Der Antichrist

Vorbemerkung: Alle Matschbirnen schauen sich am besten zuerst mein PS an. Dann könnt Ihr informiert entscheiden, ob es sich überhaupt lohnt hier weiterzulesen.

Ich bin Antifeminist. Ich will nicht die x-te Diskussion über nichtssagende Labels vom Zaun brechen. Natürlich denke ich, daß die Betrachtung und Diskussion von männlichen Werten, Problemen und Fragestellungen durchaus sinnvoll ist, zumal sie wenn überhaupt nur sehr negativ für Männer stattgefunden hat. Das meiste jedoch findet genausogut unter dem Label Humanismus oder einfach Gleichberechtigung statt.

Und genau das war mein Weg zu den Männerrechtlern, zu diesem Teil der Blogsphäre. Ich suchte nach Gleichberechtigung, stieß auf Feminismus und damit auf puren Sexismus, Einseitigkeit und blanken Männerhaß. Mehr oder weniger verhohlen. Mein Eindruck ist, daß überall wo eigentlich Gleichberechtigung diskutiert werden könnte medial und in der Politik Männerhaß vorherrscht, was einen ganz zentralen Teil des Feminismus ausmacht. Ansonsten haben wir da noch eine Menge Frauenbevorzugung und ansonsten nicht so viel.

Ich mag Anti-sein nicht. Das ist selten das Eintreten für eigene positive Werte. Aber Feminismus ist eine Hassreligion. Und gegen Hass zu sein, das halte ich für Positiv. Ich möchte gerne den inhärenten Männerhass im Feminismus belegen und damit zeigen, daß Antifeminismus eine sehr valide Haltung ist.

Wenn wir also den Männerhaß überwinden, die Hassreligion Feminismus als das enttarnen was sie ist, so wird vielleicht Platz sein für Gleichberechtigung. Für die aufrichtige Anteilnahme an den Problemen von Mädchen und Jungs, von Trennungsmüttern und -Vätern. Für geschlechtsspezifische Probleme, egal welchen Geschlechts. Denn überall wo vorgeblich Gleichberechtigung verhandelt wird, ist eigentlich feministischer Männerhaß da. Und er ist salonfähig, einhellig in der Politik und den Medien akzeptiert. Heute morgen noch im Radio, der Vertreter des paritätische Verbands sprach sich gegen die Rente nach 40 Jahren Arbeit aus, weil, ja, weil sie Männern zugute kommt.

Wir hier in unserer Filterblase hacken dabei auf die Dialogbereiten herum. Kaum ein Artikel ohne die Nennung von Robin. Warum? Weil sie zu den wenigen gehört, mit der man sich überhaupt auseinandersetzen kann. Diese Netzfeministinnen sind also diejenigen, die sich überhaupt mit unseren Argumenten auseinandersetzen. Völliger Blödsinn also sich mit denen zu streiten, sie anzugreifen. Sie haben schon zugehört, sie haben vielleicht ihre Meinung geändert oder auch nicht. Ich finde es spannend, hier mal andere Sichten zu lesen und zu diskutieren. Und es wäre schön wenn sie bei uns bleiben.

Und dann kriegen wir (wer auch immer „wir“ ist) gesagt, daß man nicht ständig die Extremfeministinnen rauszerren soll. Es ist sicher wahr, nicht jede Feministin hat SCUM unter dem Kopfkissen. Und gerade diese treten eh nicht mit jemanden in einen Dialog, der ihnen etwas anderes als Wohlfühlflauschkommentare bietet. Das ist eh ein ziemlich verbreitetes Phänomen im Netzfeminismus. Also kein wirklich lohnendes Ziel.

Mir gefallen die Foristen unter SpOn, Zeit, etc. Da finden sich oft (neben Müll) auch viele sachliche Kommentare, die gewisse Dinge richtig stellen und ein nettes Gegengewicht gegen feministisch orientierte Berichterstattung ist. Aber da ist dann halt auch keine richtige Diskussion zu führen. Man pinkelt an den Baum und geht weiter.

Arne, die Einmannarmee, die konstant und dauerhaft eine fantastische Arbeit macht so daß ich ihn beinah in der Aufzählung vergessen hätte. Danke an dieser Stelle.

Was mir vorschwebt, ist die Abarbeitung an wirklich einflußreichen Feministinnen. An Männerhaß der gar nicht mehr in der Öffentlichkeit bemerkt wird. Die drei A.S. fallen mir da ein.

Also beispielsweise Antje Schrupp. Sie schwurbelt und da kann man ihren Männerhaß manchmal übersehen. Ich will mich diesmal gar nicht ellenlang über sie auslassen. Bei der Beschäftigung mit solchen Leuten bekomme ich Kopfschmerzen und schlechte Laune. Außerdem ist das Wetter toll und dieser Artikel eh schon zu lang. Daher im folgenden nur noch im Telegrammstil der Inhalt einiger Tabs, die sich in letzter Zeit bei mir angesammelt haben. Zu denen ich eigentlich noch was sagen wollte und jetzt als Beleg für den von mir oben genannten Männerhaß im Feminismus herhalten. Und dann kann ich diese Tabs auch endlich mal schließen. Mal ehrlich, das Foto von ihr ist nicht so höllisch gelungen. Ich bekomme immer ein bisschen Angst weil sie so komisch guckt. Und das ist dann das Favicon und auch noch ganz oben rechts bei jedem ihrer Artikel? Reicht nicht schon der verstörende Titel und Untertitel ihres Blogs. Ehrlich mal.

Die Sache, warum sie prinzipiell unfreundlich zu fremden Männern ist, muß ich hier nicht nochmal auswälzen, oder?

http://antjeschrupp.com/2014/03/20/was-das-scheitern-der-piraten-lehrt/

Hier legt sie einfach nur ein unglaubliches Geschwurbel über Macht hin. Wir erinnern uns, die Piraten waren mal postgender, sind dann von der Genderfraktion überrollt worden, die dann wiederum die Antifa mitangeschleppt hat. Das wars mit den Piraten. Aber nein, für Frau Schrupp sind die Männer schuld. Noch Fragen Euer Ehren?

Die Armseligkeit des Herrn Martenstein (und des ZEITmagazin)

Wirklich gut als Zeichen ihres Realitätsverlusts. Aus-ge-rech-net Frau Schrupp beschwert sich über eine Kommentarkultur, die selektiv ist. Frau Schrupp, die manchmal Nazis oder Maskus „durchläßt“ aus Dokumentationszwecken, sich aber ansonsten jedem kritischen Kommentar verweigert.

Lesbische Männer

Auch ein schönes Beispiel ihrer Schwurbelei. Und ihres Männerhasses.

[lesbische Männer] kann ich zum Beispiel zu einer Lesbenfeier mitnehmen, ohne dass sie sich unwohl fühlen oder daneben benehmen, erstere [heterosexuelle Männer] nicht so ohne weiteres.

PS: Noch was. Wer meint, daß die Veröffentlichung von Mailadressen oder auch nur Teilen davon in Ordnung ist, der möge sich bitte aus dem Kommentarbereich meines Artikels verpissen. Damit ist auch schon meine Kommentarpolitik erklärt. Ihr dürft Euch gerne in den Kommentaren outen, auf vorgebliche Diskussionsbeiträge habe ich jedoch keinen Bock. Ansonsten werde ich alles freischalten, was sich jedoch bis zum Abend verzögern könnte. Ich hoffe hier auf die freundliche Mithilfe der anderen Autoren dieses Blogs. Danke.

PPS: Mir wäre es sehr recht, wenn Metadiskussionen über meine obige Kommentarpolitik ebenfalls nicht unter diesem Artikel geführt werden. Könnt Ihr gerne woanders machen und ich beteilige mich auch gerne. Ggf mache ich einfach morgen einen extraartikel für dieses Thema auf, falls gewünscht.

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41 Kommentare zu „Der Antichrist“

  1. Ich bin ein ehemaliger Antifeminist, nicht ein selbst Ernannter, sondern ehemaliges, offizielles Mitglied bei René Kuhn aus Luzern, der den Begriff Antifeminismus international, so kann man heute rückblickend sagen, etabliert hat. Ich war derjenige, der für die Sicherheit bei den Treffen in Winterthur gesorgt hat. Das war nicht immer ganz einfach. Warum ich damals Antifeminist geworden bin? Aus einem ganz anderen Grund: Weil der medial kolportierte Feminismus nur noch die Lebenswirklichkeit und die Interessen von gut bis sehr gut gebildeten- und verdienenden, weissen Mittelschichtsfrauen abbildet. Ich konnte es einfach nicht fassen, wie man die soziale Wirklichkeit einfacher Arbeiter- und Angestelltenhaushalte so konsequent ignorieren kann und ständig etwas von einem Lebens- und Familienideal schwafelt, dass sich in ganz Europa kaum ein Paar leisten kann! Die ganze medial verbreitete Männerverachtung mag bei meinem Beitritt sicher auch eine Rolle gespielt haben- aber im Zentrum stand für mich immer die soziale Frage. Auch heute noch, obwohl ich kein Antifeminist mehr bin.

