Gendergefasel und Prozentrechnen

Nun, jetzt schon eine Weile her da schreibt Gregor Peter Schmitz im SpOn ueber den Besetzungshickhack in der EU-Kommission.

Zitate hieraus:

  • Wo bleiben die Frauen?
  • Wer qualifizierte weibliche Kandidatinnen vorschlage, könne mit einflussreicheren Portfolios rechnen.
  • Eine männliche Bastion
  • EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker versprach eine moderne, eine weibliche Kommission. Doch die Mitgliedstaaten stellen sich quer – unter ihren Kandidaten für die wichtigen Kommissarposten sind nur wenige Frauen.

An allen Stellen wird suggeriert, dass Frauen mal wieder benachteiligt werden. Die Praemisse, dass mehr Frauen magischerweise zu einer besseren Politik fuehren wuerden und das hier eine ganz boese patriarchalische Verschwoerung stattfindet, wird gar nicht erst erlaeutert, geschweige denn hinterfragt.

Wenn ich mir das Autorenprofil ansehe, so entdecke ich auf die Schnelle nichts was wirklich nach Gender riecht. Was zeigt, dass Frauenbevorzugung im Mainstream ist und feministische Behauptungen ungeprueft uebernommen werden.

Wie sieht es denn nun aus? Unser Autor vermengt naemlich ganz gerne einerseits Prozente, andererseits absolute Zahlen. Ohne nachzurechnen kommt ganz schnell der Eindruck auf, die Quote wuerde bei weitem verfehlt. Dem ist aber nicht so.

Juncker wollte 40% haben. Das wuerde 11 Frauen entsprechen. In der jetzigen Kommission sind neun Frauen. Neun Kandidatinnen fuer die neue Kommission hat er. Das sind 32%. Der Brueller an der Sache: Allerdings liegt der Frauenanteil im frisch gewählten Europaparlament ebenfalls nur bei 37 Prozent.

Komischerweise finden die Mitgliedsstaaten trotz intensiver Frauenbevorzugung keine geeigneten Frauen. Wenn man sich die Mitgliederzahlen der Parteien mal anschaut und darueberhinaus weiss, dass Frauen im Schnitt eher weniger als Maenner komplett in der Politik aufgehen und eher andere Lebensplanungen bevorzugen, so scheinen mir 37% fuer das EP und 32% fuer die Kommission schon ziemlich frauenbevorzugt zu sein. Der Titel des Artikels lautet Miese Quote.

Lieber Herr Juncker. Wie waere es denn wenn Sie ihr Amt einfach aufgeben und fuer eine faehigere Frau Platz machen? Sie finden sich unersetzlich? Dann haben Sie wohl nicht lange genug gesucht. Eine Frau als Kommissionspraesidentin, fuer dieses Ziel sollten Sie doch mal Ihre Privilegien checken. Als weisser alter Sack, als Protodudetyp sind Sie doch nur Teil der Unterdrueckungsstruktur. Einfach im Amt zu bleiben ist doch total verlogen, so werden Sie nie ein echter Ally.

Mal sehen wie die Besetzungskegelei ausgehen wird. Fuer mich sieht es so aus: Umso weniger Frauen es tatsaechlich in die Kommission schaffen, umso eher kann ich daran glauben, dass sie es wegen ihrer Kompetenz und nicht wegen ihrer Vagina geschafft haben. Traurig irgendwie fuer mich der an Gleichberechtigung glaubt. Feminism hurts women too!

PS: Matschbirnen duerfen wie immer draussen bleiben. Danke!

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12 Kommentare zu „Gendergefasel und Prozentrechnen“

  1. Schauen wir mal auf einen anderen Bereich, die Förderung von Farbigen im USA , 1960 gab es viel mehr farbige Ärtzte in Amerika wie zu erwarten war nach der Anzahl farbigen Familien die wohlhabend genug waren ein Kind zur Uni zu schicken.(erst seit 1964 gibt es dort freies Studium). Unter den farbigen Besserverdiener beteiligten sich viele an den Studienkosten ihrer Genossen, was die unerwartete Anzahl farbiger Ärtzte erklärt.

    Inzwischen gibt es schon lange affirmative Action in USA, das hat nicht dazu geführt das es noch mehr Farbige Ärtzte gibt, es hat aber dazu geführt das viele Amerikaner, darunter nicht nur Weiße, sich weigern,sich von einen schwarzen Artzt behandeln zu lassen, denn inzwischen gibt es auch auf Universitäten Quoten, fallen zu viele Farbige durch, wird eine Untersuchung eingeleitet. Das hat dazu geführt das farbige Studenten auf den Unis einen besonders niedrigen Standard haben.

