Getrennt leben, gemeinsam erziehen – warum der Vater so wichtig ist.

Ein Paar mit Kindern stellt fest, dass es als Paarbeziehung in dieser Konstellation nicht funktioniert. Natürlich geht man nicht ohne triftigen Grund auseinander, schon gar nicht, wenn Kinder da sind. Da versucht man vielleicht noch eher, die Beziehung irgendwie doch noch zu kitten, um den Kindern das oftmals traumatische Erlebnis der Trennung zu ersparen. Und macht es damit unter Umständen nur noch schlimmer.

Ich selbst bekam von meinen Eltern das volle Programm gereicht, zuerst eine katastrophale Ehe und nach fünfzehn unendlich langen Jahren des sich-gegenseitig-das-Leben-schwer-Machens kam dann doch die äußerst hässliche Trennung, inklusive Nachspionieren, Ausfragen und Aufhetzen der Kinder gegen das jeweils andere Elternteil. Das war der Hauptgrund warum ich mir irgendwann im Laufe meiner ersten Schwangerschaft schwor, meinen Kindern so etwas nicht anzutun. Das war sogar der Hauptgrund dafür, warum ich eigentlich die längste Zeit überhaupt keine Kinder wollte.

Mal ganz abgesehen davon, dass Kinder ein Recht auf ihren Vater haben und umgekehrt, bin ich der festen Überzeugung, dass ein Kind beide Elternteile braucht. Doch wo über die Notwendigkeit der Mutter allgemeine Übereinstimmung herrscht, sieht das beim Vater leider – zumindest in vielen Köpfen – immer noch anders aus. Zum Glück findet langsam aber sicher ein Umdenken statt, und der Wert des Vaters findet Anerkennung, wie zB hier.

Der Artikel von Fanny Jimenez beschäftigt sich unter anderem mit dem inzwischen emeritierten US-Psychologen Ronald Rohner, welcher das „Center for the Study of Interpersonal Acceptance and Rejection“ an der University of Connecticut aufgebaut und bereits in den frühen 70er-Jahren Studien zur Bedeutung des Vaters in der Familie durchgeführt hatte.

Jimenez schreibt:

So fand er im Jahr 1975 in einer vergleichenden Studie an 101 verschiedenen Kulturen heraus, dass Kinder, bei denen der Vater mit im Haushalt wohnte, von der Mutter, aber auch von anderen Bezugspersonen mehr Akzeptanz und Wärme erfuhren. Seine Arbeit motivierte viele andere Wissenschaftler, seinem Beispiel zu folgen. So rückte die Rolle des Vaters für die Kindesentwicklung stärker in den Fokus der Forschung.

Im Jahr 2012, am Ende seiner beruflichen Laufbahn, veröffentlichte Rohner zusammen mit Kollegen aus 13 Nationen im „Personality and Social Psychology Review“ einen einzigartigen Überblick über alle Ergebnisse der vergangenen Dekaden. Egal ob es der Vater oder die Mutter ist, so das Ergebnis: Wenn ein Kind sich ungeliebt oder abgelehnt fühlt, steigt sein Risiko, später aggressiv und emotional instabil zu werden. Auch ein gering ausgeprägtes Selbstbewusstsein, ein Gefühl der Unzulänglichkeit und eine negative Sicht auf die Welt resultieren häufig daraus.

Was ich sehr interessant finde. Es deckt sich zufällig mit meinem eigenen Erleben der Beziehung zwischen meinem Vater, der mir [gefühlt] desinteressiert bis ablehnend gegenüber stand, und mir.

Jimenez schreibt weiter:

[…]Einige Studien ergaben darüber hinaus sogar, dass die Einstellung und das Verhalten des Vaters für manche Entwicklungen des Kindes grundsätzlich mehr Gewicht hat, egal, wie es um die Hierarchie in der Familie bestellt ist. Wenn Väter ihrem Kind gegenüber gleichgültig, ablehnend oder gar feindselig agieren, entwickeln diese überdurchschnittlich oft Verhaltensauffälligkeiten, depressive Störungen und werden drogenabhängig oder straffällig – und zwar auch dann, wenn die Mutter ihr Kind bedingungslos liebt und unterstützt.