    1. Das klingt nach einem Verein mit Clubausweis. 🙂

      Du bist jetzt kein eingetragener Antifeminist mehr? Oder hast Du Deine Überzeugung geändert? Bei letzterem fänd ich den Grund interessant.

      1. Nun, die IGAF existiert natürlich heute noch- einfach ohne mich. Warum ich ausgetreten bin? Weil ich der Überzeugung bin, dass man mit Extremen nicht weiterkommt. Zudem gab es innerhalb der IGAF mitunter Tendenzen, mit denen ich absolut nichts anfangen konnte.

        Aus Sicht des Diskursverlaufes hat die IGAF innerhalb der Geschlechterfrage allerdings sehr viel bewirkt: Nur schon der Name Anti-Feminismus! Die Negation von Feminismus! Undenkbar! Unfassbar! Skandal! Bemerkenswert ist vor allem, wie schnell sich dieser eigentlich undenkbare Begriff sofort in die Köpfe eingegraben hat- weltweit, versteht sich! Nur schon rein aus werbetechnischer Sicht ist das eine beachtliche Leistung. Anti-Feminismus, das war im Prinzip ein klassischer USP (Unique Selling Proposition)!

        Ohne näher auf die Gründe meines Austritts eingehen zu wollen- aber ich bin heute der Überzeugung, dass es die IGAF (nicht zuletzt auch dank der ihr augenblicklich zuteil gewordenen, grossen, medialen Aufmerksamkeit) geschafft hat, den Geschlechterdiskurs mit ganz gezielt inszenierten Provokationen und Skandalen in eine Bahn zu lenken, die auch Kritik am Feminismus auf breiter Ebene ermöglicht hat. Rückblickend war die IGAF ihrer Zeit eigentlich voraus. Sie war ein notwendiges Übel, eine Extremposition, die nötig war, um die öffentliche Aufmerksamkeit endlich auch auf Männeranliegen zu richten. Das lässt sich sehr gut an diesem Beispiel festmachen:

        2010, soviel ich mich erinnern kann, hat die IGAF verschiedenen Zivilstandsämtern im Zusammenhang mit den zahlreichen Risiken und Nebenwirkungen, mit denen die Ehe für Männer verbunden ist, diesen Flyer zukommen lassen. Die mediale Aufmerksamkeit- oder vielmehr: der mediale Aufschrei war gross: Die Ehe- eine Gefahr für Männer? Nein, das kann nicht sein! Männer sind niemals Opfer!

        Jahre sind seither vergangen. Und jetzt ist diese Position plötzlich gesellschaftsfähig geworden: „Erzeuger und Geldmaschinen“, titelte die taz vor Kurzem im Zusammenhang mit geschiedenen Vätern. Das Publikationsorgan eines Schweizer Grossverteilers will vor wenigen Monaten herausgefunden haben, dass Männer nein zur Ehe sagen: „Sie hüten sich, weil sie (die Väter) bei einer Trennung am kürzeren Hebel sitzen.“

        Ich persönlich habe heute mit dem Anti-Feminismus nichts mehr am Hut. Seine Zeit ist abgelaufen.

      2. Ok, M, ich habe mir jetzt die Webseite der IGAF angeschauen und verstehe. Nicht gerade der Verein, mit dem ich mich 100%ig identifizieren kann.

        Aber ich habe meinen Artikel ja auch Antichrist genannt. Antifeminist klingt trotz IGAF irgendwie wie Hitler. Dabei zeugt es von einer völlig legitimen Haltung.

  2. Ich bin auch kein Fan von Antje Schrupp (um es mal diplomatisch auszudrücken). Aber unter http://antjeschrupp.com/2014/03/31/lesbische-manner/ kann ich ausnahmsweise mal nichts Kritikwürdiges entdecken.

    Ja, es gibt „lesbische“ Männer: nämlich solche, die Frauen begehren, aber eben nicht wie heteosexuelle Männer, sondern eher wie lesbische Frauen. Da ist nicht das Partnerbild, sondern das sexuelle Selbstbild „umgedreht“. Ich bin selber so einer. Vor vielen Jahren war ich als solcher beim LesbenFrühlingsTreffen in München dabei – wo (leider nur ausnahmsweise) auch Lesben mit Y-Chromosom willkommen waren, während die meisen Lesbentreffs bis heute „männliche“ Lesben geschlechtsrassistisch aussperren. Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt: ich wurde wirklich nett aufgenommen, es gab keine einzige, verschlossene Tür für mich, und ich habe dort eine meiner seither besten, vertrautesten Freundinnen kennengelernt. Und, ja: ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sich ein normal heterosexueller Mann dort NICHT wohlgefühlt und sich möglicherweise auch „danebenbenommen“ hätte – die Atmosphäre bei Lesben ist nun mal eine sehr eigene, spezifische, was nicht unbedingt gleich mit Männerhass zu tun haben muss.

  3. @whgreiner: Wie ist das zu verstehen? Du stehst, überspitzt gesagt, auf Frauen, die dominant sind, ihren Weg gehen und suchst die breite Frauenschulter zum Anlehnen? Und eine schwule Frau mag eher Typen, die ihr zuhause ein Nest bauen und ihre Sorgen gerne mit ihr teilen? Klar, warum nicht?

    Ich finde es aber davon abgesehen einfach nur beschissen, einem heterosexuellen Mann zu unterstellen, sich auf einer Lesbenparty nicht benehmen zu können. Man sollte vielmehr annehmen, dass grundsätzlich jeder Mann in der Lage ist, sich zu benehmen, auf einer Lesbenparty genauso, wie überall sonst auf der Welt. Wenn es dort irgendwelche kulturspezifischen Gebräuche gibt, sehe ich keinen Unterschied zu anderen Subkulturen. Dann kann MANN eben mit diesen vertraut gemacht werden. Einfühlungsvermögen haben auch Männer.

    1. Das hat auch nicht unbedingt mit Einfühlungsvermögen zu tun. Es geht einfach um eine bestimmte, gewohnte – im normalen, heterosexuellen Umfeld ja auch passende und akzeptierte – Art männlichen Auftretens. Wer das aus dem Alltag so gewohnt ist, der tut sich bei solchen Events wie Lesbentreffen ziemlich schwer, sich nicht „daneben zu behehmen“, zumal ihm dieses im Alltag völlig normale Gebaren ja teilweise „in die Gene geschrieben“ ist.

      Damals beim LFT in München ging das Schimpfwort „Lesberich“ um: damit waren aber NICHT die wenigen, sehr zurückhaltend auftretenden XY-Lesben gemeint, sondern ein paar besonders lautstarke XX-Lesben, die sich männlicher gebärdeten, als es die meisten Männer tun 🙂 Bei der Mehrheit der Lesben kommen die damit auch nicht gut an und werden entsprechend veralbert.

      Aus der Tatsache, dass die meisten männerhassenden Radikalfeministinnen in der Politik aus einem lesbischen Umfeld kommen, sollte man nicht den falschen Umkehrschluss ziehen, alle Lesben seien Männerhasserinnen.Da gibt’s schon auch wirklich liebe, nette Frauen, und nach meiner Erfahrung sind die sogar in der Mehrzahl – nur eben nicht so lautstark.

  4. Etwas persönliches: „Matschbirnen“ und „verpissen“ empfinde ich als beleidigend. Das sollte nicht der Stil öffentlicher Debatten sein.

    Nun kurz zum Inhalt:

    „Was mir vorschwebt, ist die Abarbeitung an wirklich einflußreichen Feministinnen. An Männerhaß der gar nicht mehr in der Öffentlichkeit bemerkt wird.“

    Das halte ich für ein sehr gutes Programm. Das wird auch längst umgesetzt, etwa von Arne oder von Schoppe. Auf jeden Fall richtet sich die Kritik so eher an die, die meinungsbildend sind in der Öffentlichkeit.

  5. Ich halte es für verfehlt, einen Antifeminismus zu pflegen. Denn in jedem Fall schafft man so die gleiche pauschale Geisselhaft für Menschen wie sie bei Männern vorgenommen wird. Feminismus ist erstmal nichts anderes als Kampf für Frauenrechte, der auf eine ideologische Basis gestellt wurde. So wie Kommunismus den Kampf für Arbeitarechte einen weltauschaulichen Rahmen verliehen hat. Kommunisimus kann man durchaus als Ganzes ablehnen, weil man glaubt das „Enteignung“ und „Verstaatlichung“ (auch Vergesellschaftung genannt) die primären Ziele sind. Aber was beim Kommunismus noch realtiv einfach ist, gerät beim Feminismus zur Farce. Einig ist diese Bewegung sich nur in drei Punkten.
    1) das es sich beim bisherigen Gesellschaftssystem um eine strukturelle Unterdrückung eines Geschlechts gehandelt hat, genannt „Patriarchat“.
    2) Das „FrauSein“ alle Frauen auf diesem Planeten verbindet, quasi damit eine „Schwesternschaft“ bilden.
    3) Die Bewertung der Kategorie „Geschlecht“ als allesentscheidendes Merkmal, das darüber befindet, ob sich Menschen einem priviligierten Teil der Menschheit zugehörigt fühlen sollten oder einem diskriminierten.

