Alles nur ein Missverständnis?

Ich war mal einer von den Guten, zumindest habe ich das geglaubt. Wenn ich zurück blicke, kann ich gar nicht mehr genau sagen wann sich das geändert hatte. Denn diese Änderung dauerte eine ganze Weile. So etwas geht nie von jetzt auf gleich. Ich kann mich aber noch genau an den Zeitpunkt erinnern, an dem es kein Zurück mehr gab: es war der 19. Juni 2013, etwa 3 Uhr in der Früh.

Eine schwüle Sommernacht, ich saß auf der Veranda mit einem Glas Laphroaig Single Malt in der einen, und einer Zigarre in der anderen Hand. Ich mache das nicht oft, das war vielleicht die 10. Zigarre meines Lebens. Aber in dieser Nacht hatte ich guten Grund dazu, denn nur wenige Stunden zuvor kam unser zweites Kind zur Welt. Eine turbulente Geburt, aber das ist eine andere Geschichte. Es war auch ein guter Grund über die Zukunft nachzudenken, über die Welt, in die unsere Kinder hineingeboren wurden. Über Dinge, die sich meiner Meinung nach ändern sollten, damit die Zukunft für unsere Kinder besser wird.

In dieser Nacht habe ich beschlossen, die Deckung zu verlassen und meine Kritik an der Familien- und Frauenpolitik, die ich bis dahin immer verschwiegen hatte, öffentlich zu machen. Unter meinem vollen Namen, für jeden nachzulesen den es interessiert. Und so wenige sind das gar nicht.

Ich begann mich in die feministische Theorie einzulesen, amüsierte mich unter anderem köstlich über die Definition von Sexismus auf feminismus101.de, und begann nebenbei ein bisschen zu twittern. Ich hätte nie für möglich gehalten, dass es dort tatsächlich Menschen gibt, die auf einem Auge so blind sind, dass sie diese Definition für bare Münze nehmen.

Der #Aufschrei war gerade im vollen Gange. Das was sehr praktisch, denn dadurch war es leichter, Feministen auf Twitter zu finden. Mich interessierte einfach, was diese Menschen für ein Weltbild haben. Es war wie bei einem Autounfall: ein faszinierend erschreckender Anblick.

Ich konnte einfach nicht mehr wegsehen.

Was mir aber am Meisten auffiel, war die mehr oder weniger gut kaschierte Verachtung für alles männliche, die immer wieder zwischen den Zeilen und Tweets durchblitzte. Natürlich ging es beim #Aufschrei ausschließlich um die Schilderung von Alltagssexismus durch Betroffene, durch survivors, also durch Überlebende – was irgendwie nach bürgerkriegsähnlichen Zuständen klingt. Schon schlimm, unsere Gesellschaft. Und es war selbstverständlich keine Aktion, die alle Männer pauschal unter Verdacht stellte oder vorsorglich schon mal vorab als potentielle Gewalttäter verurteilte. Denn schließlich wurde das immer und immer wieder von „offizieller Seite“ betont.

Warum aber hatte ich dann das Gefühl, dass genau das passierte? War alles nur ein Missverständnis, hatte ich da etwas falsch verstanden? Aber warum war ich dann nicht der einzige, der das so empfunden hatte?

Es sollte schon bald darauf etwas mehr Licht in die Sache kommen. Denn ich war dabei in ein Wespennest zu stechen, indem ich auf diesen Tweet

#ichbrauchefeminismus weil es die Bewegung ist, die sich für ALLE einsetzt!

folgendes antwortete:

und DAS ist leider ausgemachter Blödsinn.

Im Schatten des #Aufschrei fiel es mir tatsächlich schwer, überhaupt Anhaltspunkte zu finden, die mich glauben ließen, dass sich der Feminismus für irgend etwas anderes einsetzte als für die vermeintlichen Interessen von – ausschließlich – Frauen. Einige Aktivisten waren und sind ja nicht mal dazu gewillt, ihre Verachtung gegenüber Männern zu verbergen. Und ausgerechnet diese Menschen wollten auch die Interessen von Männern glaubhaft vertreten?

Man muss auf einem Auge blind und dem anderen kurzsichtig sein, um das zu glauben.

Es entbrannte eine Diskussion, die sich über mehrere Dutzend, hundert Beiträge erstreckte. Danach war ich schlauer: ich hörte von meinen Privilegien als weißer, heterosexueller Mann, lernte dass ich ein Mansplainer bin, dass ich zwar zu antworten hätte wenn ich etwas gefragt wurde – aber selbst kein Anrecht auf Antworten hatte (wo kämen wir denn da hin), dass ich als Mann sowieso ganz vorsichtig sein musste was ich wie sagte – kurz: ich lernte einen mir völlig neuen Diskussionsstil kennen. Der nicht selten mit Beleidigungen und Blocks endete. Also eigentlich gar kein Diskissionsstil war, sondern ein ich-diskutier-nicht-Stil. Irgendjemand schrieb sogar einen Blog-Beitrag darüber, ich fühlte mich geadelt.

Und plötzlich hatte ich auch einen neuen Namen: Masku. Plötzlich war auch ich einer von den Bösen, obwohl ich das nie geglaubt hätte. Einer dieser Breivik-Fans.

Schließlich blieb genau dieses Gefühl bei mir hängen, das ich seither mit dem #Aufschrei verbinde: offene Verachtung, allein aufgrund des Geschlechtes. Aufgrund des männlichen Geschlechtes. Ausgerechnet von den Menschen, die sich den Kampf gegen Sexismus auf die Fahnen geschrieben haben. Ach ja, ich vergaß – die nehmen ja für bare Münze, dass es Sexismus gegen Männer gar nicht geben kann. Also ist ja alles gut, nur ein Missverständnis. Mein Fehler.

Spulen wir ungefähr ein Jahr nach vor, sonst ufert dieser Beitrag noch ins Endlose. Springen wir auf…

Heute.

Selbe Situation, anderes Land: die Amerikaner haben unter dem Hashtag #YesAllWomen ihren eigenen #Aufschrei gestartet. Mit den selben Auswüchsen wie damals bei uns: mehr schlecht als recht verdeckte Verachtung, Überheblichkeit und Bigotterie, durchwachsen von Beiträgen, die tatsächlich gerechtfertigt sind. Ja, die gibt und gab es auch. Aber teilweise wird so stark mit verschiedenem Maß gemessen, dass es zum Himmel schreit. In sich selbst widersprüchliche Beiträge, was bei einer Länge von maximal 140 Zeichen schon bemerkenswert ist. Grotesk verzerrte Statistiken, Halbwahrheiten und längst als falsch enttarnte Lügen, immer wieder neu aufgegossen. Es ist absurd, bedenklich, fanatisch. Einfach widerlich.

