FAQ: Feminismus

Wie eine Feministin ihre Sicht auf den Feminismus beschreibt! :
In diesem Beitrag habe ich die Antworten zusammen gefasst, die ich besonders häufig so (oder so ähnlich) in der Vergangenheit gegeben habe. Sie spiegeln demnach meine subjektive Auffassung wider.“
Dieser Beitrag ist finde ich sehr interessant und wichtig um einen #genderdialog zu führen.  Es ist eine Rundschau auf Gedanken einer Frau, die Feminismus für sich als relvant sieht und wie sie diesen betrachtet.  WICHTIG! Der einleitende Passus ist nicht auf die Leute hier gemünzt, sondern ergibt sich aus dem ursprünglichen Zielpublikum auf dem Blog der Rednerin.  Dort waren „Anti-Feministen“ angesprochen, die sich nicht im Mindesten zuerst mit Feminismus auseinandergesetzt hatten und denen sie diese FAQ ans Herz legte.

Da ich sie quasi hierein gezogen habe, bitte ich um äußerste Sachlichkeit bei den Antworten auf ihrem Blog.  Dialog lebt vomn gegenseitigen Respekt, verschiedener Ansichten. Danke im Voraus.

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Autor: Zuerst Mensch

Ich bin Mensch, immer und überall zuerst Mensch. Mit gleichen Rechten und gleicher Würde wie ALLE Menschen!

55 Kommentare zu „FAQ: Feminismus“

  1. Ok, ich werde mir das noch mal in Ruhe durchlesen. Aber wenn ich spontan schon sowas lese:

    »„Männer“ sind nicht der Feind, sondern das System, welches sie aufgrund ihres Geschlechts bevorzugt. Leider wird in vielen Fällen das Kritisieren von patriarchalen Strukturen mit einer universellen Kritik am männlichen Geschlecht missverstanden.«

    fällt mir nur ein: wer in einer Filterbubble lebt, sollte nicht zum Diskutieren vorbeikommen …

    Aus der Reihe: »First Reactions at Five Fifteen«

    1. „fällt mir nur ein: wer in einer Filterbubble lebt, sollte nicht zum Diskutieren vorbeikommen …“ Ist sie nicht. Das ist ein Reblog von mir. Es ist ungefähr so als ob ich eine Gastrednerin hierhergebeten hätte. Bitte daher auch so zu behandeln. Die Meinungen dazu mögen sehr anders sein bei vielen (auch bei mir), aber Dialog lebt vom Zuhören und der Achtung anderer Meinungen.

      Bei dem von dir zitierten Absatz gebe ich dir allerdings recht. Ganz offenbar ist „das Patriachat“ , die Bewertung des Geschlechts als primäres menschliches Identitätsmerkmal und das Bewusstsein als „Frau“ einer Schicksalsgemeinschaft anzugehören, der Kern der den Feminismus ausmacht.

      1. @zuerstmensch

        Ich finde es reichlich tendenziös, uns zur Sachlichkeit zu ermahnen, obwohl noch keine Unsachlichleit vorliegt.

        Das ist in meinen Augen so, als würde mich jemand ermahnen, nicht zu vergewaltigen, obwohl ich im Leben noch nicht mal gedanklich in der Nähe einer solchen Straftat war.

        Warum fehlt dir da eigentlich das Gespür?

        Das ist für mich als Fundamentalist ganz klar ein grenzwertiges Verhalten, daß im Konflikt mit Gemäßigten dann ganz schnell eskaliert – unabhängig von deiner Intention und ich schlage vor, daß du beim nächsten Mal etwas umsichtiger bist.

      2. Ich entschuldige mich. Du hast völlig recht. Das war quasi vorauseilendes Eindämmen nicht stattgefundener Streitigkeiten. Bitte verzeih. Ich werde das nächste Mal die Gastrednas in anderer Weise ankündigen. Danke für deine Kriitik und ich nehme diese sehr ernst
        Leider lässt sich Ernsthaftigkeit nicht schriftlich abbilden, daher musst du mir einfach glauben, dass diese Zeilen tatsächlich so gemeint sind.

      3. Allerdings wie du siehts, ist mein Appell sowieso nicht ernst genommen worden. Das herablassende „Wirkt etwas naiv und unbedarft, das Mädel“ von Häger ist wenig hilfreich wie ich finde.

        Kurz zum Reversal-Pink. Das ist richtig, das hat es so nie gegeben, da vor unserer Zeit noch nie eine Farbe so von einem Geschlecht okkopiert worden ist. Was gemeint ist, dass Rot und daher auch das kleine Rot(Rosa) in dieser Zeit bei der das Reversal behauptet wird, eher eine Knabenfarbe war, da Rot mit Kampf und Aktivität verbunden war. Die Missinterpreation dieses Fakt wurde zum Mythos der „Farbumkehr“.

      4. Ja, schade.

        Ich finde das auch echt überflüssig und scheisse.

        Wir müssen in Diskussionen mit Feministen noch sehr viel professioneller werden – allerdings auch gerechter, was aber wieder in die bekannte Diskussion mit den Gemäßigten führt, die ich hier nicht schon wieder aufwärmen will.

      5. Ist mir. Seitdem kann ich weder „_innen“ , noch „*innen“ oder „innen“, kein „-er“ und kein „-en“ schreiben, wenn ich allgemein Menschen meine. Und ich kann auch kein „x“ am Ende von Hauptwörtern anfügen, noch bekomme ich meine Hände dazu ein Binnen-I in ein Wort zu montieren.
        Diese meine Hände schreiben aufgrund des Unfalls immer -as oder auch nur -s wenn sie eigentlich ein -er oder -en schreiben sollten. Ich bitte um viel Verständnis für diese Genderlegastenie und um die Aufwendung der Mühe diesen Genderquatsch mitzudenken..
        Offenbar ist mein Motorikzentrum der Meinung, dass es bessser ist Geschlecht gar nicht zu benennen, wenn es schon so viel Überbedeutung erhalten hat, in der heutigen Zeit.

  2. Diese Argumente sind alle bekannt, sie sind alle zur Genüge widerlegt worden. Mal schauen, ob sich jemand noch mal die Mühe macht, alles zusammen zu kramen. Schön aber, dass sich überhaupt mal jemand von der feministischen Seite mit Kritik auseinandergesetzt hat.

    Davon abgesehen finde ich den Artikel aber recht gut. Zwischen den Zeilen kommt nämlich sehr gut raus, worum es eigentlich geht: Frau soll vor den negativen Konsequenzen ihrer freien Entscheidungen beschützt werden (während Männer für diese natürlich selbst verantwortlich sind, soweit geht die Liebe dann doch nicht) und Reparationen für eine herbeifantasierte Unterdrückung erhalten.

    Business as usual.

  3. Einige ganz gute Ansätze in dem Text, aber das Grundproblem bleibt: Es wird eine gesellschaftliche Struktur angenommen, die systematisch (und ausschließlich) Frauen unterdrückt und Männer bevorteilt. Sehr schön in diesem Absatz zu sehen:

    „Es ist natürlich möglich, dass sich eine Frau einem Mann gegenüber unfair oder verletzend verhält und dieses Verhalten auf das Geschlecht des Mannes zurückgeführt werden kann. Das ist nicht schön oder zu bagatellisieren, jedoch greift an dieser Stelle nicht jener Sexismus-Begriff, wie er von Feministinnen verwendet wird.[..] Dabei sprechen sie einfach von einer ganz anderen Ebene des Sexismus. Natürlich ist es ungerecht, dass Männer zur Bundeswehr mussten oder Vätern lange Zeit nicht automatisch das geteilte Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder zugesprochen worden ist. [..] Dabei handelt es sich um Ungerechtigkeiten, gegen die zwar einzeln etwas unternommen werden sollte, hinter denen allerdings kein “übergreifendes und omnipräsentes System”* steht. So gesehen kann auch aus feministischer Sicht eine subjektiv als „sexistisch“ empfundene Handlung gegenüber einem Mann als unangebracht und verletzend anerkannt werden, sie stellt nur nicht unbedingt die Form des Sexismus dar, den viele Frauen erleben.“

    Gerade Wehrpflicht und mangelnde Väterrechte _sind_ Ausdruck dieses „übergreifenden und omnipräsenten“ Systems, dass sich „Gesellschaft“ schimpft. Beide sind sehr tief verwurzelt in unseren Wertvorstellungen, und diese ändern sich immer noch sehr langsam. Der Schritt, anzuerkennen, dass beide Geschlechter in unserer Gesellschaft Privilegien und Nachteile haben, wird nicht vollzogen*. Es ist bizarr, z.B. Wehrpflicht oder Zivildienst, die ein Jahr bis 20 Monate (Zivildienst in den 80ern) Zwangsdienst mit erheblich eingeschränkten Bürgerrechten bedeuteten, nicht als systematische Benachteiligung zu sehen.

    Auch der folgende Satz zeigt blinde Flecken:

    „Wenn Frauen für ihre Vergewaltigung selbst verantwortlich gemacht werden, weil sie sich falsch gekleidet oder gegeben haben, wenn sie keine Hilfsangebote bei häuslicher Gewalt bekommen, Zwangsprostitution, wenn junge Frauen mit Migrationshintergrund, die hier in Deutschland aufwachsen, einfach verheiratet und verschleppt werden – es gibt so viele Punkte, die feministisches Engagement nicht nur legitimieren, sondern zwingend erforderlich machen.“

    Sicherlich kann man die Situtation von weiblichen Opfern häuslicher oder sexueller Gewalt verbessern – keine Frage. Dabei allerdings unter den Tisch fallen zu lassen, dass für männliche Opfer praktisch keine Hilfsangebote existieren, und nicht die Verbesserung der Situatuion für alle Opfer zu fordern, ist bestenfalls blind, schlimmstenfalls blanker Zynismus. Hier zeigt sich auch die Schwäche des Arguments im Abschnitt „Warum Feminismus und nicht Humanismus“, es sei nicht möglich, die Erfahrungen anderer Gruppen nachzuvollziehen: Ein Gewaltopfer ist erstmal ein Gewaltopfer, die Erfahrungen, die Männer und Frauen dabei machen, haben weit mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Wer sagt, er kann sich nur für die Opfer des eigenen Geschlechts einsetzten, praktiziert Sexismus in Reinform.

    Trotzdem, noch einer der besseren Texte aus der Ecke, vielleicht ja auch mit Diskussionsbereitschaft verbunden.

    *Erzählmirnix hatte dazu mal einen schönen Comic: http://erzaehlmirnix.wordpress.com/2013/07/27/feminismuskritik-weibliche-privilegien-gibt-es-nicht/

    1. Für die männlichen Gewaltopfer ist der Maskulismus da, SOLLTE der Maskulismus da sein. Der Maskulismus sollte sich für männliche Missbrauchs- und Gewaltopfer stark machen, statt Feministen anzuklagen, dass sie das nicht tun.
      Was ist stört dich daran? Warum leugnet man männliche Gewaltopfer, wenn man sich hauptsächlich für weibliche einsetzt? Leugnet man denn kindliche Gewaltopfer, wenn man sich für jugendliche einsetzt? Oder leugnet man die Bedrohung der Tiger durch den Menschen, wenn man sich für Wale einsetzt?
      Die Autorin des Artikels hat völlig recht, wenn sie sagt, dass sie sich nicht auch noch Tierschutz, Migrantenschutz, Pflanzenschutz etc. auf die Fahne schreiben kann:

      Und genau deshalb ist es so wichtig, dass sich Schwarze gegen Rassismus auflehnen, Frauen feministisch aktiv sind oder Männer Benachteiligungen ihres Geschlechts thematisieren. Weil Vorstellungskraft von Aussenstehenden nicht reicht, um sich dem tatsächlichem Ausmaß bewusst zu sein.
      Gleichzeitig bin ich es Leid mich stets für feministische Bemühungen rechtfertigen zu müssen. Warum keine Männer, Behinderte, Senioren, Migrantinnen, Arbeislose, Menschenaffen, Regenwälder… ?

      Aber dass Schützer einer bestimmten Gruppe solche sinnbefreiten Argumente immer wieder um die Ohren geschleudert bekommen, sieht man ja an den Vegetariern und Veganern, denen von Ignoranten aufgrund ihrer Liebe für Tiere Menschenfeindlichkeit vorgeworfen wird: „Warum kümmert ihr euch so um das Leid der Tiere, wenn doch die armen Kinder in Afrika …“ *gääääähn*

      1. Rexi schreibt: „Für die männlichen Gewaltopfer ist der Maskulismus da, SOLLTE der Maskulismus da sein. Der Maskulismus sollte sich für männliche Missbrauchs- und Gewaltopfer stark machen, statt Feministen anzuklagen, dass sie das nicht tun.“ Das ist der Kern des Problems. Es wird getrennt in Männer und Frauen. Für die Frauenrechte soll also der Feminismus tätig sein, für die Männerrechte soll das der Maskulismus machen? Der Maskulismus? Diese Gruppen die egal wo und wie sie auftreten als Rechtsextreme eingestuft, werden und als Nazis beschimpft? In Twitter ist #maskus in vielen Tweets von Feminists identisch mit Macker, Nazi und Drecksack. Die Männerrechtlas, die egal wo sie sich zeigen, sofort von Leuten attakiert werden, die meinen die Männer würden schon durch den Feminismus besser vertreten, weil ja der die Bewahrung der Rechte aller Menschen gleichmaßen zum Ziel hat. Der soll das tun? Die politisch keinerlei Wirkung erziehlen können derzeit, weil sie niemand in der Politik als Gesprächspartner auch nur in Erwägung zieht? Interessant, diese Äußerung.

        Ich bin der Meinung, wir sollten Menschenrechte nicht in Geschlechter zerlegen, die sind nämlich unteilbar. Hies es zumindest mal. Und jetzt soll als jedes Geschlecht gefälligst für sich selbst sorgen, weil wir ja zwei Spezies sind, oder wie? Und nicht alle Menschen, die füreinander dasein sollten? Alle für alle?

      2. Ich glaube nicht, dass irgendjemand zB Arne Hoffmann, Christian oder Leszek als Nazi beschimpfen würde. Der Feminismus musste sich auch erst mal etablieren. Er wurde auch nicht von Anfang an ernst genommen. So schwarz wie du es siehst ist es nicht. Es werden durchaus Fortschritte gemacht. Ich finde das gut, solange er sich nicht nur am Feminismus abarbeitet, sondern wirklich etwas für Väterrechte, männliche Gewaltopfer und so weiter, gegen einseitige Verbote (Exhibitionismus etwa) und Diskriminierung tut.

