Die Frauenquote, Teil 3: Viel Rauch um nichts!

Kleine und mittlere Unternehmen sind das Herzstück unserer Volkswirtschaften. Den Löwenanteil an der volkswirtschaftlichen Gesamtleistung generieren kleine und mittlere Unternehmen (KMU), und nicht Big Corporates wie VW, Nestlé, Novartis oder Bayer. Über 99% aller Unternehmen sind KMU, schreibt die Deutsche Bank über den internationalen Mittelstand in der Unternehmenswelt. Von den insgesamt 3’649’397 Millionen Unternehmen in Deutschland zählen 99,3 Prozent zu den kleinen und mittleren Unternehmen. Doch im Visier der Quotenbefürworter stehen lediglich grosskapitalisierte Werte, die an der Börse gehandelt werden. Damit schrumpft die Zahl der betroffenen Firmen auf etwas weniger als ein einziges Promille aller (Kapital)gesellschaften! Die Quotenfrage bewegt sich damit also in einem Mikrokosmos, der nicht einmal mehr die unternehmerische Wirklichkeit in unseren Volkswirtschaften angemessen repräsentiert!

Heute wird allgemein wie selbstverständlich ein Bogen zwischen den hohen Bildungsabschlüssen der Frauen und deren Untervertretung in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft gespannt. Die Quotenfrage speist sich hauptsächlich aus der Tasache, dass Frauen heutzutage besser ausgebildet sind, als Männer. Also haben sie auch einen Anspruch auf eine höhere Vertretung in den Führungspositionen der Wirtschaft, so der allgemeine Tenor! Doch was genau lässt sich eigentlich daraus ableiten, dass Frauen mittlerweile höhere Bildungsabschlüsse als Männer haben? Richtig: Nur dass Frauen mittlerweile höhere Bildungsabschlüsse als Männer haben, mehr nicht! Über mögliche Karriereambitionen sagt dieser Umstand überhaupt nichts aus. Und über ausgebliebene- oder gar verpasste Karrierechancen schon gar nicht. Selbst die markante Untervertretung der Frauen bei Innovationen oder Neugründungen (siehe Teil 2) lassen sich damit nicht erklären! Es gibt keine geschlechterspezifische Korrelation zwischen Bildungsab-schlüssen, Führungspositionen und Unternehmensgründungen!

Trotzdem hat die grosse Koalisation in Deutschland beschlossen, dass die grössten deutschen Kapitalgesellschaften mit mehr als 2’000 Mitarbeitern ab 2016 mindestens 30 Prozent Frauen in ihren Aufsichtsräten haben müssen. Alles in allem handelt es sich hier um lediglich 3’500 Unternehmen- was angesichts der mehr als 3,6 Millionen Firmen aller Rechtsformen in Deutschland nicht einmal einem Promille aller Betriebe entspricht! In sämtlichen Unternehmen aus dem DAX, MDAX, SDAX und TecDAX gibt es schäz-zungsweise 2’000 Aufsichtsrats- und 800 Vorstandsposten. Im Durchschnitt kommen auf eine Firma 12 Aufsichtsräte. Die kleinsten Aufsichtsratsgremien haben 3 Mitglieder (United Internet AG, Rational AG, Wirecard AG u. a.) und die grössten jeweils 20 (z. B. Volkswagen AG, Commerzbank AG, ThyssenKrupp AG). Das bedeutet im Klartext, dass sich börsengelistete Konzerne in Deutschland bis 2016 auf die Suche nach gerade mal 174 zusätzlichen, weiblichen Aufsehern machen müssen, wie die deutsche Frauenministerin Manuela Schwesig ausgerechnet hat.

Die viel diskutierte und lautstark kritisierte Untervertretung des weiblichen Geschlechts in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft umfasst also im Endeffekt lediglich eine winzig kleine Gruppe von Frauen! Sobald diese 174 Frauen politisch korrekt installiert worden sind, geht es also im deutschen Wirtschaftsleben endlich absolut geschlechter-gerecht zu und her! Mit Verlaub: Aber das ist doch einfach lächerlich! Vereine wie ProQuote, die SPD, die Grünen oder Politikerinnen wie „Zensursula“ haben die ganze Öffentlichkeit, die Politik, die Wirtschaftsverbände, die Gewerkschaften und die Medien; Befürworter wie auch Gegner, jahrelang auf Trab gehalten und vor sich her getrieben, wie eine Schafherde- und jetzt ist sie endlich da, die Frauenquote: Sie umfasst ganze 174 Frauen! Hurra, möchte man da am liebsten rufen: Der Berg hat eine Maus geboren..!

Die Quotendiskussion wiederspiegelt auf geradezu exemplarische Art und Weise den heutigen Zustand der Geschlechterfrage: Sie bildet nur noch die Lebenswirklichkeit von gut bis sehr gut gebildeten- und verdienenden Frauen aus der oberen Mittelschicht ab! Hier geht es schon lange nicht mehr um Gleichberechtigung, sondern um knallharte Interessens- und Machtpolitik! Zudem suggeriert die Quote, dass Frauen in der Wirtschaft generell kaum Führungspositionen innehaben- was nachweislich falsch ist: Über alle Hierarchiestufen gerechnet, „(…) lag der Anteil von Frauen in Führungspositionen in der Privatwirtschaft 2010 bei 30 Prozent.“, wie dem Bundesministerium für alle ausser Männer zu entnehmen ist. Die ganze Diskussion um die Frauenquote ist in Wirklichkeit eine Scheindebatte und ihre Einführung reine Symbolpolitik! Wie es soweit kommen konnte, dass sie trotzdem auf so breiter gesellschaftlicher, politischer und medialer Ebene diskutiert wird, darüber kann nur spekuliert werden. Einen möglichen Erklärungsansatz dafür liefert Rainer Brüderle- wenn auch in einem ganz anderen Zusammenhang: „Mit der Wahrheit kommen sie nicht weiter, wenn Frauenrechtlerinnen wie Alice Schwarzer im Kampfmodus sind.“

 

Die beiden anderen Teile findet Ihr hier:

Die Frauenquote, Teil 1: Wieviel darf’s denn sein?

Die Frauenquote, Teil 2: Nur etwas für Nesthäkchen?

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62 Antworten zu Die Frauenquote, Teil 3: Viel Rauch um nichts!

  1. mitm schreibt:

    „Es gibt keine geschlechterspezifische Korrelation zwischen Bildungsab-schlüssen, Führungspositionen und Unternehmensgründungen!“

    Genau das Fehlen dieser Korrelation wird vom institutionalisierten Feminismus als Benachteiligung angesehen und im Rahmen eines geschickt getarnten Denkfehlers als Diskriminierung uminterpretiert. Erst die schuldbeladene Diskriminierung ermöglicht es jetzt, kompensatorische Diskriminierungen von Männern (Prinzip Blutrache) zu verlangen.

    „gerade mal 174 zusätzlichen, weiblichen Aufsehern ….“

    Politisch gesehen geht es darum, erst einmal den Fuß in die Tür zu bekommen und Quoten als Prinzip in einem kleinen, möglichst „harmlosen“ Sektor des Arbeitsmarkts durchzusetzen. Insofern macht die relative Unsinnigkeit durchaus Sinn. Die Strategie ist aber eindeutig, auf allen Ebenen Frauenquoten durchzusetzen.

    Sehr große Firmen praktizieren dies mittlerweile schon ab Gruppenleiterpositionen, teilweise wegen des äußeren politischen Drucks, teilweise um überhaupt ein paar erfahrene Frauen für die Top-Positionen heranzuzüchten. Das erklärt die diversen Proteste gegen die Bevorzugung von Frauen von Männern auf den mittleren Rängen.

    „Von den insgesamt 3’649’397 Millionen Unternehmen in Deutschland zählen 99,3 Prozent zu den kleinen und mittleren Unternehmen.“

    Die Anzahl mag stimmen. Wenn allerdings die Zahl der Mitarbeiter bei den Großunternehmen im Schnitt 1000* größer ist als bei den kleinen, dann sind die Auswirkungen auf Dauer weitaus gravierender.

    • M. schreibt:

      Die Strategie ist aber eindeutig, auf allen Ebenen Frauenquoten durchzusetzen.