Eine fantastische Inspiration.

Manchmal zeichne ich Comics, wenn mir danach ist. Das heißt: wenn ich überhaupt die Zeit dazu habe, was nicht leicht ist mit zwei Windelkindern. Und wenn mich die Muse küsst, mir wieder etwas einfällt wie man diesen femi-masku-Hickhack auf die Schaufel nehmen könnte, ohne dabei den Humor zu verlieren und dennoch einen ernsten Hintergrund wahren kann.

Seit #YesAllWomen (und der Begleiterscheinung #AllMenCan) schreiben sich die Comics praktisch von allein. Ich muss fast nur noch Tweets rein kopieren, so genial dämlich sind viele Beiträge dort. Die eine oder andere Unterhaltung in den Comics hatte ich – in leicht geänderter Form – sogar selbst.

Ich hoffe, dass ich damit ein paar Menschen zum nachdenken bringen kann, indem ich sie mit der Nase auf Widersprüche stosse, die ihnen sonst vielleicht entgangen wären. Ich hoffe auch auf möglichst viel Publicity für #YesAllWomen, denn die hat den gleichen Effekt wie es die Publicity für den #Aufschrei hatte: es werden mehr Menschen auf diese verquerte Form des Kampfes für die Gleicherberechtigung aufmerksam. Die bilden sich dann selbst ein Urteil, abseits jeder indoktrinierten Meinungshoheit.

Und ein Teil dieser Menschen wird dadurch, vielleicht, selbst zum Feminismuskritiker. Weil sie, vielleicht, zum selben Schluss kommen wie ich: dass das mit der Männerfeindlichkeit, mit dem Sexismus der Sexismusbekämpfer, mehr ist als ein Missverständnis.

Wer will kann die Comics überall verteilen, drucken, abzeichnen – ist mir alles recht. Solange es vielleicht mit einem Schmunzeln geschieht.

Nur damit wir uns nicht missverstehen.

Dog'n'Cat - No matter what you do...Dog'n'Cat - We still have moral high ground

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Autor: Martin Domig

Uh yeah. THAT guy.

58 Kommentare zu „Alles nur ein Missverständnis?“

  1. Eigentlich wäre der 12. ja mein fester Tag gewesen, aber ich überlasse für so einen schönen Beitrag gerne jemand anderem das Feld – zumal auch noch dem Flussfänger und seinen Comics! Das gibt mir nebenbei etwas mehr Zeit, meinen nächsten Artikel vorzubereiten.

      1. “ Ich hatte gesehen, dass sich länger weniger getan hatte als sonst, und wollte da etwas aushelfen.“

        Das ist die richtige Einstellung. Ich hätte auch mal meinen Artikel rechtzeitig schreiben und vor Mitternacht einstellen können. Aber dafür habe ich am 02. ja schon außer Reihe einen Artikel geschrieben – und es gibt noch so viele freie Tage. Nein, lieber ein guter Artikel von jemand anderem als ein Bestehen auf reservierten Tagen (zumindest bei mir).

  2. Hey, ich bin für Gleichberechtigung, das Geschlecht sollte egal sein, daher befürworte ich die Frauenquote. Und heute werde ich noch eine Schlägerrei anfangen, um ein Zeichen gegen Gewalt zu setzen.

  3. Mit dem Aufschrei ging es auch bei mir los. Bis dahin hatte ich nur still vor mich hin gedacht, dass das Frauenbild, dass eine Quote benötigt, gar nicht mit den von mir erlebten beruflichen und privaten Lebenswegen gleichaltriger Frauen in Einklang zu bringen war. Ich sah und sehe den Weg zu einer beruflichen Gleichberechtigung aller Menschen in erster Linie darin, Betreuungsmöglichkeiten anzubieten, die Familiengründung und Doppelverdienerbeziehungen nebeneinander möglich machen. Dann sah ich diese Talkshows, in denen sich Menschen wie Anne Wizorek und Laura Dornheim zum #aufschrei äußerten und wurde hellhörig. Zugegeben, die Äußerung von Brüderle ist alles andere als classy, ja geschmacklos gewesen. Aber fast völlig unwidersprochen von den betreten nickenden Mitdiskutanten quatschte Anne W. etwas davon, dass Rainer B. mit diesem Spruch „Macht ausgeübt“ habe. Mal ehrlich an der Theke liegt die Macht nicht beim Mann, wenn er mit einem Spruch zu landen versucht. Kurz darauf entblödete sich Anne W. nicht, von der berühmten gläsernen Decke zu salbadern (ich habe leider den Verdacht, dass ich aus Versehen auf der falschen Seite gelandet bin – männlich, weiß, heterosexuell, Ende 30 und immer noch kein Daxvorstand- ob ich die Einladung in den Old Boys Club aus Versehen mit dem Altpapier entsorgt habe?). In meiner Branche steigt nicht auf, wer am besten Golf spielt, sondern wer Umsatz bringt – ganz einfach, ganz transparent. Ich spreche von der kalten Welt der Anwaltskanzleien. Es steht jeder Menschin frei, sich ihren Arsch aufzureißen und diesen Umsatz einzufahren. Die die das wollen, schaffen das auch. Punkt. In den Medien dagegen überschlug sich der „Tugendfuror“ und alle stießen moralinsauer ins gleiche Horn.

    Dazu kommt, dass ich spätestens seit ich meine Tochter aufwachsen sehe, fünf Jahre sind es bald, nicht mehr an die Konstruktion von Geschlechtern glaube. Schon die ganz kleinen Mädchen unterscheiden sich von den ganz kleinen Jungs. Und schmerzvoll musste ich auch als zunächst sanfter Teenager feststellen, dass die Mädels gar nicht auf den verständnisvollen soften Typen abfahren, sondern auf Selbstbewusstsein und klare Ansagen. Fehler kann Mann zum Glück korrigieren. 🙂

    1. Tut mir leid, wenn ich dein Weltbild zerstöre, aber natürlich sind beruflich Netzwerke extrem wichtig. Umsatz bringt, wer Kunden bringt. Und wenn man gut vernetzt ist, die Leute einem vertrauen,, werden sie zu Kunden.
      Auch bei einem Spiel auf dem Golfplatz ist es möglich, zu neuen Geschäften zu kommen. Und nur darum geht’s.
      Wer das nicht versteht, der braucht auch nicht wundern, wenn er nicht oder nur gering aufsteigt.