        Und ja, so gesehen sind Frauen und Männer „zwei Spezies“, genau wie Migranten und Inländer, alleinstehende Arbeitslose und arbeitslose, alleinerziehende Mütter/Väter, jugendliche und erwachsene Straftäter/-innen, etc. Es sagt ja niemand, dass sich Frauen nicht dem Maskulismus anschließen dürfen, oder Männer dem Feminismus. Oder keinem von beidem. So halte ich es am ehesten. Ich bin eher Umweltschützerin (und NATÜRLICH Menschenhasserin!!!1elf) 😉

      3. @rexi

        „Ich glaube nicht, dass irgendjemand zB Arne Hoffmann, Christian oder Leszek als Nazi beschimpfen würde.“

        Da bin ich mir nicht so sicher, zumindest was Arne und mich angeht. Der Vorwurf des Rechtsradikalismus gegen Arne wurde glaube ich schon gebracht, gegen mich habe ich auf die schnelle nur das hier gefunden

      4. @rexi

        „Für die männlichen Gewaltopfer ist der Maskulismus da, SOLLTE der Maskulismus da sein. Der Maskulismus sollte sich für männliche Missbrauchs- und Gewaltopfer stark machen, statt Feministen anzuklagen, dass sie das nicht tun.“

        Das kollidiert aber mit einem Alleinvertretungsanspruch, den der Feminismus in Geschlechterfragen gerne für sich behauptet und würde voraussetzen, dass man einen Maskulismus als berechtigte Interessenvertretung akzeptiert

        Zudem kümmert sich der Feminismus ja nicht schlicht um frauen, sondern ordnet Gewalt gegen diese in ein Unterdrückungsverhältnis ein, so dass sie durch Gewalt gegen Männer auch ein gewisses Theorieproblem bekommen: Gerade die Gewalt gegen Frauen wird ja als Beweis für Strukturen angesehen, der Beweis besteht aber nicht oder muss anders erbracht werden, wenn auch Männer Opfer von Gewalt sind.

      5. @ Rexi

        Menschen, denen an der Gleichberechtigung der Männer gelegen ist, müssen sich am Feminismus „abarbeiten“, weil viele männliche Benachteiligungen erst durch die Arbeit von Feministen entstehen oder ihre Beseitigung durch die Arbeit von Feministen verhindert wird. Ich habe das an anderer Stelle bereits sehr viel detaillierter ausgeführt, hier sei lediglich der Verweis auf die männerdiskriminierende Frauenquote genannt.

        Aber auch Abseits der institutionalisierten Männerdiskriminierung haben Männer unter feministischem Gedankengut zu leiden, weil es sie als gewalttätige, überprivilegierte Unterdrücker zeichnet, bei denen Mitleid jeglicher Art fehlplatziert ist. Das fängt an beim Duluth-Modell, das Polizisten beibringt, männliche Opfer häuslicher Gewalt aus ihrem Haus zu verweisen, geht über den Mythos der Rape Culture (alle Männer sind Vergewaltiger oder implizite Mittäter), der derzeit in den USA dafür sorgt, dass das Leben junger Studenten auf eine Anschuldigung hin zerstört wird und setzt sich in allerlei Patriarchats- und Unterdrückungsmythen fort, die letztlich auch zu staatlich verordneten oder finanzierten Prozeduren gerinnen. Leider zeigt sich der Einfluss dieser Denke auch bereits bei den Programmen zur Erziehung unserer Kleinsten:

        http://man-tau.blogspot.de/2014/02/wie-man-bose-kerle-zu-netten-jungs.html

        Rexi, der derzeit vorherrschende Feminismus ist Teil des Problems, nicht Teil der Lösung. Daran ändern auch die fünfeinhalb Mein-Feminismus-Feministen aus dem Netz nichts, die das alles ganz anders sehen.

      6. @Rexi

        Ich finde es verlogen, weil männliche und weibliche Gewaltopfer ganz ähnliche Bedürfnisse haben, ähnliche Angebote brauchen (z.B. Gewaltschutzwohnungen, psychologische Betreuung etc), die zu großen Teilen auch vollkommen geschlechtsneutral angeboten werden können. Wenn ich mich für Tiger einsetze, sind diese Maßnahmen im Regelfall nicht auf Wale übertragbar und umgekehrt. Das Hilfsangebote für Männer teilweise aktiv bekämpft werden, ist ein anderer Punkt (die Autorin fordert allerdings nichts dergleichen).

        Ich bin bespielsweise männlich, mitteleuropäischer Abstammung mit leicht südlichem Einschlag. Wenn ich jetzt eine Suppenküche hier im Viertel aufmachen würde, mal ganz plakativ „nur für Weiße im weiteren Sinne“, weil ich mich ja in die Lage anderer nicht so richtig hineinversetzen und auch nicht um alle kümmern kann („Wie hungert denn so ein Asiate? Sollen sie lieber mal für sich selber machen, kennen sich ja bestimmt viel besser damit aus.“), würde ich vollkommen zu Recht gewaltig Dresche beziehen; es gibt keinen vernünftigen Grund, Menschen mit anderer Hautfarbe auszuschließen, die das gleiche Bedürfnis haben und denen auf die gleiche Art geholfen werden kann. Das auf die eigene Gruppe zu beschränken, ist schlicht unmoralisch. Genauso mit dem Geschlecht. Der Einwand, warum ich nicht Integrationssprachkurse statt Suppe anböte, zöge dagegen nicht – da hast Du recht, man kann sich nicht um alles kümmern. Aber auch da gibt es Grenzen, wenn mein Engagement nämlich gesellschaftliche Resourcen in einem Umfang benötigt, die dann an anderer Stelle schlichtweg weg sind – ich habe nichts dagegen, wenn jemand Fußballplätze anlegen will, er/sie sollte halt nicht sämtliche Grünflächen der Stadt damit belegen.

        Viele Organisationen aus der männerrechtlichen Ecke praktizieren übrigens genau diese Zweigleisigkeit – Papa-ya zum Bespiel hat sich explizit auch an Mütter gewendet, wenn diese unter ähnlichen Problemen zu leiden hatten, wie diejenigen Männer, die sie vertreten wollten. Und mit allem anderen macht man sich auch unglaubwürdig. Es gibt ja auch im feministischen Umfeld gute Beispiele, z.B. die Position von terre des femmes in der Beschneidungsdebatte.

      7. @Rexi Arne Hoffmann wird übrigens durchaus in die rechte Ecke gestellt:
        http://animawi.blogsport.de/2013/01/09/14-01-2013-antifeministen-an-der-uni-mainz-stoeren/
        Zitat:
        „Arne Hoff­mann ist als Autor der
        Rechts-​Kon­ser­va­ti­ven Jun­gen Frei­heit und als Re­dak­ti­ons­mit­glied des
        Ma­ga­zins „ei­gen­tüm­lich.​frei“ ein Prot­ago­nist der so­ge­nann­ten Neuen
        Rech­ten.“
        Die Brandenburgischen Landeszentrale für Politische Bildung schreibt zur „Neuen Rechten“ übrigens folgendes: http://www.netz-gegen-nazis.de/lexikontext/wer-ist-die-neue-rechte

        „Konsequent tritt die Neue Rechte gegen „Rassenvermischung“ an, die sie als Gefahr für die verschiedenen „Menschen- und Kulturtypen“ begreift, sowie gegen „Einwanderung“, deren „Schwierigkeiten allen betroffenen Gemeinschaften tiefgreifenden Schaden zufügen“. Dem Einzelnen kommt in dieser Sicht kein eigener Wert zu, d. h. in seiner Eigenschaft als Mensch, sondern nur sofern er Mitglied einer Ethnie oder Volksgemeinschaft ist:“

        Zur Vorstellung der Animawi betreffend Diskussionskultur:
        „Wie wir bei un­se­ren Ge­nos­s_in­nen der kri­ti­schen lin­ken lesen muss­ten, hat das El­tern­re­fe­rat an der Uni Mainz die An­ti­fe­mi­nis­ten Mo­ni­ka Ebe­ling und Arne Hoff­mann ein­ge­la­den. Beide ver­tre­ten Po­si­tio­nen, die für uns nicht trag­bar sind, und denen kein Raum ge­ge­ben wer­den darf.
        Daher rufen wir euch dazu auf, zahl­reich zum Vor­trag zu kom­men und eurem Unmut krea­tiv Luft zu ma­chen. Je lau­ter desto bes­ser.“

    2. Zum Thema „blinde Flecken“: ja, natürlich weist dieser Absatz blinde Flecken in Hinsicht auf die männliche Seite auf, schliesslich war die Frage: „Warum Feminismus?“.
      Und dieser Absatz ist nur eine zusätzliche Aufzählung zu den bereits genannten zahlreichen Gründen. Das schliesst nicht aus, dass ich so eine Aufzählung auch für die Benachteiligungen von Männern erstellen könnte – zumindest so weit ich das aus meiner Erfahrung beurteilen kann!

      1. Mein Problem damit habe ich schon in der Diskussion mit Rexi versucht darzustellen:
        Sich nur für eine Gruppe zu engagieren (die eigene), obwohl Mitglieder anderer Gruppen genauso betroffen sind und von den gleichen Hilfsangeboten profitieren könnten. Häusliche Gewalt z.B. ist keine spezifische Benachteiligung von Frauen, Männer sind davon in ähnlichem Ausmaß und mit sehr ähnlichen Mustern betroffen. Ich sehe da einfach keinen Grund, sich auf ein Geschlecht zu beschränken, genau wie es unsinnig wäre, hier Hilfsangebote nur für Deutsche, Migranten, Christen, Atheisten oder Absolventen von Waldorfschulen anzubieten. Es gibt Bereiche, in denen eine geschlechts- oder gruppenspezifische Arbeit sinnvoll ist, aber z.B. eben in diesem von Dir aufgezählten sehe ich keine Notwendigkeit.
        Das gleiche gilt m.E. auch für Männerrechtler, wer z.B. Väter berät, die in Sorgerechtsprozessen zu Unrecht wegen Gewalt oder Mißbrauch beschuldigt werden, kann nicht Müttern in der gleichen Situation die Hilfe verweigern (gab mal einen erschütternden Bericht vor einiger Zeit in der Süddeutschen über eine Mutter, die in einem Scheidungsprozess des sexuellen Mißbrauchs an ihrem Sohn beschuldigt wurde, „Sein Wille geschehe“ von Rainer Stadler, leider nicht mehr online).

        Auf jeden Fall aber schön, dass Du hier auch mitdiskutierst, Anerkennung dafür.

      2. @ muschimiezze

        „Auf jeden Fall aber schön, dass Du hier auch mitdiskutierst, Anerkennung dafür.“

        Von mir auch! Das ist leider sehr selten.

      3. Naja, ich hab mir zwar nicht ausgesucht, dass ich hier rebloggt worden bin, aber eine Diskussion kann im Prinizp nur bereichert werden.

        Ich freue mich an sich auch über den öffentlichen Diskurs.
        Das Einzige, dass ich persönlich ein wenig schwierig finde, ist Folgendes: der Artikel war ausdrücklich auf eine unreflektierte und uninformierte Gruppe von “Antifeministen” gemünzt, die selber gar nicht wirklich wissen worüber sie reden. Diejenigen, die sich hier auf Geschlechterallerlei rumtreiben, haben sich in der Regel schon ziemlich ausführlich mit den meisten Sachen auseinandergesetzt. Sie kritisieren die bissige Einleitung und die Tatsache, dass es sich um Basic-Fragen und Antworten handelt – insofern auch zu Recht, wären Sie die Adressaten. So ist es aber nicht (und das erläutere ich im Nachwort auch ausdrücklich).
        Unter diesem Aspekt finde ich, dass die Diskussion hier auf Geschlechterallerlei teilweise in die falsche Richtung geht. Aber grundsätzlich freue ich mich darüber, dass der Artikel auf soviel Resonanz stößt und ich auch von einigen Anregeungen und Ansichten profitiere. Daher beteilige ich mich, auch damit die Intention dahinter ein bisschen besser verständlich wird.

      4. @muschimiezze

        „Das Einzige, dass ich persönlich ein wenig schwierig finde, ist Folgendes: der Artikel war ausdrücklich auf eine unreflektierte und uninformierte Gruppe von “Antifeministen” gemünzt, die selber gar nicht wirklich wissen worüber sie reden. Diejenigen, die sich hier auf Geschlechterallerlei rumtreiben, haben sich in der Regel schon ziemlich ausführlich mit den meisten Sachen auseinandergesetzt. Sie kritisieren die bissige Einleitung und die Tatsache, dass es sich um Basic-Fragen und Antworten handelt – insofern auch zu Recht, wären Sie die Adressaten. So ist es aber nicht (und das erläutere ich im Nachwort auch ausdrücklich).“

        Vielleicht liegt da der Hase im Pfeffer – beim Lesen Deiner Einleitung drängt sich diese Interpretation nicht gerade auf. Gerade da viele der hier Kommentierenden regelmäßig in die „unreflektierte und uninformierte Gruppe von “Antifeministen” “ gesteckt werden – Christian hat mit der „Maskufaschofront“ da ja ein Extrembeispiel gebracht -, reagieren sie auf Deine Ansprache zuerst angenervt. Ich sehe hier auch weniger Kritik daran, dass es sich um basic-Fragen und Antworten handelt, sondern eher eine (fundierte) inhaltliche Auseinandersetzung mit manchen Aussagen. Wie gesagt, Respekt, das Du mitdiskutierst, das hilft Mißverständnisse zu lösen, auch wenn am Schluss verschiedene Standpunkte bleiben.

  4. »What the FAQ?!«

    Hier die Langversion meiner Kritik. Die herablassende Art der Einleitung stellen wir mal zurück. Wir kontern sie später.

    ad 1.1 (Feminismus und Humanismus): Dieser Abschnitt ist soweit plausibel: Emanzipation beruft sich zwar auf abstrakte, universelle Werte, kann aber nicht umhin, diese auf konkrete Lebenslagen und darum grundsätzlich perspektivisch anzuwenden. Aus diesem Grund haben sich die modernen Emanzipationsbewegungen nicht mit den bürgerlichen Revolutionen erschöpft, sondern diese stellten nur den historischen Auftakt dar.

    ad 1.2 (Sex und Gender): Die Autorin hat die Kritik am Genderkonzept nur unvollständig verstanden. Es trifft zu, dass das »soziale Geschlecht« in spezifischen Hinsichten »konstruiert« ist, aber die »Biologie« betrifft nicht nur die körperlichen Geschlechtsmerkmale. Sie betrifft auch Arten des Empfindens und Kommunizierens, also den emotionalen Bereich. »Soziales Geschlecht« ist eben *nicht* eine sozial willkürlich konstruierte Schicht oberhalb der körperlichen Ebene, sondern eine (historisch durchaus variable) *Interpretation* realer biologischer Dispositionen, die sich auch auf Verhalten und Empfinden auswirken.

    Der Begriff der Disposition impliziert hier übrigens keinen Determinismus. Man kann kulturell (ein gutes Stück weit) *gegen* seine Dispositionen leben, zahlt dann aber in der Regel den Preis einer anhaltenden Unzufriedenheit. Die Gendertheorie ignoriert an dieser Stelle einen wesentlichen Teil *wissenschaftlicher* Diskurse. Sie leidet dementsprechend an gravierenden *wissenschaftlichen* Defiziten.