      Mittlerweile haben zwei Europaparlamentarierinnen erkannt, dass eine Frauenquote nach norwegischem Vorbild aus feministischer Sicht genau genommen eine Mogelpackung ist und fordern jetzt eine 40-Prozent-Quote für sämtliche mittelständische Unternehmen in Europa, unabhängig davon, ob sie börsenkotiert sind oder nicht. Auch wenn es sich dabei lediglich um ein politisches Störmanöver handeln dürfte, wären mit dieser Forderung potentiell 21 Millionen Aktiengesellschaften in ganz Europa betroffen! Egal, ob es sich dabei um die Schreinerei von nebenan mit 5 Mitarbeitern-, einen Werkzeughersteller mit 40 Angestellten- oder einen an der Börse gehandelten Grosskonzern mit über zehntausend Mitarbeitern auf der ganzen Welt handelt!

      Entweder haben diese beiden Europaparlamentarierinnen keinen Schimmer von Volkswirtschaft- dann wüssten sie einfach nicht, was sie tun- oder, noch viel schlimmer: Sie glauben ernsthaft daran, dass sich eine solche Quote für alle durchsetzen lässt..! Das wird dann vor allem dann schwierig, wenn es um Aktiengesellschaften geht, die im Besitz einer Einzelperson sind..!

      Doch wie das Beispiel Norwegen (bislang) zeigt, handelt es sich bei der Aufsichtsratsquote nicht um den berühmt-berüchtigten Fuss, den man, bzw. frau zuerst in die Tür bekommen muss, bevor man sie ganz aufstösst. Vielmehr handelt es sich bei der in Norwegen 2003 formulierten- und 2006 in ein verbindliches Gesetz für alle börsenkotierten Firmen gegossenen, politischen Vorgabe tatsächlich nur um das, was ich auch in meinem Beitrag vermute: Um Scheinpolitik, Schattenboxereien also- mehr nicht! Hier in diesem Blog dürften die meisten LeserInnen wissen, um was es bei der Quote wirklich geht: Sie sind mit der Materie vertraut. Aber frag mal Freunde und Bekannte, wieviele Firmen ihrer Ansicht nach von einer Frauenquote betroffen wären! Ich habe das getan- und war baff: Die meisten Männer und Frauen gingen davon aus, dass es mindestens 50 Prozent aller Firmen sind..!!

      Was die definitiv nicht vorhandene Korrelation zwischen Bildungsabschlüssen, Führungspositionen und Unternehmensgründungen anbelangt: Würde man dieses Denkmuster konsequent fortsetzen und auf sämtliche Bereiche ausdehnen, in denen Frauen untervertreten sind, dann müsste man auch bei der Müllabfuhr, Atomkraftwerken oder Ölbohrplattformen von einer ganz gezielten Diskriminierung von Frauen sprechen!

  2. honeyinheaven schreibt:

    Es ist immer wieder amüsant. Ihr Maskulisten (ich erlaube mir den Begriff einfach mal, da ich ja auch immer in eine Ecke gestellt werde) seid ja so absolut davon überzeugt, dass Frauen für gehobene Berufe sowieso zu unfähig sind.
    Gleichzeitig treibt euch jetzt diese Quote einen Angstschweiß auf die Stirn. Wie das? Wenn alle Frauen so unfähig sind, wird sich das Problem ohnehin schon bald wieder lösen, weil besagte Frauen dann ihren Posten auch wieder verlieren werden. Es gibt zwar in keinem anderen, der zahlreichen Länder, in denen eine Quote schon länger existiert, einen Nachweis, dass die bösen Frauen dort die Wirtschaft ruiniert hätten – aber so what? Vorurteile und Macho-Geschwätz sind eben was Schönes, nicht wahr?

    • breakpoint schreibt:

      @honeyinheaven

      Ein Beispiel aus der Praxis:

      Bei uns (mittelständisches Technologie-Unternehmen) werden immer mal wieder freie Stellen ausgeschrieben.
      Aktuell suchen wir z.B. eine Bürohilfe. Dafür haben sich bisher ausschließlich Frauen beworben.
      Bei anspruchsvolleren Stellen (Entwickler und höher) dagegen bewerben sich von vornherein (fast) nur Männer.

      Qualifikation lässt sich nicht quotieren.

      • honeyinheaven schreibt:

        Völliger Unsinn. Frauen haben die besseren Berufsabschlüsse als Männer mit besseren Noten. Nach deiner Logik dürfte sich auch eine diplomierte Ingenieurin nur als Bürohilfe bewerben. Erklär mir doch mal, warum gerade Deutschland so eine Ausnahme sein soll.

      • breakpoint schreibt:

        @honeyinheaven

        Offenbar hast du überhaupt nicht verstanden, dass ich lediglich Fakten genannt habe.

        Nach welcher „meiner Logik“?
        Ich hatte in meinem Kommentar keinerlei Schlüsse gezogen, weil ich der irrigen Annahme war, dass du selbst in der Lage wärest, korrekt zu folgern.

        Da dem nicht so ist (sorry, mein Fehler), hier noch mal ganz langsam zum Mitschreiben:
        Je anspruchsvoller die geforderte Qualifikation war, desto weniger (geeignete) Frauen haben sich (bei unserem Unternehmen) beworben.
        Unter der begründeten Annahme, dass es sich dabei nicht um einen Einzelfall oder statistschen Ausreißer handelt, ist der Schluss naheliegend, dass (zumindest in technisch orientierten Berufen) schlicht zu wenig hochqualifizierte Frauen existieren.

        War das jetzt auch verständlich für dich?

        BTW, wie viele Diplom-Ingenieurinnen kennst du denn?

    • Ich halte Frauen nicht für unfähig, ich denke nur, dass sich hier verschiedene Faktoren auswirken:

      – Frauen sind weniger auf Status aus, was für sie die Mühen einer Karriere ganz nach oben weniger attraktiv macht
      – der Karriereweg ganz nach oben ist kaum damit zu vereinbaren, dass man wegen Kindern aussetzt etc. Das bedeutet, dass sich eine Frau üblicherweise entscheiden muss, dass sie keine Kinder bekommt oder sie anderweitig erziehen lässt und sie wenig sieht
      – Frauen studieren weitaus weniger das passende Fach, zwar gibt es viele im Bereich BWL, aber wenige im Bereich Ingenieurwissenschaften etc.
      – es ist auch eine Altersfrage, in den Zeiten, in denen die jetzigen Führungskräfte geboren sind, haben Frauen entsprechende Bereiche noch weniger studiert und sich auch noch weniger nur auf Karriere eingestellt.

      „Es gibt zwar in keinem anderen, der zahlreichen Länder, in denen eine Quote schon länger existiert, einen Nachweis, dass die bösen Frauen dort die Wirtschaft ruiniert hätten – aber so what?“

      „So what“ ist eine sehr lockere Haltung, wenn eine Maßnahme insoweit ungerecht ist, dann ist sie ungerecht.
      Es wird damit ja auch ein Bild der Unterdrückung dargestellt, dass unberechtigt ist, wenn es auf anderen Faktoren beruht

      • honeyinheaven schreibt:

        Das falsche Studienfach ist keine Erklärung. Es gibt ja nicht nur börsenorientierte Firmen, bei denen das eine Erklärung sein mag. Was ist mit Lehramt, was mit Journalismus. Hier studieren mehr Frauen mit besseren Abschlüssen. Und wer sitzt in den Zimmern der Chefredaktion? Eben. Und wer ist auf Gymnasien meist Schulleiter? Eben, auch ein Mann.
        Außer der taz , die übrigens – das wird alle hier freuen – eine aufrichtige Feindschaft zu Frau Schwarzer pflegt, sind alle großen Tages-und Wochenzeitungen in männlicher Hand, was übrigens auch noch nie anders war. Die Zeit fällt erst seit kurzem aus diesem Rahmen, aber das ist ein Kapitel für sich.

        Wer sagt dir eigentlich, dass die Frau für Kindererziehung zuständig ist? Warum sollte das nicht auch der Mann tun können?

      • @honeyinheaven

        Ich habe auch gar nicht behauptet, dass es nur das Studienfach ist. Aber auch bei Lehramt und Journalismus gibt es Unterschiede, sowohl in der Bereitschaft eine Führungsposition zu übernehmen und darauf hinzuarbeiten und auch an Fortbildungen oder Themen über die man schreibt. Die Lifestyle-Ressort-Journalistin wird eben seltener in die Chefredaktion kommen als derjenige, der über Wirtschaft und Politik schreibt oder auch jemand, der bereit ist eher die Stadt zu wechseln um eine solche bessere Stelle anzutreten. Auch bei der Bereitschaft zu Überstunden zB als Ressortleiter werden sich eher Männer hervorheben, wenn man sich die verteilung der Überstunden so anschaut etc.