    Alle diese Punkte werden aber völlig verschieden betrachtet. Für eine nicht so kleine Zahl von Feministinnen, ist das Patriarchat bereits am Ende in unseren Ländern und es muß geschaut werden ob sich nicht eine Tussikratie bildet, die wiederum die Freiheit der Frauen einengt. Für andere ist es noch immer voll ausgebildet und an allem schuld.
    „FrauSein“ sehen die einen als soziales Konstrukt das ebenso wie „MannSein“ dekonstruiert werden muß, andere sehen eine klare Verschiedenheit aufgrund der Biologie und manche (auch nicht so wenige wie z.B: Frau Schrupp) wollen die Menschheit gleich in „schwanger werden könnende“ und „die es sicher nicht können“ zerlegen, weil sie so vermute ich, heimlich das „friedvolle, harmonische“ Matriarchat herbeisehnen.
    „Geschlecht“ wird ebenfalls heiss diskuiert, da diese Kategorie nicht nur höher bewertet wird als Menschsein (Siehe Beschneidungdebatte, FGM ist strikt verboten, MGM weltweit erlaubt) sondern es auch auf alle Bereiche angewandt wird, was zu sehr eigenartigen Resultaten führt, bei denen sich dann die Feminists in die Haare kriegen, „wie das jetzt wieder zu interpretieren ist“.

    Also es gibt keinen Grund für Anti-Feminisums. Das ist etwa so sinnvoll, wie ein Anti-Verschwörungstheoretike zu sein. Oder Anti-Religiösa. Ja kann man sein. Man darf sich aber auch nicht wundern, wenn dann alle Religiösas sagen: „Mit das red ich nicht“.

    Ich habe einen anderen Ansatz gewählt. Wer Jungen und Männer pauschal abwertet und in geschlechtliche Geisselhaft nimmt, wer die Unschuldvermutung zum Schutz der Frauen abschaffen möchte, wer von einer Männerherrschaft faselt, wer glaubt Frauen seien das fähigere Geschlecht, das ist mein Gegne, das ich mit aller Kraft bekämfe. Es ist diese systemische Männerfeindlichkeit, der Misandrismus. Feminismus ist mir eher egal, da dieser sich wie der Kommunismus am Ende selbst wiederlegen wird, weil „Geschlecht“ die gleiche Qualität hat wie „Volk, Nation“. Keine sinnvolle Einteilung. Aber die Idee das Menschen aufgrund eines Geburtsmerkmals besser sind, aber unterdrückt und andere minderwertig aber machthabend und gefährlich, war schon mal da. Und daher stellt Misandrismus sich für mich als echte Gefahr dar, denn hier steht nicht mehr der „Volksgedanke“ dahinter, sondern „Rasse“ d.h. Schlechtigkeit ist dem männlich zur Welt gekommenen Menschen angeboren.

    Daher bin Ich leidenschaftliches Anti-Misandriste. Allerdings ist es wie überall, wenn man Anti ist. Man muss aufpassen, dass man nicht überall anfängt Misandrists und Misandrismus zu sehen.

    1. ich mal wieder,

      sag mir bitte warum du unsere deutsche Sprache so verschandelst?
      ———–
      Arbeitarechte
      Feminists
      Religiösas
      Gegne
      ———-

      hat das irgend einen Grund?

      1. ok ich hab es gelesen, sorry ich liebe meine deutsche Sprache und werde sie dahingehend nicht verschandeln.

        Beispiel:

        Die Bürger dieses Landes brauchen das nicht, denn sie wissen das es kein generisches Maskulinum gibt, dass ist eine Erfindung.

        Sag mir wer sich jetzt angesprochen fühlt?

        🙂

        PS: Deutschland ist das Land der Erfinder aber wir haben auch einen Haufen Spinner.
        Christian kann dir das besser Erklären,
        Viele Hochbegabte aber auch viele Doofe. Oben und Unten sind wir gut dazwischen naja.

  6. Die Kategorie „lesbische Männer“ ist wieder eine typische verquaste Ausgeburt feministischer Sprachverwirrungen.

    Ein Mann der auf Frauen steht ist heterosexuell.

    Fertig.

    Warum aber jetzt dieser Umweg, diesen heterosexuellen Mann als männliche Lesbe zu bezeichnen?

    Dabei beziehe ich mich auf die Charakterisierung von whgreiner und die Bemerkungen aus dem Blog (Antje Schrupp), obwohl man dort ja nur vage Andeutungen lesen kann.

    Zitat:
    Männer, die Frauen lieben, aber sich dabei nicht verhalten, wie Männer „normalerweise“, sondern eher wie Lesben.
    ende

    Also sind das Männer, die Frauen auf weibliche Art und Weise lieben, was immer das bedeuten mag.

    Das könnte im Prinzip jeder X-beliebige Mann sein, denn die Art wie jemand liebt
    gehört ja zu seiner Geschlechterrolle und ist somit lediglich ein fragiles Konstrukt aus sozialen Verhaltensmustern/Gewohnheiten die sich wiederum aus der Interaktion mit seinem Umfeld ergeben.

    Diese Rollen sind aber nicht bindend, so wie heterosexuelle Frauen sich ganz selbstverständlich männliches Verhalten aneignen können und für die Eroberung dieser männlichen Bastionen medial gefeiert werden, kann man demnach auch heterosexuellen Männern weibliches Verhalten antrainieren.

    Diese Männer, die sich weibliche Softskills aneignen, werden ja immer als die neuen, besseren, als die lang ersehnten Männer gepriesen und es wird auch immer behauptet es gäbe sie nicht, oder nur wenige.

    Heißt das jetzt, es waren alle Mühen des Feminismus vergebens?
    Wo sind diese neuen Männer?

    Nun die Antwort könnte sein, sie haben aufgehört sich als Männer zu fühlen und werden von Frauen auch nicht mehr als solche wahrgenommen. (Schmerzensmänner)

    Aber Männer, die Frauen lieben und sich dabei wie Lesben verhalten, mit dieser Beschreibung verbindet sich natürlich auch automatisch die feministischer Heiligsprechung dieser seltsamen Spezies, da weibliches Verhalten per se anbetungswürdig ist.

    Solche Ehre kann aber nun unmöglich einem penetrationswütigen Hetero-Mann zuerkannt werden, weswegen er kurzerhand durch die Gnade des feministischen Wächterrates in den heiligen Stand der männlichen Lesbe (quasi eine Fast-Frau) erhoben wird.

    Denn mal ehrlich, wie könnte so ein zurückgebliebenes, mit Y-Chromosomen geplagtes Wesen, jemals weibliche Premiumqualität erreichen und dabei dennoch ein männlicher heterosexueller, ein Cis-Mann sein.

    dirty_mind

    1. „Ein Mann der auf Frauen steht ist heterosexuell.
      Fertig.“

      Nenee – so einfach kannst Du Dir das nicht machen 🙂
      Wie schon erwähnt: ich spreche aus Erfahrung, weil ich selbst so ein lesbischer Mann (als Teil eines trannssexuellen Syndroms) bin. Vor meiner Selbstfindung in einer jahrelangen Psychotherapie habe ich 20 Jahre lang versucht, als normal heterosexueller Mann zu leben und zu lieben – und mich dabei immer wieder darüber gewundert, dass ich bei den normal heterosexuellen Frauen, mit denen ich das versucht habe, so schlecht ankam. Das Rätsels Lösung nach langer Therapie: ich BIN NICHT HETEROSEXUELL, weil ich KEIN MANN bin – deshalb komme ich bei heterosexuellen Frauen, die im Bett einen Mann erwarten, so schlecht an und bin da ständig einerseits überfordert, was die Bedürfnisse der Frau angeht, andererseits unbefriedigt bezüglich meiner eigenen Bedürfnisse. Erst seit ich konsequent und offen zu meiner besonderen Art stehe, klappt das auch.

      Das ist auch keine Frage von Erziehung, Anpassung oder Training: ich bin ja weiß Gott als Mann erzogen worden und habe jahrzehntelang verzweifelt versucht, die Rolle zu spielen, die heterosexuelle Frauen erwarten. ICH KONNTE ES NIE, trotz aller Erziehung, allen Bemühens und allen Trainings! Oberflächlich für ein gelegentliches ONS vielleicht mal, ja, aber nicht so authentisch, dasss es eine dauerhafte Beziehung tragen könnte. Man kann das nicht lernen, man muss es schon „im Blut haben“.

      Dass männliches Lesbentum für den Feminismus ein „heiliger Stand“ sei, ist erst recht daneben, das genaue Gegenteil ist wahr: gerade von den radikalfeministischen Zirkeln unter den Lesben (insgesamt sind ja auch Lesben Gottseidank ein breites Spektrum) wird unsereins aus rein körperlichen – deutlicher gesagt: geschlechtsrassistischen – Gründen herb und schmerzhaft ausgegrenzt. Genau das ist sogar einer der Gründe, warum ich inzwischen erklärter Antifeminist bin – neben den sonst üblichen wie Väterausgrenzung, was auch mir passiert ist.