    Das Problem mit »konstruierten« Geschlechtsrollen besteht darin, dass sie zu einer unangemessenen Homogenisierung von Verhaltenserwartungen tendieren, die der tatsächlichen auftretenden Varianz der *biologischen Dispositionen* nicht entspricht. Kinder wissen *unabhängig von den körperlichen Merkmalen*, welches Geschlecht sie haben – dass Geschlecht beispielsweise in Farben wie Blau und Rosa *kodiert* wird, bedeutet nicht, dass es »anerzogen« wird. Trotzdem kann es Jungen und Mädchen geben, die sich (insbesondere aufgrund einer Varianz im Hormonhaushalt) geschlechstuntypisch verhalten, und zusätzlich kann es auch bei feststehender Geschlechtsidentität homosexuelle Präferenzen geben, die ebenso biologisch geprägt sind. Geschlechtsrollen sind also nicht *per se* ein »Klischee«, sondern nur für diejenigen Individuen, die sie als Klischee empfinden (dann aber zu Recht). Wer das jedoch nicht tut, leidet darum nicht an einem Mangel an Aufklärung.

    Denn sehr viele Männer und Frauen erleben ihr geschlechtsspezifisches Empfinden und Verhalten *nicht* als Widerspruch zu den »konstruierten« Geschlechtsrollen. Es *kann* zu Konflikten kommen, da sich diese biologischen Umstände nicht deterministisch auswirken, und in diesem Fall ist Widerspruch *berechtigt*.

    Davon abgesehen ist aber auch der konventionelle Umgang mit Geschlechtsrollen ein *Rollen*verhalten, und das heißt: normalerweise auch ein spielerischer, mal affirmativer, mal ironisch-distanzierter Umgang mit dem Rollenskript. Die feministischen *Anwendungen* der Gendertheorie verhalten sich jedoch in aller Regel so, als stelle die bloße Existenz von Rollenskripten bereits Repression dar und als seien Menschen, die sich zu diesen Rollen konventionell verhalten, unzureichend aufgeklärt. Beides ist *falsch* und führt faktisch umgekehrt zu einer ideologisch motivierten Repression männlicher *und* weiblicher Verhaltensweisen durch die feministische Öffentlichkeit.

    ad 1.3 (Quote): Auch die Quotendiskussion leidet an einem grundsätzlichen *wissenschaftlichen* Defizit: sie schließt von vornherein aus, dass geschlechtsspezifische Ungleichheiten in der Bildungs- und Berufswahl auf *Präferenzen* zurückzuführen sind anstatt auf Diskriminierung. Tatsächlich kann man das Argument auch andersherum aufziehen: da wir (zumindest in den »westlichen Gesellschaften«) in Verhältnissen leben, die die Diskriminierung von Frauen tatsächlich *beendet* hat (dazu unten mehr), drückt sich in den Ungleichheiten, auf die die Quote zielt, eine größere *Wahlfreiheit* von Frauen aus (die Männern *immer noch nicht* zugestanden wird).

    ad 1.4 (»Privilegien und Macht«): Hier folgt die Argumentation sehr stark ideologischen Stereotypen. Dass Männer im Unterschied zu Frauen über größere »Privilegien und Macht« verfügen, die sie sich zu teilen weigern (oder zögern), ist ein feministisches Axiom, das hier begründungslos wiederholt wird. Grundsätzlich geht es im Punkt 1.4 um die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbsleben. Das Thema wird einerseits empirisch einseitig dargestellt, weil – beispielsweise – Frauen zwar in geringerem Umfang erwerbstätig sind, aber zumindest auf dem heutigen Stand der Gesetzgebung in großem Umfang männliche Transferleistungen beziehen, und zwar sowohl ein freiwilligen als auch in juristisch erzwungenen Konstellationen. Gerade in Konfliktsituationen liegt das Risiko des finanziellen Ruins heute überwiegend beim *Mann* (von den Sorgerechtsfragen mal ganz abgesehen).

    Es wird aber auch in systematischer Hinsicht einseitig dargestellt, weil die aufgezählten Problemlagen auf das Verhältnis von Männern und Frauen (und dementsprechend auf Geschlechterstereotypen) zurückgeführt wird, während die Frage, inwieweit der moderne Kapitalismus eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglicht bzw. behindert, vollkommen außer Betracht bleibt. Dies ist eine *systematische* Begrenzung des heutigen Feminismus (der beinahe »ausgestorbene« sozialistische Feminismus war an dieser Stelle weiter), der auf dem *empirisch falschen* Axiom beruht, dass Männer generell über mehr »Privilegien und Macht« verfügen als Frauen.

    ad 2.1 (Prioritäten): die Intention, »an den eigenen Gesellschaftsstrukturen zu arbeiten«, ist wohl zustimmungsfähig, zumal dieser Abschnitt sehr allgemein gehalten ist. Dabei geht die Autorin aber der Frage aus dem Weg, inwieweit sich speziell der zeitgenössische Feminismus westlicher Gesellschaften an *Scheinproblemen* abarbeitet, die die Perspektive auf gravierendere Probleme *bei uns* verstellt.

    ad 2.2 (Sexismus): dass das Thema hier aus weiblicher Perspektive beschrieben wird, ist naheliegend und legitim. Ich lasse Punkt 2.2 daher so auf sich beruhen. Als persönlicher Standpunkt ist das soweit vollkommen verständlich und nachvollziehbar.

    ad 2.3 (»Quote auf dem Bau«): Dieser Punkt leidet unter denselben Schwächen wie 1.3: er ignoriert erneut die Präferenzkomponente. Das beginnt bei der Ausbildungs- und Studienwahl, die *spätestens* seit den 60er Jahren *nicht mehr* geschlechtsspezifisch diskriminiert ist. Der so genannte »gender pay gap« beruht auf dem unterschiedlichen Gewicht von Erwerbsarbeit im männlichen und weiblichen Lebenszyklus und ist insofern auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zurückzuführen, *nicht* auf unzureichenden Zugang von Frauen zu beliebigen Einkommensklassen. Genau dieser Punkt lässt sich nicht durch Quoten beheben, sondern nur durch einen Umbau der (stark vereinfachend gesagt) vom Kapitalismus erzwungenen Struktur der Erwerbsarbeit.

    ad 2.4 (»Kampf gegen geschlechtsspezifische Nachteile«): dieser Punkt beruht – wie die ganze Quotendiskussion – auf einer falschen Zurechnung von Problemen auf Geschlechtszugehörigkeit und fällt daher unter dieselbe Kritik. Frauen werden nicht »aufgrund ihres Geschlechts für die gleiche Tätigkeit … schlechter bezahlt« – die Legende vom »gender pay gap« wird durch endlose Wiederholung nicht richtiger.

    ad 3.1 (Lebenserwartung): hier kommen wir allmählich in den Bereich fortgeschrittener ideologischer Verblendung. Die unterschiedliche Lebenserwartung von Männern und Frauen auf den »Lebensstil« zurückzuführen, ist zwar grundsätzlich richtig, weigert sich aber, männliche Lebensstile ebenso als »gesellschaftliches Verhältnis« zu begreifen, wie das für weibliche Lebensstile beansprucht wird. Der Verweis auf »Geschlechterstereotype« wird dem nur oberflächlich gerecht. Zum einen verstellt die Ideologie von den »männlichen Privilegien« den Blick dafür, dass männliche Lebensentscheidungen ebensowenig frei gewählt werden wie weibliche und dass Männer *heute* sogar eine *geringere* Wahlfreiheit genießen als Frauen – und zwar gerade darum, weil Frauen die Wahlfreiheit zwischen Beruf und Familie (ein definitiv *weibliches* Privileg) uneingeschränkt *behalten* wollen.

    Zum anderen wird dabei unterschlagen, dass die tatsächlich implementierte feministische *Politik* nicht nur *nicht* »etwas für beide Seiten« tut, sondern insbesondere in Unterhalts- und Sorgerecht, im Umgang mit häuslicher Gewalt, in der einseitigen Aneignung von Finanzmitteln sowie in der ideologischen Durchdringung von Familiengerichten, Helferindustrie und öffentlichen Diskursen eine aktive, gezielte und massive Schlechterstellung von Männern betreibt (mitunter mit der zynischen Rechtfertigung: »jetzt läuft’s halt mal anders herum!«).

    ad 3.2 (Männer als Gewaltopfer) Hier wird es nun regelrecht grotesk: die pauschale Zuschreibung von »übersteigerten Machtpositionen« zu Männern *ist bereits* ein Akt feministischer ideologischer Gewaltsamkeit! »Opfer sein zu dürfen« ist nicht das Problem einer (angeblich fehlenden) emotionalen Disposition von Männern, sondern das Problem einer *gesellschaftlichen Anerkennung* des männlichen Opferstatus! Und gerade dieser wird Männern im feministischen Diskurs *aktiv verweigert*, und zwar wesentlich aufgrund einer schlichten empirischen Bilanzfälschung insbesondere im bereich er häuslichen Gewalt! Darüberhinaus kann es geschehen, dass männliche Vergewaltigungsopfer nicht mal Anzeige erstatten können, weil Männer *per definitionem* nicht als »vergewaltigbar« gelten. Das ganze Argument leidet an der unangemessenen Psychologisierung eines in Wirklichkeit juristischen und politischen Problems!

    ad 3.3 (»Anklage« von Männlichkeit): »„Männer“ sind nicht der Feind, sondern das System, welches sie aufgrund ihres Geschlechts bevorzugt.« So zumindest lautet das ideologische Axiom des Feminismus. Das Problem ist erneut: es ist *empirisch falsch*! Männer befinden sich traditionell in einer Position der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung, für die sie *immer schon* (die gesamte Geschichte hindurch!) einen *spezifischen* Preis gezahlt haben: sie sind »disponibel«, was nicht anderes bedeutet als: die Gesellschaft kann Männer straflos »verheizen«, und zwar zum *Nutzen der (überlebenden) Gesellschaft als Ganzer, der Frauen inklusive*! (Das Feministinnen mal Warren Farrell lesen, ist offenbar zuviel verlangt). Dass die geschlechtsspezifischen Benachteiligungen von Männern zu denen von Frauen nicht symmetrisch sind, bedeutet noch nicht, dass Männer grundsätzlich »privilegiert« oder »bevorzugt« wären. Das stimmt schon historisch nicht, und es stimmt in der Gegenwart noch weniger! Hier ist die Perspektive des Feminismus selbst zutiefst sexistisch: sie blicken (geradezu in einer politischen Modernisierung der »hypergamen« Orientierung) nach oben und sehen an den Spitzen der Gesellschaft Männer sitzen. Der Blick nach unten dagegen, auf die Ruderbänke der Galeeren, auf denen Männer angekettet und mit einem Knebel im Mund gegen das allzu laute Schreien beim lebendigen Verbrennen dagegen anrudern, dass der Feind Frauen und Kinder in die Sklaverei verkauft, kommt ihnen gar nicht erst in den Sinn.

    ad 3.4 (Sexismus gegen Männer): Sexismus ist also »eine Handlung die erst durch ein systematisch verankertes Machtgefälle zwischen den Geschlechtern möglich gemacht wird«. Aha. Und dieses »systematisch verankerte Machtgefälle« gibt es nur in eine Richtung? Nach feministischer Lesart ja, denn es wird ohne Ansehung der empirischen Verhältnisse schlicht aus dem Axiom der »männlichen Privilegierung« deduziert.

    Auch diese Behauptung ist nicht einmal historisch zutreffend: auch schon unter »patriarchalen« verhältnissen hatten zumindest Frauen gehobener Schichten die Möglichkeit, Männer sexuell zu provozieren, ohne ernsthafte Absichten zu haben und, geschützt durch die »Familienehre«, die Verantwortung hierfür ablehnen zu können (in der klassischen »patriarchalen« Konstruktion noch einigermaßen zu Recht). Wohingegen es sich Männer niederer Gesellschaftsschichten gut überlegen mussten, ob sie sexuelle Avancen einer höhergestellten Frau ohne persönliche Nachteile abweisen konnten. Die biblische Geschichte von der Frau des Potiphar wird von feministischer Seite gern als »patriarchale« Verunglimpfung dargestellt – tatsächlich handelt es sich schlicht um eine Auswirkung des Klassenverhältnisses auf das Geschlechterverhältnis.

    In der Gegenwart gilt dies noch verstärkt: Frauen beanspruchen explizit, sich beispielsweise in der Öffentlichkeit kleiden zu dürfen wie sie wollen, ohne dass Männer darauf reagieren dürfen sollen. Das Prinzip lautet: ich habe die Macht, Dich zu provozieren, und zugleich die Macht, Dir eine Reaktion zu untersagen. Wobei die Definition von »Übergriffigkeit« (in Schweden sogar der Vorwurf einer Vergewaltigung selbst) nicht an objektiven Kriterien bemessen, sondern allein dem subjektiven Befinden der Frau anheimgestellt wird. Hier geht es nicht um Vergewaltigungen, hier geht es bereits um den als »sexistisch« bewerteten Blick. »Slutwalks« treiben das auf die Spitze: sind weder ein Tabubruch noch eine Form von »Widerstand«, sondern ein sexistisches weibliches Machtspiel, das dieses Prinzip explizit entfaltet. Auch dem weiblichen Sexismus liegt damit ein »systematisch verankertes Machtgefälle« zugrunde.

    Insgesamt sind diese »FAQ« sehr aufschlussreich: sie zeigen auf, wie sehr feministische Standpunkte auch bei subjektiver Offenheit und Diskussionsbereitschaft sowie einer in vielen Details geringen Ideologielastigkeit der betreffenden Feministin dennoch an jahrzehntelang einbetonierten Axiomen und Vorausannahmen scheitern, die als ideologische Doktrinen in die Welt gekommen sind und niemals kritisch hinterfragt oder methodisch sauber empirisch überprüft wurden. Und diese methodischen Verzerrungen ziehen sich bis tief in den feministischen Wissenschaftsbetrieb hinein. Ein »männlicher Bias« in den Wissenschaften ist schon lange nicht mehr unser Problem – heute kämpfen wir mit den Folgeschäden des feministischen Bias, wovon auch diese »FAQ« ein Ausdruck sind.

    1. Ja das ust der Kern. Deswegen auch der Reblogg. So symbathisch Muschimieze in alken Artikeln auch rüberkommt, sie ist offenbar ein Mensch der alle Menschen, auch Männer 🙂 gern hat, so scheint ganz klar das ideologisch Grundgebäude durch. Und diesen Kern des Feminismus gilt es klar im Auge zu behalten, da sich darin ganz offenbar die allermeisten Femists wiederfinden und diesen als gegeben annehmen. Diese ideologische Basis ist aber derart verdeckt, dass ebenfalls den allermeisten die Nähe zu ideologischen Weltanschauungen wie es der Kommunismus ist, nicht bewußt wird, sondern diese rein glaubensmäßigen Grundsätze als wissenschaftlich betrachtet werden. Ähnlich zur „Wissenschaftlichkeit“ im Kommunismus, bei der sich diese ebenfalls nach der Ideologue des Klassenkampfes auszurichten hatte, (z.B: die historische Sicht als das Ringen der Klassen) und andere Aspekte die dem wiedersprechen konnten, nicht akzeptiert oder einbezogen wurden.
      Der Feminismus ähnelt dieser glaubensgestützten Weltanschauung verblüffend stark. Dazu kommt aber noch eine Komponente die äußerst problematisch ist. Das der Gegner quasi biologisch, genetisch determiniert ist, weil es ein System der Männerherrschaft ist, macht es nicht mal möglich bei den „Frauenbewegten“ die diesen Menschheitsteil als Feinde zu betrachten, die Seiten zu wechseln. Im Kommunismus kann man die Seite der Kapitalisten einfach verlassen, indem man sich den Werktätigen anschließt. Auch im Feminismus-light ist dies der Fall. Der Mann muß einfach aufhören ein „Macker“ zu sein und schon kann er „Ally“ werden, so lautet die Formel.