    • M. schreibt:

      „Ihr Maskulisten / Frauen für gehobene Berufe sowieso zu unfähig / Angstschweiß / die bösen Frauen / Macho-Geschwätz“

      Sorry, honeyinheaven, aber argumentativ ist das eine totale Nullnummer! Habe ich irgendwo etwas davon geschrieben, dass ich Frauen für unfähig halte? Kannst Du auch sachlich? Oder liegen nur unkontrollierbare Gefühlsausbrüche drinnen..? Mit Deiner völlig undifferenzierten Antwort bestätigst Du bestenfalls immer noch kursierende Vorurteile über die weibliche Meinungsbildung. Etwas mehr Substanz, bitte, danke!

      • honeyinheaven schreibt:

        Nicht Du, aber dieses Denken kam in anderen Beiträgen mehr als einmal rüber.

        Und ich sagte es schonmal: Wer ständig provoziert und Unverschämtheiten schreibt, die auch dann unverschämt sind, wenn sie scheinbar „gehoben“ klingen, dann ist es nicht immer nötig, auf jeden Mist sachlich zu reagieren. Es hat deinen Beitrag getroffen, war aber nicht unbedingt persönlich an dich geknüpft. Und lieber mal einen „unkontrollierten“ GHefühlsausbruch als Unsinn schreiben!

      • M. schreibt:

        Gut, sei’s drum

    • Neuer Peter schreibt:

      „Gleichzeitig treibt euch jetzt diese Quote einen Angstschweiß auf die Stirn“

      Geht es dir in den Kopf, dass es Menschen gibt, denen an fairen Regeln und Chancengleichheit gelegen ist? Die sexistische Diskriminierung auch dann ablehnen, wenn sie sich gegen Männer richtet?

      Trete von dem Spiel Jungs-gegen-Mädchen mal für eine Sekunde einen Schritt lang zurück und frage dich, ob du es fair findest, wenn Menschen allein aufgrund ihres Geschlechts im Beruf benachteiligt werden.

      • honeyinheaven schreibt:

        Guter Witz. Als ob Frauen nicht seit vielen Jahren benachteiligt würden. Eine Quote ist doch eine Reaktion auf eine bereits bestehende Ungerechtigkeit.
        Und sei mir nicht böse – aber gerade du solltest dich in Sachen Kritik an (angeblichem) Sexismus nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.

      • Neuer Peter schreibt:

        @honeyinheaven

        „Guter Witz. Als ob Frauen nicht seit vielen Jahren benachteiligt würden.“

        Wo werden Frauen denn benachteiligt? Merke: Ein nicht-paritätisches Geschlechterverhältnis bedeutet keine Benachteiligung. So wie die Tatsache, dass bei olympischen Sprintwettberwerben mehr schwarze als weiße Läufer zugegen sind, keine Diskriminierung weißer Läufer bedeutet.

        „Eine Quote ist doch eine Reaktion auf eine bereits bestehende Ungerechtigkeit.“

        Welche denn?

        Und inwiefern ist es eine angebrachte und faire Reaktion, auf ein (vermeintliches) Unrecht mit einem (tatsächlichen) Unrecht zu antworten?

        Two wrongs do not make a right. Especially if the first wrong didn’t exist in the first place.

        „Und sei mir nicht böse – aber gerade du solltest dich in Sachen Kritik an (angeblichem) Sexismus nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.“

        Ich nehme an, dass du auf deine… fantasievolle Interpretation von Äußerungen anspielst, die ich nie getätigt habe?

    • krams schreibt:

      Könntest Du erkären, worauf sich Deine Vorwürfe im Text beziehen? Und wo Du da „Vorurteile und Macho-Geschwätz“ siehst? Ich kann nirgendwo rauslesen, dass Frauen als für Führungsaufgaben oder gar allgemein für höhere Berufe ungeeignet dargestellt werden. Das sind sie auch definitiv nicht, ich hatte z.B. bisher überwiegend gute Erfahrungen mit weiblichen Vorgesetzten – wie übrigens auch mit männlichen im gleichen Umfeld. Auch hat niemand davon gesprochen, dass die Wirtschaft durch eine Quote ruiniert würde – im Gegenteil, der Aufsichtsrat hat ja wenig Einfluss auf das operative Geschäft, und die Quote betrifft nur eine sehr kleine Anzahl von Frauen, wie der Artikel herausstellt.

      Es geht darum, dass eine gesetzlich festgeschriebene Auswahl nach Geschlecht als prinzipiell ungerecht empfunden wird. Genauso, wie wenn wir eine Quote für FDP-Mitglieder, Atheisten(yay! wäre doch mal was..) oder Ostdeutsche im Aufsichtsrat hätten. Darüber hinaus ist mit Blick auf die Zusammensetzung von Aufsichtsräten (viele Politiker sowie Gewerkschafts- und Verbandsnahe Mitglieder, siehe u.a. die Statistik hier http://www.zeit.de/wirtschaft/2013-01/aufsichtsrat-politiker-interessenkonflikt) nicht ganz fernliegend, dass es auch um gut bezahlte Posten für die eigenen Leute geht.

      Das Gesetz bringt rein gar nichts für die Mehrheit der Frauen, und lenkt eher ab von wichtigeren Themen, wie z.B. der Ausbau der Kinderbetreung in Westdeutschland, deren schlechter Zustand viele Frauen (und einige Männer) zum Aussetzen im Beruf zwingt bzw. auch den anderen Partner in eine Ernährerrolle zwingt, die eventuell gar nicht gewollt ist. Das ist aber teuer. Die Quote dagegen kostet den Staat nichts, bringt eigene Leute auf gut dotierte Pöstchen und täuscht Aktivismus vor, ist aber reine Augenwischerei, die zudem noch einer Gleichbehandlung der Geschlechter diametral entgegenläuft.

      • honeyinheaven schreibt:

        Siehe die Antwort an m weiter oben. Der Krug geht zum Wasser bis er kracht.
        Ich habe hier in letzter Zeit zu viele Unverschämtheiten gelesen und irgendwann war es zuviel. Es hat diesen Beitrag getroffen, war aber nicht persönlich an den Verfasser geknüpft.
        Ja, natürlich bringt das den allermeisten Frauen nichts. Aber wo ist die Logik? Diese Quote verbietet doch nicht, auch weitere Dinge folgen zu lassen, die dann auch anderen Frauen helfen, oder?

    • Matze schreibt:

      „Angstschweiß auf die Stirn“

      Das größte Problem der Männer ist wohl das Gender Empahtie Gap. Männer können sich gar nicht diskriminiert fühlen, sind ja schließlich Männer. Wenn sie dann „so tun als ob“ stecken da in Wirklichkeit immer nur Angst und Böswilligkeit dahinter und nicht etwa ein verletztes Gerechtigkeitsgefühl.

      Also mimimi, wie gehabt -.-

    • Jon Gunnarsson schreibt:

      Selten so einen Schwachsinn gelesen. Wer behauptet denn bitte, dass „Frauen für gehobene Berufe sowieso zu unfähig sind“? Bitte mit Zitaten belegen.

      Wenn alle Frauen so unfähig sind, wird sich das Problem ohnehin schon bald wieder lösen, weil besagte Frauen dann ihren Posten auch wieder verlieren werden.

      Anscheinend verstehst du nicht was eine Frauenquote ist. Wenn es nicht genügend hinreichend qualifizierte Frauen gibt um die Quoten zu erfüllen, müssen Unternehmen weniger qualifizierte Frauen einstellen. Wie sich da das Problem von alleine lösen soll erschließt sich mir nicht. Wenn man eine minderqualifizierte Frau feuert und dafür eine andere einstellt die ebenso wenig qualifiziert ist, verbessert das die Situation nicht.

      • honeyinheaven schreibt:

        Ich verstehe allerdings, was ein Demokratie-Feind ist, der Frauen mit Kindern vergleicht und ihnen das Wahlrecht absprechen möchte. Du wolltest mir übrigens nicht mehr antworten. Bitte belass es dabei!

      • Jon Gunnarsson schreibt:

        Irrelevante, irreführende und falsche Aussagen, kombiniert mit der Unwilligkeit sich auf jede sachliche Diskussion einzulassen. Jetzt weiß ich wieder warum ich nicht mehr auf deine Kommentare antworten wollte.
        Ich wünsche noch einen guten Tag.