      Eigentlich dreht sich mir der Magen um, hier ausgerechnet eine Antje Schrupp zu verteidigen, bei dem totalitären Stuss, den die sonst so verzapft. Aber in diesem einen Punkt, dass sie immerhin bereit ist, unsereins grundsätzlich als „männliche“ Lesben anzuerkennen und bei Lesbentreffen willkommen zu heissen, unterscheidet sie sich wohltuend von den meisten ihrer poltisch-idelogischen Gesinnungsgenossinnen – auch wenn sie mich persönlich nach diesen Zeilen vermutlich nicht mehr in solchen Kreisen sehen möchte 🙂

      1. Das klingt unheimlich interessant, aber so richtig vorstellen kann ich mir das nicht. Willst du vielleicht mal ein bisschen erzählen, wie sich das so äußert im zwischenmenschlichen Umgang bzw. in Beziehungen? Inwiefern bist du kein Mann, obwohl du biologisch einer bist? Welches Verhalten an dir selbst siehst du als so ungewöhnlich an, dass es dir in der Vergangenheit Probleme bereitet hat? etc.pp.
        Musst nicht, wenn du nicht willst, aber ich fände das ziemlich spannend.

      2. ja würde mich jetzt auch mal interessieren, irgendwie verstehe ich das nicht. aber wie Robin schon schrieb, du must das nicht.

    2. @Robin Urban

      Am besten kann ich das vielleicht mit einer Episode aus meiner ersten, unglücklichen Ehe (ist Gottseidank schon 30 Jahre her…) illustrieren. Obwohl ich es physiologisch konnte, empfand ich den herkömmlichen, heterosexuellen GV eigentlich immer als Pflichtübung. Da blieb bei mir trotz „Orgasmus“ meistens so ein schales Gefühl: „…und das war’s jetzt?“ Meine damalige Frau war zwar prinzipiell scharf drauf, weil ich mich dabei immerhin konsequent um sie bemühte. Aber dass auch ihr etwas fehlte, wurde sonnenklar, als mich dann mal beim Vorspiel der Teufel ritt und ich (aus meinem Blickwinkel ironisch) so richtig einen auf Proletenmacker machte: „Mach die Beine breit, Alte, ich will dich f……!“ Darauf ging sie ab wie das berüchtigte Zäpchen – es machte sie ungeheuer an. Blöd nur: das bin ich nicht, das kann ich nicht – jedenfalls nicht glaubwürdig auf Dauer.

      Als ich später zum ersten Mal in einer therapeutischen Gruppe saß – Männer und Frauen jeweils getrennt – und die Männer rundherum von ihren Beziehungen erzählten, da fiel es mir wie Schuppen von den Augen: genau dasselbe, was die reihum nahezu ausnahmslos berichteten („Meine Frau/Freundin lässt mich nicht oft genug ran, ihr ist das alles angeblich zu Unterleibs-fixiert…“), war auch meine Erfahrung – aber mit umgekehrten Rollen! Ich war buchstäblich der Einzige in der (ziemlich großen) Runde, der sich von seiner Frau permanent sexuell bedrängt und überfordert fühlte; bei fast allen Anderen war das genaue Gegenteil der Fall. Und diese Erfahrung habe ich grundsätzlich mein Leben lang mit JEDER rein heterosexuellen Partnerin gemacht, nicht nur mit meiner ersten Ehefrau. Damals dämmerte mir zum ersten Mal, dass ich KEIN Mann bin.

      Dabei bin ich alles andere als asexuell. Im Lauf der Therapie lernte ich allmählich auch meinen eigenen Körper besser kennen und weiss inwischen z. B., dass für mich zu einem wirklich befriedigenden Orgasmus eine intensive Stimulation der Brustwarzen unverzichtbar dazugehört. Erst dann fließt das so richtig wie ein goldener Schauer aus dem Nacken durch den ganzen Körper bis in die Finger- und Zehenspitzen – ein völlig anderes, ungleich intensiveres, befriedigerendes Gefühl als der offenbar typisch männliche, unterleibszentrierte Orgasmus, wie ich ihn beim normalen, heterosexuellen GV erlebt hatte. Von daher war dann auch das schale Gefühl verständlich, das mir danach immer geblieben war.

      Aber dazu gehört eben auch die richtige Partnerin, nämlich eine lesbische bzw, zumindest bisexuelle: denn nur die sind auch bereit dazu, mich beim Sex körperlich eher wie eine weibliche Person zu behandeln – und sich selbst von mir wie von einer solchen behandeln zu lassen. Seit ich klar und konsequent dazu stehe, hat’s auch mit den Partnerschaften (inzwischen seit 7 Jahren mit einer zweiten, diesmal glücklichen Ehe) endlich funktioniert.

      1. Das ist mir wohlbekannt, aus verschiedenen Perpektiven. Das einzige was ich dazu sagen möchte ist, dass sich hier Rollenverständnis und Sexualität mischt. Die Nichtunterleibsfixiertheit hat letztlich mit „lesbisch“ oder „weibliche Person“ nichts zu tun. Es ist vielmehr der enorme Zwang sich in bestimmter Weise zu verhalten der Männer hier trifft. Die Brustwarzen eines Mannes sind direkt mit dem Sexualzemtrum verbunden, daher ist es auch kein Wunder das dich das anturnt, wenn sich eine Frau damit intensiv befasst. Und auch die Haut eines Menschen ist unabhängig vom Geschlecht eine erogene Zone, Streicheln der Schenkel, der Brust täte allen gut beim Sex. Und dass dir ein weniger mackerhaftes Vorspiel lieber ist, hat ebenfalls nichts mit Nicht-Heterosexualität zu tun, sondern lediglich mit dem Klischee wie Sex unter Heten abzulaufen hat. Der Mann wird auf sein Genital reduziert, dort darf sich, dort muß sich alles abspielen, sonst ist das kein „Mann“. Daher ist dein Verhalten nicht weniger männlich als das aller anderen Männer, sondern lediglich anders. Das du bei der starken Geprägtheit von sehr vielen Frauen auf ein bestimmtes Muster, die dann eine Andersartigkeit ncht akzeptieren und Männer aussortieren, weil Schmerzensmänner, zu sensibel, keine „echten Kerle“, bei bi-sexuellen Frauen glücklich wirst, ist kein Wunder. Du bist aber nach wie vor ein heterosexueller Mann, lediglich hast du ein Verhalten, dass als „nicht männlich“ angesehen wird. Wie so vieles. An allen Ecken und Enden trifft man auf die weibliche Definiton von „Mann“ und der gewünschte „Sexualität“ bis hin zur noch akzeptieren Kleidung die er tragen darf, aus der sich dieser nicht rauswagen soll, da sonst der Mann als Sexualpartner einfach ausscheidet.
        Hier hast du für dich deine Lösung gefunden. Ich freu mich für dich. Aber du bist Mann wie jeder andere, nur die Gesellschaft lässt dich nicht so sein wie du bist. Redet dir ein, sowas wäre nicht heterosexuell.
        Es ist ganz einfach.Es gibt keine schwule Frauen, oder? Rate mal warum? Weil Frauen jedes Verhalten an den Tag legen können, es wird nichts davon als „nicht heterosexuell weiblich“ deklariert. Würde sich eine Frau „mackerhaft “ verhalten, dann wäre es einfach eine „starke, sexuell aggresive Frau“ aber sicher keine „schwule Frau“.

        Du bist ein lebendes Beispiel dafür, wie extrem der Rollenzwang für Männer eigentlich ist. Selbst die Sexualität ist normiert. Wer sich nicht konform verhält, scheidet aus. Weil es angeblich „weibliche Sexulität“ gibt und „männliche Sexualität“ und nicht einfach nur Sex der Spass macht. Was wem gefällt ist ok.

      2. @zuerstmensch

        Man kann natürlich auch jegliche, eingebürgerte Begrifflichkeit ableugnen und durchweg alles zum Normalfall erklären – und jeden Eindruck von Anormalem als bloße Kollision mit einengenden Rollenvorschriften darstellen. Alles eine Frage der Nomenklatur…

        Tatsache ist: ich bin in entscheidenden Punkten WIRKLICH anders als die allermeisten Männer – und entsprechend darin der großen Mehrheit der Frauen ähnlicher. Als transsexueller Mensch befasst man sich notgedrungen sehr eingehend (und mit hoch professioneller Hilfe) mit der Frage: was ist meine wirkliche Natur, was nur aufgesetztes Klischee und verinnerlichter Rollenzwang? Immerhin hängen für unsereins von der realistischen Beantwortung dieser Frage so existenzielle Entscheidungen wie geschlechtsangleichende Operation und öffentlicher Rollenwechsel ab. Das ist kein unverbindlicher Spaß; jede solche Entscheidung hat weitreichende Folgen, und eine Fehlentscheidung in diesem Bereich kann das ganze, restliche Leben ruinieren.

