nie einer Frau, bis sie es selbst tut.

    Bisher kannte ich nur Ally Mc Beal (schreibt die sich so, da ich mir diese Serie über eine Neurotikerin nie angesehen habe). Dass da nun auch bestimmte Männer benennt, spontan fällt mir dazu das ‚BuFoMä‘ (Bundesforum für alles, außer Männer) ein, war mir bisher nicht klar.

    Da bleibe ich doch lieber emanzipiert und nenne mich ggf. ‚Antifeminist‘ – was die Weltanschauung gewisser Ideologien anbelangt und ich hier dargelegt habe: http://emannzer.wordpress.com/2014/07/01/warum-ich-antifeminist-bin/

    Danke @elitemedium für seine Fleißarbeit. Ich bin mal gespant, wann diese Blase in der sie sich befindet implodiert. Momentan bin ich da froher Hoffnung, denn sie isolieren sich mehr und mehr. Das erkennt man schon von außen an dem immer schriller werdenden Tonfall und einem blinden Aktionismus, der in den Medien, der Wissenschaft und bei Kommentatoren mehr und mehr Gegenwind bekommt.

    Mit Ally & Allies werden die sicherlich nicht weiterkommen. Schon gar nicht, wenn die Stutenbissigkeit unter ihnen selbst beginnt (welche ja jetzt schon im vollen Gang ist – man beobachte nur das Kapern des Blogs einer ‚Märchenfrauschaft‘).

    1. Gell.

      Da ist es nur verständlich und gerecht, wenn man jeden Typen anblafft, der es wagt „Grüß Gott“ zu sagen. Selbst schuld, er unterstützt als Dude ja auch dieses System, das diese Schwestern vom Heiligen Schein jeden Tag Sexismus erleben lässt. Was sie schwächt.

  11. Interessante Sammlung von Statements, ein ein bezeichnendes Licht auf deren Autoren werfen.

    Allerdings finde ich den Titel des Posts zu allgemein.
    Ob die hier zitierten Quellen bzw. Damen „den Feminismus“ repräsentieren, ist fraglich. Hier geht es nur um die devote Haltung, die diese sehr speziellen Damen von Männern erwarten und die von bestimmten (masochistisch veranlagten?) Männern sogar verinnerlicht wurde.

    Unfähig, Allianzen einzugehen, ist der Feminismus keinesfallls, denn er hat z.B. eine recht erfolgreiche Allianz mit homosexuellen Männern geschlossen – warum und mit welchem Ziel, kann hier offenbleiben.

    Eine interessante, hier nicht diskutierte (aber im Titel liegende) Frage ist, ob es denn Personen oder Strömungen im Feminismus gibt, mit denen „der Maskulismus“ eine Allianz eingehen könnte.
    Generell: wenn man von anderen fordert, koalitionsfähig zu sein, muß man es selber natürlich auch sein. Nachdenken über diese Frage scheint mir konstruktiver als sich an den genannten hard-core Feministinnen und deren Allmachtsphantasien abzuarbeiten.

    1. „Ob die hier zitierten Quellen bzw. Damen “den Feminismus” repräsentieren, ist fraglich. Hier geht es nur um die devote Haltung, die diese sehr speziellen Damen von Männern erwarten und die von bestimmten (masochistisch veranlagten?) Männern sogar verinnerlicht wurde.“

      Ein sehr guter Hinweis! Dazu kommt natürlich, dass sich die verschiedenen Forderungen zusammengenommen widersprechen. Es ist aber wichtig, diese lauten Stimmen zu kritisieren. Dass nicht alle so sind, nehme ich etwa als gegeben war.

      „Unfähig, Allianzen einzugehen, ist der Feminismus keinesfallls, denn er hat z.B. eine recht erfolgreiche Allianz mit homosexuellen Männern geschlossen – warum und mit welchem Ziel, kann hier offenbleiben.“

      Sagen wir, eine halbe Allianz. Wenn es um die Stoßrichtung „gleiche Rechte für alle“ geht, passen beide gut zusammen. Die männerfeindlichen oder Bevorzugung für Frauen fordernden Teile des Feminismus stoßen hingegen ab.