Was ebenfalls auf mich selbst zutrifft. Doch von den negativen Aspekten der Ablehnung durch den Vater kommen wir mal zu den Chancen, die sich durch Anwesenheit und positive Aufmerksamkeit des Vaters ergeben:

[…]“So waren in der Studie Kinder, deren Väter bereits eine intensive und liebevolle Beziehung zu ihnen führten, als die Babys erst drei Monate alt waren, im Alter von einem Jahr besser entwickelt und zeigten mehr soziale Kompetenz.“ […]

„Der Umgang des Vaters mit seinem Kind unterscheide sich oft deutlich von dem der Mutter. „Wenn sich Väter mit ihren Kindern beschäftigen, tun sie das auf andere Weise“, erklärt Rohner. „Väter spielen eher auf körperlicher Ebene. Sie raufen sich mit ihren Kindern, fördern ihre Wettbewerbsbereitschaft und ihre Unabhängigkeit – und den Mut, Risiken auf sich zu nehmen.“

„Im „Journal of Early Adolescence“ berichten die Forscher, dass Kinder Ausdauer und Beharrlichkeit eher vom Vater lernen als von der Mutter. Väter, die ihren Kindern diese Eigenschaft erfolgreich vermitteln, seien warmherzig, zuverlässig und liebevoll, setzen aber klare Regeln und Grenzen, die sie ihren Kindern gut erklären konnten. Gleichzeitig seien sie gut darin, ihren Kindern ein altersgerechtes Maß an Selbstbestimmung einzuräumen.

Warum Väter in dieser Hinsicht wichtiger für die Kinder seien, konnten die Wissenschaftler in der Studie nicht beantworten. Ihre Vermutung ist, dass Vätern Durchhaltevermögen einfach etwas wichtiger ist als Müttern und sie deshalb bei ihren Kindern mehr darauf achten. Mütter hingegen konzentrieren sich den Forschern zufolge häufig mehr darauf, Eigenschaften wie Dankbarkeit und Höflichkeit zu vermitteln.“

Auch dies erlebe ich ganz ähnlich im Erziehungsverhalten des leiblichen Vaters meiner Kinder. Selbiges gilt für meinen Partner, der für die Kinder ganz klar eine Vaterfigur darstellt. Er handhabt die Erziehung anders als ich, was ich einerseits gut und wichtig finde. Andererseits ergeben sich aus der Besonderheit meines Sohnes immer wieder Konfliktsituationen, die uns beide gleichermaßen verunsichern und auch ermüden.

Außerdem spricht die Autorin mit Peter Seher, dem Vater einer fünfjährigen Tochter, über seine Art der Erziehung und wie er sein elterliches Dasein wahrnimmt. Neben seiner Tätigkeit als Börsenmakler und seinem Blog herdzeit.de kümmert er sich liebevoll um seine Tochter und verrät abschließend: „Wenn ich Hanna abends manchmal ins Bett trage und sie sich schlaftrunken an meine Schultern kuschelt, dann fühle ich mich unersetzbar.“

Der Kindsvater und ich haben uns getrennt, als unsere gemeinsamen Kinder ein Jahr bzw. zweieinhalb Jahre alt waren. Wir hatten uns in der Vergangenheit gegenseitig versprochen, unsere persönlichen Querelen nicht auf dem Rücken der Kinder auszutragen. Natürlich gab es Tränen, Wut und mindestens ein verletztes Ego. Wir verhielten uns unvernünftig und es hagelte beiderseitig Vorwürfe und verletztende Worte. Doch irgendwann erinnerten wir uns an das Versprechen und daran, was wir doch eigentlich vorhatten besser zu machen als meine eigenen Eltern.

Dieses gemeinsam Erziehen, obwohl man kein Paar mehr ist, bedeutet wohl vor allem eines: Absoluter Wille, trotz der Trennung im Interesse des Kindes bzw. der Kinder zu handeln. Und die Fähigkeit, das eigene Ego auch mal hinten anzustellen. Es bedeutet einerseits, sich an Absprachen zu halten, und andererseits, auch mal „fünfe gerade“ sein zu lassen.