      Aber dies gilt nicht für die „Dudes“, die (W)HMs. Dieser Gruppe gehört man von Geburt an an. Und für Misandrismus der sich im Feminismus verbirgt, ist dies gleichbedeutend mit „Ständige Bereitschaft zur Vergewaltigung und Gewalttätigkeit, Besitzgier und Tötungs- und Machtlust“ , die dem männlichen Kind in die Wiege gelegt wurde. Der Junge muß durch härteste Umerziehungsmaßnahmen von diesem „patriarchalischen Erbe“ und seinen „genetisch angelegten negativen“ Eigenschaften befreit werden. Hier hat kein Mann die Chance die Seiten zu wechseln. Hier wird eine geschlechtliche Geisselhaft vorgenommen für alle die zufällig männlich geboren worden sind. Auch eine Schicksalsgemeinschaft, aber eine der man nicht angehören kann oder will, so wie es Feminstinnen mit dem „FrauSein“ machen, sondern der man angehören MUSS, weil die Seite der Verfolgas es so definiert um ein klar umrissenes Feindbild zu haben, damit sie diesen dann auch bekämpfen erniedrigen und einsperren können.

    2. Vielen Dank djadmoros! Das ist die beste und treffendste Auseinandersetzung mit feministischen Grundannahmen, die ich bis jetzt lesen durfte. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Insbesondere deine Analyse zum dritten Abschnitt ist as good as it gets.

    3. Eine ganz hervorragende Replik! Bravo!

      Möchtest du den Text in die public domain entlassen? Einzelne Versatzstücke würden sich bestimmt sehr gut als Argumentationsleitfaden gebrauchen lassen.

    4. Vielen Dank für die positiven Rückmeldungen! 🙂

      @Neuer Peter: von mir aus kann der Text gerne verbreitet werden. Man sieht ihm halt die sprachliche heiße Nadel ein wenig an, weil nur minimalistisch korrekturgelesen.

      1. Vielen Dank! Ich bin ja ohnehin der Meinung, dass man ein paar gut durchdachte Antworthäppchen auf häufig auftauchende Argumente in Konserve haben sollte, gerade auch um diese beispielsweise unter die Artikel der Mainstreammedien zu setzen. Gerade weil viele unserer Gegenargumente (im Gegensatz zu vulgärfeministischen Mythen) mitunter recht komplex sind, ist es angezeigt, sich hier die Arbeit zu erleichtern.

        Die feministische Diskursmacht zu brechen sollte derzeit unser Hauptanliegen sein, da wäre ein solches Vorgehen genau das richtige.

        Wir sollten uns da auch mal besser koordinieren. Vielleicht kann ich nächsten Samstag bei Christian etwas dazu schreiben. Ein kleiner Vorrat an guten, knackigen Antworten an zentraler Stelle wäre da genau das richtige. MITM geht ja schon ein wenig in diese Richtung, ich will das ganze aber noch stärker Verkürzen. Wir bräuchten so eine Art „Bierdeckelmaskulismus“. 😉

    5. Lieber djamdmoros,

      erstmal bedanke ich mich dafür, dass du dir so viel Zeit für ein Feedback genommen hast. Ich bin mal auf den ersten Teil eingegangen, mehr schaffe ich heute aber nicht ! Ich denke, ich kann die Antwort die Tage noch komplettieren!
      Liebe Grüße,
      Muschimieze

      —–„ad 1.2 (Sex und Gender):„Die Autorin hat die Kritik am Genderkonzept nur unvollständig verstanden.“
      >> Die Autorin geht jedoch in ihrem Artikel überhaupt nicht auf „die Kritik am Genderkonzept“ ein (denn sie führt keinen einzigen möglichen Kritikpunkt an/geht auf keinen Kritikpunkt ein), sondern gibt lediglich eine 0815-Frage wieder, die von Leuten kommt, die sich nahezu überhaupt nicht mit dieser Thematik beschäftigen, aber dennoch dagegen argumentieren wollen. Daher beleuchte ich das Thema auch nicht von allen Seiten, sondern bleibe bei den absoluten Grundlagen.
      Es geht letztlich überhaupt nicht um den Umgang mit Genderkritik – vielleicht hat der Kritiker meines Artikels die Intention des Artikels auch einfach „nur unvollständig verstanden“? 😉

      —–„ad 1.3 (Quote): Auch die Quotendiskussion leidet an einem grundsätzlichen *wissenschaftlichen* Defizit: sie schließt von vornherein aus, dass geschlechtsspezifische Ungleichheiten in der Bildungs- und Berufswahl auf *Präferenzen* zurückzuführen sind anstatt auf Diskriminierung.“
      >> Auch Präferenzen können das Ergebnis von geschlechtsspezifischer Erziehung und das Vorleben von bestimmten Rollenbildern sein. Auch Präferenzen können das Ergebnis von Verunsicherungen und dem Gefühl sein, dass man als Frau „dies“ und als Mann „das“ machen sollte… Auch „Präferenzen“ können das Ergebnis von bereits im Vorfeld erlebten Diskriminierungen sein. Das berücksichtigst du bei der Verwendung des Präferenz-Begriffs leider auch nicht.

      —–„ad 1.4 (»Privilegien und Macht«): Hier folgt die Argumentation sehr stark ideologischen Stereotypen. Dass Männer im Unterschied zu Frauen über größere »Privilegien und Macht« verfügen, die sie sich zu teilen weigern (oder zögern), ist ein feministisches Axiom, das hier begründungslos wiederholt wird.“
      >> Du sagst (vereinfacht): „sie reproduziert begründungslos ein Argument“ und tust dabei genau das Gleiche (mit dieser Achtung-Hier-Spricht-Die-Ideologie-Aus-Ihr-Phrase). Sobald man den Ideologie-Stempel aufgedrückt bekommen hat, ist man ja sozusagen mundtot, da nur nachplappernd, unreflektiert und natürlich auch nicht ernstnehmbar. Hab ich während dieser Debatte leider auch schon zu oft, zu vorschnell gehört.

      —–„Gerade in Konfliktsituationen liegt das Risiko des finanziellen Ruins heute überwiegend beim *Mann* (von den Sorgerechtsfragen mal ganz abgesehen).“
      >> Ich habe nie behauptet, dass es nur eine Seite der Medaille gäbe und mich auch schon mit einigen Benachteiligungen, unter denen Männer zu leiden haben, auseinandergesetzt. Diesen Abwehrmechanismus immer sofort mit dem „aber-Männner-auch“-Argument um die Ecke zu kommen, empfinde ich allmählich ermüdend – was nicht heißt, dass ich sie inhaltlich nicht anerkenne. Ich verstehe nur nicht, weshalb „Aber-Männer-auch“ die Antwort auf die Benachteiligung von Frauen sein soll (funktioniert umgekehrt natürlich genauso wenig).

      —–„Es wird aber auch in systematischer Hinsicht einseitig dargestellt, weil die aufgezählten Problemlagen auf das Verhältnis von Männern und Frauen (und dementsprechend auf Geschlechterstereotypen) zurückgeführt wird, während die Frage, inwieweit der moderne Kapitalismus eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglicht bzw. behindert, vollkommen außer Betracht bleibt. Dies ist eine *systematische* Begrenzung des heutigen Feminismus (der beinahe »ausgestorbene« sozialistische Feminismus war an dieser Stelle weiter).“
      >> Ich beschäftige mich zur Zeit tatsächlich auch mit den Problemen des Kapitalismus, aber das hat einfach zu weit geführt an dieser Stelle. Es geht hier zunächst um die Tatsache, dass die beiden Geschlechter unterschiedliche Voraussetzungen haben, beides unter einen Hut zu bekommen (bzw. unterschiedlich behandelt werden). Ich habe während dieser Debatte so oft gehört: es sind beide Eltern, warum haben sie nicht beide die gleichen Rechte. Sehe ich genauso. Aber bitte auch, wenn es darum geht, trotz Kindern arbeiten zu können. Da sollte einfach nicht zwischen Vätern und Müttern unterschieden werden.

      —-„ad 2.1 (Prioritäten): die Intention, »an den eigenen Gesellschaftsstrukturen zu arbeiten«, ist wohl zustimmungsfähig, zumal dieser Abschnitt sehr allgemein gehalten ist. Dabei geht die Autorin aber der Frage aus dem Weg, inwieweit sich speziell der zeitgenössische Feminismus westlicher Gesellschaften an *Scheinproblemen* abarbeitet, die die Perspektive auf gravierendere Probleme *bei uns* verstellt.“
      >> Ich bin auf die Frage, weshalb der zeitgenössische Feminismus notwendig ist, übrigens bereits in Teilen bei 1.4. eingegangen. Du tust übrigens so, als ob ich wissentlich der Frage mit den Scheinproblemen „aus dem Weg“ ginge. Dir ist schon klar, dass ich die Themen des Feminismus nicht als Scheinprobleme ansehe, oder? So gesehen ist diese Bemerkung ein wenig… überflüssig?

      —–„ad 2.3 (»Quote auf dem Bau«):Dieser Punkt leidet unter denselben Schwächen wie 1.3: er ignoriert erneut die Präferenzkomponente. {…} Genau dieser Punkt lässt sich nicht durch Quoten beheben, sondern nur durch einen Umbau der (stark vereinfachend gesagt) vom Kapitalismus erzwungenen Struktur der Erwerbsarbeit“
      >> dazu kann ich nur sagen: auch dieser Kritikpunkt leidet unter denselben Schwächen wie einige andere Kritikpunkte: Ich habe mehrfach darauf hingewiesen, dass ICH PERSÖNLICH MICH WEDER FÜR NOCH GEGEN EINE QUOTE AUSSPRECHEN MÖCHTE (irgendwie komme ich mir langsam ein wenig blöd dabei vor, Kritik an meinem Artikel permanent damit zu beantworten, mich selbst zu zitieren… 😉 ).
      Der Kapitalismus-Punkt ist nicht ganz verkehrt – spielt aber an dieser Stelle einfach keine Rolle, da es nicht um Sinn oder Unsinn einer Quote geht – ich erkläre an dieser Stelle nur die Idee dahinter. Nicht für euch. Sondern für Menschen, die diese Frage stellen. Das tut ihr aber nicht. Und ich äußere mich zu keinem Zeitpunkt bewertend über eine Quote.

      —-„ad 2.4 (»Kampf gegen geschlechtsspezifische Nachteile«): dieser Punkt beruht – wie die ganze Quotendiskussion – auf einer falschen Zurechnung von Problemen auf Geschlechtszugehörigkeit und fällt daher unter dieselbe Kritik. Frauen werden nicht »aufgrund ihres Geschlechts für die gleiche Tätigkeit … schlechter bezahlt« – die Legende vom »gender pay gap« wird durch endlose Wiederholung nicht richtiger.“

      >> Auch hier kann ich WIEDER darauf verweisen, meinen Artikel zu LESEN. Auch hier erkläre ich lediglich anhand eines Beispiels, wann die Verbesserung einer Lebenssituation als „feministisches Anliegen“ bezeichnet werden kann und wann nicht – das scheint nämlich einigen schwer zu fallen und begegnet mir immer wieder. Ich habe zu keinem Zeitpunkt auf den gender pay gap verwiesen und was ich davon halte (denn ich konnte noch keine überzeugende Erklärung mit sicheren Belegen dazu finden, wie genau er berechnet wird und Zustande kommt, sprich: ich stehe dem gender pay gap tendenziell kritisch gegenüber). Ich gehe zu keinem Zeitpunkt darauf ein, OB Frauen real schlechter bezahlt werden (und warum etc.) – ich wiederhole es daher auch nicht, um es richtiger zu machen. Ich kann nur eins wiederholen (und das offensichtlich nicht häufig genug): bitte aufmerksamer lesen und weniger ruminterpretieren und erwarten (und dabei die eigentliche Message komplett überlesen).

      1. @ Miezze

        Noch einmal großes Lob für deine Diskussionsbereitschaft. Und Entschuldigung für meinen rüden Tonfall weiter oben!

        Ich würde hier gern auf ein paar einzelne Punkte eingehen, wenngleich djamdmoros das sicherlich besser und ausführlicher bewerkstelligen wird.

        „Auch Präferenzen können das Ergebnis von geschlechtsspezifischer Erziehung und das Vorleben von bestimmten Rollenbildern sein. Auch Präferenzen können das Ergebnis von Verunsicherungen und dem Gefühl sein, dass man als Frau „dies“ und als Mann „das“ machen sollte…“

        Ja, und das sind sie zu einem Teil sicherlich auch. Allerdings eben nur zu einem Teil, wobei hier die Stoßrichtung der kulturellen Überformung von Instinktdispositionen in unserer Gesellschaft auch nicht ganz klar ist. Bei aller Girlpower-Propaganda ließe sich derzeit sogar dafür argumentieren, dass die gesellschaftlichen Geschlechternarrative derzeit ein Gegengewicht zu den biologisch disponierten Präferenzen darstellen.

        Zum anderen zeigt sich hier wieder einmal, wie sträflich sich die Wissenschaftsblindheit der Gendertheorie auswirkt, wenn sie eindeutige Hinweise auf biologisch disponierte Präferenzmuster schlicht ignoriert oder leugnet. Nehmen wir nur das Thema Jungen- und Mädchenspielzeug. Selbst weibliche Äffchen spielen lieber mit Puppen als männliche Äffchen das tun. Liegt das auch hier an patriarchalen Rollenbildern?

        „„Aber-Männer-auch“ die Antwort auf die Benachteiligung von Frauen sein soll (funktioniert umgekehrt natürlich genauso wenig).“

        Auf die strukturellen Nachteile von Männern hinzuweisen ist dann legitim, wenn von feministischer Seite eine gesellschaftliche Situation behauptet wird, die Frauen einseitig unterdrückt und Männer einseitig privilegiert.

        „Aber bitte auch, wenn es darum geht, trotz Kindern arbeiten zu können. Da sollte einfach nicht zwischen Vätern und Müttern unterschieden werden.“

        Wird es ja auch nicht. Beide Geschlechter sind frei, sich einen Partner zu suchen, der ihnen den Rücken frei hält. Nur die Geburt und die Schwangerschaft muss die Frau übernehmen, das geht nun mal nicht anders.