    Schon 1960 hatten Farbige mit eigener Initiative das Problem im hohen Maaße im Griff bekommen, nach ein paar Jahrzehnte „Affirmatve Action,“ Sind die Probleme schlimmer als je.

    Genau so wird es mit der Frauenquote auch sein.Geh ich Heute zu einer Rechtsanwaltkanzlei und eine Frau übernimmt mein Fall, kann ich sicher sein das sie das gleiche leisten muss wie die Männer auch, gibt es eine Frauenquote und eine Frau übernimmt mein Fall, nagt das Mistrauen an mir das meine Intressen von einer Quotentussie vertreten werden.

    Die schlimmsten Verlierer der Quoten sind die Frauen, die es ohne dem geschafft haben,

  2. Das ist sehr interessant. Ueberhaupt kann man die feministischen Auswuechse wohl nicht ganz verstehen,ohne nach Amerika und dort insbesondere zur farbigendiskussion zu schauen.

    „Die schlimmsten Verlierer der Quoten sind die Frauen, die es ohne dem geschafft haben,“

    Naja, die schlimmsten Verlieren sind wohl eher die ganzen Maenner, die jahrzehnte um ihren Aufstieg gekaempft haben und jetzt auf die wenigen hoeheren Positionen keine Chance mehr haben, weil vermeintlich aehnlich qualifizierte junge Frauen an ihnen vorbeiziehen.

  3. OK hast wohl Recht, aber denn noch, ein Kollege, in Süd Afrika hatte ein BSC Eng, er war schwarz, wohnte in Soweto und hatte das Studium in der Zeit der tiefsten Apartheid geschafft. Soweto hatte zu seiner Zeit noch keine Elektrizität und er musste bei Kerzenlicht studieren. Nach der Wende galt es so schnell wie möglich Schwarze in allen Berufen zu haben, auch in denen die sie selten hin wollten. Brian hatte sich damals öfter darüber beschwert, über Jahre hinweg war war sein Grad nicht zur Geltung gekommen, nun nimmt jeder Kunde an, er wäre eine Affirmative Action Anstellung

  4. @AlterKnabe, @Gerhard

    Die Quote ist sowohl schlecht für alle aufstrebenden Männer, als auch für die tatsächlich kompetenten und hochqualifizierten Frauen, die nur noch als Quotentussis wahrgenommen werden.

    Es stellt sich die Frage:
    Für wen ist die Quote eigentlich gut? Cui bono?

    1. „Es stellt sich die Frage: Für wen ist die Quote eigentlich gut? Cui bono?“

      Die Frauenquote nützt Politikerinnen, die sich dadurch einen sicheren Platz in einem Unternehmen nach ihrem Ausscheiden aus der Poliltik als Gegenleistung für vorangegangene politische Gefälligkeiten gegenüber den ökonomischen Eliten zu sichern versuchen sowie auch gegebenenfalls den Frauen und Töchtern von männlichen Politikern, die als Gegenleistung für die politische Umsetzung des Willens ökonomischer Eliten bestimmten weiblichen Angehörigen einen Platz in einem Unternehmen sichern wollen.

      Des Weiteren dient die Frauenquote auch als Ablenkung von zunehmender sozialer Ungleichheit und ökonomischen Problemlagen:

      http://newleftreview.org/II/52/walter-benn-michaels-against-diversity

      In diesem Sinne stellt sie ein neoliberales Ablenkmanöver von tatsächlichen Problemen dar.

    2. Cui bono ist eine ganz fantastische Frage. Wie sieht es da mit der grossen Mehrheit von Netzfeministinnen aus? Maedchenmannschaft und Co. Handfeste Vorteile sehe ich da nicht. Externalisierung der Gruende von persoenlichen Niederlagen?

      1. Wie sieht es da mit der grossen Mehrheit von Netzfeministinnen aus? Maedchenmannschaft und Co.

        mehr Quotentussen -> mehr existenziell auf Feminismus Angewiesene/Profitierende, obendrein in Machtpositionen -> mehr Feminismus -> noch mehr Quotentussen -> noch mehr existenziell auf Feminismus Angewiesene -> noch mehr Feminismus -> etc

        Die Quote war der größte Coup des real existierenden Feminismus. Ohne Quoten in den Parteien und in der Akademia bestünde Feminismus nur noch aus seiner verschwindend kleinen gesellschaftlichen Basis.

    3. Es profitieren vermutlich jene Frauen die durch die Quote einen Posten ergattert haben, den sie ansonsten nicht bekommen hätten.