Es bedeutet in meinem speziellen Fall, dass ich mich manchmal regelmäßig dafür verfluche, keines von diesen Weibsbildern keine von jenen Frauen zu sein, die den Vater einfach „entsorgen“, sondern mich statt dessen ständig über Bezuschussung diverser Anschaffungen, gemeinsame Termine, Arztbesuche sowie sonntägliche Aktivitäten mit dem Kindsvater austausche und mich außerdem mit dem allgegenwärtigen „Menscheln“ auseinander setze.

Meine Kinder haben also einen leiblichen Vater, der sich bemüht, doch dessen Kapazitäten aufgrund räumlicher Entfernung und Berufstätigkeit stark eingeschränkt sind. Aber: während der Zeit, als er arbeitslos bzw. arbeitssuchend war, konnte und durfte er die Kinder täglich sehen.

Sie haben seit fünf Jahren außerdem noch einen sozialen Vater, der zwar ebenfalls berufstätig ist, doch für die Kinder mittlerweile fast genauso „Papa“ ist wie der leibliche Vater. Er liebt sie und sorgt für sie, als wären es seine eigenen Kinder.

Dies verursacht einen Loyalitätskonflikt bei den Kindern. Sie lieben uns, schließlich sorgen wir für sie; Wir sind alles, was unsere Kinder haben und natürlich wollen sie auch von uns geliebt werden. Und dafür würden sie alles tun. Wer selbst Kinder hat, weiß, wie sensibel die kindlichen Antennen sind, und wie erfinderisch Kinder sein können, wenn es um zielführende Strategien geht. Doch zum Glück müssen meine Kinder nicht entscheiden, wen sie lieber mögen.

Gerade stelle ich fest, so weit wollte ich eigentlich gar nicht auf das Thema eingehen oÔ

Der Artikel bedeutet für mich einerseits die Bestätigung meines eigenen Empfindens bezüglich meiner Eltern und der Einbeziehung des leiblichen Vaters meiner Kinder in deren Erziehung. Weiters kann ich jetzt irgendwie leichter die väterliche Herangehensweise akzeptieren, die sich tatsächlich von meiner eigenen unterscheidet. Ich selbst neige tatsächlich zum „Helikoptern“, wobei ich mich wirklich auf dem Wege der Besserung befinde. Ich weiß, dass ich meinen Kindern Raum geben muss, und dass ich ihnen erlauben muss, ihre eigenen Erfahrungen zu machen, um daraus lernen zu können. Auch wenn das, nun ja… auch wenn das Mamaherz dabei blutet.
Die beiden Männer hingegen lassen die Leine eher mal länger und die Kinder dürfen erst mal machen. Dies ist dann der Moment, in dem ich [innerlich kopfschüttelnd und mal mehr mal weniger erfolgreich den Helferimpuls niederringend] danebenstehe und mich frage, wie so etwas möglich ist. Aber das ist eben meine Art und Weise, und nur deswegen muss sie ja nicht die einzig richtige sein.

Ich bin sehr auf Zuverlässigkeit und regelmäßige Abläufe bedacht. Ich weiß nicht ob es an meiner Persönlichkeit liegt, daran, dass ich eine Frau bin oder einfach nur der Tatsache geschuldet ist, dass ich in 99,9% der Fälle die Konsequenzen von nicht eingehaltenen Tagesplanungen ausbaden darf. Vielleicht ein bisschen von allem.
Die beiden Herren [und JA ich werfe tatsächlich auch diesbezüglich beide in einen Topf, denn in gewissen Verhaltensweisen sind sie sich tatsächlich sehr ähnlich] sind da eher gelassen. Abendessen? Gibts. Kann man um sechs. Kann man aber auch gut erst um acht. Frühstück? Joa, gibts auch. Kann man direkt nach dem Aufstehen. Muss man aber nicht.