    • mitm schreibt:

      „.. treibt euch jetzt diese Quote einen Angstschweiß auf die Stirn.“

      Diese Quote verletzt das Grundrecht auf Gleichbehandlung vor dem Gesetz. Daß viele das nicht sehen, treibt mir den Angstschweiß auf die Stirn. Die Gründe, die vorgebracht werden, um diese Grundrechtsverletzungen zu rechtfertigen, sind hanehüchen und in sich widersprüchlich.

      Ferner ist es ein Eingriff in die Eigentumsrechte. Ein vielzitierter Modellfall ist Norwegen, wo durch die Einführung einer landesweiten Quote Milliarden an Firmenwert vernichtet wurden. Im streng feministische Schweden hat eine landesweite Analyse mit 125.000 Unternehmen ergeben, daß weiblich geführte Unternehmen entgegen den Erwartungen statistisch 8,4 % weniger als männlich geführte verdienen.

      „Es gibt zwar in keinem anderen, der zahlreichen Länder, in denen eine Quote schon länger existiert, einen Nachweis, dass die bösen Frauen dort die Wirtschaft ruiniert hätten – aber so what?“
      Es gibt auch keinen Nachweis, daß die Diebstähle in Deutschland die Bestohlenen ruiniert hätten – also so what, die Kriminalisierung von Diebstahl diskriminiert willkürlich die Täter, die sonst nicht zu Geld kommen können.
      Ob völliger Ruin oder nur 20% Wertverlust oder 8 % weniger Umsatzrendite spielt keine Rolle, weil die Frage sich nicht stellt. Quoten als solche sind originäres Unrecht, ob sie viel oder wenig Schaden anrichten, ist irrelevant für ihre Bewertung.

    • Dummerjan schreibt:

      Der Ausichtsrat eines Börsennotierten Unternehmens führt dieses Unternehmen nicht. Dies tut der Vorstand.
      Der Aufsichtsrat beruft den Vorstand.
      Der Aufsichtsrat wird eigentlich nach Maßgabe der Stimmanteile „demokratisch “ gewählt (eine Aktie – eine Stimme).
      Insofern ist eine reine Frauenquote nicht nur ein Gerechtigkeitsproblem, sondern auch ein Demokratieproblem.

      Ich lache andererseits vor mich hin, weil es viele Unternehmen mit hohem Anteil an Führungskräften im öffentlichen Sektor gibt.
      Wenn die Quote als Minterneitenquote ausgestaltet wird, also nicht al reine Frauenquote, kann das durchaus für die Frauen alldort nach hinten losgehen.

      Ansonsten @honeyinhaeven wäre es gut, nicht einfach irgendwas zu unterstelen. Niemand behauptet eine generelle Unfähigkeit von Frauen dafür. Es ist auch nicht fair, aus den abgelegenen Schriften pathologischer Frauenhasser, die es genauso gibt wie pathologische Antisemiten, Männerhasser, Türken- und sonstwelche Hasser, ein allgemeines Meinungsbild zum Feminismus zu deduzieren.

      • breakpoint schreibt:

        „Der Aufsichtsrat wird eigentlich nach Maßgabe der Stimmanteile \“demokratisch\“ gewählt“

        Genau! Ich hatte dieses Dilemma schon mal hier thematisiert:
        http://breakpt.blog.de/2011/10/17/sechsundvierzig-12025806/

      • honeyinheaven schreibt:

        Es ist auch nicht gut, Frauen als Kinder einzustufen und ihnen das Wahlrecht absprechen zu wollen. Es ist auch nicht gut, blödes Zeug über den Iran zu sabbeln und zu behaupten, dort würden Frauen bevorteilt und nicht diskriminiert. Und es ist auch nicht gut, Feminismus mit Antisemitimus zu vergleichen. Das ist eine absolute Unverschämtheit gegenüber Frauen, vor allem aber gegenüber sechs Millionen ermordeter Juden und ihrer Angehörigen! Beides konnte man in diesem Blog schon mehrfach lesen und wurde zahlreich beklatscht. Ich glaube dagegen ist mein Ausbruch doch eher harmlos, meinst du nicht auch?

        Ist aber egal, da ich sowieso hier raus bin.

      • @honeyinheaven

        Es ist auch nicht gut, Frauen als Kinder einzustufen und ihnen das Wahlrecht absprechen zu wollen (…)Es ist auch nicht gut, Frauen als Kinder einzustufen und ihnen das Wahlrecht absprechen zu wollen“

        Wann war das denn der Fall? Es wurde dem wenn dann sicherlich auch deutlich widersprochen

      • Vinzenz schreibt:

        @honeyinheaven:
        „Es ist auch nicht gut, Frauen als Kinder einzustufen und ihnen das Wahlrecht absprechen zu wollen. Es ist auch nicht gut, blödes Zeug über den Iran zu sabbeln und zu behaupten, dort würden Frauen bevorteilt und nicht diskriminiert. Und es ist auch nicht gut, Feminismus mit Antisemitimus zu vergleichen.“
        Kannst du mir einen Link dazu geben? Ich schau zwar öfters hier vorbei, kann aber aus Zeitgründen natürlich nicht alles lesen. Falls solche Aussagen hier tatsächlich unwidersprochen stehen bleiben sollten, werde ich meine Einschätzung gegenüber diesem Blog natürlich überdenken.

      • zuerstmensch schreibt:

        Sie meint wahrscheinlich diesen Artikel von mir, bzw. die Kommentare dazu, da sie was dort schon mal angedeutet hat. Wo aber in diesem Artikel Feminismus mit Antisemitismus verglichen wird weis ich nicht. Es reicht offenbar gefährliche Tendenzen in einem Teil einer Bewegung aufzuzeigen, damit man einem solchen schwerwiegenden und rufzerstörenden Vorwurf ausgesetzt ist. Und wenn sie das schon hier so macht, dann kann ich davon ausgehen, dass sie dies an anderer Stelle noch weit drastischer wiederholt hat.

        EDIT: Ich hab den Kommentar gefunden wo der Zusamnmenhang tatsächlich hergestellt wird. Und das war meine Antwort drauf.

    • Vinzenz schreibt:

      @honeyinheaven:
      „Ihr Maskulisten (ich erlaube mir den Begriff einfach mal, da ich ja auch immer in eine Ecke gestellt werde) seid ja so absolut davon überzeugt, dass Frauen für gehobene Berufe sowieso zu unfähig sind.“
      Das ist aber wirklich der billigste Strohmann, den du gegen Quotengegner finden konntest. Dummerweise steht davon in diesem Artikel überhaupt nichts. Es gibt ganz andere Argumente gegen die Frauenquote, z.B. generelle Ungerechtigkeit (Verletzung des Leistungsprinzips), Zweifel an Wirksamkeit, Zweifel an Erforderlichkeit (die Frage, ob Frauen hier überhaut diskriminiert werden). Hier werden Dinge vorgebracht wie unterschiediche Studienwahl, Unterschiede bei Unternehmensgründungen, Kinderbetreuung. Das sind Punkte, an denen du vielleicht Gegenargumente bringen könntest. Sage doch, warum spielt das alles keine Rolle? Warum soll trotz dieser Unterschiede das Endergebnis gleich sein, und wie lässt sich das mit dem Gerechtigkeitsgedanken vereinbaren?
      An dieser Stelle fände ich es auch interessant, über die generelle Arbeitsteilung zu diskutieren. Die gute Alice sagte dazu den bekannten Satz, das Private sei politisch. Ich halte das für Unsinn und behaupte, das Private ist privat. Wer sich in einer Beziehung um was kümmert, das müssen die beiden Partner unter sich ausmachen. Ich lasse mir da ungern von irgendwem rein reden, nicht vom Staat und erst recht nicht von der Alice.
      Aber das sprichst du gar nicht an, sondern bringst diese Unterstellung, diesen Frauenhasser-Vorwurf. Was für ein Nicht-Argument. Und dann wirfst du am Ende der Gegenseite „Vorurteile“ vor, das ist wirklich kaum noch zu toppen. Das grenzt an Trolling.
      Also, liebe honeyinheaven. Ich würde die Dinge, die ich oben angesprochen habe, gerne mit dir diskutieren, denn mich interessiert deine Meinung dazu. Vielleicht ändere ich sogar meine eigene. Aber dafür müsstest du mich überzeugen, nicht beschimpfen.

