Warum Conchita Wurst ein Signal an alle Jungs, an alle Männer ist! An alle Menschen!

(Füllartikel. Der 11. ist noch frei. Meldet euch!)
(Ich verwende hier das sprachlich generische Maskulinum.Warum erkläre ich hier. Der Grund ist ganz einfach. Gleichgewicht)
Der Mensch Tom Neuwirth, der zufällig männlich geboren worden ist, hat schon früh lernen müssen, was es bedeutet anders zu sein. Nicht der erwarteten Rolle aufgrund  des Geschlechts der Umgebung, der Frauen und Männer ringsum entsprechen zu können.
In Gmunden am Land geboren werden und aufzuwachsen im ländlichen Bad Mitterndorf  ist  für Leute die ihr Geschlecht hinterfragen kein Honiglecken. Das weiß jedes das auch am Land großgeworden ist. Irgendwann wurde er sich bewusst, dass der Weg der klassischen Liebe zwischen Mann und Frau nicht seiner ist und er begann sich seiner natürlichen Neigung zu Männer zu öffnen. Aber Menschen sind nicht nur oft sehr konservativ, was noch kein Fehler ist, es müssen nicht alle immer nur ohne Vorsicht, nach vorne stürmen, nein viele sind auch noch grausam.  Genauso grausam wie die „Fortschrittlichen“ sein können, wenn jemand nicht sofort mit will.
Hier waren es aber die (sogenannten) Kulturbewahrer, die Frauen und Männer die sich nur das binäre Sexual- und Geschlechtsmodell vorstellen können, die Tom wegen seiner Homosexualität und seinem Faible für Frauenkleidung diskriminierten und ihm das Leben sehr schwer machten.
Er wollte als kleines Kind, als Bub  einen Rock anziehen, was die Eltern tief verstört hat. Die Großmutter  hat ihm dann einen besorgt. Diese Schmähungen haben sich offenbar tief in seine Seele gegraben, denn obwohl er sein Dasein als schwuler Mensch leben konnte, wollte er auch die andere Seite von sich, dass was jene provoziert, die sich Männer in Frauenkleidern nicht vorstellen können zum Ausdruck bringen. Das und die Freude das weibliche Rollenbild als Mann ausleben zu können, scheint ihn veranlasst zu haben, Travestiekünstler zu werden.
Aber er wollte nicht komplett in die andere Geschlechterrolle schlüpfen. Er wollte ein Statement abgegeben. Er hat seinen natürlichen Bartwuchs als Mann behalten und sehr gepflegt samt der Frauenrolle präsentiert. Das heißt nicht anderes, als „Seht her! Mann, Frau, Sonstwas. Ist das nicht egal? Sind wir nicht alle nur Menschen!“.  Im Österreich ist auch das Wort „Wurst“ in Verwendung. „Ist mir wurst“ bedeutet „Ist mir herzlich egal was du denkst“.
Und das ist die Botschaft an alle Menschen, vordringlich an die zufällig männlich Geborenen.  Seid mutig, lasst euch nicht in einen Geschlechterkäfig stecken. Lass euch nicht per Penis in Geisselhaft nehmen und pauschal herabwürdigen.  Zieht Frauenkleider an, wenn euch danach zumute ist. Schneidert euch selbst eine passende Mode.  Verwischt die Grenzen zwischen den Geschlechtern. Mütter, Väter gebt euren Söhnen endlich die Freiheit. Sie sollen nicht länger zuschauen müssen wie nur zufällig weiblich geborene Kinder sich aus allen Zwängen befreien dürfen. Gebt allen diese Möglichkeit.

Es ist Zeit für den Aufbruch der Rollenzwänge. Es ist Zeit für eine Männeremanzipation. Aber eine Echte! Nicht das Klagen als Väter und Männer nicht mehr ernst genommen zu werden.  Nicht der Versuch der Mamas und Papas den Jungs noch mehr die Rolle als Mann aufzuzwingen.  Liebe Kämpferinnen für die Rechte der Frauen! Vergesst eure Söhne nicht auf dem Weg zur Befreiung der Geschlechter. Was ist Mann, was ist Frau?  Wenn Alf Poier meint: „Wenn jemand nicht weiß, ob er ein Manderl oder ein Weiberl ist, dann gehört er eher zum Psychotherapeuten als zum Song Contest.““ dann ist es an ihm, sein Verständnis von Mannsein und Menschsein gründlich zu überdenken. Nicht an Conchita „Tom“ Wurst.
Und es liegt an allen Männern die jetzt dieses Signal erhalten haben, ob dieser Mensch als Frau mit Bart  oder als Mann im Kleid gesehen wird.  Ersters wäre traurig und nur ein Freiheitsgrad noch mehr für Frauen.  Letzters wäre der Beginn einer neuen Welt.