Und wenn es darum geht, den Kindern etwas beizubringen, dann bin ich sehr darauf bedacht, eine gute Anleitung zu liefern. Gleich vorab. Leiblicher wie sozialer Vater drücken dem Kind das Werkzeug in die Hand und sagen „Da. Mach mal.“

Nur damit das jetzt nicht falsch verstanden wird: Ich möchte hiermit ausdrücklich keinem allein erziehenden Elternteil auf den Schlips treten. Oft genug besteht berechtigter Verdacht auf Kindeswohlgefährdung, bei Vernachlässigung, Gewalt oder Missbrauch. Ich finde eher solche Konstellationen problematisch, in denen die Kinder instrumentalisiert werden, um dem jeweils anderen Elternteil zu schaden. Keine Trennung läuft angenehm ab; Wo Gefühle im Spiel sind kochen die Gemüter hoch, und kaum einer kann rational handeln. Doch trotz allen Gemeinheiten und verbalen Tiefschlägen: Eltern sind auch während und nach einer Trennung immer noch Eltern. Und somit Vorbild; Das, was ihre Kinder sehen, erleben und nachahmen werden.

Das, was wir tun, tun wir  gewiss nicht, weil es immer einfach oder angenehm ist. Ich tue es, weil es das einzige ist, was sich für mich aufgrund dessen, was ich weiß, richtig anfühlt.

[EDIT] Hier der heutige Artikel von Agens: Scheidungskinder brauchen beide Eltern! [/EDIT]

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Autor: evilmichi

Seit ich denken kann wollte ich nur eines: wie die Anderen sein. Und weißt du was? Irgendwann habe ich doch kapituliert. Ich war immer schon ich. Nur mittlerweile bin ich es gern. Meistens zumindest.

20 Kommentare zu „Getrennt leben, gemeinsam erziehen – warum der Vater so wichtig ist.“

  1. Statt eines langen Kommentares:

    Wer danach noch trockene Augen hat, sollte u.a. auch über deinen tollen Beitrag nachdenken, ‚böse Michaela‘ 😉

    1. PS: An dieser Stelle mal meinen Dank an die Mutter unseres gemeinsamen Kindes, die nie den Umgang boykottierte – und manchmal etwas kooperativer sein könnet (ist aber nur mein frommer Wunsch).

  2. Das ist ein sehr berührender Artikel und appeliert für den Idealfall, wenn es schon zur Trennung gekommen ist. Eltern bleiben Eltern, auch nach der Scheidung und die Kinder, ja in den meisten Fällen stehen sie dazwischen, das kann für sie nicht gut sein.
    Die Trennung der Eltern ist schon ein Traumaerlebnis für die Kids, das irgendwie aufgefangen werden muss und nicht noch schlimmer gemacht werden darf.

    Wir haben hier eine identische Konstellation seit fast sechs Jahren, nachdem wir davor Jahre einer nicht funktionierenden Familie gelebt haben. Eine Trennung im Guten war schlussendlich die beste Lösung für alle. Ein Besuchsrecht hat es bei uns nie gegeben, dafür aber regen Telefonkontakt, viele spontane Entscheidungen und natürlich regelmäßiger Kontakt.
    Meine Kinder brauchen und lieben ihren Vater, ich würde mich nie dazwischen stellen, dafür gibt es hier auch keinen Grund.
    Wahrscheinlich hätten wir – ohne Kinder – keinen Kontakt mehr. Durch unsere Kinder haben wir aber ein freundschaftliches Verhältnis aufgebaut, dass sie glücklich macht! Ich finde, das alleine zählt. Sie können für unser Versagen als Paar nichts!

    1. Ich finde es sehr erfreulich, auch mal von anderen Familien zu lesen, die in einer ähnlichen Situation ähnlich gehandelt haben bzw. handeln wie wir. =) Für den Kindsvater und mich gilt ebenfalls: Gäbe es die Kinder nicht, hätten wir mit Sicherheit keinen Kontakt mehr zueinander. Aber so versuchen wir, trotz aller Differenzen mit vereinten Kräften das Beste aus der Situation zu machen.

  3. Entgegen der üblichen politisch korrekten und wie ich finde etwas unangebracht unterordnenden Gefühlsduselei (Mann ist ja schon froh, wenn überhaupt etc. und damit dann zusammenhängende oberflächliche Harmonie aufgrund von teilweise notwendiger Selbstverleugnung …) möchte ich einmal eine andere Sicht und ein anderes Gefühl vertreten. Weil ich finde, dass eben das unterschlagen dessen auch Teil des Problems ist.

    Vorweggesagt finde ich es aber löblich, dass hier auch solche Artikel erscheinen. Deshalb trotzdem auch Dank an die Autorin und ich hoffe sie nimmt mir die Kritik nicht allzu übel.