        Zum Thema Quote: Du schreibst in deinem Originalbeitrag:

        „Eine Quote will eigentlich niemand wirklich. Weder Frauen noch Männer. Noch Feministinnen. Oder Feministen. Im Prinzip würden sich doch alle darüber freuen, wenn solche Debatten gegenstandslos und somit überflüssig wären.“

        Und danach referierst du die üblichen Fehlschlüsse, die bei diesem Thema immer wieder als Pro-Argumente angeführt werden. Hier ist es angezeigt, auf diese Fehlschlüsse hinzuweisen. Die Debatte IST nämlich gegenstandslos und überflüssig. Es geht bei der Quote schlicht darum, Mittelschichtsfrauen von männlicher Konkurrenz abzuschirmen.

        Auch zum Thema Gender Pay Gap hast du die üblichen – man gestatte mir die Wortwahl – Legenden referiert, wenn du sie dir auch nicht zu eigen gemacht hast. Auch darauf sollte eingegangen werden.

        Umso besser, wenn du beim Thema Quote und GPG eine vernünftigere Ansicht hast als deine Mitstreiterinnen!

      2. Hallo Muschimieze,

        vielen Dank für Deine ausführliche Replik!

        »Es geht letztlich überhaupt nicht um den Umgang mit Genderkritik – vielleicht hat der Kritiker meines Artikels die Intention des Artikels auch einfach „nur unvollständig verstanden“? ;)«

        Es ist durchaus möglich, dass ich die Intention Deines Artikels nicht vollständig verstanden habe – zum Teil (beim Thema Quote etwa) sagst Du ausdrücklich, dass Du nicht selbst einen bestimmten Standpunkt einnehmen möchtest, bei anderen Punkten war mir das nicht immer klar. Eine gewisse Herablassung in den Formulierungen Deiner Einleitung hat bei mir freilich schon den Eindruck erweckt, dass Du Dich mit den meisten Standpunkten identifizierst. Dieser Eindruck kann natürlich täuschen. 🙂

        In einer Hinsicht bist Du freilich in einer unvorteilhaften Position: dadurch, dass Du feministische Standpunkte umreißt und selbst einer Diskussion *nicht* aus dem Weg gehst (was ich für höchst anerkennenswert halte), bekommst Du (als »proxy«) hier die volle Ladung an Kritik ab, die eigentlich andere Feminisstinnn treffen müsste – die sich aber darum drücken und auch noch stolz drauf sind. Von daher andersherum: zieh‘ Dir den Schuh der Kritik bitte nur dann persönlich an, wenn es gar nicht anders geht. 🙂

        »Auch „Präferenzen“ können das Ergebnis von bereits im Vorfeld erlebten Diskriminierungen sein. Das berücksichtigst du bei der Verwendung des Präferenz-Begriffs leider auch nicht.«

        Können sie, müssen sie aber nicht. Insbesondere sollte man Struktureffekte des (kapitalistischen) Erwerbslebens nicht mit »Diskriminierung« gleichsetzen. Zum einen können Präferenzen einfach das sein, was Frauen sich vom Leben *wünschen* – ungeachtet Bascha Mikas Publikumsbeschimpfung von der »Freiheit der Frauen« *wollen* viele Frauen den Schwerpunkt auf die Familie legen, *wollen* lieber einen Beruf mit starken sozialen Aspekten (der sie in den schlecht bezahlten Pflegesektor führt) bzw. *wollen* einen technischen Beruf vermeiden – oder brechen eine erfolgreiche Berufskarriere irgendwann ab, weil sie sich bewiesen haben, dass sie es können, aber nun doch lieber mehr Gewicht auf eine Familie legen.

        Zum anderen gibt es Präferenzen im Sinne »rationaler Wahl«: unabhängig davon, was ich *will*, passe ich mich ökonomischen Randbedingungen an, weil ich für mein Leben damit ein relatives Optimum erreiche. Das kann *sowohl* Frauen betreffen, die den »Familienjob« vor allem darum übernehmen, weil es in der Bilanz *praktischer* ist, als auch Frauen, die das Erwerbsleben vor allem darum bevorzugen, weil sie das *müssen* (die große Mehrzahl aller Programmiererinnen, die ich kennen gelernt habe, waren Russinnen oder Inderinnen – weil die bei einer falschen Berufswahl ungleich härter fallen als hiesige Frauen). Randbedingungen, die sich auf »rationale Wahl« auswirken, sind aber keine »Diskriminierung«! Sie betreffen das Verhältnis von »Erwerbssphäre« zu »Reproduktionssphäre« insgesamt und damit die generelle Frage, welche Zumutungen der kapitalistischen Gesellschaft wir als akzeptabel betrachten und welche nicht.

        Der Fall, dass Frauen ihre Präferenzen aufgrund von Diskriminierungen ausbilden, dürfte heute – und nicht zuletzt auch aufgrund der historischen Erfolge der Frauenbewegung – eine seltene Ausnahme sein. Mir fallen dazu tatsächlich nur noch religiös-fundamentalistische Kreise ein (oder traditionell muslimische Milieus, aber das führt auf einen Spezialfall des Themas), die traditionelle Werte mit einer weitgehenden Kontrolle des Verhaltens ihrer (männlichen und weiblichen) Mitglieder verbinden. Alle anderen Frauen werden solchen Erwartungen spätestens im Alter von 16 Jahren den gestreckten Mittelfinger zeigen.

        »Du sagst (vereinfacht): “sie reproduziert begründungslos ein Argument” und tust dabei genau das Gleiche (mit dieser Achtung-Hier-Spricht-Die-Ideologie-Aus-Ihr-Phrase). Sobald man den Ideologie-Stempel aufgedrückt bekommen hat, ist man ja sozusagen mundtot, da nur nachplappernd, unreflektiert und natürlich auch nicht ernstnehmbar. Hab ich während dieser Debatte leider auch schon zu oft, zu vorschnell gehört.«

        Das Kernargument hatte ich weiter unten geliefert (ad 3.3): es geht darum, dass die historische Bilanz bereits dann anders ausfällt, als der (Radikal-)Feminismus unterstellt, wenn man es zulässt, die Perspektive zu wechseln. Die Argumentation hierzu wurde erstmals von Warren Farrel in seinem Buch »The Myth of Male Power« vorgestellt, eine jüngerer Ansatz stammt von Roy F. Baumeister (»Is There Anything Good About Men«), und hier steckt die These bereits im Untertitel: »How Cultures Flourish By Exploiting Men« (den Titel gibt’s auch auf Deutsch, aber ich habe ein englisches Exemplar).

        Im Kern geht es um folgendes: man kann das Verhältnis der Geschlechter als eine zweistellige Relation (»Männer«/»Frauen«) oder als eine dreistellige Relation (»Männer«/»Frauen«/Umwelt) betrachten, letztere genauer gesagt: Gesellschaft(»Männer«/»Frauen«)/Umwelt. Feministinnen sehen in historischer Perspektive fast ausschließlich die zweistellige Relation: Frauen werden von Männern »unterdrückt«. Was dabei völlig außer Betracht bleibt ist, dass menschliche Gesellschaften zum Zwecke des Überlebens als Gemeinschaft bestimmte Anpassungsleistungen erbringen müssen und dass die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung, die ein umso wichtigeres Mittel dazu ist, je weiter man in der Geschichte zurückgeht, über den größten Teil der Geschichte nicht dem freien Willen der Beteiligten unterliegt.

        Wenn man nun darin nur die »Unterdrückung der Frau« sieht, dann ist das schlicht und ergreifend nur die Hälfte der Wahrheit! In der römischen Maxime beispielsweise »Wenn Du Frieden willst, bereite den Krieg vor!« drückt sich kein »patriarchaler« Zynismus aus, sondern die damals einzige Möglichkeit, einen möglichst großen befriedeten Binnenraum zu schaffen (den »Römischen Frieden«, der als solcher zwar kein langfristiges Planungsziel war, aber ein Erfolg der betreffenden Maxime). Männer übernehmen ebenso wie Frauen einen geschlechtsspezifischen Anteil an den gesellschaftlichen Anpassungsanstrengungen der jeweiligen Gesellschaft, und sie bezahlen ihren eigenen, spezifischen *Preis* dafür. In den männlichen und weiblichen Lebenswelten prägt sich das sehr unterschiedlich aus. Aber »männliche Privilegien« in dem feministischen Sinne, der Männer (und zwar *alle* Männer) zu privilegierten »Nutznießern« dieser Arbeitsteilung erklärt, indem man die männlichen *Kosten* in ihr einfach übersieht, ist eine historische Einseitigkeit, die ich schon als böswillig zu betrachten geneigt bin (aber nicht von Dir persönlich).

        Der Feminismus ist hier mit seinen abfälligen Bemerkungen über »dead white males« u. ä. schlicht geschichtsblind geworden. Erst im Aufklärungszeitalter wird ein schlechterdings *alle* Menschen einschließender Weltfrieden überhaupt erst denkmöglich. Und erst dann konnte man auf die Idee verfallen, dass das massenhafte Sterben von Männern im Krieg (in zwei Jahren lässt Verdun grüßen) kein sinnvolles Lösungsverfahren mehr darstellt. Ein feministisches Wahrnehmungsstereotyp lautet: »Männer töten!«. Dass Männer gleichzeitig sterben, ohne gefragt zu werden, ob sie das wollen, fällt dabei unter den Tisch. Das ist der feministische »Blick nach oben«: als exemplarischer Täter-Mann wahrgenommen wird General Falkenhayn, der die »Blutmühle« von Verdun primär zu verantworten hatte.

        Der Blick auf die männlichen Opfer dagegen wird auch heute noch durch Hillary Clintons Bemerkung repräsentiert: »Women have always been the primary victims of war. Women lose their husbands, their fathers, their sons in combat.« [3] Das Sterben von Männern ist hier eine konstant gesetzte Randbedingung, der keine eigene Bedeutung zukommt. Erst wenn überlebende Kriegsopfer (hier gemeint: durch die Kriegserfahrung traumatisierte/sozialisierte Männer) ihrerseits zu Tätern werden (wie in den Freikorps der Weimarer Republik), geraten sie wieder in den feministischen Blick, wie speziell in Klaus Theweleits »Männerphantasien«, der die Freikorps zum Deutungsparadigma für »Männerbünde« schlechthin erhebt – was wiederum bis heute nachwirkt, wenn zum Beispiel Andreas Kemper die Männerbewegung unter die Perspektive von »rechten Kerlen« bringt (btw: auch Männer können ideologische Feministen sein).

        Das ist ein elend langes Thema, aber als Wahrnehmungsdefizit zugleich ein grundsätzlicher Konstruktionsfehler feministischer Theorien. Es ist wesentlich die Art, wie sich die feministische Wahrnehmung in ihren Grundbegriffen *selber programmiert*, die ich als »Ideologie« bezeichne.

        »Diesen Abwehrmechanismus immer sofort mit dem „aber-Männner-auch“-Argument um die Ecke zu kommen, empfinde ich allmählich ermüdend – was nicht heißt, dass ich sie inhaltlich nicht anerkenne. Ich verstehe nur nicht, weshalb „Aber-Männer-auch“ die Antwort auf die Benachteiligung von Frauen sein soll (funktioniert umgekehrt natürlich genauso wenig).«

        Eine Grunderfahrung, die zu dieser Reaktion (und viele Männer zum »Maskulismus«) führt, besteht nun einmal leider darin, dass feministische Standpunkte bei einer Artikulation männlicher Benachteiligungen nicht nur nicht hilfreich sind, sondern dass diese aktiv verleugnet und aktiv gesellschaftlich unsichtbar gemacht werden. Das geschieht zum einen in Form der allfälligen »mimimi/ male tearz«-Reaktionen, zum anderen in Form der institutionalisierten feministischen Politik (Männer »können nicht« vergewaltigt werden [1]) und Öffentlichkeit (z. B. Bascha Mikas Reaktion: »Ich wein‘ gleich« [2]), also sowohl im »Netz«, als auch in der Politik, als auch in der Öffentlichkeit der »repräsentativen« Medien.

        »Ich beschäftige mich zur Zeit tatsächlich auch mit den Problemen des Kapitalismus, aber das hat einfach zu weit geführt an dieser Stelle. Es geht hier zunächst um die Tatsache, dass die beiden Geschlechter unterschiedliche Voraussetzungen haben, beides unter einen Hut zu bekommen (bzw. unterschiedlich behandelt werden). Ich habe während dieser Debatte so oft gehört: es sind beide Eltern, warum haben sie nicht beide die gleichen Rechte. Sehe ich genauso. Aber bitte auch, wenn es darum geht, trotz Kindern arbeiten zu können. Da sollte einfach nicht zwischen Vätern und Müttern unterschieden werden.«

        Ich habe das ein paar Absätze weiter oben schon angesprochen: Struktureffekte, die das Verhältnis von Erwerbsleben und Familienleben betreffen, sind keine »Diskriminierungen« und nicht auf der Ebene des Verhältnisses von Männern und Frauen zu lösen. Es gibt keine gezielte Unterscheidung zwischen Vätern und Müttern, es gibt nur rationale Kalküle unter Randbedingungen, die gleichwohl (von Männern *und* Frauen) als »ungerecht« oder »unfair« bewertet werden können. Die wesentlichen Probleme, die sich her auftun, lauten in meinen Augen erstens: wer trägt die gesellschaftlichen Kosten für die »Reproduktionssphäre«? Und zweitens: wieviel Druck darf von der Erwerbssphäre für den Lebensunterhalt von Familien ausgehen. In den USA kursierte mal der Witz: »Bill Clinton hat zwei Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen!« – »Ja – und ich habe gleich vier davon!« Das meine ich mit »Struktureffekten«.

        »Ich bin auf die Frage, weshalb der zeitgenössische Feminismus notwendig ist, übrigens bereits in Teilen bei 1.4. eingegangen. Du tust übrigens so, als ob ich wissentlich der Frage mit den Scheinproblemen “aus dem Weg” ginge. Dir ist schon klar, dass ich die Themen des Feminismus nicht als Scheinprobleme ansehe, oder? So gesehen ist diese Bemerkung ein wenig… überflüssig?«

        Scheinprobleme sind in meinen Augen beispielsweise: das Bemühen um eine feministische »Sprachreform«, die Quote im Allgemeinen und die Quote für Aufsichtsräte im Besonderen, die übermäßig aufgeblasene Befassung mit »Gender«-Themen an den Universitäten, sowie ausdrücklich auch das Konzept der »Rape Culture«. *Kein* Scheinproblem ist in meinen Augen der »Sexismus« – hier bin ich nur der Meinung, dass das Thema in der Öffentlichkeit vollkommen einseitig und damit selbst sexistisch diskutiert wird.

        »Und ich äußere mich zu keinem Zeitpunkt bewertend über eine Quote.«

        Ich nehme das zur Kenntnis! 🙂 Es gibt genug andere Diskussionspunkte.

        »ich wiederhole es daher auch nicht, um es richtiger zu machen.«

        Habe ich jetzt verstanden! 🙂

        Ich habe auch kein Problem damit, wenn Du Dir nur einzelne Punkte zur Diskussion herausgreifst – ich habe auch nicht immer die Zeit, so ausführliche Postings wie hier zu verfassen.