      „Eine interessante, hier nicht diskutierte (aber im Titel liegende) Frage ist, ob es denn Personen oder Strömungen im Feminismus gibt, mit denen “der Maskulismus” eine Allianz eingehen könnte.
      Generell: wenn man von anderen fordert, koalitionsfähig zu sein, muß man es selber natürlich auch sein.“

      Wieder interessant: Das habe ich für so selbstverständlich gehalten, dass ich es einfach implizit angenommen habe. An den hier besprochenen radikalen Feministinnen kann man ja sehr gut ablesen, was man selbst nicht machen möchte. Deswegen hatte ich etwa „Freund“ als Gegenbegriff zum „Ally“ verwendet. Jede gesunde Beziehung ist ein Geben und Nehmen.

      Vielleicht kommt es jetzt wieder auf die Begriffe an. Wenn wir „Maskulismus“ mit „Männerrechtler“ gleichsetzen, dann wären sinnvolle Verbündete solche Gruppen, die sich für ein Aufbrechen überkommener Geschlechterrollen engagieren und gegen Diskriminierung. Welchen Bevölkerungsteil diese andere Gruppe dabei im Fokus hat, spielt dabei erst einmal keine Rolle.

      Würde mir jemand gegenübertreten und sagen „Ich kämpfe für Feminismus, meine damit, dass Frauen gleiche Rechte haben sollen und aus althergebrachten Rollen ausbrechen können und trete dafür ein, dass das für andere ebenso gilt“, dann wäre meine erste Reaktion: „Gib mir fünf!“

  12. Meines Wissens ist der Begriff des „Allies“ nur in einer bestimmten Hauptströmung des zeitgenössischen Feminismus verbreitet, nämlich im (vulgär-)poststrukturalistischen Feminismus, also dem Gender/Queer-Feminismus.
    Ich habe bisher noch nicht gehört, dass der Begriff „Allie“ in irgendeiner anderen feministischen Strömung Verwendung findet. Selbst im (ebenfalls stark männerfeindlichen) klassischen Radikalfeminismus, der neben dem Gender-Feminismus die zweite wichtigste Hauptströmung des radikalen Feminismus darstellt, kenne ich keinen Text, in dem der Begriff „Allie“ vorkommt (falls jemand doch einen kennt, kann er ihn gerne nennen).

    Dass Allies/männliche Feministen im Gender-Feminismus nicht besonders angesehen sind, ist in der Tat zutreffend. Ein Zitat von einer Gender-Feministin zu ihrer Sichtweise auf Allies/männliche Feministen.

    „Es stellte sich heraus, dass die meisten der Männer, die ich persönlich kenne und ein großes Ding daraus machten, sich als Feminist zu identifizieren, entweder Date Rapists waren, Mütterfetishisten, süchtig nach Pornographie, oder als “Papa Bär” ihre frustrierten, pseudoväterlichen Neigungen Frauen aufdrängten. Sie sind einige der passiv-aggressivsten, bevormundendsten, “Austeilen aber nicht einstecken können”-Flaschen auf diesem Planeten, und verpesten die Frauenbewegung aus dem Inneren heraus (…)“

    http://feminismus101.de/koennen-maenner-feministen-sein/

    1. Hat denn der Rest der unzählbaren verschiedenen sich zum Teil widersprechenden Strömungen eine spezielle Meinung zu männlichen Feministinnen oder herrscht da mehr so etwas wie die Einstellung das Quantität vor Qualität, also je mehr desto besser?

    2. In Wahrheit sind diese „Allies“ Spezial-Einsatzkräfte des Patriarchats, verdeckt hinter den feindlichen Linien operierend 😉

      Aber mal im Ernst: die verlinkten Seiten wirken wie eine Art öffentliche Psychotherapie. Sich den Frust von der Seele zu schreiben ist ja ein bewährtes Mittel bei manchen Therapieformen.

      In dieser öffentlichen Form m.E auch hervorragend geeignet, um anhand von diesen psychotischen Extremen die latente Gemütslage „der normalen frau“ zu analysieren.