    Ich reibe mich an der deutlich werdenden Grundhaltung, die hier eingenommen wird. Leibliche Väter werden ganz grundsätzlich nicht von vornherein als selbstverständlich gleichberechtigtes Elternteil betrachtet. Ich meine das insbesondere auch in der emotionalen Sichtweise.

    Warum eigentlich?

    Ich empfinde es als herablassend, wenn die Mutter sich als gönnerhafte Gatekeeperin sieht. Daran ist nichts Gönnerhaftes, außer das was sie aufgrund einer von vornherein disriminierende Rechtslage den Vätern gegenüber wie auch einer gesellschaftlichen Akzeptanz der Herrschaft der Mutter dann „generös“ zulässt. Das ist aber kein tatsächliches Geben, eher ein Nehmen, da hier mit Leben umgegangen wird, die tatsächlich nicht ihr gehören und denen sie sich vermeintlich legitimiert bemächtigen darf, um dann zu „gönnen“.

    Es ist diese Hinwegsetzung bei gleichzeitiger gönnerhafte Geste von Anteilen, die eigentlich in diesem Sinne bereits gestohlen sind.

    Der leibliche Vater darf sich als menschlicher Erfüllungshampelmann dann vielleicht noch seine Vaterschaft mit vielen sozialen Vätern teilen. Meist zum narzisstischen Entzücken der Mutter und die Gesellschaft wähnt sich dann auch in cooler Generösität. Dies und viel ähnliches dieser Art nimmt immer und überall Raum der mit dieser „Generösität“ bedachten leiblichen Väter und ihrer Kinder. Verlässlicher, menschlich geachteter und gleich wertgeschätzer Entwicklungsraum, der unkonditioniert und unsanktioniert auch bei vermeintlichen Fehlern eigentlich vorhanden sein sollte.

    Das greift sehr tief. Und Väter sind weit davon entfernt hier anzukommen. Sie sollen es auch gar nicht. Kein Anstrengen von dieser Welt wird dafür reichen. Ich unterstelle das jetzt einmal tatsächlich so.

    Was hier immer im Vordergrund steht, ist das heroische narzisstische Bedienen der Mutter. Es wird in allen möglichen Variationen immer und in jeder Situation verklausoliert legitimiert. Immer auf Kosten des Vaters und der Kinder, im Sinne der Bindung zu ihm.

    Das ist ein Matriarchat. Und das schon seit langem.

    Wenn denn schon wäre Ehrlichkeit hier sicherlich psychisch gesünder. Denn die Verlogenheit ist eigentlich unerträglich für alle davon negativ Betroffenen, die tatsächlich nicht wirklich sein dürfen, nämlich die Kinder und ihre leiblichen Väter als Empfänger der „Generösität“ von eher narzisstisch getriebenen Gatekeepern. Die zur Schau gestellte Großherzigkeit und der vermeintliche Altruismus einer vermeintlich selbstlos „liebenden“ Mutter, die das alles aus purer Selbstlosigkeit und nur fürs Kind macht, ist mit großer Sicherheit in den allermeisten Fällen verlogen. Solche Menschen gibt es nämlich gar nicht. Auch nicht bei Müttern.

    Ganz besondes widerlich finde ich es, dass die Frauen, die hier mit dieser gewollten Verlogenheit eigentlich ein unglaubliches wie grotesk monströses aber nicht wirklich menschlich verdientes Herrscher- und Mißbrachsprivileg haben (Denn sie sind nicht die besseren Menschen. Niemand ist das.), aber in besonders menschlich abwertender Weise in Richtung Männer Gegenteiliges behaupten. Der böse schwarze Mann, das sog. Patriarchat, nimmt ihnen dann auch jede Verantwortung für ihre narzisstische Arroganz ab und ein weiteres groteskes wie unverdientes Privileg sorgt dafür sich nicht wirklich rechtfertigen zu müssen.

    Ein „Spiel“. Aber kein menschlich Gutes wie ich finde. Und ich unterstelle, dass insbesondere bei den eigentlichen Nutznießern, den Frauen, kein wirkliches Interesse an einer Änderung daran ist. Bisher wurde und wird ein Lebenslügengebäude von epischen Ausmaßen aufgebaut.