      Vor allem aber profitieren Politiker die versuchen sich dadurch zu profilieren. Politische Gegner die solchen Maßnahmen im Wege stehen kann man dann schön als regressive Frauenhasser charakterisieren. Den Wählern gegenüber kann man dann sagen, man tue etwas um diese „Missstände“ zu beseitigen. Ob die vorgeschlagenen Maßnahmen dann tatsächlich sinnvoll sind ist zweitrangig. Als Faustregel kann man sagen, dass in einer Demokratie der Erfolg eines vorgeschlagenen Gesetzes nicht von seiner Sinnhaftigkeit abhängt, sondern davon, wie gut sich dieses Gesetz anhört in den Ohren eines Wählers der weniger als fünf Minuten darüber nachgedacht hat.

    4. „Für wen ist die Quote eigentlich gut? Cui bono?“

      Könnte es die neue, feministische Genderaristokratie sien? Aristokraten haben doch einen Anspruch auf gut dotierte Pöstchen aufgrund ihres Geschlechts (im Sinne von Abstammung) gehabt. Nichts Neues in der Geschichte. Das einzig Neue ist, dass sie das ohne wirtschaftliche Macht erreicht haben. Das wollen sie nun durch Vorstandsposten nachholen.

      Allerdings kann ihnen das schon auf die Füsse fallen: http://www.karriere.de/karriere/gelobt-geholt-gescheitert-166981/

      Wenn immer mehr dieser Genderaristokratinnen scheitern, wird sich die Frauenquote schon von selbst erledigen. Denn kein Unternehmen wird es auf Dauer hinnehmen, dass man diesen „Prinzessinen auf der Erbse“ die Führungsarbeit in mundgerechte Häppchen servieren muss. Die zu bezahlenden Strafen sind allemal billiger, als der Schaden der entstehen würde, wenn mann die Quotenfrau weiter beschäftigt.

      Diese Entwicklung müsste allerdings auch in der Damenwelt die Alarmglocken läten lassen: Bei einer anhaltenden Scheiterwelle der Quotentussis, werden unberechtigterweise auch fähige Frauen im Gendertopf der Quotentussis geworfen.

      Das wäre sicherlich nicht im Sinne der „Erfinder.I.nnen“.

    5. „Für wen ist die Quote eigentlich gut? Cui bono?“

      Das wissen wir nicht.

      Eines aber können wir sehen: Sie ist typisch Frau: Ganz oben einsteigen bitte, da unten möchte sie nicht.

  5. 1994 war ich Teil einer besonders schmerzhaften Fusion von 4 Firmen, die alle zu unser Firmengruppe gehörten. Die Anzahl Manager Positionen wurden von 24 auf 18 reduziert. Unsere größten Kunden war der Staat und um von der neuen Süd Afrikanischen Regierung noch Aufträge zu erhalten, musste die Firma sich verpflichten bis zum Jahr 2000 mindestens 30% Affirmative Action Positionen im Management zu haben. Also 6 Manager verloren ihre Position wegen der neu Strukturierung der Firma nach der Fusion, einer wurde sofort entlassen, um Platz für einen Inder zu schaffen, das war schon mal der Anfang des Affirmative Action, bis 2000 sollten weitere 5 ersetzt werden. Geht man 6 Jahre zurück, waren 16 der noch Manager schon Manager, also war nicht zu erwarten das bis 2000 durch normalen Wachstum der Firma sehr viel passiert , die Erwartung war das bis spätestens 2000 5 Manager, unzeremonial vor der Tür gesetzt würden.Alle waren mehrere Jahre lang Manager und einige unter ihnen hatten auch eine längere Karriere in der Firma hinter sich bis sie Manager wurden. Auch das wird hier mit Frauenquoten passieren.

    Nicht nur Schwarzen Förderung gibt es in Süd Afrika, sondern Frauenfördrung auch, Örtliche nennen das Doppelarpartheid. So kommt das das Kohlenkraftwerke mit minderwertiger Kohle geliefert wird, das wenn die Kohle naß geregnet ist, die Generator stehen bleiben. Hauptsache die Kohlenmine wird von einer schwarzen Frau geführt.

    Auch das gibt es schon lange in Deutschland, meine Frau und ich hatten längere Zeit ein Geschäft geführt, das Geschäft war auf meine Frau ihr Name. Alle paar Monate bekamen wir eine Nachfrage für ein Angebot von einer oder anderen Behörde, oft Polizei oder Stadtraat, die im Namen der Frauenförderung von uns ein Angebot wollten. Wenn wir sagten das wir zwei das Geschäft zusammen führten, verschwand die Intresse.

    .

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