      • honeyinheaven schreibt:

        Wenn du dir meine Antworten an andere hier durch liest, findest du Anmerkungen dazu. Ansonsten macht das wenig Sinn. Es ist auch etwas ermüdend, letztlich immer dasselbe lesen zu müssen. Natürlich sind manche Beiträge hier gut geschrieben. Aber letztlich kann man sie unter einer großen Überschrift zusammen fassen – Ausnahmen natürlich exclusive:

        Mimimi…die bösen Frauen, die immer und überall besser gestellt sind!

        Ob das die schlicht unwahre Behauptung ist, dass Männer als Gewaltopfer medial nicht vorkämen (klar, die Opfer von sogenannten U-Bahn-Schlägern werden ja auch wirklich immer tot geschwiegen), ob es die ewig gleiche Leier von der Frauen-Quote ist oder mal wieder das angebliche Recht der Männer, Frauen anzumachen oder – mein allerliebstes – die Behauptung, dass Mädchen das Abi nach geworfen wird, während Jungs dabei ja ach so behindert werden. Es dreht sich alles im Kreis.

        Weißt Du, gut möglich, dass meine Nerven schlecht sind und ich überreagiere. Nur habe ich mir in den letzten Wochen erlaubt, drei völlig unterschiedlichen Typen hier manche Dinge aus dem Blog zu lesen zu geben. Meinem Freund, meinem Bruder und meinem besten Kumpel. Alle drei haben manches als Satire empfunden. Komischerweise fühlte sich keiner in Schule, Studium oder Job von bösen Frauen benachteiligt. Hier wird über irgendwelche Blogs aus dem Internet diskutiert, die mit dem realen Leben der allermeisten Leute nichts zu tun haben. Es dreht sich im Kreis und man(n) versichert sich gegenseitig, wie bedroht man(n) ist. Aber Männer außerhalb dieses Blogs scheinen das einfach nicht zu merken ;).

        Dass ich nicht so ganz falsch liege, mag man vielleicht auch daran erkennen, dass dieser Blog unter akutem Frauenmangel handelt. Ganze zwei Frauen schreiben derzeit regelmäßig mit. Aus meiner Sicht logisch – oder siehst du hier ein Geschlechterallerlei. Es ist Bashing von Feministinen und letztlich von allen Frauen, die dem Ideal gewisser Männer von Frauen widersprechen. Dass dies auf weibliche Autorinnen wenig anziehend wirkt, dürfte klar sein, oder?

      • zuerstmensch schreibt:

        @honeyinheaven Also „Mimimi“ 😦 Das stößt sofort sauer auf. Es appeliert: „Jammer nicht so rum. Du bist doch ein Mann,oder“? Es spielt mit dem Geschlechterklischee. Genauso wie es die Blogerin in dem von mir auch unten zietieren Beitrag tut: „Und es wird offensichtlich, dass sie nicht so „männlich“ und hart sind, wie sie tun – denn sonst würden sie ohne mit der Wimper zu zucken aushalten“
        Nirgendwo außer bei dem kleinen Tell. der sogenannten „True Mens“, gibt es im Maskulismus die Aussage man müsse doch „männlich“ sein. Im Gegenteil man kämpft darum endlich aus dieser Zwangsrolle entlassen zu werden, Nicht für den Staat den Zahlesel spielen zu müssen, damit die Frau in die Zwangsrolle Mutter gesteckt werden kann, womit alle verlieren. Sondern ebenso frei wie Frauen, die eigene Rolle bestimmen zu können und auf Augenhöhe mit Feminsits die Geschlechterfrage auszudiskutieren.
        Aber bei „Mimimi“ fühlt sich niemand mehr ernstgenommen. Das „mimimi, Male tears“ ist anmaßend, weil die Gleichwertigkeit der Menschen dadurch in Frage gestellt wird.
        So wie der Abschlußsatz aus dem Artikel „Der neue Feminismus sieht besser aus :“Und was sagen die Männer zum neuen Feminismus? Who cares

        Kannst du verstehen, das viele, viele Männerrechtlers bereits sehr sauer sind? Wozu noch reden, wenn es sowieso niemand mehr interessiert auf der Gegenseite.

      • Vinzenz schreibt:

        Liebe honeyinheaven,
        leider nimmst du mein Gesprächsangebot wohl nicht an. Vielleicht hast du die Antworten ja schon 1000 mal bei anderen erörtert und bist dessen müde, dann akzeptiere ich das natürlich.
        Allerdings bringst du auf der anderen Seite einen nicht unbedingt kurzen Text, um mir zu erklären, wie doof der Blog und alle hier sind. Dazu möchte ich anmerken: Ich bin hier weder Autor noch sonstwie affiliiert. Ich fühle mich daher auch nicht verantwortlich dafür, wenn jemand hier Blödsinn schreibt, nicht in den Artikeln und erst recht nicht in Kommentaren. Ich wollte lediglich über das Thema dieses Artikels, die Frauenquote, reden. Und ja, ich bin nicht gerade in der engeren Auswahl für ein DAX Aufsichtsratmandat, der Gesetzesvorschlag hat also mit meinem Leben nicht direkt etwas zu tun. Allerdings ist das eine politische Entscheidung, und ich denke ich habe das Recht dazu eine politische Meinung zu vertreten.
        „Mimimi…die bösen Frauen, die immer und überall besser gestellt sind!“ – Ich finde, es gibt einiges in Sachen Gleichberechtigung zu diskutieren und zu ändern. Die Quote ist einer dieser Punkte. Solche Anliegen kannst du leicht als mimimi abtun. Ob das sinnvoll ist, steht allerdings auf einem anderen Blatt. Das Frauen böse seien ist Quatsch und hat damit gar nichts zu tun. Und ja, eine Quote wäre eine Besserstellung. Da darf ich doch bitte fragen, ob das gerechtfertigt ist.
        Ich habe ein wenig das Gefühl, du hast keine Lust darüber zu diskutieren. Deswegen mixt du Argumente gegen die Frauenquote zusammen mit bescheuerten Feminismus-Nazi-Vergleichen, rührst kräftig um und am Ende sind alle hier nur noch doofe mimimi Frauenhasser, und da du dich mit denen sowieso nicht abgeben musst, bist du schnell fertig. Das wird weder den einzelnen Themen noch den Personen gerecht.

    • zuerstmensch schreibt:

      Wieso kann man eigentlich nicht eine “Quote von unten” machen, wenn es schon eine Quote sein muß. Das bedeutet, dass soviel Prozent vom jeweiligen (im Pass stehenden) Geschlecht minimal auf den nächsten Ebenen bis hinauf zum Vorstand vorhanden sein müssen, wie es dem Verhältnis in der Belegschaft entspricht. Dann könnten Frauen, bzw- in Sozial- und Careberufen Männer so stark gefördert werden wie es nur geht, es würden aber die Karierrechancen von jungen Leuten (welchem Geschlecht auch immer) die Qualifikationen aufweisen, nicht durch 40% Quote bei 1% Anteil in einen Betrieb, Firma, Behörde komplett zunichte gemacht werden.
      Und die Förderung müsste dort stattfinden, wo sie wichtig ist. Auf der Ebene der Mitarbeitas. Wenn die Förderung dann Erfolg hat und vermehrt z.B: Frauen in technischen Berufen bei Firmen angstellt werden, dann ergibt sich die Förderung von Managerinnen auf der nächsten Ebene durch die Quote-von-unten von allein. Das wäre deutlich ressourcen schonender für die Firmen, deutlich nachhaltiger und deutlich fairer.

      • honeyinheaven schreibt:

        Da ich weiter oben mal wieder nicht antworten kann, hier noch eine Antwort an dich.

        Du hast die richtigen Links eingestellt. Danke. Und ja, DU hast den Vergleich mit dem Antisemitismus sofort kritisiert. Du warst aber auch der Einzige, der das getan hat, während andere den Ball weiter unten – gut zu verfolgen – wieder aufgenommen haben. Und wenn sich hier einer ernsthaft mit einem verfolgten Juden aus dem Dritten Reich vergleichen will und somit – logischerweise – Feminstinnen mit der SS, der sollte sich vielleicht um eine Therapie bemühen.

        Wie gesagt – an dich richtet sich die Kritik nicht, aber Du bist hier nicht die Mehrheit.