      1. Was hat das mit meinem Weltbild zu tun? Wir sind uns doch einig. Oder stehen Golfclubs nur Männern offen?

      2. Aquise auf dem Golfplatz ist übrigens für mich auch Arsch aufreißen, genau wie Vereinsmeierei und dergleichen. Nur sehe ich auch da wenige Frauen, die mehr übernehmen, als mal die Schriftführung. Oder in politischen Parteien. Wo bleiben die engagierten Frauen?

      3. Zu guter letzt: Ich habe die Übertreibung als Stilmittel genutzt, weil ich explizit vom Dax-Vorstand sprach. In meinem Alter ist kaum jemand DAX-Vorstand.

      4. Das mag für einzelne Branchen gelten, aber nicht allgemein.
        Zudem wäre solch eine Kundenakquise auf dem Golfplatz nur ein kurzfristiger Erfolg.
        Für einen dauerhafte Kundenbindung sind nach wie vor Qualifikation und Leistung unerlässlich, auch wenn dieses Prinzip durch schwachsinnige Konzepte wie die Frauenquote ausgehebelt werden soll.

      5. Albernes (don’t take it personal) Gerede. Du verfällst (vielleicht ungewollt) jedem Cliché und versuchst es zu zementieren. Auf Golf-Plätzen macht man maximal einen Deal; mehr auch nicht.

        Und die unterstellte Kungelei kann man bestens an Frauenhäusern, deren Finanzierungsmethoden und unserem s.g. Familienministerium erkennen. Schon klar, dass es da nicht so läuft, wie bei Handwerkern und Bauherren …

        Oder etwa nicht?

      6. Und wie sieht es längerfristig aus? Wenn dir jemand auf dem Golfplatz einen Vertag aufschwatzt und du anschließend merkst, er war für dich schlecht, würdest du ihn dann nur deshalb behalten, weil es auf dem Golfplatz geschah?
        Bzw. ist ein auf dem Golfplatz gewonnener Kunde irgendwie treuer als ein anderer?

      7. @Henner: Ich habe nirgendwo geschrieben, dass diese Art, Kontakte aufzubauen nur Männern offensteht. Dasist allein deine Interpretation.
        Klar ist nur, dass am Erfolg Netzwerke, die man sich aufbaut, erheblich beteiligt sind.

      8. Wer hindert denn Frauen daran Golf zu spielen? Niemand. Die Krankenschwester wird nur wenig davon haben, auf dem Golfplatz rumzulungern neben alten Männern und verkrampft netzwerkenden feministischen Krampflesben. Außerdem haben Frauen auch ihre Tratsch-, Frisör-, Kaffeekränzchen-, Läster-Netzwerke, dazu den einen oder anderen Mann in der Friendzone, der gerne mal instrumentalisiert wird, wenn Frau irgendwas braucht, sei es ein kostenloses Taxi mitten in der Nacht zum ach so tollen Stecher aus dem Internet (heißt dann häufig „kranke Mutter“ oder so), Hilfe beim Umzug oder bei der Renovierung oder was auch immer. Die Netzwerke, die Frauen mit halbwegs brauchbarem Erscheinungsbild in knapper Klamotte binnen Stunden oder Tagen aufbauen und für sich – auch wirtschaftlich berechnenbar – nutzbar machen kann, sind wesentlich größer als was das Gros der Männer zwischen Pubertät und dem 30. Geburtstag mühsam mit Persönlichkeit, Kompetenz etc. an Netzwerken aufzubauen vermag. Aber das darf man ja nicht sagen, sonst gibt es ja wieder einen verlogenen #aufschrei der versifften Berliner Feminazi-Szene, der ja auch nur eine plumpe Social Media-Kampagne war und alles andere als eine Graswurzelbewegung.

    2. „Und schmerzvoll musste ich auch als zunächst sanfter Teenager feststellen, dass die Mädels gar nicht auf den verständnisvollen soften Typen abfahren, sondern auf Selbstbewusstsein und klare Ansagen. Fehler kann Mann zum Glück korrigieren.“

      Das ist die richtige Einstellung. Ich habe immer noch auf dem Zettel, mal etwas über die „netten Kerle“ zu schreiben.

    3. @henner

      „Und schmerzvoll musste ich auch als zunächst sanfter Teenager feststellen, dass die Mädels gar nicht auf den verständnisvollen soften Typen abfahren, sondern auf Selbstbewusstsein und klare Ansagen. Fehler kann Mann zum Glück korrigieren“

      Wie hast du das denn geändert und ist dir das leicht gefallen?

      1. Ich war nie ganz erfolglos und hatte immer einen gewissen frechen Charme und ich glaube, dass ich die Gabe habe, mich auch selbst kritisch zu analysieren. Über die Jahre habe ich mich dann von Anbahnung zu Anbahnung zu verbessern versucht. Nicht so wissenschaftlich, wie das jetzt klingt, mehr in dem Sinne zu versuchen, nicht zweimal in denselben Haufen zu treten. Geholfen haben mir aber auch einige „Spielgefährtinnen“, die selbstbewusst genug waren zu sagen, dass sie sich gerne in dem Spiel zwischen Mann und Frau vom Mann erobern und unterwerfen lassen (wohlgemerkt: ich rede hier von der Sexualität im weiteren Sinne, nicht von deren Lebensentwürfen. Das waren privat und beruflich erfolgreiche Frauen). Das zu kapieren war eine unglaubliche Befreiung.

        Trotzdem bin ich einfach etwas zu ritterlich und habe schon mehr als einmal die Hose wieder zu gemacht, wenn eine Frau sich mir hingeben wollte, aber andeutete, dass sie eigentlich mehr wolle. Da würden andere vermutlich nicht lange fackeln. Aber mein weiches Herz bewahre ich mir. 🙂

      2. @henner

        „Das zu kapieren war eine unglaubliche Befreiung.“

        Ja, das ging mir auch so. Da fallen dann einige Puzzelteile an die richtige Stelle und ergeben ein Bild

        Mit Pickup und co hast du aber keinen Kontakt gehabt?

