Frauen in der Bundeswehr, ein Rätselspiel

In der NDR info-Sendung Streitkräfte und Strategien vom Samstagabend beschäftigte sich ein Beitrag (Beginn bei Minute 14:08) mit der Integration von Frauen in der Bundeswehr.

Es wurde eine Studie vorgestellt, nach der die Akzeptanz von Frauen bei männlichen Soldaten in der Truppe „paradoxerweise“ sogar abnimmt, obwohl doch so viel für die Integration getan wird, mit Frauenparkplätzen, 12 Gleichstellungsbeauftragten und sogar einer eigenen Pressestelle für das Thema.

Der Anteil der Soldaten, die z.B. meinen, Frauen seien den körperlichen Anforderungen bei der Bundeswehr nicht gewachsen, hat sich innerhalb von 6 Jahren von 44% auf 52% erhöht.

Nun fragt man sich, wie sich das erklären lässt. Das hängt natürlich davon ab, wen man fragt, und wen man zu Wort kommen lässt. In dem Beitrag kommt nun aber kein einziger männlicher Soldat zu Wort, der die Situation kritisch sieht und aus männlicher Sicht erklären könnte, warum Männer Kameradinnen kritisch betrachten. Zu Wort kommen ausschließlich Sozialwissenschaftler, Soldatinnen und der Wehrbeauftragte.

Dementsprechend fallen also die Erklärungen aus:

  • Alte Macho-Muster
  • Frauen werden zur Konkurrenz
  • Männliche Organisationskultur, die Frauen als fremd wahrnimmt
  • Andere familiäre Situation der Frauen, Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Sehr bezeichnend finde ich das Zitat: „Auch heute denken die Männer in Teilen noch, dass sie eigentlich das diskriminierte Geschlecht sind“ Was natürlich auf gar keinen Fall der Realität entsprechen kann, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Frauen werden zwar bei gleicher Leistung und Eignung bevorzugt auf Dienststellen gesetzt, aber das hat natürlich überhaupt nichts mit Diskriminierung von Männern zu tun.

Interessant ist auch, dass die Befragung schon 2011 stattfand, die Studie aber erst Anfang diesen Jahres veröffentlicht wurde. Auf eine Anfrage einer Grünen Abgeordneten kam heraus, dass der Studienersteller angehalten wurde, seine Fragen zur sexuellen Belästigung zu kürzen. Ein Skandal! Da hat wohl wer „Angst vor der unbequemen Wahrheit“. Oder will einfach nicht, dass das in wirklich jeder Studie als Vehikel benutzt und aufgebauscht wird, um die Benachteiligung von Frauen in der Vordergrund zu stellen, um damit dann wieder die entsprechenden Frauenbevorzugungsprogramme begründen zu können.

Es bleibt also ein Rätsel, warum die Vorbehalte von Männern gegen über Frauen in der Bundeswehr zunehmen statt abnehmen. An den Frauen kann es natürlich auf keinen Fall liegen. Und auch nicht an deren ständigen Bevorzugung. Der Wehrbeauftragte ist wenigstens so generös, die Probleme nicht nur im Verhalten der männlichen Kameraden zu sehen. Sondern – auch – in den Strukturen, die dieses Verhalten hervorrufen. Aha. Männer sind also in jedem Fall Schuld, in einigen Fällen kann das aber entschuldigt werden, aufgrund der „Strukturen“.

Was sagt die Militärsoziologin dazu: Dem Thema wird noch zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Ja klar, die Bundeswehr hat ja auch nichts wichtigeres zu tun, als immer mehr Frauen zu integrieren. Eine bessere Integration könne nur gelingen, wenn die Rahmenbedingungen für Frauen verbessert werden. Sagt der Wehrbeauftragte. Natürlich, was sonst, da wäre uns auch nichts besseres eingefallen.

Fazit: Ein typischer NDR-Beitrag, der vor Political Correctness nur so strotzt. Dass die Animositäten der männlichen Soldaten vielleicht gerade daher kommen, weil Frauen in der Bundeswehr bevorteilt und gepusht werden, die hübschen Bürojobs bekommen, während die Männer an diese nicht mehr in dem Maße wie früher rankommen, wenn’s aber in den Kampfeinsatz geht, die Frauen geschont werden, auf die Idee kommt natürlich keiner aus der Soziologen- und Wehrbeauftragtenriege. Stattdessen empfiehlt man ein „weiter so“ und „noch mehr davon“.

Der einzige vernünftige Beitrag kommt dann doch noch zum Schluss, der die ganze Sendung quasi karikiert. Eine Soldatin meint: „Bitte keine Extrawurst, Bevorzugungen würden das ganze nur noch schlimmer machen.“ Ach was…

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