    Man kann es auch mit verschwommenen Worten wie Gynozentrismus, feministischer Kult im Rahmen von kulturmarxistischer Dekandenz etc. behaften.

    Aber was wäre denn gut?

    Es wäre gut, wenn als zunächst völlig *unkonditionierte und selbstverständliche Grundlage* leibliche Väter und ihre Bindung zu ihren Kindern menschlich gleichrangig im Sinne der Verlässlichkeit für sie und der Achtung vor ihnen, wahrhaftig und ehrlich menschlich eingebettet sein könnten. Auch im Sinne ihrer Elternschaft und ohne sich das irgendwie erst bei irgendjemand verdienen zu müssen. Denn dann wäre es das ja genau eben nicht.

    Gleiches natürlich auch reziprok für Mütter.

    Darauf aufbauend alles andere. Auch Trennung. Die dann ganz anders gehandhabt werden könnte. Nämlich ehrlich und nicht mit diesem widerlich verlogenen Feigenblatt immer väterdiskriminierend oder Väter in Frage stellend.

    Ein Utopie von der wir menschlich Lichtjahre entfernt sind und es wahrscheinlich immer schlimmer machen. Mit der heutzutage darin enthaltenen politisch korrekten Unehrlichkeit. Und nein, daran sind nicht nur Männer Schuld. Ganz im Gegenteil.

    Hoffe das war jetzt nicht zu schlimm. Und es sollte in diesem Sinne auch keine zu starke kritik an der Autorin selbst sein. Aber das waren ein paar Gedanken eines auf ziemlich betrügerische Weise teilentsorgten Vaters, der sich dann auch noch
    die besagte „Generösität“ gefallen lassen muß, auch die untermenierende der beliebigen gesellschaftlichen Abwertungen, des beliebigen Konkurrenzaufbaus etc.

    Vielleicht kann der eine oder andere sich ja über die anrührende anfänglich erwähnte Gefühlsduselei einmal diesen Gefühlen menschlich nähern ohne sie gleich als vermeintlich egoistisch zu deklarieren und zu verwerfen oder gar für menschlich für disponibel zu erklären. Letzteres eben auch nicht unüblich heutzutage. Und vielleicht hat der ein oder andere Betroffene sie ja auch.

    1. +1 Starker Kommentar @petpanther, der leider auch immer noch wahr ist. Als Vater kannst du in diesem Land froh sein, wenn die Mutter nicht verrückt spielt und in gnadenloser Egozentrik (aufgrund verletzter Eitelkeit) auch noch die Kinder mit hinein zieht bzw. verheizt.

      Agens e.V. hat mal eine Aktion „400“ gemacht. Diese Zahl steht für die werktäglichen Trennungswaisen, welche werktäglich per Gerichtsbeschluss zu Trennungshalbwaisen gemacht werden (Astrid von Friesen zitierte dies mal auf einem bewegenden Vortrag).

      Dies Summe / Tag ist erschreckend genug – und wenn man bedenkt, dass es sich hier ’nur‘ um Scheidungen handelt und die Zahl der unehelichen Kinder darin nicht berücksichtigt sind, dann kann man mehr als ins Grübeln kommen.

      Wie sagte mein Kind mal aus dem Nichts und völlig klar: „Wenn ich noch mal auf die Welt komme, dann möchte ich, dass meine richtigen Eltern zusammen bleiben …“

      Sowas macht sprachlos – zumal die Kontakte hervorragend laufen bzw. die Zusammenarbeit mit der Mutter diesbezüglich gut läuft.

      PS: Dein Kommentar ist meiner Meinung nach einen eigenen Blogbeitrag wert. Wäre es ok für dich, als Vollzitat genannt zu werden?

      1. @Graublau

        Über meine Geschichte?
        Ja vielleicht. Jetzt spontan erscheint es mir recht persönlich.

        Es gibt ja viele Aspekte und kommunikationswürdige Blickwinkel, die auch herausgelöst davon wichtig wären. Wie etwa die Befremdung zur „gönnerhaften Haltung“ Vätern gegenüber, die ich in meinem Kommentar deutlich mache.