      3. @Christian:“Mit Pickup und co hast du aber keinen Kontakt gehabt?“

        Ich wollte mir mal so einen Toyota HILUX kaufen, warum fragst Du? 😉

        Nein, ich kannte bis vor zwei Wochen den Begriff gar nicht. Aber ich war auch nie lange allein, seit ich 20 bin.

      4. @Henner

        Das klingt so, als ob bei Dir gute Veranlagung mit „sich kritisch betrachten und an sich arbeiten“ zusammenkämen. Zusammen mit dem Glück, einfach mal die passenden Leute getroffen zu haben im Leben. Es ist leicht verständlich, warum Du nicht (lange) „Opfer“ des Netter-Kerl-Syndroms geworden bist. Eigentlich wäre Dein Fall es wert, einmal genauer geschildert zu werden, denn solche nicht-radikal-Beispiele werden anderen Männern mehr helfen als die Pickup-Experten.

        „Trotzdem bin ich einfach etwas zu ritterlich und habe schon mehr als einmal die Hose wieder zu gemacht, wenn eine Frau sich mir hingeben wollte, aber andeutete, dass sie eigentlich mehr wolle. Da würden andere vermutlich nicht lange fackeln. Aber mein weiches Herz bewahre ich mir. :-)“

        Ich würde sogar sagen, das ist das Sahnehäubchen. Das ist mit das Sympathischste, was ich von einem Mann im Umgang mit Frauen gelesen habe. Ich habe von solchem Verhalten einige Male in meinem Bekanntenkreis gehört (meistens nicht in großer Runde, sondern wenn man zu zweit oder zu dritt war). Hat den Männern nie geschadet, das zuzugeben, auch wenn angeblich „jeder“ Mann „so viele Erfahrungen wie möglich“ machen sollte und alle anderen Randbedingungen eigentlich ok gewesen wären. Du klingst jedenfalls wie ein Typ, den man gerne in seinem Freundeskreis hätte und dem man auch die attraktive Freundin gönnt.

      5. Ja, eher ein Beziehungsmensch. Meine Defizit – wenn man es so nennen will- bis heute ist, dass ich kein Talent für das Unverbindliche habe. Das endete immer mit gebrochenen Herzen, oder fand gar nicht statt. Aber dieses Defizit ist für mich selbst eher ein Luxusproblem. 🙂

      6. @Graublau: Das sind liebe Worte, danke sehr. Ich will aber so ehrlich sein nicht zu verhehlen, dass ich auf meinem Weg auch schon genügend Frauen sehr unglücklich gemacht habe. Allerdings habe ich mich in diesen Fällen auch selbst in traurige Situationen gebracht. Aber das war eben mein langer Lernprozess.

        Und was die Kerben im Colt angeht: Da habe ich genug. Die durchschnittliche Beziehung wirft, jedenfalls in den ersten Jahren, wesentlich mehr Sex ab, als die ONS-Welle.

      7. @Henner

        „Meine Defizit – wenn man es so nennen will- bis heute ist, dass ich kein Talent für das Unverbindliche habe. Das endete immer mit gebrochenen Herzen, oder fand gar nicht statt.“

        Das wird ja immer besser. Ich dachte lange Zeit, ich wäre der einzige mit diesem „Problem“ (das natürlich eigentlich gar keins ist; wie Du schon selbst sagtest, eher Luxus).

        „Ich will aber so ehrlich sein nicht zu verhehlen, dass ich auf meinem Weg auch schon genügend Frauen sehr unglücklich gemacht habe. Allerdings habe ich mich in diesen Fällen auch selbst in traurige Situationen gebracht.“

        Passt perfekt zu dem, was Du bisher geschrieben hast. Enttäuschungen erleben und andere enttäuschen läßt sich beim Spiel der Geschlechter kaum vermeiden. Es ist aber die richtige Entscheidung, zu eigenen Fehlern zu stehen, anstatt krampfhaft zu versuchen, nur ja niemanden unglücklich zu machen oder selbst nie unglücklich zu werden. Also ganz ehrlich, Deine Kommentare taugen zu einem Gastartikel. Da kommt für mich soviel gesunde Einstellung und Selbsteinschätzung rüber. Ich habe das in letzter Zeit etwas vermisst, deswegen reagiere ich auch so stark emotional darauf.

      8. Mein Anliegen ist zwar eher ein politisches, aber wenn Du meinst, dass meine Selbstreflexionen zum Ringelpietz von Liebe und Sexualität interessant sein könnten, warum nicht?

      9. „Mein Anliegen ist zwar eher ein politisches, aber wenn Du meinst, dass meine Selbstreflexionen zum Ringelpietz von Liebe und Sexualität interessant sein könnten, warum nicht?“

        Das ist ja das schöne am Geschlechterallerlei: Man kann alle möglichen Themen rund um die Geschlechter behandeln, es muss nicht gleich politisch sein. Allerdings kann man den politischen Bezug erstaunlich schnell herstellen: Aus Deinen Zeilen geht hervor, dass Du auch mal negative Erfahrungen machen musstest und dass Du selbst die Verantwortung für Dein Leben übernommen hast. Manche Forderung, so verstehe ich jedenfalls einige Kommentatoren und Autoren dieser Filterblase, geht jedoch in die Richtung, dass durch große Einschränkung der Freiheit aller Männer (und vieler Frauen) das Ziel erreicht werden soll, dass bestimmte Frauen keine negativen Erfahrungen mehr machen (können). Außerdem soll der Staat es richten und sozusagen Frauen schützen und fördern, so dass diese möglichst wenig Risiken eingehen müssen. Gerade deswegen finde ich eine Erfolgsschilderung interessant, bei denen diese zwei Punkte gerade nicht vermieden wurden, sondern sogar notwendige Bestandteile auf dem Weg zum Erfolg waren.

      10. Darf ich an dieser Stelle den Herren der Schöpfung, meinen Senf als Frau dazu geben?

        Männer, die „kein Talent für das Unverbindliche“ haben, sind meistens diejenigen, die „die Hose wieder zu machen“ und am Ende dann doch in fremden Betten aufwachen.

        Daraufhin können sie mit der Situation nicht umgehen und beschreiben sie aus der Not heraus als „Unfall“ oder beschuldigen gar die Frau, von ihr um den Finger gewickelt worden zu sein. Auch beim zweiten und dritten „Unfall“, was sehr unsexy ist und womit die wenigsten Frauen etwas anfangen können.