        Ich halte nichts davon, alles mit gesellschaftlichen Rollenzwängen erklären zu wollen. Mit derselben Art „heterosexuellem“ Sex, mit dem ich schon von Anfang an nicht wirklich zurecht kam und von dem ich irgendwann die Nase gestrichen voll hatte, waren die allermeisten Männer, mit denen ich darüber sprach (und das waren im Lauf dreier Jahrzehnte SEHR viele) im Prinzip hochzufrieden und wollten eben deshalb durchweg mehr davon, als sie kriegen konnten. Ich denke, wir sollten hier die Menschen in ihrer jeweiligen Unterschiedlichkeit einfach gelten lassen: diese anderen Männer sind eben NICHT manipuliert und drangsaliert und kanalisiert, sondern sie wollen’s schlicht und authentisch aus sich heraus so, und das ist auch gut so – gut für sie UND für ihre heterosexuellen Partnerinnen, die das letztlich ebenfalls so wollen, auch wenn sie politisch korrekt oft was anderes erzählen. Ich selber bin halt einfach nur anders gestrickt als die meisten, anderen Männer – und das ist ebenfalls gut so. Mittlerweile habe ich ja auch herausgefunden, welche Frauen (die ihrerseits anders sind als die meisten anderen) zu mir passen.

        Es ist einer der Webfehler des Feminismus, die Vielfalt realer Menschen an einem künstlichen, ideologischen Menschenbild zu messen anstatt umgekehrt. Diesen Fehler müssen wir nicht unbedingt nachmachen.

      3. Sorry, wenn ich total unverschämt bin, aber ich hätte noch ein paar Fragen ^^ Wenn es dir zu intim ist, sag es bitte!

        Also, wie kommen denn deine Partnerinnen damit zurecht? Ich meine, sich nicht nur auf den Unterleib konzentrieren find ich gut, aber naja, kommt es überhaupt zum Geschlechtsverkehr? Du sprachst von lesbischen Frauen… hatten die nie Probleme damit, dass du äußerlich doch eindeutig ein Mann bist, wenn ich das richtig verstanden habe?
        Und wie sieht das im normalen Leben aus? Verhältst du dich anders als „normale“ Männer? Wie gehst du und deine Frau miteinander um? Wie reagiert dein Umfeld? Womit beschäftigst du dich in deiner Freizeit und siehst du das alles eher als weiblich oder männlich an?
        Inwiefern bist du transsexuell? Nimmst du irgendwelche Hormone oder hast du Operationen hinter dir? Wie lange hat es gedauert, bis du einen Therapeuten gefunden hast, der das erkannt hat (ich könnte mir vorstellen, dass die meisten davon auch wenig Ahnung haben)? Was für eine Art Therapie hast du gemacht? Und wie wird das psychologisch/medizinisch begründet?

        Sorry, ich bin so neugierig 🙂

      4. „Tatsache ist: ich bin in entscheidenden Punkten WIRKLICH anders als die allermeisten Männer – und entsprechend darin der großen Mehrheit der Frauen ähnlicher.“
        Das ist genau der Punkt. Das glaube ich dir aufs Wort. Und trotzdem ist es Unsinn, sich als „Lesbischer Mann“ zu bezeichnen. Wie du dein Verhalten und Sexualität bezeichnest ist natürlich deine Sache, blos bist du genauso ein heterosexueller Mann wie jeder andere, solange du mit deinem Penis zufrieden bist und Frauen begehrst. Du bist sehr verschieden von der Norm, und daher brauchst du diese Bezeichnung. Es gibt aber unzählige Abweichungen von der „männlichen“ Norm, aber diese werden sofort als „abartig“ deklariert und zwar vor allem von Hetero-Frauen. Aber nur, weil die Gesellschaft, diese Art des Verhaltenns und der Sexualität eines „Mann“ nicht akzeptieren möchte als „hetero“, bis du kein MANN? Was bedeutet du bist viel „ähnlicher“? Weil du vieles tun möchtest so wie es Frauen tun? Schon eigenartig, dass Frauen alles tun können so wie es Männer tun und nicht an ihrer Identität als Frau zweifeln? Was sagt uns das? Ein Mann möchte weiblich wirkende Kleidung anziehen? „Ähhhh, das ist ja ekelhaft! Also mit dem steig ich nicht ins Bett! Das ist ja kein Mann“ „Der will immer nur kuscheln und zärtlich sein. Ich will aber so richtig rangenommen werden. Der ist doch ein Schlappschwanz und kein Mann“.

        „Frage: was ist meine wirkliche Natur, was nur aufgesetztes Klischee und verinnerlichter Rollenzwang? Immerhin hängen für unsereins von der realistischen Beantwortung dieser Frage so existenzielle Entscheidungen wie geschlechtsangleichende Operation und öffentlicher Rollenwechsel ab. „ Und hier wird es wirklich krass. Denn ständig sagst du „die meisten Männer“ , „normales Verhalten“. Ist dir nicht klar, wie sehr du eingeengt bist? Allein das Wort ROLLENWECHSEL sagt schon alles. Du kannst deine „weibliche“ Seite als Mann nicht leben, man verwehrt es dir, DESWEGEN sollst du zur Frau werden?

        Zeig mir die Frau, die aufgrund eines Bedüfnis „männliches Verhalten“ leben zu wollen, sich entschließt ein Mann zu werden, der Männer liebt? Von so einem Fall habe ich noch nie etwas gehört. Falls es das auch gibt, nehme ich meine Einschätzung zurück. Sollte es aber „schwule Frauen“ nicht geben, dann ist klar wo das Problem liegt. Du darfst deine „weibliche“ Seite nur als Frau ausleben, als Mann wirst du dafür abgestraft. Und daher wird deine Sehnsucht immer größer als Frau leben zu wollen.

        „Mit derselben Art “heterosexuellem” Sex, mit dem ich schon von Anfang an nicht wirklich zurecht kam und von dem ich irgendwann die Nase gestrichen voll hatte, waren die allermeisten Männer, mit denen ich darüber sprach“ Und wenn Millionen Männer damit zufrieden sind aber du nicht, dann ist das DEINE Sache als MANN. Dir hat niemand vorzuschreiben, was du als „männlich“ zu sehen hast und was nicht. Genau dieser elende Zwang gegenüber Männern „so muß ein Mann sein“ ist das ernste Problem. Du hast das Recht so zu sein wie du bist. Du bist vorallem erstmal MENSCH und nicht ein Geschlecht auf zwei Beinen.

        Ich find es extrem traurig, von immer mehr Männern zu hören, dass sie aufgrund des enormen Drucks sich in ihrer Rolle nicht mehr wohlfühlen und dann zu solchen Extremen gedrängt werden. Du bist nicht der Einzige, lass es dir gesagt sein. Diese Ausgrenzung von Männern aufgrund anderer Art von sich verhalten wollen und Heterosexualität leben ist weit verbreitet.

        „Weiblich“ darf ein Mann nicht sein, dann ist er kein Mann mehr? WIE BITTE? GEHTS NOCH? Ich bin Mensch, ich darf sein, wie immer ich will.

      5. nochmal @Robin Urban

        Nein, zu intim wird mir das nicht – aber ich habe halt auch nur begrenzt Zeit zum Posten.
        Also Kurzfassung:
        Gut.
        Selten.
        Doch.
        🙂

        Okay, okay: Nachdem ich es endlich aufgegeben hatte, als „Mann“ bei heterosexuelllen Frauen landen zu wollen, ging’s zunehmend besser – das heißt: natürlich auch meinen Partnerinnen. Ich fand sehr viel leichter welche (vorher mußte ich immer inserieren, damit überhaupt mal was lief – seitdem sind sie mir einfach über den Weg gelaufen), und sie blieben auch länger. Und als mir vor 9 Jahren schließlich meine jetzige Frau über den Weg lief und wir uns beide miteinander wohl fühlten, haben wir (wieder) geheiratet – und das inzwischen auch nie bereut. Es musste halt zusammenpassen; einen solchen Partner zu finden, war für uns beide nicht leicht, aus unterschiedlichen Gründen.

        GV im heterosexuellen Sinn hatte ich seit meiner Selbstfindung selten bis gar nicht mehr. Meine Frau und ich fanden andere Wege, auf denen das für uns beide (!) entschieden besser klappt. Eben so ähnlich wie sonst bei lesbischen Paaren. Muß ich das noch im Einzelnen ausführen? 🙂

        Selbstverständlich hatten meine Partnerinnen damit Probleme, solange sie in mir bloß den Mann gesehen – nämlich wirklich vom Sinneseindruck her gesehen und gefühlt – haben. Das war einer der Gründe, warum ich meinen Körper wenigstens teilweise (Brustaufbau) verändern ließ. Das schützt mich seitdem einerseits vor den falschen – nämlich rein heterosexuellen – Partnerinnen: eine Frau, die (Gottseidank) davor davonläuft, ist in vielerlei Hinsicht die falsche für mich, nicht nur in diesem einen Punkt. Zum Anderen macht es mich für die richtigen, nämlich lesbischen oder zumindest bisexuellen Frauen – genau da, wo es für mich drauf ankommt – überhaupt erst interessant. Gefühlt habe ich das schon immer, ich fühlte mich von diesem Typ Frau schon immer besonders angezogen (ohne damals zu wissen, warum). Aber solange an mir nichts wirklich „handfest“ Weibliches war, bin ich bei denen immer nur abgeblitzt.
        Das hat sich zum Glück durch die Operation geändert.