      • zuerstmensch schreibt:

        @honeyinheaven: Danke. Ich bitte dich aber zu verstehen, wenn auch nicht zu aktzeptieren, dass sich für viele bei Sätzen die jede Androhung von Gewalt gegen eine vage definiert Gruppe von cis-Männer als Akt der Notwehr im Patriarchat zu sehen, so wie hier für manche heterosexuelle (weisse) Männer sich der Vergleich zu „Weltjudentum“=“Patriarchat“ und „WHM“=“Jude“ gradezu aufträngt? WICHTIG: Damit ist KEIN Vergleich mit dem entsetzlichen Massenverbrechen der Nazis gezogen(Ich lehne jeden solchen Vergleich striktest ab und halte ihn für ungeheuerlich), sondern nur das dieser radikale faschistoide Teil eine unheimliche Ähnlichkeit mit den frühen Formen des Antisemitismus aufweist. Das hat mich leider zu diesem schweren Fehler in meinem eigenen Blog veranlast, den ich noch heute sehr bedauere. Derart krassse Männerfeindlichkeit verpackt in „aber es sind doch nicht alle Männer, nur die Macker“ bin ich selten noch begegnet. Das genau gleiche Argument haben tatsächlich die frühen Nazis gebracht. Und zwar schon LANGE BEVOR sie an die Macht kamen (der Vergleich bezieht sich nicht auf das 3.Reichs, sondern auf die Feindlichkeit aufgrund einer Geburtsmerkmal, damals der Abstammung, der in den 20ern des vorigen Jahrhunderts hoffähgig gemacht worden ist). Das es in Ordnung ist, die „reichen Juden“ zu verfolgen, weil „die die ganze Macht haben“ und weil die „die Welt beherrschen“. Und weil „das ganze deutsche Volk ihr Opfer ist“. Damals war noch noch lange nicht von „DEN Juden“ die Rede.

        Wer sind diese „Macker“? Wer bestimmt wer einer ist? Auch hier drängt sich der historische Bezug gradezu auf: „Wer Macker ist, bestimme ich“. Du weist wovon ich rede?

        Und ganz wichtig: NEIN das ist nicht DER Feminismus. Das ist ein kleiner aber lauter und offenbar politisch einflußreicher Teil im Feminismus der ganz offensichtlich faschistoides Gedankengut versucht hoffähig zu machen. Ich denke das aber die mangelnde Abgrenzung von diesem Teil, für eine große Anzahl von Leuten (auch hier) den Eindruck erweckt, dieser einem so seltsam bekannt vorkommende Teil würde entweder nicht wahrgenommen oder man sympathisiert womöglich sogar mit diesen Leuten. Was dann diesen heftigen pauschalen Angriff auf DEN Feminismus zur Folge hat.

        Ich hab schon mal geschrieben: „Wehren wir den Anfängen“ und ich zitiere abgewandelt:„Wenn der Faschischmus sein Haupt wieder erhebt, dann kommt er nicht so daher wie er war, sondern zieht ein neues Kleid an“. Diese Tendenzen sind extrem alarmierend finde ich. Erst heute habe ich wieder einen Artikel aus 2012 gefundnen, in dem eine Journalistin „das Ende der Herrschaft des weissen Mannes ausrief“, in einer Art die nicht mehr normal war. Und wenn man da ein paar Begriffe wie oben austauscht, kommt einem das kalte Grauen und man denkt an Hetzschriften aus den 20ern. 2012! Und diese Journalistin ist IMMER noch tätig! Wobei sie offenbar ihr krudes Gedankengut, dass sich hier in dem Artikel bloßstellt, seidem wieder sehr sorgfältig verbirgt. Wer weis wieviele von diesen menschenverachtenden Leuten (weisse cis-Männer sind auch Menschen) noch in einflußreicnen Positionen bereits sitzen, sich ebenso sorgfältig bedeckt halten und quasi auf ihre Stunde warten? Du?

  3. „Sobald diese 174 Frauen politisch korrekt installiert worden sind, geht es also im deutschen Wirtschaftsleben endlich absolut geschlechter-gerecht zu und her! “

    Es geht ja nicht um eine gleiche Beteiligung, sondern darum, dass in sichtbareren Positionen der Frauenanteil gefördert werden soll, damit davon eine breitere Wirkung auf die Frauen ausgeht und sie sich entsprechende Job zutrauen.
    Ganz im Sinne feministischer Theorien zum „Raum geben“ und „sichtbar machen“.

    Wobei Aufsichtsräte aus meiner Sicht auch kein guter Ort dafür sind oder kann jemand hier großartig bekannte Aufsichtsratmitglieder benennen?

    • muttersheera schreibt:

      „kann jemand hier großartig bekannte Aufsichtsratmitglieder benennen?“

      Wie wärs mit „Wohin soll ich all die Männer aussortieren? Alle zwangsweise in Rente schicken, damit überhaupt so viele Stellen frei werden?“-Zetsche?

      Die entsprechende Aussage kommentierte ich damals (2011) mit:

      Über wieviele Stellen redet der Mann? […]

      Im Vorstand sind mit ihm 6 Männer – und eine Frau (dieses Jahr dazugestossen). Der Aufsichtsrat besteht aus 20 Männern (würde ich nach kurzer Draufsicht behaupten).

      Wieviele geschätzte, „arme“ Kollegen würde er aussortieren müssen bei einer Frauenquote?

      Maximal (aber wirklich maximal) 8 oder 9?

      Zeter und Mordio!

      Im Zuge der „Finanzkrise“ hat er mal eben 5200 deutsche Mitarbeiter „freigesetzt“, 27400 Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt und „für weitere 89000 Beschäftigte in Deutschland gelten verkürzte Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich.“

      http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/absatzkrise-daimler-plant-weitere-entlassungen_aid_449678.html

      Schämt er sich dafür bei so vielen Menschen die Existenzgrundlage gefährdet zu haben?

      Offenbar nicht genug, denn nach dem Eingeständnis eigener Fehler (!) fand er „eine Gehaltssteigerung um etwa 100 Prozent, weil sie im Jahr eins nach der Krise wieder gute Zahlen vorlegen konnten“ (auch Dank Einsparungen bei den Personalkosten) anscheinend verhältnismäßig.

      http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/vorstandsgehaelter-im-club-der-millionaere-1.1079467

      Wäre DAS mit mehr Frauen im Vorstand und Aufsichtsrat auch möglich gewesen?

      Zetsche will die Antwort lieber nicht so genau wissen…

      • muttersheera schreibt:

        *hust*
        Pardon

      • „Wäre DAS mit mehr Frauen im Vorstand und Aufsichtsrat auch möglich gewesen?“

        Warum deiner Meinung nach nicht? Sind Frauen deiner Meinung nach zu solchen Maßnahmen nicht in der Lage?

      • muttersheera schreibt:

        Ich halte es tatsächlich für denkbar, dass die weibliche Sozialisation einen Menschen davor bewahren könnte, bestimmte Dinge als angemessen zu vertreten.

        Massenentlassungen + eigene Fehler mit 100 %iger Gehaltserhöhung zu belohnen könnte dazu gehören. Wenn wir Glück haben.

        Nichtnur muss mensch dazu generell erstmal die Chuzpe haben, 1 muss sich auch sicher sein, dass 1 damit durchkommt. In der öffentlichen Wahrnehmung.

        Ohne „male privilege“ sozialisierte sehe ich so gesehen einfach nur leicht im „Vorteil“ (aus der Position der Allgemeinheit heraus). Natürlich nur ab einer gewissen Gruppenstärke, ein, zwei vereinzelte Frauen ändern goar nüscht. Und so kam es meiner Überzeugung nach dann auch zur Minimalforderung von 30%, nachdem irgendwer mal rausgefunden haben soll, dass es etwa ein Drittel Frauen braucht, um Gruppendynamische Prozesse deutlich zu verändern.

        Bist Du Deinerseits überzeugt davon, dass Alles exakt genauso weiterlaufen wird wie bisher nach Umsetzung der Frauenquoten? Gerade, weil Mann und Frau für Dich doch zwei _im Schnitt_ so verschiedene Grundcharaktere sind, erscheint mir das eigentlich unwahrscheinlich…

      • @muttersheera

        „Ich halte es tatsächlich für denkbar, dass die weibliche Sozialisation einen Menschen davor bewahren könnte, bestimmte Dinge als angemessen zu vertreten.“

        Was wäre aber, wenn einen die weibliche Sozialisiation auch dazu bringt, einen solchen Job gar nicht zu wollen und nur solche Frauen ihn überhaupt übernehmen können, die nicht sehr weiblich, sondern eher männlich sozialisiert sind?