        [1]: http://www.avoiceformen.com/sexual-politics/m-g-t-o-w/a-mgtow-journey-classification-declassified/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=a-mgtow-journey-classification-declassified
        [2]: http://www.cicero.de/berliner-republik/sexisten-sind-kommunikationsunfaehige-soziopathen/53338/seite/2
        [3]: http://clinton3.nara.gov/WH/EOP/First_Lady/html/generalspeeches/1998/19981117.html

      3. Eine notwendige Korrektur: Bascha Mikas »Publikumsbeschimpfung« heißt selbstverständlich »Die Feigheit der Frauen«, nicht »Die Freiheit der Frauen«!

  5. Wirkt etwas naiv und unbedarft, das Mädel.

    Dagegen zu argumentieren finde ich etwas anstrengend, nicht nur weil der Text sehr lang ist, sondern weil er halt wie von Djadmoros richtigerweise angemerkt viele unhinterfragte feministische oder konstruktivistische Axiome enthält. Eine in der Diskussion mit Antifeministen geübte Feministin müsste wissen, dass diese natürlich zur Disposition stehen und auch deren Argumente schon kennen und mitberücksichtigen.
    Dem scheint sich die Autorin nicht bewusst, entweder weil sie bereits mit ideologischen Vorannahmen (z.B. darüber, was eine „faire“ Verteilung ist) sozialisiert ist die sie noch nie hinterfragt hat, oder weil sie sich dem ersten Mal einem feminismuskritischen Diskurs stellt.

    Aber Respekt an Djadmoros, dass er sich die Arbeit wirklich macht. Ein paar Punkte könnte man ergänzen, auch wenn das eigentlich kalter, abgestandener Kaffee ist..

    Gender Studies scheint sie nicht zu studieren, sonst hätte sie wohl ein breiteres Verständnis von Genderforschung. Das Konzept Gender an sich stellt ersteinmal keinen Widerspruch zur Biologie auf, das stellt sie noch richtig fest. Die wissenschaftlich unhaltbare Behauptung einer Unabhängigkeit von Gender und Sex wird aber von Gendertheorerikern wie ihrer Ikone Judith Butler (die sollte man zumindest in Ansätzen verstanden haben, wenn man hier mitreden will) noch dadurch getoppt, dass auch das biologische „Sex“ als ein soziales Konstrukt verstanden wird. Dass eine (annähernde) Geschlechterdichotomie keine biologische Tatsache sei, ist durchaus Kernbestandteil vieler gendertheoretischer Ansätze.
    Dass Evolution sich zwar tief in die Ausdifferenzierung unserer Sexualorgane (und eigentlich ja auch des restlichen Körpers von Männern und Frauen) eingeschrieben hat, aber ausgerechnet das wichtigste Organ (auf dem der höchste Selektionsdruck lastete) unberührt lässt, ist eine weitere abstruse Fehlannahme, die die Autorin übernimmt.

    Weiter greift sie mit ein paar Zeitungsartikeln populärwissenschaftliche Mythen auf, wie z.B. das angebliche Pink-Blue-Reversal. Dieses hat es höchstwahrscheinlich nie gegeben, siehe dazu:
    (http://bsb-lab.org/site/wp-content/uploads/DelGiudice_2012_reversal_pink-blue_asb.pdf )
    Während man hinter Farbpräferenzen ja durchaus noch kulturelle Faktoren vermuten kann, ist hingegen die Spielzeugpräferenz interkulturell und auch bei Primaten (Affenmännchen bevorzugen übrigens auch eher blau, Weibchen rosa) ein Typ II Dimorphismus, wie schon in etlichen Studien gezeigt werden konnte.

    Das Verhältnis von Gleichstellung zu Gleichberechtigung (was in vielen Fällen einen Gegensatz darstelllt) müsste ihr auch nochmal jemand erklären. Und: Gleichstellung hieße nicht, dass Frauen einer Arbeit auf dem Bau entsprechende Tätigkeiten haben, die ähnlich bezahlt werden. Nein, das hieße dass sie Quoten in ebenso körperlich fordernden wie gefährlichen Berufen ausfüllen müssten. Nach Quotenforderungen für gefährliche Arbeiten, in denen Männer den Großteil aller (tödlichen) Arbeitsunfälle für die Gesellschaft auf sich nehmen, sucht man vergebens.

    Sie bedient sich natürlich auch des fundamentalen Attributionsfehlers: Frauen machen bessere Abschlüsse und ernähren sich gesünder, da Männer sich halt hier nicht genug Mühe geben.
    Probleme von Frauen bzw. Dominanz von Männern kann sie sich jedoch nur mit illegitimer Besitzstandwahrung und Diskriminierung erklären.

    Die Erklärungen die sie für den „Lebenserwartungs Gap“ angibt, sind zwar nicht falsch, aber eben längst nicht hinreichend.
    Die hohe Mortalität allein im Risikoverhalten zu suchen ist falsch, neben Erbkrankheiten spielen hier eben auch die Berufe eine Rolle. Gefährliche Berufe (Soldat, Bergbau, Konstruktion, Feuerwehr) werden Männern zugewiesen oder sind in ihren Anforderungen auf Männer zugeschnitten. Das Gesundheitswesen, insbesondere psychiatrische Behandlung erreicht Frauen besser als Männer, diese bekommen einfach Therapieplätze. 80-90% der Suizide gehen auf das Konto von Männern, will sie das auch unter „Risikoverhalten“ subsummieren?
    Nicht nur in der wilden Jugend, auch im Alter ist die Sterblichkeit von Männern immer noch höher, wofür auch Stressfolgeerkrankungen hauptverantwortlich sind.
    Stress ist der Killer Nummer eins, stressige und arbeitsreiche, (aber auch gesundheitsgefährdende) Berufe werden vor allem von Männern ausgefüllt (die meist dadurch Frauen versorgen)
    Auch landen Männer schneller auf der Straße, kommen bei gleicher Tat eher und länger ins Gefängnis, leider stärker unter Scheidungen und Entzug von Kindern (meist von Frauen iniiiert, die Prozesse werden von Frauen gewonnen.
    Hier also die Lebenserwartung (wohlweißlich?) allein mit dem Gesundheitsverhalten und Selbstverantwortung zu erklären, ist Zynismus.

    Der größte Fauxpas ist aber das Kleinmädchenargument „Den Feminismus gibt es nicht“ (aber DEN Antifeminismus schon?). Die Frage ist: wieso verteidigt sie IHN dann, wenn es ihn doch als kohärente Theorie gar nicht gibt? Diese selbstimmunisierende Scheinargument wurde doch schon tausendfach durchgekaut und von Feminismuskritikern entlarvt.
    Das will sie alles nicht gelesen haben?

    Das sind jetzt nur mal ein paar Punkte.

    1. „Wirkt etwas naiv und unbedarft, das Mädel!“ Das ist der Satz der sofort zeigt, wie wenig man bereit ist die Person ernst zu nehmen. Wie alt die Person ist, sofern volljährig, welches Geschlecht, welche Herkunft, welche Hautfarbe usw. sollte für die Diskussion keine Rolle spielen. Dennoch wird sofort sowas in Spiel gebracht? Warum? Um die Person als Diskussionspartnerin gleich mal zu entwerten? Weiter unten hat elmardiederichs Respekt einfordert. Gilt der nicht für alle?

    2. Lieber Hägar,

      ich werde mir zumindest kurz die Mühe machen auf einige Punkte einzugehen. Sorry, wenn ich mich dabei teilweise sehr kurz fasse!

      „Gender Studies scheint sie nicht zu studieren, sonst hätte sie wohl ein breiteres Verständnis von Genderforschung. “
      >> Ich habe den Artikel von zwei studierten Menschen aus dem Bereich gegen lesen lassen. Mir ist vollkommen bewusst, dass meine Antwort nicht allumfassend ist, das FAQ ist auch nicht für Menschen mit fundiertem Wissen gedacht, sondern für den Ottonormal-Ich-Weiß-Eigentlich-Gar-Nicht-Worums-Geht-Aber-Argumentiere-Trotzdem-Mal-Dagegen-„Antifeministen“.

      „Sie bedient sich natürlich auch des fundamentalen Attributionsfehlers: Frauen machen bessere Abschlüsse und ernähren sich gesünder, da Männer sich halt hier nicht genug Mühe geben.“
      >> Habe ich nie so behauptet und das sehe ich auch überhaupt nicht so. Ich beobachte in dieser Debatte immer wieder, wie mir Worte in den Mund gelegt werden, die weniger mit meinem Artikel als mit den Vorurteilen des Kritikers zu tun haben. Ich sehe es beispielsweise als gesellschaftliches Problem, dass Mädchen und Jungen unterschiedlich erzogen werden und so tendenziell unterschiedlich beispielsweise mit ihrer Gesundheit umgehen. Das hat nichts damit zu tun, dass Männer sich nicht genug Mühe geben würden.

      „Die hohe Mortalität allein im Risikoverhalten zu suchen ist falsch, neben Erbkrankheiten spielen hier eben auch die Berufe eine Rolle. Gefährliche Berufe (Soldat, Bergbau, Konstruktion, Feuerwehr) werden Männern zugewiesen oder sind in ihren Anforderungen auf Männer zugeschnitten. “
      >> Hier unterscheiden sich unsere Ansichten gar nicht großartig voneinander. Ich finde es sogar sehr schwierig, dass es „typisch männliche“ (bzw. „typisch weibliche“) Berufe gibt. Das ist für mich eins der vielen Puzzle-Teile der unterschiedlichen Erziehung und Rollenverständnisse die für Mädchen/Frauen und Jungen/Männer. Das fängt ja schon im Kindergarten an: warum werden Jungenspielsachen abenteuerlich beworben und Mädchenspielsachen häuslich? Ich gebe Geschlechterstereotypen die Schuld für solche geschlechtsspezifischen Berufszuschnitte.

      „Der größte Fauxpas ist aber das Kleinmädchenargument “Den Feminismus gibt es nicht” (aber DEN Antifeminismus schon?). Die Frage ist: wieso verteidigt sie IHN dann, wenn es ihn doch als kohärente Theorie gar nicht gibt?“
      >> Der größte Fauxpas eines Kritikers: sich selbst etwas zusammen reimen, das ich so nicht sage und so auch nicht meine. Es gibt keinen universellen Feminismus (mein Artikel spiegelt MEINE Auffassung wider, bzw. meinen Eindruck, und das habe ich auch ausdrücklich so gesagt) und es gibt (auch in meinen Augen) keinen universellen Antifeminismus (das wird spätestens in meinem Nachwort deutlich).
      Was du dir als „Kleinmädchenargument“ erdichtest, hat viel mehr mit deinen (offenbar einschlägigen) Erfahrungen und Fantasien zu tun, die glauben zu wissen, was ich denke und sagen will – ohne den Text einfach so wie er da steht warzunehmen.

      Liebe Grüße,
      Muschimieze

      1. „Es gibt keinen universellen Feminismus“

        Viele der Schreiber hier rekrutieren sich aus der Leserschaft von Christians Blog „Alles Evolution“. Dort gab es neulich einen Richtungsstreit, ob und wann pauschale Kritik am Feminismus gerechtfertigt ist. Ich werde hier noch einmal meine Position darlegen, obwohl es auch sehr viele Gegenstimmen gab.

        Die Diskussion findet sich hier:

        https://allesevolution.wordpress.com/2014/04/30/den-feminismus-gibt-es-nicht-es-sei-denn/

        Dort schrieb ich:

        Die beiden im Westen derzeit vorherrschenden feministischen Strömungen sind der Dworkin/Schwarzer-Radikalfeminismus der zweiten Welle und der radikal sozialkonstruktivistische PC-Gender-Feminismus der dritten Welle. Beide sind auf ihre Art tendenziell totalitär, paternalistisch und stehen auf Kriegsfuß mit elementaren freiheitlichen Prinzipien des liberalen Rechtsstaates.

        Und da dies der Fall ist, ist es mMn durchaus angemessen, diese Schwäne auch mal weiß zu nennen.

        Auch wenn sich irgendwo ein Schwarzer rumtreibt.

        (…)

        Für jede Diskussionsebene gibt es ein angemesses Differenzierungsniveau.

        Wenn wir uns über die Gefahr unterhalten, die “der Feminismus” für solche Banalitäten wie das Prinzip der rechtlichen Gleichheit darstellt, dann ist es für diese Diskussion in erster Instanz erst einmal egal, ob man damit den Feminismus der (zweiten oder dritten) Welle, Schwarzer oder Femen meint.

        Sobald man dann dazu übergeht, sich über die theoretische Tiefenstruktur dieser Feminismen zu unterhalten, die derartige Ansichten erst ermöglicht, dann, ja dann, können und müssen wir differenzieren.

        Aber ich kann nicht jeder Aussage zum Thema einen ideengeschichtlichen Abriss voranstellen.

        Peter ergänzte:

        Odysseus sagte dem Zyklopen, bevor er ihm sein Auge ausstach: Mein Name ist Niemand. Und als der Zyklop, geblendet, um Hilfe rief, sagte er: Niemand hat mir ein Leid getan. Die Moral von der Geschicht?

        In einem politischen Kampf muss der Gegner einen Namen haben.

        und Nick schrieb:

        Stimmt schon, und insofern ist es eigentlich auch unnötig vom “vorherrschenden Feminismus” zu sprechen: Ein undifferenziert verwendeter Begriff meint in aller Regel die Regel, und nicht die Ausnahme.

        Allerdings lässt man so “NAFALT!” und “DFGN!”* von vornherein ins Leere laufen: Es interessiert nicht, dass es auch schwarze Schwäne gibt, wenn es um die Wirkmächtigkeit der mehrheitlich (weißen) Schwäne geht.

        Damit hat man den Deutungsrahmen bzw. den Frame gesetzt: Die Feministin mag sich durchaus sehr dafür interessieren, ob ein klassisch-radikalfeministischer oder ein poststrukturalistischer Ansatz vertreten wird. Für den Männerrechtler ist diese Differenzierung aber belanglos, DerMann als DasPöse ist für ihn die entscheidende Schnittmenge. Also: vorherrschender oder auch hegemonialer Feminismus.

        NAFALT und DFGN sind auch Strategien, Feminismus in ein anderes Frame als das eigentlich Diskutierte zu stellen. Derailing, sozusagen.

        *)”Den Feminismus Gibts Nich”

        Das nur als Erklärung der undifferenzierten Feminismuskritik, die du hier teilweise vorfinden wirst.

      2. „Es gibt keinen universellen Feminismus“

        Viele der Schreiber hier rekrutieren sich aus der Leserschaft von Christians Blog „Alles Evolution“. Dort gab es neulich einen Richtungsstreit, ob und wann pauschale Kritik am Feminismus gerechtfertigt ist. Ich werde hier noch einmal meine Position darlegen, obwohl es auch sehr viele Gegenstimmen gab.