        Weibliche Hormone nehme ich nicht mehr: jahrlang probiert, Wirkung einfach nicht ausreichend. Aufschlussreich war für mich allerdings die dadurch deutlich verringerte Libido: von diesem – in meinem Fall dann doch wieder „typisch männlich“ drängendem Trieb wenigstens teilweise befreit zu sein, das habe ich wie Urlaub erlebt. Und so manches, was mann so auf sich nimmt, nur um wenigstens hin und wieder mit einer Frau im Bett landen zu können, erschien mir daraufhin plötzlich sehr skurril. Eine solche Erfahrung kann ich eigentlich jedem Mann nur wünschen, das war sehr heilsam 🙂

        Den Unterleib lasse ich so, wie er nun mal gewachsen ist. Nicht, dass ich mir’s nicht anders wünschen würde – aber als Mediziner mache ich mir keine Illusionen darüber, was in diesem Feld möglich ist und was nicht. Die üblichen Angleichungs-OPs mögen ein optisch halbwegs weibliches Erscheinungsbild ergeben, von den Gewebsarten und der Innervation her hat das mit einem weiblichen Genitale herzlich wenig zu tun. Allein schon die Vorstellung, dass die „Neo-Vagina“ fast nur aus Narbengewebe besteht – [GRUSEL].

        Wie das ansonsten im Alltag aussieht? Das wären jetzt mindestens nochmal drei lange Postings, so viel Zeit habe ich jetzt beim besten Willen nicht. Bin immer noch berufstätig… Jedenfalls habe ich da für mich einen lebbaren Kompromiss gefunden, der sich nun schon seit 20 Jahren bewährt. Offiziell und im Berufsleben bin ich „Mann“; je persönlicher und intimer es wird, um so mehr kommt meine weibliche Seite zum Vorschein.

      6. “ Eben so ähnlich wie sonst bei lesbischen Paaren. Muß ich das noch im Einzelnen ausführen?“

        Müssen natürlich überhaupt nicht, aber ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich nicht an Details interessiert wäre ^^

        Aber ist schon okay. Vielen Dank für diesen Einblick, das war sehr interessant 🙂 Ich habe jedenfalls keine Probleme damit zu akzeptieren, dass es neben Transsexualität und Zissexualität auch so etwas gibt 🙂

      7. Lieber WHGreiner,

        auch von mir ein herzliches Dankeschön für die intimen und sehr neuen Einblicke! Ich weiß immer noch nicht was es heißt ein Mann zu sein, Du weißt es wahrscheinlich besser als ich aufgrund Deiner Abgrenzung. Danke auch fürs Sachlichbleiben, ich glaube ich hätte das nicht gekonnt. Ehrlich mal an ein paar andere, ein paar Kommentare zu lesen und dann darauf demjenigen die Welt zu erklären finde ich ziemlich respektlos.

        Respektlosigkeit, gutes Stichwort. In Bezug auf Frau Schrupp bleibe ich dabei. Ich weiß immer noch nicht, warum ich mich bei Lesben schlecht benehmen sollte nur weil ich ein Heteromann bin. Genauer, warum sie einfach davon ausgeht. Vielleicht würden wie auf Anhieb erstmal nicht zurechtkommen, wie Hund und Katze aufgrund des Nichtwissen voneinander und dem sozialen agieren. Ich frage mich allerdings, ob nicht auch die Möglichkeit besteht, daß die anderen sich gerade schlecht benehmen.

        Für mich bleiben die Labels wie „lesbischer Mann“ nur Marker in einem Spektrum von Möglichkeiten. Schrupp hngegen sortiert ein in verschiedene diskrete Töpfchen, und da wo Mann drauf steht ist einfach schlecht. Gelebter Sexismus halt.

      8. Nochmal @Robin Urban
        Nein – das ist nichts neben Trans- und Cis-Sexualität – das IST Transsexualität!
        Ich würde mich heute sogar als ziemlich typisch für einen Transsexuellen bezeichnen.

        Das in der Öffentlichkeit verbreitete, stereotype Bild vom Transsexuellen, der sich umoperieren lässt, seinen Pass umschreiben lässt und fürderhin im anderen Geschlecht lebt, ist längst nicht mehr aktuell. Als ich vor 25 Jahren meinen Weg suchte, war das wirklich noch weitgehend so, weil damals der Geschlechtsdualismus noch felsenfest auch in unsere Köpfe zementiert war: wer damals nicht komplett und mit aller Konsequenz in die andere Rolle wechselte, galt eben nicht als „echter“ Transsexueller. Mein Weg, individuell mit einem geschlechtlich bivalenten Körper ein flexibles Leben irgendwo „zwischen“ den Geschlechtern zu wählen, war damals für einen Transsexuellen noch eine echte Pioniertat. Aber das hat sich inzwischen geändert, wir Transsexuelle haben uns längst von diesem strikten Dualismus emanzipiert. Solche Lebensentwürfe wie der meine sind unter Transsexuellen heute eher die Regel als die Ausnahme. Die wenigsten Transsexuellen sind so „straight“ veranlagt, dass wirklich der komplette Wechsel das einzig richtige Modell für sie ist. Die meisten sind – wie ich – eher ein geschlechtliches Patchwork. Und da sind eben individuell passende Lösungen gefragt.

      9. @Gerhard
        „Ich weiß immer noch nicht, warum ich mich bei Lesben schlecht benehmen sollte nur weil ich ein Heteromann bin.“

        Weil Lesben (und NUR die – nicht die große Mehrheit der Heten!) das ganz stinknormale Benehmen eines Heteromannes einfach nicht mögen. Deshalb grenzen sie es bei ihren Treffen aus, und deshalb nennen sie es „schlechtes“ Benehmen, wenn dann doch jemand damit aufscheint. Obwohl es natürlich nicht wirklich schlechtes Benehmen ist, sondern nur ein völlig normales und nur von einer Minderheit unter ganz bestimmten Bedingungen nicht erwünschtes.

        Dagegen hilft nur: wegbleiben. Dass Du als heterosexueller Mann Dich so verrenkst, dass Du denen gefällst, ist schlicht zu viel verlangt. Was willst Du denn auch bei einem Lesbentreff? Für Dich gibt es dort doch eh nichts zu holen 🙂

      10. wh ich sage ganz ehrlich ich tue mich sehr schwer mit dir. Denn einerseits steckst du heterosexuelle Männer in eine Schublade, whgreiner schreibt:„Weil Lesben (und NUR die – nicht die große Mehrheit der Heten!) das ganz stinknormale Benehmen eines Heteromannes einfach nicht mögen. „ und grenzt sie damit aus, anderseits sehe ich aber auch dass du dich selbst gefunden hast in der Bezeichnung „lesbischer Mann“, was ich daher unumschränkt akzeptiere.
        Deine Sicht auf Heterosexualität dagegen ist nicht nur simpel, sondern beleidigend. Das „stinknormale Verhalten eines Heteromannes“ grenzt an die Aussage vom „Mackertum“ das einige Radikal-Feministinnen, mit misandristischem Hintergrund, geprägt haben. Es ist eine pauschalierte Aussage über Menschen deren Verhalten unterschiedlicher nicht sein könnte. Wie kommst du dazu aus rein subjektiver Erfahrung solche Aussagen zu treffen? Lesben lehnen es also ab mit Heteros zu gesellschaftlich zu verkehren? Und du als „lesbischer Mann“ hast das Privileg dazu? Warum? Weil Sexualpräverenz das Verhalten eines Mannes bestimmt, oder wie? Weist du wie unglaublich chauvinistisch das klingt?
        Ich hatte schon beim ersten Lesen deiner Beiträge das ungute Gefühl, das du dich ganz scharf von den „unterleibsfixierten Heteromännern“ abgerenzen möchtest. Mit Aussagen wie „Dagegen hilft nur: wegbleiben. Dass Du als heterosexueller Mann Dich so verrenkst, dass Du denen gefällst, ist schlicht zu viel verlangt.“ hast du dieses noch stark verstärkt. Woher glaubst du die Gewissheit zu nehmen, dass Hetero-Männer sich nur „mackerhaft“ benehmen können. Als man diese Vorurteile gegenüber schwulen Männern angewandt hat, haben sich die meisten zurecht darüber empört. WAS BITTE hat Sexualpräverenz mit allgemeinem Verhalten zu tun? Das wäre so als ob man sagen wolle, das Schwule oder Lesben ein spezifisches Verhalten hätten? Willst du das damit sagen? Und wenn nein, warum sollten dann Heteros ein spezifisches angeborenes Verhalten haben?

        Ich versuche mir grad vorzustellen was passieren würde, wenn eine Veranstaltung den Tenor „bitte Lesben bleibt fern, ihr müsstet euch bei unserem Heterofest sehr verrenken um nicht unangenehm aufzufallen“ hätte. Kannst du verstehen, was ich meine?