    2. @petpanther Zugegeben, beim Lesen deines Kommentars musste ich tatsächlich kurz schlucken.
      Dennoch muss ich dir in allen Punkten Recht geben.
      Du kannst dir sicher denken, dass kein Trennungsfall wie der andere ist. Falls meine Schilderungen sich gönnerhaft lesen, dann habe ich mich womöglich ungeschickt ausgedrückt. Mal fällt es mir leichter, und mal schwerer, die Situation, den Vater sowie seinen Umgang mit allem zu akzeptieren. Wo Menschen sind, da menschelts halt. Und auch wenn ich versuche, mich mal selbst „von außen“ zu betrachten, werde ich doch niemals erfahren, wie das alles eigentlich für ihn ist.

  4. Vielen Dank für diesen persönlichen Bericht! Dass du ihn durch Studien angereichert hast, macht ihn noch wertvoller. Du zitierst einen (Herrn?) Jimenez, leider machst du dazu aber keine Quellenangabe, könntest du die nachreichen?

    Meine Eltern trennten sich, da war ich gerade drei Jahre alt, mein Bruder war etwa eins. Leider ging das überhaupt nicht gut. Zu meinem Vater und dessen Familie gab und gibt es keinen Kontakt, hinzu kam, dass mein Opa mütterlicherseits dann früh starb; Einen sozialen Vater hat es dann auch nie mehr gegeben, ich wurde komplett allein erzogen ohne jegliche männliche Bezugspersonen. Mein Eindruck ist mittlerweile auch, dass es meiner Mutter wichtiger war, für sich ein möglichst reibungsloses Leben zu haben und unsere Bedürfnisse als Kinder nur dann eine Rolle gespielt haben, sofern sie diese Priorität nicht durchkreuzten.
    Natürlich ist das meine eigene Perspektive, aber ich habe den Eindruck, dass solche Schicksale und die Schwierigkeiten, die sie mit sich und nach sich ziehen, in unserer Gesellschaft ziemlich ignoriert werden.

  5. “ keine von jenen Frauen zu sein, die den Vater einfach “entsorgen” “

    War dir eigentlich schon vorher bewusste, dass es durchaus möglich für dich war den Vater zu entsorgen?

    1. Ich habe mir darüber ehrlich gesagt keine Sekunde lang Gedanken gemacht. Bei der Geburt meines Sohnes haben wir selbstverständlich das gemeinsame Sorgerecht begründet, bei meiner Tochter genauso. Das war für mich selbstverständlich. Von meinem ältesten Bruder allerdings kenne ich einen Fall der „Teilentsorgung“ des Vaters, nachdem seine damalige Freundin ihm, böse ausgedrückt, ein Kind untergejubelt hatte [Pille abgesetzt ohne ihm was davon zu sagen]. Er darf seine Tochter, die mittlerweile neun ist, zwar regelmäßig sehen, was aber aufgrund der Entfernung und seiner Berufstätigkeit nur alle zwei bis vier Wochen der Fall ist. Unterhalt zahlen darf er – und tut er – natürlich. Aber den Begriff und das Ausmaß der „Väterentsorgung“ kenne ich tatsächlich erst, seit ich mich mit Maskulismus beschäftige.

      1. Obwohl die Selbstverständlichkeit beim Sorgerecht leider so nicht vorhanden ist, zumindestens wenn man sich die Rechtssprechung ansieht.

  6. Hallo Evilmichi,

    toller blog – danke.

    Dein Name is ’ne grobe Täuschung der Behörden! Sollte ja wohl eher heissen: lovelymichi.

    Du beschreibst das Ganze sehr gut und persönlich -> gefällt mir.

    Ich glaub‘ das Gleiche, wie Deine Kiddies: Du bist ’ne Bombenmutti.

    Mutti meinerseitsd drischt seit fast 10 Jahren gnadenlos auf mein Kind und mich ein. Kindesmissbrauchsfalschanzeigen inlusive. Das Amt für Umgangsfeindliche Extremmütter versucht sich seit X Jahren an Täter- statt Opferschutz. Schlimm für mein Kind.

    Macht nix, wir kämpfen weiter -> aber nicht gegen Mutti sondern für das Schöne.

    Nett, dass wir Dich getroffen haben. Gibt nicht so wenige evilmichis wie man denkt. Schreiben bloss nicht alle blog.

    Ciao
    Downtown

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