      Man darf allerdings nicht vergessen, dass es sich hier um Extreme handelt, deren Ansichten in dieser konzentrierten Form bei „normalen Frauen“ durch vielerlei anderer Interessen und Gedanken überlagert wird.

  13. @ Matze

    „Hat denn der Rest der unzählbaren verschiedenen sich zum Teil widersprechenden Strömungen eine spezielle Meinung zu männlichen Feministinnen oder herrscht da mehr so etwas wie die Einstellung das Quantität vor Qualität, also je mehr desto besser?“

    Also was den klassischen Radikalfeminismus angeht, wird die Kooperationsbereitschaft mit Männern dort im Schnitt sicherlich genauso gering oder noch geringer sein als im Gender-Feminismus. Dennoch muss man hierbei im Auge behalten, dass diese beiden Hauptströmungen des radikalen Feminismus (klassischer Radikalfeminismus und Gender-Feminismus) ja trotzdem in akademischer, medialer und politischer Hinsicht erfolgreich waren, was nicht möglich wäre, wenn es dort nicht auch Individuen gäbe, die zu mehr Pragmatismus in der Lage sind als die Durchschnittsfeministin in diesen beiden Strömungen.

    Was differenzfeministische Strömungen wie Cultural Feminism, Matriarchats-Feminismus, Ökofeminismus oder esoterischer Feminismus angeht, schätze ich die potentielle Kooperationsbereitschaft mit Männern in diesen feministischen Strömungen eher als noch geringer ein als in den zuvor genannten. Sie sind m.E. noch stärker subkulturell und separatistisch ausgerichtet.

    Was liberalen, marxistischen und anarchistischen Feminismus geht, ist die Kooperationsfähigkeit mit Männern hier im Schnitt höher, allein schon deshalb, weil diese feministischen Strömungen im Kontext umfassenderer politischer Richtungen agieren und deren Verhältnis zu der politischen Richtung, der sie sich jeweils zuordnen, eben auch von ihrer Kooperationsbereitschaft abhängig ist. Handelt es sich um ECHTE klassische liberale, marxistische oder anarchistische Feministinnen sind diese auch nicht männerfeindlich.

    Oft genug sind heutzutage aber auch liberaler, marxistischer und anarchistischer Feminismus von radikalfeministischen Ideologieaspekten angekränkelt, teils aus Unwissenheit um deren wissenschaftliche Unhaltbarkeit, teils weil auch diese Strömungen von radikalen Feministinnen unterwandert wurden. So muss man heute sehr genau differenzieren, ob etwas, dass sich als liberaler, marxistischer oder anarchistischer Femimnismus bezeichnet tatsächlich authentisch an die theoretischen Grundlagen dieser Strömungen im Kontext der ersten Welle der Frauenbewegung anknüpft oder es sich tatsächlich nur um Radikalfeminismus handelt, der lediglich im liberalen, marxistischen oder anarchistischen Gewand daherkommt.
    Die größte feministische Organisation in den USA NOW (National Organization for Women) war z.B. ursprünglich von liberalen Feministinnen gegründet wurde, präsentiert sich auch heute noch gerne als liberal-feministisch, ist aber faktisch von radikalfeministischen Ideen und Konzepten unterwandert worden.

    Einen authentischen klassischen liberalen Feminismus, der männerfreundlich ist, findet man im US-amerikanischen Raum hingegen im Equity-Feminismus und im Individual-Feminismus, bei denen es sich um kleine dissidente feministische Strömungen handelt, die pro-maskulistisch sind, also tatsächlich mit Männern nicht nur um feministischer Ziele Willen kooperieren, sondern sogar männerrechtliche Anliegen unterstützen.

    1. „im Equity-Feminismus und im Individual-Feminismus“

      Also im gesellschaftlich und politisch relevantem Feminismus herrscht überall ein pauschales Misstrauen gegenüber Männer. Bin ich jetzt überrascht?

      „Rollenstereotype müssen dekonstruiert werden“
      „Alle Männer sind Vergewaltiger“
      „heterosexuelle weiße Männer sind böse“
      „Aber Feminismus ist für alle da!“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s