      11. @zuerstmensch
        Für meine Begriffe vermengst Du da ein paar Dinge, die getrennt gehören. Klar werde ich als Mann-zu-Frau-Transsexueller durch gesellschaftliche Rollenerwartungen weit mehr eingeengt als jede Frau in der ungekehrten Situation, und das empfinde ich auch so. Trotzdem könnte auch die totale Freiheit und Toleranz gegenüber jeglichem, männlichen „Rollen-Verstoß“ nichts daran ändern, dass ich als Transsexueller per se gewisse Probleme habe. Ich sehe es immer wieder an den Leidensgenossen von der Frau-zu-Mann-Fraktion; jawohl, den SCHWULEN Frau-zu-Mann-Transsexuellen, der sich die Brüste abnehmen, sich einen „Penis“ konstruieren lässt und mittels Testosteron Bartwuchs und Stimmbruch herbeiführt, gibt es sehr wohl, da könnte ich Dir persönlich mehrere vorstellen.Frau-zu-Mann-Transsexuelle fallen nur in der Öffentlichkeit weniger auf – aus Gründen, die nichts mit gesellschaftlichen Rollenerwartungen zu tun haben, sondern mit der Art, wie Menschen generell das Geschlecht anderer Menschen identifizieren. Mit dem „Passing“ im Alltag tun sich FzM-Transsexuelle zweifellos leichter – dafür haben die wiederum woanders mehr Probleme als unsereins.

        Der größte Feind dagegen, mein authentisches So-Sein (nenn es „Mann“, nenn es „Frau“ – egal) zu leben, war lange Zeit ich selber: weil mir gesellschaftliche Introjekte aus einer viel früheren Zeit (ich bin jetzt 65) eingeflüstert hatten, ich dürfe das nicht. Die Gesellschaft insgesamt war und ist da inzwischen tatsächlich sehr viel toleranter, als ich befürchtet hatte. Und wenn ich doch mit Intoleranz konfrontiert wurde, dann weit überwiegend von männlicher Seite: keine Ahnung, ob da unbewußte Kastrationsängste mitspielen oder Berührungsängste gegenüber vermeintlich Schwulen – jedenfalls können Männer nach meiner Erfahrung mit so etwas generell schlechter umgehen als Frauen. Von Frauen habe ich diesbezüglich nur sehr selten Intoleranz erlebt.

        Dass straighte Hetero-Frauen so jemanden wie mich im Bett ablehnen, hat wiederum nichts mit Intoleranz zu tun. Im Bett tut man halt das, was einem spontan gefällt – nicht das, was politisch korrekt ist. Ich selber bin auch nicht gleich intolerant gegen Schwarze, nur weil mich schwarze Frauen (mit sehr wenigen Ausnahmen) nicht anmachen. Da regt sich bei mir halt nix, sorry, ist einfach so, ich kann nix dafür und auch nix dagegen tun. So weit käm’s noch, dass wir vor lauter p. c. mit Leuten ins Bett steigen MÜSSEN, die uns gefühlsmäßig nicht ansprechen…

        Ich sehe mich selber nicht wegen irgendwelcher Rollenzwänge als Nicht-Mann – sondern weil ich mich im unmittelbaren Vergleich meistens besser mit Frauen identifizieren kann als mit Männern, da empfinde ich mehr Gleichklang und Seelenverwandtschaft; ich pflege deshalb auch schon seit vielen Jahren fast ausschließlich Freundschaften mit Frauen. Dass Männer heute unter sehr viel strikteren, härteren Rollenzwängen stehen als Frauen, und dass wir uns daraus befreien sollten, ist zweifellos richtig. Aber in diesem speziellen Kontext hat das kaum Bedeutung.

      12. @whgreiner: Oh, ok, jetzt habe ich es, glaube ich, kapiert. Ich dachte, dies wäre so eine Art Mittelding zwischen Cis und Trans (es tut mir leid, wenn das beleidigend klingt, aber ich weiß nicht, wie ich das sonst ausdrücken soll :/). Aber habe ich das jetzt richtig verstanden? Das einzige, was euch von dem unterscheidet, was man normalerweise als transsexuell ansieht, ist die Sexualität? Also, dass ihr, legt man euer wahres Geschlecht zugrunde, homosexuell seid statt hetero?

        Ehrlich gesagt hatte ich das sowieso angenommen. Also, für mich war irgendwie immer klar, dass es Transsexuelle gibt, die auf das Geschlecht stehen, das sie biologisch haben (hetero), und welche, die auf das Geschlecht stehen, in das sie gerne wechseln wollten (homo). Das war für mich gar keine Frage. Und das viele Transsexuelle nie den Schritt mit der OP machen, der ja doch schon gewaltig ist, auch.

        Ich glaube, da ist wirklich einfach nur die Terminologie „lesbischer Mann“ bzw. „schwule Frau“ verwirrend. Dann würde auch niemand glauben, damit wäre nur ein besonders zärtlicher Mann bzw. eine besonders dominante Frau gemeint.

        Wenn das jetzt so stimmt, dann ist für mich alles klar. Oder hast du noch Anmerkungen?

        Vielen Dank jedenfalls für deine Geduld! 🙂

      13. @Robin Urban
        „Das einzige, was euch von dem unterscheidet, was man normalerweise als transsexuell ansieht, ist die Sexualität? Also, dass ihr, legt man euer wahres Geschlecht zugrunde, homosexuell seid statt hetero?“

        Da ziehst Du nun wiederum an einer völlig falschen Stelle eine Grenze ein. Die Partnerpräferenz hin zu Mann oder Frau (oder beides) ist selbst bei den ganz straighten Transsexuellen (MzF ebenso wie FzM), für die auch heute noch überhaupt nichts anderes in Frage kommt als „volles Programm“, bunt gemischt – nämlich grob geschätzt etwa 50/50 in beide Richtungen.

        Man kann das transsexuelle Syndrom nicht an einem soliden Merkmal – und auch nicht an wenigen, soliden Merkmalen – festmachen. Eben deshalb ist es so schwierig und aufwändig, Transsexualismus auch nur halbwegs zweifelsfrei zu diagnostizieren. Ich vergleiche uns Transsexuelle gerne mit einem Mosaikbild: tausende kleine Steinchen, von denen jedes einzelne wiederum tausend unterschiedliche Farb- und Helligkeitstöne haben kann. Für sich allein sagt so ein einzelnes Steinchen überhaupt nichts aus – erst in der Gesamtsicht trägt es mit seiner Färbung zu einem Bild bei, das dann mehr oder weniger klar in die eine oder andere Richtung tendieren kann.

        Etwas dickere Steine in diesem Mosaik sind z. B. Partnerpräferenz, sexuelles Selbstbild oder bestimmte Details des emotionalen Ausdrucks. Aber auch das sind keine absoluten Indikatoren, sie tragen nur etwas deutlicher als andere zum Gesamtbild bei. Geschlecht ist eben NICHT bloß „Schwanz haben und Frauen begehren“ oder „Vagina haben und Männer begehren“, sondern unendlich viel mehr. Wieviel Appetit auf Fleisch habe ich? Möchte ich jedes Jungtier/Baby knuddeln (der „süüüüß“-Effekt)? Wie wichtig sind mir Hierarchien? Mit welchem Bewegungsablauf werfe ich Gegenstände (einer der wenigen, physiologisch messbaren Parameter, die hier eine gewisse Teil-Aussagekraft haben)? Bin ich bei der Beziehungsanbahnung eher aktiv oder passiv? Ziehe ich beim Sex eher eine aktive oder passive Rolle vor? Wie nahe habe ich „am Wasser gebaut“? Wie bewege ich mich gerne beim Tanzen? Inwieweit fasziniert mich Technik? Wie gut oder schlecht bin ich bei Ballspielen? Wie gut ist mein räumliches Vorstellungsvermögen ausgeprägt, wie gut meine verbale Ausdrucksfähigkeit? Usw usf…

        Fast alle dieser Parameter haben weite Überschneidungsbereiche zwischen den Geschlechtern, genauso, wie ja auch die körperlichen, sekundären Geschlechtsmerkmale einzeln für sich gesehen wenig Aussagekraft haben und erst in der Gesamtsicht ein (meistens) dann doch klar männliches oder weibliches Bild ergeben.

        Es ist auch keineswegs so, dass bei Transsexuellen typischerweise eine ganz bestimmte Auswahl der geschlechtlich relevanten Mosaiksteinchen „andersrum“ gefärbt wäre. Da bei mir schätzungsweise etwa die Hälfte der Steinchen invertiert sind (genug, um die typische Rollen-Irritation hervorzurufen und die Diagnose „transsexuell“ zu rechtfertigen), ist theoretisch ein anderer Mensch vorstellbar, bei dem JEDES Steinchen exakt die gegenteilige Farbe zu der meinen hätte: obwohl sich der von mir weit mehr unterscheiden würde als jeder Feld-Wald-und-Wiesen-Normalo, wäre er trotzdem in der Gesamtsicht genauso transsexuell wie ich.

        Und dann gibt’s da auch noch fließende Übergänge zu Transvestiten, Fetischisten, Exhibitionisten, Sadomasochisten, effeminierten Homosexuellen etc. Alles nicht so einfach 🙂

    3. @whgreiner

      Ich versuch noch, das zu verstehen.
      Dieses
      >Damals dämmerte mir zum ersten Mal, dass ich KEIN Mann bin.
      kann ja zweierlei heißen.

      1. Um dich als Mann zu fühlen, brauchst du es, dass „typische Frauen“ dich als Mann sehen. Was insbesondere beim Sex zeigt.
      Das würde heißen, dass dein Gefühl für das eigene Geschlecht sehr von einem Spiegel abhängt. Ohne den Spiegel, ohne die Rückmeldung kein Gefühl, wer man geschlechtlich ist?
      Wenn es so wäre, fände ich das – irgendwie traurig.