        Die Diskussion findet sich hier:

        https://allesevolution.wordpress.com/2014/04/30/den-feminismus-gibt-es-nicht-es-sei-denn/

        Dort schrieb ich:

        „Die beiden im Westen derzeit vorherrschenden feministischen Strömungen sind der Dworkin/Schwarzer-Radikalfeminismus der zweiten Welle und der radikal sozialkonstruktivistische PC-Gender-Feminismus der dritten Welle. Beide sind auf ihre Art tendenziell totalitär, paternalistisch und stehen auf Kriegsfuß mit elementaren freiheitlichen Prinzipien des liberalen Rechtsstaates.

        Und da dies der Fall ist, ist es mMn durchaus angemessen, diese Schwäne auch mal weiß zu nennen.

        Auch wenn sich irgendwo ein Schwarzer rumtreibt.

        (…)

        Für jede Diskussionsebene gibt es ein angemesses Differenzierungsniveau.

        Wenn wir uns über die Gefahr unterhalten, die “der Feminismus” für solche Banalitäten wie das Prinzip der rechtlichen Gleichheit darstellt, dann ist es für diese Diskussion in erster Instanz erst einmal egal, ob man damit den Feminismus der (zweiten oder dritten) Welle, Schwarzer oder Femen meint.

        Sobald man dann dazu übergeht, sich über die theoretische Tiefenstruktur dieser Feminismen zu unterhalten, die derartige Ansichten erst ermöglicht, dann, ja dann, können und müssen wir differenzieren.

        Aber ich kann nicht jeder Aussage zum Thema einen ideengeschichtlichen Abriss voranstellen.“

        Peter ergänzte:

        „Odysseus sagte dem Zyklopen, bevor er ihm sein Auge ausstach: Mein Name ist Niemand. Und als der Zyklop, geblendet, um Hilfe rief, sagte er: Niemand hat mir ein Leid getan. Die Moral von der Geschicht?

        In einem politischen Kampf muss der Gegner einen Namen haben.“

        und Nick schrieb:

        „Stimmt schon, und insofern ist es eigentlich auch unnötig vom “vorherrschenden Feminismus” zu sprechen: Ein undifferenziert verwendeter Begriff meint in aller Regel die Regel, und nicht die Ausnahme.

        Allerdings lässt man so “NAFALT!” und “DFGN!”* von vornherein ins Leere laufen: Es interessiert nicht, dass es auch schwarze Schwäne gibt, wenn es um die Wirkmächtigkeit der mehrheitlich (weißen) Schwäne geht.

        Damit hat man den Deutungsrahmen bzw. den Frame gesetzt: Die Feministin mag sich durchaus sehr dafür interessieren, ob ein klassisch-radikalfeministischer oder ein poststrukturalistischer Ansatz vertreten wird. Für den Männerrechtler ist diese Differenzierung aber belanglos, DerMann als DasPöse ist für ihn die entscheidende Schnittmenge. Also: vorherrschender oder auch hegemonialer Feminismus.

        NAFALT und DFGN sind auch Strategien, Feminismus in ein anderes Frame als das eigentlich Diskutierte zu stellen. Derailing, sozusagen.

        *)”Den Feminismus Gibts Nich”“

        Das nur als Erklärung der undifferenzierten Feminismuskritik, die du hier teilweise vorfinden wirst.

  6. Die Aufforderung zu respektvollem Umgang durch zuerstmensch finde ich super. Weniger super finde ich, dass die Autorin diese Aufforderung schon in ihrer Einleitung kolossal einreißt. Sorry, aber wie kann man jemanden mit Respekt behandeln, der sowas von herablassend daherkommt?

    1. Der nachdenkliche Mann schreibt: “ Sorry, aber wie kann man jemanden mit Respekt behandeln, der sowas von herablassend daherkommt?“ Weil man durchaus auch Verhalten dass man nicht in Ordnung findet, mit respektvollem Verhalten beantworten kann. So nach dem Motto: „Wer dich nicht wertschätzt, den behandle mit voller Achtung“. Warum? Weil der Person dann meist ihr deplaziertes Verhalten bewusst wird. Im anderen Fall erzeugt man aber nur Abwehr und der Dialog ist zu Ende.

    2. Lieber nachdenklicher Mann,

      ich bin grundsätzlich ein gesprächsbereiter und respektvoller Mensch. Daher habe ich mir im Vorfeld auch einige Gedanken zu dieser Einleitung gemacht. Ich habe mir genau überlegt, an wen dieser Artikel adressiert und gerichtet ist. Er gilt nicht allen Männern, er gilt auch nicht allen Maskulisten/Männerrechtlern, er gilt nicht mal allen Antifeminsten/innen. Er stellt die Antwort dar, auf die Art von selbsternannten „Antifeministen“ die mir schon fast den letzten Nerv geraubt haben. Ich wollte endlich eine halbwegs verständliches, Basic-Antwort-Repertoire. Im Nachwort habe ich explizit gesagt, dass diese zugegeben bissige Einleitung lediglich auf eine bestimmte Art von unreflektierten Antifeministen gemünzt ist – und eben nicht auf die Art, die sich mit den meisten Fragen bereits eingehend beschäftigt hat.
      Dass diese Einleitung dennoch für einige Missverständnisse geführt hat, habe ich wohl rückblickend betrachtet wissentlich in Kauf genommen und ich kann an dieser Stelle nicht viel mehr tun, als wiederholt auf das Nachwort zu verweisen, das definitiv vom ganzem Herzen so gemeint ist, wie es dort von mir ausformuliert worden ist.

      Ich muss auch dazu sagen, dass kaum ein Mann der hier auf dieser Seite schreibt, als Adressat dieses FAQ in Frage käme.

      Liebe Grüße!
      Muschimieze

  7. Nachfolgend mein Kommentar zu dem Beitrag:

    Liebe Erklaehrmize,

    ich wuerde gernde die Gelegenheit nutzen, welche Sie dankenswerterweise all denjenigen bieten, welche Kritikpunkte am Feminismus haben und diese auf konstruktive Art aeussern koennen, und meine Punkte zu Ihrem Artikel aeussern. Zuvorderst moechte ich feststellen das ich ihren Artikel in gaenze gelesen habe und sehr erfrischend fand, denn ich konnte mich in den meisten Punkten wiederfinden, jedoch wie immer bei einer geisteswissenschaftlichen Disskussion, im Gegensatz zu meinem Taetigkeitsfeld in der Raumfahrttechnik, gibts es keinen allgemeinen durch mathematische Methoden erarbeitbaren Konsens, sondern es gibt auch Punkte an denen man diametral gegenuebersteht und welche sich nicht aufloesen lassen, da die zugrundeliegende Geisteshaltung sich nicht kombinieren laesst, da es aber bei einigen anderen Punkten schon hilft eine andere Sichtweise oder eigene Erfahrungen zu offenbaren, hoffe ich, dass die nachfolgenden Punkte die Disskusion vllt. befruchten.

    Zum Einen direkt zu dem auch hier in den Kommentaren am haeufigsten diskutierten Thema mit „dem“ Feminismus/Antifeminismus, passend dazu ein Kommentar von einer mir gerade nicht einfallenden Frauenrechtlerin, dass es genau so viele Feminismen gibt, wie es Frauen auf der Welt gibt. Dies steht meiner Meinung nach ausserfrage, da jeder Mensch sich perse seine eigenen Gedanken macht, jedoch finde ich diesen Umstand (die Uneindeutigkeit) gerade in der Hinsicht problematisch, da dadurch jede Kritik im Keim erstickt wird, da jede Kritik an Aeusserungn, moegen sich noch so Menschenverachtend sein (Ja die gibt es und ich steuere auch gerne eine Sammlung anbei, sofern verlangt, jedoch bin ich mir auch wohl bewusste, dass es genauso eine Sammlung an Aeusserungen von Menschen gibt welche den Feminismus kritisieren welche nicht minder Menschenverachtend sind) dadurch abgeschmaettert wird, dass eben diese Aeusserung nicht den eigenen Feminismus wiederspiegelt und wenn dann der eigene Kommentar wie so oft in anderen Blogs von eben der sich menschenverachtend aeussernden Bloggerin blockiert wird, geht jede Kritik unter, was dazu fuehrt, das viele Menschen anfangen den Feminismus im Allgemeinen zu kritisieren. Denn ich moechte hier anmerken, das dein Blog ja nicht singulaer im Raum steht sondern mit anderen zum Beispiel ueber die Maedchenmannschaft vernetzt ist und viele dieser Feministinnen und Feministen wuerden vielen Punkten von dir nie zustimmen, jedoch findet nahezu kein kritischer Ausstausch ueber die Sichtweisen statt und dadurch sollte man sich nicht wundern wenn man in einen Topf geworfen wird. Denn meiner Meinung nach ist es essentiell, dass wenn man andere Sichtweisen oder Definitionen als die Meinungsfuehrinnen und Meinungsfuehrer hat, dass man eben jene auch kritisiert fuer deren Sichtweisen. Aber gerade das findet bewusst nicht statt und wird mit der viel beschworenen „Sisterhoot“ begruendet. Dies ist eine Sichtweise, welche, nach meiner Meinung, heutzutage nicht mehr legitim ist, denn Feminismus ist ein teil der Gesellschaft und ein „Backlash“ zurueck zu zuestaenden welche wir Mitte des letzten Jahrhundert hatten ist ernsthaft voellig abwegig. Was meiner Logik nach dazu fuehrt, dass wenn man nicht auch Kritik an Vorbildern des Feminismus und anderen Feministinnen und Feminsten uebt, deren Meinungen ja teilweise ihren deutlich Wiedersprechen, sich bedingt mitschuldigt macht an den Auesserungen dieser.

    Jetzt habe ich schon verdammt viel geschrieben und trotzdem kaum was gesagt, jedoch ist es mir wichtig, dass ich mich bemuehe darzulegen offen und so frei wie eben moeglich unbenommen zu argumentieren. Nachfolgend versuche ich mich kurz zu fassen.

    1. In der Diskussion um die songenannte Gender „gerechte“ Sprache finde ich mich „systematische sexistsch dskriminiert“, da hier oft, zum Beispiel von Antje Schupp geaeussert wird, das man das generische Femininum einfuehren muesste fuer die naechsten ca. 200 Jahre, da die Frauen ja ihrer Meinung nach seit Jahrtausenden diskriminiert werden. Also ich bin Mitte 20 und habe dementsprechend noch keine Jahrtausende Frauen diskiminiert und so weit ich es beurteilen kann in den letzten 20 Jahren auch nicht bewusst (ich bin seit der Schulzeit mit meiner ersten Freundin zusammen und wir leben eine gleichberechtigte Beziehung, wobei ich deutlich mehr Haushalt mache weil ich offensichtlich ein grosses Problem mit Schmutz habe 😉 ) und waehrend meiner Schulzeit und meines Studiums wurde nahezu immer die beidgenannte Form gewaehlt (Buergeinnen und Buerger) wodurch ich meines Erachtens nach nicht sprachlich deutlich bevorzugt wurde. Weshalb soll es dann gerecht sein mich sprachlich fortan zu „diskriminieren“? Denn nun wird im Allgemeinen die Argumentation extrem diffus, zumeist wird, wenn darauf ueberhaupt eingegangen wird, argumentiert, dass ich die Bevorzugung von meinem Vater und dessen Vater etc. erben wuerde, was extrem abwegig ist und mich sehr an die Rassenideologie der Nazionalsozialisten etc. erinnert. Ausserdem ist es Fakt, dass mein genetisches Material, wie bei jedem Menschen, zu 50% von jedem Elternteil kommt und ich somit auch die „diskriminierten“ Gene von meiner Mutter und die „bevorzugten“ Gene meines Vaters in mir trage. Es eruebrigt sich zu erwaehnen, dass das ganze Konzept von mit Schuld oder sonstwie beladenen Genen voellig abwegig ist und in der Mitte des letzten Jahrhunderts zu der groessten Katastrophe der Menschheitsgeschichte gefuehrt hat. Ich stelle hier nochmal fest, dass Sie nicht so argumentierst oder aehnliches forderst, es ist nur eine Erwiederung auf das nicht „systematisch sexistisch diskriminiert“ werden von Maennern. Denn die oben erwaehnte Forderung ist salongfaehig, was man an der Aenderung der Grundordnung von verschiedenen Universitaeten gesehen hat und auch in einigen Blogbeitraeg ausserdem ist auch die Schreibweise mit dem Binnen-I aehnlich, da das Hauptargument dafuer ist, das Frauen im generischen masculinum ueberlesen wuerden, was aber genauso andersherum passiert wenn man laengere Texte mit Binnen-I liesst und vorallem vorliesst. Aber hier kommt sicherlich das vorher schon zu recht kritisierte Argument, des patriarchaen Systems.
    Ich hab noch etliche Punkte, ueber die Handhabung von Tatvorwuerfen mit sexuellen Hintergund in den Medien und besonders an amerikanischen Hochschulen und die dadurch faktische Aushebelung der Unschuldsvermutung, die immer mehr zunehmende Gewalt von Frauen gegen Maenner in Film und Fernsehen und die Verherlichung und Bestaerkung eben dieser, obwohl oder vllt. gerade weil jede Produktionsfirma in Hollywood mehrere Feministinnen und Feministen eingestellt hat um Gewalt und Sexismus gegen Frauen zu unterbinden (Es gibt beinahe keine einzige amerikanische TV-Serie in der nicht Frauen Maenner schlagen und dies als vollkommen normal dargestellt wird.) etc. pp.

    Worauf ich hinaus moechte ist, dass es moeglicherweise Zeit wird, dass Konzept des umfassenden Patriarchats zu ueberdenken und eine emotionsfreie Ist-Analyse des derzeitigen Zustandes der Gleichberechtigung in Deutschland anzufertigen. Ich vermute, sofern objektiv durchgefuehrt, offenbart sich ein sehr divergentes Feld an ganz unterschiedlichen Benachteiligungen und aber auch Uebervorteiligungen von Frauen und Maennern. Und wenn ich ganz offen sprechen darf, moechte ich feststellen, dass es gerade fuer unsere Generation sehr fatal ist, wenn man noch Gedankenkonstrukte (das allumfassende Patriarchat) verwendet von teilweise verfaelschten aber auch faktisch realen Zustaenden aus dem letzten Jahrhundert. Denn einer Frau Schwarzer kann man es teilweise, wobei extrem schmerzhaft, nachsehen wenn sie im 21. Jahrhundert Sprueche von sich gibt, dass ein Mann in Salzsaeure ein geloestes Problem ist, da sie in den 60er-70er Jahren, wie viele Menschen aus der Frauenbewegung, hasserfuellten Kommentaren aus der „Mitte der Gesellschaft“ ausgesezt war.