        Die wenigsten im Ursprung lieben „Softie“-Kerle schaffen es eben, eine willige Frau effektiv zu korben, weil sie aus Angst sie damit zu verletzen oder ihr das Gefühl von Ablehnung zu geben nicht rechtzeitig genug, klare Grenzen ziehen. Ganz falsch liegen sie mit ihren Befürchtungen auch nicht, denn jede Frau nimmt einen Korb persönlich.

        Es sei denn (und hier bist du als selbsternannter „Beziehungstyp“ im Vorteil) du hast die sogenannte Ausrede „Danke, das war jetzt süß, aber ich geh jetzt Heim zu meiner eignen Schnecke“. Da das zeigt, dass du begehrt wirst, macht dich das zwar für einige Frauen noch attraktiver, aber wenn dir Treue wichtig ist, kann es dir nicht schwerfallen zu widerstehen (meine Meinung).

        Also es geht darum, dass du richtig gelernt hast, dass die meisten Frauen erobert werden wollen. Das fängt aber für manche Frauen auch schon bei lieb sein oder flirten an. Es gibt nämlich zwei Arten von den guten, lieben „Softie“-Kerlen, die irgendwann doch sexuell attraktiv werden. Die einen werden zum „Arschloch“-Typ und die anderen zum „Papabär“-Typ.

        Ich glaube nicht, dass du ersteres geworden bist, da du dich als jemand beschreibst, der den Kern seiner Moral wahren konnte und mal ehrlich: „Arschloch“-Typen stoßen niemanden von der Bettkante, bevor sie gefickt wurde.
        Der „Papabär“-Typ spricht oft jüngere Kandidatinnen an, weil er auf der einen Seite zwar hart, streng, konsequent oder dominant ist und auf der anderen Seite trotzdem fürsorglich und wohlwollend. Das ist der Grund, warum du denkst, kein Talent für das Unverbindliche zu haben (Du verzichtest auf stumpfes Herumvögeln, weil dein Unterbewusstsein deinem Gegenüber mehr zugesteht).

        Letztendlich ist gefahrloses Flirten auch für Menschen in einer Beziehung und insbesondere mit Kind gesund, da man ja auch mal aus dem Alltag raus muss. Wenn einem Treue wichtig ist, solltest man aber in dem Milieu einfach vorsichtig sein und falls nicht, eben nicht „nur“ der Frau die Schuld geben. Ich möchte keine Moralapostel sein, aber gerade für jüngere Frauen kann es einen fatalen Riss im Selbstwertgefühl darstellen, wenn sie sich „schuldig“ fühlen und ich glaube das viele Männer das nicht wissen und sich vielleicht gar nicht böswillig aber unbewusst absichtlich (?) aus der Affäre ziehen.

        Du bist ja auf dem richtigen Weg, aber ein Aufklärungsblogeintrag zum Thema „Wann bin ich ein Arschloch?“ für Leute die da nicht so die Antennen haben, wären vielleicht ganz cool für manche.

      11. primamuslima,

        Daraufhin können sie mit der Situation nicht umgehen und […] beschuldigen gar die Frau, von ihr um den Finger gewickelt worden zu sein.

        wenigstens habe ich noch nie gehört, daß aus so einer Konstellation eine Anzeige wegen Vergewaltigung geworden ist…

        denn jede Frau nimmt einen Korb persönlich.

        Männer dagegen überhaupt nicht. Männer haben eigentlich sogar gar keine Gefühle. Scheinen jedenfalls einige Frauen zu glauben, offenbar gerade, wenn es um Körbe geht.

        Und wenn die Beschreibungen der Datingerlebnisse in Norah Vincents „Self Made Man“ wahr sind, muß da sogar was dran sein, denn sonst wäre die Menschheit schon längst ausgestorben…

        Es sei denn […] du hast die sogenannte Ausrede “Danke, das war jetzt süß, aber ich geh jetzt Heim zu meiner eignen Schnecke”.

        Lustig. „Because ‚I have a boyfried‘ is more effective than ‚No, thank you‘.“ wurde letztens als typischer #YesAllWomen-Tweet präsentiert, der beweist, daß Männer keinen Respekt vor Frauen haben.

        B20 (offenbar gerade ein wenig bellizistisch drauf, sorry)

      12. Hallo Bombe 20,

        1. Vergewaltigung? Nein. Beide schlafen bewusst absichtlich miteinander und Frau wird letztendlich zur Verführerin deklassiert wird. Straffe Brüste und eine gut durchblutete Vagina sollten genügen.

        2. Klar, haben Männer Gefühle. Traurig, wie viele Körbe sie im Gegensatz zu Frauen kassieren. Würdest du deswegen jemandem einfach so den Gefallen tun wollen? Ein direkter Korb ist fairer, als spielen, um erst in letzter Sekunde abzuwimmeln.

        3. Kenne weder das Buch „Self Made Man“, noch den Autor Norah Vincents.

        4. „I have a boyfriend“ macht eine Frau eher unattraktiv. Es gibt Männer, die sogar Horrorvorstellungen von imaginären Brüdern und Cousins oder einem gewaltbereiten Vater haben und Alpträume davon bekommen. Möchtest du wissen, was eine vergebene Frau in einem Mann auslöst?
        „Ich bin verheiratet“ bedeutet für viele Frauen wiederum „Oh Wow, der Mann ist sogar verheiratet / Er hat keine Angst vor Bindungen / Er steht mitten im Leben / Eine andere Frau will ihr Leben mit ihm verbringen, er muss toll sein / Die andere Frau hat ihn gar nicht verdient, ich will ihn haben (im Zweifelsfall: Ich bekomme ihn)!“ –> Doch fast alle Männer finden glücklicherweise immer den Weg nach Hause. ❤

        Ich wollte in meinem Kommentar Männer absolut nicht schlecht reden. Lediglich einen Teil der Differenzen aufzeigen in der facettenreichen Fächerung zwischen "Softie und Arschloch". Da gibt es nämlich viel zu entdecken, denn Männer sind sehr dreidimensionale Menschenwesen und eben nicht nur primitiv schwarz und weiß, wie oft dargestellt.

