Heute schon gewählt?

Mich erreicht ein Gastkommentar, den ich Euch angesichts des heutigen Wahltages nicht vorenthalten möchte.

Da bin ich über einen Kommentar gestolpert, der mich aufhorchen ließ:

Darüber hinaus ist uns besonders wichtig, auch den Müttern, wie zum Beispiel beim Rucksackprojekt, das Erlernen und Einüben der deutschen Sprache zu ermöglichen.

und darunter wurde kommentiert, daß da doch was fehle. Nein, da fehlt nichts. Da steht sogar ziemlich viel. Dieses Zitat ist aus dem SPD-Wahlprogramm entnommen. Ein Text der komplett durchgegendert ist („Migrantinnen und Migranten“ zB). Nur an dieser Stelle ist explizit von Müttern die Rede. Stellt Euch vor, da würde allein von Vätern gesprochen. Ein Aufschrei, mindestens. Aber wir sind es gewohnt, Väter sind eben nur Beiwerk. Warum also kann man nicht versuchen, Eltern über die Kinder zu erreichen? Das Weglassen der Väter entlarvt die SPD, die sich ja ach so sehr für Geschlechtergerechtigkeit ins Zeug legt. Aber so ein südländischer Vater schaukelt sich wahrscheinlich eh nur die ganze Zeit seine Eier im Cafe, während die kopftuchunterdrückte Mutter den Haushalt macht, die Kinder versorgt und abends putzen geht. Abends schlägt er dann erst seine Kinder und dann seine Frau weil sie es wagt das Fahrradfahren zu lernen. Patriarchat, wissnschon. Und überhaupt, warum muß Ali mehr können als „Bring mir mal ne Flasche Bier“ wenn er auf dem Bau den blonden Frauen hinterherpfeift?

Drehen wir das mal um. Migranten haben im Schnitt die schlechtere Bildung, sie haben im Schnitt mehr Kinder. Diese Väter arbeiten sich also wahrscheinlich den Arsch ab um ihre Familie zu ernähren. Wahrscheinlich ist es so, daß sie weniger Zeit haben die Kinder zur Schule zu bringen und am Nachmittag an Elternsprechtagen teilzunehmen. Aber warum nur SPD, warum nur könnt Ihr es nicht einfach mal versuchen alle ausländischen Eltern zu erreichen? Ist doch nicht schlimm wenn mehr Mütter davon profitieren.

Warum nur, SPD, warum nur gendert Ihr mit Vorliebe Eure Texte, tut so als ob Ihr für Gleichberechtigung und soziale Teilhabe seid und spuckt ganz nebenbei den Männern, den Arbeitern, denen mit den schlechteren Chancen ins Gesicht?

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5 Antworten zu Heute schon gewählt?

  1. Matze schreibt:

    Diese Frage müsste man mal ohne Rücksicht auf der Titelseite der Bild erörtern. Viele wissen einfach nicht wohin der Zug Richtung tatsächlicher (nicht erfassbarer und erreichbarer) Gleichberechtigung/-stellung/-käsekuch hinfährt.

    „Laß mich bloß mit dem Scheiß in Ruhe!“

  2. marenleinchen schreibt:

    *Aber so ein südländischer Vater schaukelt sich wahrscheinlich eh nur die ganze Zeit seine Eier im Cafe, während die kopftuchunterdrückte Mutter den Haushalt macht, die Kinder versorgt und abends putzen geht. Abends schlägt er dann erst seine Kinder und dann seine Frau weil sie es wagt das Fahrradfahren zu lernen. Patriarchat, wissnschon. Und überhaupt, warum muß Ali mehr können als “Bring mir mal ne Flasche Bier” wenn er auf dem Bau den blonden Frauen hinterherpfeift?*

    Es hat sich in den letzten Jahrzehnten rausgestellt, dass die Väter der Famile, AUFGRUND der Tatsache dass sie arbeiten gehen, oftmals deutlich bessere Sprachkenntnisse haben als die Mütter, die teilweise später „nachgeholt“ worden sind und im schlimmsten Fall kaum ein Wort Deutsch verstehen.

  3. Gerhard schreibt:

    Das bezweilfe ich nicht.Aber ein Grund für obige Männerdiskriminierung ist das auch nicht. Zumal „bessere Sprachkenntnisse“ oft auch noch ausbaufähig sind.

  4. francesca schreibt:

    Wenn Sie nicht am Sprachdefizit der Mütter zweifeln, was spricht dann dagegen, ihnen AUCH, nicht ausschließlich einen besseren Zugang zur Sprache zu ermöglichen?

    • Gerhard schreibt:

      Absolut gar nichts. Es ist ein gutes Projekt. Nicht gut ist die Ausgrenzung der Väter. Von Leuten die sich so scheinheilig gegen Diskriminierung und Sexismus einsetzen.

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