    Meine heutzutage gewonnenen Erfahrungen spiegeln wieder, dass ich von der Gesellschaft (z.B. in Form von Diskussionsrunden oder sogar oeffentlichen Sitzungen waehrend meines Studiums zu Studiensatzungsaenderungen) im besten Fall ueberschriehen werde, im schlimmsten Fall Beleidigungen und Bedrohungen ausgesezt werde, wenn ich zum Beispiel anmerke, dass auch fuer so ein verachtenswertes Verbrechen wie Vergewaltigungen, die Unschuldsvermutung gilt und die Exmatrikulation nur bei Aeusserung eines Verdachts (und somit die Existensvernichtung, wenn man beachtet dass ein Student in den USA ueber 200.000 Dollar Studienkreditsschulden hat) wie in den Staaten mitlerweile ueblich, das Rechtssystem unterminiert und ein eklatanter Verstoss gegen das Menschenrecht ist. Also koennte ich meinerseits feststellen das ein Matriarchat an amerikanischen Hochsulen herschen wuerde und dadurch Frauen nicht mehr sexistisch auf dem Campus diskriminiert werden koennten, was natuerlich voellig abwegig ist, aber Sie verstehen hoffentlich worauf ich hinaus moechte. Und ich kann Ihre Situation betreffend der sexistischen Alltagsdiskriminierung weder beurteilen noch bewerten, jedoch kann ich meinerseits Festellen und da sind Wir uns vermutlich einig, dass es nicht die Maenner sind, welche dieses Verhalten an den Tag legen sondern, eine Teilmenge, zu dessen groesse ich mich nicht aeussern kann. Was meiner Meinung dazu fuehrt, dass es offensichtlich primaer ein Problem betreffend des Verhaltens einer Gruppen von Maennern macht. Denn Wir sind uns auch in dem Punkt sicherlich einig, dass egal wie die Situation aussehen wuerde, auch wenn keinerlei Sanktionen zu befuerchten waere ein nicht kleiner Teil der Maenner sich einer Frau nicht unangebracht naehern wuerde. Und falls Sie den letzten Punkt nicht bejahren wuerden, moechte ich bei allem Respekt feststellen, dass ich Ihrem Feminismus gegenueber ein Antifeminist werden wuerde.

    Vielen Dank fuers lesen und veroeffentlichen und Entschuldigung fuer die Rechtschreibung (mein Germany Spell Check funktioniert nicht)

    1. Lieber Michael,

      ich habe mich sehr über deinen Kommentar gefreut und werde auf meiner Seite ausführlicher auf ihn eingehen! Er zählt in jedem Fall zu den konstruktivsten Beiträgen zu meinem Artikel und hat mir einige Denkanstösse geschenkt.
      Es würde mich freuen, wenn du dir meine Antwort bei Gelegenheit durchliest (ich hoffe, dass ich heute noch dazu kommen werde!!).

      Liebe Grüße,
      Muschimieze

  8. Ich habe dort mal das kommentiert (wartet noch auf Freischaltung)

    “Gegenfrage: Wie kann man eine naturwissenschaftliche mit einer geisteswissenschaftlichen Disziplin vergleichen? Ist das überhaupt möglich?”

    Natürlich, indem man die passenden Studien wertet. Was du meinst scheint auf eine Art “Sphärentrennung” hinauszulaufen, wonach die beiden eben nebeneinander stehen müssen.
    Ich habe dazu hier mal etwas geschrieben
    http://allesevolution.wordpress.com/2011/11/19/machtmittel-im-diskurs-disziplinverstandnis/

    Einen Überblick, warum man biologische Grundlagen bei dem geschlechterthema einbeziehen muss, findest du hier:
    http://allesevolution.wordpress.com/2013/05/08/ubersicht-biologische-begrundungen-zu-geschlechterunterschieden/

    Du hast recht, wenn du sagst, dass Geschlechterrollen einengend wirken können. Das bedeutet aber nicht, dass man sie unbedingt aufheben kann.Es reicht meiner Meinung nach, gegen einen zu starken Konformitätszwang zu sein
    http://allesevolution.wordpress.com/2014/02/10/geschlechterrollen-haufungen-wird-es-immer-geben-dies-darf-aber-keinen-konformitatszwang-erzeugen/

    “3.4. Weshalb verleugnen Feministinnen Sexismus gegenüber Männern?”

    Das ist eine sehr einfache Sicht der Dinge. Rollen privilegieren aber beide Geschlechter in verschiedenen Punkten, wenn du schon darauf abstellen willst.
    Es ist häufig eine Frage der Perspektive: Mehr Geld zu verdienen kann ein Privileg sein, aber mehr Geld verdienen zu müssen und dafür verantwortlich zu sein kann auch schlicht eine sehr drückende Last sein, mehr Zeit mit den Kindern verbringen zu können und von der erwerbstätigkeit freigestellt zu sein kann ebenso ein Privileg sein.
    Hier auch noch was zur Strukturellen Diskriminierung
    http://allesevolution.wordpress.com/2014/01/31/strukturelle-diskriminierung/

    und zur Privilegientheorie:
    http://allesevolution.wordpress.com/2011/08/18/kritik-manner-sind-privilegiert/

  9. Diese Dame hat das Problem was viele Feministinnen haben, ihnen mangelt es an theoretischem Tiefgang. Irgendwie wird alles im Leben von Frauen und Männern (Gesundheit, job, Erziehung, paarungsverhaltem ect.) angerissen, aber nie in einem Bereich detailliert. Und wenn ich mich einem Thema nur aus einem Blickwinkel nähere, dann steht ja schon vorher mein Ergebnis fest. Feminismus ist nichts weiter als Auftragsforschung mit dem Ziel den klaren Blick bzw. Den Blick aufs ganze zu vernebeln.

    Patriachat schadet den Frauen kollektiv und den Männern individuell?! Ja wer profitiert dann vom Patriarchat?

    1. Lieber Teardown,

      hast du auch ein Argument, oder nur allgemeine Wischiwaschikritik, bei der niemand weiß, was du eigentlich genau sagen willst? Da fehlt mir nicht nur theoretisch der Tiefgang, sondern ganz praktisch der Inhalt!

      Liebe Grüße,
      Muschimieze

      PS. Wo nimmst du diese Aussage mit dem Patriarchat her? Kann mich nicht erinnern sowas in der Art irgendwo geäussert zu haben. Oder war das jetzt ebenfalls „nur so“/“ganz allgemein“? 😉

      1. Na toll, jetzt hat mein Browser meine ellenlange Antwort geschluckt. Umfangreiche Antwort daher erst in den nächsten Tagen. Bis dahin meine Frage an dich:

        Hast du eigentlich ernsthaft für dein FAQ recherchiert? Mein Thema war jetzt dein Abschnitt über Gesundheit. Wusstest du zB. das Frauen schon immer eine höhere Prävalenz fur Adipositas haben als Männer? Ist dir bekannt, das Genußgifte den weiblichen Körper bei geringeren Dosen stärker schädigen als den männlichen und man dies in eine Betrachtung des Lebensstils einfließen lassen müsste? Hast du dir Gedanken gemacht, gerade im Hinblick auf die Tatsache das die sozioökonomischen Faktoren einen Viel größeren Einfluss auf die Männergesundheit haben als bei Frauen? Kann die geringere Lebenszeit daher etwas mit der berufstätigkeit zu tun haben? ZB: Das Männer auf die Lebenszeit gesehen mehr arbeiten als Frauen, weniger krankheitstage haben, häufiger und weiter pendeln, eine höhere Bereitschaft zu Schichtarbeit und Überstunden aufweisen, eher in Bereichen körperlicher Arbeit bzw. Selbstausbeuterischen Jobs unterwegs sind, aufgrund ihrer Sozialisation ein mechanistisches Verhältnis zu ihrem Körper haben, der funktionieren muss um Ressourcen zu generieren?

        Das Männer für ihre Arbeit mehr verdienen als Frauen und dies vielleicht mit weniger Lebenszeit bezahlen? Das Feministinnen ihnen noch ihre Aufopferung als Frauen Diskriminierung vorwerfen? Dass wir in den letzten Jahrzehnten eine beispiellose Abwertung Körperlicher Tätigkeiten erlebt haben vielleicht auch damit zu tun hat, dass wir nur noch die ( Schreibtisch ) Karriere als erstrebenswert ansehen, weil gerade die von Frauen präferiert wird?

        Solche Fragen kann man natürlich nicht stellen, wenn vorher schon der eigene Blickpunkt feststeht. Ich könnte das an jedem deiner Punkte durchexercieren. Wer nur den mann als Gewinner sieht, der sieht nicht sein Opfer und die eigene weinliche priviligierung, die darin besteht, das man eben nicht so anpacken muss wie ein Mann.

      2. “ Wusstest du zB. das Frauen schon immer eine höhere Prävalenz fur Adipositas haben als Männer? “
        >> Ändert ja trotzdem nix daran, dass in Deutschland mehr Männer als Frauen übergewichtig sind. Ist ja keine bewertende Anschuldigung, sondern einfach nur eine Tatsache, die mitverantwortlich für die Durchschnittslebenserwartung ist.
        http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/52960/Deutsche-Maenner-neigen-haeufiger-zu-Uebergewicht-als-Frauen

        „Ist dir bekannt, das Genußgifte den weiblichen Körper bei geringeren Dosen stärker schädigen als den männlichen und man dies in eine Betrachtung des Lebensstils einfließen lassen müsste?“
        >> Das ändert ja nichts an der Tatsache, dass Männer tendenziell (auch hier nicht die Sprache von allen), vor allem in ihrer Jugend, exzessiver mit Rausch- und Genussmitteln umgehen. Im Gegenteil, es verstärkt das Argument sogar, schliesslich können Frauen demnach weniger schadenfrei konsumieren und leben trotz dieser Einschränkung gesünder…

        „Hast du dir Gedanken gemacht, gerade im Hinblick auf die Tatsache das die sozioökonomischen Faktoren einen Viel größeren Einfluss auf die Männergesundheit haben als bei Frauen?“
        >> Ja, durchaus. Steht auch explizit im Artikel, dass die Arbeitsverteilung auf Mann und Frau dazu beitragen kann, dass die Last und Druck der Arbeit nicht mehr allein auf den Schultern des Mannes liegen muss und er sich für die Familie alleine kaputt arbeiten muss.

        Schade, dass auch du mir wieder mehr Sachen in den Mund legst, als auf tatsächliche Statements von mir einzugehen…

    1. >>“Ändert ja trotzdem nix daran, dass in Deutschland mehr Männer als Frauen übergewichtig sind. Ist ja keine bewertende Anschuldigung, sondern einfach nur eine Tatsache, die mitverantwortlich für die Durchschnittslebenserwartung ist.“

      Nee eben nicht. Übergewicht wird mittlerweile sogar als lebensverlängernd angesehen, lustig genau unter deinem Artikel wird ein solcher Beitrag verlinkt. Deswegen spreche ich von Adipositas, also die krankhafte Verfettung des Körpers und die ist in der Tat lebensverkürzend und da sind Frauen in allen Altergruppen und schon seit Jahrzehnten führend bzw. die Unterschiede sind nicht signifikant.
      Des Weiteren, aber hierzu habe ich selbst keine Infos, dürften bei Essstörungen wohl Frauen vorne liegen. Wenn du sagst Männer sind öfter übergewichtig, dann sage ich Frauen sind öfter untergewichtig. Aber dazu liegen mir keine Daten vor.

      >>“Das ändert ja nichts an der Tatsache, dass Männer tendenziell (auch hier nicht die Sprache von allen), vor allem in ihrer Jugend, exzessiver mit Rausch- und Genussmitteln umgehen. Im Gegenteil, es verstärkt das Argument sogar, schliesslich können Frauen demnach weniger schadenfrei konsumieren und leben trotz dieser Einschränkung gesünder…

      Auch hier nochmals: Du kannst einen Trinker und eine Trinkerin, einen Raucher und eine Raucherin nicht a priori vergleichen, weil die „Tatsache das“ eben aufgrund körperlicher Merkmale unterschiedliche Schädigungen hervorruft. Weibliche Körper reagieren empfindlicher auf Rauschgifte, geringere Dosen haben schwerwiegendere Auswirkungen als bei Männern. Das ändert zwar nichts an den Umstand das Männer häufiger Genußgifte konsumieren, relativiert aber den Schädigungsgendergap. Deinen zweiten Satz verstehe ich nicht.

      >>“ Ja, durchaus. Steht auch explizit im Artikel, dass die Arbeitsverteilung auf Mann und Frau dazu beitragen kann, dass die Last und Druck der Arbeit nicht mehr allein auf den Schultern des Mannes liegen muss und er sich für die Familie alleine kaputt arbeiten muss.“

      Ja nee eben nicht.
      Erstens, Frauen haben (heute, nicht vor vierzig Jahren) immernoch weniger Bereitschaft zur Schicht-/Mehr-/Körperlich-anspruchsvoller Arbeit. In der FAZ war vor kurzem ein Artikel, dass sich der Arbeitsmarkt (bzw. die Jobpräferenzen) in den letzten vierzig Jahren zwischen den Geschlechtern null geändert haben, teilweise sogar weiter auseinandergegangen sind. Ein Gleisbauer wird daher auch in Zukunft in 99,99 Prozent der Fälle ein Mann sein.
      Zweitens, es gibt immer mehr Ärztinnen und somit immer mehr Ärzte insgesamt, trotzdem gibt einen Ärztemangel. Warum? Weil die Frauen nicht die weihnachtliche Nachtschicht machen wollen. In den Jobs wo der Frauenanteil steigt haben Frauen nicht den Willen bzw. die Möglichkeit sich genauso zu schinden wie das Männer seit eh und je tun. Auch dies wird sich nicht ändern.

      >>“Schade, dass auch du mir wieder mehr Sachen in den Mund legst, als auf tatsächliche Statements von mir einzugehen…“

      Das grundsätzliche Problem ist, dass du ein Merkmal (hier: Gesundheit), dessen Güte bei jedem Menschen multikausal ausgeprägt ist monokausal erklären willst indem du sagst: Ja, die Männer sind selbst schuld, Frauen verhalten sich vorbildlich.

      Hier findest du ganz viele Tabellen, schau sie dir mal an, ich bin mir sicher du wirst dich wundern:

      http://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GesInDtld/gesundheitsbericht_daten.pdf?__blob=publicationFile

      Männer leben statistisch gesünder als frau denkt, betreiben zB. mehr Sport als Frauen und essen nur minimal seltener Obst als Frauen. Woher kommt dann die höhere Mortalität? Höhere Arbeitsbelastung und dadurch höhere Prävalenz für Suchtmittel, weniger Teilnahme an Gesundheitsvorsorge. Männer sind somit nicht qua Geburt prädestiniert für einen „ungesunden Lebensstil“, es sind die Verhältnisse die sie zu einem mechanistischen und weniger körperbewussten Lebensstil führen. Diese Erkenntnis ist natürlich bei einem feministischen Blickwinkel nicht möglich…

      Im Übrigen wusstest du, dass laut Definition der UN Staaten in denen der Gender Mortality Gap weniger als fünf Jahre zwischen den Geschlechtern beträgt frauenfeindlich sind? Klingt komisch, ist aber brutaler ernst:

      http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/forschung-und-lehre/geschlechterdebatte-doppelstandards-der-gleichstellung-13100.html

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