        Ich sehe also Henner absolut und ohne Widerspruch in der Kategorie der edelsten Sorte, jener begehrenswerten Männer, die den Weg der Mitte für sich gefunden haben, losgelöst von allen gesellschaftlichen Erwartungen. ❤ ❤ ❤
        Ich wünsche mir selbst einen vergleichbaren Weggefährten und finde meine Perle unter all dem Spreu auch noch. Im Koran steht, die guten Männer seien für die guten Frauen und die schlechten Männer für die schlechten Frauen und ich versuche immerhin die beste Frau zu sein, die ich sein kann.
        *RosaGlamourGlitzerPrinzessinenkrönchenPlusHeiligenscheinPlusZuckerwattewölkchenZwinkerGrins*

        Ich bin fast nie bellizistisch drauf, aber fast immer balzistisch.

        LG M

      13. “Ich bin verheiratet” bedeutet für viele Frauen wiederum “Oh Wow, der Mann ist sogar verheiratet / Er hat keine Angst vor Bindungen / Er steht mitten im Leben / Eine andere Frau will ihr Leben mit ihm verbringen, er muss toll sein / Die andere Frau hat ihn gar nicht verdient, ich will ihn haben (im Zweifelsfall: Ich bekomme ihn)!”

        Bitte sprich nur für dich. Die meisten Frauen hält man recht zuverlässig ab, wenn man sagt, man sei verheiratet/in einer Beziehung. Mag sein, dass es unter Frauen verbreiteter ist, dass ein Mann attraktiv wird, wenn er vergeben ist, als unter Männern, aber die Regel, so wie du das hinstellst, ist es gewiss nicht.

      14. @anonym

        Da steht weder „alle Frauen“ noch „die meisten Frauen“ und auch nicht „in der Regel“, sondern „viele Frauen“ und es gibt „viele Frauen“ die vllt nicht böswillig, aber unterbewusst so denken.
        Ich kann zB sagen: Die meisten jungen Frauen, die ich kenne und die auf ältere Männer stehen, lassen sich jedenfalls davon nicht beirren.
        Junge Frauen, die auf ältere Männer stehen, die ich kenne Stellen aber auch bei weitem keine Repräsentative da. Tut mir Leid, wenn das so rüberkam.
        Ich denke auch nicht schlecht über dieses Verhalten, kann aber verstehen, wenn du das anders siehst. Im muslimischen Kulturkreis ist es gar nicht so unüblich, wie man denkt, dass Männer zum Beispiel eine jüngere Zweitfrau haben.

        Damit es keine Missverständnisse gibt: Das ist keineswegs ein Lebensmodell für mich. Passt auch nicht zu der westlich orientierten Wertvorstellung, die ich habe und ist in Deutschland sowieso unzulässig. Ich wollte dir damit nur zeigen, dass es auch durchaus als natürlich angesehen werden kann, wenn Frauen so empfinden. Ich würde einfach nicht darüber urteilen.

        Meine Aussage war jedenfalls wertefrei und nicht pauschalisierend, nur zur Veranschaulichung meiner These für bombe 20 überspitzt beispielgebend gemeint.

      15. @Stephan:

        Ja. Und ein bisschen nach: „Ich bin so toll, mit mir will jede eine Beziehung.“

      16. @primamuslima

        Ich habe tatsächlich drei Anläufe gebraucht, um Deinen ersten Kommentar richtig zu verstehen. Aber es hat sich gelohnt, ihn noch einmal richtig zu lesen! Zum anderen Kommentar einige Anmerkungen:

        „Klar, haben Männer Gefühle. Traurig, wie viele Körbe sie im Gegensatz zu Frauen kassieren.“

        Nein, das liegt in der Natur der Sache: Männer machen meistens den ersten Schritt und haben mehr Verlangen nach Frauen. Frauen müssen also mehr abwehren. So hat jede Seite „ihren“ Nachteil: Männer mehr Körbe, Frauen mehr Generve.

        „“I have a boyfriend” macht eine Frau eher unattraktiv.“

        Nein, die Aussage macht eine Frau nur unattraktiv für eine Fortführung eines Flirts. Leider gibt es zwei Arten von Frauen, mit denen ich in dieser Hinsicht nicht gut zurechtkomme:

        1. Diejenigen, die sagen, sie hätten einen Freund, obwohl es nicht stimmt. (Ich kann mich an keinen klaren Fall aus meiner eigenen Erfahrungen erinnern. Ich habe es nur schon einmal gelesen.)
        2. Diejenigen, die nichts sagen und sich gerne lange anflirten lassen, nur um dann am Ende des Abends zu sagen, dass sie einen Freund haben. So sehr ich es verstehe, dass Frauen Aufmerksamkeit und Umwerben genießen – es ist nicht nett, Leuten so ihre Zeit zu stehlen. (Umgekehrt finde ich es auch nicht nett, wenn etwa ein vergebener Mann das einer Frau nicht sagt.)

        „“Ich bin verheiratet” bedeutet für viele Frauen wiederum “Oh Wow, der Mann ist sogar verheiratet / Er hat keine Angst vor Bindungen / Er steht mitten im Leben / Eine andere Frau will ihr Leben mit ihm verbringen, er muss toll sein / Die andere Frau hat ihn gar nicht verdient, ich will ihn haben (im Zweifelsfall: Ich bekomme ihn)!” –> Doch fast alle Männer finden glücklicherweise immer den Weg nach Hause. <3"

        Das ist allerdings eine wenig hilfreiche Einstellung. Dass Frauen eher auf Männer stehen, die offensichtlich von anderen Frauen begehrt werden, kann ich verstehen. Aber sich gerade auf die Männer zu stürzen, die offiziell gerade nicht zur Verfügung stehen… niemand kann sein intuities Verhalten in dem Moment regulieren, in dem es passiert, aber nach mehreren Malen sollte man über sich selbst nachdenken können.

        Immerhin ergibt sich eine gute Lehre für Single-Männer: Demonstrieren, dass man keine Angst vor Bindungen hat, mitten im Leben steht und von anderen Frauen begehrt wird. (Dass das nicht immer einfach ist – keine Frage!)

      17. primamuslima,

        1. Vergewaltigung? Nein.

        natürlich nicht. Aber zumindest in den USA scheint es -ich will nicht „häufig“ sagen, aber:- nicht selten (genug) zu sein, daß eine Frau morgens neben einem Mann aufwacht, von dem sie (jetzt nüchtern) feststellt, daß sie lieber nicht mit ihm geschlafen hätte, und dann „beschließt“, vergewaltigt worden zu sein.