        „Bist Du Deinerseits überzeugt davon, dass Alles exakt genauso weiterlaufen wird wie bisher nach Umsetzung der Frauenquoten? Gerade, weil Mann und Frau für Dich doch zwei _im Schnitt_ so verschiedene Grundcharaktere sind, erscheint mir das eigentlich unwahrscheinlich…“

        Ich denke, dass es genau wegen dieser Unterschiede schwer sein wird, Frauen zu finden, die das auf diese Weise machen wollen, jedenfalls großer Anzahl. Die, die nach oben kommen, müssen sich gar nicht mal so unbedingt unterscheiden. Das ist ja der Vorteil vom „im schnitt“.
        Sie können dann vielleicht sogar eher noch härter sein, weil sie ja als Frau anderen Regeln unterliegen.

      • muttersheera schreibt:

        Ach so und: Merci, dass Du mich nicht auf meinen Anfangsfehler hingewiesen hast, habs dann auch bemerkt.
        Knapp daneben undso…

      • Neuer Peter schreibt:

        Als jemand, der auch ohne „male privilege“ sozialisiert wurde, würde ich dich gerne mal fragen, ob du für deine Behauptung, dass Frauen generell moralischere Menschen seien, irgendeinen Beleg hast oder ob die Idee nur dem Wunschdenken einer female suprematist geschuldet ist.

      • krams schreibt:

        @muttersheera: „Ich halte es tatsächlich für denkbar, dass die weibliche Sozialisation einen Menschen davor bewahren könnte, bestimmte Dinge als angemessen zu vertreten.“

        Das ist jetzt aber sehr ins Blaue hinein spekuliert. Ein Gegenbeispiel wäre Carly-Fiorina:

        http://www.politifact.com/truth-o-meter/statements/2010/sep/17/barbara-boxer/ad-sen-barbara-boxer-attacks-carly-fiorina-layoffs/

        Abbau von 30.000 Jobs, Aktienkurs halbiert (ok, im schwierigen Umfeld), 20 Mio US$ Abfindung:

        „Under the company’s agreement with Fiorina, which was characterized as a golden parachute by some, she was paid slightly more than $20 million in severance.“
        http://en.wikipedia.org/wiki/Carly_Fiorina#Hewlett-Packard

        Maggie Thatcher war jetzt auch nicht für ihren empathischen Führungsstil bekannt, um noch ein wenig zurück zu gehen. Falls Du meinst, das wäre eine Folge des männlichen Umfelds, gegenüber dem sich Frauen mit besonderer Härte beweisen müssen, lege ich Dir folgenden Artikel ans Herz (Einblicke in die zumeist weibliche Katzenzüchterszene):

        blogblume.de/von-katzenzuchtern-fem-nazis-masku-schweinen-piraten-und-grunen/

        „as Ziel der meisten Züchter ist es, in dieser Hierarchie aufzusteigen. […]
        Ich war damit glücklicherweise bei den meisten Machtkämpfchen außen vor, weil ich nicht ernstgenommen wurde, bekam aber einen Einblick, mit welchen eisernen Bandagen gekämpft wurde.“

        Überall, wo es starken Konkurrenzkampf gibt, setzen sich leider viel zu häufig die Leute durch, die besonders skrupellos sind, unabhängig vom Geschlecht.

      • zuerstmensch schreibt:

        @muttersheera :“Ich halte es tatsächlich für denkbar, dass die weibliche Sozialisation einen Menschen davor bewahren könnte, bestimmte Dinge als angemessen zu vertreten.”
        Das ist ja geil. Auf das bin ich ja gar noch nicht gekommen. Ja, klar kann man eine Überlegenheit der Frau, nicht nur aus dem Biologismus konstruieren, sondern auch aus der Sozialisation. WAU!. Jetzt bin ich baff. „He Männer, ihr braucht nur die gleiche Sozialisation wie die Frauen, weil dann könnt ihr auch gleich gut sein“. Gleichwertigkeit ist daher nicht vorhanden, kann auch nicht eingefordert werden. Weil letztlich bleibt die gleiche Sozialisation dem Mann schon verwehrt, weil er ja nicht schwanger werden kann. „So ein Pech aber auch. Wir würden euch Männer ja gern gleich behandeln, leider seid ihr aber von Natur aus dazu nicht in der Lage“.

        Wo lernt man diese Argumentation? Auf Neo-Matriachats Seminaren?

    • M. schreibt:

      @ Christian

      „Raum geben“ und „sichtbar machen“. Was genau soll denn da sichtbar gemacht werden, wenn man bei der Frauenquote bereits schon von völlig falschen Prämissen ausgeht (nicht vorhandene Korrelation zwischen Bildungsabschlüssen und Führungsposten)?

      Was die Aufsichträte anbelangt, hast Du zweifellos recht: Es ist die operative Führung, die das Heft in der Hand Hand hält, also die CEO’s, CFO’s, CTO’s etc. und nicht die Aufsichtsräte: Die sind lediglich ein Kontrollorgan. Wieviel Mal liest man in den Medien etwas von Aufsichtsräten? Das sind doch alles graue Mäuse und keine Opinion Leaders! Im Rampenlicht stehen lediglich die Oswald Grübels, Eric Schmidts oder Josef Ackermanns dieser Welt. Gelegentlich schafft es neben dem CEO auch mal der eine oder andere CTO oder CFO in die Schlagzeilen- und das war’s dann auch.

      • „Was genau soll denn da sichtbar gemacht werden“

        Frauen in Führungspositionen. Es ist ja alles sozial konstruiert und sobald Frauen durch das sichtbarmachen Segen und akzeptieren, das Frau ein und Führungsposition sich nicht ausschließt werden sich die rollen andern und Frauen ganz natürlich gleich gute Führungskräfte werden etc

      • M. schreibt:

        Also ich hege keine Zweifel daran, dass Frauen gleich gut führen können, wie Männer. Sie führen einfach anders, wie auch die zahlreich verlinkten Studien und Artikel über Norwegen in den Kommentaren hier beweisen.

  4. Jon Gunnarsson schreibt:

    Ich denke der Grund, warum diese Frauenquote nur Aufsichtsräte großer Unternehmen betrifft ist gerade der, dass sich dadurch nicht viel ändert. Dann ist das Prinzip der staatlichen Quote in der Privatwirtschaft schonmal etabliert, kann aber nicht viel Schaden anrichten. Die Befürworter von Quoten können dann sagen, „Seht, wir haben die Quote eingeführt und nichts Schlimmes ist passiert.“
    Wenn das erstmal etabliert ist, ist es einerseits schwierig das Prinzip Quote wieder abzuschaffen und andererseits wird es dadurch leichter, die Quote auf andere Bereiche auszuweiten.

    • M. schreibt:

      Auf den Punkt gebracht- bis auf das hier:

      Wenn das erstmal etabliert ist, ist es einerseits schwierig das Prinzip Quote wieder abzuschaffen und andererseits wird es dadurch leichter, die Quote auf andere Bereiche auszuweiten.

      Wie das Beispiel Norwegen (bislang) zeigt, handelt es sich bei der Aufsichtsratsquote nicht um den berühmt-berüchtigten Fuss, den man, bzw. frau zuerst in die Tür bekommen muss, bevor man sie ganz aufstösst. Vielmehr handelt es sich bei der in Norwegen 2003 formulierten- und 2006 in ein verbindliches Gesetz für alle börsenkotierten Firmen gegossenen, politischen Vorgabe tatsächlich nur um das, was ich auch in meinem Beitrag vermute: Um Scheinpolitik, Schattenboxereien also- mehr nicht!

      Hier in diesem Blog dürften die meisten LeserInnen wissen, um was es bei der Quote wirklich geht: Sie sind mit der Materie vertraut und haben sich mit ihr beschäftigt. Aber frag mal Freunde und Bekannte, wieviele Firmen ihrer Ansicht nach von einer Frauenquote betroffen wären! Ich habe das getan- und war baff: Die meisten Männer und Frauen gingen davon aus, dass es mindestens 50 Prozent aller Firmen sind..!! Ich denke, DAS ist der wirklich beabsichtigte Effekt! Der Beweis: Die Medien schweigen ganz befriedigt, seit die Grosse Koalisation die Quote per 2016 beschlossen hat.