      Aber vielleicht beschreibst du mit dem Satz ja nur einen Anlass und nicht die eigentlichen Gründe.
      Deine Beschreibung, wie du deinen Körper in der Therapie kennengelernt hast, klingt für mich eher, als ob es da auf der Ebene des Körpergefühls einen Hinweis gab, du bist kein Mann.
      Würdest du sagen, dass eher 2. oder eher 1. zutrifft? Oder gehen beide daneben?

      1. Wenn mir irgendjemand noch erklären kann, wie man auf der Ebene des Körpergefühlts einen Hinweis finden kann, wär ich sehr verbunden. NUR falls sich jemand nach einer Vagina sehnt und Brüsten dann wäre das der Fall. Aber wenn sich jemand mit seinem Penis wohlfühlt, aber von Hetero-Frauen abgelehnt wird weil er sich „anders verhält“ oder „anders lieben will“, dann ist das ein EXTREMES Armutzeugnis für die Gesellschaft. Und ein Zeichen wie weit hinten die Emanzipation der Männer noch ist. Wenn Verhalten und Sexualpraktikten zum Grund werden, dass Männer sich zu Frauen wandeln wollen, dann ist das ein klares Zeichen wie eingesperrt Männer in ihrer Rolle sind. Wie wenig Freiheiten sie nur darin noch haben.
        Bei Frauen habe ich das noch nie gehört. Das eine Frau weil sie sich nicht wie ein Mann verhalten kann, nicht sexuell argressiv sein darf (wie soll das eigentlich gehen? Eine Frau kann sein wie sie will) , sich als „schwule Frau“ bezeichnet.

      2. @Seitenblick
        Ich behaupte einfach mal: ein spezifisches Gefühl „ich bin weiblich“ oder „ich bin männlich“ gibt’s nicht – auch bei uns Transsexuellen nicht. Wir sind einfach so, wie wir sind, und, ganz wesentlich: wir sind es schicksalhaft, in großen Teilen unveränderlich. Egal ob Mann, Frau oder Transgender:
        wir können nicht anders, als uns das jeweils in die Wiege gelegt wurde.

        Ob das, was wir jeweils sind, dann in Kategorien wie „männlich“ oder „weiblich“ passt, ist eine ganz andere Frage. Bei den meisten Menschen passt das ganz gut: denn die Gender-Rollen-„Klischees“, die bisher noch JEDE uns bekannte, menschliche Gesellschaft entwickelt hat, sind eben NICHT – wie uns der Feminismus weis machen will – bloß irgendwie zufällig oder gar als Resultat einer systematischen Frauen-Unterdrückung entstanden. Nein: sie tragen den jeweiligen, doch sehr unterschiedlichen, tieferen Befindlichkeiten und Bedürfnissen der Geschlechter Rechnung, sie kommen unseren spezifischen, emotionalen Bedürfnissen und Fähigkeiten als Mann oder Frau entgegen. Gerade wir Transsexuelle sind der lebende Beweis dafür, weil genau das bei uns NICHT funktioniert: bei uns stimmt das (tief in der Person verankerte, nicht veränderbare) emotionale Geschlecht nicht mit dem chromosomalen und äusserlich sichtbaren Geschlecht überein. Eben deshalb, weil es tatsächlich eine solche, geschlechtsspezifische Emotionalität gibt, weil die nicht beliebig änderbar, sondern auf einer einer sehr tiefen Ebene lebenslang festgelegt ist, und weil die Gender-Rollen darauf passend zugeschnitten sind, leiden wir Transsexuelle unter der uns aufgrund körperlicher Äusserlichkeiten zugewiesenen Rolle. Wäre es so, wie vom Feminismus postuliert, dann wäre uns diese Rolle schnurzegal: wir würden einfach hineinwachsen, es würde uns dabei überhaupt nichts auffallen. Stattdessen sträubt sich aber alles in uns gegen diese Zuweisung, gegen den versammelten Druck einer geschlechtsspezifischen Erziehung, einer gesellschaftlichen Gender-Rollenerwartung und am Ende selbst noch gegen das eigene Bemühen, dieser Rolle gerecht zu werden – bis hin zur Lebensverweigerung, Schon unsere bloße Existenz als Transsexuelle ist mit der zeitgenössischen, feministischen Gender-Theorie in keiner Weise vereinbar. Aber um logische Konsistenz haben sich Feministinnen ja noch nie sonderlich geschert.

        In der Tat ist da bei uns Transsexuellen auch eine Art Unwohlsein mit dem realen, körperlichen Geschlecht; wir beneiden (im Fall Mann zu Frau) Frauen um deren Körper und dessen Funktionen. Die Beziehung zum eigenen Genitale bleibt zwiespältig: einerseits irgendwie fremd („der Alien zwischen meinen Beinen…“) und ein heftiges Gefühl, sich für dieses Körperdetail unsäglich schämen zu müssen, andererseits auch wieder Lustspender, weil nun mal hardwaremäßig so verschaltet. Und nicht nur das Genitale ist fremd: ich kann mich z. B. genau erinnern, wie ich mir als Heranwachsender trotz Untergewichts (57 kg bei 1,75 Größe) plötzlich abstrus „fett“ vorkam, weil ich – ganz normal männlich – um die Taille stämmiger wurde. Ich wusste damals überhaupt nix darüber, aber es gab bei mir ein höchst intensives Gefühl, das sei bei mir irgendwie „falsch“ – ebenso wie die plötzlich stärker hervorstehenden Gelenkknochen durch das geschlechtsspezifische Knochenwachstum in der Pubertät. Tief in meiner Psyche muss schon damals eine Art WEIBLICHES Bild von meinem eigenen Körper gespeichert gewesen sein, das dann – angesichts einer männlichen Pubertät – mit dem tatsächlichen Bild kollidierte.

        Das alles spielt sich auf einer emotionalen Ebene ab. Rational bewußt wird es uns erst in der Auseinandersetzung mit dem Leiden, das uns die zugewiesene Genderrolle bereitet. Es gibt bei uns Transgendern kein originäres Bewußtsein „Ich bin eine Frau“ oder „Ich bin ein Mann“ – sondern nur die praktische Erfahrung, dass wir mit der uns zugewiesenen Gender-Rolle grottenschlecht und mit der zunächst nur episodisch angenommenen, anderen Rolle – trotz augenscheinlich nicht dazu passenden Körpers – entschieden besser klarkommen. Das dann irgendwann mit dem Syndrom „Transsexualismus“ zu benennen und sich selbst eine andere, geschlechtliche Identität zuzuschreiben ist ein langer und schwieriger Erkenntnisprozess, den auch lange nicht alle Betroffenen bewältigen: vermutlich gehen viele daran zugrunde, ohne überhaupt jemals kapiert zu haben, was mit ihnen „nicht stimmt“. Ich selbst habe nur mit einigem Glück überhaupt das Erwachsenenalter erreicht: schon als 17-Jähriger hatte mir das Leiden unter der für mich falschen Genderrolle jeglichen Lebenswillen abgekauft – ohne dass ich damals auch nur den Hauch einer Ahnung davon hatte, was eigentlich los war. Ich erlebte mich einfach nur pauschal als „Versager“, angesichts meiner Unfähigkeit, mit der mir zugewiesenen Rolle zurecht zu kommen. Wäre ich damals wirklich umgekommen (es fehlte nicht viel), hätte auch in meinem Umfeld niemand gewusst, was die wirkliche Ursache war. „Irgendwie komisch“, „kein richtiger Junge“ – bis dahin hätten die Analysen gerade noch gereicht.

  7. “ Es ist sicher wahr, nicht jede Feministin hat SCUM unter dem Kopfkissen.“

    Ich vermute sogar, die allerwenigsten Feministinnen haben es gelesen. Viele lesen vermutlich nur den Netzfeminismus und wenig theoretische Herleitung der Theorien

    1. Christian, Dein Twitter-Patriarchat ist kaputt. Auch Dein Artikel von heute morgen wird da nicht angezeigt. Ein böses Omen etwa?

  8. Schöner Beitrag, der vieles auf den Punkt bringt. Ich denke, die Masse machts – wie du es ja z.B. zu den Kommentaren in den Medien beschreibst. Und ich hatte diesen ‚Vielfrontenkrieg‘ (Blogger, Kommentare, Buchautoren beiderlei Geschlechts, noch denkfähige Journalisten etc. mal wie folgt beschrieben und an den Betreiber von Genderama geschickt (der es, ohne das ich dies im Hinterkopf hatte) veröffentlichte. Ist lange her und ich finde es nicht.

    Jeder, der wie auch immer und im Bezug zum Beitrag sein ‚Erweckungserlebnis‘ hatte, ist in meinen Augen ein willkommener Mitstreiter gegen diesen Irrsinn, welcher in Deuschland läuft. Und die Stimmung kippt sukzessive – ob das ‚Schruppi‘ ohne Tim, Solanas ohne Kikeriki o.ä. Ideologen nun irritieren mag – oder eben nicht.

    Willkommen im Club, Gerhard.

    Einem, in dem die noch normal gebliebenen Menschen wieder an ein Miteinander glauben und sich deshallb gegen einen Sexismus jedweder Art wehren.

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