        Wobei es natürlich hilft, daß dank feministischem Einfluß nach amerikanischem Recht ein Mann (egal ob nüchtern oder betrunken), der mit einer betrunkenen Frau schläft, tatsächlich eine Vergewaltigung begeht…

        2. Klar, haben Männer Gefühle. […] Ein direkter Korb ist fairer, als spielen, um erst in letzter Sekunde abzuwimmeln.

        Ich bin sehr für Direktheit. Aber Direktheit schließt ja Höf- oder vielmehr Freundlichkeit nicht aus; eben Rücksichtnahme auf die Tatsache, daß auch das Gegenüber Gefühle hat.
        Was ist an „Entschuldige, aber ich unterhalte mich mit meiner Freundin“, „Sorry, Du bist leider nicht mein Typ“ oder eben „Hab‘ schon’n Freund“ so viel teurer als an „Verpiß‘ Dich, Nervensäge!“? Und letzteres scheint leider nicht ganz selten zu sein…

        Letztens ist mir in einem ZDF-Krimi wieder so eine Szene aufgefallen: Da ging eine Frau in eine berüchtigte Anmach-Disko und es wurde als ganz furchtbar dargestellt, daß sie dort dann tatsächlich mehrmals(!) von verschiedenen Männern angesprochen wurde.

        3. Kenne weder das Buch “Self Made Man”, noch den Autor Norah Vincents.

        Norah Vincent ist eine lesbische Feministin, die selbst einmal die Erfahrung machen wollte, wie es ist, verkleidet als Mann („Ned“) zu leben – und zwar nicht für einen Nachmittag, wie in gewissen feministischen „Kursen“, sondern für ein ganzes Jahr. Darüber hat sie das genannte Buch geschrieben, das auf Deutsch „Enthüllungen: Mein Jahr als Mann“ heißt.
        Leider war das männliche Leben für sie so belastend, daß sich das Thema für ihr nächstes Buch ganz automatisch ergab: Ihre Erlebnisse als Patientin in einer psychiatrischen Klinik.

        Worauf ich hinauswollte: Eins der Dinge, die sie sehr erschreckt haben, war die schon feindselig zu nennende Reaktion von Frauen, die sie als Ned ansprach.

        4. “I have a boyfriend” macht eine Frau eher unattraktiv.

        Wie Graublau schon schrieb, vor allem bedeutet es für einen Mann, der auf der Suche nach einer Partnerin ist, daß weitere Flirt-Investitionen sinnlos sind.

        Es gibt Männer, die sogar Horrorvorstellungen von imaginären Brüdern und Cousins oder einem gewaltbereiten Vater haben und Alpträume davon bekommen.

        Oh je, der war jetzt aber ganz tief aus der muslimischen Klischeekiste.

        Möchtest du wissen, was eine vergebene Frau in einem Mann auslöst?

        Kannst Du es mir sagen? Wobei, ich hatte da letztens ein schräges Erlebnis…

        “Ich bin verheiratet” bedeutet für viele Frauen wiederum “[…] Eine andere Frau will ihr Leben mit ihm verbringen, er muss toll sein / Die andere Frau hat ihn gar nicht verdient, ich will ihn haben“

        Christian würde das wohl „Pre-approved by women“ nennen. Die Frage ist natürlich, wie funktional so eine Strategie ist. Ich meine, wenn er seine Frau für mich verläßt, bedeutet das dann nicht auch, daß er mich verlassen würde, wenn eine noch bessere vorbeikommt? Logisch wäre das ja nur, wenn ich davon ausgehe, daß er nichts besseres als mich bekommen kann – was mir irgendwie narzisstisch vorkommt.

        Andererseits, wer ist schon logisch, wenn die Hormone anfangen zu toben?

        Ich bin fast nie bellizistisch drauf, aber fast immer balzistisch.

        Sorry, ich bin vergeben… aber nicht verheiratet.

        Bombe 20

    4. „dass ich spätestens seit ich meine Tochter aufwachsen sehe, fünf Jahre sind es bald, nicht mehr an die Konstruktion von Geschlechtern glaube.“

      Völlig normal. Von Steven Pinker gibt es dazu einen schönen Sarkasmus in seinem Vortrag in „The Science Of Gender And Science – Pinker Vs. Spelke“ [5.16.2005]:

      „In the literature there is a technical term for people who believe that boys and girls are indistiguishable and are molded into their natures by parental socialization, the term for such people is: childless.“

      http://www.edge.org/3rd_culture/debate05/debate05_index.html

      1. Es ist sehr erfrischend zu sehen, dass Du nicht nur gut lesbare lange Texte schreiben kannst, sondern auch knackige Kommentare. Gerne mehr davon!

    5. *Dazu kommt, dass ich spätestens seit ich meine Tochter aufwachsen sehe, fünf Jahre sind es bald, nicht mehr an die Konstruktion von Geschlechtern glaube.*

      „An dem Kind das ich erziehe sehe ich ganz genau, dass kleine Mädchen alle so sind wie ich mir das so denke“ Großartig! 😀

  4. Mir fällt immer wieder auf, das viele der sogenannten Maskulisten (bzw Feminismuskritiker) sehr belesen in feministischer Theorie sind.
    Anders sieht das allerdings bei der breiten Masse der Feministinnen aus. Dort schottet man sich ja gegen alles ab, was dem eigenen Weltbild widerspricht. Kritik wird teilweise gar zur Übergriffigkeit erklärt. Der „Gegner“ (Maskulist) ist nur ein diffuses Bild der eigenen Phantasie. Eine wirkliche Ausseinandersetzung mit ihm findet doch überhauptnicht statt. Wie auch, wenn ihm jedliche Definitionsmacht abgesprochen wird?
    Immer wenn ich beispielsweise einen Blogbeitrag von Lucas Schoppe lese, dann frage ich mich wie eine Feministin dort argumentativ gegenhalten könnte. Das würde mich wirklich mal interessieren! Aber sie machen es leider nicht,,,

    1. „Mir fällt immer wieder auf, das viele der sogenannten Maskulisten (bzw Feminismuskritiker) sehr belesen in feministischer Theorie sind.
      Anders sieht das allerdings bei der breiten Masse der Feministinnen aus. Dort schottet man sich ja gegen alles ab, was dem eigenen Weltbild widerspricht. “

      Teilweise sind ja schon die Kenntnisse der feministischen Theorie sehr gering

    2. Ist doch ganz einfach. Dann kommt was wie „DAAAAASSS ist nicht MEEEIIIIN Feminismus! So!“ und das war es dann auch schon an sogenannten Argumenten dieser Gestalten. Feminismus heute heißt nichts anderes als dass die Kaiserin eigentlich schon seit Jahren nackt ist. Sollte die Kaiserin allerdings z.B. Alice Schwarzer oder Andrea Dworkin heißen, dann kann ich nachvollziehen, warum da noch niemand genauer hingeschaut hat. Man will ja nicht sein Augenlicht riskieren 😀

    3. „dann frage ich mich wie eine Feministin dort argumentativ gegenhalten könnte.“

      Ab und an kommt das ja vor. Die Strategie ist dann üblicherweise: emotional.