      • mitm schreibt:

        @M: „[es handelt sich um[ …Um Scheinpolitik, Schattenboxereien also- mehr nicht!“

        Ich empfehle Bøhren / Staubo als Lektüre. Für rund die Hälfte der Unternehmen in Norwegen war die „Schattenboxerei“ so riskant, daß sie die erheblichen realen Kosten auf sich nahmen, in eine andere Gesellschaftsform zu wechseln, um der Zwangsquote und deren (absehbaren) Folgeschäden zu entgehen.

    • Oder andersherum: die Politiker führen in diesem kleinen Bereich die Quote ein, um errungen politischen Sieg und Einsatz für Frauen nachweisen zu können ohne angesichts des mangels an geeigneten und bereiten Frauen im Gegensatz zu einer umfassenden Quote nicht zu viel widerstand in der Wirtschaft zu erzeugen

      • Jon Gunnarsson schreibt:

        Ein guter Punkt. Ich denke es wird beide Denkweisen unter den Politikern geben. Einerseits die Feministen für die diese Quotenregel nur der Anfang ist und andererseits die Pragmatiker die zwar nicht für Frauenquoten sind, sich aber auch nicht offen dagegenstellen wollen und daher einfach auf Zeit spielen. Ich denke ein perfektes Beispiel dafür ist Frau Merkel.

        Langfristig wird aber diese Strategie des Apeasement gegen die feministische Lobby keinen Erfolg haben. Wenn man einmal die Prämisse akzeptiert hat, dass „Unterrepräsentation“ von Frauen in Führungspositionen ein Problem ist und dass es Aufgabe des Staates ist dieses Problem zu beheben, dann kann man keine grundsätzlichen Einwände mehr gegen die Quote bringen, sondern nur praktische Probleme aufzeigen. Sobald man sich darauf einlässt kämpft man einen Kampf in dem man nicht gewinnen kann, sondern nur die Niederlage herauszögern kann.

      • M. schreibt:

        Ob die jetzt beschlossene Quotenregelung lediglich der Fuss ist, den es gilt, in die Tür zu bekommen, damit man sie dann später ganz aufstossen kann oder nicht, wird sich erst noch weisen müssen. Da tappen wir alle im Dunkeln und können nur mutmassen. Neue Begehrlichkeiten sind in Norwegen seit 2006 auf jeden Fall bis dato nicht wach geworden. Das stimmt mich einigermassen zuversichtlich.

  5. Neuer Peter schreibt:

    Hinzu kommt allerdings noch ein gewisser trickle-down effect. Um überhaupt genügend Frauen zu haben, die wenigstens die formalen Mindesvoraussetzungen erfüllen, muss man diese auch auf den mittleren Ebenen fördern (i.e. ihren männlichen Konkurrenten vorziehen).

    Wir können das derzeit ind er Politik beobachten. Die politische Blitzkarriere ist bei heutigen Spitzenpolitikerinnen eher die Regel denn die Ausnahme. Kaum eine von denen musste sich mit der Ochsentour rumschlagen.

    Eine Frauenquote für die Spitze bedeutet nicht selten einen Karriereexpresslift für Frauen auf den unteren Ebenen.

  6. Pingback: Das Steak aus der Spülmaschine, Arsenal und die Mean Tweets - die Links der Woche vom 2.5. bis 8.5. | Männer unter sich

  7. Leszek schreibt:

    @ honeyinheaven

    Es gibt übrigens auch von feministischer Seite Argumente gegen Frauenquoten. Einige Vertreterinnen des liberalen Feminismus argumentieren z.B. folgendermaßen:

    1. Wird eine qualifizierte und kompetente Frau im Kontext einer Frauenquote eingestellt, dann besteht das Risiko, dass ihre tatsächlich hohe Qualifikation und ihre Leistungen allgemein weniger wahrgenommen und anerkannt werden. Sie ist stets vom Nimbus der „Quotenfrau“ überschattet. Dadurch wird der “Frauen können es nicht”- Fraktion in die Hände gespielt.

    2. Falls es aufgrund des Quotendrucks passiert, dass eine für diese spezifische Berufssparte oder eine bestimmte Abteilung tatsächlich nicht hinreichend qualifizierte Frau eingestellt wird und diese dann suboptimale Arbeit leistet, dann besteht das Risiko, dass sexistische Vorurteile hinsichtlich angeblicher weiblicher Inkompetenz dadurch scheinbar bestätigt werden – somit würde wiederum der “Frauen können es eben nicht”- Fraktion in die Hände gespielt.

    3. Bei Frauenquoten besteht außerdem das Risiko, dass durch die damit kontextuell einhergehende Bevorzugung von Frauen, sich unter denjenigen gut qualifizierten Männern, die aufgrund der Quotenpolitik abgelehnt werden bzw. nur geringe Chancen haben einen adäquaten Job zu finden, als Reaktion darauf frauenfeindliche Ressentiments ausbilden könnten.

    • muttersheera schreibt:

      @ Leszek

      Diese „Argumentation“ klingt für mich nach durchscheinender Angststörung (also Vermeidungsverhalten).

      Und negiert z. B. die Tatsache, dass ja schon seit Jahren – auch ohne Quoten, bloß durch die Diskussion um sie – Führungsfrauen skeptischer beäugt sowie kontrafaktisch öffentlich gern auch mal als Quotentussen bezeichnet werden.

      Im Allgemeinen wird es so laufen wie bei der Merkel: vorher sorgen sich die Schwanzträger „Kann die das?“, nach einer Weile haben dann aber Alle (oder sagen wir: die Meisten) gesehen, gelernt und akzeptiert, dass eine Frau diese Position nicht wirklich schlechter ausfüllt.

      Oder, unterste Ebene, siehe den Quotenfall der Berliner Stadtreinigung: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-77108537.html

      Da müssen wir jetzt einfach durch. Und natürlich wird das nicht gänzlich ohne Wachstumsschmerzen ablaufen.

      • Matze schreibt:

        Schwanzträger – Du hast echt ne hohe Meinung von Männer, nicht wahr?

      • djadmoros schreibt:

        @muttersheera: »nach einer Weile haben dann aber Alle (oder sagen wir: die Meisten) gesehen, gelernt und akzeptiert, dass eine Frau diese Position nicht wirklich schlechter ausfüllt.«

        Nur dass das nicht unsere tatsächlichen politischen Probleme berührt: Finanzkrise, Wirtschaftskrise, Europapolitik, Osteuropapolitik, Energiepolitik, Sozial- und Bildungspolitik. Wir brauchen keine Politiker, die es »nicht wirklich schlechter« machen als ihre Vorgänger, sondern solche, die in der Lage sind, aus der Situation des Reformstaus herauszufinden (falls das überhaupt noch auf reformerischem Weg möglich ist) – und zwar völlig unabhängig davon, welchen Geschlechts die sind. Auch auf der Ebene der sozialen Bewegungen muss man sich fragen, was die Frauenbewegung eigentlich noch zur Lösung solcher Probleme beiträgt.

        Faktisch geht es nur noch um die Aufwärtsmobilität von Mittelschichtfrauen – das ist eine genauso reduzierte Perspektive wie bei den Gewerkschaften, die heute nur noch eine Art »Bundesverband der Arbeitsplatzbesitzer« sind. Der Feminismus changiert zwischen einem abstrakten »Weiblichkeit rettet die Welt« und einem sehr konkreten »Frauen haben das Recht, dieselbe Scheiße zu bauen wie Männer« (das ist faktisch die Bedeutung von »eine Position nicht wirklich schlechter ausfüllen«).

        Man könnte das dem Feminsmus sogar noch zugestehen, wenn man ihn dann wie jede andere Lobbyorganisation auch politisch bekämpfen dürfte. Aber genau dann verteidigen sich die Feministinnen mit dem allgemeinen Menschheitsrettergestus und erklären Kritik am Feminismus zu Rechtsradikalismus und Menschheitsverbrechen. Und genau von dieser Doppelmoral haben nicht nur, aber insbesondere die »Männerbewegten« die Schnauze gestrichen voll!

      • M. schreibt:

        @djadmoros: Brillianter, sehr gut geschriebener Kommentar, danke!

  8. Christian Buggisch schreibt:

    Habe ein bisschen hier im Blog quergelesen und jetzt gesehen, dass du schon vor einem halben Jahr mehr oder weniger aufgeschrieben hast, was mir aktuell im Zusammenhang mit dem Thema #bockaufquote durch den Kopf ging: https://buggisch.wordpress.com/2014/12/08/frauenquote-symbolpolitik-ohne-wert/

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