      Und wenn man dann die Prämissen hinter ihren Aussagen hinterfragt, bleibt es emotional und einem wird Empathielosigkeit etc vorgeworfen.

  5. Das ist kein Missverständnis, dass ist die pure und böse Absicht bzw. zeigt die Fratze einer Geschlechterapartheit, welche seinesgleichen sucht. Bis heute frage ich mich, was da eigentlich für Gestalten in ihrem 140-Buchstaben-Universum herum laufen bzw. dafür auch noch einen Preis bekommen.

    Aber, wie im Artikel schon geschrieben: Mehr davon!
    Dann wird dieser Irrsinn auch dem letzten klar.
    So kommt jede(r) zum ‚Erweckungserlebnis‘

    Aktuelle Beispiele: Grimme-Preis für #aufkreischerei, Professx an Unis, Herr Professorin, Unwort des Jahres (Opfer-Abo), Rückgabe von Dokumenten (weil da nicht ausdrücklich die weibliche Form steht) usw.usf.

    Fällt nicht nur mir auf, dass die in den letzten 12 Monaten mehr hyperventilieren, als ihrer eigenen Schnappatmung gut tut?

    1. Am besten ist ja noch die Lächerlichkeit dieser Vorfälle. Beim #aufschrei hat es keinen interessiert, dass die Stern-Trulla Hr. Brüderle zuvor auf unterstem Niveau und alterssskriminierend angegangen ist. Aber wehe, eine Feministin wurde von einem Mann angeschaut, das war dann gleich #rapeculture und so Quatsch.

      Professx? Schau Dir das möchtegern-intellektuelle Prekariat des Gender-Schwachsinns doch mal an: http://www.gender.hu-berlin.de/zentrum/personen/ma/1682130/P_FOTO_normal Ich dachte erst, Thomas Hermanns vom Quatsch Comedy Club wäre jetzt Professor geworden!

      Herr Professorin? In meiner Jugend zur Schulzeit gab es auch immer Leute, die eine Extra-Einladung brauchten. Das waren meist faule und parasitäre Subjekte, die sich aber meistens für besonders toll hielten. Irgendwie sind die Feministinnen denen auch sehr ähnlich, wenn es um solche Banalitäten wie die Anrede mit -in geht.

      Das Opferabo war zu Recht das Unwort des Jahres, allerdings hätte man es auch gleich mit der feministischen Ideologie in Verbindung bringen sollen, wo dieses Opferabo so gerne missbraucht wird. Auf Twitter hatte ich auch manche dieser Berliner Feministinnen zwischendurch gelesen. Nach deren Märchenstunden wurde diese bestenfalls – wenn überhaupt – leidlich attraktiven Figuren angeblich fast täglich oder mindestens jedes Wochenende vergewaltigt oder mindestens begrapscht. Fragte man dann nach, ob es Zeugen gibt oder per Smartphone ein Foto gemacht wurde und empfahl den Gang zur Polizei, wurde man nur beleidigt und es kam der obligatorische Spamblock. Ich glaube, dass diese Feminazi-Kaffeekränzchen an den Unis jede Menge gestörte Subjekte anziehen, die dann ihrerseits die Störungen gegenseitig verstärken, einschließlich dieser Märchenstunden eben wie oft jede von denen angeblich begrapscht oder vergewaltigt wurde. Demnach müßten das alles mindestens Supermodels mit Figur und Attributen zwischen Heidi Klum, Pamela Anderson und Micchaela Schäfer sein!

      Diese SPD-Trulla mit ihrem Ausweis war die Krönung. Sie bekommt mit diesem Ausweis mehr an Einkommen und Privilegien als die meisten ach so privilegierten Männer in ihrem Leben je haben werden und hängt sich daran auf, dass da ein -in fehlt? Sorry, aber das sind schon keine Erste Welt-Probleme mehr, das sind Pseudo-Problemchen von Leute, die noch nie in ihrem Leben mit echten Problemen konfrontiert waren, weil erst Daddy, dann der Partner und die Partei usw. alles für sie erledigt haben. Und sich jetzt einfach mal aufregen wollen, damit sie Aufmerksamkeit bekommen, klassisch feministisches attention whoring der untersten Schublade. Und es ist gut, dass es immer mehr Aufmerksamkeit findet, wie widerwärtig dreist, verwöhnt, raffgierig, skrupel- und hirnlos die heutigen Feministinnen ticken. Möge uns ein der Entnazifizierung ähnlicher Vorgang von der feministischen Maul- und Klauenseuche befreien!

    1. @Douglas:

      As stated in our about section, all material in this blog is CC BY-NC-SA 3.0. I already saw that you used a machine translation of Martin’s post. If you are interested in some other texts and need a polished translation, just write a comment.

  6. Ich habe den Eindruck, dass #Aufschrei und #YesAllWoman zwar so mancher Frau den passenden Rahmen bieten, um über ihre eigenen, sehr negativen Erlebnisse zu berichten (von sexueller Belästigung bis Vergewaltigung ist alles dabei), gleichzeitig aufgrund der Maßlosigkeit und Undifferenziertheit (alles ist plötzlich Belästigung, nichts ist ok) aber viele Menschen abschrecken und besonders kritisch machen. Täusche ich mich, oder sind gerade im Fahrwasser von #YesAllWomen besonders interessante kritische Artikel erschienen? Ganz zu schweigen von den Parodien mit Katzen (#YesAllCats usw.), die eine Portion Humor in die Debatte bringen.

  7. Wow that was strange. I just wrote an incredibly long comment but after
    I clicked submit my comment didn’t appear. Grrrr…
    well I’m not writing all that over again. Anyways, just wanted to say great blog!

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